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Full text of "Urkunden und Actenstücke zur Geschichte des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von ..."

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DiqiOMwGoOl^lC 



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DiqiOMwGoOl^lC 



URKUNDEN UND ACTENSltCKE 

Zl'R GKSCllICHTK 

DES 

KURFÜRSTEN FRIEDRICH WILHELM 

VON BRANDENBURG. 



MF VEIUSI.ASSIISO' SEINER KÖKKiLICIIES HOHEIT DES 
KIldSrRIKZEN VO» HKEISSEK. 



ZWKITKB BAND. 



BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG VON GEORG REIHER. 



DiqiOMwGoOl^lC 



URKUNDEN USD ACTENSTUCKK 
ZUR GESCHICHTE DES 

KURbTIRSTEN FRIEDRICH WILHELM 

VON BRANDENBURG 



AUSWÄRTIGE ACTEN. 

EllSTER BASD. 
(FEANKEEICH.) 

D'- B. El). SIM.SON. 



BERLIN. 

DRUCK UND VERLAG VOK GEORG REIUEK. 



DiqiOMwGoOl^lC 



DJ 

V.2. 



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/C>?9^P^'^^0 



Inhalt. 



Vorwort T 

I. Berichte von 1640 bis 1654. (Wicqnefort und Saint-Romain.) 

EinlgilUDg 3 

Acten G 

II. Berichte von 1655 bi^ 1656. (de Lumbreü.) 

Einleilnng Jfö 

Acten 37 

III. Berichte von 16öT bis 165S. (Blondel.) 

Binl«ilang 117 

Acten 123 

IV. Berichte von 1659. (FrieclimaDD.) 

Einleitung 169 

Acten 193 

V. Berichte von 1660 bis 1664. (de LeeseiDB.) 

Einleitung 233 

Acten 236 

VI. Berichte von 1S65 bis 1666. (dn Monlin and Colbert-CroibsL) 

Einleitung 297 

Acten 302 

VII. Berichte von 166T. (Mutet.) 

Einleitung 427 

Acten 431 

VIII. Anhang. (Einzelne Acteni.tückc aas den Jahren 1668 bis 1685.) 499 

Namen reg iller ... 543 



;vGoo»^lc 



„Gooi^lc 



Vorwort. 



J-lie Commission fiir die Herausgabe der Urkunden 
und ActenstUcke zur Geschichte des grossen Kur- 
fürsten ertheilte mir im Herbst des Jahres 1861 den Auf- 
trag, die Pariser Archive und Bibliotheken ftir die Zwecke 
ihrer Fublication zu durchforschen. In Paris angelangt fand 
ich die Erwartung bestätigt, dass die doi-tigen Archive des 
Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten der 
bei weitem wichtigste und beinahe einzige Fundort der Ma- 
terialien sein würden , nach denen ich suchte. Auch ver- 
schafite mir die Fürsprache der königl. Gesandtschaft sehr 
bald den Zutritt zu denselben. 

Die dort aufbewahrte brandenburgische Correspon- 
denz aus den Jahren 1640 bis 16S8 umfasst dreissig durch- 
aus chronologisch geordnete Bände, welche sich über diesen 
Zeiö*aum in folgender Weise vertheilen: 

Band I. Correspondenz aus den Jahren 1600 — 1654. 

- IL - ... 1665—1656. 

- UI. - . . - 1667-1659. 

- IV. - - - - 1660—1666. 

- V. - . - - 1667—1668. 



:,L_tOO»^Ic 



Band VI. Sendung des Marquis v. Vanbrun, April 1669 
bis Febmar 1670. 
VII. Supplementband fllr 1669-, 1672. 
VIII. Sendungen der Grafen Saint-G^ran nnd de 
la Vauguion, Nov. 1671 bis Sept. 1672. 
IX. Sendung von Verjus 1673 erste 8 Monate. 

X. - - - - letzte 4 

XI. - - - 1674 erate 6 - 
XII. - . . , letzte 7 

XIII. Con-espondenz ans den Jahren 1675 — 1679. 

XIV. Sendung des Grafen R^benac de Feu- 

quiiires 1680. 
XV. Supplementband flir 1680. 
XVI. Sendung R<5benac's 1681. 
XVII. Supplomentband fllr 1681—1683. 
XVIIl. Sendung Riäbenac's 1682 erste 6, Monate. 
XIX. - - - letzte - 

XX. - - 1688 erste - 

XXI. - - - letzte - 

XXII. - - 1684 erste 6 

- XXIII. - - - letzte 7 

- XXIV. - - 1686. erste 7 

XXV. - - - letzte 6 

- XXVI. - - 1686 erste 6 

- XXVII. - - - letzte - 

- XXVIII. - - 1687 erste - 

- XXIX. - - - letzte - 

XXX. Letzte Berichte Rt^benac's und Berichte sei- 
nes Secretärs Poussin 1638 erste 6 Monate. 
Die Ungleichartigkeit dieser Vertheilung erklärt sich 
leicht. Denn abgesehen davon dass die Beziehungen zwi- 
schen Brandenburg und Frankreich während des ersten De- 



„Gooi^lc 



ceniiiums der Regierung des grossen Kurfürsten noch keine 
allzu lebhaften'), dagegen seit den Verträgen von 1679 we- 
nigstens eine Zeit lang ausserordentlich innige waren, sind 
die Acten aus jener frühen Zeit bei der Gründung des fran- 
zösischen auswärtigen Archivs') auch nur theüweise beige- 
bracht worden. Eine im wesentlichen absolute Vollständig- 
keit derselben scheint in unserin Falle sogar erst mit der 
Sendung des Grafen R^benac de Feuquiferes zu be- 
ginnen, wenn auch die Lücken vom Jahr 1655 an keines- 
wegs mehr bedeuten! sind. Den Hauptinhalt zum mindesten 
degenigen unter den bezeichneten Bänden, welche ich habe 
durchlesen oder doch genau durchsehen können ^), bilden ab- 
wechselnd die Originaldepeschen der französischen Gesandten 
am brandenburgischen Hofe an den ihrigen und die Concepte 
der ihnen ertheilten Instructionen. Dazu kommen dann Schrei- 
ben der brandenburgischen Residenten in Paris (d. h. na- 
mentlich Abraham Wicquefort's), Briefe des Kurfürsten 
oder seiner Räthe an Mazarin, Ludwig XIV. und dessen 
auswärtige Minister sowie Entwürfe von Schreiben dieser an 
jene, einzelne andere Menioires und Druckschriften, Entwürfe 
oder Copien von Verträgen u. s. w. 

Da es nun im Wesen einer solchen Correspondenz liegt, 
dasa man nicht wohl eine grössere 'Anzahl einzelner Stücke 
aus ihr herausheben kann, ohne zugleich ihren Gesammtver- 
lauf mindestens berichtend darzulegen, ein solcher Bericht 
aber nicht in der Absicht dieser Publication lag, so schien 
hier nur ein Ausweg Übrig. Ich musste mich — wie es 
inzwischen auch der Herausgeber der „Politischen Verhand- 

') Vgl. ancb nnlan die Einleitung zn Absobnilt 1. 

') Dieielbe erfolgte im Jabr 1710, vgl. B. Bordier Les archiTSB de U 
France p. 300. 

•) Die» sind (Tgl. DDteo) Bd. I — iV., ein giu*er Theil von Bd. V. and 
Bd. XIV— XXX. 



DiqitizeabyGoOt^lc 



Jungen* gethan hat — damit begnügen, nur einzelne Stücke 
wörtlich abzusehreiben und den Inhalt der übrigen, mit Bei- 
seitelassung völlig unbedeutender, lediglich in ehier Analyse 
festzuhalten. 

Die ersten fünf der bezeichneten Bände ist es inir 
vergönnt gewesen fast vollständig in solcher Weise zu ex- 
cerpiren, und die Archivdirection hat von diesen Auszügen 
nur sehr weniges zuillckbebalten oder hier und da einzelne 
Zeilen darin gestrichen. Für eine gleiche Benutzung der 
folgenden ■ Acten ergaben sich dagegen Anetände, welche zu 
überwinden mir nicht möglich war (s. unten p. 430). loh musste 
mich hier darauf beschränken, Abschrift der in ihnen befind- 
lichen Briefe des Kurfiirsten zu nehmen, wenn ich auch die 
sechzehn letzten Bünde, welche die Correspondenz des Grafen 
B^benac enthalten und Verhältnisse näher darlegen, welche 
von Pufendorf ungenügend behandelt sind, überdem auf- 
merksam durchgelesen und ihren Inhalt so genau als möglich 
aus dem Gedächtniss zu Papier gebracht habe. Obschon der 
Aufnahme solcher Aufzeichnungen in dies Werk ihre nicht 
authentische Form entgegenstand, hoffe ich dennoch, dass 
sie sowohl wie noch andere unten nicht veröffentlichte Aus- 
züge aus den Acten des Pariser Kriegsarchivs und aus Manu- 
Bcripten der dortigen Bibliotheken, welche ich ebenfalls mit- 
gebracht habe, bei den ferneren Arbeiten der Commission 
werden verwerthet werden können '). 



■) Di UD« die betr. Acten fSr die Jibre 1668 bis 1679 aber nach den obigen in 
ihrem Zuitmmen hinge nocb unbekannt geblieben sind und von Mignet nnr wenigee 
duane ■uigriagon is( , ho erscheint es wenigotene als ein glückliuber Ersatz, dasa 
hier gertde die nenerdingn vcräßen (liebten Memoiren dca damaligen ansir&rligen Hi- 
niatera Ludwig's XIV., dea Marquis Ton Pumpanne, in die Lücke eintreten. 
Der erate Theil derselben, ein *on Pomponne verfaaates Memorial retatif aas 
int^rSta dca princos de l'Enrope k la fin de 1679, behandelt auch die wah- 
rend der Periode seiner Verwaltung iiriachen Frankreich nnd Brandenburg gepfloge- 
nen Verhandlungen aiisfUhrlicber. (Mämoireg dn marquU de Pomponne pn- 



:,LtOO»^IC 



In Bezug auf das Verfahren bei der Herausgabe 
wSre sodann folgendes zu bemerken. 

Alle unten mitgetheilten Stücke, über deren Fundort 
nichts besonders bemerkt ist, sind den oben angeführten Bänden 
des Pariser Archivs der auswärtigen Angelegenheiten entnom- 
men und zwar, soweit sie in den sieben Abschnitten der Pu- 
blication enthalten sind, Band I — V., die im Anhange hinzuge- 
fllgten Briefe des Kurfürsten dagegen Bd. V., VI., VII., VIIL, 
XI., XII., XIIL, XV., XIX., XXI., XXII., XXV. ~ Bei den 
wenigen andern Piecen des Anhangs, welche ich dem kaiser- 
lichen Kriegsarchiv — nämlich den Bänden 275 (1672 Guerre 
de Hollande 5 premiers mois M. & LR. 1" vol.), 346 (1673 
Guerre d'Allemagne avriJ et mai M. & LR. 3« vol.), 347 (1673 
Guerre d'Allemagne juin, juillet, aoüt M. & LR. 4^ vol.), 348 
(1673 Guerre d'Allemagne septembre et octobre M. & LR. 
5e vol.), 349 (1673 Guerre d'Allemagne novembre, d^cembre 
M. &LR. 6e vol.), 411 (1674 Guerre d'Allemagne mars, avril 
M. &LR. 2 vol.), 413 (1674 Guerre d'Allemagne mai, juin, 
juillet, Supplement), 417 (Diplomatie ann^es 1671, 1673 et 
1674) — entlehnt habe, ist diese ihre Herkunft ausdrücklich 
notirt worden. 

Was femer die Eintheilung und Anordnung des 
Materials betrifft, so ergaben sich die Gruppen, in welche 
dasselbe zu sondern war, im wesentlichen von selber nach 
den einzelnen Missionen der Gesandten. Nur den grössten 
Theil des ersten Abschnitts fiillen vielmehr Schreiben des 
brandenburgischen Residenten in Paris (Wicquefort) und 
ausserdem sind ein Paar kürzere Missionen mit den grös- 
seren , denen sie sich auschliessen , zusammengezogen wor- 
den. Zwischen die Berichte der Gesandten und die ihnen 

blidi d'apr^B nn maniiscrit in^dU de la bibliotheqne du Corps L^gia- 
Utif p»t J. M«*id«l. T. 1. Paris 1Ö60. p. 279— 322.1 

L;qitzcdbyG00»^lc 



ertheilten luatructionen habe ich indessen die gleichzeitigen 
anderweiten den Verkehr zwischen Brandenbui'g und Frank- 
reich betreffenden Schriftstücke, wie Briefe des Kurfürsten, 
Mazarin's, Ludwig's XIV. u. s. w., nnniittelbar einge- 
schaltet und überhaupt in der Aufeinanderfolge der Abschnitte 
sowie innerhalb derselben durchaus die chronologische 
Ordnung eingehalten. 

Jedem Abschnitt sind kurze einleitende Bemer- 
kungen vorausgeschickt, um in die betreffenden Negotia- 
tionen, deren Verlauf im ehizelnen die Continuität der Acten 
selbst darlegt, im allgemeinen einzufllhren und namentlich 
auch über ihre IVäger die wichtigsten Personalien an die 
Hand zu geben. 

Wenn in den übrigens auf das notbwendigste beschränk- 
ten Anmerkungen dennoch fortwährend auf die entsprechen- 
den Stellen in Pnfendorf's Werk verwiesen ist, so lag der 
Fall hier eben wesentlich anders als bei den Act-en der er- 
sten Folge, welche jenem selber zur Grundlage gedient 
haben '). 

Schwierigkeiten in Betreff der Daten ergaben sich nur 
selten, da diejenigen der franztisischen Acten natürlich 
alle den neuen Kalender beobachten. Bei den branden- 
burgiachen Schreiben ist in dieser Beziehung nach den 
Angaben und Regeln verfahi-en worden, welche das Vorwort 
zum ersten Bande (p. XVIIL'ff.) enthält und zwar auch hier 
in der Art, dass in den Ueberschriften und Texten der 
Stücke deren eigene Dativung beibehalten, am Rande da- 
gegen stets das Datum neuen Kalenders vermerkt wor- 
den ist. 

•Grossentheils in Chiffren sind unter unsem Documen- 



1 Bud 1. p. XVllI. 



>vGoo»^lc 



ten die Det>eachen der französischen G&iandten aufgesetzt, 
die Entzifferung jedoch meist — und zwar allem Anschein 
nach sogleich nach dem Empfange — zwischen den Zeilen 
eingefügt worden. Nur hei denjenigen Millet's ist dies lei- 
der grossentlieils versänmt. Die Briefe und Denkschriften ■ 
W i c q u e f o r t ' s dagegen sind aämmtlicU oder doch fast sämmt- 
lich von ihm eigenhändig und niemals in Chiffren aufge- 
zeichnet. Bei den wenigen Biiefen des Kurfürsten, welche 
von seiner eigenen Hand herrühren, ist dies ausdrllcklich he- 
merkt worden, sowie natürlich auch jedesmal, wenn die mit- 
getheiiten ActenstUcke mir nur in Concept oder Abschrift, 
nicht im Original vorgelegen hnhen. 

"Wie der Herausgeber des ereten Bandes von der Wie- 
dergabe der deutsehen Orthographie des siebzehnten Jahr- 
hunderts abgesehen hat, »o schien es auch den Gebranch 
dieser französischen Docunicnte zu erleicbtern, wetni ihre von 
der heutigen zudem nicht erheblich abweichende Schreihart 
in diese mngesetzt wllnlc. Ein Verfahren, welches, soviel 
ich seile, aucli französische Herausgeber einzuschlagen pHc- 
gen, wenn sie dabei auch diese oder j'cne Eigentlitlnilichkeit 
der älteren Ortliogi-aphie beibehalten, eine „conventinnclle, 
der modernen sich nähernde Schreibweise" annehmen, welches 
aber ansserdem die Erwägung empfahl, dass Analysen des 
Inhalts dieser Docuniente in unserer heutigen deutschen ärn-hrift- 
spracho mit wörtliclier Wiedergabe ihres Texfes in altfnm- 
zösi.Tlier Orthograpliie wechselnd ein noi-h seltsameres An- 
sehen gewonnen haben würden als die« sclion jetzt der Fall 
ist Es kam femer hinzu, dass icli ehiigen in Mignet's 
NfJgoeiations relatives Ii la suecession d'Espagnc 
ebenfalls wesentlich in neuerer Schreibart niitgetheilten Aus- 
zügen aus den Millet'schen Derwischen, welche ich nach 
Verglei(!hinig der Originale in diese Ptiblication initaufgenom- 

Dqitzc.::::,LTOO»^lc 



men habe, die ErgänzungssttiGke in analoger Gestalt ein- 
fügen wollte. — Dass hierbei jede Veränderung der Formen 
selber, mindestens insofern sie Sinn und Inhalt im gering- 
sten alteriren konnte, dm-chaus vermieden worden ist, bedarf 
kaum der Versicherung. 

Wie ausserordentliches die meisten Nationen in der Ver- 
stümmelung fremder Namen leisten, ist bekannt und so 
gut auch von unsern französischen Berichterstattern was 
Mavidal von Pomponne sagt'): „Le marquis de Pom- 
ponne ^crit presque toujours les noma propres ^trangers 
d'aprfes la prononciation fran9ai8e et point d'aprfes l'ortho- 
graphe nationale." Diese bisweilen bis zur Unkenntlichkeit 
entstellten Formen beizubehalten, erschien zweckwidrig und 
vielmehr geboten, die richtigen an ihre Stelle zu setzen. In 
einigen wenigen Fällen, wo letztere nicht völlig zuverlässig 
zu ermitteln waren, habe ich die Formen des Maimscripts 
unter dem Text ebenfalls angegeben. 

Endlich kann ich diese Vorbemerkungen nicht schliessen, 
ohne Herrn Dr. Erdmannedörffer f^ die Freundlichkeit, 
womit er mich bei der Revision des Drucks unterstützt und 
meine Uinweisungen in den Noten öfters veimehrt hat, den 
besten Dank zu sagen. 

Jena, 2. Juli 1865. 

B. Ed. SimsoB. 



; Fomponae U. p.211. 1). 



>vGoo»^lc 



Berichte von 1640 bis 1654. 

(Wicquefort und St. -Romain.) 



IbUr. lur Gucb. d. Gr. KuriHrutn. IL 1 

DiqitizeabvG00»^lc 



„Gooi^lc 



Einleitung. 



} on den dreiasig QnanbäDden, in welche die französische Correapan- 
denz ans Brandenbni^ wahrend der Jahre 1600 bis 1688 geheftet ist, fülleD 
die bis 1654 reicbendeo ActeDStficIte nnr eioeo einzigen. Der „mächtige, 
doch weitentscssene" König von Frankreich hatte mit Brandenburg noch 
wenig ZD tbon. Daraus erltlärt es sich, wenn wir aus den -ersten Jahren 
der Regierung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm hier nur sehr weniges 
zn veröffentlichen haben und auch unter diesem erst die Schriften, welche 
dem brandenbui^ischen Residenten in Paria Abraham Wicquefort an- 
gehören, Zusammenhang und Bedeutung gewinnen. 

Wicquefort') war ein in seiner Zeit vielgenanoter Publicist. Beson- 
ders aein Werk über den Botschafter (L'ambassadenr et ses fonctions) hat 
noch heute in der diplomatischen Literatur einen Xamen und wird in vöt- 
kerrechtlichen Fragen citirt. Ausserdem hinterlieas er n. a. den Anfang 
einer Schrift über die Geachichte der vereinigten Provinzen von Holland 
TOm Httnsterer bis zum Nymweger Frieden. — Was seine äusseren Lebens- 
BChicksale betrifft, so verliesa er, etwa 1598 in Amsterdam geboren, tHih 
sein Vaterland, nm in Frankreich sein Gluck zu machen'). Im Jahr 1645 
engagirte ihn Fabian von Dohna wahrend seiner Anwesenheit in Paris 
^s braadenburgischen Residenten am franzöeischen Hofe. Das Schreiben 
welches ihn bei Uazarin in dieser Eigenschaft beglanbigt, datirt freilicb 

') Vgl. über iho V. a. A. I. I. p. 613 ff. BasDage AnoaleB des Provincei Dnie* 
1. p. b. V. Ortich QMohiohle d. prensi. Stutt im liebtehat. Jahrbnadert 1. p. 217. 2). 
Drohten Zot Qnellenkritik d«r deutschen Qeicliicbte de* tielHeluiten Jahrhandcrti 
In FortchuDgen lor denUcben Getchichte IV. p. 34 ff. 

') Wie es Kbeiiit 1G26 oder 1627 BaiDige schreibt, dua er in die Ungnido 
dM CudinalB fiel (s. unten Einl. in Abschn. IT.), nachdem er 32 Jahre lang in 
Parii verweilt hatte. Anf dicier Angabe wird auch der «cbon I. 1. p. 612. 10) ge- 
tflgte Inthnm bei JScbef beruhen, d«M Wicquefort leit 1626 itniU brandenbnr- 
glaclm BMidaat daMlbit gewawa wira. 



:,Goo»^lc 



4 I. Berichte von 1610 bis 1654- 

erst vom 12. September 1646. Wicquefort führt zugleich den Titel eines 
Geheimen Raths des Kurfürsten (conseiller en sor conseil d'^tat). Er war 
and blieb aber einer der diplomatischen Abenteurer jener Zeit, welche meh- 
reren Herren zugleich dienten. 

Aus seinen gewandten Berichten — sie sind durchgängig to& seiner 
eigenen zierlichen Hand geschrieben — erfahren wir zunächst weiteres in 
Betreff seiner Verhandlungen über eine AUiance Frankreichs mit dem Kur- 
fürsten im J. 1647. Der von ihm und Brienne yereinbarte Entwarf der- 
selben ist schon 1. 1. (p. 612 ff. 664 ff.) mitgetheilt und in seiner Bedeutung 
gewürdigt worden; es wird von Interesse sein, hier noch einen Zusatzartikel 
zu demselben zu linden. Wir erfahren ausserdem hier näheres über die 
Reise, welche Wicquefort in dieser Angelegenheit nach Deutachland anter- 
nahm und die ihn nach Cleve an den Hof des Kurfürsten, nach Münster 
und Osnabrück und femer an die brannscbweigischen Höfe führte, mit denen 
des Kurfürsten Oberkammerherr Conrad von Burgsdorf (sowie mit Kar- ~ 
Sachsen) jener Zeit die Bildung einer „dritten" bewaffneten Partei im Reiche 
vereinbaren sollte. Von dieser Mission kehrte er zu Anfang des nächsten 
Jahres (1648) mit guten Aussichten nach Paris zurück. — Freilich schon 
1649 sehen wir ihn dem französischen Hofe wegen der Nachrichten, die er 
überallhin über denselben verbreitete, verdächtig, wenn auch sein Verblei- 
ben daselbst wenigstens noch möglich blieb. — Auf die weiteren Schicksale 
dieses befähigten, aber intriguanten und boshaften Agenten kommen wir 
weiter unten zurück'). — 

Ausserdem verdienen wol die beiden Berichte von Saint-Romain, 
wovon der erste aus dem Anfang Januar 1647, besondere Beachtnng. Mel- 
chior de Höron Baron von Saint-Romain'), in der Schule des Gra- 
fen d'Avaux gebildet, ward in der Zeit des Congresses von Münster in 
mannigfachen Uescliäften verwandt '), war erst Resident in Osnabrück, dar- 
auf in Münster, wurde 1646 nach Schweden, im folgenden Jahre an den 
Kurfürsten von Cöln gesandt. Später (1672—1676) vertrat er sein Vater- 
land bei der schweizerischen Eidgenossem«chaft und war vom September 
1681 bis zum Deccmber des folgenden Jahres mit de Harlay zusammen 
Bevollmächtigter Ludwig's XIV. bei d:n Frankfurter Conferenzen, welche 
die Streitigkeiten zvriscben dem Reiche und Frankreich beilegen sollten"). 

Saint-Romain ward aber gegen Ende des Jahres 1646 von den 
französischen Frieden sbevollm ächtigten an den Kurfürsten nach dem Haag 
entsendet'), um ihn zum Anstrag mit Schweden wegen Pommern auf die 
Bedingungen hin zu veranlassen, dass jene Krona Vorpommern sammt der 



<) 3. die Einl. tu Abschn. IV. 

*) Vgl. Bber ihn nuneDtlioh Flassau Hittoir« de U diplomstEe ftan^H IT. 
p.66. 

*) 8. Nägoc. aeor. 

') FlaBsan p, G6— 68. — Dar Abb^ tod SL-Bomidn, welcher all anaserordent- 
Uoher Geiuidter Fruilcieiohs in Lissabon du Offensiv- und DefeasivbündDist cwl- 
■chra beiden Kronen am 31. Mkrz 1667 abschloss, icheint ein anderer in sein. 

^ B anoh Pafendorf 11. 68. 



;vGoo»^lc 



Ein1«itaiig. 5 

Insel WoIIin erhalten, in Bezog auf Stettin nnd Oarz er die Wahl haben 
solle, ob er diese Orte selbst oder eine Ueldentschädignng daftir rorziehe. 
Verweigere der Karfurst die Annahme dieser Bedingungen, eo verde man 
uich dnrch seine Hartnäckigkeit in dem Abschlags des Fricdenswetkü nicht 
weiter aufhalten lassen. Der Kurfürst ertheilte dem franzöBischen Abge- 
sandten indessen dieselbe ableiuiende Antwort, wie ]deni des Kaisers, Pletten- 
berg, welcher ihm im wegentlichen die nämb'chen Fordemngen, nur in noch 
viel kategorischerem Tone, überbracht hatte.; Die franzöBischeu Berollmäch- 
tigtea in Münster nahmen seine Erwidemng unwillig auf. Aber Friedrich 
Wilhelm verga.^s auch seinerseits Frankreich diesen Drack, den es aif 
ihn geübt hatte, lange nicht. "Nor mit Schmerz, sagte er noch viel später 
in einem franzö»ischen Gesandten an seinem Hofe"), könne er der Gewalt 
gedenken, welche diese Krone damals gegen ihn angewandt habe, indem 
sie ihn durch die Drohung, eventuell ohne ihn Frieden zu BchlicEsen nnd 
ihn TOD der allgemeinen Garantie zu exciudiren, gezwungen, sein Bigenthum 
an Usurpatoren zn überlassen. — Salut-Romain sachte dann gegen Ende 
des nämlichen Jahres 1648 den Kurfürsten noch einmal zu Cleve auf, um 
eine Wendung der kurfürstlichen Politik nach der kaiserlichen Seite za hin- 
tertreiben, die ihm denn auch nicht zu befürchten schien. 

'} S. die iint«ii mitgetbeilte Depeiche BloDdel'i an Maunn Tom 21- Uai 1658. 
«Dien veDille,* Mgt da der KnrfBrst tn Blondel, .que je m'en paisie mienz trooTer 
que par lo pais^, ne pou*ant me soüTenir qu'avec dooleor de l> riolence dont la 
France ■ at6 en laon endruit pout m'obüger k laisser moo propre bien ll dei usnr- 
patean en me Tiienai;ant par H. de Saint-Romain de faire la paix **DB moi et 
de di'czcIdib de la garantie unlTenelle, li Je na m'tcoonnodais k lenra daaaeiiia.* 



;vGoo»^lc 



Berichte von 1640 bis 1654. 

(Wicquefort und St.-Roinam.) 



Bergmann') an d'Avaugour'). Dat. Königsberg 11. Febr. 1641. 
(Abschrift.) 

[Dank für d'Avaiigoiir's Bemühangen. Beachwerde Ober da« Verfahren der Schweden 
in der Mark. Die pTeDaiiachen Ängelegenlieiten rüden nicht TonrHits.] 

I64I. Monsieur, et ce que töus m'avez fait llionneur de m'äcrire par 

11. Febr. yotre trös-gracieuse lettre du 21 du passä et ce que M. Tasky') m'a 
r6förä en Totre nom m'a grandement obligä et content^ Son Altesse 
mon mattre mSme, qui m'a commandä de vous remercier de l'office que 
lui arez fait pour son service et de vous communiquer . . . eon regret 
qu'il a de la nide procidure de messieurs les Suädois usSe en son 
pays de la Marche. . . . 

Son Altesse donc sc persuadc que cette procMure des Suädois ne 
pourra agräer Sa Majeetä tr^s-chr^tienne (ä laquelle Dieu a donn^ en 
main la balance des pulssances au monde); nais qu'elle en aura ud 
grandissime däplaisir et que vous, monsieur, la d^testez et ne laisserez 
pas d'en faire quelque mot lä oü il sera ä propos. . . . 

Pour uos affaires ici, elles ne s'avancent nullement, ^tant retard^es 
par les proc^dures lentes du roi ... et les irr^eolutions de nos ätats 
ici. De quoi j'esp^re que dans peu de temps j'aurai llionneur de vous 
faire relatiou entiäre de boucbe. . . . 

') Fetei Bergmano, Resident de« KnrfGrten in Danzig, Tg], L 1. p. 7. 
*) Charles d'ATangonr, &aDc5B. Sesidenl in Daniig. 
'] Laak^? 



;vGoo»^lc 



HacfalnMioneD gegen die achwecllsche Heirat. Dlveriloa Crockow'i. f 

Bericht d'Avaugour'B. [o. D.] Sept. 1641. 

[Dank fSr die BsmUhaiigeQ Frankreicbi aaf dem poln. BeichsUge. Der EurfDrit nnd 
der poln. Hof auf einem Bai, Kanzler v. Götze.] 

Der Kurfiirst läest sich für die guten Dienste bedanken, welche ihm Bept, 
darch Frankreich auf dem polnischen Reichstage geleistet worden sind '). 

„Qull avait toujours eu beaucoup de dövotion vers le Roi de France, 
aiusi que tous lea ministree fran^aia qui Tont tu pourratent bien aB- 
Burer (notamment le feu baron de Charnacö, s'il vivait encore)." ... 

„Quelques heures apräs mon audience, il dut aller au bal, oä la 
princesse de Pologne') dansa un gentil ballet pour lui plaire, qui y 
panit (avec la reine et toute la cour) si richement par^e que neu de 
pluB. Mais M. l'ßlecteur ne s'y trouva qu'avec un rabat eale, les bottes 
toutes toumtes et crott^es ä demie la jaiube et tellement ni^glige de 
tont point, que les moins clairvoyants pourraient aisäment aperceyoir 
qu'il avait peu de coeur & danser eu cette compagnie, laquelle en au- 
tres cir^monies de galanterie, comme des comödies, bals, festins etc., 
fit tout soD possible, certes, pour le rägaler, lea princes de Pologne 
loi baillant toujours la bonne main et meme souvent la reine, qui ne 
lui parifdt jamais qu'eu eouriant et avec applaudiasemeDt eur tout ce 
qa'il disait Maie la f€te a beau €tre grande et belle, si le coeur n'y 
va ou n'en est qu'ä demi. 

. . . Le chancelier Götze m^riterait bien, ä mon petit avis, une 
petite lettre du Roi, pour l'obliger toujours de bien instruire et entre- 
tenir Bon mattre dans les bonnes inclinationa qu'il t^moigne d'avoir. II 
a an graudisBime pouvoir sur l'esprit de ce jeune prince. 



d'Avaugour an die preuss. Oberräthe. Dat. 26. Sept. 1643. 
(Äbflchrift.) 

[Ermahnung gegen die Schritte dee kaiserl. Obersten Joachim Ernst v. Ctockow 
auf dei Hut id sein.] *) 

Messieurs, en l'absence de mouseigneur l'älecteur, auquel je devais 1643- 
baiser les maiuB de la part du Roi tres- chrötien et Vassurer aussi, 26.8epi. 
avant mon ddpart pour TAllemagne, que la m€me alTection que le feu 
Bei son p^re avait eue pour la särinissime maisou de iSon Altesse se- 

') Vgl. Pufendorf F. W. I. 21 (bei der Inveatitu mit PreagaeD). 

') Schwetter Vladitlay IV. — Der poln. Hof «ansobte die Heiratb dea KurfDr- 
•ten mit Cbrittine Von Schweden tu hintertreiben (rg). Pnfend. I. 41. Droyeen Qeioh' 
der pTeota. Politik 111. 1. 243). 

■) Vgl. I. 1. p.l37. 



>vGoo»^lc 



g I. Berichte von 1640 bU 1654. 

rait toujoura conserr^e bien eoigncuBement par Sa M^jestä, j'effectuerai 
ce commandement-lä dev6rB voue, messieurg, en attendant ceux que 
V0U8 daigneriez faire llionneur de bailler pour le sujet de vos serviccB 
k votre petit Bciriteur, lequel reccvant maintenant nouvelles certaines 
de France que le sißge de Thionville ') ne clora pas encore la cam- 
pagne de l'armöe victorieuae qui l'a si gön^reusement finie, a pcnsä vous 
en devoir aviser, et qu'auBsi la conquSte de cette place est de teile 
importance„qu'eIle obligera sans doute les Autrichiens ä se porter tout 
de boB i la paix, en ce que "ceux connaltront par-li que Sa MajcBt^ 
s beaucoup plus ä esp^rer qu'ä craindre dans la continuation de la 
gaerre. Ils accourent ici de toutes parts ä raasemblfie de Munster, 
comme les deux couronoes de France et Su^de avec leurs alliös fönt 
Bemblablement de leur cötä, et comme je sais parfaitement, meBeieurs, 
que votre passion ä la voir heureusement terniin^e n'egt pa« moindre 
que vos intärSte ä la guerre, je vous convierai par ceux de ne point 
favoriaer lea deBseina du sieur Crockow, afin de n'y faire roidtr et 
opiniätrer davantage ceux qui demandent aujourdliui faire diversion 
en Pomiranie, 6tant bien certain que leura peae^es s'öloignent taot plus 
des trait^B de paix qu'ils se verront aid^B et soutenus k continuer la 
guerre. C'est ce que vos grandisaimea prudences, tneBsieurs, vous re- 
pr^enteront bien mieux que je ne le saurais faire; et comme les mi- 
sSres de la Pom^ranie ne peuvent guöre durer sans ineommoder vos 
frontiäres, k cause du nombre d'amis, de parents et dliabitudes qu'a 
mondit sieur Crockow lequel s'cfTorce*) d'intöreBser tout le monde de 
par-decä en ses desaeins, vu rimpossibilit^ qu'il a d'ßtre bien aidi d'ail- 
leurs, vous savez la caution k quoi monseigneur l'älecteur et tous les 
ötata de Pruase aont Obligos par la tröve de Hoindorf'), sur laquelle 
la couronne de öuäde et ses alli^s B'appuient si fort aussi, qu'on ne 
doutera Jamals de vos observances en ce point-lä ni que meme vous 
ne vous employiez toujours utilement de la bien remontrer au voisinage 
sclon l'ÄquitÄ et vos int^rets propres. Or, comme l'occasion de cefaire 
vouB y convie asBez aujourdliui, que monaieur Crockow pourrait d'a- 
venture etre u^ceasitä d'y reprendre son chemin, soit que celui fat 
pouBsä par les Su^ois ou bien qu'il voulät passer de aon pur grä vers 
la Livonie, ce qu'il ne saurait faire aana traverser lea terrea et riviöres 
de votre dache, il semble assez etre de vob prävoyances, measieurs. 



') Tbionville war, in Folge des Sieges bei Booroj, ugegriffen und erobert. 

*) ae foTce Ms. 

') 8io — Stnmsdorf? 



DiqitizeabvG00»^IC 



Brandenburgs Sonderstellung in der dHaiscben Sache. 9 

d'a\iser dlieurc k tels iuconvänieots et aux importantes suites qu'eux 
pourront vous causer, en vous pr^parant lee tneilleurs moyens de elore 
ce cheraiu audit Crockow aupararant Eon approclie, ce qui voub con- 
firmerait toujours Tamitiä de vos voisins et assurerait davaiitage la par- 
faite tranquillitä et repos que vous soubaitez. . . . 



Denkschrift eines brandenburg. Abgesandten (memoire du 
gentilhomme envoyd par M. l'^lectenr de Brandebourg) an 
die französischen Bevollmächtigten in Münster den zwischen 
den Kronen Schweden und Dänemark abzuschliessenden Ver- 
trag betreffend, [o. D.] Januar 1645. 
Son Altesse 6lectorale . . . ayant — une enti^re contiance en voa i645 
Excellences, Sadite Altesse les prie ... de hii faire la faveur que d'in- Januar. 
Btmire ou de faire instmire de la part du Roi monseigneur de la 
Thuillerie') des int^rets de Son Altesse älectorale, aßn que le p^age 
ne soit point hauss^, mais plutöt que tout soit remis & son premter 
ätat, et que le piagc que le roi de Danemark a mis dcpuis peu sur 
le Kuder*) ..., chose qui appartient indubitablement i. la Pomäranie. 



Br^gi*) an die Königin - Regentin von Frankreich. 
Dat. Königsberg 24. Sept. 1645. 

[Haflicbkeit nod franiOsiache SElten am Hofe zu KSoigsberg.] 
. . , Pour moi, madame, il me semblait etre en France, par la po- 21. Sept. 
litesse qui est en cette eour. Le prince a des vertus träs-relev^es . . ., 
les princesses et la noblesse sont extr€mement civiles et vetues ä la 
fran^aise, jusques-lÄ que la langue allemande y est döfendue comme 
un p^chä mortel. . . . 



') FrenzöB. Ges. in Schweden (vgl. übet ihn Nägoc. aacr., hier namentlich 
II. 2. pari. p. 18B). 

') Sic. — Gemeint ist die Insel Baden (an der NW. Epitie von Usedom). 

') Der Vicomte de Br(!gi nar (ran zQs. Gesandter in Polen; vgl. aber die Beine 
Bregi'e nach KQnigaherg I. 1. p. 171 f. Pafendorf U. 45. 



>vGoo»^lc 



\0 I. BeHcble Ton 1640 bis 1654. 

Br^gi an den Cardinal Mazarin. Dat. Königsb. 24. Sept 1645. 

[Znaammenkiiiifl de» Küoigs von Polen mit dem Kurffirsteo. Stimmang des Lett- 
teren, er mag ron der icbwedischen Heiiath nicbte wisaen. Neabargiicha Angele- 
genheil. Burgedorf. Der KurfQret will eioeD Tertrauten Agenten nacb Frankreicb 

■chichen.] 

24. Sept. ... A mon arrivöe ä Königsberg, je sub que mondit sieur l'tlec- 

teur itait a\U aur les fronti^res de Prusse et de Lithuanie, oü le roi 
de Pologne £tait ä la chasse. . . . Enfin, monseigneur, jarrivai pr^ de 
sadite Majeatö") le 12«, et j'appris du sieur Fantoni') que le eujet de 
l'abouchement avec l'^lecteiir ätait pour la dace que le roi tire de K&- 
nigsberg, laquelle il veut augmenter avec le conseutement dudit sieur 
decteur'). . . . 

... Je vous puis assurer, monseigneur, que c'est un prince bien- 
fait, apirituel, trts-accompli et beaucoup plus que je ne l'avais oul 
estimer. J'iu bien connu qu'il n'est pas Ibrt affectionnä ä Tempereur 
Di aux Su^dois, et quoique je lui aie parlä discr&temeat de ces der- 
niera et du manage avec leur reine, je Tai trouv6 fort froid et me 
tämoignant qu'il n'esp^rait pas que lea ministres de Suade voulussent 
se dämettre de leur autorit^, outrc qu'il ne pourait pas gfirement ni 
honorablement traiter avec eus de cettc affaire, avant qu'ile lui eussent 
restitui pleinement la Pomöranie, ne prttendant point par un manage 
confondre ses pa^a avec eeux de la couronne de öufede. 

II est auasi, monseigneur, fort port6 k la guen-e, et il est aisfi de 
jugcr que le d^plaiair le plus grand qu'il ait est celui de se voir hors 
d'^tat d'y avoir part, et j'estime que s'il se trouvait l'occaaion avanta- 
geuse, il y entrerait fort librement. 

Br^gi schildert nun den Oberkamraerherm Conrad v. Burgsdorf als 
einen eiteln Mann; er hat sich mit ihm über die Nenbui^iscfaen Angelegen- 
beiten nnt«rhalteD, nm deren wülcn Dobna nach Frankreich gesandt ist*). 

„L'61ecteur me fit prier par ledit sieur chambellan d'öcrire sur ce 
point ä Votre Eminence et de la supplier ... de faire en sorte que 
Leurs Majest^s öcrivent k M. le duc de Neubourg . . . , qu'il se porte, 
euivant la juatice, k cntendre k un bou accommodement en demeurant 



') In Wilna. 

') Domberr Faotoni, einet der Tertrautesteo Batbgeber VUdielav'a IV.; Tgl. 
I. 1. p. 166. 239. 

') Ba bandelte eiob um die Eraeuenmg iw Vettraga über die preussiachen See- 
iSUe, wovon auambrlich I. 1. p. 163 ff. 

*) Vgl. aber die Sendung des BarggraTen Fabian r. Dobn* nach Parii I. 1. 
p. 610. 640 ff. 



DqitzccovGoO»^lc 



D<e MhwedUobe Heftftt. Die ichwEdisclieii Ansprfiofa« *nf Pommern. | j 

aui traiWs qui ont ttA faita et commencäB par le roi Henri IV ... et 
reQouvel^ par MM. les Etats. 

L'ilectcur fait passer mil chevaux de recrae dans le pays de C16- 
ves. . . . Pour ce qui touche M. le grand-chambellan, je sais bien qu'il 
ne sera pas diiificile ä Votre Eminence de l'acqu^rir. ... Entin, mon- 
seigneuT, M. V6lect«ur s'est disposd d'enroyer en France un agent se- 
cret et affidä et qui ne sera conau que de celui qui Hntroduira prös 
de Votre £minence, de laquelle ledit agent recevra les ordres et les 
avis pour les ftüre saToir k son maltre, et qu'il n'y aura que Votre 
Eminence, ledit sieur älecteur et le graad-chambellan participants de 
cette secr^te correspondance. . . . Jestime . . . [que ce ne scrüt] point 
une cbose inutile, si Votre finiinence m'envoyait un mot de lettre pour 
ledit sieur grand-chanibellan. . . . 



Saint-Romain. Dat. Münster 1. Jan. 1647. 

[Der KurfSnt will anf die scliwed. AnsprOche aar Pommera aicbt eingoben Seine 
B«8cliwer3cD flbei dietelbeu sowie über die Qcneratitaatea. Sein neaer Vortchlag.) 

Relation du voyage que j'ai fait k la Haye vers M. Tdlecteur 
de Brandebourg. 
J'avaie ordre de disposer I'^lecteur de s'accommoder aux demi^res 1647- 
pr^tcntionB des Suidois sur la fomäranie: j'y ai peu gangä. H pro- ' ■'*"■ 
teste qu'il n'y coneentira jamais, diaant qu'il aime beaucoup niieux 
abandouner tout et commettre raffairc ä Dicu ') que de conscntir k 
une coroposition si d^savantageuse et qui le rendrait eeclaTC de la 
coaronne de Sußde. II se plaint et s'etonne de la rigueur que lui tien- 
nent les Suädoia; il dit que Wolgast les rend maitres de la principale 
embouchure de l'Oder, et qulls auront plusieura autres bons ports sur 
la mer Baltique, en la Pomiranie ant^rieure et en Mccklembourg, et 
que lui n'en aura aucun coneidörable en la Pomärante ulttirieure qu'on 
lui veut rendre; que d'aillcurs tous ses ötats de la Marche ne peuvent 
aroir conimunication h la mer que par l'Oder, et que si la petite em- 
bouchure de Wullin et la rille de t^tetin, qui sont de la Pom^ranie 
ultärienre, demeuraicnt aux Snädois, il serait entiärement, lui et tona 
ses ätals, h lenr discrätion; qu'on pourrait faire pr^entement par force 
et par violence cc qu'on voudrait; mais que de son eonsentement on 
ne le mettra point aux fers. — 



>) Pafendoir n. 64. Bnin (der Korftirtt) San-Bomuio a Oallj* ad aa miuo 
MMVenaae, mall» M «xtnna qnaerU tolerai« quam Statino et Odara deoadera. 



:,L_nOO<^IC 



\2 I- BeTichlo Tun 1640 bi« 1654. 

Conime je lui disais (jue personne aux assembl^es ne parlait en 
sa faveur que les ambassadeurs de Frauce et que je lui demandaia, 
pour le faire parier, Bt MM. leg Etats ne feraient rien pour lui, il me 
repartit avec Emotion et col^re: „la Su^de a trop de pensionnaires 
ici," et il me panit peu satisfait de MM. les Etats. — 

Nouobstant cela, M. l'^lecteur paralt r^Bolu. 11 tämoigne que bob 
plus grand soin est de voir que la France est mSläe en cette affaire 
et a dit au . . . rhingrave que s'il n'avait affaire qu'ä la Suade, il s'en 
tirerait bien, et il m'a demandß par deux fois, s'il itait vrai ce que Ton 
disait, que la France voulait tnaintenir les Su^oIb dans la possession 
de la Pom^ranie, et bi, au cas qu'il les attaquät, nous les d^fen- 
driouB? — 

Avec tout cela j'oserais assurer que ce prince n'a aucun dessein 
de se brouiller avec la Su^de. — II m'a dit ouvertement que si on lui 
voulait donner contentement touchant la Pom^ranie, il Be joindrait aux 
couvonnes et prendrait parti. — 

II a dipechä, en m€ine tetnps que moi, un gentilhomme ä ses am- 
bassadeurs pour Iciir porter ses ordres. D coDgent, comme j'estime, 
que les Su6dois retiennent toute la Pomfiranie ant^rieure i quelque 
cbose präe et fait une nouvelle proposition qui est que la Su^e lui 
laisBe jouisaance de toute la Pom^ranie [ult^rieure] et se content« d'en 
avoir l'inveBtiture eonjointement avec lui et ses h^ritiers et du droit de 
Bucc^er lorsque la maison de Brandebourg viendra k faillir. Si avec 
cela il donnait pr6sentement aux SuMois quelques places de sfiretä, 
ils pourraient s'y accoBimoder, et je penee bien qu'il en viendra \ä et 
k rclächer de l'autre cötä toute la Pomäranie antärieure, et si ses am- 
bassadeurs n'en ont dijä l'ordrc et le pouvoir, c'est qu'il a'est retenu 
et n'a pas voulu prendre sa demiöre rdsolution, qu'il n'eflt vu M. de 
Servien, m'ayant dit qu'il difF^r^t son partement de la Haye de 5 ou 
6 jours pour cela. Sur quoi je lui repr^sentai, que les impäriaux pour- 
raient bien cependant passer outre avec les Su^dois et conelure leur 
traitä, et que si les impgriaux donnaient la Pomäranie, si les ätats de 
l'empire y consentaient et Bi les ambassadeurs de Suade l'acceptaient, 
je demandais ä Sou Altesse ce qu'en ce cas nous pourrions faire pour 
son Service? II dit cu hauBsant les äpaules, qu'il espärait qu'on n'en 
viendrait pas \k, et il me semble ^ue M. l'älecteur et son conseil soient 
persuad^ que la paix ne saurait se faire sans Ic consentement de Son 
Altesse; car on m'a dit plusieurs fois en cette cour; „bi la Suade re- 
tient'par force et contre notre gri toute la Pomäranie, comment poar- 



;vGoo»^lc 



Vethuidlaagen fller eiata Vertrag mit Frankreich. j3 

ra-t-elle d^Baraier? Et si eile ne dösarme, l'empereur ni les autres 
De däsarmeroDt paä auBsi, et partant il n'y aura paa de paix." 

M. l'ilecteur ne s'est ouvert eu aueune fa^on aubaron de Plet- 
tenberg'). 



Entwurf eines Vertrages zwischen Frankreich und dem Kur- Jnni. 
fürsten [Wicquefort Übergeben]'). Juni 1647. 
(Abschrift.) 



Wicquefort an Mazarin. [o. D.] August 1647. 

[Qeneigtheil des KnrfQrsten auf den Vertrag mit Frankreich eiDiagehen und ilcm 
Könige Truppen in GberlaSBen. Rlatieel, welche der Kurfürat eingefügt wünecht.) 

Le sieur de Wicquefort, riSsideut pr6s du Koi pour M. Mecteur Aug. 
de Brandebourg:, ayaut öcrit ä S. A. 61. au sujet de l'ouverture cidc- 
vant faite de liceucier ses troupes pour les faire passer au scrvice du 
Roi, il a trouv^ tant de disposition qu'il croit pouvoir faire r^ussir l'al- 
faire au dßsir de Sa Majest^; et encorc qu'il u'ait re^u aucua coiu- 
mandement particulier sur ce sujet, si est ce qu'il semble que la plus 
grande difficultä ne sera qu'4 laisser la condllite des troupea ä celui 
ä qui a. A. 6\. I'a promise, qui ne pourra recevoir ses ordres que de 
celui qui commandera Tanu^e en chef, et aussi a ledit sieur de Wic- 
quefort remarqu^ que S. A. il. serait bien-aise de faire däclarer par 
un article Beeret que all arrivait que ci-apr£s eile avait besoin de ses 
troupes, il serait ik sou choix de les rappeler aprös en avoir averti Öa 
Majestä deux ou trois mois auparavant et en remboursaut Sa Majestä 
de la Borame qu'elle accordera par le präsent traiti k M. l'ölecteur pour 



'} Qeorg V. Plettenbeig, kaiterlicher Hinialer, damals ebenrallt wegen der 
pommerscben Angelegenheit an den KurfDrsten gesandt. 

') Dieser Entwurf bereit« gedruckt I, 1. p. G64 ff.. Tgl. auch p. 613. .Pour bailler 
it U. de Vicfort.* — Ausserdem enthalten unsere Acten eine Abschrih des fertigen 
Vertrages ind. des hinsageffigten geheimen Artikels (b. unten) mit der Bezeichnang: 
Projet de tr*itri entre le Roi et M. l'^lecteur de Brandebourg apportä de la cour par 
U. de Wicquefort, aveo la däpSehe du 6 novembre 1(>47. — Zu den Worten des Art. 2. 
tel nombre de geni de pied et de oheval hat eine andere Hand am Rande bemerkt; 
proposä dem mille hommea (eotlle wol douie m. h. heissen, Tg]. I. I. p. 667). Ebenso 
am Bchlnss des Art. 8: Dana TarUele partjcnliet qui est proposä serait hon de [met- 
tro ...? unleserlich] le prdsent ou de ce qui sera coDTenu Ini Btre accordä pour sa 
■atiafactioD , laqnelle aera poonuiTie et dcroand^e par let miniatres du Roi aTeo 
aataot de eh&lenr qu'ila on fait ponr celle de la reine de Snbde et de madame la 



:,L_nOO<^le 



14 I' Berichte von 1640 bis 1654. 

le d^ommager des frais de ses levtes, en quoi S. A. 61. sera tr6s- 
. mod^r^e et träs-raisonnable. 

Son Eminence est trös-humblement suppliie d'iinR ^romote r680- 
lutioD sur cette affaire. — 

n y a d'autres cavaliers ä la cour de S. A. 61. qui offrent de faire 
des lev^es de gens de pied. 



Saint-Romain. Dat. Münster 4. Nov. 1647'). 

[GÜDBtiga StimntDiig des Kurfarsten and aeinee Hofs- Klagen deggelben fiber die 

Schweden. AuflilBrDDgeD Über die Verhandlungen mit Ribauooutt, aonie übsr die 

Bendunges de« KnrfOnten an Dänemark, den Kiüsei, Cöln it. a. w.] 

4. Nor. . . . J'ai m cbargä premiäreraent d'iuformer de l'ätat auquel est la 

nfigociation, 2° de e'ßclaircir des intentions de ce prince et lui reprt- 
senter le pr^judice qu'il se ferait ef aux affaires de la paix, si, comme 
OD uous reut faire croire de plusieurs endroita, 11 pensait k s'engager 
dans le parti contraire. - . . 

II me semble que je les ai laiss^ d&ae de fort bona sentiments. 
Je les trouvai d'abord un peu pr^veouB par les imp^riaux. . . . [Mais] 
M. l'tSlecteur protesta plusieurs fois avec serment qu'il n'6tait pas ca- 
pable d'äcouter un ei iimuvais conseil ui de se laisser porter ä une r^- 
Bolution si pernicieuse au bieu de ses affaires; qu'ä la v^ritä rempe* 
reur lui avait bleu fait parier de se joindre k lui; mais qu'il l'avait 
refiis^ tout net, et qu'il faudrait qu'il efit perdu le sens pour le faire 
au menie temps que tous les cathoUques se räunissent ä Sa Majest^ 
imperiale pour l'abaiBsemeat des protestants. 

Ses miuifitres me firent les mgmes protestations .... [disant] 

qu'ils apporteraient par-]& du retardemeut & la paix qu'ils regardent 
comme leur unique port et qu'ils souhaitent sur toutes choses du 
monde. . . . 

Ils fireut de grandes plaintes contre la Jalousie des SuMois, s'i- 
tonnant qu'ayant en maiue des süret^s si rtelles, cela ne pßt encore 
les r&Bsurer. 

Je dis k la justification de dos alli^s que le long säjour de M. 
de BlumenthaP) k Cl^ves, les alläes et venues que M. de Ribau- 
court y avait faites de la part de H. l'archiduc'), les divers envois 



'} Bericht bei aeiner BSekkehr tob Cleve. 

') Joachim Friedrich Bin menthal rgl. I. 1. p. 662 and Fafendorr UL 22. 
■) Enhorzog Leopold Wilhelm, Statthalter der Niederlande, vgl. Pnf«D- 
dorf 111. 21. 



:,LtOO»^IC 



Yertchiedene Sendungen de» KarfDrsteD. J5 

de M. r^lecteur vers le roi de Dänemark, Vempereur et l'^Iecteur de 
Cologne et les demandee que Son Altesse älectorale avait fait faire, en 
meme temps, des places que la Su^de et la Hesse lui d^tiennent et 
d'gtre dächarg^e des contributioDS que ses paye leur payeDt avaient 
pu ämouvoir et donner de l'omVage ä des gens moins soup^nneux 
que ne sout MM. les Suädois. 

Hb räpoodirent qu'ils serüent bien malheureuz, s'ils ne ponTaient 
eßToyer ni recevoir des dfiput^a sans se rendre suspects; qu'il pourrait 
aveoir qu'au premier jour leur maitre enverrait aux ducs de Brunswick, 
& r^Iecteur de Saxe et autres prioces protestants et „peut-€tre" (dit 
alors M. de Burgsdorf) „que le sort tombera aussi sur moi de man- 
cher k moB tour". . . . 

Comme je Ais pr^t k partir, M. l'älecteur eiivoya chez möi mondit 
sieur de Burgadorf . .. arec le pr^sident Horu et le baron de Hei- 
den, qui a it^ ici Tun de ses plänipotentiaires. ... Ils assur^rent que 
le premier voyage de M. de Ribaucourt n'avait 6t^ que pour faire 
compliment k M. l'^lectenr sur son arriv^e k Cläres et le second pour 
lui recommander les int^rets et le r^tablissement du comte de 
Schwartzenberg, qui est aupr^s de M. I'archiduc; qu'ils avouaient 
bien qu'en suite oa ätait torobä sur les affaires präsentes; mais que ce 
n'avait il6 que discours et simple entretien; que M. de Ribaucourt 
pourait bien avoir jete quetque parole, pour voir, si M. l'^lecteur se 
roulait dßfaire de ses troupes'); mais qu'on ne les avait point relevies, 
et que je pouTais assurer MM. les ambassadeurs du Roi que Son Al- 
tesse ne les dounerait k persoune. Et, en effet, je n'ai pas. reconou 
qa'il ait aucune pens^e de les licencier; au contrüre, il les augmen- 
lerait voloDtiers, sll lui ätait possible. 

Ds direut ensnite que l'envoi de leur s^r^nissime en Dänemark*) 
ne regardaif que le commerce, et que leur maitre voulait obtenir fran- 
chise pour ses Taisseaux au passage du Sund ou du moins le m£me 
traitement qu'on y fait k ceux de HoIIandc; quant k l'empereur, qu'il 
lui faisait faire la mSme demande qu'aux Hessois et Su^dois toucbant 
la restitutioD des places qu'ils lui d^tienitent et la rämission des cod- 
tributioDs; et quant k l'archeveque de Cologne, il se plaint de ce qu'i! 
s'oppose, k la cour de Viecne, k sa Prätention et demande de plus 



') lT«ber die (begrflndeUD) GerDohte, wonuh der Enrfilnt mine Trappen mit dei 
Enbetsoge vereinigeo und von demselbeo den Oberbef«bl Übst die EftiseTÜcbeD i 
Wettpbaleo «mpCangeQ sollte n. d. m. vgl. Pnfendorf a.a.O. Viojaoa Hl. ]. 32' 

>) Schleier'». 



;vGoo»^lc 



]g I. Brricilte rnn 1640 b1> 1654. 

quelques nouvelles contributions. Son döpuW) a auBsi ordre de faire 
remontrance contre les discours que M. l'^veque d'Osnabruck et ae8 
partisans HeDuent, qu'il ne faut pae garder ce qui a ätä accordä aux 
protestatite par M. le comte de TrautmanedOTf) et de eavoir, si 
c'est ausei le sentiment de M. I'ilecteur de Cologne. 

II est cncore k considärer pour preuve de leurs botines inteDtioDs, 
que Bur toutes les autres eboses ce prince et ses miniBtres parlent fort 
raiBonnablement. . . . Hs demandent, si le Roi ne reuverra paa sod armte 
en Allemague; ils diseut que cela est n^ceseaire et ont jetä en cet en- 
droit et en plusieurs autres rencontres des parolee ambigues et des 
demi-motB pour dotmer lieu de eroire que doub avone plutSt k eep^rer 
qa'k craindi% de leur cdt£. 

Comme j'^tais prgt k partir, il re^ut un courrier de son däputä 
qui est k Prague') qui lui donnait espörance que l'empereur se por- 
terait k lui donner conteutcuient touchant bcs places et ses contribu- 
tions, pourvu qu'il pfit obtenir la meme chose des äu^dois et de ma- 
dame la landgrare; et pour cet effet, il demanda, qu'il plaise au Roi 
de lui d^partir sa protection et ses bons oftices auprös des alli^s. 
Je me cbargeai d'en faire rapport aux ministres de ^a Majestä qui 
sont ici. 

Qu lui mandait encore que l'empereur ne voultüt plus söuifrir de 
neutralitä en Allemagne, et qu'il faisait ^tat de l'äcrire bientöt aux prin- 
ces de l'eaipire et les obliger k prendre parti. 

En prenant congä de M. I'^lecteur de Brandebourg, il tne donna 
encore toutcs sortes d'assurances de sod respect envers la France et 
mc dit que les miniatres de Suade voulaient rejeter sur uoub l'envie 
de toutes les di^ßances qu'on avait de lui, et qu'ils avaient assurä ses 
ministres k Osnabrück que tout cela venait de nous; niais qu'il savait 
bien le contraire . . ., que les Sn^dois, au contraire, avaient menacä et 
qu'on lui mandait de Tarm^e impdriale que tous leure prisonniers disaient 
hautement que Wrangel irait dans la Marche de Brandebourg et j 
porterait le siige de la guerre. Je r^pondis que c'^tait saus doute un 
artifiee des impöriaux pour lea brouiller darantage, et, en effet, M. 
Wrangel tient une autre reute et l'on croit qu'il est sur le W^ser. . . . 

') Otto T. Schwerin. 

") (Dus 1624 ä*a Normaljabr fHr den Besitiatand der EvangelücbeD im Beicb 
oein aollte, vgl. Draysen Qescb. d. prenst. Politik III. 1, 320. 330.) 

') Eirald v. Kleist. — Eb bandelte licb am die tUnmong von Htmtn und den 
Naohlftta der Contributionen ans Mark und Kavensberg. 



-Gooi^lc 



Versuch aiae .dritte Partei* «a bilden. \'J 

Geheimer Artikel')- Dat. Paris 5. Nov. 1647. 

Les placea d'assurance que Ton pourrait demander i. M. l'61ccteur 5. Not. 
de Brandebourg, sont Custrin et Spatidaa dans la Marche Brande- 
bourg . . .; maiB d'autaut que ces deux placos, quoique tr^B-fortes, sont 
mäditerranäes et de difficüe garde, fitant comuie impossible d'y euvoyer 
les troupes nicessaires pour leur conscrvation , Ton pourrait demander 
Celle de Pillau eituÄe en la Prusse ducale sur la nier baltique k l'eni- 
boucbure de la rivi^rc de Prügel audeesous de Königsberg, ä laquelle 
rille eile sert comme de citadelle, pas ud narire n'y pouvaot eiitrer ni 
en sortir qu'Ä la faveur du fort de Pillau. 

Je crois que Ü. A. el. se eontentera de dix k douze icas pour 
chaque homme de pied et de cinquante ou soixante par cavalier; mai» 
d'autant que sur cela je n'ai re^u aucun commandement particulier, il 
sera k propos de savoir sur cela la volonte du Boi. — 



Wicquefort an Lioime. Dat Unua 14. Dec. 1647. 

[ConrereDi dti KnrfQraleii mit Meltnder. Burgsdorfi Reise nicb Dresden uod an 

die brftiinRchweigiacbeii Hufe, um eine ,dritle Partei* an bilden. PlBne des Knrfllr- 

stcD. Unbefriedigender Verlauf jener Confcrena. Andiena Wicquefurt'i bei dem Kur- 

füraten. Faratenbcrg. Wicqnefort folgt Burgadorf.] 

Monsieur . . . Son Altesse ^lectorale partit de Soest avant-hier au 14. De«. 
Boir sur les dix heures de nuit, pour aller k Altena, oä Melander*) 
se rendit en m€nie temps, et y demeuraient le jour dliier ').... II y a 
deux joirs que notre grand-chambellan') a quittö la cour, pour aller 
k Berlin et k Dresde, k dessein de tficher de fortner arec l'decteur 
de Saxe un tiers parti contra ccux, disent-üs, qui refuseront de faire 
la paix. II doit en passaat voir les ducs de Brunswick et Lunebourg 
k HanoTre, Zell et Wolfenbutel, pour täcfaer de les attirer au m£me 
parti. — 11 semble aussi que inonseigneur l'älecteur veuiUe se mettre 
en ^tat de pouvoir agir de son chef, tu qu'il engage l'^T^ch^ de Ha- 
velberg et quelqu'autre piice k plusieurs marchauds de Hambourg pour 

') ,Articl« teeret «o ebiffre ponr ballier k H. de VioTott' — von Wicquefort'a 
Hand; Tg), oben den Vertragaentworf Tom Juni. 

•) Der kaiierl. General Heiander t. HoUapfel (Tgl. Ober ibn bes. Bommel 
Neuere Oeseb. ron Heaien Bd. IV.). 

•) Vgl. Higoc secr. IV. p.201. 

•) Conrftd T. Bnrgidorf, Tgl. I. 1. p,6Uf. 676Dnd Drojtoo a a. 0. 326, 
nacb den Inatructionea and Bericbten Bnrgadorf ■ lowie nacb Acten dea Dretdenei 
ArohlTB. 



:,L_tOO»^Ic 



Ig I. BeHchte von 1640 bis 1654. 

la Bomme de deux cent mille ^cus. S'il arrive aujourdTiui en cette 
ville, j'aurai peut-6trc le moyen de p6n6trer plus avant dans ses in- 
tentions. II en doit partir demain pour s'en retoumer k CHves, et eu 
passant mardi prochain k Duisbourg, il se doit aboucher avec le duc 
de Neubourg, dont je pourrai niauder lea particularit^a par le premier 
ordinaire. Je ne vous puie dissimuler, iiionsienr, que toutes ees en- 
trevues et intrigueB m'embarasscnt extremement et me feraient apprö- 
hender qu'ä la caur l'oii n'cüt sujet de douter de mes intentions ou de 
ma couduife, si ... je a'avaia de ipioi faire voir lea ordres expr^s que 
j'ai eu9 de faire ouvertiire dune alliance . . ., quoiqu'il me reate encore 
beaueoup d'espßrance au conite Maurice de Nassau . . .; j'emploierai 
tous les moyens imagiuables pour lui faire goflter les raisouB qui doi- 
veiit obligcr S. A. 6lcctorale k la contiuaation de bcb premierB desseiiiB 
au profit di^ bon parti. 

(P. S.) MouBieur, depuia avoir ^erit ce que deseuB, il m'cBt venu 
trouver un des conseillers coulidents de Son Altesse 61eetoralc. ... 11 
Ri'est venu dire que je dois bien espörer de ma n^gociatioa; que S. 
A. E. est tr^s-raalsatisraite de la conffirenee d'hier; qu'elle m'a permis 
■d'aller k Hanovre suirre M. le grand-cbambellan, et qu'elle n'a rien 
chan^ä de Taflection qu'elle a pour la France; que Tun avait d^jä äcrit 
k Paris que je vinase et que je serais le bienvenu sur rachemiuement 
du trait* dont j'avaia fait les ouvertures; que Hon Alteese ölectorale 
avait d'abord refuse de voir Melander, jusqu'ä ce que celui-ci lui alt 
reprochö qu'elle ne faisait point de difificultä de eonförer avec les mi- 
uistrcB de France et de Sui^de et partant qu'elle n'avait point de rai- 
son de rebuter de la fapon un ministre de Tempereur '), ... 

S. A, E. est arriv^e ici sur les quatre heures du soir, et uoe de- 
mie-heure aprös eile m'a envoy^ qu^rir. , . . Apräs avoir dölivri mea 
lettrea, j'ai dit cd peu de mots le sujct du voyage et le contenu du 
trait6 projet^, que Son Altesae elcctorale a desirö avoir par icrit, änsi 
que je le lui ai baill^ '). Je ne sais , ai l'on r^soudra quelque cbose 
auparavant que Son Altesse älectorale arrive k Clövea, parce qu'elle 
part das demain matin et ne se donnera poiot de repos qu'elle n'y Boit 
arriv6e, m§me sans passer par Duisbourg et saus voir le duc de Neu- 



'] Vgl. Porendorf III. 20- Dieaa ZuBAiameDkuDfl erregte den Verdacht der 
Schweden: Nee miaui BDBpectDm babebatur, qaod Heiander CaesareuB dax, e Wett- 
phaliafn soperiotem Oermaniam leDdena, ElectorU colloqulam ez itinera peticrat; qui 
declioare id noo poterat, cum e Oallia et Snecia miasia acceaBom praeberet 

') Vgl. oben 



;vGoo»^lc 



Wicquefort folgt Burgsdorr \Q 

bouTg. — 11 y a ici un comte de Förstenberg') que l'electcur de 
Cologne arait envoy^ ä Melander et, comme Je crois, avec quelque 
commission pour S. A. E'); maie il ne noua fera pas grand mal. — 

Monsieur, je me troure obligä d'ajouter encore un troiaiänie article 
k cctte d^peche, pour vous dire que Son AltesHC älectorale . . . trouvEut 
ä propoB que je p&rtisee d^s demain tnatin, pour aller par Munster & 
Haoovre joindre le grand-ebanibellan , auquel eile 6crit de sa main et 
lui mande le peu de satisfaction qu'elle a eue de la conftrence dTiier, 
et qu1l s'arise avec moi des moyens dune bounc r^solutioa pour la 
cause commune. ... 



Der KurfUrst an Mazarin '). [o. D.] 

[Antwort 4nr du Schreiben d«i CirdioalB, welches Wicquefort ibm flberbracht. Er 

deckt anf die Propoiitiocea eine« engen BQndnissea iwiiohen dem Künigs und ihm 

BiDtngeben.J 

Monsieur, je ne manquaia pas de preuyes de Taffection dont vous (Dec.) 
mlionorez, auparavant m€me que rous eussiez prie la peine de me le 
t^moigner par la lettre que le sicur de Wicquefort m'a appor^c de 
votrc part. Aussi puis-je bien aesuror Votre Emiuence que j'en fais 
une estime ßi particuli6re , que je rechercherai toute sortc d'occasious 
capables de rous eu assurer entiärement, ainsi que j'ai coinmandä au 
sieur de Wicquefort de protester k V. E- plus aniplemeut de bouche. 

Et puisque Taffection que vous avez pour les afFaires de France 
me la fait nattre daus les propositioua qui ont de part et d'autre 6t& 
faites d'une ätroite alliance entre le Roi et moi, je m'ea serrirai pour 
y rencontrer celle de vous y pouvoir rendre quelque Service qui en 
valflt la peine, afin que V. E. puisse reconnaltre la »inoeriti des pro- 
tcstationa que je lui fais de vouloir €tre, comme je suis en effet, — 
Monsieur — [gez.] de V. E. le bieu bumble et trSs-affectionnä servi- 
teur Frideric Wilhelm Electeur. 



■} Oraf Frlsdriob v. FQrttenbeTg. 

') Vgl. Pnfendorf 111. 22. Et TerhieM die UDteratntinng Calni in BeiDg amC 
di« Riamacg von Hamm nnd den Erlaia der AbgAbeo, fti\t der KnrfQrtt leine Trap- 
pen mit dem EaiMT rereinigte. 

') Vgl. nnten du Bcbniben WIcqnefort*a an den Cardinal rem 27. Jumar 
1648. 



;vGoo»^lc 



20 1. Berichte von 1640 bU 1654. 

Wiequefort an Lionne. Dat. Osnabrück 19. Dee. 1647. 

[Kriegerisch« Slimmnng des brandenb arg! b oben Hofes.] 

...je ne voua dirai paa, monsieur, TeDtretieD que j'ai eu arec 

19. Dec. mesBieurs les ministrea du Roi'), qui voua diront qu'en notre cour Ton 

est entiäreineut rösolu de preudre les armes contre eeux qui ne veu- 

lent pas la paix et entiärement persuadi que la France la d^irc. . . . 



Wiequefort an Lionne. Dat. Hannover 31. Dec. 1647. 

[Wicquerart bat in WoIfenbOttel Burgsdurf getroffen. OelingGD seiner Zwecke.] 

31. Dec. Monsieur, ce n'eat pas d'aujourd'bui que je commence d'avoir re- 
gret de n'avoir point de chiffre avec vous pour voua dire les particu- 
larit^s de mon voyage et surtout Celles de eelui que je vien de faire ä 
Wolfenbutel, od j'ai enfin trouvä celui que je cbercliais depuis taot de 
temps'). La äeule consolation qui m'eu reste est la satisfaction que 
je rapporte de ma nägociation, laquelle a ßi bien röussi, que j'espÄre 
que eeux qui ni'ont fait l'lionneur de m'y employer en receTront du 
contentement. L'importance de l'affaire et l'incertitude de l'adresse de 
mes lettres m'empechent d'en dire darautage; mais je pars tout pr6- 
scntement, pour retoumer aur mes pas. en France, apres que j'aurai 
UH peu plus achemin^ aupr^s de nion maltre le dessein qui a öti si 
heureusement äbauchä. Etant & Munster, je pourfai peut-§tre 6crire 
avec un peu plus de sflretö- . . . 



Wiequefort an Lionne. Dat. Cleve 14. Jan. 1648. 

[llui ist entachiossen, auf die Propoiitiouen einzugehen. Burgsdorf und ein anderer 

Vertreter der .guten Partei* ui diesem Uofe eu Oratificationen Torgesch lagen. Blu- 

menibal erwartet. Befehl, den Kaiserlichen die Contrihntion aus der GrarschaA Mark 

zu verwehren.] 

1648- Monsieur, je crois Stre obligö de donner avis k Votre Excellence 

14. Jan. (jg nion arrivie en cette ville, pas taut ä cause des hasards que j'ai 
courus que pour l'importance des lettres dont j'ätats porteur. Monsieur 
l'^lecteur a eu Le soin d'envoyer un courrier au devant de moi, pour 
me faire arreter au lieu oA il me trouverait, jusqu'ä ce qu'il ut'eQt en- 
voj-6 deux Cents cberaux pour m'escorter, Mais j'ai iti assez heureux 
pour passer sans aucune mauvaise rencontre. . . . (Den Staud der Ang»- 

') Am 23. Dec. melden die franEüs. Bevollmächtigten, daas Wiequefort io Hün- 
«ter geneeen. S. I. 1. p.613 (nach den N^gacialiona secrfetes IV. p. 2U1). 
•) Burgsdorf 



;vGoo»^lc 



WicqaefoTl von teintT Sendung befriedigt 3J 

Iegenheit«D betreffend), je les trouve de plus en plus dispos^es i l'exi- 
cution du traitö i\a\ a iti projeW. qui ne lait qu'attendre l'arrirfie de 
celui en l'absencc duquel Ton ne veut neu rösoudre (Burgsdorf ) .... 
et me contenterai de dire ici que je remporte des lettres de creance 
qui auront sujet de contenter la cour, oil il serait o^cessaire qu'il y 
ett de la dispoBitiun ä honorer celui quc j'ai laias^ en Allemagne 
(Burgsdorf) d'un präsent qui Ic fftt en effet. . . . Celui qui affectioDiie 
le bon parti ') en cette cour m'a donn^ cet avis . . . , et je vous sup- 
plierai ausei,' monsieur, de vous souveuir de celui qui m'a doaaä cet 
avis. ... L'on attend ici daus quelques jours le commissaire de Blu- 
menthal, et l'on avait r^solu de lui faire le traitement que les four- 
bes niöritent; mais j'ai remontr^ qu'il valait mieux dissimuler eucore. 
Mais cela n'enipeche pas que l'on n'ait donne ordre aux ofKciers d'em- 
pßcher aux itnp^riaux la levöe des contributions dans le cooil^ de Mark, 
el s'ils se mettent en devoir d'exöcuter, de les eharger quelque part 
qulls les trouvent'). Xai aussi dispos^ notre ami ä faire en sorte, 
que l'on travaillerait k lever les ombrages que les Su^dois pourraient 
prendre de ces äll^es et venuee. . . . 

(Poelseriptum vom 15. Januar.) Depuis avoir öcrit celle-ci, ifi.j«n. 
j'ai SU la derni^re r^sulution que je remporte en France, qui est que 
l'on est absolument r^solu de laire; mfds que l'on demande six semai- 
nes ou deux moi» de temps pour signer, et que cepeudant l'on dis- 
pose les Su^dois & l'ex^cution de ce qui est contenu dans le projet 
fait k Paris et que j'ai apport*. — Ce 15 janvier. 



Wicquefort an Mazarin. Dat. Haag 27. Jan. 1648. 

|Ei iit keine Beiss des entcn brande nburgi sehen Ministen nach Wien in Ansiicbl 
genommen. Die Briefe an die K(>nigiii und den Cardinal, welclio Wicquefürt mit- 
bringt, werden vollends von dor guten Gesinnung dieses Hofes Qbcrieagen.] 

Monseigneur, les respects que je porte aux afTmreB qui vous oc- 27. Jan. 
cupent m'ont emp€che de me donuer l'tionneur d'äcrire k Yutre £mi- 
nence au siyet de mon voyage et me contenterais cncore d'en informer 
monsieur de Lionne ... et m6me d'en rendre compte de bouche, u'ä- 
tait que mon retour en France ^taut retard^ par le veut eontraire, et 
ayant su d'ailleurs les ombrages qui peuvenl encore rester dans l'esprit 



') Was er unter diesem Ausdnirit veralebt, erkUrt Wicqnefort in seinem i 
■olitcii Ober den fransOsiscben Allianceplan 1. 1. p. 680. 

*) Vgl. Pnlendoif 111. Ü. (Kleiat'i «nlaprechende Drobongen In Frag.) 



:,LnOO»^lc 



22 !■ Berichte von 16« bia 1654. 

de quelques-un» sur ce que Von peut avojr ^crit de de^a touchaot le 
prätendu voyage que notre premier ministre ') devait faire & Vienne, 
j'ai cru devoir informer Votre EiDinence de la \inH du fait et l'aseurer, 
ainsi que je puia faire en conscience, que l'on n'y a jaraais song6; 
ains au contraire que les lettres dont je suis porteuT tant pour la Reine 
que pour vous, mouBeigneur'), ach^verout d'assurer Votre EmiDeuce de . 
la boDne Intention et du maltre et des ministres. . . . 



Wicquefort an Lionne. Dat. Paris 14. Febr. 1648. 

[Die Schwedon ivoUen nicht dulden, daii der Kurfartt rüale. Lianna möge dieselben 
von uDgehörigea Schritten abhalten.] 

U-Fcbr. ... J'ose VOUS Bupplier, monsieur, de trouver bon, que je vous 
dise par ces lignes que l'on m'a eavoyd des lettres intercept^es de 
tiu6de par lesquelles ies ministres de cette couronne-lä mandent bien 
exprds k ceux qu'ils ont k Osnabrück qu'ile ne souffriront jamais que 
monseigneur l'electeur arme eoua quelque prätexte que ce soit*), et 
qu'ils se raettront liientflt eu 6tat de l'en empecher, dont Son Altesse 
ölectorale se trouve tellement scandalisäe, que, si l'on n'y donne ordre 
de bonn'heure pour gu6rir, je ne dis point la dätiance, mais la ja^ 
louaie que Ies Suedois ont de l'alliance de France, j'eu prävoie un 
d^sordre qui sera saus remäde. ... Je vous supplie trös-bumblement 
de faire en sorte, que messieurs Ies pl^nipotentiaires et Ies ministres 
que le Roi a en SuMe dispoBent Ies Su^dois ä ne point faire de que- 
reile mal ä propos. . . . 



Schwerin an Wicquefort. Dat. Cleve 20. Febr. st. v. 1648. 

[Ablehnung KnrsschaenBi voraaBBicbtlichea Scheitern von BurgadorTs Mission. Stellung 
III den Kaiaerlichen in Wealpbalen und zu Kurcöln.j 

t. M. le grand-chambellan nous fait savoir que [i"] älecteur [de Saxe] 
ne prendra pas part ä nos conseils, si ce n'est que dous nous räsolvona 
d'employer nos forcee pour l'empereur, . . . Mouaeigneur notre maltre 
demeure eneore ferme dans cette räaolution. . . . Si l'on ae rgsout lä 
bien ä cette proposition que vous y avez k faire ad interim et que 
nous en voyona bieutöt l'effet, tout ira bien. Avec lea soldata \tap6- 
riaux en Westphalie et M. l'electeur de Cologne*) nous sommea eu- 

') Botgedorf. 

') 8. oben 8. 19- 

*) Vgl. I. 1. p.eeer 

") Vgl. I. 1. p. 67e. 



>vGoo»^lc 



Einspraclie der 8cli«edi:n. Ablelinung Kufflncbaem. 23 

core en mSmes termes et dous chargeons Tun l'autre de lettree; ils 
ont poiirtant biea garde de prende 1a contribution avec force, encore 
qu'ils la demandent taut des sujets que de Son Altesse älectorale avec 
des menaces. 

Avec la premiöre j'esp^re de vous ficlaircir de l'exp^dition de M. 
le grand-chambellan. II n'y a personne qui eroie que nous en verroos 
quelque effet. Vous saurez döjä, monsieur, que l'arm^e suidoise s'en 
est all^e chercher rimp^riale. . . . Le plus puissaot veuille que leurs 
actions nous produisent bientAt une 6quitable paix. . . . 

Wicquefort. Dat. Paris 27. März 1648. 

lEntichaldigung wegen einer Geldforderung, nelche er im Namen des KiirfUiaten ge- 
macht hat. Warum er noch nicht nach Müniter lur Farinibrung der Verbandlungen 
lurSckgehcn kann. Der Argnohn der Schweden gegen die Handlungen des KurfOr- 
sten ist unbegründet.] 

. . . Son AltesBC ^lectorale ne se serait paa avisöe ... de me char- 27. M«ra, 
ger d'une commission de demander un secours d'argent '), u'etait que lui 
ayaat dit de la part de mousieur le cardinal qu'il ne tiendrait point 
& de l'argent — ce furent lea paroles formelles de Son Emi- 
nence — que Ö. A. 61. n'cöt sa satisfaction en se d^tachant absolu- 
ment d'intiret d'avec le parti contraire, et n'^tait aussi que Son Altesse 
^lectorale se trouvant obligfie d'opposer ses armes aux violences que 
l'ölecteur de Cologne faisait exercer dans le comtä de la Mark, eile 
crojait que Leurs Majestös') ne feraient pas beaucoup de difficult^s 
de contribuer du leur & uu dessein qui eöt fait une diversion notable, 
et vouB dirai, monsieur, que si d'abord Von m'eüt fait connaitre l'im- 
posBibilitä du secoure que je demandais, j'auraig discontinuä les in- 
stances que j"ea ai faites sur ce que Ton ne s'excusait que sur les om- 
brageg que l'on appr^hendait de donner & la couronne de Suöde, et 
le ferai ä prösent que je vois que cette affaire m'öte I'entr^e ehez mon- 
sieur le cardinal. Je n'avais garde aussi de presser mon renvoi 

k Munster, puisqu'outre la natura de la nßgociation, qui ne se peut 
pas bien achever en l'absence de M. de Burgsdorf, il faut le com- 
niandement de Hon Altesse ileclorale pour me faire partir. — Pour ce 
qui est de la Jalousie que messieurs les Öuedois peuvent prendre des 
acdons de S. A. 61-, je ne pense pas qu'elle leur en donne aucun sujet. 
Les particularitte du voyage de M. de Burgsdorf 4 Dresdc justifient 

') Vg). 1. I. p. 676. 686. 

') Die Königiu-Uattei und Ludwig XIV. 



>vGoo»^lc 



24 I' Betiohle von 1640 bis 1654. 

assez le soup^on que Ton eu pourrait prendre, et les ministres que 
Son AltesBe electorale a ä la Haye ') ae sont paa des gens qu'elle 
voudrait employer dana des affaires trop d61icates, outre que c'eat un 
lieu oft il n'y a ^en de Beeret. . . . 



Wicquefort an Servien*). J3at. Paris I.Mai. 1648. 

[EniGcbuldigt seinen lu grosaen Eifer. Oeldofferte. Bttef dus KurfUrsten in UaiBTin. 
In dcD projectirten Tertiiig muss Scbwedeo miteinbegriffen werden.] 

i. ... Je V0U8 supplie , . . trös-humblement de eroire, monsieur, que 
la chftleur que jai apport^e ä la poursuite de raffairc dont monseig- 
neur l'ölecteur m'avait charg^ n'a proc6d6 que du juste sujet que j'a- 
vais d'apprfihender, que le refus que Von me ferait ici ne fortiliät le 
conseil de ceux qiii dans notre cour out toujours rejetö les offres que 
la France y a fait faire de Eon amili6; et si j'en ai t^nioign^ en quel- 
ques lettres, ce n'a 6tö qu'ä ceux dont je connaissais les bona senti- 
ments et que je savais vivre en bonne intelligence avec vons, mon- - 
sieur, afin que faisant office auprös de Votre Excellence, , . . par votre 
moyen messieurs lee ministres se disposassent ä donner quelque satis- 
faction ä öon Altcsse öicctorale, pour laquelle j'ai offert, comme j'offre 
encore, de faire preter au Roi pour deux ans vingt mille ijcus sur in- 
tfiretB ordinaires. Mais je mc suis bien donnä garde d'öcrire cn memes 
termes les leffres qui euesent pu etre lues en notre conseil, od je pou- 
vais savoir qu'elles eussent produit d'ötranges effets. Au contrajre, I4 
lettre que ti. A. 61. öerit k Son Eminence, que je n'ai pas encore d6- 
livrie, quoique je l'aie il y a quinze jours, justifiera assez mon pro- 
eidö par les t^moignages que l'on y verra des assurances que je donne 
en toules mes lettres,- de l'affection que Leurs Majest^B et Son Emi- 
nence, en son particuli6r, a pour S. A. il. J'avoue aussi, monsieur, 
que le traiti projetö ne se pourrait pas conclure sans le GODsentement 
de la couroiine de Su^de, et c'est pourquoi nous avons toujours Pro- 
teste que notre Intention n'^tait que de traiter avec les deux couronnes 
eonjointement et d'y proc^der de la fa\;on, qu'elles auraient sujet d'Stre 
satisfaites de notre Bincirit^, en sorte, que si monsieur de Bourgs- 
dort eflt m au pays lorsque j'y arrivais, je ne doufe point ou l'on 



'] Philipp Horu], Otto T. Schwerin, W. Bemsin and Johann Portmann waren 
von dem KurrDrslen nach dem Hutg gesandt, nm Aber die Zarflckiiehang der staa- 
tiacbeD Besatzungen ans dem Clevischen und demnftchst über ein Bündniss zu Tot~ 
bandeln Pufendorf HI. 24). 

') Abel Bervien Qraf de la Roche, frans&s. Bevollmftchligtet in Hfintter. 



:,LtOO»^IC 



GBldford«TUDg. SchwedcD loll d«m Tertnge lellreten. 25 

eflt trouv6 moyen de nouer l'affaire, vu les aBsurancee que je rem- 
portu de Wolfenbutel et de Cläves') et Bur lesqueljes on a foadä la 
demande que Jai faite ä la cour de la part de S. A. 61., ä laquelle si 
Ton eät räpondu par la repräeentation de l'^tat de affaires präsentes — , 
quoique c'etit iti en quelque fa^n öter les esp^rances d'un puissant 
secours, dont j'avais ordre de porter parole formelle, — plutöt que 
par les t^moiguages de däfiance que Ton disait avoir de nouB, je se- 
rais denieurä sans r^plique. ... ' . 

Der Kurfürst an Servien [?]. Dat. Cleve U. Mov. 1648. Er be- ai.Nov 
gliickwüDecht ihn zur Uiiterz eich auiig des Friedeni- Vertrages mit dem Reich, 
indem, er ihn. zugleich auffordert, nicht zu dulden, dast; die Ehre der fran- 
zöeischeu eeandtscbaft in der pommerttchea Angelegenheit, die durch 
ihre Vermittelnng beigelegt ist, verletzt werde — ferner aber auch alle An- 
strengung daran zu setzen, sein Werk durch den Frieden Frankreichs mit 
Spanien zu krönen. 



Burgsdorf an Lionne. Dat. Cleve 6. Aug. 1649. 

[Bille am da« Original eiDes AclenstöciiB. Wic<iuefort,] 
... II y a encore quelques points k ajuster entre nous et la SuMe, 1649 
et pour ea veoir ä bout il noue manque un accord qui a 6tä signä ä ^- ^"S- 
Oenabruck par MM. les ambassadeurB de Suade et de Brandcbourg et 
d^posä eu original eutre tes mains de monsieur le comte d'Avaux*); 
et cette pi6ce 6tant tr^s-n^cessEüre pour terminer les diffgreods qui re- 
Btent au traitä de la Pomäranie, moDseigneur Tälecteur en a plueieurs 
fois ^rit, mais u'a pu encore avoir r^ponse. S. A. sär^oissime voue 
aura, monsieur, grande Obligation, s'il vous plaJt nous le procurer*). — 
Monseigueur l'älecteur a m extremement ätonnä du m^contentement 
que Ton a en votre cour de la conduite du sieur de Wicquefort, et 
Bans perdre temps l'a fait incontinent appeler, et ayant entendu ce qu'il 
alldgue pour sa defense, comme rous pourez voir par la copie ci-jointe 
de la requ^te qu'il a^pr^senl^e sur ce sujet, 1:^. A. Bär^niseime a jugä 
ä propos de Tous eu faire donner part, afin que vous puiBsiez con- 

') 6. oben. 

'} CUuds de MesmeB Qrif d'Avini, IHniöa. BeTollinftcbtigter in HDoiter. 
Pafendoif III. 9. Ita denan fidel! opere Avaniii et solllcilo noslraram «todio in 
eertwn fornolun ccnseDsam fait, qnae a teorstkriii legationU ntriaque inbacripU, et 
apad Avaaiiam depoaita foit, qaoad pace perfecta instrtimonto pabljoo inte- 
relui (26. Jan. l64^)■, a. «ucb Droyaen III. 1. 316.. 

*) Dieaelbe Bitte richtet Bargadorf in einem Schreiben Tom ntmlicben Tage u 
den Cardinal Maaario. 



;vGoo»^lc 



20 1' Berlclile von 1G40 bia 1654. 

naltre que pour y procider corame il appartient i1 est besoin des let- 
tres ou autres präivee Evidentes pour le convaincre. Vous nous ferien 
plaisir de nouB en envoyer quelquee-unes, afin que nous ayone de 
quoi agir avec plus de certitude, et pour ce quil a Supplik tnonseig- 
neur l'^lecleur de lui douner permiBsion de retounier ä. Paris pour faire 
juger un proc^s qu'il a au conseil, dont dopend toute sa fortune, on 
ne lui a pas voulu reAiser cette gräce '). ... 



Lionne an Burgsdoif. [o. D.] 
(Concept.) 

[Wicqucfort hat viele Orte mit eotaiellien Berichlco über den ft'anEStitcheii Hof 

veraelteD,] 

... [M. de Wicquefort] ne saurait dösavouer cette v6ritÄ, ayant 
vu moi-m€me en passant ä Bruxelles entre leB mains du comte de 
Merode') et d'autres des ... gazettee qu'il leur 6crivait toutes les se- 
maines, oft il n'oubliait rien de tout ce qui pouvait döcrier les affaires 
du Roi. ... Od a 8u ausEi qu'il tirait pension de plus de dix endroits 
pour envoyer des semblables nouvelles. 

Burgsdorf an Lionne. Dat. Wesel 29. Uec. 1G49. 

[VcTWeDduDg fOr Wicquefurt. Versieht anf du gewünschte ActenstOck.] 

., ... Ledit sieur de Wicquefort m'a recherchö de . . . supplier 
[Votre Excellence] ') trös-humblement, couime je fais par la priseute, 
de lui octroyer la gräee que de l'oulr et de lui pardonner, si au tetnps 
pasBÖ lui est ^chapp^e quelque parole ou lettre mal k propos et par 
imprudence. ... Je vous supplie donc, monseigneur, d'user en cet en- 
droit plus de votre bont£ que de la rigueur, ou si Votre Excellence 
croit que les actione passäes . . . ne soient . . . eapables de pardon, de- 
me faire la faveur et nie communiquer les copies des papiers qull a 
Berits. — 

Touchant les articles . . . ci-devant signäs*) . . >, je n'en dirai plus 
rien ä V. E., non que je ne serais trös-aise de lea avoir, ains qu'il*) 
serait mals^ant k moi d'engager V. E. en une teile commission qui 
lui pfit donner du d^plaisir. 



') Vgl. unUn p.3l. 

*) Grif Philipp Merode im Dienet des Erihcrtogs Leopold Wilhelm 

*) de la BUppliei Me. 

*) Vgl. ob«n den Brief Tom 6. Aogtut. 

') qui Ma. 



>vGoo»^lc 



Vergehungen Wicquefort'B. Die KurfQrslio und Maiatin. Tilelfrage. 27 

Die KurfUrstin Luise an Mazarin. Dat. Aachen 8. Sept. 1651. 

[Die KarfamtJD ISsat den Cardinal durch einen ilirer Cnvalisre brgrflsBcn.] ') 

Monsieur, le sieur de Champfleury m'ayant rendu celle qu'il a 1651- 
plu k Votre Eniineuce de m'öcrire, m'a donnä encore des assurances '8. Sept. 
particuli^res du disir. que vous avez eu d'avoir des nouvelles de ma 
sautä. J'esp^re que le sieur Alpbousus aura Eait le mSme k Votre 
Eminence de ma part, comme je l'en avais chargö. Et ledit sieur 
Champfleury fera rapport ä. Votre Eminence, avec oombien de joie 
j'ai appris la condnuation de la vötre, et que j'ai pris k grand hon- 
neur que Votre EmiDence m'a voulu tant assurer de son affectioD, vous 
priant de croire que je suis, — Moosieur, — de Votre Eminence — 
[gez.] la bien humble servante — Louise Electrice. — D'Ais-la-Chapelle 
ce 8 du septcmb. 1C51- — A Monsieur Monsieur le cardinal Mazarin 
ä Brühl. 

Wiequefort an Mazarin. Dat. Paris 30. März 1652. 

(Regelung der Tilularfrage. Berurung eincB Kuicbstags.] 

. . . Je ne sais, si je dois ici supplier Votre Eminence de se res- 1652. 
Souvenir de l'espßrance qu'il lui a plu me donner pour le röglement 30. Mdn. 
des quaUtös deÖ. A. 61.; mais je ne puis me dispenser de faire sa- 
voir k Votre firainence que Ton me mande de uotre cour qu'il a'y trouve 
UD ambassadeur ') qui demande le conscntement de H. A. €\. pour la 
convocatioD d'une di^te k Katisbonne pour le premier jour d'octobre. 
M. l'ölecteur y consent pour le temps; raus il voudrait que ce füt k 
Francfort et a pour cet efiet d^putä vers tous les autres ^Iect«urs, afin 
de laire changer le tieu. . . . 



Denkschrift Wicquefort's. [o. D.] 

[Der KarfOrBt iat einem Bunde iwiicheD dem ECuige und deutschen Fdraten gegen 
iu Haai Oe«lreicb durchani geneigt nnd bittet um BsHcbleunigung dieeer Sache. 
Er erlaubt Wicqnefort nicht nur eine Reise nach Deutachland tn diegem Behuf, son- 
dern wird dieaelbe auf jede Weise seinerseits fordern. Regelung der Titularfrsge.] 

Memoire pour Son Eminence du Resident de Brandebourg. 

. . . Monseigoeur l'^lecteur ne peut plus diff^rer de dire que non- 1654. 
seulement il gofite les propositions qui ont iti faites k son resident, {F«*>'-?) 

') Tgl. Dber den damaligen Aufenthalt der KurfOrstin in Aachen Orlioh I. 536 
(nach dem Tagebucfae des llteren Schnerin): Nachdem die KurfOrstin noch einigemal 
taltcke Wochen gebalten, verlebte sie den Sommsi des Jahres 1651 mit ifarei Uattei 
>D Aachen, um das dortige Spaawaseet tn gebranohen. 

•) Vgl. Pofendorf ni. 60. 



>vGoo»^lc 



28 I' Bericbte von 1640 bia 1654. 

pendant Tabgence de la cour, d'une alliance entre le Roi I 
ces d'Allemagne, tant protestants que ceux d'eutre lee catH 
aiment la lihertä de leur patrie; maJs aussi que consid^raJ 
sitö de cette alliance, S. Ä. &\. re^oit les propositions quil 
faites avec le respect qu'elle doit et supplie tr^s-humblem 
jestt d'en faire preaser l'exöcution, pendant que la maisoil 
fait 869 deriiiere efforts pour d^imir lea princea l'union de[ 
Beule emp^cher l'^tabliasement de cette Bouverainet^ auquel I 
depuia taut d'anuäes en Allemagae et laquelle se trouvant « 
ä la puissance d'Espagae, ee rendra formidable ä tout 1 
l'Europe '). C'est pourquoi S. A. ^1. ayant su que Sun EminI 
dösirß que son rösident fit le voyage d'Allemagne pour y voiB 
ces qui peuvent rendre ce traitö utile et considerable , eile ] 
a pas seuletnent donn^ la permission, mala promet auBsi de 1 
de aea ordres particuliers et d'employer tout ce qu'elle a de I 
d'autoritö en Tempire, pour faire r^uesir les bonnea intentioni 
Majestä, laquelle H. A. 61. remercie tr^E-humblement, aussi 1 
Hon Eminenee, de ce qu'ils a'emploient avec taat de bonte [1 
conservalion des alli^B de cette couroDne eu un tempa od i 
pourvoyait de bonn'lieure, les nßgociations de Katisbonne feraien 1 
de tort i. leur libertfi qu'ils ne pourraient apprähender de trent ^ 
n6e8 de guerre ouverte'). 

L'autre point sur lequel 6. A. il. a commandä ä son r^aiden 
faire instance, c'est l'exäcutiun de la promesse qui lui a it^ si sou' 
faite touchant le r^glement des qualit^s, lequel ö. A. tl. a d'aut 
plu8 i coeur que ae sentant prince Bouverain le plus grand terrien 
touB ceux d'Allemagne et posa^dant en revenu et domaine plus q. 
faiaaient il n'y a que vingt ans les deux plus puissaiits rois du Don 
eile BoufTre avec impatieuce de se voir traiter de pair avec les mar£ 
chaux de France et avec les comtes de l'empire que le Roi honort 
de la qualitä de cousin. L'arcliiduc, les ducs de Savoie et de Lor- 
raine, qui c^dent Bans contredit aux älecteurs, ont obtenu sauB peine 
ce que S. Ä. 61. demaude avec taut d'affection et ce que le roi de 
Pologne, bien que son souverain & cause de la l'russe, ne lui refuse 
poiut, noD plus que l'empereur m€me. La difßcultä que l'^lecteur de 
Saxe fait de traiter les 61ecteurs s^cnliera') de „fr^re" ne doit paa 

') Vgl. Droyeen 111. 2. 131. 1). 

') Beliebt sich auf die tSrnennang neuer KeichefS raten durch den KaUer (vgl. 
Droyaen «.»,0. p. 133). 
'] eod^iutiques? 



;vGoo»^lc 



Titelfnge. AbermBÜge Reise Wicqneforl's. 29 

empScher rex^cutTon de 1a bonne volontä que le Roi peut avoir pour 
S. A. 61, vu que cett'affaire ne regarde point tout le eollöge älectora), 
maia chaque ^lecteur en particulier, . . . 

. . , A quoi Oll pourrwt ajouter pluHieurs autreB raiaons; mais Ö. 
A. 61. ferait meme difHcuItö d'en parier avec tant d'empressement , si 
l'afiiure 6tait encore en son enticr, si, Bur 4a parole formelle qui lui 
a 6t6 doiin6e, S. A. &\. n'eüt fait ce que Ton a dösirö d'elle, si, dfes 
l'an 1647, la Reine alore r^gente ue l'efit honor6 de la qualitä de 
ftire et s'il u'efit su que le eonseil du Roi avait jug6 que cett'affaire 
pouvait etre r6gl6e au eontentement des 61ecteurs de Bavi6re, de Brau- 
debourg et palatin et de ceux parmi les eccläsiastiquea qui seraient 
fils, fräre ou oncle d'älecteura s^culiers. 



Wicquefort an Mazaria. Dat. 23. Febr. 1654. 

[VerdienBtB dea KaKOriten um die gute Sache. Wicquefort rflstet Itch mr Abreiae.) 

. . . S. A. 61. ue s'est pas Beulemeut däclaräe conform^ment aux 23. Febr. 
d^sirs du Roi, mais eile a aussi puiBsamment travaiU6 pour la r6union 
des princes proteBtants en AUemagne et a fait entendre qu'elle secon- 
derait de tout Bon pouvoir les bonnes intentionB que la France appor- 
teriüt au r^tabliesement de la cause commune contre les desBeina et 
attentate de la maison d'Autricbe, se r6servant ä s'espliquer davantage, 
quand le Roi aurait fait connaitre ce qu'il d6sire plus particuli6rement 
de Son Altesse ölectorale. [Wicquefort braucht nur darauf hinzuweisen, 
was seither sowohl iu Regcasburg als in der Angelegenheit des Kurfürsten 
Ton Cöln geschehen ist, für welchen letzteren der Kurfürst Friedrich Wil- 
helm sich nur aus Rücksicht auf die dringenden AufTorderungen des Kö- 
nigs an ihn erklärt hat.] 

Quelque räsolution que Votre Eminence prenne, je ne laisserai 
pas de partir, afin que S. A. 61. eache ce qu'elle a & faire Bur les 
propoBitions que la Sufede, les princes de !a BaBse-Saxe et le duc de 
Neubourg lui fönt faire. — 



Mazarm[?] an den KurfUrsten. Dat 26. Febr. 1654. 

[Darcb Wicquefort flberbrioht. Erledigung der Titelfrage.] 

... Je puls encore assurer Yotre Altesse que le Roi . . . a pour S6. Febr. 
eile une estime toute particuli6re, et que, bien que j'üe fait des ofBces 
aussi pressant» que pour une chose fort diflicile pour obtenir k Votre 
Altesae les titres et pr6rogatiyeB qu'elle avait d6sir6s, je n'ai trourö 

Dqitzc.::::,LTOO»^IC 



pour cela aucune räsUtance dane l'esprit de Sa M^est^, et eile lui a. 
accordä avec joie ce qu'elle n'aurait pu lui reluaer sane Be faire tio- 
lence. ... 



Der KurfÜi-st an Vautorte'}. Dat 21. Febr. 1654. 
(Abschrift.) 

[HOlfaloittung Frankreichs an den KurTDrateD von COln.] 

3. Mttra. . . . Quant au secours que la France prSte ä M. l'^lecteur de Co- 
logDe'), je ne faiB aucuae diflicultä de croire que Ton y proeädera en 
teile »orte, que ce traitä de Munster demeurera inviolable et en son 
entier, et que i'on a'aura autre but que de procurer la paix et le repos 
de Tempire, mais principalement la tranquillit^ uniTerselle de la cbrä- 
tient^. 

Wicquefort an Mazarin. Dat. Paris 14. Oct 1654. 

[Spinola. BemBbaagen der Kaiaerlicben. WamaDgen and BeachiTerden.] 

14 Oct. . . . Je me trouve obtigä de . . . dire que j'ai avis que D, Louys 
Spinola a passö Munster, pour aller i Berlin avec le resident de 
a. A. älectorale & Bruxellea*). 11 y a plus de bix mois que j'm donn4 
avis des propositions qull a fait faire, par le prince Maurice de 
Nassau*), au nom du roi d'Espagne. On les a si fort negligees, que 
Ton n'a pas daignä de me faire faire un mot de rgpoDse sur une af- 
faire de cette importanee. Maintenant je dis qu'il porte des effeta et 
qull ne trourera que trop de dispoaition k se faire croire, quand ou 
considörerra que depuis trMS mois que je suis de retour je ne mande 
quoi que ce Boit des intentioDS du Roi touchaat les affaires d'Alle- 
magne. ... Volraar') est döjä arrivi ä. Francfort'), oCi l'^v^que de 
Worms repräseatera la persoane de l'empereur; ils ont leurs ämissairea 
chez touB les princes, et sachant que monsieur l'^lecteur mon maltre 

') Vertreler FnnkreiobB io Begensburg. 

') Gegen Cooi4 and den Henog tod LothriogcD. Frankreich zeigte dem Enr- 
fflraten Ton CCIn an, dus 50 Compagnien bei Sedan laMtnuengetogen würden, aich 
ihm lor TerfQgnng lu atGlleD. Der CUnet wandte sich aber ansaerdem — mit Er- 
folg — au den Bof an Berlin (Dtorieo p. 125. 127). 

') Tgl. Diojaen p. 158. 2); aber den Betrug, «eichen aich äpinola Horits roa 
Naataa eto. gegenQber damals erlaubte, PafendorC IX. 4. 

*) Nähere* Ober Johann Moritav. Naaaau des KurfarBten Statthalter in Clere 
nnd Hark In Elaproth n. Cosmat StMlrtath p.Sö3 und bei Orlich I. 4I>3. 3. 

') Dr. laaaa Volmai, kiOserl. Abgesandter. 

*) Zma Beichadepotationatag. 



>vGoo»^lc 



Ppinoli. BeniQIinngen der KiJserlictien. ■ ß( 

serrira d'exemple i la plupart des princes proteBtaots, üs feroot tout 
ce qu'ils pouiront pour le gagner. Je ne me repentirai jatnais d'y avoir 
fait connaitre les bonnes iDteotions du Koi; mais je suis assurä que 
les assurances (que j'en ai donnäes seront cause de ma niine quand 
oa les yerra sans suite de ce que j'en ai fait esp^rer par les ordres 
de Votre Eminence. J'appr^hende de demauder k S. A. ^lectorale le 
remboursenient des frais que j'ai faits en nion Toyage, parce que M. 
de Servien ayant voulu que je lui torivisse en termes expr^s que 
ce serait le Koi qui me les payeratt, je neu saurais ouvrir la bouche, 
que Ton ne me reprocbe d'avoir m trop facile k croire ce que Von 
m'a dit, et que Ton ne doute de tout ce que j'ai proposä de la part 
de la France '). 



') In dem Qesach Wicqnefort'a, welche! In dem Schreiben Burgedorfe an 
Lionne rom 6. Aog. 1649 (b. oben p. 35) erwShnt wird, helsst w. M'^Unt renda 
en celte Tille, ensuite dn commandement qu'il ■ pln k Votre Särdnitä deotonle de 
me faire, J'ai 4t6 fort eurprie de Toir qae quelqaea-nne dee miDiitrea de France 
te ptaignent de rooi comm« si j'avais en correspondance arec lei ennemii de la 
conronne de France, conlre les r^gles de nentraltti! dont je doia fiiire profession. — 
(Allerdinga seien diese Anklagen vGllig niuhtig); ndiuiinoiaa coniidärant qae nia 
peraonne n'cat paa agr^ble en France el ne däirant paa qne lea aSiires de V. Sir. 
ß. Bonffrissent poQT ramoar de Dies inttfr^t« particnliera , j'offre volontiere de 
qnitler la place et d'obeir k tout ce qu'il plaira k V. S^r. äl. me Commander >ur 
ce Bujet, et partant je la supplie Iriü-hamblenieiit qu'en coniidäration de mes eer- 
Ttcea, je puisee qaitler man posle aTi.-o honneur, et qu'il pUise k V. 8^r. ^1. mc 
pcmiettre de rttonrner en France pour m'y juslifier, comme die k pr^eot je prole«le 
li V. Sär, il. dcTant Dieu, que je n'ai Jamals en et n'ai pu encore k präsent ancnne 
intelligence ou commanicatian pour les affaires publiqiiea avec lea enoemia de la cou- 
Tonae de France , st qne depaia que j'ai Thooneur d'etre an Service de V. S4t. &., 
Je n'ai titi aucun proGt ou avanlage direclement ou indirectement des conronnea de 
France ou d'Eapagne oa de lenra ioläress^s. Et partant inpplie k V. Bir. i\. qu'il 
Ini plaise me permetire de retonrner en France au plntät . . . , afin que sous la pro- 
tection de V. S^r. il. je puisse ponraniTre la juatificflion, et que si nonobalant cela 
alle trouTe k propos de me rdroquer, je puiise avoir le laisir de faiTe jnger le« procbs 
que j'ai au conseil priv^ dn Roi oh non-seulement ma fortone, rnais mon honneur se 
troure engagä. — (Bertiner Geh. Staataarchi*.) 



;vGoo»^lc 



DiqteMwGoOl^lC 



IL 

Berichte von 1655 bis 1656. 

(de Lumbres.) 



Haur. lor fitMh. d. Gr. Kurrüitun. U. S 

L3,qmzcdbvG00»^IC 



DiqteMwGoOl^lC 



Einleitung. 



Aiitoiiip de Lnmbres') überbrachte dem Kurfürsten einen Brief 
Mazarin's vom 0. April lßö5. Er verweilte in Berlin, wii- es ttchcint, seit 
dem Juni jenes: Jabres und folgte dann im October dem Kurfürsten nach 
Preussen. Er sollte den letztcreu, namentlich in KUcksicht auf die Wahl eines 
neuen römischen Königin, au die Interessen Frankreichei fesseln und einen 
AI Ha nee vertrag mit ihm nbschliessen wie Wic^jaefort ihn vorgeschlagen. 
Bei der damals eintretenden schwedischen Katastrophe wani es dann zu- 
gleich seine Aufgabe, awischen Carl Gustav und dem Knrfürsten im Bande 
mit d'Avaugour zu vermitteln. Am 24. Februar 1656 brachte er das De- 
fensivbündniss mit Brandenburg zu Staude, weiches Pufendorf (VI. 12) 
mittheilt, wie denn dem französischen Hof damals vor allem daran gelegen 
war Truppen vom Kurfürsten zu erhalten. Unter dieeen Umständen ergreift 
de Lumbres auch in der grossen schwedisch- polnischen Verwickelung, in 
welche Brandenburg hineingezogen war, erst später Partei. Krst am 22. Juni 
1606 .'chreibt er an den Cardinal "Mazarife, dass er, seineu Weisungen 
folgend, von nun au enlschiedeu Schweden begünstigen werde, was er bis 
dahin vermieden habe, um de.'> Karfürsten Streitkräfte vielmehr fiir Prankreich 
zu schonen und nm den Argwohn der Polen nicht zu reizen. 

de Lumbres' Depeschen sind iheils an Mozarin, theils an den Grafen 
Heinrich August vonBrienne, den französischen Staatssecretar für die 
auswärtigen Angelegenheiteu, gerichtet: die letztem wurden jedesmal als 
Duplicat den andern, im Original von uns benutzten, beigefügt. Ton be- 
sonderem Interesse dürften die Berichte über seine V ermittel ungs versuche 
bei den Polen vor der Schlacht von Warschau sowie das sein, was er am 
9. August über diese Schlacht selbst mittheilt. 

Er schreibt in zwar etwas trockenem, aber natürlichem Tone und durch- 
aus sachgem&ss '). Ueberhaupt eignete ihm eine anspruchslose Beflissenheit, 



") Flaatkn nhrt in der Liiic der framOiitohen UioUtet an den intwirtigsD 
BUsn im Jahr 1648 (UI. ISS) da Lombca (lic) all Reiidcnlen in LQtticb anr 
') Drofiin ForKhaugen inr dealMhen QeKh. IV. p. 86. 



:,LtOO»^Ic 



36 II- Bericlite von 1655 bin I65€. 

eiu<j gewiinieude Bescheidenheit. Und während er sich durch die rücksichts- 
volle Milde seines Auftretens die Zuueigung derer erwarb, mit denen er zn 
verhandeln hatte, fehlte es ihm keineswegs an Vorsicht, Penetration und 
Geschick'). Die wiederholten Vergleichungen, welche der Secretär der Kö- 
nigin vou Polen, Desuoyers, in seinen Briefen zwischen ihm und Blondel, 
de Lumbres' Nachfolger am brande uburgisc heu Hofe, anstellt, fallen 
durchaus zn de Lumbres' Gunsten aus'). Später hat er dann Frankreich 
in Poleu vertreten. — 

Wicquefort in Paris war indess dem Rchwediscben Bündnias nicht 
geneigt, was uns sehr erklärlich wird, wenn wir in den Briefen Desnojer's 
seinen fortwährenden Zusammenhang mit dem polnischen Hofe verfolgen'). 
Ziemlich boshaft hält er so dem Cardinal, indem er denselben von dem Ab- 
sehluss des Marienburger Vertri^es zwischen dem Kurfürsten und Carl 
Gustav unterrichtet, vor, um wieviel besser er gethan hätte, auf seineu 
Rsth zu hören und Friedrich Wilhelm durch eine Geld Unterstützung in 
den Stand zu setzen, selbstständig, .nur in einer gewissen Abhängigkeit vou 
Frankreich, auftreten zu können. 

') ¥. V. Jena sagt tod ihm in einem Bericht sua UilUeiihelni dat. 18. Aug. 
1C65: .da ich seinen Eifer in der Keligion kenne". 

■) Lettre» da De.royers p. 377 (20. Jan. Hi58) c'est itn fort bon lomme, 
fort (droit, qui fuit les clioscs suns qu'il paraitaa qu'il y toDcbe, qui ne conlredit 
pss , qui chercbe dcB dätoura et preud Bon tcmpa. Etißn, il est plus p^D^tranl qua 
l'autre (Blundel). . . , II liii manque uii pcu plus d'^ciat qu'il n'en a; car il faul c«la 
on ce paya-ei poiir s'y faire regaider, Mais peiit-elrc hb Iiii donne-t-on pas de la 
cour ce qu'il faudrait pour paraSlre davantage. Ebenso p. fjötl (Ü5. Nov. 1653), wo 
wieder vorher von dum missliebigen Wesen Btondol'a die Kede ist: les susdita mt- 
oiatres so louenC bien plus de I'adruBse et de la doucsnr avec laquelle agit H. de 
Lniuhrea qui ne d^sobligo Jamsia. 

') Et gab sptttcr geradezu an. in poln. Dienst lU stehen. 



>vGoo»^lc 



II. Berichte von 1655 bis 1656. 

(de Lumbres.) 



Wicquefort an Mazariti. Dat. Paria 25. Febr. 1655. 

(LSuigheil der frantQa. Politik. AngeUgeDhetten des Elaass] 

... Je Bais que M, le comte de Waldeck a mandä A Votre Etni- 1655. 
nence que Son Altesse ölectorale ne ee peut paa r^soudre k licencier 2S' '^='"'- 
les troupes que Votre Eminence däeirait faire passer au service du 
Roi. Je croiB qu'U y [a] ajoutö que c'est la considöration des princes 
ses voisins qui Ten empSchera. Mais j'ose dire, monseigneur, que si 
Votre EmiDence eflt pu faire partir M. de LumbreB däs-lors quelle 
m'en a fait la premi^re ouverture, il eflt obtenu tout ce que Votre Emi- 
nence efit pu dßsirer. . . . Quasi tous les princes sont ^touuäs . . . qu'ä 
la veille de l'assetnbl^e de Franefort . . . on n'y voit personne de la 
part de Sa Majestä avec lequel on puisse demeurer d'accord des r^so- 
lutions qui s'y doivent prendre d'un consentement commun. — - II sera 
trös-nöcessaire . . . que [M. de Lumbres] ait ordres de rögler [les 
affaires] de TAlsace. Les ^tats immädiatement suJets k l'empire se 
plaignent du mauvais traitement qu'ile re^oivent des officiers du Roi, 
et il Importe que l'Alsace se r^unisse ä Bon Corps pour jdcs raisons 
tre8-importauleB et lesqueltes je sais que Votre Eminence approuvera, 
qnand eile me voudra faire la gr§ce de me donner un moment d'au- 
dience sur ce sujet. J'ai i l'entretenir des desseins que l'on commence 
iL fonner en Allemagne de rechercher l'amitiä des Anglais k cause de 
Hndiffärence avec laquelle un trüte leurs affaires en France. 



>vGoo»^lc 



3g II' Berichte ron 1655 bis 1656. 

Wicquefort an Mazarin. Dat. 12. März 1655. 
iS.M&re. ... Je coQtinue mes instances aupräs de M. le comte de Waldeck 

pour ee qu'il a plu k Votre Eminenee de me Commander *), et en esp^re 
quelque chose. . . . 



Wicquefort an Mazarin.' Dat. 18. März 1655. 

[Hofft auf UeberlaHBQiig der Truppen, de Lumbrea möge abreiaen,] 
18. Mnrz. Je commence a esp^rer que notre cour donnera enfin les troupes 

que Votre Eminenee a demand^es. . , , Je ne deute point . . . qu'aprÖB 
que Ton sera ^clairci de la nögociation du duc de Neubourg, . . - Votre 
Eminenee ne demeure satisfaite sur ce qu'elle a dtiairö. Je continue mes 
inetances par tous les ordinaires; maia il importe que M. de Lumbres 
parte au plutöt. . . . 

Post-Scriptum. J'espöre que M. de Lumbres emportera den 
lettres du Roi dont Son Altesse ßlectorale se pourra contenler ; j'en ai 
d'elle pour Sa Majestä avec les memes soumissions que Je pourrais 
apporter aux miennes. 



> 



Denkschrift Wicquefort's an Mazarin. [o. D.] 

IBetreOend eine Ligue, um die Wahl dea römiEchen KSniga zu verliindern.] 
Frankreich begünstigt allzusehr SchwedcD, indem ee diese Krone sogar 
bei der Eroberung Bremens anterstüUen will. Das ist nicht da« Mittel, 
nm die Wahl des römischen Königs ku verbindern. Die Schweden sind 
schwach, ohne ausreichende Truppenzahl und erschöpft au Geld. Sie wer- 
den keine Aufhebungen im Reiche machen können, keiner der Fürsten ist 
für sie. — Die Eroberung der Orafschaft Delmenhorst, auf welche Schwe- 
den Ansprüche macht, könnte dieser Krone nicht entgehen, wenn sie Bre- 
men besässc, so wenig wie diejenige der Herrschaft Jever, und demnach 
würde es ihr dann nicht schwer fallen, sich anch der Grafschaft Oldenburg 
und der friesischen ^par droit de bieii-höance" zu bemächtigen. — Dies 
aber haben die Fürsten Nieder Sachsens mehr Interesse zu verhindern, als 
die Wahl des römischen König.'«. — Dazu käme der Krieg mit Polen, 
dessen Waffenstillstand mit Schweden im Ablaufen begriffen. — Es ist also 
das wahre Schutzmittel vielmehr darin zu suchen, dass man die Freund- 
schaft der Kurfürsten, insbesondere derjenigen von tJöln und Brandenburg, 
gewiime. Diese beiden wären allein im Staude, alle etwaigen Anschläge 
der andern zu Schanden zu machen. Dem Kurfürsten von Brandenburg 
werde das ganze braunschweigisehe Haus, Hessen -Cassel, Holstein, ein 
Theil von Mecklenburg, Würtemberg, Ansbach und Culmbacb, sowie alle 

') (UeberlMiong dar Trappsn.) 



DiqitizeabvG00»^IC 



de LDinbrai' Abretsp. gQ 

p rote BtsD tischen Stände des fränkischen, schwäbischen and oberrheinischen 
Kreises folgen. Auf diesem Wege werden t-ogar alle Versammlungen ver- 
hindert werden, welche man zur Anzettelung von Cabaleu wird veranstalten 
wollen. 



Brief Mazarin's an den EurfürRten durch de Lumbres über- 6. Apr. 
sandt. 

Der Kurfürst an d'Avaugour '). Dat. 28. Apr. 1655. 
Bedankt sich für seinen Eifer (für die gnte Sache), von dem er durch 8-M«i. 
die Briefe Dobrzenski's') aus Stockholm erfahren hat und fordert ihn 
auf, seine Bemühungen nunmehr der Aufrichtung eines dauerhaften Frieden« 
zwischen Schweden und Polen zuzuwendeu. 

Wicquefort an Mazarin. Dat Paris 27. Mai 1655. 

{ZDiammeiikuDft Ewisoben den Kurfflrsten von Brandenbarg and Bacbson.) 

. . . [Le prioce de Saxe] rae mande que les deux ölccteure de Saxe 27. Hai. 
et de Bran'debourg ee doivent aboucher vers la ün de ce moie k moiti^ 
chemio de Dresde et de Berlin; qu'il y eera präsent, et que l'on tä- 
chera d'y ^tablir une union indiseoluble entre Icb deux maisous ^lec- 
toralea. Mais je sais d'ailleurs que les conHeile de Dresde sont fort 
Buspects ä la cour de Berlin, ot on croit que la plupart des ministres 
de l'autre sont attach^s aux intärets de la maison d'Autriche, et qu'il 
n'y a que la bonne Intention du prince qui y puisse faire changer la 
face des affüres. 

de Lumbres au Brienne. Dat. Berlin 16. Juni 1655"). 
(Duplicat) 
. . . Leg pluB graudes forcee [des öu^ois] *) out leur place d'armes 16. Juni, 
en la Pom^ranie, ob KRuigsmark fait diflicult^ de se reodre, ne vou- 
lant pas c^der au g^D^ral Wittenberg, qui a'est pas si ancien que lui. 
Le risident de Su6de qui est en cette cour*) deraanda hier passage ä 
öon Altesse Bur la partie de cette province qui lui appartient, pour en- 
trer dans la Pologue. 



') Damals francSi. Om. in Scbweden. 

') Jobaan Ulrich Dobrienaki von Dohrtenlec, vom Kurf. im J- 16.^4 
»Mb Schweden gesandt, vgl. Pufendorf IV. 2B. NKberas über seine Pwfon bei 
Coamai nad Klaprotb Btaatststb p. 539 f. 

') OnMsentbeiU in Cbiffeni. 

*) lenra p. g. t. Us. 

■) Bartholomftiia Wolfafaerg. 



>vGoo»^lc 



- 40 ^- Bericht "on 1655 bi» 165C. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 28. Juni 166Ö. 

[Abneigung des KarTüTsteD geg«n den PlaUgrafen von Neuburg. Unterredung mit 
Waldeck.] 

:. Juni. ... [M. I'Älecteur] a tömoignä de raversion pour ce prince (den 

Pfalzgrafen Philipp Wilhelm von Neuburg), se plaignant qu'il le 
vouiät mettre mal avec le roi de Pologne, lui ayant mandä qu'il est 
d'intelligeace avec Icb Öu^dois. . . . 

L. le comte de Waldeck ... me dit queM. l'^lecteur lui avaitracont^ 
tout ce que j'ai fait avec lui, m^me la döclaration qu'il a faite qu'il ne 
couBentira pas k la convocation d'une diäte älectorale pour l'^Iection dli 
roi des Romains. . . . W. fordert eine SabveDtion des Köoigä für deu Kur- 
rtirsteD, bei der Gefahr, woriD dieser sich befände, mit den Schweden za 
tbun zn babeu : dafür würden danu seine Truppen Sr. Majestät zn Dieasten 
stehen, sobald diese Gefahr vorüber sei. — Sie sind darauf auf diezweierlei 
Arten von Lignen und Conföderationen zu sprechen gekommen, welche 
Wicquefort proponift hat, indem Waldeck besonders darauf drang, dass 
dieser Vertrag geheim bliebe. 

de Lurabres an Brienne. Dat. Berlin 28. Juni 1655. 
(Duplicat.) 

[Audienc bei Hofe. Verhandlangen mit den Ministem. Gesandter des Lmdgrifen 

loa HesKen. Heefesmacht des Kurfürsten. Pläne dts Kaiser». Furcht vor dem 

8ch w eil en h ri ege . I 

}. Jnni. Er hat Audienz gehabt. . . . M. I'^lecteiir ne rßpondit pas distinc- 

tement & tout ce que j'avaia touch6; maie les damee, qui parlent mieux 
fran^is et »'expliquent plus facilement en notre langue, repartirent 
& tout 

L'filecteur [dil] qu'en la diäte qui s'est teniie pour l'älection du der- 
nier roi des Romains il a 6t^ Burpris par l'^lecteur de Maiyence. . . . 
Le lendemain 61ant sur sou partement pour Orangebourg .... deux 
jours apräs, le baron Loben et les sieurs de Knesebeck et de 
äomnitz . . . me sont venus trouver par son ordre. Le dernier ... 
rapporta les principaux chefs des griefs dont les proteatants se pl^- 
guent, Buppliant Sa Majestä de vouloir interposer son autoritö, k ce 
qu'il leur soit fait droit sur tous ces griefs en l'aBsembläe de Franc- 
fort. En l'autre [partie], il s'ätendit sur les apparcnces que Ton voit 
d'une grande guerre entre la Suade et la Pologne ..., suppliant en- 
core S. M. d'avoir agräable de s'entremettre et employer ses ofifices 
pour l'ajustement de ces deux eouronnee. 

M. l'ätecteur revint avant-bier sur le soir d'Orangebourg. Hier 
avantrmidi il donna audience k un envoyä de M. le landgrave de Hesse- 



q,t,.-edbvG00»^lc 



Verbandlimgeii über UeberluBUDg Ton Truppen. Ai 

Caasel qui avait tu en paBsant messieurs de Brunawick. II dit qu' . . . il 
doutait, 81 l'enipereur s'airSterait aux forraes, un de ses miiiiBtres ') 
lui ayant donn6 conseil d'employer la force, si les felecteure ne se por- 
taient point volontairement k faire ce qu'il d^sire; qu'il ae sait pas, si 
c'est pour c« sujet, quoique sous d'autres prßtextes, que Tempereur fait 
de grandes leväes; mab que Bes desseios n'avanceDt pas beaucoup du 
eöii de la Hongrie, k cause de l'opposition des ^vang^liques, ce qui 
le pourra retenir de rien entrepreudre dans l'empire. . . . 

Le comte de Waldeck et le baron de Schwerin . . . ont insinu^ 
. . . que [I'älecteur] a bien quatre mille chevaux et bix mille hommes de 
pied, avec quoi il est r^solu de se d^fendre; mais qu'il ne peut sou- 
tenir cette ddpense ni les forces des Su^dois, s'il n'est aidä; que, s'il 
ne le peut esp^rer de la France, il serait obligä de s'assurer d'ail- 
leurs. ... Ils craignent que les gäu^raux euädois, qui ne considörent 
tant l'intärSt public que le moyen de s'enricliir, comme ils ont fait aux 
d^ens d'Allemagne , portent leur roi ä entrepreade sur la Prusse. ... 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 6. Juli 1655. 

{Die ZDummankupfl mit dem Kurfürsten von Sachsen nnlerbletbt. Der kfinftigo 

Kaiser. Der hCBsiscbe Oesandte abgereist, üeberli esung von Trappen an Frankreich.] 

, . . J'ai appris de M. l'älecteurde Brandebourg . . . qu'il se persuade 6. Juli, 
que <;'a m pour le meme sujet de la diäte älectorale que I'empereur 
dädire que M. le duc de Saxe l'a convi^ depuis deux moie de se trou- 
▼er k Dresde, de quoi s'^tant excus^ sur la longueur du cbemin et ayant 
offert de se rendre en un autre lieu moins £loignä, ce duc lui aurait 
fait savoir que Tafifaire ne pressait point. . . . 

Je doute qu'ils aient quelque pens^e pour un Protestant, ayant 
laiss^ tehapper quelques paroles qui ra'en donnent le si^jet. Aussi ai-je 
recoDDU dans le cbemin par les discours qui m'ont &t^ tenus par divers, 
qa^is appröbendent que si l'empire venait k vaquer pendant que les 
Su^ois et plusieurs princes protestants sont en armes, üb s'eiTorce- 
raient de l'usurper. . . . 

M. le comte de Waldeck et le barou de Scbwerin m'ont parli 
du Eoi . . .; ce qui m'a surpris, est que le dernier, qui ne paratt point 
tant affectionnä k la France que le comte, a parlö de la sorte. . . . 
L'envoyi de M. le landgrave de Hesse -Cassel partit hier d'ici. . . . Le 
comte de Waldeck m'a encore fait instance de supplier trös-humble- 



;vGoo»^lc 



42 n. Berichte Ton Ubb bis 1656. 

meDt Votre Emineuce, qu'il lui plaise Commander qu'on enroie au plutöt 
des commissioriB et des lettres de change pour faire pasaer au, Service 
du Roi les troupes qu'on voudra avoir de Celles de son maltre, parce 
qu'il ne les pourra retcnir quand il n'aura plus rien k cnündre du cdt^ 
des Su^dois. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 13. Juli 1655. 

[Sendangen des Enheizogs Ton Innsbruck.) 
i. ... Parlant ... de l'envoi que l'archiduc dlnnspruck ') a fait en 

France d'un gentilhomme de sa maison, [M. l'ölecteurj tämnigna que 
son opinion est que cet envoi ne s'est fait que pour tächer d'y fiüre 
agrter la pensäe que ce premier a pour l'einpire. . . . J'ai . . . appris 
que depuis deux ou trois mois il y a eu un envoyä de sa part qui ßt 
präsent de deux chevaux de Näples ä M. l'^lecteur. 

Er hat Waldeck und Schwerin in verbüHten Ausdrucken Hoffnung 
auf PeusioncD gemacht. 

de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 13. Juli 1655. 
(Duplicat.) 

(Dar KuifÜrst wüasclit ein besouderue Bündnisa mit Frankreich. Waldcok. Eteiie 
desnclboa nach Preaseen. Truppen daselbst. Walileck und Schwerin reisen nach 
fitiuin. Darchiug der Schweden. Schreibsn des KurffirBien. Aufregang wegen de 
Lumbres' Sendung in Wien.] 
i. Der Kurfürst beharrt darauf, ein besonderes Bünduiss mit Frankreich 

vorznziehen, indem er die Bedingungen zu wisBen wünscht, welche ihm 
Se. Mftj. zQZUgeateben willenti ist. Der Graf von Waldeck erfahrt im Con- 
stil den Tadel der andern Minister, weil er sich zu sehr von Frankreich 
leiten lasse, das ihren Herrn abhalten wolle, auf die Anerbietungen Spa- 
niens zn hören. — Der Kurfürst wünscht, dass Se. Maj. ihm bebülflich sein 
möchte, sich Jülichs zu bemächtigen, wofür er dieselbe dann in ihren Ab- 
sichten auf das Quartier von Ober-Geldern, Namur oder Luxemburg unter- 
stützen werde '). — Er beabsichtigt binnen Monatsfrist die Reise nach 
PreuBsen anzutreten, um die Schweden an einem Unternehmen gegen diese 
— durch eine Jahresreveuue von acht Millionen Livres wichtige — Provinz 
zu verhindern, und gedenkt von dort vor langer Zeit nicht zurückzukehren. 
Er hat in dieser Provinz 7,000 Mann regulärer Miliz und denkt noch ein 
I 10,000 Manu ausserdem zu bilden, sobald die Truppen, die er 
hen und der Grafschaft Mark ausgehoben, angelangt sein werden, 
in bis zwölf Tagen der Fall sein muss. Auch will er durch diese 
leich einem Besuche des Kaisers aus dem ^ege gehen, den dieser 

dinand Carl, Ertbertog und Graf tod Tirol. 
DrojraeD p.S04. 2). 



>vGoo»^lc 



Waldeck und Schwerin nsch Stettin. 43 

Tortiatte, nm ihn and den Kurfürsten von Sachsen zur ZastimmuDg zu der 
Bernfang eines KurfürKteutages nod zur Wahl seines Sohnes zu vermögen. 
— Waldeck und Schwerin treten eiue Rei.^e nach Stettin an'), am mit 
Wittenberg und O.xenstirn zu conferiren. 

Inzwischen beginnt die schwedische Armee bereits ihren Marsch durch 
den bran de nburgi sehen Äutheil vop Pommern, obwol der Kurfiirs( den Du ch- 
iDg nicht bewilligt, vielmehr ledij^jich geantwortet hat, dass man darüber 
Dach den Constitutionen des Reich.s mit dem Kreisobersten eich in Com- 
muoication zu setzen habe, da die Forderung mit Berufung auf den Frie- 
densyertrag gestellt sei'). 

Der Kurfürst schreibt an den Kaiser, um ihm seine Rüstungen zn er- 
Maren und ebenso au die Stände des Reichs. Man hat Nachricht, dass die 
Reise de Lumbres' in Wien Lärm macht, iu dem Sinne, als sei Ue unter- 
nommen, ein BiindnisB zwischen Frankreich, Schweden nnd dem Karlürsten 
von Brandenburg gegen Oestreich zn Stande zu bringen. Darum rätb WaN 
deck dem Gel^andten, seineu Aufenthalt in Berlin abzukürzen. 

de Lumbres an Brieiine. Dat. 20. Juü 1655. 
(Duplicat.) 

[iDiIruotionen Watdeck's und Schwerin'e. Dio pnlniBChea AbgeAnndten in Schweden. 

IlediagUDgeD eines BÜDdoiBies mit Frankreich,] 

. . . M. le ßomte de Waldeck m'a fait entendre que') . . . [lui et 20 Juli. 
M. de Schwerin] ont ordre de ne se pau contenter de la eimple pa- 
role des Su^doiB, mais de faire ud trait^ avec eux ... et demander 
que le Rol et la Reine') y interviennent comme garants du traitä'), 
me demandaDt, ei 8a Majeetä n'aurait pas agr^able de le faire, & quoi 
j'fw reparti que malaiü^ment pourrais-je satiefaire & cettc demande qu'a- 
prSg avoir appris lee eentiments de la cour. ... Ils ont encore ordre 
de m^nager l'uccommodement des Polouais avec la couronne de Su^de 
ensuite du pouvoir que ceux-lä ont donnö. Les ambassadeurs qu'ils 
out envoyö-s pour le meme aujet sont arrives en Öußde ; mais le roi 
Stant sur le point de s'embarquer, leur a fait dire qu'il ne leur pouvait 
donner audieuce que dans ses vaisseaux *). ... 

Deux des conseillers . . . viennent de me proposer que leB condi- 
tions qu'il') souhaite sont: 

') Wo sie nm lÜ. Juli eintiafen. Vgl, über die dorligen Verbuiidluiigen Pu- 
ftndorf V, J:.'ff. Droyscn p, 210 ff. 

') Vgl, l'tilendorf V, 41, Droysen p. SlO, 

■) qn-ite Ue. 

') Die KSnigiD-Muttcr Anna von Oestreich, 

') Vgl, Pufendorf V. 4a 

•) Droy.eo p,209. 210. 

■) (Der Kurfürst.) 



>vGoo»^lc 



44 U. Beriobte ron 1655 bis 1656. 

qull fournira [au Koi] 2000 bommeB de pied et mille cheranx 
pour la döfense de l'AIaace et de tout ce qui lui a iti cäd£ par la 
paix de Tempire, 

moyennant quoi ils demandent . . . 6000 hommes de pied avec 
3000 chevaux oü il serait inqui^tä dans lee itata qui lui appartiennent 
de la Buccession de Juliers .. .; que du secours . . . la disposition libre 
et entiäre eera k celui qui le recevra, et que Sa Majeetä gratifiera leur 
maltre ... de deux cent mille 6cub eu lel lieu et k tel terme qu'il lui 
plaira. . . . 

... Je leur dis qu'ou tn'aTait donnä k euteudre qu'eo rendant k 
r^lecteur de Braudebourg lea frais de eea leväes pour le tout ou poar 
partie, ses troupes k proportion paseeraient au Service du Roi, apr^s 
que les afTaireg eeraient ici ajust^es. Ils ne s'arret^rent jias beaucoup 
ä ce demier point . . ., et quant au pretnier . . ., ils reprteent^rent que 
daoB le trailö projet6 entre eet ^lecteur et les Etats de HoIIande eeux-ci 
d'abord lui ont oETert de l'assister de dnq mille hommes, quoiqu'ils 
n'ait offert que le mSme nombre de troia mille hommes. . . . 

Depuis nia lettre öerite .... les memes conseillers m'ont dit que 
Soa AlteBse jugeait k propos . . . que [la ligue] Boit pour tous les ätats 
que Tun et l'autre posB^dent dans l'empire ') ; mais, seulement, qu'entre 
les dtats de cet ^lecteur on nommerait particuli^rement ceux qui lui 
appartieunent du') droit de la Buccession de Juliere. ... 



de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 20. Juli 1Ü55. 

[Cftrl Onsta» und Pleticnberg. Besuch Schlippenbach's. Die kanftigt; Kais^rKOntv.) 

i, ... L'6leeteur ouvrit hier en ma präsence une lettre de son rösi- 

dent k Stockholm *) par oä il lui roandait que le roi avait sourent de 
secrtfes conföreDcea avec Plettenberg*) . . . dont M. d'Avaugour ne 
peut p^n^trer le sujet Le comte de Witgenatein, qui est aiyourdliui 
te Premier de son conseil, me raconta que le comte de ächlippen- 
bach, Su^doiB, qui revient de visiter les princes de l'empire, passa ici 
incognito et ... vit Son Altease, vers laquelle . . . il n'a pas laiss^ de 
parier assez haut. II a voulu faire croire que son maitre ne trouverait 
pas des affaires pour six moiB dans la Pologne. . . . 

') l'AUac« Ms. 
■] d« Ur. 
>; DobrieDBki. 

*) Dsmali kaiierl. Abgesandter in Schweden, sncbte die Politik dea KnrfflrBten 
dort >D verdttchtigen (Pufendorf V. il). 



>vGoo»^lc 



EntBchlosBCDlicit des KnrfQtalen. ^g 

Le ... comte de Witgensteio m'a meme voulu persuadcr que 
ce roi songe k l'empire et . . , m'a dit qu'il serait plus avautageux pour 
rAUeiiiagne que le Roi y songeät. . . . Je ne aais pas, ai l'^lectear de 
Brandebourg d^sircrait avee I'aide du roi de Suöde se porter k cette 
dignitg; mai» il a trop de Jalousie de ce roi, pour souhaiter que la 
couronoe imperiale soit ajout^e k celle qu'i! a. . . . 



de Lumbres an Brieiiiie. Dat. Berlin 27. Juli' 1055. 

I Iteeori-iliilft wegen Preaaauii. EntacbloaSL-uheit des KuiCürBten. Prousaisclie Reiae. 

Vcrlrag des Karfarslen mit den Gencrslst Baten. Der kanfltge Kaiser. Die polniachoii' 

Abgesandten in Scbneden. Der Hof.] 

Der Kurfürst fürchtet, Schweden und Polen möchten sich über die Ab- 27. Juli, 
tretong des herzoglichea Preussen vergtändigeo, iDdem der Graf Schlip- 
penbach eich dahin hat verDchmeD lassen, dass Schweden sich mit ihm geru 
wegeD dieser Provinz vergleiebeu würde. Er wünschte die Sache zwischen 
den beiden Eroneu durch seine Abgesandten gcRchÜchtet zu sehen, kann 
die:! jedoch, im Hinblick auf die Absichten und die Macht des Könige von 
Schweden und die Schwäche desjenigen von Polen, der nur eiae Pactioü für 
»ich bat, nicht hoffen — und weiss darum nicht, ob er mehr besorgen soll, 
dass das Haus Oestreich, oder dass die Schweden sich desselben bemacbtigeu. 
Jedoch, was auch kommen möge, das betheuert er, er werde niemals dulden, 
dass mau ihn seiner Staaten beraube und, wenn seine Kräfte zu ihrer Ver- 
theidiguog nicht ausreichten, nicht allein die seiner Freunde, sondern selb.st 
diejenigen der Türken dazu herbeiziehen. Und er hält sich überzeugt, dass 
Dänemark!, Holland und England, Frankreich und sogar Spanien seine Ei- 
fersucht theilen werden. 

„II parle toujours du voyage de Prusse; tnaie auparavant il aou- 
liaiterait d'apprendre lea inlentiouB du Roi, — et que j'eusse . . . un 
pouToir BufBsant avec les instnictioiia n^ceasaires." 

de Lumbres weiss nicht, wie ea mit dem projectirten Vertr^e des Kur- 
fürsten mit den Qeneral Staaten steht'). Oraf Scblippenbacb hat sich 
nicht entbrechen können, den Argwohn, welchen derselbe den Schweden 
eingeflösst '), anzudeuten. Derselbe Graf hatte übrigens geäussert, man müsse 
sich bemühen, zum ersten Mal einen Protestanten zur Kaiserwürde zu be- 
fördern, und Schweden würde den Kurfürsten von Brandenburg bei etwaigen 
Bestrebnngen um dieselbe unterstützen. Indessen hat dies Anerbieten nicht 
den Eindruck der Aufrichtigkeit gemacht. 

Der schwedische Resident hat de Lumbres mitgetbeüt, dass die pol- 
nischen Abgesandten sich in Schweden befanden und mit den ihnen zuge- 
wiesenen Commissareu zu verhandeln begonnen hätten. . . . 

■) Tgl. fib«r denaelben PuCendorf V. 21 ff. Drofien p. 217 (er wmrd uu 
Et. Ang. abgMohloBBea). 

'J Pufendorf V. 47. 



>vGoo»^lc 



46 II- BerichiD von 1655 bin 1656. 

„Notre cour est partie d'ici le 23« du inois, pour B'aller divertir k 
Otangebonrg." 

Vorschläge zu einer Defenslvalliance zwischen dein Kurflireten 
und Fi-ankreich (durch Wicquefort). [o. D.] Juli 1655. 
L. Öon AlteBse 6lectorale offre: 

de faire un traitä de garantie particuliäre pour res^cution des trütös 
de Munster et d'Osnabruck; 

d'entretenir pour l'ex^cutioD de ce trait^ quatre mille hommes de 
pied et deux mille ehevaux avec lartillerie et Equipage nöceeBaires '), 
outre les troupes que S. A. 6l. est obligße d'entretenir k cause des 
6tata qu'elle poseSde dane les cercles de la Haute- et Basse-Saxe et 
Westphalie ; 

de tenir unc partie de ees tronpes oii Heu oft lo Roi s'en pourra 
servir i toute heure et Ic vestp eu des quartiers d'oft elles sc pourront 
en troiB seinaines rendro sur le Khin, et les faire ]>as8er au serrice de 
tia Majestä (sie); 

de lever un corps d'annöc encore plus eonsidörnblc; 

de döclarcr [la guerre] ') en vertu de ce trait^, diis que les traitäs 
de Munster auront it& violös ä l'^gard du Uoi; 

de coutinuer la guerre, jusqu'ä ce que les euiieniis communs au- 
ront donn^ des assurances süffisantes au contenteruent de Ha Majestä, 
qu'& l'avenir le repos public ne sera point troubld ni le Koi iuquiätä 
directement ou indirecteincnt; 

de faire la guerre non-seuleuicnt k ceux qui prßteront leur nom 
aux troupes qui offensei-out le Koi ou Soii Altessc ^lectorale, niais aussi 
k ceux qui leur donneront retraite et qui s'en serrirout; 

de faire en sorte, que la maison de Biunswick, le landgrave de' 
Hesse, I'^leeteur de Cologne et la plupart des ^tats des cercles de 
Westphalie, du Haut- et Bas-Kliin et de öouabe entrent en ce lrai(6; 

de faire trouver au Roi ou ä Son Eminencc en particulier un avan- 
tage tr^s-consid^rable eu la protection que tia Majcetä donuera & Son 
Altesse älectorale pour la conservation de ses droits sur ies pays de 
la Buccesraon de Juliers. 

Le resident de Brandebourg a Charge de faire plusienrs autres 
offres qui ue peuvent pas bien €tre couchäes par'äcrit, et en fera an 



') DdcoMure Ml. 
*} Fehlt im Ms. 



>vGoo»^lc 



VorachUge ■□ einer DerijneWaltiance mit Frankreich. 47 

CD Bon particulier touchant un foüds Bur lequel on prendra lee subsides 
qae Ton deBtinera pour les affaires d'Alleraagne et k dcB traitauts qui 
fourniront l'argent. — 

Son Altesse ^lectorale demande: 

que pour faeiliter la bonne iiitelligence -des 6tata protestants et ca- ■ 
Iholiques d'AJlemagne avec Ha Majest^, il plaise au Roi faire*tnettre 
eu conBidäration les avantages que la France tirera de la r^union de 
l'Alsace k l'enipire, et cepeudant defendve aux officiers du Roi eu Al- 
sace de maltraiter les ^tats libres et sujets k l'empire dans la meme 
prorince ; 

que Sa Majestti subvicnne ä la subaistauce des troupes que S. A. 
&. entretiendra et dont une bonne partie est d^j4 levße; . . . ') 

que le Roi apräs.la rupture ne fasse point jle paix que S. A. 6\. 
n'y soit comprise k des conditions avantageuses ; 

de ne point obliger S. A. öl- k roiiipre sinon pour des infractions 
faites cüutre les traites de Munster et d'Osnabruck; 

d'asBurcr S. A. 61. que tia Majestti prendra Bes inti^r^ts, si on la 
trouble en la possession du pays de Clävcs; 

quil plaise k Sa Majestii d'aebevcr cc qu'elle a d6jä commenc^ pour 
U gräce qu'elle lui a faite od hunorant 8. A. ^1. de la qualit^ de 
fröre, puisqu'il ü'y reste qu'une l'ormalitä qnl n'est point essentielle. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 5. Aug. 1655. 

[BemOhuDgcn Kurtachacna um vin Bilndnisi mit Brandenburg.] 
... Der Oberstallmeister (graud-6cuyer) des KurpriiizCQ von Sachsen 5. Aug. 
hat uicht anterlusseu in Oranienburg zu sondiren, ob der Kurrürst von liran- 
d«Dburg geneigt sei, ein euges Biindniss mit dem säcli^^isc-beD Hause einzu- 
gehea: aber wahrscheinlich vergeblich. 



de Ijumbres an Brieiine. Dat. Berlin 5. Aug. 1655, 
(Duplicat.) 

[StflluDg des KurfQrBteo su den vcradiiedeDen MUchtea. Bedingungen des Vertrags 
nil Frankreich. Der Hof. Waldeck and Dohna dem Könige von Schweden enigegen. 
Der Letztere wQnachl eine Ztiaammenkanft mit dem Kurfilraten.] 
Der Kurfürst hält de Lumbres hin und scheint den Franzosen ent- 5. Äug. 
schlüpfen zu wollen. — „Comme il est le plus gfinÄreus et le plus puis- 
sant prince d'AIIemagne , et que ceux de la maison de Brunswick et 

') ce qae Sk Ma^taii ferk de aon odt^ tn oaa de ruptare et de continuatlon da 
1» guerre Ha. 



>vGoo»^lc 



48 It. Beri<n>le TOD 1655 big 166«i. 

de Lunebourg et le landg^rare de Hesse soat en quelque fa^on d^ 
peodants de )ui, le roi de Suade tiendrait ä grand avantage de le 
pouvoir engager dans son parti." Indessen der Kurfürst scheint eher 
geneigt, sich dem Kaiser in die Anne zu werfen. Seine Verhandlnng mit 
den Gene rat Staaten ist im Zuge und der englische Vertrag sehr vorge- 
schritt^. . . . 

„Dan8 les couditions du traitö qu'il d^sire . . . faire avec noua il 
ne demande plus que la Pruase soit coniprisc . . . , ayant biea jugä 
pour les raisona marqu^es par votre depeche que') [Sa Majäetä} 6vi- 
tera lea occaaions de se brouiller avec ce roi'); mais il prttend seu- 
lemeut d'y coinprendre lea ötata qu'il a dans l'empire et particuli6re- 
raeut ceux de la succession de Juliers. II est vrai que le roi de 
SuSde 6tant de la niaison de Deux-Pouts, [y] peut avoir quelque Prä- 
tention; mais si Sa Majestä trouve & propros de faire ce traitä, on 
pourrait, ai eile I'avait agriable, ajouter qu'il ne pourrait aucunement 
priijudicier k Valliance quelle a avec le roi de SuMe." . . . 

Der ganze Hof weilt seit dem 1. d. M. noch in Oranienburg. 

Der König von Schweden ist in Wolgast gelandet, wohin der Graf von 
Waldeck gegangen ist, ihn im Namen des Kurfürsten zu begrüssen'). Er 
sollte am 2. von dort aufbrechen und Tags darauf in Stettin eintreffen, wo- 
hin Graf Dohna, welcher im Dienst der Prinzessin von Oranien ') steht und 
der einen Bruder in der schwedischen Armee hat, ihm entgegengeeilt ist. — 

Der König von Schweden hat den Wunsch ausgedrückt, den Kurfür- 
sten von Brandenburg persönlich zu sprechen, aber dieser zeigt wenig Nei- 
gung dazu. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Berlin 12. Aug. 1655. 

(Besorgnias des Kurfürsten UDd neue AushebuugeD dessetbea. Coofereni in Ämt- 
walde. Hocbmntb Carl Qastav'i den brandenburg. AbgeaandtGii gegenüber. Ein 
Finantproject.] 
12. Aug. Die misstrauisehe Besorgniss des Kurfürsten hat sich nach der Ver- 

handlung seiner Abgesandten mit dem Könige von Schweden gesteigert. 
Er macht neue Aushebungen. „11 eat vrai que depuis deux jours ce 
roi a convifi cette alteaae ä une nouvelle Conference Ä Arnswalde" '). 
Indessen nur Schwerin wird sich dorthin begeben. ... „Le comte de Wal- 
deck ... vient de me raconter la hanteur arec laquelle il*) a traitä 

') qn'ellfl Ms. 

') Dem Könige von Scbweden. 
') Pttfendorf V. 48. 

') PriDzessin Amalie von Oranien, Mutter der Kurflirstin Luise. Ea ist Oraf 
Friedrich Dohna vgl. aber ihn Orlicb I. p.4dÖ. 
•) Droysen p. 215- 216. 
*) Der KSnig von Bchwedeu. 



>vGoo»^lc 



TcThanüliingen mit Carl Gnst»v. 49 

»Tee eux, ayant voulu avant toutea choees obliger M, l'ölecteur ä re- 
Doucer k toutcB ees allianees et en faire uiie etroite avcc lui, et pour 
otage lui donner lea place»') dont j'ai parlä daiis la lettre de laquelle 
le duplicata est ci-joint*). Watdeck bat ihm darauf gcgeutheils die Uo- 
falir eioer Alliance seioes Gebieters mit dem Kaiser vorgestellt. . , . 

Le Bieur Dychmans [?] '), qui est eo ccttc cour de)miH quatrc ou 
cinq ans, m'a fait entendre qu'il a un secret pour augnienter les ßnan- 
ces de trois inillioDs de livrea par an sans int^resser le public. H 
m'a dit en avoir 6crit quelque clioHe k M. de Wicqiiefort, inais sans 
B'en bien expliquer, ce qu'il ofTre de faire, »i Vfitre Emiuence a agre- 
able qu'il «ille la trouver ou qu'il y envoic iiue persoiiiie de wa part. 
ou qu'elle lue diinue le pouvoir de traiter avec lui '). ... 



Duplicat. Dat. Berlin 12. Aug. 1655. 

IFordeniDgen des Königs von Schweden, Des Kurfürsten ßirvitkrafte; seine Hoffnung 
inf die Oeneralslaaten, Sachaen u. «. w. Steno Bictke nacli Dresden. Anerhiuiungen 
der Polen.] 
. . , Le roi de Suede est parti de ötetin le 9 . . . MM. Waldeck 12. Aug. 
et de Schwerin ... sont revenus depuis quatre journ en cette ville, 
avec toute la cour , . ., et j'appria de M. l'öleeteur que le roi de öuede 
le veut obliger k lui niettre enire lex maiiis Miimol et Pillau et de 
ne pa8 faire le voyage , , , eu cette provincc'): sinon, qu'il le tiendra 
pour 8on eunemi *). II ajouta ... qu' ... outre Ics forces qu'il a eu 
Pruaae qui sont de sept mille bomniee et Celles qui sont pn^Rcnte- 
ment aux environs d'ici . . ., qui foitt huit k dix niille liommes, il vieot 
de donner plusieurs commissions pour taire de nouveaux röginients 
de eavalerie et d'infanterie. ... II ne nie cela point que [meflsieurs 
les Etats] ont grande Jalousie du rtti de Sutide. et que pour cela ils 
^quipeut trente-vix vaisseaiix de guerre pour les eiivyer dans la nier 
Baltique. II nie dit nienie contidemnient que Telecteur de Haxe et . i . 
aon GIb lui ont fait portcr parole par le grand-äcuyer du prince') qu'ils 
le secourront de toutes leur« forees. II CKpere encore d'etre assiwtö 
des princes de la niaison de Bnmswick et du landgrave de Hesse 

') Uemel und Fillau (Tgl. Pufendarf V. 39 ff.). 

■) S, unlen. Vgl. Droysen p. 214 

■) Man könnte an Christoph Deirhmann (s. I, I. p. 546i denken, der indf-aen 
keineswegs erat .seit vier oder fOnf Jahren* am brandfnliurg. Huf war. 

'1 Nach einem Briefe Silhon's an Mniarin dat. Paris 8. Oct 1055 ichrieb jener 
D, als seine Meinung, er werde mit de Luuibrea ober die Snohe verhandeln dürfen. 

'') d. b. nach Prensaen. 

■) Vgl. Droj..op.217. 
) Vgl. oben p. 47. 



„Gooi^lc 



50 11. BerSchto toii 11155 bis 165ß. 

Le roi de SuMe a nomine le aieur Bielke'), sänateur, pour aller 
. . . k Dresde. . . . 

Lea Polonaia offrent de cöder & M. de Brandebourg la eouverai- 
net^ de la Pnisse et de traiter avec lui pour la Litliuame, s'il veut 
joindrc eea annes aux leurs; inais il o'eat pas conseillö d'accepter 
cette oflre, si les öußdnis ne l'eiigageiit dana la guerre. 



de Lunibres an Brieiine. Dat. Berlin 26. Aug. 1655. 
(Duplicat.) 

[Neu bürg tschs Angelegenhuitc^n. MüglicKe Abtretung des herzoglichen PreDMen. Die 
Schweden in Curland. Der Cziit. Der Ki>nig von Schweden und der Knisor. Ver- 
schiedene Sendungen des Eralere». Hoffnungen dca KurfQralen auf auHwIlrlige Hflircj 

3. Aug. ... Aaf seiue Insinuationen, dass sich der König sich nicht dazu ver- 

8tehen könne, den KurTürsteu hei einem schlecht begründeten Angriff auf 
den Pfalzgrafen von Neubnrg zu unterstützen, und dass die katholische Re- 
ligion iu jeneu Gegendeo unter allen Umständen frei bleiben sowie die Geist- 
lichen im GenusH ihrer Güter erhalten werden miissten, hat der Knrfürst 
erklärt; que son Intention n'est paB d'attaquer ce duc, ainon en cas q\i'i\ 
ne se Toulfit point mettre ä la raison; niais il n'a pas paesä jusque-lji 
que d'en laiaeer le jugement au Koi .... ayaut depuis peu fait imprimer 
pour cela un livre'). . . . Quant k lautre point, il n'y a pas apport^ d'au- 
tre diflficultö sinon qu'il pnStend restreindre cet exercice et lea biens 
ecclMastiques k l'ötat oü eea cboses ^taieot l'an 1012, confonn^ment 
aux rfeversales qui furent alors donnöes par son al'eul '), ... Er be- 
behauptet nämlich, dass der Friede von Münster den besonderen durch der- 
gleichen Acte begründeten R«cbteu nicht derogire. 

de Lumltres hält es für recht wahrscheinlich, dass der Kurfürst sich 
verstehen könnte das herzogliche Preusifen den Schweden gegeo den voll- 
kommenen Besitz jener ganzen Erbschaft zu überlassen, in den dieselben 
sich erboten haben ihn zu setzen: trotz der zweifelhaften Treue der Schwe- 
den, da, wenn das königliche Preussen in deren Händen ist, der Besitz des 
herzoglichen dem Kurfürsten nicht mehr von vielem Nutzen sein würde. 
Il eat alamiö de ce que leur amiäe qui ätait dane la Lithuanie est 
eutröe dana le duch^ de Courlande, oü eile a'est aaisie d'une des meil- 
leurea places, quoique la ueutralitä ait iti accordöe au duc, qui eat 
Bon beau-fröre*), et de ce que cette armäe a'eat ensuite avanc^ vera 

') Steno Bielke (Pufendorf V. 25. 27. Ejnsd. de rebus b CbtdIo Guatavo 
Snecia« rege gestia II, 71). 

') Wovon d« Lumbrea zwei Exemplare Qberachickt. 

') Johann Sigiemund. 

*) Herzog Jacob von Curland, Gemabl von des KurfSratea Älterer Sohweater 
Lniae Charlotte. 



;vGoo»^lc 



Anknnft Schlippenbach'a. 51 

Mämel . . ., oü il a envoyä depuis quati'c ou ciiiq Jours M. le comte 
de Wsldeck pour doiiuer ordre ä tout. . ., 

Le grand-duc de Moacovie ') a pris la viile de Wilna, . . . M. I'ö- 
lecteur a envoyö vers lui, pour lui faire civilitii et le prier de maiii- 
lenir la neutralitd qu'il lui a accord^e par Bon cnvoy^ ([ui vint ici l'an- 
aie passie"). 

Der König vuii Schweden bat dem Kaiser versprocbcu, die rümisctie 
Krone aaf das Haupt Reines Suliiies zu setzen, falU er sich nicht iu die 
polnischen A » gelegen hei ten mische. Aber der Kurfürst betheuert nach wie 
Tor. weder seine Collegen noch er würden jeraai» dulden, dass jeuer König 
in solcher Weise über das Reich verfüge. 

Btelke, der nach Dresden und von da nach Wien gebt ), ist vor vier 
Tagen durch Berlin gekommen ohne den Kurfürsten xu seilen. Der König 
von Schweden Vkill noch einen andern Gesandten an den Fürsten vou Sie- 
benbürgen sowie au den moäcowitiscbcn OrossfürKteu senden.... Schwerin 
ist vorgestern vou seiner Mission an denselben König zurückgekehrt; de 
Lambres weiss nicht, ob die Heise, zn welcher Schlippenbacb in den 
Düinlichea Angelegenheiten an den brande nburgiscbeu Hof sich anschickt, 
von mehr Erfolg gekrönt sein wird. Er hat den Ku^fü^.^ten umsonst gebeten, 
sich mit Schweden zu verständigen. Derselbe liofTt vielmehr auf HUlfo von 
S«iteu Hollands, des Königs von Dänemark, Cromwell's und mehrerer deut- 
scher Fürsten; Holland habe ja schon „ciivoye le jeune Tromp au äuiid 
aiec aeize vaiBseaux de guerre, qui doivent etre suivies de vingf-quatre 
autres döa que l'amiral Opdam sera de retour de Spaa, d'oü il a et6 
mandg. . . . A tout cela il aJoule le secours qu'il prötcnd demander A 
l'empereur, le flattant de Teap^rance qu'il lui laissera prendre d'avoir 
sa voix en rälection du roi dee Romains." 



de Lumbres an Mazarin." Dat. Berlin 2G. August 1C55. 

(Schlippcnbach angckoinmen. Versuche einen Vergleich zwisclicn BrandsnLiirg und 

Suliwedun hcrbeiKumbruii.! 

. . . Le conite de Hchlippenbach est arrive en cette ville. ... 26. Aug. 
Si Votre Euiinence a agräable de se faire lire le double de cette 
lettre, eile verra que j'ai täcli6 k dispoaer cet electeur ä a'ajuster avec 
la äu£de suivant Vordre que j'en avais re^u. Je n'ai pas manquö i faire 
valoir cet ofßce au resident de cette couronne, k sou retour d'aprös de 
son maitre. ... 11 avoua que cea conaidärations süut furtca et k petier; 



') Cur Miohae) FeodorowitBcb. 

■) Tgl. Pufendorf V. 62, 

■) pDfendorf C. G. II. 71. F. W. V. 26. 27. 



:vGoo»^lc 



niais que son mattre est rtsolii, si on reiiiue du c6t6 de de^ä, de quitter 
la Pologne et tourner avec toutes se8 forcea' contre ceux qui se dicla- 
reront contre lui. . . . 



de Lumbres an Mazarin. Dat. l.Sept. 1655. 

[Forderungen Sdiwedena. Staatischea BUndnisa. Der Kurramt denkt an Ludwig XIV. 
aU Räm. Kaiser. Du FinRnEprajcct. Wsldenier.] 

Die Schweden haben allein die Forderung der beiden Plätze im her- 
Kiiglieiien Preussen ') nachgeta^seii. Sie beanspruchen nach wie vor den 
freien Eintritt in seine Hafen, Theil an den Zöllen n. s. w. 

|M. I'ölecteur] fait un trop grand fonds sur cette alliänce avce Jen 
Etats, pour »'eu d^partir. Comme eile a'est faite avec la partieipation 
du protecteur ') , il ae persuade que TÄngleterre pourra entrer dans la 
ligue. 

Die Herren Staaten schicken ihm mehrere Officiere, die auf den Schiffen, 
welche er ausrüsten lässt, das (.'ommaudo übernehmen KoUen. 

[II ue peut] supporter que les Suedois se pr^sument de diaposer 
de l'empire. II n'y a que trois jours que m'en parlant avec Emotion, 
il dit que Bi on vicnt lä, il noiiimera le Koi, et qu'il sait bieii que »a 
voix sera suivie d'uue autre, sans autrement s'expliquer, niais je nie 
suis persuade qu'il entendait |)arler de l'^lecteur de C«dogne, avec qui 
il a grande correspondance. ... Je lui dis que Sa Majestö ne songe 
point ä Tempirc. ... U reprit »lue ies dcsseine de Henri le Grand ne 
Hiuit pa« tous morts, qu'oii cn voit encore parailre quelque choae. ... 
M. l'ölecteur, ä qui [le sieur DychmanB[ a d»icouvert quelque chose 
|de sa propoHitioii) ') , tämoigne qu'clle est recevable et qu'il s'en veut 
servir en Prusse. — 11 est prie par les cantiins protestants d'6crire ä 
Sa Majestß en faveur des Vaudois. . . . 



de Lmiibres an Briennc. Pat. Berlin l.Sept. 1655. 
(Duidicat.) 

[Sclilippeiibach. Aiiseichten dceKurrflraUn auf die pobiiache Krone. StreilkrHOe dei 
Kinrüratvii. Wivquernrt. Die PrinsesBiii von Oranien, AbermaHge Sendung Scfawerin'a.j 
l.Sept. de Lumbres hat Sehlippenbach diewelben Vorstellungen gemacht, wie 

vordem dem schwedischen Residenten'). 

En parlant de ceux qui ont plus de Jalousie de ses desBeins, comuie 

') Memel und Pillsu vgl. oben. 

') (Ufber die Stimmung Cromvrell'», an welchen der KnrfQrBt Schleier ge- 
«chickt halle, ». PnfBndorf V. 26) 
■) Vgl. oben p. 49. 
'l Vgl. oben. 



„Gooi^lc 



SchlippEubtcb. Truppen mach l des KurfUralen. 53 

Tempercur fut niis au tapia, il dit qu'il est au pouvoir de son inaftre 
de Ben aBsurer et m§me d'obteiiir deux duch^a, s'il reut s'allicr avec 
lui. . . . 

Die KroDc Polens betreffend, „il y en a qui ont parlö de M. l'ö- 
lecteur de Brandebourg; ... (jiaia il t^uioigue n'y vouloir pas songer. 
Aus8i lui serait-il malaia^ en cctte conjoncturc. . . . 

M. de Brandebourg a retard^ pour ijueliiue tenips son voyage en 
FrusBe, nc le voulant pas faire saus y mener rarniöc qu'il a eu ccn quai- 
tiers, k quoi les äuMois däclareiit qu'ils sopposeront , et qu'ils pren- 
dront cela pour un acte d'hostilitii , cc qui l'oblige , d'afteiidre la fin du 
Iraite qu'ils lui propoBcnt. Cepondant il sc pr^pare ä tout äv^ncmeut, 
ayant d^jä en PruBse, ä ce qu'il ni'a dit ')^ sept mille hommes de milice 
r^lee et quatre mille hommes qu'il y a envoyös, eii la Marchc de 
Brandebourg HOOÜ hommes ... et 4000 qui vienucnt du eöt6 de Wrst- 
pbalie, outre lesquelles forcea il prätend eiicore faire six nouveaux re- 
gimeutB . , , , avec quoi il espöre mettre sur pied duuze mille hommes 
de pied et dix mille chevaux saus la milice de Prusse et les 4iKHl 
hommes que les Provinces-Uniee soiit obligöes de lui fournir') s'il en 
a besoin. II se pronjet d'avoir cncure eix mille hommes tant de M. 
l'decteur de C'ologne que des princes de la maison de Brunswick et 
cinq mille de M. le landgrave. . . . 

... Je ne puis )>6n£trer, jusqu'ä quel point M. l'^Iectcur se üe en 
8on resident') . . ., sinon que ce prince dans un discours . , , a t^moignö 
qu'il le croit intgressä. Quant & madamc la princcsse d'Orange. eile 
est fort consid6r6e de lui, et il deföre beaucoup ä scs scntiments. — 

J'apprends pr^entement que le comte de Schlippenbach s'cn 
retourne sans avoir rien conclu, et que le baron de Schwerin le 
Buit') pour voir, quelles seront les derniöres rösolutions du roi de 
Suöde. II ne sais, si de part et d'autre on n'affecte pas ces rcmiscs 
pour gagner temps et prenilre conseil des ^vänements. 



de LuQibres an Mazarin. Dat. Berlin 10. Sept. 1655. 

[Abreise den Kurfürsten nach Preuaecn.) 

. . . M. l'ölccteur n'a pas laiss6 de partir d'ici avant-hier (sans I'a- 10. Sept. 
voir fait savoir au resident de [Öaj Majest6 [de Öuödc]') qu'au moment 

') 8. Droysan p. 227— 220. 

■) Pufendorf V. 22. Drojaen p.217. 

'} Wicquefort. 

') pQfendorf C. G. II. 58. 

') cette mijeitä M'i 



„Gooi^lc 



54 II- Berichts voD 165& bis 1%6. 

qu'il partait). II va en diligeiice vers ses troupes, qu'il a fait avaccer 
en Pomiranie pour les mener eu la PruBse ducale. Ce qui l'a porte 
k faire un Beeret de son voyage, est la dßclaration que les Su^dois 
ont faite que s'il le faisait avec ses troupes, il B'upposeraient k son 
paBsage et le traiteraient en enuemi. . . . 



Zusatz zur Instruction de Lumbres. Dat. 15. Sept. 1655. 

[SlellHng zu Schweden. Pfali -Neu bürg. Absichten Oestrekhs. Rom. KÖDigawahl.] 
Ib. Sepi. Bas EiiirerDebmeu mit Schweden mii^s gewahrt werden. V/as die neu- 

burgischen Angelegenheiten betrifft, so müssen die dortigen religiösen Ver- 
hältnisse auf der Grundlage des Miiusteror Friedensvertrages geregelt werden. 
II scmble que ce soit beaucQup que le Koi Boblige eii faveur dudit 
sieur filecteur de le secourir de ses armes contre Ic duc de Neubourg 
en cag de nipture et de guerre, ^tant certain que cehii-ci sera prot^d 
par le roi d'Espague et par d'autrea puissances, comme il l'a ^t^ par 
le p&Bäi, et que ei lea armes de France ne se remuaient pour lui, plu- 
sieurB de ceux qui prendront par-lä coeur de l'assister, demeureraient 
en repos. . . , 

Frankreich verspricht dem Kurfürsten seinen Schutz gegen die Ab- 
sichten Oestreichs, welche demselben nicht unbekannt sein können, ^s'il se 
souvient de ce qui en äcbappa sur ce sujet aux minislres de l'empe- 
reur apr^s l'^lcction du döfunt roi des Homaina"'). ... de Lumbres 
soll vom Kurfürsten eine Vorsicheruug zu erlangen suchen, dass er seine 
Stimme bei der Wahl eines römischen Königs nicht gegen die Intention 
Sr. Majestät noch für jemanden abgeben werde, welcher der.^^elben nicht ge- 
nehm. Der Kurfürt-t soll auch suchen, hiezu den Kurprinzen von Sachsen 
und überhaupt soviel Fürsten und Stände wie möglich herbeizuziehen, wozu 
S. Maj. von ihrer Seite auch beitragen wird. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Berliti 15. Sept. 1655. 

[Erfolge der fr*niÖ«iBChen Waffen. Der Kurfürat will den König vun Schweden in 
Preuaseii aU'mals anerkennen. Sendung nach Wien.] 
. . . Les avis de Cologne nons avaient fait savoir quelque cbose 
des glorieux explotts de cette cainpagne. . . . M. l'decteur cn timoigna 
de joie, que j'augmentai en quelque fa^on, lui insinuant que si Votre 
Eminence a mis la France cette aun^e en possession de l'Escaut, eile 
pourra l'annie qui vient lui donner la Meuse et le moyen de s'appro- 
cher de Clßves. ... La veille de son partement il ne m'a pu dissimuler. 



') Ferdinand IV. (gewählt am 31. BJai 1653). 



;vGoo»^lc 



Lübea n«oh Wien. 55 

qull ne reconnallni pas le roi de Suede poiir )a PrusMe, qiiand toutc 
la Pfliognc le reconnaitrait puur soii roi. II preiid pnur miijon 011 pour 
pr^lexle, que le sernicnt qu'il a fait au roi de l'ologiie l'cu relieiit. . . . 
Je ne sais, si ce n'est poiiit principaleiuent pour ce siijct qu'il a r^solii 
la d^putatioD vers Teinpercur dont j'ni parlä au diiplic-nta ci-joiut'). .. . 

de Lumbres an Brieiiiie. Dat. Berlin 15. Sept. 1655. 
(l)uplicat.) 

IFrikt de» priijcctirtcn franiöeiuch-hrBiirtculjurgiei-hcn Vcrtrngcs. Reiuhsangi'lcgi-nhpil^n. 
Wrimaiin wieder nach iI<^Tn Haig. Sendung I.üben'x unch Wien. Die KiiilUrslin.) 

... 11 Berait cncore nöcesaaire d'apprendre rintention [de M. i'61ec- 15. 8 
tenr de Brandebourg] ') buf Ic temj)» de la diir6o du Irailc. On m'a 
parI6 de uix ans; mai3 8i eile reut un plus long terme, J'essayerai de 
l'obtenir. . . . 

L'assemblte qui se tient [A Francfnrt] s'ouvre la »cmaiue pruchaine, 
oü le dipul^ de M. de Rrandebunrf^ a ordre de mettre sur le tapis les 
affaires de Pologne '). ä ce qu'il nia dit, J'ai reeontm , . . (ju'il n'espere 
point de pouvoir traiter avcc lea Öuödoii». ... II a renvoj-6 eu diligencc 
k la Haye le conseiller qui a traite de sa parf avce MM. le» Ktats'). 
Je Tai accompuf^n^ jus<iu'il Spandau ...; eu pienaiit eouge de lui. ii 
me pria diverses foia dawsurer le Roi, qu'il sera toutc sa, vxe non ser- 
viteuT, et qu'il tiendra aa jiarole qu'il ni'a donu^e de ne pas coneeutir 
k la convocation d'uue journee electorale, pourvu qu'il soit a|)puye de 
Sa Majest^. H ajouta qu'il a ri^solu d'euvoyer le barou de Loben'), 
qai est an de ses conseillers d'L^tat et cbanibellanB, verg l'empereur, 
aTCc ordre d'insinuer k cette m^jcBte, qu'il n'est pa9*ä ])ropo8 de parier 
de räectioQ d'un roi de» Romains. ... II t^moigua encorc souhaiter 
qne je fisae le voya^c de Pruuse. . . . 

Madame l'^lectrice, qui est alliic vnuduire madanic la princesse 
jmqu'aupr^s de Halberatadl, doit €tre ici dans deux joum, od eile \ient 
se pröparer au voyage de PruBBO, qui doit elre loug, M. t'electcur fai- 
sant 4tat d'y demeurer deux ou trois ans, si les affaires de l'empire 
ne l'obligent d'en partir plutöt. 



') ^. DIll«Il. 

•)» 

•) Vgl. PufoBdorf V. 28. 
*) Daniel WelmauD. 

^ Vgl. Ober dinu Sendung Lübun'* nai'h WieD Pufendorf V. 21 ff. Droj- 
■•D a. ». O. p. 219- 



:,LtOO»^Ic 



de Liimbres an Biienne. Dat. Berlin 21. "Sept. 1655. 
(Duplicat.) 

[SeuduDg Lüben'H. Der Kntfilrst uud die KurfDrstin. da LambreB' Abrcise.| 
St'it seinem letzteo Briefe ist der Barou y. Loben uaeh Wica abge- 
reist ^ um die Stimmung des dortigen Hofes über den gegouwärtigeu Krieg 
zu crkunileu, uuter dem Yorwaude, die Zahlung Tom Kaiser versprochener 
20(1,000 Rcichsthaler durchzusetzen. So hat es de LninbrcK von dem vor- 
nehmsten Geli. Hath erfahren, der bei der Kiirfiirstin zurückgeblieben ist. 
Der Kurfürat war am 15. d. M. noch in Pommeru. Die Kiirfüratin bereitet 
sich Kiir Kei^^e nach Pommeru vor. 

Jai remis ä partir avec eile, .pour aller avec plus de sfirel^, les 
chcmins, priucipalcment vers la Pora6r6lie, commengant d'etre appr^ 
hend^s & cause des courses des gens de guerre. . . . 



de Lumbres an Brienne. Dat. Berlin 27. Sept. 1655. 
(Duplicat.) 

[Seine Abreise. Botechaften von einer Niederlage Widenberg's.) 
27. Sept. Je fais 6tat de partir le lendemaio de l'arrivöe de cet ordinaire, 

»ans atteudre madame l'ölectrice, dont le voyage coiumeDce d'etre in- 
certaiD. . . . 

On Dc sait pas, & quelle fin la nouvelle de la d^faitc du gän^ral 
Witteuberg a 6t6 apportöe h Dantzick par trois messagere difförenls, 
dont Tun avait 6t6 envoj^ exprös de Vareovie, sinon qu'on conjecture 
que les i'olonais sc sont servis de ce petit artitiee, poTir tächer d'on- 
gagcr M. l'dectcur, qui passait alors par cette ville-U, k sc dtolarer 
en leur faveur, . . . 



dc Lumbres an Mazarln. Dat. Berlin 29. Sept. 1655. 

[MiiiBtrauen der Scbwcden gegen Frankreich, de Liimbreg wird am Hofe des Kur- 
fürsten bleiben, bi» der projectirte Vertrag mit ihm abgeicbloasen ist.] 

29.äew. J'ai appris ... que le comte de öchlippenbach et le resident 
de äu^de en la derni»^re conftrence qu'ils ont eue avec les commis- 
saires nunim^s de la part de M. l'^lecteur ne purent s'empecher de dö- 
couvrir la Jalousie qu'ils ont de moi ä cause dc ropinion qu'ils ont 

con^ue, que le Bujct de mon voyage est pour acqu^rir le sufTrage 

-1« u — üebourg en faveur du Rui dans l'ölection d'un roi des Romains, 
)our la meme fin Sa Majestö täche de gagner l'ölecteur de Saxe 
noyen du prince son ain^, qu'ils disaiciit s'etre rendu pension- 
i France et bien savoir le lieu oft l'argent a 6t6 compl^, et en- 
iitiureut avec opiniätretiJ , que le Roi ue peul parvenir h cette 
n'^tant pas prince de lempire, puisqu'il n'a point voulu que 
en relevät. . . . 

Dqitzc.::::,LTOO»^IC 



Der KarfOrst in Dantig. 57 

J'oböinii avec la Boumission que je dois au commandement qui 
m'est fait de ne paa quitter la cour de M. I'^lecteur que le traiti pro- 
jeti avec lui ne soit fait. 



de Lumbres au Brienne. Dat. Berlin 29. Sept. 1655. 
(Duplicat.) 

|War>cb«a id der Gewalt de« Suhwedenkönigs. Der KuTfQrat in Daniig. Landgraf 
Friedrich von Hcaaeo.) 

On icrit . . . que la ville de Varsovie s'est rcndue au roi de Suöde, 29- Sept. 
et qu'il y va tenir une journöe. 

|Les d^put^j de M. l'^lecteur, suivant ce qu'ÜB oot torit de Posen, 
y doivent etre mainteiiant arrivfis. Cette altesBC 4tait, il y a dix joura, 
aus enrirons de Dantzick et devait en passant par cette ville s'abou- 
cher avec les magistrats, pour essayer de fonner') quelque traitö pour 
leur comniuDe s&ret^ et defense, en cas qu'ils soient alttaqu^e par les 
äuädois. . . . Les coDHeillere qui soat ici rest^ . . . ne dtasimulent point 
que leure avis iraient k . . . quitter [la Prusse] aux äu^dois, si ceux-ci 
ponvaient en d^dommager M. I'^lecteur. Ce qu'iU ont proposä pour 
cela de plus conaidirablc ..., est le royaume de Boheme, dont ils 
pTomettent livrer la possession ä cet älecteur ou le faäre roi des Ro- 
mains. . . . 

Le landgrave Fr^däric de Hesse est pass^ depuis trois jours 
par cette ville, pour aller joindre l'ann^e du roi de Huäde. Comme 
il est 80n beau-frere et d'ailleurs grand ami de M. l'ölecteur, je lui ai 
represent^ que personne ne peut mieux faciliter leur ajustement que 
lui. ... II m'a promis d'employer pour ce siyet le peu de credit qu'il 
dit avoir aupr^s du roi de äuöde. ... II se persuade pourtant que le 
propre intergt de cette majest^ la portera k s'accommoder avec cct älec- 
teat, qui dans la o^cessit^ se liguant avec l'empereur, obiigerait les 
forces suidoises k se diviser, pour faire f£te k lärmte älectorale qui 
serait du cöt6 de la Prusse, et k rimpäriale qui entrerait par la Bo- 
heme, et pour emp§cber que les Polonais ne . . . (profitentj de cette 
occasion. . . . 

Un colonel de M. l'ölecteur vient pr^sentement d'arriver qui a 
laiss^ il y a quatre jours cette altesse avec aes troupes une lieue au- 
delä de Dantzick, en laquelle ville eile a 6t6 re^ue et rögalöe avec 
beaucoup de d^monstration de joie*). Son canon et quinze eents hom- 

') (fenner?) 

'; Vgl. HbeT dieaen glAmendcu Eiapfang des KurfOniten in Daniig am 24. Sepl. 
Dtoy««n p.229 (nach Theatr. Europ. Vll. p. 791). 



:vGoo»^lc 



58 ' "' Berichte tod 1655 bis 1656. 

mee qui l'escortaient sont passes par leB faubourgs. Le mar^hal 
Wrangel s'est avanc^ dans uii de see vaisseaux vers la cöte ä la port^e 
du canon, pour conaid^rer l'^tat de cette arniee, comme eile approchait 
de la ville. II a quitt6 le dessein qu'il avait . sur le fort de Putski '), " 
qui est sur la cöte d^pendante de la m^me ville. . . . 

de Lutnbres an Mazarin. Dat. Berlin 6. Oct. !655. 

[BesprechuDg de Liimbrea* mit dem achnedischoD Kesidvnlcn,) 
Er hat dem schwedischen Residenten die NothweDdigkeit für die Krone 
Schweden vorgestellt, ein gutes K in vernehme 11 mit dem Kurrürsten zu be- 
wahren , ..qui peut facilement Her nou-seulement [les autres ennemis de 
la äuödej ensemble, m^s aussi Tempereur et faire une ligue qui don- 
nerait de la peine k son maitre, au Heu que M. l'älecteur demeurant 
neutre, MM. les Etats, qui n'auraient pas la commodit^ de ses porta 
de la mer Baltique et qui ne se remueut qu'en sa conaid^ration, ne 
[s'j^branleront') pas, ni par cons^quent le roi de Dänemark oi peut-etre 
l'empereur, quand il se verra seul ä entrepreudre une guerre longue 
et pärillcuse. II comprit bien ce ratsonnement , et dit qu'il estimait 
aussi que son maitre s'accommoderait avec cette altesse; mais il ne 
put s'emp^che» de faire paraitre qu'il doute qu'on la puisse detacher . 
d'avcc MM. les Etats, dont il parla comme des gens de qui la Öuöde 
sc tieut d^Hoblig^c, et ensuite qu'il pensait que cette couronne doit n4- 
cessaireinent s'atisurer de l'empereur ou s'allier ötroitcment avcc le Mos- 
covite, si eile vetit poursuivre ses deaseine sur la Pologne. . . . 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Hauptquartier Rinsk 
16. Nov. 1655. 

[StAhrenberg's Bendung. GQnaCtge OesinnitDg des Kurnrstea gegen Frankreich.] 
lieber die Ncgotiation des Grafen v. Stahrenberg ), 
.,Je ne vois point de cbangement du cötä de de^ä, M. l'electeur 
se montrant toujours fort affectionnö k la France, jusque-lä qu'en par- 
lant de faire patiser ees troupes au Service du Kol, s'U s'ajuste avec 
la Suöde, il sc laissa entendrc qu'il dfeirait meme de le ser^ir en per- 
sonrie, ajoutant qu'il a autrefois r«connu les villes d'Anvers et de Guel- 
dre et sait les moyens de les räduire sous le pouvoir de Sa Majest^" 

■) Pttteig [am Putziger Wieok). 
' ') n'äbransleront Ha. 
') Graf JohaDo Kcichard Stahrenberg, Abgesandter des Kaisers, e. Pu- 
fBodorf V. 30. (28. 29). 



>vGoo»^lc 



StahreDberg's Sendaag. 59 

de Lumbres an Brienne. Dat Rinsk 1 6. Nov. 1 655. 
(Duplicat.) 

[d*A*>ugoor. Polniicha D^pulalion. Slahrenbcrg. Verhandlungen des KnrfarntrD 

mlL dem KSnig« ron Schweden. Siellang der Armeen. Die Kosacken. Gesuch des 

HeTrn de la Cave.) 

. . . M, l'ölecteur changeant souvent des quartier» avec le corps 16. Not- 
darmto qu'il mäne en la Prusse royale, m'a fait perdre du temps 
avatit que de le pouvoir joindre. Apr^s le passage de la Vistule, 
H. d'Avaugour ayant appris d'un ministre de cette alteese . . ., qu'il 
se pouirait rencootrer quelque difficultä daos les e^r^moDiee, k cause 
qu'il n'avMt point de lettre» du Koi poiir eile ..., e'ötait separi de 
noua et avait pris une autrc route. ... II s'est trouv6 deux jours 
apr^ [par hasardj ä un quart de lieue de ce prince. ... II a 6t6 
re^u et traitä avec les meines honneurs ... que le comte de Stah- 
renberg . . ., que nous y avons trouv6. II y etait arrivö 5 ou 6 
jours aupacarant, et prcsque .en nigme temps le palatin de Pomä- 
r^lie avec plusieurs starostes et dgput^s dcB villee de la Prussc royale 
et quelques gentils-hommes de la Lithuanie et de la Masovie. . . . 
Le principal sujet du voyage du comte de Stahrenberg am ... 
paur . . . la convocation dune di^te ^lectorale et . . . [l'älection] du file 
de l'empereur. II s'est bien laiss^ entendre que son mtdtre slntöresse 
dans rafiaire de Fologne, et qu'il aesistera de ses forccs cct älecteur, 
mais en termes assez g6n6raux. ... U . . , a enteadu la veille de son 
partement la retation du barun de Schwerin et du resident de Bran- 
debourg '), qui retournaient Je Cracovie. . . . Quant k leur nögociation, 
nous avoDS appris ... qu'ils ont fait peu de chose-dans lelongs^our 
qu'ils ont fait aupr^s du roi de Su^de, n'ayant pu obtenir aucune mo- 
däration de conditions. . . . Ce rapport ayant ät£ fait ea un temps au- 
quel [lesdits diput^s polonais] olfr^ent de faire une confäd^ration avec 
cette altesse pour leur commune defense et lui mettre quelques places 
entre les mains et entre autres la ville de Marienbourg, ... n'a pas 
peu servi k la faire r^soudre k accepter ces offres et traiter avec eux, 
Bans que nous Ten ayons pu divertir. — Ensuite de quoi ayant monträ 
qu'il ne se disposait pas k renvoyer ses däputes, priant seulenient M. 
d'Avaugour ,., d'employer ses Offices ... pour ... porter le roi de 
Iäu6de k se contenter ... de raisoonahlcs conditions, ledit sieur d'A- 
vaugour s'offrit de bonne gräce k faire cet oSice, et n^anmoins remontra 
qu' . . . il estimait Itre k propos que le resident de Son Altcese, qui 
... est revenu avec [M. de Schwerin] . . . [retournät aupr^s de ce 

■) D(.hr»en»ki (»gl. Pufondotf V. 56). 



>vGoo»^lc 



gO II- Berichte vod 16^ bU 1656. 

roi ') [pour] lui t^moig:ner . . . que M. l'älecteur älant trait^ avec des 
condilions raisonnables, fera que cette Prusee reconnaltra le roi de 
Sußde . . , , s'il est 6lu par la r^publique. — C'est le seul exp^dient 
quo nous avons trouT^. . . . Leurs arm^es sont aujourd'hui ei voiBines 
(celle de M. de la Gardie, qui est sur lea froutieres ' de Lithuanie, 
n'^tant äloigii^e que de cinq hcuree de celle ... de Waldeck), qull 
est malais6 qu'il ne se passe entre dies quelque chose qui les brouille. . . . 
Lcs olfieicrs de guerre . . . leur inspirent . . . des coDseils violents. . . . 

. . . On parle diversement des cosaques. Les öußdois publienl qu'ils 
ont traitä avec eux, et les Polonais au contraire que le traite est rompu. 
L'ölecteur de Brandebourg sc Hatte d'avoir grand pouvoir sur eux. . . . 

J'achcvais la präsente lorsque j'ai regu la d^peche dont, mousieur, 
il V0U8 a plu m'honorer le 22 de septembre avec le pouvoir et les In- 
structions qui raccompagnaient et encore une autre du dermer du m^tne 
tnois. M. de la Cave*), qui me les a fait reudre, se promettait d'y 
trouver la gräce qu'il a souhait^e de Sa Majestä pour etre associä k 
l'ordre de St.- Michel, en la maniöre que j'ai pris la libertö de vous 
repr^senter le '6 d'aoät, s'^tant flattä de Tespärance de lobteiiir cusuite 
de ce que vous avez daign6 me mander et m€me plus positiveinent 
Kon Eminence le 10 septembre, , . , Outre qu'il est grand-öcuyer et 
colonel du regiment des gai-dcs de M. l'ölecteur, il a grand pouvoir 
aupr^B de lui, ce qui me fait croire que vous n'aurez pas däsagr^ble 
la hardiesse que je prends de voue en faire ressouvenir, d'autant moins 
que c'est ud suJet du Koi qui par cette marque d'honneur pr^tend faire 
gloire de ia dövotion qu'il a pour le serriee de Ha Majest^. . . . 



üer Kurfürst an d'Avaugour. Dat. Rinak 18. Nov. 1655. 

[Fordert d'Avauguiir auf, dem Könige von Schweden die Friedfertigkeit seiner Ab- 
sichten voriuatellen.] 
18. Not. MoDsieur, je n'ai pas voulu laisser retourner le trompette de mon- 
sieur le g^u^ral Stenbock sans vous t^moigner par celle-ci le däsir 
que j'di d'avoir de vos nouvelles, espörant que V, E. sera arriv^e sans 
mauvaise rencontre aupräs du roi de Suade, et que, selon votre opinion 
et mon souhait, vous V&yez trouvä disposii k nous laisser en pais et 
repos en ces quartiers ici. V. E. aura sans doute repr^sent^ k ü. M. 

') Uebet D.'s Röckkehr dortbin Tgl. Pufendorf V. 64. 

*) Ausdlhrlicfa Ober Pierre de la Cave, cioeD franiSsiscben Beformiiten, Ur< 
mAD et Reclam, H^m. pour sorTir k l'bisloire des idfugiee fr&nque duis lee ^tate 
du Roi 11- p. ll'i ff. Er wird bier auch aU Ritter dvs 6t. Michaelordens beEeiobnet. 
Vgl. Übet ihn ferner ▼. Kessel Tagebuch 8. D. t. Bucb'e II. 146. 810). 



:,L_tOO»^Ic 



Römiiobe KSnigsinhl. Der Karfflnt und die polnische Krone. gj 

ma coüBtante inclination de vivre avec eile en bonoe amiliä, et que 
tout ce que j'ai fait n'est que pour la eonscrvation de inon 6tat; et 
que tant a'en faut que cela aoit A l'offense de Sadite Majest^, que 
plutöt je coQtribuerai tout ce qui »era poaeible, afin qu'elle ait boniie 
satiefaction du roi et de la couronne de Pologne. II est vrai que l'ou 
m'apporte beaucoup de Douvelles comine oii me menace; mais Je nie 
tie trop aux sinc^res inteiitions du Roi pnur y donner creance. Je 
Houbaite passionäuient d'enteodre de vos nouvelles, et de quelle fagoD 
votre interjtusition ah 6t4 re^ue, ne doutant nullement que vous n'ap- 
porlez tout le soin n^cefisaire dans une afiairc si importante et vous 
faRsiez redevables tous «eus que la giierre, arec tant de calaniites qui 
la suivent, menace. Ce n'est pas seulemcnt pour cette, mais jiour beau- 
coup d'autres raisoue que je me vous en trouverai Obligo et vrfus t€- 
moignerai toujours que je suis, monsieur, — Votre tr^a-affecHonnö 
ami — [gez.] Frideric-Wilhelni Electeur. — De Rinsko le IH nov, 
1655.' A Monsieur Monsieur le comte d'Avaugour, eonseiller du Koi 
en 8on conseil d'^tat et ambaaaadeur de i^a Maje^ti tres-clirtitieniie cn 
Öußde, prösentement k Varsovie. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Rieseiiburg 28. Nov. I6b!^. 

Nou8 partons pr^sentement de ce licu, pour nous rendre k Kltnigs- 28- Nov. 
berg, oft Ion vient de me dire que l'onverture de notre traite ne fera, 
& laquelle nous »ous y arreterons quelques jours. . . . 



de Lumbrea an Brienne. Dat. Riesenburg 28. Nov. i 6.55. 
(Duplicat.) 

(Üüniiiiche KfinigBwaht. Dei' Kurrarst für die' polniecbe Krone in AuMlcht grnoni- 
men. de Liimbreg' Negotiation. Siiinmung dei KurfQrMen. Die l'tHnde des könig- 
lichen Preusien bnberi den Vertrag mit ihm ralilicirt. Thorn. Kriegeriiiche Vurbe- 
reiiungen und SiUrke des KarfSrBlen. Seine Officiere. Dobnentki Eurücti.) 
... II serait k craindre que le bruit des armes ne laisnät pas en- 28. Nav. 
tendre les lois, et qu'en tout cas il servit k faire valoir la raison (que 
I'on dit etre approuvee de Majeiice), que la n^cessitö d'6lire uii roi 
des Romaine ayant 6t6 jug6e en la demii^re ölection et durant encore, 
puisqH'elle est fondöe eur l'äge et le mal incurable de l'empereur, il 
n'est plus näcessaire de la faire juger de nouveau . mais aeulement de 
procöier k l'^leetion, en laquelle la pluraliti des voix sufifit, ce que Tou 
ponrrait aussi opposer aux princes de l'empire qui pr^tendent avoir 
droit d'intervenir en la döliböration qui se fait pour savoir a'il faut ölire 
OD roi des Romains, Joint que le roi de äuäde ... n'est pas en £tat 
de lea bien appuyer. 



;vGoo»^lc 



52 II- Berichte von IG55 bis 1656. 

. . . II y a . . . beaucoup parmi [les Polonius] qui regardent Y6- 
jecteur de Braudebourg et le süuhaiteraieiit pour leur roi. Quoiqu'il 
montre de u'y songer pae . , ., Bea ministres ne m'en parlent pofnt tout- 
^.-fait ea memeij 'termes, et . . . encore que ce prince juge prudemment 
qu'il ae doit point en cctte conjoncture briguer ouvertement cette cou- 
roniie, il ne laissera pas pourtant ^cbapper les occasions qui se pour- 
raient pr^Beiiter pour j parvenir. Je ne nianque pas de leur reprö- 
scnter toutes les considäratiuns qui lea peuvent ^chaufiTer k porter leur 
niaitre k cette reaolution, tant afiii d'euipecber par-lä, s'il est possible, 
que ce royaunie ne tombe pa» entre les mains du lile de l'empereur, 
si les Hu^dois cd sout chasses, que pour fomenter uu si^et de nipture 
entre l'empereur et leur niaitre apröa la fin de la guerre, ', . . 

Je n'ai pas beaucoup avanc6 en ma uägociation, quoiqu'il y ait 
pr^s de quinze jours que j'ai coinmuniquä mou pouvoir k scb däput^s, 
qui n y out ricii trouvö k rcdire, sinon la qualitä de cousin que Ic Roi 
lui donuc, bien que Öa M^estö ait commeue^ k l'honorer de edle de 
frere. ... lls se sont encore plaints de la diff^rence qu'oa met en France 
entre leurs anibassadeurs et ceux de Veuise et de MM. lee Etats. . . . 

Quoiqu'ici toutes les choses scmblent se disposer k la guerre, il 
n'y a pas encore de rupture avec la Su^de ui de traitö avec l'empe- 
reur, k qui cet älecteur et ses ministrcB fönt grandc diflicult^ de s'al- 
lier. ... Si maintenant il paraJt etre dans les int^rets de la raaison 
d'Autriche, la crainte qu'il eu a en est la seule cause, & ce que j'ai ici 
appris, fl'iniaginant que cette maison est capable de le perdre, s'il ve- 
nait & lui döplaire. 

L'assembide des 6tate de la Prusse royale . . . a ratifi^ le traitä . . . 
avec M. I'ßlecteur '). ... Pource qui est de la ville de [Thorn], quoi- 
qu'elle sott menacäe d'uu si^e, eile a n^nmoias marchandä avec äon 
Altesse et n'a pu convenir des vonditioDS. Plusieurs officiei's de l'ar- 
mee de cette altesse ätaient d'avis de s'en assurer k quelquc condition 
que cc fQt; uiais Topinion des autres, entre leaquels ätait le g^n^ral, 
a pr^valu. Ils out fondä leur opiuiou sur ce que les büurgcois ne 
voulant reecvoir qu'uue iaible garnisou, c'etait l'exposer k un p6ril Evi- 
dent Sana aucune espärance de pouvoir conserver la place, et que 
d'ailleura cette ville ätant äloignäe des autres, ils senüent obligäs, pour 
la Hiaintenir, de diviser leurs forces'). Quelquea-uns de ceux-ci se 
flattent de la pouvoir reprendre au printeuips et de la poss^er ensuite 



■) Vgl. Fafendorf T. 60. DroraAü p-£ 
•) Vgl Droyien p.233. 



>vGoo»^lc 



Tbora. Die knrniralliche Officiara. g3 

par droit de conquete; maia eile est trop consid^rable pour n'etre pas 
bien gard^e par le roj de Sii^de, quaud il sen sera rendu mailre. . . . 

L'£v€que de Varniie et le palatin de Poin^nilie soDt veous trourer 
M. leleeteur, pour le prier d'y jeter deiu niille homiues. I'assurant, et 
arec eas Teovoj-ö du roi de Pologne, qulls y serunt re^uB avec tel 
commandement qu'il leur voudra donner, de quoi il s'est d^fendu sur 
la difBculte qu'il y a de les y faire entrer, avant que la place soit iu- 
vestie. . , , 

II a enyoy^ buit cenia hommes en g^ruison k Marienbourg, i>ü il 
propo»e de faire un retranchenient joignant la vüle dans lequel il fait 
^tal de loger troia millc hommes de pied et quinze cents chevaux '). 
n met encore garnisou dans Braunsberg et dans ud fort considerable 
qui est dans levecbe de Varmie, u'ätant r^gitlu que de garder ces placea 
dans la Prusse royale. 11 euvoie le surplus de ses troupes dans la du- 
cale, et particuli^rement aupräs de Kj>nigsberg, oA il veut tenir un 
Corps . . . eapable de toutes occasions. Ou le fait fort de vingt-deiix 
mille hommes; niais je ne crois pas qu'il en ait plus de dix-sept mille 
efTectifs. Ce que j'ai yu tant de cavaleric que de son infanterie est 
fort bon'). Plusieurs de ses gänäraux-inajors, coluaels et autres grands 
olfiäers ont servi eu memes qualites dans les armees imperiales et sue- 
doises et meme quelques-uns dans Celles de France et des Proviiices- 
Unies*). IIa sont gens d'esprit et de main; mais les aulres ne sont 
pas de m@me force. . . , M. [Sparr]*) est plus prope ä extScuter les 
ordres d'an autre qu'ä donuer les siens, ä Commander uu petit corps 
qu'un grand et pour une guerre de defensive que pour tenir la cam- 
pagne. Maia le plus grand d^faut est que comme tous ces officiers 
ne se connaissent pas bien encore et qn'ils sont sortis de diverses äco- 
les, ils ont aussi souvent divers sentiments qulls soutiennent avec opi- 
niätret^ ce qui embarrasse l'esprit du prince. 

Outre ces forces, les 6tats de la Pnisse royale sc sont soumis k 
lüi foumir 6000 homnies,ct il propose encore de lever dis mille hom- 
mes cet biver en ses ^tats d'AUemagne, ayant touch6 de MM. les Etats 



') Vgl. Droyson p. 212. 1). 

■) Ebend. p. 239. 

'i Ebend p. 240. 1). .Unier den bedeutendeo Officieren wir Derfflingcr Dod 
KiDDeberg in aohwediscb«!» , Spair in kBiieilichem , t. d. GoIIe Dad ie la 
CkTc, der Obrist dM L«ibregimenta tu tau, in franiesiBcbem Disast geweieo. Ad» 
itaatiKbem DieaBt wird Bellicnin, v. Spaeu, Tiellaidit Sfberg uiD.' (Uebec 
Qolti *gl. nnteo de Lambre« Mi Uu«riD dat. 27. April IfiÖ6.) 

*) Otto Cbtiatopb t. Sparr. Vgl. aber sein Leben lUDlohst bU aum Jabr 
ISH Tb. T. HOrner. Ultkifcbe Kriag*ob«re(eii dea ITlea JabrbandeTla p, U9ff 



:,L_tOO»^Ic 



64 U- Berichte ron 1656 bii 1656. 

argel'nt pour la lev6e de quatre mille, h quoi ila sont Obligos par lear 
trait^, [et le suqilus de ees ätats]. 

[Son] r^eident . . ., qui ötait parti avec M. d'Araugour'), vient d'ar- 
river ici, od il apporte de belles parolee, mais seulement gäniralee, de 
la part du roi de Su^de. II a m six ou sept jours aupräs de lui, 
qui pendant ce tempa-lä o'a pas voulu donoer audience audit sieur 
d'Avaugour. . , . 

Denkschrift Wicquefort's an Ma^arin. [o. D.] Nov. 1655'). 

[Qiande, aus wulchcn der KartätBt Fraukreich um HaUe angoben darf.] 

) Puiaque Votre fiminence m'a pemiie de mettre sur le papier les 
raitton» que j'ai pria la libert^ de lui all^guer pour le secours d'argent 
que monseigneur l'älecteur de Brandebourg demande au Roi, j'en ferai 
iei la d^duction. — 

Voua V0U3 pouvez souvenir, monseigneur, du succös du voyage 
que je lia en Alleinagnc en l'an ll>47. Les miniatres que le Roi arait 
t'ii ce temp8-li Ä Munster et k Osnabrück eavent, quels [ätaient les] 
avautages que la France en eät tir^s, ai les deaordrea dans lesquels 
«u la jeta l'ann^e suivante u'eusaent entißrcment d6truit ce bei ou- 
vrage. ... 

Ce fut pendant ces troublea que la maisoQ d'Autriche gagna la 
plupart des älecteurs pour l'ölection d'un roi des Romains. ... Je puia 
dire avec vöritö, monseigneur, qu'il n'y eut que monseigneur l'ilecteur 
de Brandebourg ... qui fit connaUre que eet orage n'^tait pas capable 
de renverser une monarchie bätie depuis tant de siöcles, appuyöe sur 
de si aolides foiKlements et gouvem^e par ud si puissant g^nie que 
le vötre. 

... II n'y eilt que M. l'^lecteur de Brandebourg ... qui coiisiderät 
[Votre Eminence] comme une personne tr68-n&!essa!re & un 6tat dont 
les iiit^r^ta 8<int inseparables d'avec les sieiis. II ne se contenta ]>as 
d'euvoyer sur les lieux assurer Votre Eminence de son affection et de 
son ser\'ice; maia il voulut que je nie rendtsse en diligence ä la cour, 
pour lui offrir tout ce qui 6tait au pouvoir de S. A. 6lectoraIe. . . . 

Elle en a encore donn^ des preuvea tröa-ividentes au voyage que 
Votre fiminence a d6air6 que je fisse en Allemagne il y a deux ans *). 

') Dobrieiiak). 

■) Zeil TOD Graf Stahrenberg'a Sendang. In einem Billet dal. Paria l.Dec. 1Ü55 
biliet WicqDcfort den Cardinal dringend um eine Aadieni, am mit ibu über diea 
U^moire za verbandelo. 

') Im J. 1654- 



>vGoo»^lc 



Denkschrift Wic(|neforl'a. g5 

... II DJ- eut que M. 1 eleoteur de Brandebourg lequel apräs avoir agi 
k Ratisbonne pour la libert^ de rAlleniagne et poiir la couson-atiou 
des droits de ses princes confoniiänieiit aux iiitciitions du lioi et avcc 
une rigueur qui ne trouve qifasi poiiit d'cxeiuplo dans riüalrtire'), iie 
tit point de dilUcull^ dViitror lians les interets de la France et de s'eii- 
gager avec eile dann uii traite auquel ou travaillc eiicore aujourd'bui. 

On ue croyait pas alore que la couroniie de Haide ... dflt coui- 
meocer une guerre qui iexpose maintcnant ä la discretion de ceux qui 
depuifl pluH d'un ai^clc fönt touB leurs efforts pour Topprimer et laquelle 
oblige M. r^lecteur do Brandebourg k eniployer ailleurit ses arnies 
qui pourraient avec laut d'avantage agir pour ravancenient de l'intörfit 
comman et peut-etre puur le senicc particnlier de tia Majesti^ tr^s- 
chi^henne. 

Votre Emincnce 6tait bien iufurnii^e des boniies intentions de ü. A. 
älecturale. Elle m'a fait l'bonueur de nie t^niuigner quelle ätail bien- 
aiae de la voir arni^, et eile ina fait esp^rer quc Ic Roi conlribuerait 
de tuut sou pouvoir pour los tairo riusüir pour le bien de la cause 
commune. Ceet diint nionsei^ieur Ti^lecteur de Brandebourg demaude 
aujounfhui reflTet et KUjiplie Sa Majcstii do le sceourir eii l'etat od il 
ae trouve presentemeiit, ^taiit d uit eöte environuä des Moscovites et de 
l'autre iucertain de ee qu'il doit esp^rer ou craindre dca yuidoia et 
peu assur^ de l'aniitie de leinporeur, qui ne so trouve pas niuiiis puis- 
aamment armä que les deux autres. . . . 

La raison pour laquelle il laut que M. leleeteur denieurc aruii 
est, Ä nion avis, tonte övidonto; ear l'einpereur no pouvant paa faire 
Bubsister son arniäe daiis soa pays liär^ditaireit , il faudra nieessairo- 
ment qu'il l'euiploie ailleur». ()r il out nertaiii qn'ü nc lui saurait 
douner de Teinploi, »\ ce ii'eist ou eii la faisant passer au Service du 
roi d'Espagne et ainsi diroctement contre les interets de cctte cou- 
ronne (qui cd ce cas serait bien-aise de tn>uvcr cn Alleniagne un bou 
Corps d'infanterie pour lui opposer), ou coutrc les princes protestants 
de rempire ou bien contre les Su^ois pour le roi de Pologne. 

U est constant qu'il ne fem le preiiiicr que lorsqu'il ne jugera 
pas & propos de renouveler la guerre en Alleniagne ou qu'il appnS- 
hendera de u'engager dans les afi'aires de l'ologne; et pour ee qui 
est du deroier, je nie laisse aituinient eouduire lii od les grandes lu- 
mi^res de Votre Kiuiuenre nie nienent. et je omi» avee eile, que l'eni- 



) EuUpirebeDil deni Lutw Vaulortc'i; VKIecIvur d« Itr«DdclibUrg ■ 
Dt luttle ceUe ditte (vgl. Drojrien p I6Ü. 1). 



:,LtOO»^Ic 



QQ II. Berichte voo 1655 bii 165Ö- 

pereur aura de la peine ä se r^soudre en une affaire de ei graude 
importance, et qu'il n'osera afirouter un enneini dont il connait lea 
forcea et l'adresse et avec leque) il a voulu se rtconcilier par la paix 
de Munster aux depeus de Bon honneur et de sa conscience. 

Mais Votre Eminence nie ])ennettra, a'il lui plalt, de lui dirc que 
le ineme empereur ne fera point de difficuttä de däclarer la guerre aux 
Su^dois, quand il an verra la victoire aBBUr^e et quand il Terra qu'il 
ne hasardera rien pour faire entrer dans sa maison la couronne de 
Fotogne, dont l'ätablissemeDt de la souverainet^ en Allemagne ne se- 
rait [qu']une Buite infaillible. 

II est yrai qu'il envoie une arabassade aolennelle au roi de 
Suade . . . ; mais . . . Votre Eniineuce ne se pourra janiais persuader 
que l'enipereur continue de faire le» meines careBscs aux Suidois 
quand il se verra en ätat de leur pouvoir faire du mal, saus qu'il 
puisse appröhender qu'ils lui en fassent; et 11 y Bcra quand son armäe 
sera cumplöte, et plus encore si la n^ceBBitä de la conjoncture pr^ 
sente for^nt les inclinatioua de monseigneur l'^lecteur, l'obligeait d'y 
joindre la sieune, qui n'est gu6re moins considerable que celle du roi 
de Suide. 

Votre Eminence dira peut-€tre que les int^rets de M. l'^Iecteur 
de Brandebourg l'empScheront de faire cette jonction . . . , et cela en 
elTet est tr^s-v^ritable. . . . Mais il faut consid^rer qu'il y pourrait €tre 
contraint par une derniöre necessit^, et principalement si dans le be- 
soin il 4tait abandonnä de ceux dont il pcut avec justice espärer quel- 
que seeours. 

On hasarde quelquefois de passer au travers des präcipices pour 
äviter un p^ril plus Eminent, et un homme qui se noie empuignerait 
volontiers ud fer cbaud pour täclier de se sauver. 

D'ailleurs, le mal que M. I'älecteur de Brandebourg doit appr^- 
hender de l'enipereur et de la maiBon d'Autriche lui est commun avec 
touB les protestants et, Jose dire, raeme avec tous les catholiques 
d'Altemagne, et i! ne peut arriver que par une longue suecession de 
temps et par une r^volution g^ngrale dans les affaires de Tempire;' 
mais celui dont les Sn^ois le menacent est präsent et inävitable, ai 
le Roi n'a la bontä de faire faire des oflices tr^s-eflicaces envers le 
roi de Suade et de l'assister au cas que l'autre refuse de se rendre 
& la raison. 

Apräs tout, si M. I'^lecteur se voyait dans une n^cessit^ träs-pres- 
sante et que tout seeours lui manquät, je connais si bieu V^quitä de 
Vom £mineuce et la force de son raisonnement, qu'elle serait la pre- 



:,LtOO»^IC 



Daukichrill Wicquefurt'o. g7 

tniöre i. lui conHciller de se servir des moyeiiH que la iiature et le 
droit des geus lui pr^Bentent puur »a conservatimi. 

Od me peut dire lä-desHus que tous ies priiices Protestant» se 
troureraient Bcandalises dune inrasion ai iujuäte, ai le roi de Su^de 
attaquait 8. A. a\. dane ses ötat» saus aucun sujct et iiit^nic sauH aucuii 
prätexte. J j' ajoute, niioiiseigiicur, que Ies catlioliqueH m^uies eu au- 
ruent horrenr, et que bms Ies gene de biett dätesteraicnt unc ^iolence 
de cette nature. Mais nionsieur l'electeur de Braadebourg ne eerait 
paa bieo-aise de se voir cii ötat de faire pitie. La coiiipassion d'uii 
ami Boulage bien en quelque fa^oii le nialhcur d'un atüigi; niais ce 
n'esi pas assez, il le faut pr^renir, si oii eu a le pouvüir. Or leB 
princea d'AUeniagnc ne se tr<>u\'ant pas arnics pour k> secourir pre- 
aentement et n'ayant ricn ä eap^rtT daillcurK. Yotre Euineuce juge 
Ineu .qu'il n est plus en teniics de ))(iuvuir cliuirtir, et qu'il sera obligi 
daccepter Ies offres que reiiipereiir lui fait faire par le comte de 
Stahreaberg'), sil ne ptalt au Hol d'j- dmiiier onlre. 

Prtouppos^ doue que oetio uiiion se fausc, il reste k vuir ce qui 
apparemment eii pourra arriver. Je ue fais poiut de difliculte de dire 
que ee Bera la niioe des Suedois. La raiBoii en est endente, d'au- 
tant que Ies forces de I'cuipereur et de M. lelecteur de Braiidebuurg 
ätaut jointes. etles seront saoe c<>ni]>arais<in plus ouimiderableH que 
Celles du roi de 8uOde et ainsi scront en etat (Veuipecfaer le progräs 
de ee» armes, ce qui suitit jmur le faire iierir. Car il faudra qu'il 
affaiblisse son aniiäe. pour conHOn-er Ies grandes villes itu'il a euii- 
quises, pwur leB d£fendre euntre Ies liabitantx aussi liien que contrc Ies 
arm^a du roi de Pologne; et lontqu'it sera afiaibli, il lui sera bieu 
diflicilc de faire Ich conquele?« ut^eesBaire» ponr letablissement de »es 
quartiere d'hiver, sans lesqucls utiannioins il est inipossible de faire 
BubÜBter ses troupes, dautaut plus que la Fologne eu l'^tat oü eile 
est n'est pas eapable de lui foumir des \ivres et ses luibitants n'unt 
pas de quoi assouvir l'andite de ses officiers qui la plupart ue sui* 
vent Hi^usticc de ses amies que siir resp^rauce' des riebe» coutribu- 
tiong et des bonB quartiers d'hiver qu'ils se promettaieut en Pnisse. 

Je veux bieu croire que Ic roi de SuMo ii'a pas ele assez iinpru- 
deut (quoiqu'il ait äte coutraint de dünner beatieoup & la nc-eessite de 
»es affaires) pour s'engager si »vaiit, saus prevoir Ies innyens de läire 
Bubsister son amiec cet liiver. Maiä je nie persuade aussi qu'il ue 
eroyiüt paa que M. I'electeur de Drandebuurg püt eu si pcu de teuips 

'J Vgl. oben de Lainbr«i' Bcriuhte Tom Iti. Nov. 

ß* 
L:qitzc::::vG00»^lc 



gg II. Bericht« ron 1655 bis 1656. 

se mettre en la posture oft Ton le voit aiyourd'hui, et je ne croiß paB 
que taute k prudence de soti conseil ait pu pr^voir ce qui airivera 
Vit^ prochain, si les artn^es de l'empereur et de M. l'älecteur agisseiit 
df concert contre le roi de Su6de. 

De plus je supplie tr^ft-humblement VotreEmiiience de conaidßrer, 
s'il ne peut paa arriver que les Su^doie se brouilleut avec le MoBCOvite, 
dout on voit d^jä Ica commencements et peut^^tre en verra-t-oii bienöt 
lee suites; si le roi de Pologne ue pourra pas faire la paix avec les 
barbarcB en leur c^daut une partie de leurs conqu^tes; s'il ue se pourra 
pas accommoder avec les Cosaques qui aurotit saus doute plus d'a- 
version pour le gouvemement des Suidois que pour celui du roi de 
Pologne; s'il n'y a pas grande apparence que les Proriiices-Unies s'in- 
t^resseront en cette guerre pour la coDservation du commerce daus la 
mer Baltique; si le roi de Huede n'cst pae suJet aux m€meH accideuts 
que son pr^däcesseur, et si une mort naturelle ne peut pas faire avorter 
tuus ses desseins, et entin s'il ne peut pas arriver que les SuMois suc- 
combent, et si en tout cas il n'est pas ä propos que le Roi s'acqni^re 
Uli prince puissant et alfeetionnä dont il se puisse servir pour ap))uyer 
la fortune pencbante des Suidois et pour l'opposer k la grandeur k 
laquellc la iiiaison d'Autriclie s'ätablira indubitablement , si les armes 
de Su6de u'out pas le succäs que I'ou s'en promet et que l'on oe peut 
pas encorc bien espärer. 

... Je passe meine plus avaut, et J'ose dire en deux mote, qu'il 
Importe au service du Roi de s'acqu^rir 8. A. älectorale, afin meine 
de la d^tacher d'intörets d'avec le roi de Hu6de, au cas que la pros- 
p^ritä de ses armes l'eniportät au-deU de ce que la France en doit 
soubaiter. ... 

Je me truuve oblig^ de dire k Votre Eminence, que la difhcultö 
qu'elle a voulu toucher en la derni^re audience qu'elle m'a fait l'bon- 
neur de me donner, savoir la crainte d'offenser les Smidois, n'en doit 

naa f>nin^i>hpr l'exÖCUtion. 



9 an Mazarin. Dat. Königsberg 10. Dec. 1655. 
■st und der Kurprinz von Sachsen haben sich ein beeunderes 
irochen. — Der Graf von Witgenstein ist lu Berlin ge- 
ährend der Abwesenheit des Fürsten iu der ganzen Mark 
Waldeck, der seit zwei Tagen hier iu der Stadt ist, tadelt 
ueral des Kurfürsten, besonders deswegen, dass er den Qc- 
lioni's zu rersicbern, aufgegeben habe ). Auch erkennt der 

1).G2; Droyoen p.2II. 

L:qitzcc::vG00»^lc 



Drnkschriri Wicqnefort's. Dobrienihi u. Somnili >d CsrI Gnslnv geiandt. gQ 

Knrfiirfit selbst den Fehler, welchen mao ihn hat begehen lassen and de- 
ferirt mehr als je den Meinungen Waldeck's. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 10. Dec. 1655. 
(Duplicat.) 

[Nene Sendung an den KOnig von SchnedoD. Desaelben Plan einur allgemeioen pro- 

teBiintincliru LigDu. Berichte aus dem Haag. Rapieha. d'Avaugonr. Der König 

von Polen erwartet.] 

. . ■ Deux joura aprßs, M. de Brandebourg renvoya vere le rbi de 10. Dec. 
Suöde son resident avec un conBciller d'ßtat'}, sur cc que ce)ui-tä l'a 
faif eatendre qu'encore que cette majeatö d'abord eöt t^moign^ d'Stre 
mal-satisfaite du traitÄ de conföd^ration fait avec les d^put^g de la 
Prusee royale, nfoinmoins ayaot Öt6 aesur^e que M, l'ölecteur n'avait 
pas m\» garnison en Thorn, eile avait nionträ qu'elle aurait agr^able 
de reprendre ia n^ociation commencäe et mime de se relächer de 
que lque»-u lies des conditions qui avaient ^t6 propos^es de sa part. II 
lui a fait eacore entendre que le nieme roi n'a pae disaimul^ que cette 
aitegse pouvait ruiner ses desseins; mats qu'il avah ajoulä que si eile 
loumait ses armes contre lui, il saccommoderait avec l'empereur, quand 
U lui devrait c6der ses conquetea de Pologne, afin de se een-ir de 
tontes 868 foreeH coutre eile et la perdre, s'il est possible. 

Indessen ist dies Benehmen des Schwedenlcönigs den Ministern des 
Rurfiiri-ten Tcrdächtig. ü. A. parait ßtre dana le m€me seutiment, prin- 
cipalement depuie qu'elle a eu avie que les Su^doia täehent d'eugager 
les Hoscovites ä faire imiption dans sa Prusee, et que les Polonais 
qui 8oht en larmäe de Suade ont battu deux petita partia de vingt oa 
vingt-cinq de aes Reiters. 

Un avis qui vient du m€me älecteur porte que le grand deaaeiu 
da roi de Üa&ie est de former une ligue avec Cromwell et ensuite 
avec touB les princea et ^tata luthäriena et calvinistes, [que] lui £lec- 
tenr a it6 recherchä d'entrer en cette ligue, ä quoi il n'a paa voulu 
entendre, maie que plusieurs princea protcstants ont pris goflt & la pro- 
(weition qui leur a m faite. . . . 

Quoi qu'il en soit, j'ai peine ä me persuader que cette ligue ae 
puisBe former, si l'ölecteur vient ä rompre avec la Öuede, puisqu'en ce 
ras MM. lea Etata et d'autres protestants ae joindront ä lui. 

11 a re<;u avia du räaident qu'il a ä la Haye') que MM. lea Etata . . . 

'; OobTieniki and Lor«ni Christoph v. Somniti (Pufendoif F. W. 
T. U ff. C. G. IL M).. 
•) WcinanD. 



>vGoo»^lc 



70 ^- Bericht« Ton 1655 bis 1656. 

approuvent le traite de Marienbourg et l'exhortent d'essajer dy faire 
entrer les trois vüles qui u'y Bont pas comprises'), l'aBSurant qu'outre 
l'argent qu'ils lui oot fait remettre, ils lui enverront encore quatre mille 
hommeB command^s par uii des comtes Dohna qui est ä leur Service 
et ä ia d^votioB de cette Altease*). 

Sapieha, g^nöral des troupes du roi de Pologne en Lithuanie, 
vient d'envoyer offrir ä Son Alteese toutcs ses forces, qu'il fait monter 
k quiDze mille hommes. 

Je viens prtsentement de recevoir avis de M. d'Avaugour, qull 
a eu audience . . . le jour tnSme que le resident de M. l'^lecteur est 
parti. 

Man erwartet den König von Polen in Königsberg. 



de Lurabres an Mazarin. Dat. Königsberg 16. Dec. 1655. 

16. Dec. Er hat dem schwedischen Besidenten bedeutet, dass der Kurfürst seine 

Abgesandten zurückrofen wolle — da die Bedingungen, welche man ihnen 
stelle, härter seien als die ersten — , falls mau ihnen nicht schleunig ge- 
nugthue. Der Resident schien davon sehr iiberrasclit, da er seinen Gebieter 
vielmehr versichert, Brandenburg würde eher jedwede Bedingungen hinneh- 
men als sich mit Schweden einlassen. 

de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 16. Dec. 1655. 
(Duplicat.) 

[Dopatirter Danzigs. Der Künig toq Schncden bBlt die Ealichddung dei KurrürBten 
kdnatlioh &uf. Harte Bedingungen, die er den brau de nburgi gehen Abgesandten ge- 
stellt. Aushebnngen. Bencbmen de Lumbres' unter diesen Umsländeo. Anliunft der 
KurfürBtin. Abgessndle des Kaiaers.] 

16. Dec. . . . „Le d^puti de Dantzick qui est ici depuis deux jours pour 
traiter d'une conf^^ration avec M. l'^lccteur paBsant par Ia vitle d'El- 
bing, a essayö de Ia retenir de se »(Sparer de Dantzick et Marienbourg.** 
Indessen vergeblich. 

. . , [Le roi de Su&de] feint ä Vienne, qu'il est d'accord avec Bran- 
debourg, ici, qu'il est bieu avec l'enipereur et assur^ de öaxc, et par-l& 
il retient rempcreur et Brandcbourg de se döclarer contre lui. ... La 
Inngueur qu'il a apport^e en Ia n^goeiation . . . a aussi donn^ . . . grand 
— i;..j;„„ A Brandcbourg . . ., principaleinent pendant le sißge de Cra- 
lel temps les Masovites et Ia plupart des Polonais . . . en- 
') prier de . . . vouloir ßtre [leur chefj. Mws parce qu'il ne 

, Daniig, Tborn. 

'riedrieb rd Dohna t.Tgl. Aber ihn v. Orlioh I. p. 495}. 



>vGoo»^lc 



Hart« BsdlnguQg«!) des Sohwedenkaniga. 'J'f 

w Tonlait point d^clarrr positiTeinent , et r]ue les autrpR reconnurent 
qnll continuait ä traiter arcc la Siiäde, üb oDt aiissi ilepuis traitä avec 
cette conroane. — 

L'avis qu'il a re^u dopuis dcux jours de ses dcmiore ddpiit^a porte 
que les conditiflns quc le roi de Huöde propose aujourd'luii eont en- 
core plus rüdes que les premi^res, et que meines avaiit que d'ailer plus 
avant daus le trait^, il entend que M, l'ölectour quitte ^larienbourg et 
ce qull occupe dang la Pruste royale '), ce qui a tellernent irrit^ cette 
alterae, qti'elle a envoy^ onlre ä ees däput^s de faire entendre & ce 
roi que si dans deux fuis vingt-quatre lieurea il ne dnnne »a dcrni^re 
rösolution, üb bouI commaudäe de prendre eongg de lui. . . . 

n a auBsi fait partir trois eolonels pour häter les ... lev^es qu'il 
fait eu Allemagnc et en Lithuanie. . . . 

Cela m'a . . . fait . . . prendre un temp<!ranient qui est de lui re- 
präsenter toujours les inconv^iiients qui apparemnient arrireroni de leur 
nipture et näanmoins lui insiuucr comme de moi-meme, qu'il peut . . . 
cherchcr bos pr^cautinn» . , . et se niettre en etat de i>e faire cousidirer, 
ce quc j'ai fait d'une teile mani^rc qu'il a niuiitr^ de l'avoir agr^able 
et d'en prendre plus de confiance en moi et laquelle pourtant je puis 
changer sans qu'il en paratsse rien, si eile ne repoiu) pas aux inten- 
tions de Sa MajesI^. 

Madame l'^lectricc na fait son entr^e en cette ville que depuia 
deox jours. 

Der Knrtiirät hat gt.'steru Abeud die Abgctjandten des Kaisers an die 
Könige ?on Schweden und Poleu eiDplaugea. 

d'Avaiigour an Mazaiin. Dat. Marienfeld 18. l)ec. 1055. 

[MiMtriiiPn Carl GubIat'« gegen Frankreich.) 
Der König von Schweden hat d'Arangour neulieh gesagt, das Geld, 18- D«;. 
anf welches er alte Aiiüprüclio habe und das man ihm verweigert, sei be- 
BÜmnit, nm den König vun Polen und Braudoobui^ desto wirk.'ianier zu un- 
terstützen. Er glaubt gowisi', dass de Lumbres dem Letzteren den Klicken 
(■teil mafht (le fait roidir) und durch sein Mittel iudirect den König Ton 
Polen unterstützt. 

de Ijiimbres an Mazarin. Dat. Königsberg :i3. Dec. 1655. 

Der Knrflirst verräth doch noch Zeichen des Kampres, welchen er in 33. D«c. 
»einem lunern dnrchmacht. Er sieht die tiefahr, der er sich auszusetzen 

■) Vgl. Pufendorf V. 65. 

DiqitizeabvG00»^IC 



72 II- Berichte von 1665 bii 1656. 

im Begriff ist und die ihm nm eo grösser erscheint, je mehr er sich ihr 
nähert. Der König von Schweden hat nicht angestanden, den brandenbur- 
gischen Abgesandten zn drohen, wenn mai> mit ihm breche, ganz Polen 
dem Kaiser zn überlassen. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 23. Dec. 1655. 
(Duplicat.) 

[Somniit curflcfcgekebrt. Die franiHsi sehen OeiandCen wollen Tennitleln. ZurQck- 
EJehuDg eines Tb«iU der Trappen ans Morienburg. Der DepnCirte Dant'igt.] 
1. Seit seinem letzten Bericht vom 16. ') ist der erste der beiden Abgc- 

f^andten des Karfürsten hieher zurückgekehrt"). Man hat endlich den Be- 
schlnss gefasst, denselben nicht zurückzusenden, aber gleichwol hat man 
de Lumbres gebeten, den König von Schweden aufzusuchen. Er hat das 
nicht thun können, doch hat er an d'Avaugour wegen einer Couferenz be- 
richtet, welcher ein schwedischer und ein branden burgischer Deputirter bei- 
wohnen könnten, wozu auch der Kurfürst bereite seine Eiuwilligung gege- 
ben. Andrerseits spricht man gegenwärtig wieder davon, Waldeck abzu- 
senden. 

M. r^lecteur a fait retirer de Marienltourg une partie des troiipes, , . 
y laissant Beulement deux mille homtnes. Ceux qui en sont sortis, 
qui fönt quatre mille hommes, ont ^tä Buivis par deux mille chevaux 
duMois, qui ne les ont pas attaqu^s ä cause qu'ils avaient gagnä des 
lieux avantageux ä l'iufanterie. 

Le d^put^ ... de Dantzick est encore ici, attendant des ordres 
particuliers . . .; peut-6tre qu'il ne se häte pas. . . . 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 31. Dec. 1655. 

(Duplicat.) 

[Wsliieck nach Königsberg lurflck. Carl (luatav und die rritniösi»ch«ii VcrmUtler. 

Schi'piheri A<-» ^cbwedcuküniga nn den Kurfürsfen. Vcrhandbingen zwischen buidcn.] 

31. Dec. . . . Le voyage du comte de Waldcck dont ou parlait lorsque je 

nie donnais l'honneur de vous 6crire le 23 ... n'a pae it& jusqu au 
roi de Su6dc ..., parce qu'ayant pass^ par son quartier, il rencontra 
une partie de l'arm^c suädaise assez proche de 1&, qui ne le chargea 
pas toutcfüis, quoiqu'elle ffit plus forte que Ic corps qu'il commandait, 
no pouvant venir ä lui que par un d^fil^. II ap()nt au mcme tcmps, 
quun parti des siens venait detre attaquä par un des Suidois, et que 



') 8. oben. 

'; Somnitt (Pnfendorf V. t 



«kl. 



i 



DiqiOMwGoOl^lC 



RSaigab«rgei Verhandlungen. "^3 

le reste de Tannäe de ceux-ei B'avanQait vers cette ville, ce qui l'obli- 
gea d'y revenir. 

Deux jours aprtB, j'ai re^ rtponee de M. d'AvaugouV qui portait 
avoir lu ma lettre devant le roi de Su^e, lequel apr^s plusieurs pro- 
testatioDs de n'avoir aucune inteotion d'enTahir les ^tate de M. de Bran- 
debonrg et ne pröteodre de lui que lee menies devoirs et reconnais- 
sances qu'il iUät oblig^ de rendre au roi de Fologne, dit qu'il ^crirait 
ä cet älecteur et lui ferait entendre plus amplement ses intentiona. Bans 
8e d^larer aucunement sur les öftres que j'avais faites de ni'entre- 
mettre pour tscher de renouer leur nggociation. . . . 

Le roi de Öu^de ayaut ensuite öcrit ä M, l'61ecteur '} et e'^taut 
venu caniper k une demi-lieuc de cette ville'), cela a doon^ lieu k 
diverses däputalions ,.., ees deux princes appr^bendant les siyets de 
leur ruplure, quoique le premier parle toujours haut. . . . Mais recon- 
naissant la difßcultä qu'il y a de forcer cette ville, quoique mal forti- 
fi^e, puisqu'il y a plus de douze mille bommes de guerre, et que Son 
Alledse est conlinellement ä cheval pour donner ordre k tout, et que 
d'ailleurg cette guerre tirant en longueur, donnerait temps aux Hollan- 
dais et & l'empereur d'y entrer, il pourra se reläeher d'une partie de 
868 pr^tentions, principalemeut si le bruit qui court de larriv^e des 
Tartares se trouve v6ritable. . . . 



d'Avaugour an Mazarin. Dat. Elbing S.Jan. 1656. 

[Die KönigBbergCT Vvrhandlniigen augenblicklich gescheitert. Schwierigkeit evriilui'il 
Truppen des KnrFQrolcn za haben.] 

... D*jä l'on assure que le traitö de Königsberg est rompu. ... 1656. 

Si racconimodement se fait avec l'^lecteur, il sera difificile d'avoir ^- ■'""■ 
aucunes de ses troupes, parce que les principaux ofßciers ont ci-de- 
vant servi la Sudde, et que Son Altesse amäliorera de beaucoup eon 
Biarch^ avec le roi de SuMe en les lui laissant et les joignaiit k son 
arm^. 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Kcinigsberg 9. Jan. 1656. 

ÜseiistjerDa ') drohte dem Orafeii von Waldeck, i^ein König werde S.Jan. 
mit dem Pfalzgrsfeii toü »iiburg, dem Sohne de,-; Kai^er^! oder mit Ueni 
Könige von Polen verhandeln, dem er das Königreich Polen abtreten würde, 

') B. PufeodoTf F. W. V. 67. C. G. II. 55. 

■) Drojien p. 244. 

*) Giaf Erich Osenstjerna, schwed. Cantlar. 



>vGoo»^lc 



74 "' B«H<:hl« von 1C5S bla 1666. 

indem er sich nur Prea^sen vorbehalte. — Der Graf Dohoa hat genagt, 
Carl Gnstav wolle »später in Deutschland eindringen, nm xich znm römi- 
schen Könige ernennen zu lassen, und dies haben der Eurfür.st, die Prin- 
zeeein von Oranien und mehrere vom Geheimen Rath auch schon vordem 
gegen de Lumbres geäussert. — Waldeck meint aber, er fände keinen 
Fürsten, welcher in dieser HinMcht beiden Parteien mehr zusagen könnte, 
als den all erchristlichsten König. 

,de Lumbres an Brienne. Dat Königsberg 9. Jan. 1656. 
(Duplicat.) 

[Uec KnrfQTSt von C>rl Gustkv zum l'athen leioea Sohnes gebeten, VorhuiidlUDgrn 

mit Oicnstjeniit. Feindseligkeilen. Die Ooaandten van Polen nnd Daniig und der 

Bincbaf von Ermeland.] 

, ... La reine de Su^de ätant iiecouchäe d'un fils, M. de Brande- 

bourg a At& pri* par le comte de Schlippeabach d'en €tre le par- 
rain') avec le priuce Adolphe'). ... 

Deux jours aprön, ^es d^put^e du premier, apräs avoir concertö 
la plupart des points de leur trait* avcc les coramissairea nommös de 
la part du roi de Suädc, soiit revenus eu cettc vüle, oii le lendemaia, 
qui 6tait le deusi^nie de ce moia, ils ont iti auivie par le chancelier 
Oxenstjerna. liest veuu avec graiid train, la liste qui a 6t6 donnöe 
pour loger ceux qui raccompaguent portant trois cents chevaux. . . . 

Les premiöres prupoBitions qu'il tit ici parurciit bi rüdes, que 
d^s le second jour le traitö faillit i sc rompre, II tömoigna mßme se 
vouloir retirer, eomme deputs 11 a encore fait deux ou trois fois saus 
en rien faire, voyant ... que M. I'decteur parlait avec plus de fer- 
mete qu'il n'a pas encore fait. , . . 

D'ailleura, les ofTres que fait Ic roi de Pologne de lui donner la 
PruBse rojale au mgme titre que la ducale, s'il ae dtclare pour lui, 
le chatouilicnt fort .. . [N^anmoius, il veut] achever le trwtö avec la 
Suöde, pourvu qu'elle consente que l'effet cii seit suspendu pour toute 
cette annie, pendant laquelle il pourra voir.-si le roi de Pologne se 
rätablira. . . . 

Pendant que I'ou traite. les actos d'hostilitä nc laisaent pas de 
coiitinuer de part et d'autre. II ue »c passe point de jour qu'il n'y 
ait de gTosaea parties qui sorteut de cette ville et viennent aux mains 
avec les Hu^dois avec des hucc^b difförents. L'arra^e de ceux-ci a'eat 
retiröe depuia huit jours h Friedland, ... 

') Letltes de Pierre Dosnoyer» p.76. Auf dies Buch Terneiaeu wir in 
Betreff der Angel egen hei ten dieier Jahre im Allgemeinen. Vgl. Fufendorf C. Q. 
II. 6ö. Droy»en p.245. 

'j Adolf Jobann von PfslE.ZweibTlicken, Bruder Carl QuataT'a. 



:,LtOO»^IC 



Terhandlungen mit Schwerin und Polen. Feindseligkeiten. 75 

I/envoy6 de Pologne et le d^putä de Dantzick ne manquent pas 
d'exagtrer les nouvelles ') [favorables ä la Polngiie qui arrivent], pour 
empecher le trait6, & laquelle fin le premier vient encore de präsenter 
une nouvelle lettre ... de son maitre k l'ölecteur, qui est ausei priö 
par l'^vgque de Varmie de ne rien conclure sans la participation dea 
^tats de la Frusse royale, conform^ment au traitä de conföd^ration fait 
avec rassembläe de Marienbourg, ... 



Wicquefort an Mazarin. Dat. 13. Jan. 1656. 

[Uilitairiscbe Torgftnge.] 

. . . Le roi de Su*de ... fit eon entrte [i Elbing] le 21 du pasa*') 13. J»n. 
... et a pris poste cinq lieues de Königsberg. . . . Le gän^ral Sparr, 
qui ^tait canipd avec ciuq mille hommes aupräs de Marienbourg, con- 
sid^rant que la prise d'Elbing lui ötait la communicatiou avec KOuige- 
berg et avec le comtc de Waldeck, s'est retir6 le long de la mer 
et est arrivö 4') Pillau, d'oü il ee peut jeter dans Königsberg quand 
il voudra. — 

de Liiinbres an Mazarin. Dat. 17. Jan, 1656. 
Der Karfiir^t hat ihm versprocheü, uugcachtet des Vertrags mit den 17. Jan. 
Schweden, einen Theil seiner Truppen dem Könige zn überlaEsen. — Der 
Graf von Waldeck fügte dem hinzu, dass er, wenu die Vereinigung der- 
Waffen mit den Schweden nicht zu Stande käme, persönlich in den Dienst 
Frankreichti treten nud demselben 10 — 12,000 M. zuführen wolle: eventuell 
verhcisät er wenigstens 3000 Msdd zn Fuss und 1000 - 1500 Pferde aus 
den neuen Aushebungen in Cleve und den andern Staaten des Kurfürsten 
in Deutschland. 

de Lmnbres an Brieiine. Dat. Königsberg 17. Jan. 1656. 
(Duplicat.) 

[Der Vertrag mit den SchwcdeD sbgeachlosaen. Schwierigkeiten wegen der Quartiere 

und der KHiimung di-a heriogiichen Prens^cn. Carl Gustav Bull nach Küiiigeberg 

koinmeD. Geeuch de Is Cave's.J 

Eufin le traitö . . ., aprös avoir plusieurs fois rompu et repris, fut n. jan. 
avant-hier conclu'). ... 

de Lumbres hofft, dass somit auch dtr Kaiser sich nicht in der Lage 
echeu wird, dem Könige von Spanien Qülfstruppen zn senden, wozu ihn 

') e«a Dourelle« Mi. 

•■ Pofendorf C. G. II. 62. 

>) au Ha. 

•) Püfendorf F. W. V. 71 ff. C. G. II. 67 ff. 



>vGoo»^lc 



76 II' BiTJchle von 1656 bli 1666. 

dieser, wie mau berichtet, darcb seineo Gesandten in Wien dringend anf- 
fordern läset, 

Bien que ce trait6 Boit conclu, tl n'est pas encore 8ign6 sur quel- 
que <nf)icult^ Burvenue pour le räglement des quartiere et le d^loge- 
tnent des Su^doiB de la Prueee ducale. On croit que cela B'ajuBtera 
aiijourdliui, et que dans peu de joure le roi de SuMe pourra venir 
en cette ville, M. l'^lecteur Ten ayant envoyi couvier sur ce que cette 
majestä avait t^moignä däsirer une entrerue. Le roi Louis XI, dont 
il m'a dit avoir lu la vie, crut que sa politique lui avait mauqu^ quand 
il fit venir au roi d'Angleterre la pens^e de voir Paris. Aussi prit-il 
grand Boin de |lui] la faire perdre, de peur que la vue de cette belle 
ville Iiii donnät trop de pasBion de la possßder. . . . 

M. de la Cave, grand-öcuyer de M. I'ölecteur, attendait avec ces 
d^pecheB la gräce que l'ou lui a laisB^ CBp^rer d'etre honor^ du Collier 
de l'ordre de St.-Miehel '), ... 



de Liiinbres an d'Avaugour. Dat. Königsberg 19. Jan. 1G56. 
19. j«n öon Altesse öl. va demain trouver le roi de ÖuMe. ... 



Wicqiiefort an Mazarin. Dat. 20. Jan. 1056. 

lAiirfurderDDg lur Uul«nit(itzuiig des KnrfUraleu mit Geld, im Hinblick «u( die 
allgemeine Lage.] 

I. ... J'eHtime qu'il n'est pas besoin de faire eavoir k Votre fiini- 

nence les intelHgeDces que le roi de Suade avait dauB la ville de 
Küoigsberg, oft l'ou devwt mettre le feu aus magasins Ic Icudcmain 
de iiogl. ... M. l'älecteur a couseuti que M. de Lumbres ait fait des 
ouvertures pour reuoucr le trait^, et le roi de SuMe se reläche bien 
... de ses premi^res proposidons. Mwb je puis dire ä Votre Enii- 
nence que H. A. &. ne fera rien cootre le traitö qu'il a fait avec les 
Proviuces-Unies et n'abandonnera JamaiB lea int^rets de cette partie 
de la Prusse royale qui a recherch^ . . . sa protectioo. . . . Le roi de 
Pologne . . . ne demeurera pas sur la defensive. ... Je laiese i con- 
sidßrer k Votre Eminence, si lempereur ne fera pas son profit de ces 
rÖBulutions. . . . N'importe-il pas ä la France ... de se conscrver uu 
prince qui a t^moignö tant d'affection et tant de d6f6rencc pour cUeV . , . 
11 faut fort peu de choses pour cela, et Votre Eminence doit ßtre per- 
Buad^e ijunDe petite däpense que Ion fera sera trÖB-utilement em- 
ployie ; il n'est pas besoin d'une somme excessive. . . . 



') Vgl. ob«a p. 60. 



>vGoo»^lc 



Kßnigiberger Vertrag. 7T 

d'Avaugour au Mazarin. Dat. Elbiug 25. Ja». 165G. 

[lUIiliralion des icbwedisch-hrandetiburgischen Verlniges. ZusiDmienkuufi beider Für- 
•tfD in Bar(enM«in. Bnindenburgi sehe Truppen für Frankreich. Oraf Pölting. Der Kaiser,] 

L'accommodement d'entre lui ') et l'ölectenr n'est pas seuleinent 25. 
fait, mais auBsi ratifiö de part et d'autre. J'ai Mi passer en cette ville 
les officiers de Son Altesse qui allaient «le Königsberg ä Marienboiirg, 
pour en faire sortir lea aoldats de rartillerie, L'ölecteur est venu 
trouver le roi de Su^de en sod quartier de Bartensteiu *) .... oft il a 
i:t& rägalä deux joura durant par Sa Majeatä, qui tui veut faire voir 
eusuite buu arniäe. 

U donne la plua grande partie de sa caralerie audit roi, maia 
point du tout d'iufanterie. . . . Possibie vaut-il uiieux quc M. de Luni- 
bres D'ait rien conclu avec ledit älecteur plutöt; il pourra k cette 
heure traiter ce qu'il vondra avec uous, aane crainte d'ßtre soupvouiie. . . . 
Je m'assure que la cour n'oubliera pas d'euvojer sea conjouissances eu 
cellea de 8u^de et de KOnigaberg. . . . 

Le comte de PStting, ambassadeur de I'empereur, arriva hier 
en cette ville '). ... 

J'ai vu un cavalier äcossais nouvellenient venu de Vieune . . ., 
lequel m'aaaure que Ha Mfyestä imperiale fait . . . mcttre troia arni^es 
3ur pied . . ., l'une regardant la Pologne . . ., I'autre vera le Rhin pour 
appuyer la Flandre . . . et la troiaiäme au milieu de l'empire. . . . 

Beiüchluas. Der Kurfürät bat d'Avaugour — iin Hinblick auf. das 
Eiudringen der Polen in die Mark und Püiumeru — durch Waldeck uiu 
Zahlung des Subbidiums bitten lassen, welches der Vertrag für den Fall 
erwähnt, dass er im Reiche angegriffen würde. Waldeck bietet Frankreich 
viele Truppen sowie seine persönlichen Dien.ste au, sobald der Friede zu 
Stande kommt. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 27. Jan. 16üG. 

Sur ce que je demaudai [ä-M. de Waldeck], ai la ligue que j'a- 27. J«ii. 
vtüs, aaivant mea ordrea, propoaä de faire apröa notre trait^ particulier 
avec Brunswick, Lunebourg, le landgrave de Hease et autrea . . . ne 
»ervirait pas & . . . former un tiera parti en Allemagne .... il goOta 
cette propoaition. . . . 

Der Kurfürst giebt den Schweden nur 1500 Mann'), indem er für sich, 

') I>em KSnif! Ton Si^bwedeo. 

•) Vgl. I'ulendorf K. W. V. 73. C. G. 111. 3, Uroyaen p. 250. 

') Vgl. Puftindorf C. 0. 111. l'l Vgl. F. W. V. 2ö. 33. 

*] Vgl. Art. 7 <]<:r iweilen Urkuode des Künigaberger Verirag» Pufisndurrv 72. 



:,LtOO»^Ic 



78 1'- Bsrichte vou 165A bis 1656. 

ausser den bewossteo 3000 M. zu Fdss und 1000 — 1500 Fferdeu, noch ein 
Corps Tou 12,000 M. zurückbehält, vielleicht um es in Deutschland oder 
zur Belagernng von Qelderu zu verwenden, wenu er wüsste, was Praukreich 

für ihn zu thun gesonnen ist. . . . 



de Luinbres an Brieinie. Dat. Königsberg 27. Jan. 1656. 
(Duplicat.) 

[Qrande, welche den KurfärsLen tum Abichluss mit 8<:hwe<leii bewogen hibcn. Der 
KCnig von Schweden nieht nach Küui^berg. Zusanunenkiiiifl in Biirlenalein. Krank- 
heit der Kurfdrstin.] 

Le trait^ ne doone pas ici la taSme Batisfaction qu'il a fait k M. 
OxeiiBtjerna'). . .. 
I. II y a encore d'autres raisons qui oiit inä M. I'^lecteur . . . k cuu- 

sentir aux conditioos du trait6. Preiiiiäremeut niadame l'^lectrice ap- 
prähendait fort t'evänement de la gucrre, et puur en soi-tir faiHait sous 
luaia juuer force balteries pour y faire condescendre sou Diari'); eu 
second Heu la considömtion du p6ril que la religion ävaug^Hque cou- 
rait eu cette guerre qui allait diviser le parti Protestant, MM. les Etats 
et quelques priuces d'Altemagne a'iut^reüsaut pour M. l'^iecteur ...; 
c'est le point que lee ducs de Urunswick et Luneltourg- out le plu8 
exag:6r6 dang les lettre» qu'ils ont t^erites k cea deux priiicea. . . . D'ail- 
leurs, cet älccteur avait appris de cetui qui est de sa part k Vicnne *), 
que le roi de 8u6de coutinuait k rcchercber l'auiiti^ de l'enipereur, lui 
ayatit fait offrir pour cela uue partie de la Pologne, oulre la premi^re 
ulfre de l'aider k faire sou fila roi des Komaiiw. ... 

... [Le roi de öuMe] u'est pas venu en cette ville'), comme il 
avait 6t6 proposß, M. l'^lecteur l'^tant alle voir le 20 de ce nioin eu. 
son camp, d'oü il l'a menS en sa ville de BarteiiBteiu et trait^ \k Jus- 
ques 4 avauthier, qu'il a ötö obligö de revenir eu grande diligence 
pour la petite vdrole qui est aun'euue k madame l'^lectrice, depuis aon 
partenient, avec une esp^ce de fauBse-couehe et la liävre. Comuie les 
m^ecins en doutent, ce prince ae trouve en de grandes inqui^tudes 
et ne re^oit aueune visite. ... Le roi de Saide a eniployä toute sorte 
de caressea . . . pour obliger M. l'älecteur ... k faire ligue offensive et 
defensive avec lul. ... II a fait de grands prisents k M. de la Cave . . ., 
k aon grand-niar^hal et k ses autres principaux ofHiciers et colonele. . . . 



') Vgl. Drojien p.249. 

•) Eband. p. 247. 

') O. 0. V. Bonin {vgl. Pufendorf V. 3llff.). 

') Vgl. Droyeen p. 250. 



;vGoo»^lc 



[Le] mi de äuMe ... avait lömoi{ni« ä M. d'Avaiigour, qii 
lui ferait itlaiHir de reinettrc »otre traittS aiires la (oiirliisiun du sieii. , 



de Tjnmhres an Maziirin. Dat. Königsberg 3. Febr. 1656. 

Dir König Toii Sehncileii hat dem Kurfürstrn einen Urief d'Avau- ^. Fobr. 
gour'^ gezeigt, um tloiiisclben Verdatlit in die Tiiteutiuucu Frankitichs eiii- 
luflöPi^eH. — Die Deputiiteii des Kurfürsten liaben ihn noch um '.iOO.OOU 
Thaler gepresxt, da die BArse der IleiTeu Stnatcii i'biioii jetxt Vl'rsehll>K^en ist. 

de Luinbres an Brieiine. Dat. Königsberg 3. Febr. 1656. 

(Duplicat.) 

Dvr Kurfürst liut de Luuibres beschworen iliiu die Wahrheit in Uv .'t. Febr. 

treir der Nachricht uiititiitheilcii , wekhe er von versehiedeueu Seilen her 

«mpfaiigeu, da.-'» nämlich der Friedens^ehliiss zwisehen den beiden Krülieu 

Frmnkreich und Spanien bevorstolie. 



irAvuugonr. Dat. Elbing 4. Febr. 1656. 
(Abschrift.) 
M. Oxeiistjerna me dit hier. <\\ie roiitrevue de l'^ileeteur de Brau- 4, Febr. 
debourtf avee 8<in inaitre uvait fori juiut dainili^ iva deu\ princes. . . . 
Ha ont Im et fail Brllderachuft eiiitemble. ... 

de huuibres an Brietme. Dat. Königsberg 10. Febr. 165C. 
(Duplicat.) 

IHe Wahl eines rönuscheu Königs oder Kuirers betreÜTeud. ... .Je re- ID. Fubr. 
präsentai que eC8 diflicultäs (welche die Kurliirsten dem Kaiser niuclu'u) 
puiUTsieut portpr l'cnipereur ä e\eeiiler le enuseil du conile d'AucD«- 
perg*) (|ui ert d'eniplover la ttirce pour oblifrer leü elfcteun« i suivre 
KS vuIont^B." 

Hittsichllteh des Pfalzgmlen von Neulinrg _j'ai autrefoia prop.iwj . . . 
le manage de smi lila') avee la fille uiiique du duc'); uiais «n ue l'a 
pu f^Qt^ ic), et puiB la diverailt! [de leur rcligioiij rendrait la ehoae 
•mez diflicile, parceque M. de Neubtiurg ... voudrait que te fil» do 
l'decteur (fit iiiHtruit dans la nötre. . . . 

Ayaot fait vouir loccjiaiuu de parier de M. de Baviere. je di» que 

') Vgl. oben p. 41. 

•) D. li. du« Kiirprioi«! (^arl Aemil (gub. dun lü- Febr. 1655 lu CV.ln an 
4M-8prM\ 

^ Bleonurc Uagdtleuc Thcreie, gvb. den 6. Jao. 1655, npltn niii Kaiier 
L«af»Id I. vcrDthli- 



:,L_nOO<^IC 



j'avHiB appris qu'il se veut il^tacher de la m^Bon d'Autriche, et que 
pour ce sujet et pour ce iiu'il semble avoir quelque pensöe pour l'eni- 
pire, Ha märe'), qui aime ea uiaison plus que cetle de son fils, s'est 
retiröe k Vieune; maia il') repartit qu'i la v6rit6 aa möre a grande 
passion pour aa maieon et qu'elle est ä Vienne, maia que pour l'heure 
eile est retoum^e i Munich et rentrte en bonne intelligente avec sou 
tils, — aans avoir aucuuement touchä te poiut de l'empire. 



de Lumbi'es an Mazarln. Dat. Königsberg 10. Febr. 1656. 
10. Febr. M. l'öleeteur . . . continue , . . daiis la volonte de houb donner 
quatre mille hommeij de ses uouvelles teväeB. Pour Tarniäe qui est 
sur pied, il u'est pae eucore bien r^aolu, s'tl s'eii scrvira contre Neu- 
bourg') ou s'il uous la douiiera. — 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 17. Febr. 1656. 
• (Duplicat.) 

17. FeLr. de Lumbres hat dem Eurl'ürsteu unterbreitet, er möge den Friedeu 

zwischen den Königen von Schweden und Polen herbeirühreu. Die bran- 
denburgischen Minii^ter wunscheu einen andern König von Polen als deu 
von Schweden. 

de Lumbres. Dat. Königsberg 20. Febr. 1 G56. 
20. Ftbr. . . . J'euvoie mon tils & la eour, pour y porter le traitä d'alliauce 

que j'ai eu ordre de faire avec M. I'ölecteur. . . . On estinie ici qu'il 
eöt du bien du meme service (d. h. des Dienstes des Königs) que Sa 
Majegtä convie la plupart des princcä de l'empire d'entrer daiie ce traitfi 
d'alliauce ou d'en faire de particuliers avec eux. . . . 



■2i. Kebr. Brandenburgisch - französischer Vertrag'). Dat. Königsberg 24. Febr. 

1Ö56. (Abschrift.) 



') Die Kurfarstin-WiUwe M«rie Anna t. Baiern, Tochter Kaiser FErdinaDd 's II. 

•) Der Knrfflrit. 

') Am 17. achreibt de Lumbrei, er babe dem Kurfdreten vorgeachlagen, wäh- 
reod die Fradioaen die Spanier beecbKftigteD nnd die Scbweden den Kaiser im Scbaob 
hietteD, leineraeils die ütadt Jülich und die andern dort von den Spaniern beaeti- 
len Plllie anzagreireD. 

*) Abscbrifllich und in Concept befinden aicb in uniem Acten auch Bemerkun- 
gen über denselben iwelcbe an gewinsen Functen auaiuielzen finden) von Servien. Sie 
enthalten anoh denselben Zusallartikel wie daa nuten verüBentlicble Memoire, üer 
Inhalt des Veilrngrs Angegeben von Pufendorf VI. 1:!. 



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Vertrag mit FrankreitJi. QJ 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 2. März 1656. 

jQ^^sprlch mit Waldeck Ober die rraaiggische AllUnce und ihre Zweck« sowie Ober 
einen Angriff aar Nenbnrg.] 

Je m'estime . . . heitreux de ce que Votre Emiuence agrße ta con- 2. Mi«, 
duite que j'ai tenue pour porter M, !'6lecleur ä s'ajuster avec la cou- 
ronae de Suade. 

J'ai appris du cömte de Waldeck ... qii'en inline temps [qu'il 
lu) repr^enta les p^rils d'un traitä avec la France, le) resident [de 
Suade] proposa de traiter sur quelques points . . . pour nouer une ptus 
gtroite alliance ..., et le ni€me eomte ... m'a dit que non-seulement 
da cötä de öu^de on avait essay^ de divertir Bon niaitre de notre al- 
liance, mais auesi du cötä d'Angleterre et de Hollande. . . . 

[n dit] que le premier fruit de cette alliance doit etre d'aseurer le 
Rhin au-de880U8 de Colog^e, parce que si l'empereur ou les Su^dois 
B'en rendraient maStres ou de la Westpbalic qui contine, la France ne 
pourrait avoir aucune communicatioD avec son maitre ni avec les autrea 
princes de cc cercle ni de ceux de Saxe; qu'it a reconnu que le roi 
de Su^de a dessein de s'^largir de ce cöt6-lä sous pr^texte de quel- 
ques pritenüons qu'il a sur l'^rechä de Munster et sur le conitä d'Ol- 
denbourg: ä cause de Breme, lesquelles il fcra d'autant plus valoir 
aprös la mort du comte que celui-ci n'a point d'eiifants. II ajouta que 
si les SuMois ätatent maltres de la Westphalie et du Rhin, üb le se- 
raient presque de tonte l'Alleniagiie ou pour )e moins de son com- 
merce; ... qu' ... il est n^ccssaire que la France s'ou\Te le chemin 
pour secourir ses alliös , . . ; que si eile veut pour cela entreprendre 
aur le haut- quartier de Gueldre ou sur les place» que l'Espagnol oc- 
cupe au pays de Jidiera, son maUre donnera son arm^e qui sera de 
dix ou douze mille honimes outre les trois mille fautassins et mille 
ou quinze centa chevaux qu'il a offerta. . . . 

II se laiesft enlin entendre qiie son maltrc contribuera tont ce qu'il 
pourra pour t'avantage de nos affaires coutre l'Espagiie, pourni que 
nouB l'aidions cuntre Xeubourg. II laissa meme 4chapper quelquos pa- 
roles qui t^moignaient que M. l'ilecteur souhaiterait de pouvoir com- 
mencer par celui-ci. Mais je lui representai . . . qu' . . . il y aurait peu 
d'esp^raoce d'y r^ussir, M. le duc . . . ^tant d^clarä gäaäral des forces 
du Rhin, avec lesquelles il donne encore buit mille hommes . . ., qu'autre 
chose serait, si les Su^dois, d^gages des affaires de Fologne, pouvaient 
tenir en ^hec l'empereur et la ligue. II repartit . . . que m€me il ne 
doute paa que loreque l'armöe 6lectorale passera le Rhin pour Ic acr- 
rice de la France, qu'elle sera cbargäe par ce duc. Je lui dis qu' . . . il 

Kiiu. lur Gucb. d. Gr. Kurr&rUen. U. 6 



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aerait aiafi A'y pourvoir en envoyant audevant de cette arni6e par le 
Luxembourg uu corps . . . avec uu g^n^ral fran^ais qui justifierait que 
toute rarm6e serait au Roi. — 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 2. März 1656. 
(Duplicat.) 

[Sprache and Form des Verlmges mit Brandenburg. Artikel Ü deesclbcn. Verhand- 
lungen über die Csodidnluren Neuburgs und Itairrns snf die römiscbe Krone aowie 
Ober die Hinzuziehung anderer Keicberii raten lu dem brandenburgiach-frnnzösischeii 
Vertrage. Branden burgi sehe Qeldforde rangen. Warum de Lumbrea aelbalalAndig ab- 
geacblosaen bat.) 
!. Er bat mit ileu kurrürstlicliefi Käthen eineu Streit darüber gehabt, welche 

Sprache man bei dem abzuschUe^senden Vertrage anwenden solle. Die kar- 
füratlichen Commissanen haben Beinen Entwurf in's Lateinische übersetzt, 
weil die Räthe, welche nicht französisch verstehen, ihn lateinisch abgefasst 
habeu wollten, de Lumbres hat als Au^kunf£smittel vorgeschlagen, ihn iu 
beiden Sprachen aufzusetzen, en leur declarant näanmoins qu'ils iie de- 
Taient espörer que le Roi ratifie autre traitö que celui qui sera pr6- 
senW & Sa Majestö cn sa laiigue, et que, pour cette consideration , je 
ue me rendrais point fort scrupuleux ä exaniiner lee tcrmee de leur 
traductiou et ä ies aeeorder avec le frau^ai», poun'u que la cüuformiW 
du aens s'y renconträt. 

Cest uoe des causes de la diversitö qui se trouve dans ces deux 
Berits. Mais la principale est que le coiiseil, k qui de Jour k autre se 
faisait le rapport de notre nägociatioc, apportait totyours quelque chaa- 
gement daus les terines, ä quoi il a fallu quelquefois in'accommoder 
pour ne pas trop pointiller, y voyaiit d'ailleurs peu d'inlßret '}, expli- 
quaut clairement en fran^aia ce qui ^tait trop g^neral en latin et pou- 
Tait causer de l'^quivoque. 

de Lumbres kommt nun auf den Artikel 8 des Vertrages"). . . . Puis 
j'ai compris des propoa que lesdits ddputös »'ont pu s'empecher de 
laisser ichapper, que leur mattre regarde d'un oeil de couvoitise \'6- 
v6chi de Munster . . ,, de sorte que si l'^veqnc venait se joindre fi son 
ennemi '), il tournerait ses amies contre lui et däpouillerait cet äveqne, 
b11 le pouvait, de quoi il pourra etre retenu, consid^raut que neue en 
aurons la moiti^; siuon cette part noue donnera l'avantage d'y conser- 
ver la religion catbolique. . . . 

') Droyaen p. 256. 

*} Pufeudorf VI. 72: Quicquid de aggressorum diCionibaa adquiretar, in qnai 
nihil niai ex jure belli praetendi potest, aeqnia partibne praedicti rez et elector inier 
*e Partien tuT. 

') Dem Pfaligrafen tou Neaburg. 



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Vertrag mit Frnnkrpich. Candi.latiiren auf die riVinisohi; Krone. gß 

Od lie BO prut tnip nsKun'r de cc cöte-lü. CV igiii iiio cnnfinne cn 
cettc pens^e, est la dilficulte c|ue j'ai rcucuntree ü liiiic i)a8scr cet ar- 
ticle. Od Hcn est premivrciiicnt dctcndu siir Ics tr:iiti5» de Munster t;t 
tfOsnabruck. . . . 

Les pouvoirB ii'mit pas iti iiiBt^re» h ia liu du traitti, parcc »(iie 
le» susdits <lepiitüK init |in>toiidii iic pimvoir rcccviiir Ic mieii en la 
funiie qu'il etil, k rauHo du titr<- de eniiMiii <iii<> Ic Koi doiiiie seule- 
nient A leur muitre. ([iii düsirc cclui dt* frür« dimt Sa Majestö a emii- 
mencö de Iliouiircr. 

Dieselbeil Cimiiuissure <>rklürfii, iUt Kurliirst könne bt-i der näcliston 
W«bl dem Pl'ulzBralen von Xuuliurg üciiio I:^tilU]UG iiidit gobeti. . . , Sur ce 
que je leur re|»K-soiitai quc l'oii |iiimrrait propdaer) Ic (juittemeiit de 
qnelque piäee que le duc lui forait ou . . . le iiiariage dt' leurs cufantä'); 
ÜB repartirent . . . que les eiifaiita snut trop jomies et de difTureiite re- 
HgioD, et quc d'ailleurs . . . le duc . . . a dej)ui)ii )ieH uiic seeonde fille 
et peut aroir de» pargouH; que leur mnitre ue ae tiendnüt pas auasi 
■atiBfait de ce qui lui a))parlicut par le quittenieut dune partie quand 
le duc sc resttiudrait ä la cedcr. — II fallut revcuir ii M. de BanOrc. . . . 
[Is DC emient \mi» rjuc ^1. de Havit^ro y') aspire, n'eu ayanl aueuue- 
meot fait |tarler ä 51. I'ilecteur, avec qui otant depuiü tonibe sur le 
tii£me propoa, l'occasion se preseiita de le pousser plu» avaut. II ve- 
nait de rcccAoir avi^ que l'euijierenr cuiitinue scs levOe« avec plus de 
cfa&lenr qu'il n'a pas eucore fait; que l'elceteur de ßa\i^re eoniuienee 
ä. le^'er; que les ecelesiustiques avec ^e^'e(|ue de ^liiuslcr out des tr»u- 
pes auxquellcs le duc de Neubour]; Joint les sicunc« et duit etre ]& 
gäniral de cette li^ie, Laiiiboi lieutennnt et Keusclieuberg rnare- 
chal de canip; que lea quatre mille biminie^ de pivd et dcux niille 
cberaux quc Laniboi levc ii Coliitnic jummmt renl'mcer eette ar- 
mie; que Picc(il«>niin.i comnuutdc rimpcnale et sous lui l]at7.tcld 
en qoalitö de lieutennnt-gOncrul. . . . 

Die Wahl des Kuifurslfn von Haiirn bi-trelt'eud . 11 rei>artit qn*^ CCt 
tlecteur a peu de fennetc . . . : d'aillcui» qu'il est peu aj^rOuble aux 
priucex de Tenipiro. ... Je dis que si <m venait Ifi. il tauilrait uvaut 
tuute autre cliose uaKKurer <tei« Olecteurs de Itavierc et de Ciilu^ne ut 
m^inc m^uager au]>reii de Tun et de lautre quelque uvanta^e puur lui, 
ontre la pmiiiessc de »e pa» assister eu aueuue nianiere le (lue de 
Keubourg ...; que ^a Majet>lu en ec euij pourrait etre garaut de ce 



') Vgl. oben p. 7!). 

•) Mlmltch auf <1m Kwch. 



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84 II- Berichte vnn Ifiür) bis 1650, 

qui serait promis. . . . J'ai tenu presque le mfime discours au comte de 
Waldeck, qui a jugi que ce moyen 6tait le meilleur, 

Ensuite de l'ordre dort, luonsieur, il vous a plu mlioaorer . . ., 
j'ai propos6 . , ,, conime je ieur avais encore fait auparavant . . ., ai , . . 
Son Altesse ne trouverait pas bon de . . . porter [ses amis] k entrer 
dane le traitö . . . ou d'en faire de semblables avec nous. . . . IIs croient 
que principaleraent il faudra [atjtirer les ducs de Brunswick et Lu- 
nebourg . . .; [aussi] paree qu'ils tiennent des postea fort avantageux. 
M. r^lecteur pense aussi avoir du pouvoir Bur le landgrave de Hesse, 
quoique le principal ministre de ce prince') paraisse aujourd'bui partisan 
de la maison d'Autriche, de laquclle commc le duc de Weimar n'est 
paa ami, il croit qu'il serait ais6 de l'acquörir, offrant de pratiquer ä 
ces fins lesdits princes ou d'envojer vers cux au mßme temps que Sa 
Majestä le fera de sa part. Et sur ce que je demandai, s'il De jugeait 
pas ä propoB de faire aussi entrer dans le trait^ le plus des') catho- 
liques . . ., il approuva pareillement cette demi^re propositioD, ajoutant 
n^nmoins qu'il ne pcnsait pas que nous puissions aisöment d^taeber 
Mayence et l'^vcque de Munster du parti de la maison d'Autriche. Je 
n'ai pas ^t^ peu pressä dans notre traitä de parier des deux cent mille 
^cus qui faisaient une des priucipales cunditions de celles qui me fu- 
rent proposöcs lorsque l'oii fit l'ouverlure de la pr^senle alliauce. Et 
quoique depuis on alt laissd quelque esp6rauce ä M. l'dlecteur de pou- 
voir obtenir quelque argent sous condition d'en faire d^duction sur des 
founiissements des troupes qu'il nous donnerait, s'il ne rompait point 
avec la Öuöde, je m'en suis n^anmoine dßfcndu sur ce que prösentc- 
ment nous somnies en trailö particulier pour ces troupes par lequel, 
si on se peut ajuster,* on donnera satisfaction ä tjon Altesse. 

. . . Je ne mc serais pas pr^sumä de conclure saus en avoir des 



') V. KroB igk (so such Im Dupl. v, 6. Apr. unten p. Sil). In eiDem in unB«tn Acten 
■bacbriftlich befindlichen Briefe deeeolben dat. Ca3ie\ 18- Sept. 16.').') heisst es Ober 
den Kurfürsten: ... I'diecteur est fort embarrasB^, et ci'est ainai qa'il arrive quand 
on croit Stre ssscz puissant de aon chcf ponr se rcndre considdrable h (ODt le monde; 
o'eat bon pour des CromwelU, maia pae de idiae partout ailleara . . . Dänemark na 
veut pas qu'on renforce la flotte. Crorawell . . . »'cntend aveo U Suede. , . . Cepen- 
dant Ics troiipea de Son Altesse ^leclorale tangoisseat dans aon pays, sans pouToir 
pnsser ea Prusse. ... BientSt Ice MoscoTites tnenacent ses ätats en Prusse, agiMant 
encore de concert stcc la Bntde, et ainsi I'affairs bien considdr^, il n'j a paint 
d'autre remfede pour B. A, il, que de aouacrire k la Tolont^ de Sufede. On veut dite 
que lesdita Moscaiilea ont iiji pris Tilsit [Tilsa Ms.] qui n'eat qu'k 14 lienea de 
KüDigsberg. 
■) de Mb. 



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G«Mf.>r<l<-niiig.'ii an rr^iiikrvii'b. [Ht kii^r-rlit-lK' II-I'. H5 

Ardres (tarticuliers . s'il y avait qudijuc dmse ijui iip s'acponU'it pi'iiil 
avec ceux ^ue j'ai re^'ua, et w'il ii'y t'iit du pOril cii Isi dcmcurc. ... 
Le r^sidcDt [ilu roi dp Hui'dc] u'a i)as fuit dilliotdti? de rrprc-scntor au 
Domt« de Waldrck le hasard au([ui'l M. I elccteur nesposait eii li-aitaut 
«Tee nou», puisciu'U ne Ic pnuvait Tain- saiis iilleuscr timto k niaisoii 
d'Autriche. ^ 

Wicquefort an Miizarin. l>iit. 2. März 1(J56. 

[ll.'ldf«rdcruHB cl.- Kurfiirslin. Der Wiintr ILiC] 

. . . J"ai . . . cliargre de nionsei^iieur lelecteur do sonder pour la 2- Min. 
demiere fois la voliuitö de Vtitrc Eiuineiiee toueliant le seeours que 
8011 Altere ^lectorale a fait deinaudei' depuis quehiue!) tiiois. . . . 

Lee lettres de Vieunc du 2 fdvrier ijurtcut cjue l'nn u'y ssavait jias 
eneore le trait* eutrc le nn de Suede et S. A. el.. et (pie louiiiercur 
STait fait assiirer iiutrc resident, qu'il a^^i^istorait piiisijaninieut et Ic rci * 
de Pologne et !?. A. iJIcctorale. - 

Wicquefort an Jlaziiiiii. Dat. 3. Miirz 1656. 

IVerliülliil^tL' M,i kn]M'itk-li.'>i H..I' und ii. Frankfurt.] 

J'enpfre que Votre Emiiiem-e ue tniuvora pas itiaiivaiü que Je IihS-Mbu, 
fiwee part de ce que me Biaadc do la llaiite-.\lk'uia^ne uu linuiine qiii 
e«t fort bien infurm^ de letat des atlain-s de ees quai1ier»-lä. ... II 
m'tcrit que Ton ne dnute plus ou l'euipereur em]dniera ses armes contre 
le roi de Sudde et coulre les protestants d Alleniajine; que c'est cnutre 
le »entiment de I'iccolnniiui et de llatztVld; inais qiie le prinee 
d'Auersperg ') l'a empörte sur eux. uoimbritant les uppusitions du mar- 
quiB de Castel-Kudrij;«). (|ui a l'ait iuslance k ee (|ue l'emiiereur fit 
passer ringt niille hnmuies au seniee du roi d'Espague pour i'trc eni- 
pluyeü dani) l'^lat de Milan. 

L*an:liiduc Leopold y a euvoye lo eouite de Xaswin-^aarhriiek, 
qui cliangea de rellptiu il y a trois aus. poar faire avaneer los levees 
que loa Espa^nuls pretend4-ut faire en Allemapie. et I V'uipereur a ]ier- 
mis au etdonel ItuI)land|V| de lever deu\ ri-enments; uiais d'atitaut 
que ^xe, Brandebourj;, Wurtcmber;f, UnuiMwiek. Hesi»;, Auübaeh et 
HecklcinbuuTj; ne veuleut puiiit soutl'rir de levOes «.-Lez eux, il aura de 
la peine h y rcussir. 

Die Reise des Kui.xri' uai-h l'rup i-l iioeli M-lir im^rcwiss. 

lu Frankfurt erwurt<-ti- iiiuii dun lÜMrLuf v^ii Wrinur, den L'ummU>ur 



') Vgl. aber ibn Diid telatn EiiiQuw fufcndurf V. 3ü. 



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I I6fö bis 1656. 



des Eaiser§, welcher die Vers am ml nag verabschiedeii und die Depatirten 
auffordern soll, sich im Moaat Mai zddi Reichetage einzuAnden. 



de Lmnbres an Mazarin. Dat. Königsberg 9. März 1656. 
Er und Waldeck habeu sich noch nicht völlig über den Preis der 
Aiishebungcu geeinigt. Der Kurfürst will sich nicht dazu verstehen, Gel- 
dern oder irgend einen andern Platz des Oberquartiers ku belagern, am 
nicht als Feind Spaniens aufzufreten und — ohne Vortheil für sich selber 
— die Fürsjtcu, deren Staaten zu pai^siren wären, zu beleidigen. Waldeck 
bat noch hinzugesetzt, dass die Herren Staaten diei^en Plan kreuzen wür- 
den. Er sehlägt also ein Unternehmen vor, welches" beiden Theilen zu gute 
käme, de Luoibres erwidert, Frankreich gedenke eine so starke Diversioa 
von der 'flandri.schen Seite zu machen, dass alle KräfU der Spauier sich 
würden dorthin ziehen müssen, so das° deren Plätze am Rhein, von Be- 
satzung eatblöHst, nicht langen Widerstand leisten können und deo Staaten 
keine Zeit zum Entschluss bleiben würde. — Waldeek hat vielmehr den 
Krieg gegen Pfalz-Neuburg im Sinne und sagt, sein Herr hoffe die Nach- 
barfürsten von demselben trennen zu können. ... Kr fügt hinzu, dasG er 
nicht zweifle, ihre Armee werde, ob sie gleich im Dienste Frankreichs mar- 
Bchire, von dem Pfalzgrafen von Keuburg attaquirt werden, welcher dem- 
nach der angreifende Theil sein würde, de Lumbres versetzt, weon dieser 
Fall eintrete, werde Se. Kurfürstliche Durchlaucht Gelegenheit haben, das 
zu ahnden, dem konue aber leicht vorgebeugt werden. ... Ensuite ayant 
6tö parl6 du siöge de la ville de Juliers et des autren placeB (jue les 
EspagDols tiennent en ce duchä .... il dit qu'il conf^rerait de tout 
avec 8on maitre. ... Je lui en parlerai ausai particuliärement , quoi- 
qu'en semblablcs affaires il renvoie le tout & ce comte, qui e'exprime 
plus facilement . . . 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 9. März 1656. 
(Duplicat.) 

[VertheidigungsanalaltcD in Mcmel. Die polnischeo Flucti tlinge itn_ lierzogl. PreusscD. 
Verthcidigung MarieDburgB. Bonio.] 
i. Am 4. d. M, ist der Kurfürst abgereist, um die Arbeiten, welche er 

in Mcmel (zum Schutz gegen die Moscowiter) aufrühren lässt, zu besich- 
tigen. 

. . . En autres artieles du traitä fait entre la couronne de HuSde 
et M. l'ölecteur il y en a un qui porte que les Polonais qui se sont 
ici r^fugiäs seront tenua de ee retirer dans cinq semaines, sinon de 
faire serment de fid^litä. Pluaieurs l'oiit fait, mais pour le temps qu'ils 
demeureront dans les titats de Son Altesse. Quoiqu'elle s'en soit con- 



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I'ulnisvhu nudilliub'u. Vcrtb.'idigiiiit' vtm Maritnbiirg. Ituiiin. g7 

tentfe. le resident de yiiede y ajuxirte de In diftieiiltö, iirvteiiilant que 
Ic »enneiit doit ctrc )nir et »impl«. saii»< coiulitiou iii Uniitatiun de 
lemp«: d'aillcur», quil a. ete lait ))!tr la [iliiiiarl depiiii« rexiiiratimi de» 
dnq seiiiaiueii portees par le tniite, el (jue |iar i.-ii]ii>^(|Ueiit ue poiivaiit 
jimir du beiiOfite d'icelai, leurw bicns duiveiit eti'C (-iinti»itiies; et (|iioi- 
que lui ait tte rcpruseiite «[ue le teiiips no peut nmrir (jue du jour 
de la piiltlk-atiuu de eet articlo qui lüi ete l'aite que (piiiize juurs 
apre:?, il eHt demeurO feriiie. 

f'cla n'a poiiit ai^rcu ä M. leleeteur de Itiaiidelxiiir);. qui iie e'est 
pu empeeher do lui dire duu tmi aijrre, que la .SuMe Uli dtniue l)ien 
ä coiinaitre jtur ee eommenccuieiil ce qu'll duit attcudre du traitv qu'il 
1 fait avcc eile. Le resideut ayaut elO siir|iris de ee discoiir». pour 
quelques jüurs cessa »es pmirsuites, iiu'il a di'imi» reprises et dont il 
harHüse l'ort leü uuuiHtres. Je ]ieiisorais que »im iutOret parlieulicr eu 
wrait la cause, espfjrant d'etre pliitut ^atist'ait sur les couüneation» des 
dimze mille risdalos ipie le mi de Siiede lui a dunnees. outre les quatre 
millc qu'il lui u fait iia_\er pnur ses appointeiiieiit:« , eu eou^idcration 
de l'avis qu'il lui uvait euvuye du Iraite fait par M, Ic uliaucelier Oxeu- 
»tjcrnn avec lef dOputes de M. l'eledcur, si ee thaneelier ii'usait de 
niemes ri^rueurs euvers les cliaiioiues de Viiniiie, qu'il veut oldigcr k 
payer quaraute ndlle risdales pour des hieus dmit la Suede les d^ 
pouille. et. faule de payeiiieiil. presse M, lelteieur de les eliasser de 
la l'russe. l-es uiiuistres de ee priuce, apres uiavoir reprOsente l'in- 
juMiee <lo ce pntct'de. ui'iuit prie de la faire enuuaitre au ^usdit r^i- 
dent. de quoi je nie suis defeudu. . . . 

Le pulatin de Weiher'), qui y coniiuamle, aurait rendu jla for- 
teresse de Marieubourft). si l'oii l'aurait voulu reeevoir autremeut qu'i 
diecrition. Celle rigueur l'a fait r^^inudre h se delcndre, ee qu'il fait 
de softe, que le cliaueelier ... a pri»^ M, rulecleur de s'eütremettrc. 
alin de pouV'-ir ... ^e^euir ä la eapitulaliou refustie. ... 

Le sieur Uimii reveuu depuis peu de Vienue est parti 

depuiti quntrc jour-t pour la llayo .... jp<iur| exeuser le traite'i ... 
[A Vieiiiie|*) il a traite assez familieremeut avee l'amliassadeur d'E- 
apa^e*), qui a fait tnus ses ell'orts puur jHirler lenqtereur ä se d6- 



) Jtcoh T. WvilK'r, WuInuJi: v..ii M.iikiilmrt,', vgl. l'ufi-iiilorf V. G. III. 4. 
' Vgl. abi-r ilit l,.-ir.ir-ii.L' rfroilung W-iiii.» rul.udorf F. W. VI. 5. 
*, Ebcnd. V. ») ff. f. ü. II. 74. 

') Harnuii V..I1 fs^if I-KmlriB«. vgl. l'ufcndi.rf K. W. V. 33 i3J). C. G. 
IL 74. Uruyicn p.23T. 



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clarer ouvertement contre la Suöde en faveur de M. de Brandebourg, 
saDs avoir pu ^mouvoir le coiute d'ÄueiBperg. 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg IG. März 1656. 

]Üer Kurfürst will nichts direct gegen Nciibarg nocli im Ruiche unturiiebmeii. Vor- 
läufig noch Iteiu Friede Ewisoheii den Kronen Spanieu und Fmiikrek-h. VcrlmllnU« 
des Ictzleren tQ Crom well.) 

1. ... Depuis que M. I'ölecteur est de retour de M6mel . . . , [il] a 
bien compris . . . qu"!! n'est pas k propoB de rien entreprendre directe- 
ment contre Neubourg ni dana rempire, . , . 

S, A. 61. a t6moign6 beaucoup de joie . . ., qu'il o'y a pas encore 
de disposition & la paix avec la couronne d'Espagne et qu'[eü tout 
cas] . . . la France . . . ne diminuera rien de l'estime . , . qu'elle a pour 
BA personne. ... 11 ajouta qu'il s'^tait bien promis ... de n'etre point 
abandonnä aux reBsentiments que la maison d'Autriche aura saue doute 
de l'affection qu'il a au Service de la France. 

n s'est enquis, en quel §tat nous Bommes avec TAngleterre . . ., 
et l'ayant assurä que nous eommes en fort bonne intelligence avec 
Cromwell, ü dit qu'il en 6tait bien-aise. ... 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 16. MHrz 1656. 
(Duplicat.) 

[Arbeitan in Meinet. Ein polnischer Abgcsandler.] 
16. Uftre. Son Altesse revint de M^mel la nuit du au 10 d. c, satiefaite 

d'avoir trouv6 les travaux , . . en bon *tat. Le lendemain arriva un 
ambassadeur de Pologne qui oüt staroste de Radom '). 11 eut audience 
deux joure apr^s, quoique le resident de Huäde ait täch^ de TempScber, 
M. I'iilecteur lui ayant fait entendre . . . qu'il ne traiterait rien avec lui 
Sans en donner avis au chancelier. 

de Lumbres bat mit dienern Gesaüdten über die Abtretung Preussens 
conferirt, voü welcher derselbe jtdocb nichts hören wollen. 

■ . . Je le sondai sur une autre proposition que Von fait et que 
M. l'ölecteur de Brandebourg estime pouvoir etre agr66e des deux par- 
tis, qui est d'associer le roi de Suöde au gouvemement de Pologne 
ou Tassurer de la succession au royautne apres la luurt du roi; mais 
je ue le trouvai pas de ce scntiment. 



i 



•j 8 Diojten p.257. 25Ü, 

DiqitizeabvG00»^IC 



PoluiacLc SCDdunif. Die Jcsuitan in Biauiisberg. g9 

de Lunibres an Mazarin. Dat. Königsberg 23. März 1656- 

[Uer Gr»r von \V«ld>ch.) 

, . . Un coDseiller . . . m'a dit , . , quc le cointc de Waldeck uppuie 23. Mi«, 
fort [les propoBitionH des Su^oib] pour le ddsir qull a d avoir de l'eiiiploi 
et de Commander uue armtSe. Ce propos rae surimt, eaus pourlant cn 
neu faire paraltre, parce que le conite m'a toigourst^uoign^ detre celui 
qni de tout le conseil est le moins favorable aux Su^duis. ... II mon- 
tnit toujourB qiie ses peneäcs iie u'^loigneraieDt pae tout-ä-fait de hob 
int^rfitB, quoique aon d^sir ffit de comtnencer par son maStre et de pro- 
fiter de roccasion que la guerre entrc Ics deux coiironnes lui präsente, 
les Espagnols, engag^s arec uous, nc pouvant secuurir Neubourg. . . . 

de Lumbres an Brienue. Dat. Königsberg 23. März 165i>. 
(Duplicat.) 

[Der polniiche Abgciandte. Dia Jesuiten in Braunaberg. du Lunibrca bi^mlihi sich 
um eine Copic des Königabergur Verlrsgcs | 

L'ambassadeur de Pologne a eu son audience de cong^, bieo que 23. Mftn. 
le rtaident de Su^de y ait appurtä la m^me Opposition qu'ä la pre- 
mi^re, ce qui a sembl« d'autant plus Strange que M. le clianeelier ap- 
prooT» la conduite de M. leleeteur par la lettre qu'il a icrife sur ce 
tajet . . . 

M. rtlecteur . . . hier avoua qu'il no peut approuver |la) politique 
[de» äuädüis] d'aimer mieux se faire crundre que se faire aimer et 
de choquer les Polonais dans les deux points od ils sont le plus sen- 
libles, k savoir la religiou et la libertä. 11 poursuivit . . . que le chan- 
celier ... l'a pri£ de chasser les j^suites de la ville de Braunsberg . . ., 
maiB quil ne le veut pa« faire. Je louai cette bonne rösolution et pris 
dc-IA occasioD de reprtseiiter eombien il lui est avantageux et le serait 
atusi aux tiuädois de traiter farorablenient les utthuliquos dans Icunt 
Üats. . . . J'ajoutai que c'est le »eul riioyen de e'assurer la PrUBse, n'y 
ayant que lea cathuliqucs cn qui Jl se puisse fier et aux ealviiiistes, 
qui sont en fort petit nombrc, Iob luth^riens, qui sont les plus puis- 
sants, ne regardaut que la ÖuMe. . . . 

Je fais toutes le« diligcnces posi^ibles pour . . . avoir uue copie 
[de leur traitC-]'). que l'on nie pronict depuis quc y. A. el. l'a pcrmis. 
Ia diflicult^ ... est 4 cause quc les Öuedois ont d6sirö qu'il demcurät 
teeret, et que pour cela uu ircii a piu) cucore voulu faire part i MM. 
les ÄtatB. — 

') p. M »*«ir lue 0. Ha. 

DiqitizeabvG00»^IC 



90 H. BBriclile von Ulf.5 bis lfi56. 

de Liimbres an Mazarin. Dat. Königsberg 30. März 1656. 

[Vertiandlungeo mit Waldeck.] 
XMftrz. de Lumbres hat keine Veräaderang in den Vorsätzen des Grafen voa 

Waldeck wabrnebmen können. ... _I1 avouii pourtant qu'il se trouve 
fort embarrassd en cette coiijoncture. ... Je pris de-lä occasion de lui 
repr^sontcr la iifeesSite qu'il y a de procurer la paix ciitrc la Su6de 
et la l'olognc. ... Dans la premi^re visite je l'avais disposfi ä porter 
M. l'ölecteur ä l'enfrepriee de Gueldrc, lui ayaut lais^ espiiri*r qu'a- 
pres la paix la France H'eii pourrait accommoder avee cette altesse; 
mais dans la derüifire je Tai vu beaucoup plus irrtsolu ..., priocipa- 
lement pour l'avis que M. de Wicquefort a donn6, que le roi d'E- 
spagne offre de venir k Pampeluue pour traiter de la paix, ei le Roi 
86 veut trouver ä Bayonne . . ., ce qui donue de la peine [k l'ilecteur] 
ro€me pour les quatre miile liommes qu'il nous avait offerts, ajoutant 
qu'il avait espörö que dßs le mois de ftvrier nous lui cussions fait 
touchcr de l'argent sur ce qu'il couvtendra pour lesdits quatre mille 
hommes, afin de I'employer en d'auties levöes qu'il pretcnd eneorc faire. ** 
de Lumbres erwiderte, in jedemFallc werde der Kurfürst in diesem Ver- 
trag uaracntlich miteinbegriffen werden. 

Der Graf wollte von dem Vertrage von Vervins sprechen, den Frank- 
reich mit den Staaten von Holland abgeschlossen hätte. — de Lumbres bat 
auch den Kurfürsten selbst über diesen Punkt beruhigt. „Je ne sais, mon- 
seigueur, si Votre Eminenee n'aurait pas agrfeable, pour achever de le 
gu6rir enti^rement de cette terreur ..., d'en dire un mot k eon re- 
sident. — 

de Lumbres an-ßrienne. Dat. Königsberg 30. März 1656. 
(Duplicat.) 

[Vi^rhnDdliiagen über die Angelegenheiten des Elaasa und die kiinriige KaüerirsL), 
namentlich mil Bezug auf den Kurfürsten von Baiern. | 
XHiiri. Je ne me suis pas donn^ l'honneur de vous rendre compte de 

diverses Conferences que j'ai enes avec M. Mecteur et scs rainistrea 
sur la proposition de relever l'Alsace de l'empire. ... II fallut demeurer 
d'accord que [leg voies pour faire rönssir cette proposition] . . . rencon- 
treraient toutes beaucoup de difficultäs, si l'empereur s'y oppose ou 
Tarchiduc dlanspruck ') , pour n'gf re pas satisfait de la somme qui lui 
a m promise. G'est puurquoi Son Altesse a fait sonder par sea mi- 
nistres . .. ä Francfort et k Vienne ce que l'ou se pouvait promettre 

') S. oben p. 42, 

DiqitizeabvG00»^IC 



Geldurn. Der Elaius. Diu Ksisvrwabl. 9| 

de cette propositioii. «|ui, dcpiiis peu, lui ont niaiidd avoir prcsBonti 
qu'elle ne sera pas agr^ec de l'empercur. . . . 

de Lumbreg hat dein Kurriirsteii auch wteüiT von der Wubl des Kiir- 
fiirstrn TOD Bairro gesprocbeu. _Sa rt^ponse fut, qu'il ue croit pns que 
M. de Bavifre puisse se dötacber de rattachcnient c|u'il a avee l'em- 
pereur, et que daillcurs i1 liest paa awsez riebe pour BMiitcnir cette 
digniM, si on nc joi^ait la Bob6me k reiiipiro; qu'il nc sail plus que 
jager de l'^Iecteur de Cologne. qui se plaint de lui. ä ce qu'icrit Ic 
eomte de FilrBtcuberg, ... et croit bicu que la cimliuuation de scs 
leräes donue de la Jalousie iiuii-aeulenient au <luc de Neubourg, mais 
vaesä aux autres princcs voisins du Itliin, et que cela poiirra avancer 
la ligne qu'ils projettent'^ ■ - . 

Hinsichtlicb der Wahl eines rönii^cheti Königs bat der Knrliirst ihm 
»eioe alten Vernit'heruugcii wiederholt: aber das Leben des Kaisers schwebt 
Ktündlich in Oefabr. 

de Lumbres an jrazarhi. Dat. Königsberg G.April 1056. 

. . . Enfin la parole qui m'a it(5 ilnunde est que »i M. Tiileeteur n'a rien 6. Apr. 
A craindre du eöte de de^ä. qu'il uou» accoiuinodora de ttuiles ses 
troupes et . . . (andoreufulls) qu'il lunis bailloni les tniis niille honimes 
de pied et lea tnille elievaiix de» levt-eii ciu'il fait au ducbd de Ole- 
TCB .... et que de plus ,,., si Sa IMajest^ vout lairc de« levöes eo 
Allemiigne. il len favorisera et leur dounora des «[uartierK dans ses ^tats. 
Bleibt ^lerding> nocb eine yehwieriglieit in Betreft' des l'^ei^es. 

de Lumbres an Bricime. Dat. Königsberg 6. April 1656. 
(Duplicat.) 
. . . Le Bieur de Krusigk, premier niinistre du laudgrave de Hesse, 6. Apt. 
est daus les int^r^ts de TAutriche. . . . [M. leleclour] a re^u hier une 
lettre de l'archiduc Lfopoid") par laquclle il lui donue x\is qu'il a 
obteou congä du roi d'Espagiie de retoumer en Allemagnc, pnur pren- 
dre le soid de ses bioiis eeel^sia^tiques et y vuir sos aniis; qu'il a 
pourtaut prumis datteiidre la vetiuc de Don Jean d'Autriehe. 

IiiBtiuction Mazarin'ä ttlr de Lumbres. [o. D.J 'J. April 1056. 
(Duplicat.) 
(ZuMlwrlikrl in rlrin Vcrlrigo vom 2i. F.bruM IC."'i;.l 
Mauder k M. do Luuibres. que l'on est fort satisfait du traiti (9.Apr.} 
coDclu arec M. de Braudebuurg*). 

') Eribenog l.eojiold nTilhelm. 
•) Vgl. oben p.8a 



>vGoo»^lc 



92 H. Berichte von 165fi bi« lern:. 

La seulc choee k laquelle i) a semblä au Roi (apräe avoir eu Ik- 
dessus l'aviB de Bon conseil) qu'il ^tait absolument n^eesaire de rem^ 
dier, c'eat l'^ejuivoque qu'il y pourrait avoir dans les trois premiers 
article» du traitä touchant l'aBsistauce; car TiotentioQ du lioi eBt bien 
d'assister eiuc^remeDt M. I'61ecteur touteg foie et quautes qu'il eera trou- 
hU daoB la posseesion des 6taU qu'il tient pr^sentemeat et des droits 
qui en däpendent; maig non pas, bous quelque pritexte que ce puisse 
etre, cela soit «^tesdu k des ^tats auxquele il pourrait prttendre avoir 
droit. 

Et qutiique l'on voie bien par vos döpecbes et par le trait^ meme, 
que votre intention o'a paß iti autre que celle-Iä ni peut etre eelle de 
M. r^lecteur, puisqu'il ne serait pas moius contre bod bien que contre 
celui du Roi qu'il parfit que cette alliance o'a eu autre but que de 
laisser quelque queue dans le trait^ qui donnät lieu de faire k guerre 
au duc de Neubourg, et que par-lä iious') nouB rendrions les inatru- 
ments d'uue nouvelle guerre en Allemagne et nous nous atürerions la 
haine de tous los princes qui y sont, quoiqu'en efFet dous n'ayone autre 
penaäe que d'y maintenir la paix, n^anmoins, pour un pluB grand 
iclairciesement et pour öter tout pr^texte d'interpröter sinistremeDt les 
intentionB du Roi et de M. I'Älecteur, on estime qu'il eBt k propos d'y 
ajouter l'article suivant, lequel, saus rien cbanger k la substance, ex- 
plique l'intention des partieB: 

Le Roi et M. l'^lecteur de Brandebourg ayant conuid^rä mfirement 
et examinä particuli^rement tous les articles, clauees et couditions du 
trait6 conclu et signö k Königsberg le 24 fövrier demier au nom de 
Sa Majesti et dudit seigoeur ölecteur par leurs pl^nipotentiaires dfe- 
put^g de part et d'autre, et ne voulant pas qu'il regte aucun sujet d'am- 
biguit^ ni de doute en l'exicution des chogeB promises de part et 
d'autre par ledit traitd, ont jug^ k propos d'y ^outer le pr^gent articie 
qui aura la meme force et vertu que ledit traitö et sera cengö y etre 
ins^rö: 

k savoir que l'assistance riciproque promise par le 2 et Sifeme ar- 
ticie Be doit entendre en cas que Öa Majest^ ou ledit seigneur ßlecteur 
soient attaqu^s ou troubl^g oon - seulement en l'ötendue des ^tatg et 
placcs qu'ilg possädent dans l'empire par droit btrdditaire ou en vertu du 
trait^ de Munster, mais en quelques endroitg que l'attaqne ou le trouble 
Boient faits pour raison degdits ^tats et places et des droits qui en 
döp«ndent dont ils Bont präsentemcnt en possession, et qu'en ce cas 



>vGoo»^lc 



Oewanschte MoififioRlion des Vi-rIrngH vom 24. Febr. 1651!. 93 

raasietance promiBe par lesdits articics 2 et 3 scra donii^e de bonne 
foi et le surpiDS du contenu en iceux ex^cute ') de rnSme. . . . 

RatificattoD des fraiizösisch-braudeiiburgischcii Vertrages vom 24. Febr. 12. Apr. 
1656 doreh Ludwig XIV. Dat. Paria 12. April 16öC. (Abschrift.) 

<le Lumbres an Mazarin. Dat Königsberg 20. April 1656. 

IPraniDaiiche Proposilioii vinea BQndnIssea ziTischen Frankreich, ScKwcden und den 

Rei c hüra raten . Aenaseriing Schlippenbach'» Usberlaflaung br»ndBnbnrgi scher Truppen 

ao Pidokreich. Waldeck. | 

J'ai regu de M. d'Araugour la copie d'une lettre qu'il a äcrite 20. Apr. 
ä Votre Cminence touchant la proposition qu'il a faite h M. Oxen- 
stj eroa d'une ligue entre la France et la Su6de et les princes de rem- 
pire. Je n'ai pas 6t6 Burpris d'y voir les difficultßa qui y ont iti op- 
pos^es. . . . 

Le comte de Schlippenbacb ... doniiait') k connattre aus mi- 
nistres de cette älteste, qu'ils ne Bouhaitent point que nous fusaions 
puissants eil Allemagne. '. . . Cette mauvaise humeur . . . laisse peu 
d'espirance de pouvoir parvenir k une ligue gönörale; maia je ne pense 
pas qu'elle puisse empgcher que dous en faasions de particuli^res. . . . 
M. de Brandebourg m'a dit avoir snndä pour cela }e duc de Bruns- 
wick. . . . 

Je n'ai pu encore tirer la derniöre rßsolution de M. l'filecteur pour 
les troupes qu'il nouB a fait esp^rer. II a paru bien troublä et bien 
empörte de ce que les SuMoia le pressent fort de leur envoyer toutea 
ses forcea. ... I-e comte de Waldeck doit voir dans peu de jours 
le chancelier Oxenstjerna et eiiauite le roi de Huäde, pour tcrmiuer 
cette affaire. Je reconnais de plus pn plus qu'il porte son mattre 

') SchluMworta feblen. — Bin andere) SchriftstQck ^Copie) in iinsern Acten ist 
bweiebnet als Udmoire fa\oyi par Msgr. le Cardinal aar le» affaires de Brandebourg 
(dn 9 svril 16r)6). Es beginnt: .On estima qu'il C8t ji jiropos d'ajouler l'article siii- 
Tanl*; dann folgen die 'obigen Worte: ,Le Roi et M. I'dtecteur de Brandebourg ajant 
conaiddrd märement'-.exdcQtd de meme*, n'oranf' es nocb weiter heisst : .Quant )t m 
qn'oD a mia dans ledjt srticie que fassiatance ae doit enlendre ■ . . ausai en quel- 
qae« endroits quo l'attaqae au lu trouble soient faita . . . , outre que cettu clause est 
r&iproque, eile eat d'ailleurs tr^s-juste; cat It notre dgard il pourrait arrircr qns 
l'emperear ou lea arcbiducs , sur le refas que le Eto! lear Terail de leur rendre l'AI- 
■ace afin de l'j eontrajndre , portisaent leura armes en quelqae autte endroit du ro- 
faDme, couime paj eiempla en Bourgogne; nritDoialns, si Ton faiaait trop de diffl- 
cultd de passer ladite clause, äa Majestd ne reut pas s'y attacher abaoluinent, el voua 
rooi en pourret ddpartir.* — 

•) donnbnnt Ms. — Vgl. Pufendorf C. Q. lU. 19. Droyien p. 263. 1). 



:,L_nOO»^lc 



de ce c5t6-lä'), on le soup^onne avoir 6tö gagnö par soixante mille 
risdales. ... 



de Lumbres an Mazarin. Dat. 27. April 1656. 

jDerTLlel .tthre' dem Kurfürsten von Ludwig XIV. lUgeaUndcii. Der maguowi tische 



27. Apr, ... Je riena de faire entendre k M. I'ßleeteur la gräce que le Roi 

se rösout de lui faire lui accordant Ic titre qn'il priitend'). ... L'am- 
bassadeur de Moseovie ... est ä une journöe d'ici'). . . , Depuis quinze 
jour, le Colone! Goltz') a pria emploi dans l'armee de M. l'ölecteur, 
' qui lui a donnä un r^g^ment et la Charge de g^näral-major. 



de Lumbrea an Brienne. Dat. 27. April 1656. 
(Dupiioat.) 

[Schwedische Be stech an gen und Vorspicgc lui igen.] 

, . . Le resident du roi de Suöde a fait de la part de aon maitre 
de Douveaux pr^sents aux ministres et k la plupart du conseil de M. 
r^lecteur. ... IIa lui ont donnd rimprossion que le roi de Pologne et 
la räpublique ne lui pardonneront Jamals sa d^fectioi), et qu'il ne pourra 
pas conaerver la Prusse ducalc, si le roi de Suöde perd la royalc, 
quoique l'ambaasadeur de Pologne qui a it& en cette ville ait aaeurä 
que son maitre excuse ce traitä comme fait par n^ceBsitä, pourvu que 
M. rsiecteur [reste] pendant la guerre dans les termes de ce traitß et 
ne passe point k un autre volontaire qui le rende ennemi de la Po- 
logne. . . . L'int^ret . . , [dej la France . . . m'a obligä de täclier ... de 
lui faire comprendre son vrai iutiret aussi bien qu'aux principaux de 
Bon conseil. . . . Depuis que j'ai reconnu qu'il n'y a point de raisons 
qui pöaent ici antant que l'or-de tiußde, ... j'ai estim^ n'en devoir 
point parier davantage. . . . 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 4. Mai 1656. 

|KeinB HoHhung, Trappen von dem KurTürsten in erhatten.] 
4.Mai. ...'üi je me suis tromp^ en la proposition de Juliers, au caa 

que Celle de Gueldre n'agrße paa, c'a it6 avant que Votre Emineuce 

') Vgl. Pufendorf VI. 15. 19. 

') Den Titel .frfeto». 

■) Vgl. Pufendorf VI. 11. 

') Joachim Kadiger Frhr. v. d. Oolti, 16M brtndenb. Oberst, 165G Kam- 
meTherr und Amtshauptmann lu Zossen, Generalmiuor, Chef eines Infanterieregiments 
TDD 1200 M. Vgl. V. Kessel Tagebuch v. Bacb's I. 32. 26). 



:q,tze::::,G00»^lc 



Tilelfugf. Moficowitischpr Ge-anjifr. W»llfik nich Fnufnbntg, 95 

m'eflt fait llionncur de m'appreDdre ?i?s intentioiis. depuis loquel letnps 
je au plus Bong^ i Juliers ui fait de distinction entre les placea da 
duc de Xeubourg qn'il possede ou qoe les Espitgools occupent. Mais 
je perds anjourdliui le peu d'es))eniDce qui me restait de pritfiter au 
moins des quatre inille homoies que cet ^lecteur avait proniis. ... II 

allegue rimiption que les Poloiiats ont taite eu la FünH^r^lie et 

qulls menaeent de pousser dans la Fomeranie, ee qui l'oblige & faire 
veuir Ter« l'Oder toutes les troupes qu'il a proclie du Kliin, pour d4- 
fendre l'entr^e de ses etats d'Alleniagne. — 

de Lumbres an Brieime. Dat. Königsberg 4. Mai 1656. 

(Duplicat.) 

[Waldeck nach Fraacnburg abgereist; der polnische Gesandte; der moscoiviliache. 

Befesligung von Königsberg.] 

Gegenwärtig zieht nur eioer der Miat:?t«r den Kurfürsten lar schwedi- 4. M«i. 

scheD Partei. Der Graf toq Waldeck ist zum Könige vod Schweden ab- 

g'ereist '). H a essaje de nie persuader . . . que cette altesse ... lui 

a donn6 ordre de disposcr ce roi ü enteudre k la paix et proposer 

au roi de Pologue la cession de la Pnisse pour . , , cette fin. ... 

L'ambassadeur de Pologue, qui au partir de cette ville 6tait allii 
k Dantziek'), est iei revenu, k ce qu'il fait dire, pour avnir une es- 
corte de 8on Altesse ölectorale, 11 est assez vraisemblable qu'il prend 
ce cbemiu pour donner uioyen ä ce prince de rechercher la Pologue 
d'une neutralitä qu'il sait bleu i-tre fort desir^e des ^tats de la Prusse. . . . 
Celiri de Moscovie n'a fait son cntree que le premier du moia, II 
devait aujourdTiui avoir audience, si M. I'^lccteur ne fül hier partj 

pour aller au-devant de la reine de ÖuMe, que Ton attendait ä. Pillau 

Ou a commeueö avec ce uiois k travuillcr de iiouveau aux forti- 
fieatioDs de cette rille. 



de Lumbres an MazarJn. Dat. Königsberg 11. Mai 1G5G. 

I dem Kurfüralcn nnd OKenstJernii in 

niserwürde in vcrschrtffun,] 

... Bien qne le comte de Waldeck soit retombä malade & Fraueu- 11. Mu 
bourg, cela n'a pas rompu la n^gociatioD, parce que ... M, Oxen- 
stjerna s'^tant rendu k Pillau pour y saluer la reine, peudant qu'il 
l'attendait avec M. l'älectcur, ils ont eu deux ou trois confi^rences se- 



') N«cli Frauenbnrg vgl. Pafondorf F. Vf. VI. 20ff. C. G. III. 19. 
■) Vgl. DroytBD p. 259. 



D,qit,zsabvG00»^IC 



96 II. BfTichic von 1^t^'> bis 165& 

iT^toa et asHCz longiies cjui out fort avanc.^ Taffaire. ... Je viens pri- 
scntcincitt d'apprcudre . . . quo oe cointe . . . täche de porter eoD nitütre 
h proracttre ä ee rui nun »uffrage quaud il a'agira de ruiner l'empe- 
reur ... et iii^aic d'cnq)loycr hg» forccs avec Celles des pays prote- 
»tiuitx . . . Ipour confiircr TcDipirc] au rui de SuSde, qui proniet & cc 
cMiiite des ävScIieH qii'il sticularisera daiis l'enipire. ... Le cointe . . . 
[est de cct avisj que [le tcmps] se prtscnte favorable pour faire rtuMir 
i-c dusHcin, parcc quc Cr um well le peut appityer puiBsaminent, et que 
la (j;iierre d'cntrc Ics deux courouucs les empeche de a'y uppoaer. Ce 
u'eHt pas d'aujuurdlmi que je cummciic» ä recouiiailre que le roi de 
Suedc preteiid i. l'ciiipire et A douter que lui et l'älecteur aient eu de 
scuiblables pensie«, priucipalemeut dopuiB quo je n'ai pu trouver d'autre 
raiBou pourquoi eet ctecteur n'a Janiais &gT€6 la proposition que je lui 
ai falte de eelui de Ba^iöre pour le porter k Vempire ni vouloir dt- 
sigucr uu autre sujet cii faveur de qui on pflt m^nager les autres 
^lecteurB. . . . 



de Ijumbres an Brienne. Dat. Königsberg 11. Mai 1656. 
(Duplicat.) 

[Der Kurrorsl lUrltukgekelirl. Der moacuwilisoho und ilur polniache Qciandle. Vnr- 
BpiAgcliitig;«!) dsr Schweden. Der Kaiser und Knheriog IjeopoH.] 

i Der Kurfür.'^t \ft (?] in dicKC Stadt zurückgekehrt. Der moEcuwitische 

Abgesandte bat Tags darauf seine erste Audienz gehabt, der poluifche hat 
(t'ljeut'alls) lue Kiiukkehr iIcn KUrsteii aus Pillau abgewartet. ... Mais ... 
lett CHpi^rauccs que les Su^dots lui dounent de conquärir toute la Pu- 
lognc et pour sa part lui doimer I'Ukraiiie et la l'odolie ') tiattent fort 
le d^Htr qu'il a de s'agrandir. J'ai appris . . . c[ue ceux qui le por- 
tent ä cettc röBolutiou . , . pc ncn-ent du prttexte de relipon. ■ • • Cette 
ruison ue se puliHe pas, de peur d'avancer la jonction des priuce« 
catlioliques de Tenipirc avec l'etnpereur qui u'agräent poiut cellc de 
r^lectcur avec les äuädoia, . . . l'iileetcur de Oologue ronipant avec lui 
pour cela. . . . 

M. lelccteur a re^u avis de niadanic sa märe*), qui demeurc k 

. Crossen en Siläsie, et de ses ofHciers de Ponitirauic, que Tcmpereur 
fait araucer quinze ou vingt niille hominea sur lea confina de Pologne 

') Pufcndorf T- SO beltat et: nam do tlcraina et Podolia ioeptnin mm nie- 

') Uie KurrantiD-WUl*re Ella.betb Cbarlotle (f 16/2$, April 1660, wel- 
cher KurfSnt Friedrieh Wilhelm, ihrem WnnfCbe genlii, CrcMwii mm Witt- 
«eaaiu «ngewleacn. 



>vGoo»^lc 



„Gooi^lc 



9g n. Berichte von 1655 bis 1656. 

de Lombres an Mazarin. Dat. Königsberg 25. Mai 1 656. 
S5. Hni. Der Kbnig von Sehwedeo und der Kurfürst wünschen — in Rücksicht 
ihrer Absichten auf d&s R«ich — den Frieden zwischen beiden Kronen^ 
Frankreich und Spanien nicht, doch würden sie denselben herheisebnea 
wenn der polnische Krieg sich noch weiter erhitzte, damit der König von 
Fraukreich dann die Pläne des Kaisers verhindern könne. 



de Liirabres an Brienne. Dat. Königsberg 25. Mai 1656. 
(Duplicat.) 
35.MBi. Schwe in ist seit vier Tagen aus Deutachland zurück. Man ersehnt 

hier den Frieden mit Ungeduld. Waldeck ist noch in Marienburg ■). 



de Lumbrea an Brienne. Dat. Königsberg S.Juni 1656. 
(Duplicat.) 

[Schwediache Versprecbnugen. Lage der Dinge im Reich Unrulien in KlVnigsberg.) 
'<■ Der tartarische Abgesandte ist Tag^ vor Pßngsten abgereist. Schwe- 

den ver^^pricht dem Kurfürsten Qrosspoleu {mit Ausnahme Posens), welches 
er jedoch nicht würde behaupten können. Der Kurfürst fürchtet die beab- 
sichtigte Ligue zwischen Mainz, Cöln, Münster, Pfalz - Neubnrg und Don 
Juan d'Austria. — de Lumbres giebt ihm den Rath, Zwiespalt unter die 
Katholischen zu werfeu, indem er Baiern an die Spitze des Reichs befördere. — 
Un grand dösordre') est ici arriv6 le lendemain de la penteeöte, 
l'äglise catholiquc nyaiit iie pill6e, Bur la fin des vSpres, par un grand 
noiiibre des soldats et du menu peuplc joints eDaemble, qui au m^iiie 
teinps pillörCDt encore plusieurs maisons des Polonais catholiques qui 
Ront au ni€me quartier cnmme aussi l'^Iise des Grecs schisniatiques. 
So'» Altesse 61ectoraIe eu ayant re^u avis, y envoja aussitdt ses principaux . 
(ifficiera avec force, qui arr6t6rent le cours de ce dösordre qui Ätait pour 
seteiidre bien loin. Elle en est fort irritfie, et parrait d'en vouloir faire 
uiie justice exemplaire, et conime eile ne doute point que cette action 
äclatera graiidenieut daiis l'enipire et dans la conjoncture oCi les affaires 
se trouvent pourra ctre iutcrprät^e k mn d^savantage par les prtnces ca- 
tholiques, eile propose de leur ^crire, pour leur faire connattre que 
cela est arriv* par une Emotion du tout imprövue, et qu'elle est r6- 



NeulraliUt des Ciarcn tu erUngCD. Vgl. Pufendorf VI. 31: ita contra cura tbit 
MoBCi amicitiam serTare. 

■) Vgl. Pufendorr F. W. VI. 23 f. C. O. III. 20 Ober die damaligen Verbandliiogen 
der branden bnrgisoben Abgesandten mit dem KOnige von Schweden zu Marieobarg. 

') Vgl. nber dies Scandal und die Ursachen dMselben Drojsen p.267. Thca- 
irum Buropaeam VII. p.9&3. 



>vGoo»^lc 



Unniben in KGniKtberg. 99 

solae de faire punir rigoureuaement cenx qui s'en trouveront coupa- 
pebtes; et de fait on comtnenca das le lendemain ä faire ex^ciitioD. . . . 

de Lumbres an Mazarin. Dat. Köiiigsberg 8. Juni 1656. 

(loiiDiutioD Waldei^k'«. 8oDiDiU'8 Ratli sn Frankreich. Berubignng wegen des Friu- 

dena mit Spuiien. AeusiGntogen Bonin'i im-Haag. Angelegenbeit des FUrsten von 

Salm.] 

Der Qraf von Waldeck hat Beinen Herrn beredet, dass der König ä.Jani. 
von Schweden, wenn er an die Spitze des Reichg gelange, die deutschen 
Kirchengiiter mit den Protestanten tbeilen würde. Herr von Somnitz, ein 
verständiger nnd redlicher Mann („homnie de jugement et de probitö" ') 
giebt Frankreich den Rath, in DentEchland unabhängig von dem Schwedeu- 
könige zu handeln, der nach einer Universalinonarchie über die Protestan- 
ten HO gut wie der König von Spanien nach einer solchen über sämmtliche 
Katholische strebe. 

de Lnmbres hat den Kurfürsten wegen des möglichen Friedens mit 
Spanien beruhigt, welcheu man niemals ohn9 die Theilnahme der Freunde 
und Verbündeten Frankreichs schliessen wurde. 

L'occasion s'iitaDt pr^entäe de parier de la nägociatiun du sieur 
Bonin qu1l a enroy^ ä la Haye'), je tombai aur Varia que Votre ^rai- 
ueoce a re(u, qu'il a vu rambaaeadeur d'Espagne et l'a assur^ que 
Son Altesae ne noua accordera point de ees troupes. Elle rougit d'a- _ 
bord et parut Burprise de ce propos. Elle demeura bieu d'accord que 
90D ministre a vu cet antbassadeur par sod ordre; mais il nia de lui 
en avoir donoä de parier des dites troupes . . .; [mais seulenient] d'une 
bonne correspundance entre son duchd de Cläves et le Brabant. . . . 
Je me suis donn£ Hionneur de mander') ä Votre Emineuce, que ce 
conaeiller 6tant etnployä [k Vienne], a eu gründe conimunicatioD avec 
rambaasadeur d'Espagne qui y est, et que depuis ce voj'age il est 
derenu partisan de la maison d'Autriche. . . . 

Je verrai les ministres de H. A. Ü. pour Taftaire de M. le prinee 
de Salm*). 

de Lunibres an Brienne. Dat. Königsberg 15. Juni 1656. 

(üaplicat.) 

Der KurfUrst glanbt, dass die Schweden diesen Krieg, sobald sie nur lü. Juni. 

ii^nd wollen los sein könuea, indem sie Polen mit den Moscowitea, Ko- 

sacken nnd Tartareu, dem Fürsten von Siebenbürgen und ihm selber thei- 



') Vgl. Droysen p, 
') Vgl. Dbeo p. 87. 



1* 

)iqitizeabvG00»^lc 



' JOO n. BcricMo Ton IC65 bi« 165ü. 

lea'), auch nötbigeufalls dem Könige von Polen für geioe Lebeuszeit eioen 
Theil belaBsen. — Der Kurfürst hat an den Kaiser und au die andern Kur- 
fürsten geschriebeu, um die für die Spanier bestimmten Anahebungen zu 
hindeni, welche dem Vertrage von Münster zuwiderlaufen. — Der Kaiser 
will eine Besatzung nach Goslar legen; anch hat der KurfUrstNachricht voit 
der Verpföndnng (engagement) des Erzstifts Bremen an Cromwell, welche 
die Schweden beabsichtigen. — Wicqnefort hat mit der letzten Post um 
seineu Abschied gebeten. 



<Ie Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 22. Juni 165G. 

. do Lnmbrea w[rd nanmehr, »einen Ordm folgrud, 
Ir Subwadea Partei nehmen.] 

23.Jnu!. ... Je Qe manqueriu point, [au] retour [de M. l'^lecteur], de lui 
faire voir la faiblease du') prätexte que prend l'empereur, disant qua 
les troupes qui vont en Italie ne 6ont envoy^es que conlre le duc de 
Modäne et celles qui vont en Flandre que contre les Anglais. 

Er wird den Befehlen Sr. Eminenz folgen, indem er für Schweden. 
Partei nimmt. Dass er des Kurfürsten Alliance mit dieser Krone bisher 
nicht entschiedener begünstigt hat, entschuldigt er damit, dass er ein- 
mal die Truppen des ersteren für Frankreich sparen und zweitens dem 
Argwohn der Polen keine Nahrung habe geben wollen. II faut que j'a- 
voue que M. le comte de Waldeck m'a touIu faire agir d'uoe autre 
mani^re, et m'a fait dire que la France entrerait dans la lig:ue contre 
la Pologne et foumirait honimes et argent pour sa part, sur ce qult 
dieait que le roi de Su^de l'arait asBur^ que M. d'Avaugour lui en 
avait donu^ la parole. Mais . . . M. d'Avaugour ne m'avait rieo 
mand^ de eemblable. 

de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 22. Juni 1656. 
(Duplicat.) 

[Du kurfllrstliche Paar in Balga. Malilel.) 

22. Jnni. . . . M. l'^lecteur avec roadame l'^lectrice est all^ le 16 de ce moia 
k Balga') ..., oft M. le comte de Waldeck s'est rendu le roeme 
jour . . ., [maia d'oft il] est retoum* le lendemain vers ie roi de Su^de. 
Quelques heures auparavant, le grand-veneur de la cour de Pologne, 
nomm^ Maidel'), 6tait arriv^ aupräs de Son Allease älectorale avee 
des lettrea de son mattre et de la r^publique qui la convient k de- 

'} Vgl- Droyaen p.261. 

•) de Ms. 

') Am Friacben Haff. 

•; Vgl. Pnfendorf VI. 30. Droy»8np.26a 



;vGoo»^lc 



de Lumbies ninmt Partsi fflr Sohweden. Bewegungeo der Heere. jQj 

menrer dang la neutralit£ avec eux et le roi de Su6de, promettant 
doublier en ce cae tout le paBs^, de lui faire sa condition meilleure 
et m€me le flattant de la succeesion de la couronne de Pologne. — 

de Lumbres an Brieune. Dat Königsberg 28. Juni 1 656. 
(Duplicat.) 

[Benrrgungen der Heere. VerhftnillungeD de Lnmbrea' mit Maidil. Der moKMwiliiche 
' Abgesandte. Weitere Nacbrichten ans Ciossen.] 

. . . Cette altesse a envoyi ordre ä ses troupes de Pniaae de mar- uh, jiir 
eher, ä quoi elles Be disposent d'obäir daoB deux ou trois joure. Leur 
rendez-vou8 est k Soldau, qui est Bur les confins de cette province et 
de la Masovie, d'oft ellcB ae peuvent aie^ment joindre en cas de beeoin 
k Tarm^e comniaud^e par le prince Adolphe et le marächal Wrangel 
qui est.allä au secours de Varsovie. On tient qu'elle B'est arr€täe k 
troia Heues de cette place, suivaat Ic commandement qu'elle a re^u 
du roi de Huäde de I'attendre arec le reste de see forces qu'il propoec 
de meuer [. . .?], sur l'avis qu'il a eu que l'armäe de Pologoe CBt plus 
forte qu'il ne s'ätait persuad^; et n^aunioina j'ai appria du veneur de 
la cour du roi de Pologue '), qui a it^ ici renvoyö de M. l'ölecteur 
pour attendre k son retour la r^pouse qu'il veut faire aux lettres qu'il 
lui a pr^aentöes, que lea cosaques et les Tartarea ne sont pas encore 
dans cette arm^e; raais il nie dit qu'ilB y doivent venir, si les troupeB 
älcctorales se mSlent avec Celles de Hu^de. En parlant de la niediation 
que la France offre pour proeurer la paix k la Pologne, il tdmoigna 
de croire qu'elle pourrait gtre accopt^e, s'ätant m€me laissä entendre 
qu'il passe en Courlande, pour obllger le duc, qui est denieur^ neutre, 
de convier les monarques et potentats de nioyenner cette paix qu'il 
ne disaimule point Strc d^siree par la Pologne, pourvu qu'on ne prä- 
lende pas la d^membrer en quelque fa^on que ce soit. . . . L'ambassa- 
deur de Moscovie, qui eat parti d'ici, s'est fait conduire cd Danemark. 
Ce voyagc est d'autaut plus saspect qu'il n'en a rien du tout d^couvert 
en cette cour, et que la flotte de MM. les Etats -G^näranx se trouve 
präsentement au tiuud, et que de pluB l'oD äcrit de Dantzick, que le 
d^put^ de cette ville-lä qui CBt k la Haye mande que l'on y parle 
d'une ligue entre la Pologne, la Moscovie, le Dänemark et lesdits sieurs 
Etate-GäD^raux. 

Les avis de Crossen*) portent que l'archiduc Läopold est attendu 

■) Hkidel Tgl. oben. 

') VoD der KnrHlTatiii-Unttei. 



>vGoo»^lc 



I 1655 bis 1656. 



avec impatience de rarm^e imperiale qui est en Sil^ie, et que d^jk 
une partie de Hon bagage et de seB carroBses eont arriväB. . . . 



cl'Avaugour an Mazarin[?]. Dat. Marienburg 29. Juni 1656. 
20.Jiint. Der König ron Schweden ist mit der SenduDg de Lumbres' nach 

Polen eiu verstanden. d'Avaugour will mit demselben zwölf Meilen (lieucs) 
von hier') eine Zus&mmenlinnft haben. 



de Liimbres an Brienne. Dat Königsberg 6. Juli 1 656. 
(Duplicat) 

[Zuaammankunfl in Fr. Holland. Schreibea des KarFQr*t«D an den König ran Polen; 
seine Sendung an den Ksiicr und die katholischen Fürsten. Der mosoowi tische Ge- 
sandte. Ealcnburg an den Ciaren geschickt Harren der preussischen ßtHnde. de Lum- 
bres gebt nach Polen, gedenkt jedoch sn den Hof des KurTtlrslen lurfirktnkehron.l 

Die Zusammenkunft in Pr. Holland ') ist unter grosser Bezeugung von 
Freude und Genugthaang seitens des Schwedenkönigs vor sich gegangen, 
der am dritten Tage abreist«, sowie auch der EurfllrEt in drei bis vier Ta- 
gen abzureisen gedenkt. Der Letztere macht kund, das s er dieeen Vertrag *) 
nur um den polnischen Frieden zn befördern geschlossen habe und schreibt 
im nämlichen Sinne (durch den Oberjägermeister desselben) an den König 
von Polen'). Femer sendet er Dobrzenski'), seinen früheren Residenten 
in Schweden, an den Kaiser nnd die katholischen Fürsten, — 

Der an den König von Schweden geschickte moseowitische Abgesandt«, 
welcher diei^e Stadt paesirte, hat dem Kurfürsten sein Mit^svergtiügen aus- 
gedrückt. Der KurRirBt sendet Eulenbnrg an den Czaren') ab. Die 
preussischen Stände, unzufrieden über die grossen Auflagen, mit denen mao 
sie ihren Privilegien zuwider drückt, murren laut und könnten beim gering- 
sten Wechsel des Glücks sich für Polen erklären. 

In Heiligenbeil war d'Avaugour der Ansicht, dass er, de Lum- 
brcK, nach Polen gehen solle, ehe die beiderseitigen Armeen handgemein 
würden und die Polen mit dem Kaiser und dem Czareu - unter Abtretung 
des herzoglichen Preussen au den Erzherzog Leopold — eine Ligae 
.ichlösGen. — 

Je me dispose äpartir dans 2oui}Joiir8, si autre')cbo8e n'arrive 

') In Heiligen beil. 

ind 19. Jnni (». unten Wicqnefort an Maaarin dat 23.Jnli, vgl. Pu- 

[II. 21. Droysen p. 26f)). 

enbnrger Vertng vom 2!i. Juni. 

endorf VI. 33. 

fendorf VI. 40 nttre dieser Gesandte erst Hpkter abgeschickt wor- 

da Lnmbres an Matariu dat. 5. Oct,). 

r diese Sendnng des Baron Jonas Casimir v. Enlenburg Pu- 

. V. Orlich 1. 186. 



>vGoo»^lc 



I.Pr.Holl. de Lumbr. n. d'AT. !. HafUgeob. CGaat-rflckta. Warich. ]03 

Dans rmcertitade, je tetourner« en cette coiir. Je proposaU de 
prendre cong^ de M. l'ölecteur et d'en demauder l'aadieiice; mais il*a 
t^moignä que je lui ferais plaisir de ne le pas f^re qu'apr^e que je 
lui anrai dälivr^ 1a ratificatioD de Dotre trait^. 



de Liimbres an Mazarin. Dat Königsberg 6. Juli 1656. 
Der Korfürst will den Kaiser und die katholiecheD FürsteD bei'chicken, 6. Juli, 
am den Wiioscben derselben zd scbmeichelo, ohne sich jedoch zn etwas 
Positivem zn yerpflichten, wenn ihn nicht die Noth seiner Lage dazu zwingt. 
Er will dem Pfalzgrafea von Neuburg ein friedliches Arraii gerne nt vorschla- 
gen, um diesen Fürsten und das ganze bairische Haus davon abzuhalten 
ihm zuwider zn aein. ... de Lnmbres bereitet sich zn seiner Abreise nach 
Polen. 



d'Ävaugour an Mazariu. Dat Marienburg T.Juli lf)56. 

[Seioe VorsbredungcD mit de Lnmbrei.] 

J'arrivai avant-hier de l'entrevue de M. de Lumbree . . . T. juij. 

Nou8 sommes demeur^B d'accord que M. de Lumbres ferait eavoir 
k M. Tölecteur de Brandebourg la r^solution de son voyage, et qu'il 
eihvrteräit . . . Son Altesee älectorale k porter le roi de Su^de ä, uii 
accom modern eut, coninie il a lui-m^me taot d'int^ret et d'occasion, ayant 
tut deaaein daller en pergonne Commander ses troupes, qui feront 
l'aile gaucbe de l'arm^e conföder^ de Saide et de Brandebourg. Cette 
ardeur a m inepir^e ä, ce prince dane celle de la dibaucbe de Hol- 
land') qui a iti Bolennelle, magnitique et longue eutre ces deux 
nouveaax princes amis. Jaroais on n'a ouY tant de protestatione d'amitiä, 
de sincäriti, de z^le ni vu pluB de caresfiee, d'embraBsadee et de 
busers . . . 

d'Ävaugour an Mazarin. Dat. Marienburg 21. Juli 1656. 

[Cul GuiUv rOckt auf Wsrecliau. Behandluag der Bubwediacheo BsaalzuDg daealbBt 
[turcb die Poleo.] 

... Le roi de Suade n'attendait rien que l'ölecteur de Brandebourg 2i.J.iii 
et la perfection de son pont '), pour marcher droit k Varsuvie, B'^chauf- 
fäQt en ce desseiD-U par le traitement que leB Polonais ont fait ä »es 
gens qui en soot BortJB. On ne leur veut point tenir l'accord fait avec 



•) Vgl. oben. 

') Ueber den Bug bei Nowodnor 



„Gooi^lc 



M. de Wittenberg'), et au lieu de liberti on parle d'envoyer les 
pHDcipaux ofüciers ä ZamoBC '). ... 



Wicquefort an Mazarin. Dat. Paris 23. Juli 1656. 

[berichtet dem Cardinal (wie er angewieaeti) die neuesten Ereignisse, die Zasammen- 
kunft in Fr. Holland, den Maricnburger Vertrag, und das9 der Kurfürst gegen di« 
Polen marschirt. Et wBre besser gewesen, denselb«D zu einem selbsUlndigirD Han- 
deln in einer gewissen AJihBngigkeit von Frankreich in den Stand in letten.) 

23. Juli. . . . J'ai ordre de faire aavoir & Votre Eminence, que raonseigoeur 
l'älecteur s'est abouQhä avec le roi de Su^de dans la ville de Holland 
le 18 et 19 du mois pass^*); qu'il a conclu une ligue offensiTe et de- 
fensive avec lui; qu'il a coDsenti ä la jonctioa de ses troupes, et que 
Son Altesse ilectorale marche k la tete de son armöe contre les Po- 
Ionais. Comme je ne doute point, ou Votre Eminence sera bien-aise 
de voir la fortune incertaine du roi de Suade appu;^ d'un si puissant 
secoars, aussi demeure-je enti6remeiit persuadä que Votre Eminence 
jugera ais^ment qu'il n'aurait pas 6(6 hors de propos de faire agir S. 
A. 61. de son chef et avec quelque d^pendance de la France. . . . Mais 
c'est h quoi Votre Eminence rem6dicra quand il lui plaira. — 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Warschau 9. Aug. 1656. 
».Aug. Empfiehlt wiederholt') Hoverbeck zu einer Peii^ioD, wiewohl derselbe 

im Augenblick, wegen seiuer geringen Neigung für die Schweden, bei sei- 
uem Herrn an Einflnsü verloren hat. Wal deck ist von den Scbwedea 
mittelst grosser Geschenke und einer Anweisung (brevet) auf 50,000 Livres 
erkauft"), obschon Polen ihm ebensoviel angeboten hat. Schwerin steht 
sehr gut beira Kurfürsten uud noch bosser bei dessen Gemahlin: jedoch, 
abgesehen davon, dass er nicht leicht zu erkaufen, ist er wenig (bätig. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Warschau 9. Aug. 1656. 
(Duplicat) 

[Suine Verhandlungen in Pulen. Schlacht von Warschau. Die verbündelen .Armeen.] 

aAug. Je partis de Königsberg le 10 du pass6, au m6me temps que M. 
i'6lecteur de Brandebourg •). ... Apr^s avoir tir6 de [l'Äveque de Var- 

') Derselbe hatte am 1. Juli capilulirl. 

■) Vgl. Pufendorf C. G. III. 22. Dioysen p.27l. 

.') Vgl. oben p. 102. 

*) Vgl. oben p. 97. 

■; Vgl. oben p.94. 

'i Vgl. Dtojaen p. 273. 1) ~ und Obrigeiia das Schreiben DesDoyert' vom 
27. Juli (p.208f.). 



>vGoo»^lc 



Scbraibcn Wicqmrort'ii ui Maurin. de Lumbres vcrliuiululi mii Uun Puten. 105 

mie . . . quelques] lettres ■ ■ ., je me »ui» reiidu au cnnip de M. I'älecteur 
et depuiB avcc lui & cclui de ^u^dc . . . L'eleutenr do Braudoboitrg 
B'en est expliquä plus clairemont, ni'ayant dethire a\i>ir fait portcr 
parole aa roi de Pologne de faire clianger Bon royaunic eu niouarcliie 
WrMitüre, avec puuroir den dispuHer pour qui bnn lui somblcrait, 
sTl »e Toulait joiudre avec eux ; mal» que ce rui ii'y a pas vwulu preti'r 
loteille. Et sur ce qu'il mc proposa de le sonder cncurc sur le m§mc 
point, je reprfeentai que malais^ment le roi de l'ulugne ecuutcni cette 
proporition ..., & quoi M. I'^lectcur reparlit que le rui de Polo^e 
peut ptendre unc entidre confiance au rtii de Hucdc et en hii, et que 
mettuit entre leure ninins avec tnuteä leurs fürces et eellcs «pic ce roi 
pourrait eocore avoir, ie dc)<sciu r^ussirait iutailliblenicnt '). ... 

La reine de Pologne ... so moiitra aussi bien pcri^uailöc de ce 
que j*avai8 reniarquä, que l'enipercur nc dcsire poiut cette paix, ma 
inl^t ötant de Ibmenler la guerrc en Pulogne ciui eiign^eaut le roi 
de SuMe et M. de Brandcbourg, lui donne la libcrte de faire niieux 
•es affaires en Alleniagne. 

Er hat ferner mit dcui Köuige uud iliii Utuemii l'iiletiit wegt-u liiier 
ADifgleichuDg t erhandelt. 

La demi6re question fut pour M. lelecleur de Brandebourf* , ((uHa 
■outiennent ne pouvoir etrc conipri» au traite. ä cause tiu'il est leur 
Tasaal*). Je Icur tis reniarquer qu'il n'ctt pa» seulenient duc eu Pnisse, 
mais Bussi priuce et ölecteur de l'eiiqnre. eu laipietle qualitc claut !>ou- 
rerain, il peut faire une des parlicii du traitt^, puisqu'il u'n pas scule- 
nent pris les armes en Pnis>>e. niais ausH dans lenq^ire. et qu'ils 
proposent eux-niemes de l'attaquer par la Ponieranie. ü quoi J'ajoutai 
que la Su^de ne trailera jauiüis saus lui. . . . 

Ce» questiotis ayant cte auiplenieiit agitees daus les eouferenees 
que j'eus, pendaut qualre juuni. avec le roi et les priucipaux de'; la 
ripublique, on tinl conseil sur la r^|H)Dse qui tue devait etrc faite, la- 
quelle ne tut ensuitc donnOe ..., qu'ils ue vetdetit pas traiter saus 
nidiateurs; quaiTC la France ils desircut que retupcrenr, le roi de 
Dänemark et MM. les Etats-CitSueraux des Provinces-lnies soieut niö- 
diateora. 

Je propusais de partir le leudeniain. pour aller porter cette re- 
ponse au roi de Su^e; luais lu cerenionie de larrivce du geucni) des 



•) Vgl. DroyicB p.274. 
•] EbMid. p.2ib. 
•)a*Nlb. 



>vGoo»^lc 



'10g IL Berichte tod 1655 bis IfiSO. 

TartareB, qui vint ce jour-li saluer le roi, m'ayant empgchi d'avoir 
un trompette, je ne pus pas partir que le jour suivant, qui Halt le 28 
du passä '}. Je fus eurprjs de ce qii'ä mi-chemin je rencontrü le roi 
de Öu6de avec M. rölecleiir, qui faiswent iaire halte i leurs arm^ea. 
Apräs leur avoir rendu compte de ma nägoctadon et de la räponse . . ., 
il me remirent k leur retour, s'^tant d^lar^s que leur desBeiu £t«t 
d'aller attaquer larmäe de Lithuanie, s^paräe de celle de Pologne par 
la rivi6re de Vistule, et puis les forts de terre qui sont prochea du 
pont et ensuite br&ler une partie du niSme pont. Je leur dis quiU 
ue trouveraient pas les troupes de Lithuanie, parce qu'ellcs marcbaient 
pour gagner la riviöre de Bouc') et puis le derriöre') de leur camp; 
que Celles de Pologne commen^ient ä filer au-degi du pont, pour se 
joindre aux Tartares et suivre Celles de Lithuanie *). Cette rencontre 
inopin^e de deux armäcB qui se cherchaient l'une l'autre, saus avoir 
aucun avis de la marche ni du desaein de l'une l'autre '), pouvait faire 
prendre de nouveaux conseils, si rannte de Suade et de Brandebourp 
n'eussent &ti trop avancics pour rebrousscr chemin. Elles continu^rent 
donc leur marche, raais ne purcnt arriver que tard devant Varsovie, 
ce qui fut cause que Ic reste du jour »e passa en escarmouchee et 
canonnades. Le lendemain depuis le matin jusques k la nuit il y cut 
divers combats et attaques, qui recommcn^^rent le dimanche, mais 
avec moins de rigueur de la part des Polonais, qui voyant leurs forts 
pris, prireut la fuite; le roi de Pologne ae trouva des premiers aux 
occasious et des demiers k la retraitc. Aprts avoir fait rompre une 
partie du pont, il laissa trois ou quatre r^ments d'infanterie pour la 
garde de la place; mais depuis ayaut considörö la faiblesse de cette 
ville, il en retira la garnieon, ce qui obiigea les bourgeoJs k aller 
oflrir leurs elefs au roi de Sn6de, qui y est cntr6 quelques jours 
apr^s. Quoique [la victoirej soit grande, oa ne croit pas que les Po- 
lonais y aient perdu plus de deux mille hommes, de Tautre cötä peu- 
vent avoir 6te tu6s cioq ou six cens. . . . 

Pour profiter d'une si grande victoire, on proposait le ßifege de 
Dantzick; mus on a appris que la flotte hoUandaise, composäe de 
quarante et taut de vaisseaux, a mouill^ Tancre k la rade de cett« 
ville, dans laquelle l'aminü « H6 re^u avcc grande r^jouissance. Les 



■) Vgl. DrojBon p. 277. 

") Bug- 

') dernicre Mb. 

•) Vgl. Pulendorr C. Q. lU. 1}4. Droyson p.278. 

") Ebend. -p. 2B6. 



>vGoo»^lc 



Schlacbt VuD Warscban. Der Ctar. Reise Wicqaeron'i. \(yj 

armdes conf^deries marrhent pr^sentement vers Casiniierz, tant pour y 
trouver iDoyen de mieux subsigter que pour profil«i- des occasions qui 
86 pourroDt pr^eoter. Celle de Hu4de est forte d'envirou dix mille 
bommes, celle de M. I'^lecteur est presque de pareil nombre, . . . plus 
forte en infanterie, mais plus faible en cavalerie. On tire quatre luille 
bommes de la premiire, pour en fortifier le comtc de la Gardie, 
qni en a besoin contre lee MoBcovites; mais M. l'^lecteur fers rem- 
placer ce nombre de ses troupes qu'il fait venir de ta Marche. . . ■ 

Dier Km-fllrst an Mazarin. Dat Königsberg 5. Sept. 165<). 

Verwendet »ich für die Freilassung des Prinzen von Tarent '). 5. Sept. 



Wioqiiefort an Mazarin. Dat. Paris 29. Sept. 1656. 

[Der Motcowiter bedrflngl den KurfQTsl«n. Wa« Frankreich Ihun sult. Wii'qiicron'H 
beTornlehende lieiw,) 

Ayant vu par mes d^p^ches, que le grand-due de Moscovie avait ^9. Sc]ii. 
eavoyi un ambaseadeur k M. l'^lecteur qui le presse de ee d^clarer 
daDB troiB jours et de quitter le parti de Su^de ou de s'attendre k 
une trös-cruelle guerre de sa part, je ne saurais m'empScher de diie 
k Votre Eminence, qu'il serait k souhaiter ou que Ion n'eät jamais 
commenci la guerre de Pologne ou que ses ivönemcnts n'eussent pas 
si bien r^pondu'aux pronostic« que j'cii fis, il y a un an. ... Je ne 
puis pas dissimuler k Votre Eminence que j'ai toujours cm, et que jo 
crois encore que ceux qui ont conseillä k Son Altcsse electoralc de 
joindre ses armes k Celles du roi de fciuMe et d'entrer dans ses in- 
(^r€tB ne counaisseot pas bien les siens, et que ceux qui le portent 
k s'en dätacher les comprennent bien mieux. Messieurs les Etats sout 
du nomhre des derniers; mais j'estime que le, Uoi ii'est pas moiDs 
Obligo de faire agir ses ministres aux niemes fins. . . . Portant ce prince 
k repr^senter au roi de Su^de la näcessitä qu'il a de faire la paix, 
m€me en quittant ses conquetes, ü sera Obligo de la faire. ... II est 
certain que les troupes de l'empereur ne demeureront pas inutilee . . . ; 
il semble que je n'aurai pas beaucoup de peine de persuader k Votre 

') Henri Charles du la Trcmuuilla Prinue do Tarenie ol do Tal- 
mood, Neffe TiirennB'a, rofurtnirleii QlaalKiiB, vermttbli mit Amalie, dvr Tucliler 
de) LandgrafeD Wilbolm V. vun HeBaGD-Cassei ; vgl. Aber ihn li:rmaii et Keclam 
Uim. des R^fagiei 1. p.ä04f. Bommel Neuere Oeach. vuu Ueiaen IV. 19. Tdb. 
778. — Schon am 15. November aeigts der Cardinal dem KorfUraten die Freilaiaung 
dicaea Printen an. 



;vGoo»^ic 



{09 II. Berichte vod 1655 bis 16&6. 

Eminence, qu'il est k propos de s'aesurer de l'affection des prioces 
d'AUemagne, et surtout qu'il faut mettre Son Altesse ilectorale en 
itaX de pouvoir agir pour la bonne cause. Pour cet effet, il le faut 
mettre k couvert des menaces du Moscovite et ide l'indignation des 
Polonais, en s'acconimodant avec les uns et les autres, sans n&tnmoim 
se d^clarer contre le roi de Suede. . . . J'espäre que mon voyage ne 
sera pas inutile, et ') partant *), comme je ferai iDdubitablement, lundi 
prochaiit arec le pouvoir que Xai en main, je m'oee promettre que je 
ne contribuerai pas peu & la pacification des afiaires du oord. 



de Lumbres au Mazariii. Dat. Königsberg 5. Oct. 1656. 

[ÜBok >ii den KarfOrslen datllr, d>eB er dvii Kaiser abballen will, dem Vertragt) von 

MüDslEF luwider lu handElii. Sendung Dobrzenski's an dun Kaiser. Belobigung de* 

Herrn von SomnilK.] 

^Oct, ... Je n'ai pas manque, comihe il m'^tait commandä, de remercier 
M. 1'^lecteur de la lettre qu'il a äerile & l'empereur touchant les lev^ee 
qu'il a faites et les troupcs qu'il a fait passer au service d'Espagne 
et de le prier de continuer k s'euiployer pour faire obeerver le trait^ 
de' Munster, ce qu'il a promts de faire. ... Je crains n^anmoins qu'il 
ne fasse aujourdliui cet ofifice faiblement, paree que, dans l'appröhen- 
siou qu'il a que l'empereur nc sc Hc avec leg Polonais, il le fait flatter 
de son service et de son suffrage en faveur de son fils on de sou 
fröre, lui ayant envoyi pour cela un ambasaadeur qui est le sieur 
Dobrzenski '), qui ätait auparavant son resident en Huäde. 

Je n'ai pas trouvä en cette ville le sieur Somnitz, pour lui faire 
le corapliment qui n>'a 6t6 pröscrit ... Si cet homme a eu raison de 
Juger que la France est assez consid^rable d'elle-n)€me et ind^pen- 
damnient de la SuMe pour se rendre cbef d'un parti en AUema^e ')■■■, 
il aurait bien plus de raison de tenir aujourd'hui ce discours. . . . 

de Luinbres an Brienne. Dat. Königsberg 5. Oct. I(i56. 
(Duplicat.) 

[Hat die königliche ttalification des Vertrages vom 24. Februar erhalten. De« Kur- - 
rarsten Erbiltcning gegen Polen. Bemliigende Veraichorung an den Oxareo.] 

5, Oct . . . J'ai trouv6 en cette ville la döp€che du 30 avril avee la rati- 



') et que Mi. 

'} Nach Holland i?i vgl. Lettres de Uesnoyei 

'' Vgl. über dieae Sendung oben p. 102. 

') Vgl. obeo p. 99. 



>vGoo»^lc 



Sendung ■. H. Kaiser. Der Kurf. will nicht anlcr poln. Oberlialiril lurQckkehrcn. J og 

fication du traiW fait avec M. l'ölecteur de Brandebourg ') apporWe par 
moD filB*), qtii arriva peu de joura apr^a mon jiartetiieut. . . . 

M. r^lecleur a re^u avec beaueoup d'^motion la difficultä que les 
Polonais fönt de traiter avec lui sinon comme avec leur vasBal ') et 
s^paräment d'avec la Suade et la fernietö avec laquelle ila demaudcnt 
qu'on leur promette, avant que de traiter, que tout serait remis au 
mSme ätat qu'il ätait avant la nipture de la trävc. ... II a fait ontendre 
qu1! ne veut point retoumer bou8 ieur Jurisdiction, et que, pour cela, 
il [va?] ee rallier plus fortcnient & la SuMc et donner ordre k ses 
däput^s, qui veoaient & Frauenbourg comme j'en partais, de häter 
lajuBtement de quelques dit^cuU^s qui &e )iräseiitcnt en l'ex^cution des 
traites qu'il a faits avec le roi de Su6de, et ensuite qu'il s'abouchcra 
avec cette majestä, de quoi jusqu'ä präsent il s'est däfendu, qiielque 
instance que lui en ait 6t6 faite par cc roi'), II am^anttioiiis, devant 
cette cntrevue, renvoyi Vanibaasadeur de Moscovie et lui doniiä parole 
qu'il ae se joiudra pas avec les Su^dois contre Ic grand-duc. . . . 



de Lumbres mi Brieniic. [o. U.] 
(Duplicat.) 

[UieroU-n »ollen die SoiiverAnetHl in TreuHBfn und Ermolanil nicht abtri-len, — Die 
Korramiii ti\r den Frieden mit Polen. Des KurfOrstcp Freiido dniühc.i, das« die Uii- 
terhkiidlungun Frankreiclii mit äpnnieii sich sersclilagcn. Von SHicn des Kaisers 
■clicint er nichts tu besorgen. Niedeilsge Radiiwiirs und Waldech's. Zucug aus 
der Uark. Diese und I'ammeni durch Johann Casimir bedroht. DcT>ii:lbu in Uaniig 

. . . J'ai dit [k M. I'^lecteur] que nous ') avions sond6 les Polonais (Oct. 
sur ce point (der Abtretung der Souverünetät in Freus>>cn und ävi< Bis- 
thuma Enneland) .,.; qu'ila disent o'avoir pas le pouvoir, quand ils en 
auraient la volonte, de c^der un bien qui appartieut ä l'^glise et un 
äv&:bä qui est soumis immidiateraent au pape, le nonce duquel s'op- 
pose formellement k cette cession .,., sur ce qu'il repartit que non- 
obstant de semblables remontrances et Opposition« de la part du pape 
... les catholiques n'avaient pas laissä de lui cädcr et k la iSuOde 
dirers Öv6ch6s. . . . 



') Vgl. oben p. 80. 

') Vgl. ebend. 

■) Vgl. Droyaeo p.305. 

*) Ebeod. p. 303. 

') D. h. de Lumbres und d'Avangour bei den Verhandlungen r 



:,LtOO»^Ic 



]fO II. Bericbte too Utni bla le&G. 

J'ai trouTö madatne l'^lectrice bien plus mod^rie. Elle iie feint 
paa de dire que les pr^lentions des Polunais aont raisoonables ; qu'il 
y a peu de justice dau3 lea armes du roi de Ünide et de son mar!; 
que ces deux princes exposent leurs personnes et leurs ^tats aux dou- 
teux ävöuenients d'unc fächeuse guerre, principalenieut si Tempereur 
y entre; et que si ses conseils ^taient revus, la paix ae ferait avec 
la Pologne & quelque prix que ce füt. Et de fait j'ai apprie qu'auit 
occasions eile en presse son mari, qui les ävite autaut qa'il peut .... 
la plapart de ses conseillers 4tant du '} tn^me sentiment. Aussi ne 
prend-il plus guäres leurs aris sur cette mati^re, ae laissaul empörter 
ä la passiou qu'il a pour la souverainetä de Prusse et pour l'fevecM 
de Vannie, en quoi il est flatt6 par deux ou trois de ses ofliciers 
desquels il se laisse aujourdliui gpuverner, principalement au fait de 
cette guerre; 

II a l^moigne par ses discours et par l'air de sod visa^e beau- 
coup de joie d'entendre que le pour-parler de paix avee I'Espagae 
[eatj') rnmpu . . ., et euauite a protestä que s'il se peut d^ager de 
la guerre qu'il a sur les bras, il serrira la France non-Bculement de 
seH troupes, niais aussi de sa personne. ... 

Schwerin ist noch in Frauenburg'). M, l'^lecteur ne in'a point parlä 
de Tarmement du duc de Neubourg. II afFecte en ses discours de 
paraltre qu'il ne craint rien de ce cöt6-lä ni *) ni^uie de cclui de l'eni- 
pereur. qu'il dit Tavuir fait a^surer qu'il ne se melera paa des affaires 
de Pologne. J'appreus de ses plus ciintidents, que celui quil a en- 
voyö vers I'empereur ') n'a pas eu encore de röponse, et qu'il a oiand^ 
qu'il ne peut p^n^trer les desscius de cette cour-lä. 

L'armöe de Lithuanic est entnie avec les Tartares dans la Prusse 
du cöt6 de la Podlaebie, oü eile a forc^ le prince de Kadziwill, qui 
conimandait quatre ou cinq r^ginients suedois, mais faibles, et le comte 
de Waldeck, qui avait une partie des troupes de sou mattre, qtioi- 
qu'ils se fusseut retranchäs en un poste avantageux, environni d'une 
riviöre et d'un lac. I.e canon, le bagage et presque toute l'infanterie 
y sont demeur^s. Lc pillRge du butiu a donni temps ä la phipart de 
la cavalerie de se sauver '). Son Altesse ilectorale a donn£ ordre h 

') d'UD Hs. 

') fehlt Ms. 

■) Vgl. Droyaen p. 30*. 

*) Ebend. p.S94. Pafendorf VI. 40. 

'} DobnenBki (vgl. oben). 

*) S. über dies Gefecht vom 8. Oclobcr, du auch naob Jobamiiibnrg and nach 



:,L_nOO<^IC 



Niederlage Rsdilwill'« und WAldeck'a Lage des Korfürslen. j{J 

d'autree troopes de s'aTancer de ce cAt^-lä pour joindre lea däbris 
que ce comte a recueiHis. Elle avait auparavant iiinitd^ le g^n^ral- 
major Dörfling devenir') avec troie mille chevaux qu'il commandait 
eo la Marche de Braudebourg, legqucls depuis pcu de jours sunt au- 
de^ de la Viatule. Ccla d^^arnit bieii cette proriuce et la Pomevanie, 
et n^anmoina le roi de Fologtie avec son araiäe seoible prendre sa 
marche de ce cöte-la. U est cert^n qu'il est atteodu k DaDtzick, od 
je me rendrai anssitöt qu'il y arrivera. . . . 



de Lumbres an Mazarin. Dat. Königsberg 19. Oct. 1656. 

[Lage dca KnrfQrslen. Schwerin Ober diese nnd die der Schweden. Anerbieliingen 
dee liLbauischen Generale nn den KiirrQrslen.] 

... Je ne sais que juger de la conduite de M. I'^lecteur de Brande- t9. Oci. 
boarg. n affecte de |>araitre saus peur et m^priser Ics Polooais et 
moDtre de ue vuuloir Iraiter avec eux, s'ils ue lui cädeut l'^vech^ de 
Vanuie, qui est grand et duut d^peudent quantitä de villes et la sou- 
veratuet^ de la PrusBe ducale; et uäaninoius Votre Euiineuce pourra 
voir par la lettre que j'^cris ä M. le comte de Brieune, doat le double 
est joiot & la prösente'), qu'il est fort euibarrassä et euiploie toutcs 
Bortes de uioyens pour sortir de la guerre de Pologne. Le banin de 
Schwerin . . . lu'a rapportä l'i^lat ob il dit que se trouveut preseutcnieut 
les affaires des Su^duis et Celles de sou nialtre. Pour ce qui est de 
ceux lä, il me les a d^peiut bien faibles ... [eu nie disaut] . . . que 
Uli. lea Etats redoutent leur agrandisseiuent et n'auraient pas trait4 
avec eux '), si sou maitrc et uiadame la princesse d'Orauge n'avaient 
employä leur credit. ... Quant aux afTaires de son niaitre, il a dit ' 
qu'elles ne sont pas en nieilleur itut, etant auaet saus argeut et ses 
ötats grandemeut chargäs ä cause de toutes les Iev4es qu'il a faites; 
que depuis le combat de VarBO\-ie, il a perdu la uioiti^ de ses troupes 
ä cause des maladies cxtranrdinaires qui unt afHigä sou armee. ... 11 
ue parla paa de rupiirihenaion qu'il a que Neubourg ne se serve de 
cette occasion pour attaquer le duch^ de Cleves. niais t] l'insiuua assez 
adroitement. ... 11 m'avoua entiu que son niaitre est recberchä par le 



Prouken genannt wird, Droysen p. 309 — 310, ferner Piifendorf F. W. VI. 4 
C. O. HI. 30. 

') Ana leinem feiten Lager bei Drieien (», ebend.)< 

■) S. unten d«a Dnplical. 

') Am 11. Sept. war der Elbinger Vertrag zwiiicheD Schweden nnd Unlland i 
Stande gekommen. 



.:.q,tzc.::::,'--.00»^lc 



^richte von lCf.5 bU IC5G. 



g^Q^ral de Lilbuanie '} de Be dötacher des Su^ois et entendre k un 
traite particulier. 



de Lumbres an Brienne. Dat. Königsberg 19. Oct. 1656. 
(Duplicat) 

[de I.uiiibres soll an den Kitnig von Polen BCbreJben, Dm denselben von der Vorwfi- 
stung Pommern» und der Mark abzahslten. Der Biacbof von Ermcland. EHe Vcr- 
bandlnngen in Franenbarg abgebrochen. Schlippenbacli und Abgeiandie Qonsiewaki's 
in Königsberg. Nachriebt von einem Vertrage mit dem Ciaren.f 
J. Od. ... M. r^lecteur m'a fait prier d'6crire au roi de Fotogne pour . . . 

le divertir de ce dessein (nämlich Püramern und die Mark zu verwüsten), 
comme ätant pr^judiciable k la proposition de paix et capable de ffure 
reniuer les princes de i'empire, et, en tout cae, pour le prier de ne se 
pas servir du feu, et m'a eneore priö d'öcrire pour le fait du feu au 
gän6ral des troupes de Lithuanic, ce que je n'ai pas estime dcvoir ro- 
fuser. , . , Cette altesse a de plus mand^ l'öveque de Varmie '), qui 
vient d'arriver ici, pour le convier de s'employer ä disposer ses pa- 
rents . . . ä un accommodement. Le baron de Schwerin et son col- 
l^guc'), qui traitaient k Fraueubourg avec les d£])utä8 de Suade, en 
sont partis sans rien conclure et sans prendre cong^ du roi '}, qui a 
envoyi en cctte ville le comtc de Schlippenbaeh *), pour renouer 
le traitö. . . . Pendant le s^our du eomte en cette ville sont arriv^a les 
envoy^ du g6n6ral des troupes de Lithuanie '), pour proposer k M. 
l'ölecteur un trait6 particulier que ce gön^ral uiande avoir pouvoir de 
faire, ce qu'il avait aussi dit en partant de Lublin, ayant acquis quel- 
que creance aupräs de lui pendant qu'il a demeur^ en cette ville. 
Quoique ce voyage soit prötext* de I'escorte que ceux-lÄ out faite k 
un ofücicr de M. I'^ectcur, le sieur de Schlippenbaeh ne laisse pas 
pourtant d'apiir^bender ce qui est en effet, d'autant plus qu'il a vu les 
dtats de Prusae faire de nouVeUes reniontrances k ce priuce . . . pour 
la paix avec la Pologne, et qu' ... üb se- sont eucore adressös k ma- 
daroe I'ölectrice. 

II serait bien malals^ de pr^juger, quelle sera la r^solutioo que 



■) Vinceni Corvin Gonaiewshi vgl. Pufendorf VI. 49. C. O. HI. 33. 
dairiki Histor, l'oloniae Libri IX. p. STl. 

') Vgl. Pnfendorf C. O. III. 33. 

') Friedrich v. Jena. 

') Droysen p. 309. X\ 

') Pufendorf F. W. VI. «. C. G. III. 34. Droysen p.316. 

') Droysen pSll— 312. 



;vGoo»^lc 



Schlippenbach nod Abgeaindte Oonsiewski'a io KSnigiberg. 113 

cet ölecteur prendra .... outre que de ea nature ü chaoge facilement 
d'avis. . . . 

J'alUis fioir, comme j'ai apprie que M. l'^lecteur a re^u avis de 
eeloi qull a envoyö vers le grand-duc de Moscorie'), que le trait^ 
qa'il arait eu ordre de faire avee ce duc est concln, et qu'il y a sua- 
pensioD d'annee entre la ville de Riga et Tarm^e qui l'assi^ge pour 
denx motB, peudant lesquels Son Altesse ilectorale est conviäe de 
s'entremettre pour tguster les diff^rents d'eatre la Moscovie et la 
Softde'). Si cet avis se troiive v^ritable et n'est pas supposä pour 
calmer leB espritg des ätats de Prusse, les afTaires pourront ehaoger 
de face. 

de Lumbres an d'Avaugour. Dat. Königsberg 22. Oct. 1656. 

... Je m'en vais voir M. l'ilecteur k Neuhaueen, oü il s'est retir§ 22. Oct. 
k cause d'un tapissier mort dans le palais assez subitemeut pour faire 
soupfonner la cause de sa mort. Le siüet de ce voyage est pour 
ehaoger uos ^atificatioue'), [ce] que je n'ai pu encore faire, ensemble 

pour preode congä de lui Ou atteud ici uu ambassadeur de Mos- 

corie. ... 

de Lumbrea an Mazarin. Dat. Königsberg 26. Oct. 1656. 

Das Misstrauen der Schweden gegen deD KurTürsten ist in täglicbeia 26-10«. 
Wachsen begriffen, derselbe gewährt die Zusammenkunrt nicht, welche der 
König von Schweden seit einem Monat verlangt u. s. w. Schwerin hat 
deLnmbres gefragt, ob Frankreich e» billigen würde, da»is man einen beson- 
deren Vertrag mit Polen schliesse. ... Le grand-^cuyer de M. Mecteur 
qui est Fran^ais*) m'a dit qu'encore que la paix se Ht dans uu mois, 
il ne sentit pas au pouvoir de son maitre de faire subttister ud autre 
moia ses troupes dans la Prusse, de äorte que si Sa Majestä d^sirait 
d'en profiter, il serait nteessaire qu'il y efit uu fonds pret & Dantzick, 
pour les faire subsister jusqu'ä ce que le beau temps permit de les 
etnbarquer. 

Der Kurfürst au d'Avaugour. Dat. Labiau l.')Nov. 1656. 

(Bein Interesse bei dem Vertrage ewiacheu den Kronen Frankreich n. Spsnieii betreffend.) 

Monsieur, puisque j'ai enteudu qu'il y a bonne espärance du trait^ l.(5?,Ho>. 

■) Enlenburg s. oben p. 102. 

•) S. Droysen p.318. Pnfendorf F. W. VI. 32. C. G. HI. 5«. 
■) Dea Vertrags rom 24. Febr. 
*),de la Cave. 

*) 5? — Die Zahl nicht deDtlieb. 
Muer. lur Qeub. 4. Gr. KurfanltD. lU 8 



;vGoo»^lc 



)J4 ''• Berichte von 1655 h\» 1G&6. 

de paix entre les deux Rois, et que le grand inttret que j'y prenda 
vous est bien connu, 6tant aueei aesur^ que le Rui tr^s-chr^tien, en vertu 
de la mutuelle alliance uaguäre conclue, veut que mesdite int^rSte 7 
soieut compris et enibraas^s, j'espöre que de votre part, aeloo l'affee- 
tioD que vous m'avez toujours tämoign^c, vous contribuerez tout ce 
qui en cet 6gard pourra concerner leur avancemeDt C'est pourquoi 
je vous prie de contiiiuer vos bons oftices au bien de mes affaires et 
m'avertir du temps et du iieu oü le traite doit prendre son commen- 
cement, afiu que je puisse me pr^parer pour envoyer quelques-uns qui 
y aesiateroDt de ma part. ... [gez.J Frideric-Guillaume Electeur. 
— De Labiau le 1 (5?) novemb. l'an 1(556. — A Monsieur MonBieur 
d'Avaugour arabassadeur du Koi tr6s-chr6tien. 



') Eine wsMntlichB ErgftDiung lu d«n obigen Notizen über de Lumbrea' Per- 
lon lichkeit, welcbe wir in Wicqnefort's ,Aiiibaasadeur' floden , sei <e geatattet 
bier noch DAchlrBglicb einsUBchailen. Ea heisal dort (Liv. [. Seclion 26): Pour ce 
qn! ett de M. de Lumbres, ti ^lait präeidtnl au grenier it ael k Uontrueil aur mer, 
u'eat-k-dire dana nu Iieu et dans un roDCtioD oä il n'avait jamaia ouü parier de cetta 
■orte d'aflaire, loraqu'il fut tird de aon poit«, k la recommandatioD du duc de Lon- 
guerille, poDT Stre emp\oy4 aupr^a de l'^iecCeur de B[uidebonrg. — Demnach 
wfire dann auch der von Flaaaan als Beaident in LÜttich im J. 1648 anrgafabrte 
„de Lombre* (a oben p. 35. .1)) ein anderer. 



„Gooi^lc 



m. 
Berichte von 1657 bis 1658. 

(Blondel.) 



8» 

iJiqineawGoOi^lc 



„Gooi^lc 



Einleitung. 



Ah im Jahr 16ÖT in Folge dvr Liga Polenf mii Ocscrckh und von 
Diamnarks Angriff gegen den Schwcdi'iiköiijg zu bcijorgeii war, duss »ich 
der Kariiirat tou der Verbindung mit dem letzten'» trennen uii»l notlige- 
dmagen in das geguerisehe Lager treiben luöehti-: als es Frankreich ferner 
ia huhem Orade daranf ankam, einer iienen Kuiserwahl im (tstreielii^ehen 
SiüBe entgegenzuwirken, sandte Maznrin nn Stelle de Liimhres*, der 
iatvifchen am pulni^clien Hofe bevullniäcbli(;t war, eiiitii neneii Ufsundlen, 
Franfois Blonde*! Seigneiir de ('^l»i^el(es, un den Kurfürsten, dessen 
lutmctiou vom 2I.Juui IC'iT datirt. 

Blondel'}, der Sohn eines I'rol'essiirs der Mathematik, gi'b. IKIT zn 
Rflieiqigit in der Ficardie, der relorinirten ('»ufes^inn an(;ehiirig'), wurde, 
bei seltenem Talent, selbsi ein berühmter Mathematiker und Architeet. 
Im Jahr 1652 ward er erwählt, den Junten (.irafen von iJrienne nueh 
dem Norden *}, nach Deutlet- blantl und Italien zu begleiten, eine Reise, 
welche drei Jahre währte und über die spiiter ein in Intcinischor Sprache 
abgefasBt«r Beriebt gedrnekt erschien. Dannvb wurde er danu mit nieb- 
Rren diplumatiüehen Sendungen betraut, nneh derjenigen au den KurfJlr* 
sten von Brandeubui^ mit einer uusserordent lieben Misskm mich Oun- 
ütantinopet , um daselbst gegen die Misshnndlung der l'ranzösi sehen t!e~ 



'} Tgl. Aber ibo ingbrnondorc Dtny«cri Forsch Uli ^'cn iiir druticlien üeichirliic 
1. ■. 0. p. :%—!». Bioera|>liii' univeroi-lU IV. p. ^■,\. Nunvelle liiu «.Tuplil .' 
g^nJTila VI. p. Qra. PoggFndorfr lliograpliiRcli-lltcnriHcliiK HbikI» .Tlt-rbucli lur 
Qtteh. der »uivd WiiicnichiiAen. L.iirv* ile Vcutoyrjs f.bH-< :17T >i. ». w. 

■ 8. Erman el Keelnm 111. p-:i4>i. - In -ciaim Cuiiic aatihiu-i^tiin.' (4iinie 
Ht. pmniv- P«rU ItitiS. p. üWt) eifert er gogen .ciux (jui onl jim^rül qu'il y iiit p«r- 
loot ia niniela'. 

*} In Kliier Rede bei Eriiflnung der .V'-ndtmii' iIlt Baukunai [gehallen &di 31. Dcc. 
Ifi7l) «agt er: el j'«i *n de« ■■iiv&gck nur Ivb bbrdn Ar l'iicraii du mini qui n'unt 
feiaH d'aaUM maiioiiB qae in Tcnirea de« bslrine» ijne la vinlence des vaguei a fait 
4Aamu k Ia iAXp. 



>vGoo»^lc 



11$ m. Berichte tod 1657 bis 1658. 

Bandtschftft *) durch den Grossvezir Kinprili zu reclamlren '). — Seine 
diplomatischen Erfolge trugen ihm das Patent als Staatsratb, Beine wiseen- 
Bchaftlichen Kenntnisse die Stelle als Lehrer des Dauphin und als Pro- 
fessor am College de France ein'). In dem groesartigen Erziehungsplao, 
welcher unter Bossuet's Leitung jenen Prinzen zu .dem Ideal eines künf- 
tigen Herrschers bilden sollte, wurde ihm der Unterricht desselben in den 
Fächern der Mathematik, Kriegskunst und Architeetur übertregen'), und 
mehrere seiner Schriften sind unmittelbar für jenen geschrieben'). Im Jahr 
1669 wurde er Mitglied der aeadßmie dei^ sciences. Sodann hat er — wie 
er sich auf weiten Reisen eine eigene Anschauung der Torzüglichsten Monn- 
mente der Bankunst erworben — auch an den Bauwerken, welche damals 
Paris verschönten, den wesentlichsten Anthetl gehabt. Unter Zustimmniig 
des Königs gab er dem Bürgermeister und den Schöffen tou Paris den 
Plan zu allen jenen Arbeiten, der Erweiterung der frequen teilten Strassen, 
der Anlage der Quais, der Restauration der Porte St. -Auioine und Porte 
St.-Bemard an '). Der Hauptzeuge seines Ruhmes aber ist die Porte St.-Denis, 



*) Ebend. Le jngemeot, mMsienn, qne J'oae porter mr cette mtitikre eit toaAi 
■nr nn pen d'eipäii«nce qne j'*i du koqndrir piT l'dtude que J'ai fait arec application 
et depais loDg-temps k rarchileclnr« et par la faojlilä qae lea emploia dont 
j'ai iti bonorri pour le Service du Roi dans toates lea parties de l'n- 
nivers m'ont äonni de voir et de pouvoit eiaminer preeque toua leg bftlimenta qui 
ODt quclqne r^pulalion dana notre hiiniiaphtre. Vgl. ausseidenii uamentlicb aber 
Blondere Sendung nach CoDStiDtinopel FlasaiD III. 314 ff. 

") Nacb der Biogr. gändrale hfitte ei diese Gelegenheit benutil , um auch Aa- 
gypten EU besuchen. 

') Oesnoyer« (I.ettres p. 377) bezeichnet ihn ala Nachfolger des beribinten 
Morin in jener Proresaur; Lehrer des Dauphin wird er auch in dem ihm ertheilten 
königlichen VerlagapriTileg vom 6- Juli 1675 genannt («niaftre de mathdmatiquee de 
notre tr^s-cher et tri-a-aim^ fiis le danphin'}, ebenso auf dem Titel des eisteu Theils 
des Caura d'architeoture (Paria 1675) M. Prantoia Blondel de I'acad^iaie rojale 
des sciences, conseiller Iscleur et professeur du Roi en matb4matique, professeur et 
diircteur de l'BcadtEinie royale d'arcbilectuTe, mar^cbal de camp am arm^es du Boi 
et miltre de math^malique de monseignear le daopbia; auf dem Titel des iweiteD 
und dritten Theits (1683) dagegen: ci-derant maitre de mathämslique de moaseignear 
le daupbin. In der Widmung an den König ^üfamt Blondel die bedeutenden Fort- 
schritte dee Dauphin, derselbe habe sein Interesse nicht auf die äefeaiigungskunst 
faeachrSnkt, sondern aacb auf die schöne Architeetur ausgedehnt. 

") Vgl. aach Martin Hisloire de France. T. XIII, 4. AuB. p.S45; Blondel, l'ar- 
ebitecte de la poite Saint -Denis, lui enseigne lea math^matiqnes appliqu^ea k l'art 
de guerre. 

'] In einem ferneren Privileg des Königs vdat. !^t.-Oermain 15. Dec. 1681) erUlt 
er du ausschliessliche Verlagsrecht Iflr ,divers oavrages qu'il a cumpos^s pour Tin- 
stmction de Monseigneur le Danphin*, s. anaserdem unten, 

') 8. Cours d'arcbitecture p. 603-604. Indem Blondel hier (Th. IV. Bach 12) 
auf die .Oavrages publica de Paris* su aprechen kommt, sagt ei: C'est ici le lieu, 
oe me semblc, oü il n'est pas hors de propos de donner quelque raison des oUTrage* 
publics qui se sont faits depais quelques ann^es dans cette ville de Paris, dans la con- 



:,L_nOO<^IC 



Einleitung. f j9 

a AbbQd »och seinen ^Conrs d'architectnre"^ als Vignette zuerst und 
Ar dicB Tiiamphthor Rowohl wie für das nudere der Porte !>.- Martin und 
äat Anzahl sonatiger Denkmält-r hat er zugleich die Inschriften cutworlcn, 
nlche in kurzem, würdigem Lapidarstil lateinischer Prosa die schnellen 
Siege Lndwig'B XIV. feiern. Denn er hielt e» für mit zur Aufguhe des 
Arcbiiecten gehörig, der N'achnolt von seinen Werken auch l'echenscLaft 
n gebea"), und ihn beitihigt« dazu die nusgcbreite.<lc Bildung, rur allem 
die h&nfig wiederholte Leetüre der lateinischen Autoren, des Cicero, ^'i^gil, 
Hom nnd Terenz "). Eben deshalb räumte er der kräftigen Gedrungen- 
heit ihrer Sprache Tur der französischeu in jenen luschnTie» den Vorzug 
eiiL Zum Director der acadeuic de riircbitcciure erunnnt, rcdigirte er dann 
die Vorlesungen, welche er auf dern'llen gehalten (Cours d'arcbitccture "). 
Auserdem verdankt mau ihm naineutlich zwei der Kriegskunst angebörige 



■ tinntion decqnali on du 
prdTAl das marcfaand« e 
mal daiiaini on mei conieils fnisent execut^«. Der Kdnig, heiwt et dann, 
•n Bit allem dem ao infriedcD gewesen, dnss er verarilnet babe .qae lea ouTrages 
publica qni ae feront dcirdnavaat dana U vilte de raris auJttiii exJuntes conformeinGDt 
an ilwiiii qae j'en ai fall tracar nur Ic plan du Is mcme villc qiii s'eet \evi et grave 
•ona ma condnilB par lea ordrca do Sa Majcslif et par lea BoinK de nieHSiciir» les pre- 
vOt dra marchanda et ächevina et qui puur i'GI elTot a it£ mia rn ilepüc dans Tbütcl 
da Tille penr y »Toir recoura aiix occuaioiia. 

") Bbend. p. 6US lagt er von der Arcbitcctur; lacjuelle duii nun -acule tuen t bicn 
bttir, inai* donner meine \ U poal^rite qui'lr|iiv rBiaon de ae* üuvrages, Co (jui ne 
■a fait janaia mienx qne par Iva inscripiiitiis. 

") Ebeud. p. 610ff. (4icine partie ehap. 4. [nscriptions des ourragca publica de 
b Tills da Pari«]. J'a! cberchä dana cea inacriptions de dire bcaucüup de grandea 
ehsBaa an peu de mou, h l'exemple dca anciuna Bomaina qai nous en odc laiaaJ de 
•i balloa, et je ma anis aerii de la Ungue Uline, parce i|ue je la uroia plu* jirupre 
qaa la nAttc k oea fortira expreaiii<ina. Ve a'etl paa qae je ne aoia bon Fran^aia, et 
qaa ja n'aie beaucoup d'amour cl dVatinie pour nulre nalion et puur nucrc langue, 
qaoi qae pniaiaot n^aamuina dire cl'UX riui la venlent pr^fdriT k la laline, Je n'ai 
paa pu «aMr« en elre perauade; nu i-ontrairc, nna monuayllabea ai fr&|uen(a cl nos 
TaAea aaziliairea qai aont realiji de la bnrbark- gotique, me paraiaacnl dea abalaclea 
iBTineiblBa k cette grandeur ou l'nn pr^leud qii'elle nuil d^JH arrivee. reul-c.lte 
" aa nbrt er rerhl ael balg« fall ig f.irt — qu« je ine «uia gäte le goül par 
la laeture nn peu friquenlc deCiedrun, de Virgile, d'Horacc i.ii de 
Ttfrcnce; maia k »airre mon »ontiment, il y a peu dVx|T.aHLi.n» de nolre langue 
qoi ne raiaent reaicnlir ce que je anna quand Jo rrpauc iintlqucK-una d^a b.-aux 
Mdnita de cea anlenra- — Ancli hat er Qbur riiidor und Humi einmal verglvicbeud 



") Dieaa Aeademie wutd* au Ende d. J. lUTl g*gründpt. in der Widtnung den 
iCoun" an den KOaig aagl Blundel: ("est «iihki dann eeltc rue que j'ai compoae 
et eoaia d'architecture an moment que V, M. in'eiit fait l'honneur de me eomnieitr« 
paar aToir atiin de «un aeaduuiie. Er lirlit nbrigen« den fleii^iigen Bvaiieh diuscr 
liailiimii hervor. Eioer «einer IJcblingssrhltlcr war der berQhmte General v. Bodt, 
der Erbaaer dea Berliner Zciigbauacs ii. n. w. {s. Ermao u. Reclam Vll. ii'i). 



.,L-nOO»^lc 



\20 ni. Berichte Ton lfö7 bU 1658. 

Werke „Nouvelle mamöre de fortifler les plaoes" and „L'art de jeter les 
bombes" , von denen ihm das erstere den Grad des MarscbalU verechan«. 
Ein VerzeiehnisB seiner überaus zablreicben Schriften enthält übrigens z.B. 
der Artikel in der Noovelle Biographie gänärale "). Seine Fachgenossen 
haben ihm bih'wcilen den BeiDamen des ^Orossen" gegeben. Er starb za 
Paris im Anfange des Jahres 1686. — 

Blondcl's Verdienste als Diplomat freilich lassen sich seinen andern 
nicht an die Seite .'teilen. Sein Scharililick war hier wol vorzüglich dorch 
seine eitele Selbstgefälligkeit getrübt, nnd so ist er am brandenbnrgischen 
Hofe öfters grob über die Lage der Dinge getäuscht worden "). Wenn 
ihn Desno^ers als einen Mann charakterisirt „qui ee pique de bien dire'^, 
so scheint er mit dieser Bezeichnung, gerade auch wenn wir den Ton unserer 
Depeschen dazu halten, ins Schwarze zn treffen. Jene Selbstgefälligkeit 
im Bunde mit seiner Dreistigkeit Hess Blonde) auch das Maaes im Hin- 
ziehen eines Streits, in der Hartnäckigkeit des Widerspruchs in einer Weist 
Überschreiten, welche die hohen Häupter, mit denen er zu veriiandeln 
hatte, oft zu Ungeduld und Unwillen reizte. ^^^ >s' nicht möglich mit die- 
sem Menschen zu verhandeln," sagte die Königin von Polen, als er in einer 
Unterredung mit ihr in Bromberg immer wieder auf sein erstes Wort zuriick- 
kam"). Indem er nun anch dem Kurfli raten, gegenüber stets den hochfah- 
renden Ton der Drohung auzaschlagen geueigt wai' und wider dessen Minister 
Anklagen richtete, bei denen es ihm, dem grossen Mathematiker, gleichwohl 
auf die Möglichkeit eines mathematischen Beweises keineswegs ankam, rief 
er auch in diesen Kreisen Zorn nnd Abneigung gegen sich hervor"). Ja 



")-1I. >. Hiitoire du calendrier romiin qui contient »od origine et in diven 
cbangemenlB qai lui loni arriv^ (arecbien aach lateiniiah u. d. T. De origine et tm- 
riU matationibas calendnrii Romani) and die Bchriflen rUt den Dauphin: Cours de 
mHth^aiatiqDBs contenant divers trailäa ... «Dseign^s & monaeigneur le Dauphin. 

"; Droysen a. a. O. p. 29, Die allerdingi sehr geheim betriebenen Unterband- 
luageu Brandenburg* mit Polen und mit dem öatreichiiohen GeaandteD Liioln «eit 
dem August 1657 pcnetrirte ar nicht, Deanojrers a. a. O. von de Lumbres: Enfio, 
i1 est plua p^n^irant qoe l'autre iBlondel', qni na pnl, äiant chei i'dlecleur, däcoo- 
vrJT le irait^ qne nous aviona fait «vee Ini (Vertrüge eu Wehlau nnd Bromberg); 
c'eat Ini (de Lumbres) qui jugea qu'il faliait.qu'il y eut plus qu'on n'en pobliait 
alors. Et c'iUtU vrai. Vgl. oben p. 36. 

"} Vgl, die schon von Drorsen angerahrten Worte Desnoyers' Über eine Un- 
terredung cwischen Blondel and der KOnigin von Polen in Bromherg; maia il re- 
hatlit loutes les foii aa prcml^re instanoe aveo nue teile opiniltrelri, qn'elle s'en ini- 
patienta et dit apres qu'il fut sorti, raais tout bas, qu'il n'y avait pM moyen de 
tnüler avec cel homme-lli. In ähnlicher Weise «ab aich wol auch der KurfdrsI ge- 
nStbigt, ein QesprAch mit ihm abzubrechen. 

") Deanoyers p, 558 — 559. II n'y eat pas lämi des miniatres, les »yaot loa« 
accnaäs al elellore d'Stre penaionnairea de l'emperetir, saui ponvoir rien prouver; oe 
qn'il DB fandrait paa qu'un profetseur de mathämatiqoes f!t. De plua, anx moindrea 
conlradictiona de l'^lecteur on dil qu'ausai il en venait en menaces, ce que l'antrQ 
tronvait IrfeB-maavais, 



>vGoo»^lc 



Ernlflltang' 131 

selbst ein Aei^emiaa galanter Natnr, eu dem er in KöDigsberg Anlass gab, 
scheint hiezn mitgewirkt eu haben' ). 

Gleichwohl kann man neiae Depcücht-ii nicht leeren, ohne dor Lebbuftigkcit 
dieses Natnrells Dank zu wiseen. Beüunders, dass er seine Unterhultungen 
mit dem KorfütEten und de^isen Rätben mei^t in ilirectcr Hede wicdergiiiljt, 
macht sie so ansebaDlicb. Wir ticben hier den Zusnnimenstoi'ä zwi^cben 
dem lächelnden und etwa»; Trccben Frauzu.^ru und dem von einem leiden- 
schaftlichen Ehi^fUhl bewegten doutischeii Fürsten pleicbsam mit Augen 
TOT nns. — 

Daneben besitzen wir au« dem Anfange <les Jahres 165i noch einige 
Berichte d'Avangour'^ au.s Marienburg und diinn vom Sommer au^ Kö- 
nigsberg. Femer fällt auch die vorläufig vertiaulk-bc Aecreditirutig t-hri- 
stoph von Braud's am Pariser Hufe, wu »:ich Wiequeforc ijnmer mehr 
unmöglich gemacht hatte, ni dien Jahr. 

Im J. 1658 BetEt sich das Bestreben Frankreichs, Brandenburg zuniiehst 
wenn möglich zum Ausschluss des Hauses Oesireich vun der Kai>erwürde, 
dann wenigstens zu einer äusserst beschränk enden Wableapitulution zu verau- 
lafisen, fort. Auch hatte man anfangs tirund mii dem Verhalten der bran- 
denbnrgidchen Gesandtschaft in Frittikl'urt vollkommen /.ufneden zu sein, 
nnd der französische Ilof liess dem Kurlürsten uiediTholt siinin Dank dafür 
•UEBprechen. Bluudet's UeniUhungen in die^e^ lieziehnng wurilen durch 
Johann Frischmann"), welchen die französischen Ijevollniäcbtijfteu auj 
Wahltage an den Kurfür>ten ab.-^andteii, unter>tiitEt. 

A'iel weniger glücklich war das Kcsinrben der l-'rnnünscn, eine Au^M>ll■ 
nnng zwischen Brandenburg und Schweden und zugl'ieh den iiolni.sclien 
Frieden herbeizuführen. Cnd vor dem Abschluss dcssilbeii, diis sah nnin 
wohl ein, war zugleich au eine L'cberlassnii)r der brundenbnrgischeu Tnippen 
an Frankreich, welche der gegen den Kurfürsten urgnjihnisehc Carl Gu- 
stav vor allem wünschte, nicht zu denken. Der Kurfürst seiuerscits ver- 
langte hanptsächlich und in kategorischer Wei.-^e eine <jarantie Frankreichs 
gegen einen Angriff von Seiten des Königs vun Schweden. 

Als aber darauf vielmehr der AUianee vertrag mit Üestreich >eine 
Ratification erhalten , aU BranUenbnr^ ferner einem Zusatz zu dem 
Frankreich günstigen Anikel XIII. der Wublcupitutatiün Enge^IimnIt und 
Friedrich Wilhelm sich l)ereie> gegi'u Schwerlen in Bewegung gci-etzt 
hatte, indem er dem französischen AI)geMindten zugliieh .-ngcn Iies^, dass 



") Drojien, t'nnichnngcii f. '27. (teocli. <l preiiii, Toliiik lU. ■2['.i:^:i.-2l. 
Dcmoyei'* nennt ibn llbrigeiia fiiii'n hvniinr asnci bii'n-fMJi. Ort ich , <Wt l. ji. 17-1 ff. 
AawBge •■>■ Brand's rarirrr Mcricliitn miuliuih, »clirriU auch: L'ni ditüu Zeil <-iii- 
pSag Brand Briefe voui Kiirftiivirn uiiil vou Siliiririn . in lUinn bitti'n.- Klnci^ii 
tber das Benehmen an» fnniüniiiclii'n Gonniltrn am kiirbranilrnhurgiiiclirii Hofe, 
Herrn Blonde), gefahn weidin; er n-ige i-iili nicht allein mit dir .\rt «.iner Aiif- 
■abaic nnanfriedcn , annilGni grbi; auch lu veratihm. dHim er giriiarTr Aufmerksam- 
UtiB (Oald) erwaTlel habe. 

'*] 8. nnlm Abichnill IV. 



>vGoo»^lc 



]22 Ut' Berichte tod IföT bU 1658. 

er nicht wünsche von ihm anf dieser Expedition begleitet sn werden "): da 
erhielt dieser die gewünschte Abberufung. Seiue letzt« Depesche ans Berlin 
datirt vom 22. October 1658. Er schied mit der Drühung, Frankreich werde 
nun unter Ausschluss des Kurfürsten den Frieden zwischen Polen und Schwe- 
den herbeiführen"). 

Später dachte man wieder einmal daran, ihn an den Hof des KarfUr* 
sten zu schicken, doch blieb das unausgeführt. 



") Vgl. Blieb Pafendorf VII. 67. 

") Droysen Funchungen p. 29; in verlieBS der bitter EnttHusclite den Berliner 
Hof mit der Drobung que la France fcriil 1> paii entre U I'ologne et la Suede k 
Vexcluiiioti de l'dtecteur (Sohrcibca Scliwerin's an die KSnigin von Poieo dit(. FIcDsbnrg 
1. Nuv. lliöB). Desgl. Pufendorf *. a. 0. Ast isCe BeruliDo iliBuedenB minae Jaciebai, 
(lulloB pacem inier Hueciam et Poloniam conciliaturo', excIuBO electore; unde elector 
diligeoter ad Juannem Casimirum sotibebal, ne id Seri permillat, Telat rainani 
PoloDiae poBt B 



„Gooi^lc 



ra. Berichte von 1657 bis 1658. 

(Blondel) 



d'Avau^ur an Jlazarhi. Dat. Jliirienburg 25. Jan. 1657. 

M. r^leeteiir de Brandebmirg: Ji «lonn^ coiimiissinn au liciitenaiit- 1657- 
ffo^ral Baur pour iino lev^o de diiii iiiillc ImmiiK-H. 11 a cte autre- ^'■•'•"■ 
foi» au Beiric« du Danemark cu la preniiOrc piierrc. — 

M. l'ilecteur est le aeul de son ccmseil, <ie sa c<iiir et de tse» 4tats 
dans le sentimcnt de demcurer attacbe an rui de Snede. 

Der Kiirfllrst an d'Avaiigour. Dat. 29. Jan. 1657. 
(Abschrift.) 
MoDBieur, j'iü rev" votrc lettre du 2;> du präsent, et «ui» marri 29.Jin. 
qne llndiBposition qui viu» est gunciiue vous ait eni)>^cliö de veiiir 
id. J'eBpire qu'elle ceusera hientOt. et (|ue vi>us iie man(iuere/. pus 
d'apporter de votre cot* tout le si>in et la peiue ii^essaire pnur cou- 
duire Icb affaires pr6Heutei> A lu liii i^mihaitee et |iotir r^tablir la traii- 
quilUtä et le rcpo» en ees (luartiers, felini ec qne I'intOröt cimuiiiin 
requicrt. Je massure que le Koi vntrc niaitre n'a pi-iiit d'iiutres in- 
tentioDB, et coninie Je suis eutieronieiit [lerNuade de la Ixuine vfdiiiit^ 
de S*a MajCBt^ euver» nioi et niini etat, je iie pciix pas dmiter qu'elle 
nembratisc avec autaiit <le vipuenr qii*' de suLi-es l'iiilOret de la eanse 
commune. Au reKte. monxieur, J'ei'jK'rc ipio vitWi iic Utvx (kix dil^i- 
cultt de me cuunimiiquer ce que vnus veuez de deciivrir de» dcs- 
■eina qui HC foniieiit au graud pi-djiidiee de uien «Uies et du roiM>s 
public, afin qu'on ne pcrde poiut de temps ü sou^r aus uioreuf pnur 



:,L_tOO»^Ic 



]24 ™- Beriefate von 16Ö7 blt 1668. 

divertir tout ce qui peut fitre prßjudiciable au commun inWrft el poar 
enipecher l'accroisaeinent d'une piiissancc laquelle en tout tempg n'a 
chercbä qu'ä se rendre plus forte aux d^pens de ees voieins. Vous 
connaigsez mieus que tout aulre rimportanoe de ces affaires et m'obli- 
gerez de me dire lä-dessus voe sentinieuts. En attendant, je prie 
Dieu, monsieur, de vous tenir en sa garde, et suis — nionsieur — 
Votre bien affectionnö — Frideric-Wilhelm Electeur. 



d'Ävaugour an Mazarin. Dat. Marienburg 2. Febr. 1657. 
2. Febr. ... On ne peut encore rien dire de bien certain qu'apr^s la d^ 

claration et r^ponse que Ton nie fait esp^rer demain eur les articles 
que j'avais apport^s de Dantzick'), qui a &t6 r^solue et concert^e k 
l'entrevue de Holland avec l'ilecteur*). — 



d'Ävaugour an Brienne. Dat. Marienburg 15. Febr. 1657. 
(Abschrift.) 

[Ucber Keine und du Luuibrcs' Vermiltelungaihlligkeii.) 

Ifi. Febr. ... Nous sonimes rcpassäs ici, M. de Lumbres et moi, avec la 

d^elaration de la eour de Pologne s-ur ce que j'y avais porte, dont 
nous avons eu Thonneur de vous rendre compte avant que de partir 
de Dantzick. Nous avoos fait notre rapport au roi de Suide avec 
tous leH adoiicissemcnts qu'it a m po»sible. ... 11 s'est content^ de 
nous öcouter avec patience, et aprOs noua avoir tSmoignä beaucoup 
d'agr^ment de nos offices, il nous a r^pondu qu'il en dglib^rait avec 
ses rainisties ef ceux de Brandebourg. . . . 

Depuis le d^part de mon coU^gue, qui a iti le lendemain, MM. 
les commissaires su^dois et de Brandebourg conjointemcnt me sunt 
venus trouver. ... IIb ni'ont dit qu'ils . . . feraient leur rapport au roi 
et k M. l'^lecteur par un exprös sur lequel ensuite ils me fönt esperer 
qu'ils prendraient bientfit leur dcrniöre rösolution. . . . Si la r^ponse est 
teile quelle puisse 6tre agr66e de Fologne, nous y passerons eneemble, 
M. de Lumbres et moi, au plutöt avec les ambassadeurs de Heilande 
aussi: sinon, il ira scul reprendre son poste. ... Nous avons, lui et 
moi, ajustä, avant le döpart de la cour de Pologne'), l'ichange de 

') Wo das polnidi-be Hoflsger war. 

') Carl QuBtav und der KurfUnil waren in PreuaaiL-b - Holland «in 25. Januar 
1657 ■uaatnniengetroffen. Vgl. Pafendorf C. G. IV. 3. Drojaen p. 329. 
') König Johann Casimir batte am 10. Febmar Danaig Terlasa«n. 



;,I^,00<^|C 



roBüttlDngttUtigkeit der friiii. OcKandten. AiM;reilitiTung Brnnd's in Varh. 'J25 

tou les prisonniers de part et d'autre taut de giicrre ((iic d'utat, k la 
rre du marcchal Wittenberg, pour lequcl il ii'y a ])crsoiiiic ici 
i tehnger. C'ost ane affaire qui nvait re^-u de la difficulti' jiiKiiu'ici, 
fpB peul itrc de hon ') augure d'uue promitte r^eonciliatiau et eii toua 
cu i]ai öte l'aigreur que le inaiivai» traitenipiit laissait aux doiix partis. 

dAvHugoui' an Mazariii. Dat. Marienburg 2. März 1657. 

IFcrkudlniigcii mit dem Künigc roii SchwRikii. Übt iiiüHi'unitisL'hi: (ÜBgaudiu iu 
Keaigabcrg. Drohung<rn dtaaelbcn.J 
£r hat dem Königo von Schweden (der iioeli imnier nicht iiitf <Jie pul- 2. Mare. 
■UBdie Declaratiun geantwortet Imt, indem er nneh wie vor die Kiitr^chlüp^e 
des Königsberger Hofes erwartet) vorgeschliigen , i|n'il pciit vcndrc la 
hoBsc et nouB*) en faire les marcliamle. ... Sa .MajcHlt', t|ui a re^'u 
de« lettreB pacifiques de l'ileeteur*) .... ne rejetu iwint cettc Ouver- 
türe eomnie antrefois; et afin d'entrctenir niioux (M^tte {lensee Anns tson 
eq>rit, je lui en fis parier par se« ciuilident« et par les niinii^tros de 
Bniideboarg <|ui sont ici, lc8(|ncli^ reuiarquent tbrt hien lavantage de 
eet ecbaugc, et conibion l'argoiit rieni ilurenavant iiOet^i^naire au roi ut 
Il l'ilecteur et les sommeD notable» (juVm pdurrait tirer des pcrts de 
Prasse CD pacifiant cctte provinee avce la l'ologne, . . .' 

L'aaibassadeur de Moseo^'ie qui est ä Krmiprsberg doit apiiarem- 
ment sortir de la villc Commc uii lierant; il tiollidtc Tdecteur de »e 
dätacher des i!:?iiedois. a« detaul de qucii il lo uienace de lui en^njer 
trente mille homme» dans la l'nisse. . . . Madame lolcctrice a dejä 
peur et la donucra sann doute au\ aulroB. 



Der Kurflirst an Sillion';. Dat. Königsberg 26. April 1657. 

[AccTCitiliruiij; < 'liriit(o)>h v. Uruinl's.] 
Monsieur, les oceurreuec» que la niurt de renii)ereur tuuruit m'ob- 2 
ligent k BUQger k rnvaneemeut et euinicn'ation des interets eonimuna 
et entreteatr ä cctte tiu »ne corrcspmulauce plus Otmitc avec la euu- 
ronne de Frajocc, et conime j'espi^rc quc cette inteution ne scra poiuf 
dteagr^able k tya Majedtü ni ä Sm Eiuineucc niuubieur lu cardiuul, 

' bien Ma. 

*) 1>. h. wohl die KraiiEi»'n. 

■) Wie n dcmiclbin Wahleck gCMthrn. 

') SpIteriaglPurcnJorriVIll. 40; tod t>ilh«li rinitiait i;iiicus Silhonu^ apud 
rkrdiaalen tiOD »ptiaenätm npernni ciiclori nnTaliat, vx nirrimii dum in aul« Sutciu« 
^t coniraiU naiioncm exosua. — Das obige Scliriibcii <;r»Hhiil Orlich 1. It4, 
dann roigeii die trwibnt«!) Auixligv uii-. Itraod'a I'aiiMr llurivliiui. 



:vGoo»^lc 



{26 '"' R^Tichte von 1657 bU 1658- 

aussi espäre-je qu'on vous donnera la commissioa d'une teile affaire, 
afin que le sieur Brand, mou gentilhomme de chambre, se pourra 
libremeDt adresser k vuus, pour en savoir les gentimeots de sa cour 
et tout ce qui pourra serrir k ce dessein. Je me promets . . . de la 
bonnc affection que vous arcz toujours port^e aux int^r€ts de ma mai- 
»01), que voue lui doDDcrez accäs libre', et puisque ledit sieur Brand 
a ordre de proposer ä, moosieur le cardinal ou k voub ce dont j'ai 
granderaeut besoin, si je dois travailler pour Tintörgt commun, je vou» 
prie de vouloir par votre boune faveur seconder ce mon dösir aupräs 
de Son Eminence, atin que l'assistance requise puisae etre octroy^e, 
laquelle sera T^rilablemcut employ6e aux . . . int^rets coromuns, et aiusi 
pour ceux m€nies de la France, dont le manquement ou le retardement 
pourra r^duire les affaires en un ätat dangereux k qui ou ae pourra 
point reni6dier dor6navaht. Je laissc le rcste k votre discr^tion et 
jugement, et denieurc — monsieur — [gez.] Votre tr^s-affeclionnä k 
T0U8 rendre scrvices — Frideric-Wilheltn Electeur. — Königsberg 
le 26 d'avril l'an 11)57. — A Monsieur Monsieur de Silhon, conseiller 
du Roi tr6s-chr6tien. 

4,Mfti. Fraozösiscbc ScLrcibeti au den Kurfuräten ('f), Schwerin, den Fürsten 

Moritz T. Nassau zu GuDstcn der Katholiken im Oleviscbcii ') — (Concept). 



Instruction für Blondel. Dat. La Ffere 21. Juni 1657'). 

(OelduDlerstütsQDg für den KiiiTürslen, Wahl eines rSmiscbep König«. Allionc« mit 
Schweden. PCali- Neuburg. I.igue iwiachen Frankreich, Scbweden, Brandenburg und 
andern Reic)i»filrBlcn. Wicqucforl. Manluantscbe Angelegenheit.] 
.21. Jnni. Se. Maj, will dem Kurfürsten jetzt 100,000 Reichsthaler gtben ') , da 

die Ruptur des Königs von Ungarn mit Jenem und dem Könige von Schwe- 
den ihr mehr Freiheit lannt, wcnu auch ihr Engagement mit Spaniea die- 
selbe verhindert, anj^en blicklich mehr zu thun. 

Die Instruction geht dann auf die Wahl eines römischen Königs über. — 
Die Alliance mit Schweden icnss fortdauern. — Der König hat gesucht, 
den Pfalzgrafeu von Ncuburg von den Spaniern und von jedem Gedanken 
an einen Angriff auf den Kurfürsten zn entfernen. 

Eine Ligae zwischen mehreren Re ich s fürs te n , Brandenburg, Schweden 
und Frankreich wird iu Aussicht genommen, die sich auch auf die Vertbei- 
dignng Pommerns und Bremens erstrecken soll. — Man fragt an, ob Wic- 



') Ueber die Bewegung unter den CleTiscben BUnden, nunendicb tu Ende d. J. 
1667 Tgl. Droyaen p. 333 ff. 

') Vgl. über den Inball eines eigenblndigen Briefe* Lndwig't XIV. an den 
Korfffnten, welcben jener Blondel initgab, Pnrendorf VH. 63. 

■) VyL Tufendorf F. W. VIU. 41- C. G. IV. 4n. 



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J28 ^- Bericbtc von 1657 bU 165S. 

n reconnait avec uoob lee contraventioas qae le däfunt empereur a 
fait au trait^ de Munster k l'^gard de k France, noua disant qu'il aratt 
6crit dößlors Bur ce sujet et fait faire Ice offices que Ton pouvait A6- 
sirer de lui avant et depuis la niort de l'empereur, et qu'il les cod- 
tinuerait plus fortement que jamais. 

Gleichwohl meint der Kurfürst auf die Wahl des Pfalzgrafeii von Nenborg 
nicht eiagehen zu könnea; mais que dans la di*te ^lectorale od pourrait 
imposer tetles conditions ä l'empereur qui sera ^lu et s'assurer si bien de 
la i^aranlie du trait^ de Munster par riQtervention de tous les ätats de 
Tempire, qu'ä Tavenir il ue s'y pourrait plus faire des contrarentions . . . ; 
qu'il cnvoyait des instnictions en ce sens ä sea ministres . . . et des ordrea 
d'agir de concert avec ceux de Sa Majest^. ... II est vrai que le roi 
de Su6de , , . donne les mains ä racconimodement , . . ; car outre qu'il 
nous l'a t^moignä en partaot, il a charg^ le comle de Schi ippenbach 
de le d^clarer k M. de Brandebourg . . ., pourvu qu'il ne sc joigne 
point contre lui ä ses ennemis . . . (Le roi de Su6de] noua a fait donner 
avis qu'il parfait de Thorn pour passer en Pomöranie et de la route 
que nous arions ä teuir pour le rejoindre, ce qui ne nous permet pas 
de faire plua long a^Jour en cettc cour. . . . 

E semble, monseigueur, que la presence d'un ministre de Sa Ma- 
jcst^ serait bien utile aupräs de [M. l'^lecteur], uon pas taut pour le 
fortitier que pour se condlier ceux de aon conaeil et surtout M, de 
Schwerin. 

Nous u'oublierous pas de dire ä Yotre Emiuence que si Tun ou 
l'autre accomniodement donne lieu k un liceuciemcnt de troupes . . ., 
Sa Majestä en serait servie. ... 

Blondel an Mazarin. Dat. Rostock 25. Juli 1657. 

[Unlerredung mii Carl UuhUv — Dct KOnJg von DAaemark nQoBcbt Kleiit'* 

Bückkehr an Heiiien Uuf.j 

Er hat den König toa Schweden iu Schwan gesehen und eine lange 

Unterredung mit demselbeu gehabt. ... 

li. Au reste, dit-il, voua allez vers l'^lecteur de Brandebourg, qui est 

un prince qui a besoin d'argent et d'aeaiatance präsente. II est fort 

sollicitä par nos ennemis, et j'apprends avec d^plaisir, qu'il ait 6coutö 

lea propositions qu'un envoyä de Hollande k la cour de Vienne lui a 

fait faire, qui ne sont pas seulement de lui restituer les biens qui ont 

m confisquäs en Sil^sie .sur le feu duc de Jägemdorf, mus mgme de 

Hnvestir de la Pomärauie et de I'aidcr Ji nous en cbasser. Je saia 

qu'il ü'y donne aucune creance, et qu'il a beaucoup d'averaion pour la 



:,LtOO»^IC 



UDtsrreduDg Blondel'a mit Carl Gnalav. -129 

maieon d'Aatriche; tuais il a na grand faible, qiii est rapprähenBion 
dans laquelle on täche de le faire tomber de se trouver accablä avec 
DOQS et BOua nos raines. Aiaai j'estime que la France dott le secourir 
oarertement, puiBqa'elle s'y est oblig^ par le traitä qu'elle a fait avec 
lai'), et qa'elle essaye de lui faire effectivement connaitre qu'il n'en 
sera paa abandonnä. Le roi de Su^de a ensiiite fnrt louä le dessein 
qae Votre Eminence avait d'envojer k l'ölectcur de Brandebourg un 
secours d'argent comptant, ayec lequel il pourra fortifier ses troupea. 

[Le priuce de Croy et M. le s^naleur Steno-Bielke] ... ni'ont 
dit que le roi arait oubli^ de me dire que le roi de Dänemark avait 
d^r^ que M. Kleist'), resident de l'^lecteur de Brandebourg aupr^s 
de lui, et qui s'^tait retir^ de sa cour, y retoumät, soit qu'il fät bien- 
aise d'avoir par son moyen faeilite de renouer quelque trait^, soit que 
les Autricbiens eussent dessein de le corrompre. 



d'Ävaugour an Mazarin. Dat. Königsberg 27. Juli 1657. 

Er ist, wie er angewiesen, au diesen Hof zurückgekehrt. Lisola ist ST.Jali. 
Tor Blondol aagelaagt. — Er bedauert keiu Creditiv uoob eine Vollmaubt 
zu haben, um zu verhondelu, woraus Linola und dessen Freunde grossen 
Vortheil ziehen. Er hat alle Punt-te der CoirnuissionBlonders in Anregung 
gebracht nud wartet auf die Entschliessungen des Hofes, um dann inOesell- 
schaft eines Ministers des Kurfürsten zum Könige von Schweden zu gehen. — 
Der Chevalier von Terlon bat ihn auf dieser Rei.se begleitet'). — Rivali- 
täten mit Lisola in Betreff der bevorstehenden Tauffeierlichkeit '). 



d'Ävaugour an Mazarin. Dat. Königsberg 3. Ang. 1657. 

Er hat den Entschluss zn einer Ausgleichung mit Polen kurzweg auf- 3. Aug. 
gehalten und vor allen Dingen, wie es ihm .<o stark anemproblen war, dahin 
gearbeitet, die Einigung des Karfiirsten mit dem Könige von Schweden zu 
befestigen. Er will, wie man ihn darum gebeten hat, den Grafen von 
Schlippenbach abwarten, um mit demselben zu verhandeln. „Mais je 
doiB dire ä Votre Eminence, que pour me faire entendre ici h la vue 



'} D«r Vertrag dat. Königsberg 34. Febr. 1656, welchen de Lnmbres abge- 
•cbloiMD h«tte — ■. oben Abschnitt 11. 

') Ueber Ewald v, Kleiafs Verhandlangcn io Kopenbagen Tgl. PareDdoTf 
F. W. Tl. 52ff.. bea. 61. C. G. Ili; 85ff. Dtoyscn p.339. 

■) Tgl. Hrimoirea da Chevalier de Terlon a. a. 0. 

*. Am 29. Jnli I6E^7 «nrde der apStero KSnig Friedrieb I. van Preuaaen ge- 
tanft. Ludwig XIT. and der KSnig von Ungarn wxrcn Palhcn , and jener durch 
d'Avangonr, dicier durch Liaola vertreten. Vgl. Ober des kltieren damalige Sen- 
äaag an den KurmnteD Pufendorf VI. 63, Tl u. b. w. 

Nitcr. lur GcKh. d. Gr. Kurlünleo. U. 9 



:,L_tOO»^Ic 



J3Q m. Berichte von WöT bU 1658. 

deLisola, qai fiüt des promesses extraonÜDaires, il m'a lallu däbuter 
par quelque cliose de r6el ..., comme ötwt l'offre dun secoure d'ar- 
gent . . . , et c'eet ce qui m'en a fait d^clarer d'abord comme du prin- 
cipal aiyet de mon retour." d'Avaagour erhebt die Verdienste Wal- 
deck'ü, welcher grostou Theil au allen guten Entschlüssen haben wird, welche 
der Kurfürst etwa die Kaiserwahl betreffend fasst. Der Letztere hat d'A- 
vaugour — unter dem Vorwantle des Mangels an einem Creditiv oder 
einer Vollmacht von seiner Seite — nur eine mündliche Versiehemng ge- 
geben, dasser dabei die Interessen Frankreichs begünstigen werde, indem 
er ihm zugleich ^agte, dass Oestreich die Stimmen von Mainz, Baiern, 
Sachsen, Pfalz und Böhmen habe. ... H me confia aussl ea grand secret 
avoir regu, depuis quatre seraaines, une lettre de Cologne . . . en cea 
teriues quil 6tait tcnips aujourd'hut de peneer ä douner l'excluBiou k 
la maison d'Autricbe, et il m'aBSura lui avoir räpondu de meuie par 
un expr^s, qu'il se joindrait k lui ea ce bon dossein '). 

Es i^t sehr wichtig, des Kurfürsten Uesandte auf dem Wahltage zu ge- 
winnen. — II me dit que Ton pourrait bien tratner l'^lection Bur le 
point de la capitulation ... et [du] conseil aulique, qui derait etre 
comp086 de personnes choisies de l'une et l'autre rcligion par les 61ec- 
teurs, princes et autres ätats de l'empire et non pas de ministres de 
l'empereur, comme ci-devant. 

Später heilst es ') : „Mais toulea ces dispositions n'^tablissent poiut 
assez de sflreti qu'il serait important de tirer de lui pour bien com- 
niencer la nägociatiun de Francfort et nioins encore pour l'emploi de 
l'argeat que Sa Majcstä lui uffre. . . . Oeux qui me sout venus trouver 
de sa part m'ont diclarö qu'il le*) reeevrait pour l'employer en levöes 
de troupes, pour 6tre taut plut^t pret et en ötat d'exicuter le traite de 
garantie auquel il est obligt quand le cas arrivera" ,,, d'Avangonr 
will sich von hier nicht entfernen vur der Abreise Lisola's und der An- 
kunft Blondel's. — 

Orosse Versprechungen von Seiten Oestreichs. — Was Schwerin betrifft, 
„c'est un hfimme que Ton ne peut rainener i la France que par les 
moyens qui Tont attirä A la maison d'Autricbe, je veux dire par les 
gratiticatioDä qu'il en retirera. J'en ai dunnä avis en Bon temps ä Votre 
Eminence et du dägolit qu'il avait; mais je lui ai fait esp6rer bonne 
räponse et toute satisfaction." . . . Wicquefort wird vom Eurfursten 
nicht mehr anerkannt; doch bittet derselbe Se. Eminenz, jenen avertiren zu 
lassen, dasa er sich zurückziehe. 

') Vgl. dagegen nnlen die Deokacbriftea fQr BloDdel vom Oclober d. J. 
') Vgl. sonst Ober den Inhalt dieaes Schreibens Drojsen p.346. 1). 
■) la He. 



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Blondel'B Ankunft. Linola. 



131 



I Blondel. Dat. 27.[?]Aug. 1657. 

I ... n est vrai qu'on dit que les cUoscb oiit aucHueiiient fliaiii!;ii27-(?)Auf 

I de fcee depuis mon amvfie. et Ics lertrps du lini etc. out fait uii puia- 
! ul effet aar . . . [I'lwprit') fdc l'^lecteiir], qui est certaniement tres-gii- 
tttnax, moia qui a ausai ce fuiblc de dc vnir que iiar le» yeiix de hos 
nimBtres*), k qui les trois itiille pistoles que Lisola a ici distribuees 
Cmt mieuz espcrer des rastce [tnmieHBCS qu'il Icur fait que Ich ]}\us 
anntageux raisonnenieiits du nionde. ... I.c sieur Brand . . . a iiiaude 
qne H^. le cardinal l'ayant rcuvove ä MSI. les suriuteiulaiitD de» tiiiaii- 

ces, il n'avait refu d'eux que des pandes fort i^loitaiäcs de Icur cfTct 

, S. A. ^lectoralc partit Iiicr, ptiur aller accoiiipa^uer umdaine In 

princesse de Coarlande*) .... qui s'cti retuurue che/, eile, et eile ne 
doit £tre iri de retour qu'apnis-deniaiu. — 



Blondel an Mazarin. Dat. Ivüiiigsberg 3, Sept. 1657. 

[Ott KorfUnt Dimmt dM Erbieten t'rjinkreiclH mt niid geht in jndciti Betracht Hilf 

diHM Intentionen ein. Lisola's Ui-Ktnlungiii. L>ic Kiirfürifiiii iind WuliUck. Der 

Wi«Mr Hör cmanclpirt «ich vuo ilviii Kjiaiiiaclicu Kiotliiii». t*chHnli»che itrii'lu ,iti 

den Kurfüriilen,] 

... [Le]*) raisoniiement [de M. de Wahlcck] ayant enipitrtO l'e- 3 
Iprit de M. l'Älecteur . . ., M. DobrzciiBki a ete cliarjri de nie le venir 
dire, pour en rcndre coniptc ä Votro Eumieuce. que S<>n Altesac reee- 
nit la gr&ee que Ha Majestü lui tuisait '). et que daus tiuites Icü iicea- 
•ioQi eile lui en t^moignemit na rccoiutaittsaucc ; qu'au sujet dc lalliauee 
de Suade, eile ätait dane la resolution de la ciuiser^er, taiit ixuir mn 
propre intörSt et pour cc quo Sa Majostä y prrnait taut dc purt (|uc 
poDF linclination |)articulit^re qu'il arait pour Ic nii dc Suodc, et que 
pour BOQ Buffrage ä la diäte, il uq pouvait poiiit sc dOelarer plus prv- 
cisänent qu*en mc disaut qu'il s'y jKirterait de teile norte que Sa Ma- 
jestä en aorait satisfaction. . . . 

II m'a parl£ en termcii (^-uerAux de la neutralite qu'il souliaitait 
de faire arec les Pulouais, teuioipiaut avoir };rande pasninu de la <im- 
olnre, pour puuroir sortir de ee pay». ayaiit. ii eet effct, eiivoyc onlre 
& aes troupes dc s*approclior de lu \'istule. pour favurixer mihi ])astm)re. 



') MM eiprit Üb. 

'j Vgl. Drojien Ponühungcn lur Dcuticheii (icacliichtc IV. p.29. 
■] BbIb* ScfawoBler Luise Charlotte. 
•] Bon riiionileiiicnt Ms. 

"^ D.h. wol die huDdurttMiMmd Keichitlialer (vgl. die Initmctiun fQr DIoiidcl 
B 8t. Jul oben p. 126). 



;vGoo»^lc 



]32 ^- Bericbts Ton 1657 bia 1656. 

afiu, dit-il, de se mettre eu bon ätat, quand il sera en Allemagne, de 
faire de uoüvellea levfiea et e'approcher meine du lieu de la diöte. 
Jedoch will der Kurfürst, aus Rücksicht auf die Eifersucht der andern Kur- 
fürsten, nicht nach Dresden gehen. 

Die meisten seiner Rät he sind durch Linola bestochen') und poussös 
par tnadame l'iilectricc, qui suit les niouvenients de madame sa ni^re 
et qui ne veut plus que M. I'ölecteur aille k la guerre, de peur que 
M. le comtc de Waldeck') ne rcntre aupr^s de Im dana le menie 
credit qu'il a 6t6 , . . M. le cotnte de Waldeck, fächß de voir ces dis- 
positiuDS, a voulu sc retirer, et a demandö son congä aveo de grandes 
iustanceg; mais Son AltCBse, qui l'aiine daiis son äme, ne I'a point voulu 
permctlre, et pour le mettre k l'abri de l'orage, eile lui a jiermis d'aller 
ä 8on gouveraement de Minden'), pour y lever des troupes; il doit 
partir demain. 

On dit encore que la maison d'Autriclie d'AUemagne n'est plus 
sous la domination de celle d'Espagne comme autrefois, et que dans 
peu de jours on veira les effets d'une trtis-importante n^gociation qui 
ue fait en France de la part de celle-Iä, qui veut dor6navaut y prendre 
seB attachements , ayant d6jä pour cet cffet tir6 de son minist^re les 
cröatures d'Espagiie et rais les affaires entre les mains de ceux que 
l'Espagne appr^hendait le plus, Ic comt« du Buchheim n'^tant plus 
vice-prßsident de guerre..., et le prince d'Äuersperg n'ayant seance 
dans le cunseil qu'apr^s les comtes de Porcia, Schwarzenberg, 
Curtz et GoDzague. ... 

Le resident de Suade a rendu aujourd'bui k Son Altesse des let- 
tres de S. M. snödoise et de M. le g^n^ralissime *) qui lui donnent 
avis de l'approche de ringt mille cosaques pour son serrice. — 



') Vgl. Pnfendorf C. G. IV. 31. 

■) Terlon a. a. O. p. 70 sagt »on Waldeek: Ce comle se mit mal dana Vi- 
Bprit de Bon maitre pour avoir voiiln avuc trop de fermel^ appufcr le psrti dei bnä- 
doia,. BOtaiit parce qu'il le croyait de l'jnlärel de cet dlectenr qua par riuclinatioti 
partioulitTe qu'il avait pour le rot de Buüde, qui g'attirail faclteiuent Tamitiä du tont 
le monde par ta manierc d'agir obligEanle et g^närcusa. Mbib ceKc alteeee ^lectorale 
ätant ponga^ pnr cetix qui n'ätaienl paa du sentiiiieot du comte de Waldeck , il tomba 
«n diagräce, et fiit obligö de quittcr le eervice de cel ^lectcur qu'il avait trfea-bien 
■etvi par ses n^gnciationa anprta du roi de Sabde et dans le vominari dement des 
tronpei qu'il avait jolntea k ce roi dana la gucire de Fologne, en ayant na^ dana 
Tun et dans raulre avec bien du zi^le, de rbonncnr et de la fiddlilä. 

■) Der Graf tod Waldeok war aeit 1G5T Obergoaremeur aller weatpbaliBchen 
Festungen a. Klaproth und Coamar Slaatsratb p. 3m. 

'} Prinx Adolph Jobann, Carl GnataT'a Bruder. 



>vGoo»^lc 



Waldeck. Der Wiener Hof. Verhutdlnngen wegen der Kaiserwahl. j 33 

Blondel an Mazarin. Dat Königsberg 10. Sept. 1657. 

[BeaprecboDg mit dem KarfOrsten über den Auaachlnss des Hanses Oestreich tod 
der KaisernOrde. Der SiufQrst will Preassen demailchst lerlassen. Verhandlungen 
Kleüt'a mit Carl QiulaT. Drohende Lostrennnng des KurfSrslen von Schweden, Ge- 
fecht bei Dirachaa.] 

Er verhandelt nur mit dem Knrfüreten selbst, dea er sehr häufig sieht. 10. Sept. 
Er hat demselben letzthin iosbesondere die ^Mi^sethatea'* des Hauses Oest- 
reieh aubführlich rorgestellt. 

iioa Altesse ayant 6tä assez ^mue de ce grand diecours, m'a dit 
que le nial ^tait que cette maison ^tait tellenient accräditäe qu'il dtait 
dor^Davant bien difücile d'empecfaer ses progr^s. Je liii ai räpondu 
que le moyen certain ätait que Son Ältesse joigutt ses pens^es k Celles 
de la France . . ., ayant ordre de l'assurer de la part de Votre Emi- 
neDce, qu'elle avait A6j& trois ^lecteurs ea qui eile pouvait CDli^rement 
Be tier, sans parier de Mayence. „Pardonuez-moi," dit-il, „ei je ne dis 
poiot ouvertement mes scntiments sur ce sujet; j'ai doDnä ordre ä mes 
ambassadeurs qui sont &. Francfort ') de voir les dispositions des autres 
^lecteurs. et sur leur rapport je prendrai mes meaures. Et ä vous 
parier franchemeDt, il n'est pas juste que je m'aille endosser tout seul 
une affaire de cette consöquenee." Je lui ai dit que Votre Eminence 
De souhaitait pas de lui une däclaration publique, mais seulement d'etre 
assuräe de [sa] volonte. — „II faut," dit^elle, „avoir encore un peu de 
patience," et m'a mis enauite sur un autre discours. 

II m'a dit qu'il voulait sortir de cette province dans trois eemaiues 
au plus tard; qu'il attendrait des passe-ports du roi de Pologne et 
de la ville de Dantzick pour madame l'6lectrice; qu'ayant dessein de 
B'en aller par la mer, il avait doDni ordre k se» vaisseaux qui sont 
eu Pom^ranie de n'ea venir &*) Pillau; qu'il laissait iin corpB de neuf 
mitle honimes dans la Prusse, et qu'il emm^nerait le reste, pour avoir 
aupräs de lui une arm^e de seize mille hommes. 

Schlippenbach iiit abgereist. Man nimmt A ergern i^s an der kühlen 
Antwort, welche der König von Schweden Kleist crtheilt hat ). Pour moi, 
quoique*) [ü. A.j m'ait dit qu'elle attendait tous les jours ledil sieur 
Kleist, qui avait quelque cbose & lui dire de la part du roi de Suade 
qu'il u'avait point oefi confier k ses lettres, cette retraite est fort su- 



■) FQnt Johann Moritc tou Nassau, Canetein und Fti 
dann anch Portmann (rgl. Pufendorf VII. 26. 27. 29. 32). 

■) Vgl. Pnfeadorf VI. 61. Droyaen p.349. 
') qnoi qu'elle Ua. 



bvGoo»^lc 



134 



ni. Berichte Ton 1657 bis 16b». 



specte, et j'appr^hende estr^mement que toutes ces choses ne soieot 
les pr^liminaires d'un d^tachement [d']avec la Su^e. . . . 

n y a huit jours que les troupes de Daatzick ätant sorties, avec 
sept piäces de canon, pour se ssiiBir du poDt de Dirschau et dter le 
pasBage aux SuMois dans la Pomörtlie, elles ont öti renconlräes et 
entiörement dßfaites par Mgr. le g^n^ralissime, avec cette particularitÄ 
que nonobatant !a cessation d'armes prötendue par le projct de neutra- 
litö de M, reiecteur, deux r^giments de S. A. 6lectorale eommand^s 
par le jeune comte de Waldeck') qui allaient pour se joindre aui 
troupe» qu'elle a fait lever en Westphalie se Bout trouvös dans ce com- 
bat avec les Su^dois et ont eu beaucoiip de pari & la victoire. 



Blonde! an Mazarin. Dat. Königsberg 17. Sept. 1657. 

|Zu9smmi'>ikuiiri di'n Kiirniralen n;i( Goneivwgki. Zug seiner Armee. Heabiichligle 
Aeiiderungcn in der Pancialion von WeliUii. Oeii reich ieclie Turipiegelungen.) 

S. A. ^lectorale est partic, il y a quatre jours, de cette ville avec 
niessieurs Ligola et Hcbweriii, pour aller k la chaBse ji neuf Heues 
d'tci sur les fronri^res de ^aniogitie et pour s'aboucher avec M. Gon- 
eiewski, qui ne pouvant s'y rendre que le vingtieme, il n'a pae d'ap- 
parenee que M. l'ölecteur rerienne de toute cette semaine. Son arm^e 
marche cependant vors la Vistule, et sortant de la Podlachie, eile est 
entröe en Prusse, tant pour commencer rex6cution de la oeutralitä que 
pour favoriser le passagc de Leurs Altesses, qui doivent partir d'ici le 
Premier jour d'octobre. 

J'ai eu llionneur de la voir avant son d^part, et eile m'a fait excuse, 
en pr^sence de M, Schwerin, de ce quelle ne m'avait point coorii 
h cette partie ... II veut faire cbanger ... les articlee') oft la maison 
d'Autriehe sest ei avantageuBeraent insinu^e. 

Man will den Kurfürsten glauben machen, dass Frankreich im Elnver- 
EtäiidnisH mit den Katholiken und insbesondre mit Neabnrg sich befinde, 
während Oestreieh in der jülichschen Erbfolgesache für ihn vortheilhaft ent- 
scheiden und sogar Keine Macht dazu anwenden könnt«, diese Entscheidung 
zu seinen Qunsten zd realii>ircn. 



') Graf Josiaa Wsldeck. — S flb«r diea Gefecht bei DiTBcbw un 2. Sept. 
1657 Droyaeo p. 349-350. 

•) (Der Biniu1irt«D PnncUtion »om I. Sept. 1657, Tgl. Pnfendorf VI. 76. Droy- 



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G«fbcht bei DinebML W«h)aii«r Veitng. J35 

Blondel an Mazarin. Dat. Königsberg 28. Sept. 1657. 

|A«H»eniDgeD des Karfürileo über ifle Polen and Oeelreichcr und seinen Vertrag mit 
jenen. Er «finacbt eine ZusanimenknDfl mit der Königin van Polen. Sein Riickiug 
■OS Preiusrn. Lisola abgereist. Die franidsiochen Abgeaandten in Frinkrnn. Zag 
Ciamecki's.] 
Depuie ie retour de M. I'^löctenr. il m'a fort exagerö 1» m^sintelH- a8.Sept. 
gence qull a reconnue entre leg Polonais et lefl Autrichiens. 

Seine Dnrchlaacht wüpschte eine Conferonz mit der Königin von Polen 
oud dem Kanzler zu tiaben und hat Blondel ersncht, dieserhalb an de 
Lumltres') zu schreiben; et eile m'a dit que quelque traitö quelle eflt 
fait'), qui devait etre ratifi^ en la prochaine diöte ä Varsovie, eile se 
trouyait nMnmoine, dane Ie meme 6tat qu'elle l'ätait auparavaut. . . . 

. . . Elle est toujours dana Ie dessein de partir d'ici aussitöt qu'elle 
aura la räsolutioo des ötats de ce paya, qu'elle a asserabl^a dans cetfe 
rille pour aviser aux mcyena de pourvoir ä la subsistance des troupea 
qu'elle doit ici laisser pour la conservation de la province; et son 
amiäe, qu'elle a diepoa^e dans des quartiere pr^a de la Vietule, a d6jä 
eoiumencä d'y bätir un pout aux environs de Mäwe, lea Hu^dois l'ayant 
prii de ne ae point aervir de celui de Dirsebau qulls tiennent, k cause 
de la contagion qui s'est fort glias^e dana ses troupes, et parce qu'ils 
u'ont pour lenr subaiatance que Ie aeul pays qui eet aux eiivirona, lequel 
serait ruin6 par ce passage. ... 

Lisola ist abgereist, indem er seine Befriedigung bezeigte. — Die fran- 
zöHiscben Abgesandten in Frankfurt werden, wie der Kurfürst behauptet, 
durch Mainz und Baiern getäuscht. ... Die Minister des KurHiräten setzen in 
die Anerbietungen des allerchristlichsten Königs wenig Vcrlranen. 

Pour moi, je ne aais qu'en croire; mais comme M. I'ölecteur ni'exa- 
g^rait lefl dösordres queCzarnecki devait faire en Poinöranie '), n'a- 
yant pu m'empecher de lui demander, s'il lui douuerait ui facilement 
passage dauB eea terrea pour y aller, il se trouva extremement aurpris 
de ma demande qu'il n'avait pas pr^vue, et apräa avoir hi»it6 aasez 
longtemps, ne aachant ce qu'il devait r^pondre, il me dit qu'il ne pour- 
rait peut-etre point rempßcber, ce qui me fait craindre qu'il n'y ait 
entre eux quelque tacite consentement. 



') Damals franiÖ». Gm. io Polen (tgl. oben p. 36)- 

•) Der Vertrag Ton Webiaa war am 19. September abge»:b1ouen. 

>) Vgl. Potendorf VI. 11. 



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136 ™' Berichte von 1657 bie 1658 

Denkschrift für Blondel. [o. D.] 

[Bedenkliche Berichte Lieola'e. Die heTorsteheifle KoUerwahl. Biief dei KarfOrsUn 
Friedrich Wilhelm an denjeDigen von CÖln. Fr«nkreich erinnert jenen >n seine Ver- 
dienste om ihn und ihre rrGheren Verabredungen; es benimmt ihm die Sorgen in 
Beireff Kursacbaens nnd Pfalz- Nenburge.] 

Lisola hat demEöaige vonUagara nnd detuMarqui» de laFuentes 
DepeEcben gesiandt, oach deneu er den Kurfürsten zu allem Termocht hätte, 
was mao von einem völlig den Interessen und den Absichten Spaniens er- 
gebenen Fürsten hätte Teriangen könuen. — Einige Räthe des Kurfürsten 
haben Unrecht gehabt, den König wegen eiuer Prätea^ion auf das Reich 
zu beargwöhucu. Der Kurfürst habe noch gegenwärtig Blondel die Ver- 
sicherung gegeben, dass die Wahl sich zu voller Zufriedenheit Sr. M^j. 
vollziehen werde. Der König verlange jedenfalls rechtzeitig avertirt zu wer- 
den; dies Verlangen sei keine Art von Zwang, wofür der Kurfürst es an- 
zusehen ücbeine. WeoQ die Wahl zu Gunsten Oestreichs ausfällt, so ist 
der König entfichlossea, weitere gegen ihn gerichtete Schläge nicht abza- 
warten ; 

„qu'on ne peut pas s'empßcher, pour demeurer jusqu'au bout avec 
Son Altesee ^lectorale dane une sinc6re conliaDce, de lui eommuniquer 
un aviB qu'oD a reQu de Hollande, oA lee Berviteurs qui restent k Sa 
Majest^ en ce payB-lä ont trouvä moyen d'avoir la copie d'une räponse 
dudit aieur ilecteur &. M. l'ßlecteur de Oologne ') sur le siyet de l'ö- 
lectiou dont la teneur a surpris tout le monde lorsqu'on y a vu que 
M. r^lecteur se rend aiyourd'bui le solliciteur enverB scb collögues pour 
faire retomber l'empire [dans le] pouvoir [de la maisoD d'Autriche]." . . . 
Der Hauptzweck des vormals zwischen Frankreich und dem Kurfürsten 
geschlosgenen Bündnisses war die Niederdrückuug (abaissement) des Hau- 
ses Oestreich uud die Ausschliessung desselben von der Kaiserwürde. — 
Die Streitkräfte Spaniens würdeu nicht unterlassen haben und würden jetzt 
nicht unterlassen auf den Kurfürsten zu fallen, wenn sie nicht durch dieje- 
nigen von Frankreich beschäftigt wären. — Wenn Blondel wahrnimmt, 
dass der Kurfürst aufrichtig willens sei sich mit ör. Maj. zu vereinigen, 
so wird man ihm die Dienste Frankreichs bei dem Kurfürsten von Sachsen 
anbieten können, um die leidenschaftliche Hiuneigung zu dem Hanse Oest- 
reich, welche dieser bekuudet, zu massigen. . . . 

Sc. Maj. hat in wirksamer Weise den Pfalzgrafen von Seuburg davon 
abgebracht, etwas zu unternehmen, was das gute Einvernehmen zwischen 
Sr. Durch!, und ihm störeu könnte, wie auch davon, sich in die polnischen 
Angelegenheiten einzumischen. 



') Vgl. oben du Schreiben d'Avftugonr'a anMaiarin dat. KSnigsbeig 3. Aag. 
1657. Der Brief des KurrOretcn an denjenigen von Cdln trag dasDatum des Sl. Aug.; 
es heisit darin u, a. fatendum est . . . nie admodum incertnm eese, utTum de mulalione 
aliqua cogitandum sit (vgl. auch Droysen p. 366). 



„Gooi^lc 



[ WeltenB Terhanddn Aber R*Iierw«h1 nad Wahkapitnlitlon. |37 

Blondel an Mazarin. Dat. Königsberg 4. Oct 1657. 

[Dia lOO/XM Reichitbaler. Die Kaiserirahl nnil (lie WahlinpitiiUtion. Ccrcmuulal- 
itreitigkeiten iwiaebrn den franiiiai sehen and brandenlxiigincliuu GuHaiidti'ii in Fmiik- 
foiT- Da KnriüriteD Eraiferuog liivilibcr. Die Küiiigin vun Pulvn in DHiiiig crwurtcl. 
Ktagm dea Knrfünten Ober dia Scbweden. Sendung naub Dfinemnrk. Schwerin. 
Abreise des Kiirfiiruten.] 

Jai appris par une lettre que monseijciicur de Briennc ina fait 4. Oct. 
Hionneur de m'^crire du sepHönie du jmssiä, (ju'oii .ivait niis otitre lo» 
mainfl du sieur de Brand l'urdonnauce des ceut niillc Oeiis ') proiuis A 
M. Mecteur, qull aurait d^jä pu toiicher, s'il avnit eii pouvuir den f'nur- 
nir les ddcharge» au trtsorier de lepargno. el dans rciitrotieii iiue 
jai ea arec saditc Altexse, k qui ledit sicur Itraud a eerit daiix )e 
meme Bens, j'ai 6t6 charg^ par eile den faire niillc reniereinients i\ 
Votre fiminence et lui dire que par cet ordinaire il eiiverrait \c» jiouviiirü 
nicesHaireB. . . . 

Die Kai^erirabl betrelTend, ^elle in'a röpundu (|ii'il (allail i)rf- 
mi^rement travailler ä la capitulatioii, et qu'il» la iernicut de teile 
■Olle que l'empercur uc serait pai^ ))Iuh puiissant en Allcnia^nc ({ue 
le Aoge Test ä Veuise; que tou» »es cutileeteiir!« elaient dans le 
Bitoe Bentiment que lui pour eela, il In rtl'xcrve de eelui di' (Vdoficiie, 
depnis qull avait cru que le duc de liaviere pitnrrait peii»er ii la eou- 
ronne imperiale . . ., ni'assurant que M. l^isola Ini avait dit que »t on 
Toolait obligcr l'empereur futur il den eouditions nx nides . . ., la niaisoii 
d'Autriche ne s'y Toudrait pas B»)unicttrc, düt-clle reluser l'oftre que 
lea tiecteurg Ini fönt de r^lire.** 

Der Kurfür>t erklärt sieh voHkumtiU'ii fivi in Ih-zufC mil' dii'M' \\n\x\ 
_en foi de prince qui nc veiit jHiiiit de rei>nu'lie.'" . . . _.le ne vons 
dig pas," me dit') f:^. A.|, _ee quo je ferai'). i-t il votis ddil sullirc 
que je saiB aesez ec qui ent de nion iuteret et de eelui de l'cnqnre, 
paar prendrc les Ixmucs resulutiuiiK. et qu'enliu la Franee saura qu'il 
ne tieodra (wint ä nrni qu'ullc n'uit Katistiietinii entiere, ipii ent toute 
la d^laratiun quo je puis faire, ayaut quelque rep'et que Ic nmite 
de FürBlcnbcrp alt dit aux anilmssadeurs du Uni, que jOlai« le »n»l 
qui moppoHais ä se» vidont^. i-e disenurhi promlant peut-etre du desir 
(|u'il a de caclier la i<ienno sims ee pri^texte." 

Je nat pa« cru dcvoir Ic ])reMi<er davauta^e, de peur de lui^rir, 
pulBguli cotnnientait d^ä & sccltauffer et particulierouicut sur Ic refus 

') Vgl. obuD. 
>> dit-elle Ua. 
•) femU Ha. 



>vGoo»^lc 



138 III. BcrlobtB ran 1657 bii 1698. 

que mesdits seigneurB les ambasaadeurs du Roi ont fait k Francfort 
de donner la maiD cbez eux ä tous les siena, quoiqu'on 1a donoät 
libremeot k ceux des rßpubliques de Veoise et de Hollande '). Je lui 
ai dit que j'dtaie bien-aise qu'elle me pr^rint dans la plainte que j'avais 
k lui en faire de la part de mesdits seigueurs les ambaasadeurs , qui 
n'ßtant point obligßs, ea l'absence da prince Maurice, clief de l'ambaa- 
sade de son Altesse, de reodre la premi^re visite aux autres ambaa- 
sadeurs, ils l'avaient n^anmoins faite, parce qu'ils esp^raieot de pouvoir 
avoir avec aux une confiance eineöre . . .; mais qu'ils avaient 6i& extrfi- 
mement surpris de la prötention des derniere, coatraire ä tout ce qui 
e'gtait pratiquä ci-devaut et particuliäremeut k Munster et OsDabruck, 
coutraire k l'usage präsent de Francfort et ä ce qui avait m jusqu'ici 
pratiqu^ par les ambassadeura des autres lilecteurs tant s^culiers qu'ec- 
cl^giastiques, qui s'^laient m^me ecaudalis^s du proc^dä des ambassa- 
deurs de Kon Altesae. 

II m'a r^pondu qu'il arait toujours fait protester k Munster et Os- 
nabrück coiitre l'injure qu'on y faisait k ses ambaseadeurs ; que M. de 
Vautorte k Itatisbooiie ') n'uvait point fait de difficull^ de leur donner 
k tous la main chcz lui; qu'il s'estimait aussi grand priuce et d'un raog 
6gal aux r^publiques ; que si les autres ^lecteure ne savaient pas ce qui 
ätait de l'honneur de leur cbarge ou qu'ils le negligeassent, il n'ätait 
pas pour lui dans le meme senHment, et corame c'ötait une affaire 
d'honneur, qu'il ne s'en relächerait pas. 

Comme il s'emportait avec assez de ehäleur sur ce discours, J'ai 
cess6 de lui en parier; mais ayant fait en aorte que M. üobrzenaki 
lui en dit un mot le lendemain comme de lui m€me, et qu'il täcbät 
de Uli faire comprendre le roauvais effet que cela ferait, si pour une 
bagatelle de cette nature aea ambasaadeura u'avaient aueun commerce 
k l'assembl^e avec ceux du Koi, il le trouva encore plus pipuä sur ce 
point que devant (sie!), et comme il lui dit que le sieur Portmann 
avait däclarä qu'il ne prßtendrait pas cette prßrogative quand le aieur 
Canstein serait arriv6. ni celui-ci apres l'arrivie du priuce Maurice, 
„Portmann," dit l'tlecteur, „peut dire ce qui lui plaira; mais le doc- 
teur J^na, qui en a Tinatruction particuliäre, fait bieu de n'en vouloir 
point dömordre." 

Celui-ci est cr^ature de M. Schwerin . . ., et comme ledit eienr 
Schwerin venait de quitter M. Mecteur au moment que M. Dobrzenaki 



') Vgl. hierilber Pufendoif VU. 29. 

') Auf dem Reichstage in Begensbarg 1653 (vgl. Pafendorf IT. 37). 



:,LtOO»^Ic 



CemnoDislEtTCiiigkciien in Frenkfnn. Eligm d. KurT. ftb. SfbKeden. Schwerin. I39 

lui parlaitj il me eemble qnll y a bien lieu de soutenir que tout ceci 
Tie »e fasee [que] ') par son adresse et pour ^luder par eel artifice 
toutes les bonnes pens^es que MM. lee ambassadeurB pourraient ioBpirer 
aux autres , . . 

Die KöDigin von Polea wird bereite ia Danzig erwartet. Der schwe- 
dische Resident beklagt sich. . . . Son AltesEe preod plaisir ... de se 
plaindre des Su^dois, qui lui ont refueä le partage du pont de Dirschau, 
qui*) lui ont niinö la plupart des terres de Ba Pom^ranie , . ., qui oe 
lui ont point fait de part de l'artillerie qui a itii prise en commun au 
combat derant Varsovie, en la ville de Brzesc') et dans la derni^re 
rencontre avec ceux de Dantzick k Dirschau*), et qui maltraiteut see 
Sujets." 

GieichwdhI hat Beine Darchlancht nach wie vor erklärt „qu'elle voulait 
inviolableinent conservcr cette alliauce, et puie eile a changä de 
discours, ce quelle est fort bien accoutum^e de faire quand eile est 
press^e de quelques raisons qui ne sont pas de son goüt. J ai appris 
de bonne part que H. A. avait secr^tement envoy^ un gentilfaomme 
Ter« le roi de Dänemark; quelques-uns disent que cest pour lui don- 
ner avis du trajtä quelle a fait avec la Pologne'), et d autres ajou- 
tent encore que ^'a 6t6 de concert avec Lisola, pour leurrer ee roi 
de l'espärance d'une paix g^närale et rempSeher d'entrer en aucune 
n^ociation particuli^re avec le roi de Hu6de. 

M. Schwerin est le dominateur de cette cour et gagn^ par l'ar- 
gent de la maison d'Autriche. J'ai peine k me persuader que Ion 
puisee ici r^ussir, s'il n'est gagnä. Jl n'en a point perdu l'eep^rance 
lui-m€me, et comme il se conuatt et son credit, il m'A fait assez [de] 
caresses pour me donner jour ä lui en faire proposition, si j'en avais 
l'ordre de Votre Eminence , ■ . 

Le joor du depart de S. A. est k jeudi prochain, et son arm^ 
a d^jä pass^ la Vistule sur dee bateaax k M^we. 



Blondel an Mazarin. Dat. Königsberg 16. Oct. 1657. 
Der Eurlurst ist gestern abgereist; derselbe hofft die polnischen M^e- I 
Stuten in Hewe zn sehen: von diesen hat er in der vergangenen Woche 

') Fehlt im Mi. 
•) qn'ils Ui. 

■) Bretie IIa. fgl. Pafendorf C. 0. IT. K. M^m. de Terlon 1. p. 44 ff. 
Bnd»wiki p.335. 

*) S. ob«D Depesche Bloodel's u Hftsarin dsL KCDigsberg 10. 8ept. 
*) Den) Tertrage von WehUn. 



:,L_tOO»^Ic 



140 IIL Berichte tod 1657 bU 1658. 

Briefe erhalten, welche ihm mittbeilen, daes der König tou Schweden den 
Frieden in diegem Lande machen wolle. Der Rari'ürBt hofft so, mit beiden 
Königen nach einander t^prechen zu können. . . . J'apprends que M. Lisola 
s'y doit rendre, ce qui me fall reaoudre de m"y en aller ausei, pour 
tcnir Votre Eminence avertie de ce que j'y pourrM reconnaltre et y 
conförer avec M. de Lumbreg, s'il e'y reücontre. 

Sc. Kurf. Durch!, soll den Qenerali^simus sehen, und der schwedische 
Resident'), welcher sich anschickte zur See abzureisen, hat von t^einero 
Herrn Berebl erhatten, den Eurfüräten nicht zu verlassen, dem er hat sagen 
lassen, dass er Vollmacht erhalten habe, über die polnischen Angelegen- 
heiteu zu verhandelo. — Wer alles durch Lisola bestochen ist: Schwerin, 
Sparr. — Unverhohlene Eifersucht, mit welcher der Kurfürst auf die Cor- 
respoudenz zni.-^chen Sr. Eminenz und Pfalz ■ Keuburg blickt. „On lui a 
6crit que le deciäeiii de Votre Emtuence etait de pousser Bavifire i. 
l'cmpire, s'il y voulait enteiidre, ou Neuhourg, k aon refus, ce qu'il n"a 
pas pu me dire sans rougir, me protestant quil s'y opposerait de toute 
sa force." . . . Protection, um welche die Städte Münster und Cöln nach- 
suchen. Radziwill hat Blondel gesagt, er habe seine Steile (als Statt- 
halter von Prcusfen) nur unter der Bedingung angeuommen, dass sich der 
Kurliir^t nicht von den Interessen Schwedens trennen werde ). 

t. Brief Ludwig's XIV. an den Kurfürsten. (Concept.) Dat. Metz 

18. Oct. 1657. (Durch v. Brand übersandt) 



Blondel an Mazarin. D&t Elbiiig 22. Oct. 1657. 

I. Der König von Schweden hat Akakia an den polnischen Hof ge- 

schickt ). — Blondel hat denselben in Elbing aufgesucht, wo sie alle beide 
mit dem Generalissimus gesprochen haben. - Auf den Kath Blondel's 
hat man den Urafeu Dohna*) an den Kurfürsten abgesandt, welcher ge- 
stern zurückkehrte und gute Versicherungen, auch diejenige auf Ehr' und 
Glauben eines Fürsten mitbrachte, dass jener kein Attachement mit dem 
Uause Oestreiuh habe. Die Schweden bitten demnach den Kurfürsten am 
seine VcrmitteluDg der Ausgleichung, indem sie dann ihrerseits versprechen, 
Preossen gegen eine Geldent^chädigung zu verlassen (quitter). 

Indeseu nähert sich der König von Polen, und der Kurfürst gedenkt 
binnen drei Tagen die Weichsel zu passiren, um mit demselben in Schwetz 
ZQsammenza treffen. Blondel ist entschlossen ihm zu folgen. — Umtriebe 
Schwerin's. — Blondel hofft, dass wenigstens die Polen erkennen wer- 
den, dass ein Scheitern der Ausgleichung lediglich die Schuld des Hauses 
Oe&treich sein wird. 

') BKrIbolomAua Wolfsb^g (ygl. Pnfendorf C. G. IV. 33). 
') Vgl. dagegen Art. 20 des WehUuer VertrsgeB, Pafeadorf VI. 78. 
') Vgl. PufendorE C. G. IV. 33. (Mrim. de Terlon 1. p. 82.) 
•) Qrftf Chrieli.n Albert Dohiia (vgl. Pufendorf C. G. IV. 32). 



:,LtOO»^Ic 



Brand an den Korffirsten gesandt. iAIt. 

Denkschrift ftlr Blondel. Dat. Metz 26. Oct. 1657. 

[Weshalb man Brand dennocb abaeodet. Ea gilt, den Kurfarstcn. dem man alle mäg- 
licben Dienste verspricht, vor allem in den Eteichaan gelegen hei ti^n fe»! in ballen.] 
Er soll <lem Eurfürsten gute Intentionen in Bezug anf die Kaiserwahl 2i 
eiaBöf^fen. 

, , , . L'on 6tait ici en r^solution de ne faire plus partir le sieur 
BraDd, et la plupart du couseil du Rui en ätait d'avie, ayant su 
qu'outfe la lettre 6crite a M. l'ölecteur de Cologue'), M. l'ölecteur de 
Brandebourg en avait encore öcrit uue scmblable ä M. l'decteur de 
TtÖTes, laquelle on niarquc lui avoir et6 pr^BCntee par Volmar, un 
dea miiiistreH du roi de Hongrie, ... et «yant appris par plusieura 
aotree lettre» . . . que Hon Altesse älectomlc . . . a proiuis [ä la maison 
d'Autricbe] son BufTrage dans l'ölection prochaiue, mojeanant une somnie 
d'argent qu'on lui doit fournir soua prötexte de lui paycr une ancieiitie 
dette et la reatitutioti du duch^ de Jägcrudnrf . . . k quoi ou ajoutait 
meme qu'il ne rcetait plus que d'envoyer la ratification du trait^ 
qn'lsola av^t conclu avec lui . . , Mais Sa Majestä, aprös la röceprion 
de Totre däp€cbe du 2fi du raois pass^'), ayant consid^r6 les discours 
que . .. Rlecteur , . . vous a faits au retour de son entrevue avec le 
g^D^ral polonais et les assurauce» nouveltes qu'il vous a donn^es de 
o'^tre enlr^e dans aucuD engagement et d etre encore dans une euti^re 
Hbertä ..., Sa Majest^ ... a vonlu persistcr dans sou ... deesein de 
faire partir ce gentilbomme . . . 

ö'il n'a acceptö la neutralit^ que dans la guerrc qui est encore 
eutre les Su^dois et les Polouais ou pour les affaires de la Prusse, et 
qnll demeure religieusement dans l'observation des traif^s pr^cödents 
taot avec nous qu'avec les Huödois pour ce qui regarde l'empire . . ., 
en ce cas il faudra ui^nager de la part de Sa Majestä auprös du roi 
de Suade et de ses miDistres qu'ils se payent de raison ... La pro- 
position qull vous a faite d'un abouehement avec la reine de Pologne ') 
n'aura pas 6t6 inutile. , . . Mais le prompt retour dudit sieur älecteur 
dans aes ^(ats d'AUeniagne et sa venue k Francfort est pr^f^rable ä 
toat, pourvu qu'il y vienne sans prßoccupation. . . . 

Sc. A(aj. wiederholt Blondel nochmaU, da.sa er den Kurfiir:«ten nicht 
Dor der Zahlung der hunderttausend Reichsthaler') versichern kann, welche 
mau ihm angeboten bat uud die in acht Tagen spätestens iu Frankfurt s«ia 

') Vgl. oben p. 136. 

') Vgl. Tielmebt oben Blondel's Depeacbe vom 28. Sept. p 135. 

■) Vgl. fbend 

•) Vgl. olon. 



„Gooi^lc 



142 'II- Bericht!^ tod 1657 bis 1658. 

und jeden Augenblick baar werdeu Busgezahlt werden können (so gut wie 
die zehntausend dem Freiherrn von Schwerin nnd einem seiner Freunde 
bestimmten Tbaler): suudern er wird überhaupt instruirt, dem Kurfürsten 
jede mögliche gewünschte Hülfsleistung des Königs zu versprechen. 

Mazarin an Blondel. Dat. Metz 26. Oct. 1657. 
(Abschrift. ') 
26.0ct. Dem obigen Memoire beigefügt. Blondel darf dasselbe Brahd zu 

lesen geben. Besonders »oU er aber darauf hinweisen, dass der Eurftirat 
den letzteren möglichst bald zurücksende. 



Mazai-in an den Kui-fUrsten. Dat. Metz 26. Oct. 1657. 
(Abschrift.) 
26. Oct. Entschuldigt, dass Brand ohne Erlaubniss seiues Herrn abreist, — 

bittet, denselben schleunig zurückzuschicken. 



Mazarin an Schwerin. Dat. Metz 26. Oct. 1657. 
(Abschrift) 
26. Ott. Giebt demselben Hoffnung auf „wirkliche und solide Zeichen der Hoch- 

achtung" '). 

Mazarin an Blondel. Dat. Paris 14. Nov. 1657. 
(Abschrift.) 
14. Nov. Er billigt Bloudel's Verhalten, welches derselbe — trotz der unzwei- 

felhaften Engagements, die der Kurfürst eingegangen ist — fortsetzen soll. 
Denn man wird Mühe haben, ihm die Bedingungen zu erfüllen, welche man 
ihm versprochen hat u. s. w. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 17. Nov. 1657. 

[Bripf ilei Künigi von Schweden an leinen Bruder. Tage in Uromberg. Unterre- 
dnngen Blundcl's mit der KQiiigJn van Polen and dem Kiirtllnilen.] 
IT. Not. Blondel's Elbingcr Gedanke ist nohl geglückt, ,.puisque )e 26<! ayant 
rejuiiit Hadite Altesse dectorale & M^we, et ledit sieur Akakia l'ayant 
entretenu . . ., M. l'^lecteur me tiraot ä part, me demanda coDfidemment, 
ai je croyais quc le roi de Suede voulflt v^ritablement la paix, et s'il 
n'avait point euvoy^ ledit Akakia') pour troubler par sa nouvelle pro- 
position le trait^ qu'il avait commenc^ avec le roi de Pologne. — Je 
lui dis que puisque Son Altesse me parlait si confidemmeut, je 

■) Vgl. Pufendorf Vit. 53. 
■) D. b. eine Qratifiotion. 
'1 (PnfeDdort C. G. IV. 33.) 



>vGoo»^lc 



Sendung Brand'a. Die Tage in Bronibcrg- |43 

Toulaifi ausBi en user de in€me avec eile et lui faire roir une inarque 
saDs reproche de la sinc^ritä des iotcntions du roi de l^uäde dans la 
lettre qu'il eu avait 6crite de sa maiii propre au g^näraligsime son 
fr^re. dont 1e dit eieur Akakia s'^taitcharg^ pour laquelle M. l'älecteur 
t^moigua taut d'eniprcsseaient que I'ayant lue et \u le pasaionn^ diair 
que le roi de Sa&Ae a de traiter soit eu aecret ou autrenieut avec la 
Pologne, il eu parut tellenient aise qu'il iie put pas se conteuir d'un 
aller auBsitöt dire |a iiuuvelle ü uiadaoic l'iilectriGe et au princ% de 
' Radziwill; et pour mieux avancer ce deäeein, il voulut que ledit 
sieur Akakia partit Üb le Icndemain, pour y pr^parer lea voiea, arant 
qull y arrivät lui mSme. . . . 

Le raardi 30= M. l'ölecteur arriva ä Bromberg'), od il fut magni- 
üquetnent regu par Leurs Majeat^s polonaisea, qui lui riurent au-de- 
rant k une demie-lieue de la ville, accompagn^ea de beaucoup de iio- 
bleaae et de quatre r^gimenta de cavalerie autrichtenne. Le 31^ ila ae 
rendireut visite Tun k l'autre, et le premier de novembre ila mang^rent 
enaemblc en public, les niajeatea et lea altesaea k une table et les 
s^aateara polon'aia et conaeitlers ölectoraux, et aoua eux Liaola et 
ofSciera autricbiena, k une autre. Le 4e le roi fit däbaucbe avec I'e- 
lecteur, et le aixißme') ila ae aeparirent. . 

Blondel bat bereits am 31. Oct. Audienz bei der Königin von Polen 
gehabt. Bieselbe hegt ebenfalls Ar^uuhn in Bezog auf die Absichten des 
Königs von Schweden ntid A kakia's, welche vermieden von den „Verbun- 
detfn" (den Oestreicbern) zu sprechen. 

öur le aoir m'ayant envoyö appeler, eile me dit que l'ölecteur lui 
avait parl6 de la lettre que le roi de Sußde a icrite k son fröre, qui 
lui faiaait croire qu'il voulait sincärement la pfux ... Je lui dis ... 
qu'elle pourrait profiter des bona döaira de M. I'^lecteur et de la ct6- 
aoce qu'il peut encore avoir aupröa des Suädoia, qui l'avaient meine 
pri* de s'en entremettre, et „c'eat," dit-elle, „ce que nous avons envie 
de faire, puisque ai IM. l'^lecteur reut joindre sea forces aux nötrea, 
nouB u'avona pas grande peine k religuer lea tiuedois dana leurs ro- 
chera." „Ha! madame," lui dis-Je, „la douleur que V. M. a juatement 
con^ue des diisordres qu'elle a ^nis daus sea ätats ne lui laisaera ') pas 
commettre k des auccöa si incertains le repos qu'elle y veut ätablir , . . 

') Vgl. Droysen p. 354 und Obar diese ZuBammenkunf^ Oherbaupl den Brief 
DetDOfer's dat. Bjdgoacz l.Nov. (p. 949 0'.), vgl »oob daa Schreiben rom 27. Nov. 
(p.3&5). 

*) Am 6. Nov. 1657 wurde der BrombergEr Vertrag nnteraeioliDet. 

') Ikiira Mi. 



:vGoo»^lc 



144 ■"• Bariclile Ton 1657 bU 1658. 

Elle sait bieo que M. I'älecteur se joignant aux Autricbiens, ötablit 
leur puissance dang Tempire et dans la Pologne, au Heu que s'il 
deraeure dans la juete neutralitö, il pourra maintenir les choses en 
balance ä de raisonnables conditionB d'accommodenieDt. - „Quoi," 
dit-elle, „voudriez-voua me persuader d'empScher que M. l'^lecteur ne 
sc joignit ä nous contre noa ennemis, s'il voulait le faire?" «Non, ma^ 
dame," lui die-je, „s'il itait possible qu'il sc joignU A voua sans s'atta- 
cher en meme temps aux int6r€ts de ceux que V, M. veut pr^sente- 
ment r^puter pour scs plus capitaux eQnemiB." 

Sie vertiefen sich noch weiter in diese Frage, iu ihrem ZusamnieDhange 
mit der abermaligen Wahl eiues Kaisers aus dem Hanse Oestreich. „Non, 
non,'- dit-elle, „il est impossible que la France rempScbe'); je Tai 6crit 
Ä M. le mar^chal de Gramout'), et M. I'ölecteur de Brandebourg 
meme est tomb^ aujuurd'hui dans le meme seotiineDt avec moi." 

Die KöDigin bleibt fest in Bezug auf ihre VerbÜDdeten. — Blondel 
berichtet sodann vod einer andern Unterredung, welche er In der Frühe des 
1. November mit dem Kurfürsten gehabt. Die.'^er zweifelte, ob der König 
von Schweden den Mittheilungen, welche er ihm machen lassen würde, wirk- 
lich so willig Gehör scheuken würde. „Je ne fais üul doute," lui dis-je, 
„que si V. A. demeure dans nne juste neutralit^, et qu'elle veuille s'a- 
boucher avec lui, eile ne lui fasse faire tont ce qu'elle voudra sur ce 
sujet." „Oui," dit-il, ,je demeurerai neutre; je veux etre eu 6tat de 
me joindre ä, celui qui veut la paix contre ceux qui la rcfuseront," 
„On dit pourtant," lui-dis-jc, „que V. A. est bien attach^e aux intiret» 
d'Autriclie, et qu'elle assnre qn'aucun aulre prince que de cette maisoD 
ne peut etre empereur." „En foi de prince," dit-il, ,je n'ai aucun en- 
gagement avec eux, et ce que j'en ai dit au roi, qui m'a demand^ k 
qni je donnerais tna voix, est que Baviäre ne le voulant point Stre 
et ne ponvant consentir & Tagrandissemeut de Neubourg, mon eDnemi, 
je n'en voyais point dautres qu'eux qui y pussent aspirer." 

Eine fernere Audienz bat Bloudel bei'm Könige von Polen gehabt. 
— Die ücstreicher wollen, bei der bereits vorgerückten Jahrszeit, Thorn 
nicht mehr belagern, sondern ihre Truppen in dem Landstrich zwischen der 
Weichsel und Schlesieu in Quartiere legen. — Am S""" war er bei der Kö- 
nigin von Polen, welche wünscht, dass Akakia den König von Schweden 
aufsuche, um diesen zu vermögen, doss er in den Einschluss der Verbün- 
deten willige. Diesen ihrerseits würde dann eine Frist gesetzt werden 
müssen, innerhalb welcher sie ihre Abgesandten zu schicken hättea. 

„II faut donc faire la paix," dit-elle, „pour lea ') tirer de ce pays." 

') Mmlich jene Wahl. 

*) Frant5fi. AbgeiandCer in FrniikfuK. 

■) Die OestreicbeT. 



>vGoo»^lc 



Dia Tage io ßromberg . Die Scliweden erstürmen Friedricliaüdcle. j 45 

_Oui'), luadame," lui dis-je, „si ce o'est que la Pologne ne se joigne 
dor^Darant aus SuMois, pour leg en chaeser.'" ,.l\ ne faut," dit-elle, 
-jurer de rien." Apr^s, eile nous dit que I'Älecteur avait rcQu unc lettre 
da g^n^raliseimc pour le pricr de demaiider des passe-pnris pour 
tnonsieur Gyldenelo*), qui y ötait cliargö des pleins-pouvoirs du 
roi de Su6de; mais qu'oii n'arait point trouvi ä. propos de les envoyer 
araDt que le roi de Su^de sc füt däclare Bur le fait des alli^s . . . 
Cependaut Ics Aulrichiens n'ayant pu souffrir que l'^lecteur assistät 
lui'Uigiue au tra)t6 qui se n^goeiait pour tui, ils out fait eusorte que 
les articles aient i{& discutes eiitre trois s^nateurs du royaume, qui 
Bont le vice-chaucelier et les palatinB de Ploek et de Posen, et MM. 
Schwerin, öomnitz et Hoverbeck ... 



Mazarin an Blondel. Dat. 23. Nov. 1657. 
(Abschrift.) 
Es geht aus der Art, in der der Kurfürst sich geäusi^ert bat. genugsam ii3. Not. 
hervor, dass sein Geist durch die Bosheit Lixola's n. s.w. bis auf deu 
Grund vergiftet ist. — Man kann HolTnungen auf die Krfolge des Schwe- 
denköiiigs setzen. Man mus» den Karfursteu fiir den Gedanken erhitzen, 
der Vermittler zwischeu den beiden Kronen zu werden. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 27, Nov. 1657. 

[Andere Sprache seit der Äffaire von FriedricbaOdde. Sthlippeiibscli. BenetiiiiPn der 
OeHlreicber iq. Bromberg. Klagen, dasa kein Geld von Sr. Emineai kommt Bemd- 
buDgen des Känigs von üngam am den KarfOraten.) 
Andere Sprache, die man seit der Affaire von Friedrichsödde ') führt. 27. Nov. 
Schlippenbach') hat eine Audienz gehabt. Klagen des Kurfürsieii iiber 
die Oestreicher und ihr Betragen in Bromberg . ..., „que . . . le memc jour 
ayant eu aris que les troupes autricbieunes logäes dans les villages 
voising marchaient vers la ville'), eile avait iucontinent apr^s envoye 



■) Deanoyers schreibt am 20, Januar 1658 Über Blondel (Letlree p.37T;: 
H ne r^nsait paa bien dans nne aodienre qu'il eut avec la reine k Bjdgoati ; il la 
ponssa indtacrfelenienl et Sana raiaon, en Ini voalanl pcrSDlder que, si eile voulalt, on 
ferait la paix. Elle lai dit qu'elle la d^airait plas que personne, et ensnile lui fit 
Toir qu'elle n'^tait pas aenlo en Pologne, qu'il y »vait des miniatrea et des afnateura 
et UD conseil. Hais il rebattit (outea lei foia sa premiere inslance — lll etc; vgl. 
oben p. 120. 15). 

•) Vgl, Pufenaorf ^11. 5. 

') FriedricbaOdde am kleinen Bell (Fredericia) war von den Schweden eralUrmt 

") Vgl. Pnfendorf Vn. 5. Lettres de DeanoycrB p. 8fi2- 304. 
'■) Bromberg. 

Haler, lur Gtach. d. Gr. Kurrur.lco. U. 10 



:vGoo»^lc 



146 II'- Berichte Ton 1657 bis 165a 

»es ordres aux sietines, qui ^taient un peu pius ^loign^es, de se rap- 
procher d'elle, en Borte que quatre de ses rägimeutB e'^taient, 4 la 
pointe du jour, trouT^s mSläs avec eeux d'Autriche pr^s de la porte 
de Bromberg; qu'elle n'eii avait pas touIu faire de bruit, maiB qu'elle 
pouvait jurer qu'elle u'avait Di oe pouyait avoir aucun attachemeDt 
avec eux,'" 

Schlippenbach befestigt Akakia in geiner Haltung. Er sali mor- 
gen zu »einem Herrn abreisen, denkt aber bald wieder zurück zu sein, um 
an den Präliminarien zu arbeiten. 

Der Kurfürst und Schwerin beklagen sich darüber, dass kein Geld 
von Sr. Eminenz komme. ... 

Der König von Ungarn versäumt nichts, um den Kurfürsten fiir sich 
zu gewinnen. Der Graf Stahrenberg wird hier von dieser Seite erwartet, 
und ein Edelmann Kucbt den Kurfürsten, zu demselben Zwecke, nach allen 
Kräften zu einer Zusammenkunft mit dem Kurfürsten von Sachsen zu be- 
wegen. ... 

Post-Scriptura, Depuis ma lettre öcrite, le eorate de Schlippen- 
bach m'est venu dire adieu, et il .m'a formellemeut d^clarö que le roi 
8(111 inaJlre csp^raiit pouvoir dans I'assembläe pour la paix faire cou- 
naftre aus Polonais que le Autrichiena sont le seul obetaclc ') de leur 
repos . . ., avait eonsenti ä riuclusion des alliiis et ä vouloir trajter coo- 
joiiiteineut avec lesdit» Autrichiens; que lui ... avait eu ordre . . . d'eo 
parier daus cc sens ä M, I'ölecteur de Brandebourg, ni'aBsurant que le 
nii de Huede ne ferait aucune d^marche avec la maison d'Autriche que 
pour ee qui touche les affaires de Pologne; que l'asaembl^e s'eo pour- 
rait faire ä Francfort-sur-l'Oder'), et que M. I'electeur de Brandebourg 
lui avait fait voir «ne lettre de la reine de Pologne par laquelle eile 
parait avoir inipaticneo pour ce traiti et desire de la venir trouver en 
cette ville pour l'avanccr. — 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 4. Dec. 1657. 
4. Dcc. M. Brand me rendit avant-hier la lettre du 26™^ d'octobre et la 
grande Instruction ') qu'elle m'a fait l'honucur de ui'cnvoycr du raeme 
jour, et j'en reijus hier une autre du 16""' du pasBä. . , . (Das Memoire 
bctrefl'end) , je suis dane la pens^e de chercher & prendre mon teraps 
pour lui') faire venir Tenvie que je lui en lise moi-m^me les plus 
beaux endroits. 

') lc5 BGula obeUclea Hb. 

•) Vgl. Pufendorf C. G. IV. 33- 

') 8. boMe 3chrift»lUoke oben p. 141 — 142. 

*] D«m Knrfasten. 



;vGoo»^lc 



AnkDoft BtsdiI'i. {47 

BloDde) hat eioe Audienz bei der EoifUrBtin gehabt. — Elle redit ce 
soir-lA inStne ä l'^lecteur tout ce que je lui avaiB dit, qui m'envoya 
qnärir le lendemain pour dtner avec lui, et me dit par maniere de rail- 
lerie, apr^s le diner, mille ehoses de rinsolence de Lisola et de la 
vanitä qu'il s'^tait donn^e partout de s'etre rendu le maitre de eon 
eaprit; qu'il ferait bien voir que ce n'est qu'un impoBteur. ... 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 11. Dec. 1657. 

{Oflnstiger EindrDck der Mission Brand's. Schwerin. BsTorstebende Zniunmenkuiift 
des Earffirsten Friedrich Wilbelm mit denjenigen tod ßachsen. Verkehr des Kur- 
fürsten mit Blondel. Klagen des ersteren Über die Schweden. Die EBisüwahl be- 
treffend. Akakia ptssirt BerlJD. Offerten Radiiwiirs. Ersetiung des rerelorbsnen 
d'Avangour durcb Terlon.) 

Die Ankunft des Herrn von Brand bat einen guten Eindruck bei dem 11. Dec. 
Kurfürsten und bei Schwerin '} hervorge rufen. Dieser wird jetzt den Enr- 
ftirsten auf einer Reise nach Lichteuburg ') begleiten, wo derseibe mit dem 
Knrßirsteu von Sachsen zosammenzutrefieu gedenkt. Derselbe las st 
Friedrich Wilhelm dazu eiuladcri „sous pr^texte de se vouloir rfejouir 
avec lui de eon faeureux retour en Allemague et terminer iea difförends 
qu'ils out ensemble au sujet du teetament de la duchesee de Jägern- . 
dorf, (ante dudit eieur ^lecteur de Brandebourg, qui est morte depuis 
peu ä Dresde et qui a laissä sondit neveu hßritier de ses meubles.'* . . . 

DerKüritiret Belbst ladetBloadel häufig („sang laisser passer troia 
joure") ein. Der Kurfürst beklagt sich u. a. über die Schweden, „et m'as- 
sura que le roi de Su6de avait dit qu'il se vengerait de lui." Blondel 
bemerkt darauf, dass sich Akakia mit der Einwilligung zu der Interveu- • 
tioü der Verbündeten am polniscbeD Hofe befände und durch Berlin zu- 
rückkommen müsse, wie er Tags vorher durch ein Schreiben desselben er- 
fahren. Der Kurfürst ist erstaunt diesen Brief zu sehen, aber „au moina," 
dit-il, „81 ce n'est le roi, c'est Schlippenbacb qui l'a dit," — und 
Blondel fährt fort; Je ne sais, ßi le comte de Schlippenbach a 
tenu ce discours; mais je sais bien que les ministres du roi de SuMe 
parlent souvent comme si leur maJtre avait Je bäton lev6, et cette eou- 
duite . . . n'est pas toujours celte qui r^ussit le niicus." . . . 

Die Kaiserwshl betreffend, will mau weder von Neubnrg noch von 
Baiern etwas wissen, dessen Kurfürst den vou Brandenburg in einem seiner 
Gesandten') beleidigt habe, abgesehen davon, dass es bereits einen König 

*} Von diesem sagt Blondel fibrigens: ^e saie qne Liiola lui a fait eep^rer 
qm le roi de Eongrie le fer^t oomte, s'il contribnait & le faire emperenr.* 

■) Vgl. Ober die Znaammenkunft beider Kurfdrsten daselbst Pafendorf Vn. 33. 
') Baban v. Canslein, vgl. Pnfendorf VII. 23. Ast Honacbii Cansteinio 

10* 



:,LtOO»^Ic 



148 II'- Bericlile von 1657 Mb 16!)8. 

uüd drei Kurfürsten in diesem Hause gebe. Bliebe also der allerchristlicbinte 
Künig iibrigl 

^Avant-hier 9« le sieiir Akakia arriva aprös-niiäi, et S. A. partit 
hier de grand matin . . ., et le meme soir dn 9° nous le fumes voir 
cimemble, cl . . . Akakia lui fit un graiid dificours . . . Ensuite il lui fit 
voir la forme dea eaufe-ronduits quc le roi de Su6de accorde aux alliös 
de la Pologiie, doiit M. l'^leeteur eut tant de joie qu'il ne e'eu pouvait 
preeque conteiiir. II pressa ledit Akakia de faire diligencc pour soii 
voyage, et il nous aseura qu'en un niot le roi de Saide ne pouvait 
pas prendre un nieilleur parti, puiequc par ce nioyen il arrßtait toutes 
choses . , . 

Radziwill hat Blondel in Bromberg Anerbietungen gemacht, in 
franzöfixchcn Dienst zu treten; er hat Freunde, welche ihm folgen würden. 

Der Kurfürst, die Knritirstin nnd der ganze Hof sind erfreut über die 
Ersetzung des \erslorbeuen d'Avaugour') durch den Chevalier v. Terlon 
bei dem Könige von Schweden. Tb m'ont chargti de remercier V. E.d'a- 
Yoir mis en cctte plaee un de leurs bons amis. 

Blondel. Dat. Berlin 18. Dec. 1657. 

[Per KiirfQrst aus LichtenburK.iarSck. Sendung nach Pmg. BInndel will den Kiir- 
flinlcD niin dritngen sich tu erklSreo. Der »cbwedi sehe Resident aus Wiamsr inrKck. 
V. Brand] 
;, Der Knrfürüt ist. gestern Abends von der Lichten burger Zusammenkunft 

zurückgekehrt und & fait incontinent partir le baron de Löbeii en coni- 
pa^nic du sieur Friese, coiisciUer du duc de ^axe, pour s'eu aller ä 
Prague, et celui-ci doit lever 12,0<X) hommes dans ees itats, par le 
eonseii de M. l'ölecteur de Braiidcbourg, pour s'opposer aux iusultes du 
roi de Suedc dans l'cinpire. Blondel will den Kurfürsten aber uun, 
lien Weisungen Sr. Eminenz geraäsK , drängen , sieh zu erklären. — Der 
schwedische Resident ist heute von Wismar zurückgekommen. — Brand 
hat sich für den Best des Jahres zu seinem Vater begeben, man will ihn 
am Ende desselben absenden. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 25. Dec. 1657. 

[Dm kurförBtliohB P««r in Oranienburg. Corresponden» zwischen Carl OuBtav und 

dem KurTOrsten. PXsBe Akakia'B für die Oeatreicher. Friedrich Wilhelm Ober den 

KurTüraten von Sauhaen und seine Zoeammenkunfl mit demselben. Erregtheil gegen 

PfalE-Neuborg.] 

Der Kurfürst und seine Gemahlin sind in Oranienburg. — Auf zwei 

BcceaauB ad eieclorem negabalur, i|nod literae Sduciariae litulum vicariatus non ex- 
primerenl, ne privati quidem forma alloqnio permiaso. 

') Oraf d'Avangour war am 6. 8epl. gestorben vgl. M dm. de Terlon I. p. 76. 



:,LtOO»^IC 



Znaamnienkuoft Friedrich .Wilhilm's mtt dem KnrfDraten Ton Sachien. 149 

Briefe des Korfüreten an den König von Schweden hat dieser erwidert'), 
die bczüglicheD Eröffnungen den fr»n;ÖEischen Ministem gemacht zu htibcn. 
Schwerin hat ihm gesagt, dass iu den Passen Akakia'» für die Älliivten 
_il n'^tait point parlö que ce füt pour traiter avec eux, mais seulement 
ponr ae trouver ä l'asserablöe'" '). ... — .,Ah non," dit-il, „nons voyODs 
bien (|uc le roi de Suödc ne veut point traiter avec la maison d'Au- 
triche, et qu'il ne les veut admettre que comme on Boulfrait les Por- 
tugals ä MuDBter, et noiis ne croyons pas que les Polouais rcQoivent 
les eaufs-conduils dans cetteibrme.'' Er fügte hinzu, dass die Polen die 
Oestreicher niemals verlassen würden, und dass Deutschland hieran ein In- 
teresse nehme, indem der Scbwedeukönig sich zu deutlich gegen dies Haus 
erklärt habe. ... Der Kurfürst erwartet mit Uugeduld die Rüekkehr Aka- 
kia'tj. Die Zusammenkunft mit dem Kurfürsten von Sachsen betreffend, 
_il m"a derechef jurö [par] sa. foi, qu'il ne s'ötait nuUement eugag^; 
qu'il ätait vrai que cet i^lecteur ^tait entJärement d^vouä -k la uiaison 
d"Autriche, et que sur ce que j'eii avais dit ä M, Schwerin, il l'avait 
voulu fionder; mais qu'il avait reconnu que ce prince ne vojaut que 
par leg yeux de bcb couseillers, qui sont touB peuäionnaires d'Espagne, 
il n'y avait rien ä espörer de lui. II m'a faü voir une lettre que le 
duc de Ncubourg a ^eiile aux gentilB-homnieK du coint^ de Uavensberg 
comine a'ils ^taieut ses sujets, doat il t^moigne etre fort offeuBe, s'iraa- 
ginant que ce duc ait peuB^ de remuer. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin I.Jan. 1658. 

[Audienz BloDdel's und Akakis'a beim KurrOraten. — Die Äneibietungcii Montccuculi'a 
uud Liaoln'B. Die KünigiD von Polen.] 
, . . Le vingt-huitiöme M. Akakia arriva ici de la cour de Pologne, 1658. 
etcumme Öon Altesse s'est trouvöe mal d'unrhuuie ces joura pasa6s, nous IJ»"- 
ii'avons pu la voir eusemble que le SJynio au niatin — (Folgt der Beriebt.) 
S. A. 6couta tout ce discours avec plaisir et convia ledit sieur Akakia 
de faire diligence et d'euiployer ses soinB i porter le roi de öu^de 
aux chuBes qu'ou dösire de lui, afin de nouer l'aBsemblee, qui ^tait le 
veritable remöde qui plit arrfter toutes les daiigereuses rteolutiuns ([ui 
se projetaient coutre lui ...; qu'il ^tait vrai que ce roi avait envoj-^ 
le secretaire de Schlippeubach ä Prague; que le baron de Löbeu ... • 

') Vgl. über dieaa Corrcspondeni Pufendnrf VII. 1—4. — Die Uricfo des Kut- 
faritcn an Carl Oastav dat. Cüln a. d. Spree 12. Nov. und 12. Dee. and an den 
K<>nig Ton Pulon dat. T/17. Nut. liegen uiiiem Aden abiiulirirtlicb bei. 

'i Vgl. Pufendurf C. G. IV. 33 eoquo in formuU diplomatum vocabuluin dun- 



:vGoo»^lc 



150 



in. Berichte Ton 1657 bli 1668. 



\'y avait vu'), et que soub prätexte de B'Stre mis ma) auprÖB de son 
maifre, il avait demandö un sauf-conduit au roi de Hongrie . . . Eusuite 
ii nous entretint dea grandes offres que Montecuculi et Lisola*) 
lui venaient faire, se aervant de la comparaison du tentaleur de l'6van- 
gile qui lui promet des royaumee, _si cadens adoraverit eum'");mais 
qu'il avait leur riponae toute prete, et particuli^rement celle de Lisola 
dout il ae mit ä parier dana dea termea les plus däsavantag:eux du 
raonde, jusqu' ä dire que c'eat le plua grand coquin qui eftt jamais 
ötö; que Tambaasadeur polonaia*) l'enibarraaaait davanfage que les 
autrea. — ... II nie dit que la reine') ne preseait paa de rompre aveo 
lea äuädoia dans sea lettres, mais qu'elle le priait aeulement de ne pas 
donner sod suffrage au roi de Hougrie, juaqu' ^ ee que la paix de 
Pologne fat faite . . . , et qu'elle le conviait ... de faire en sorte que 
ladite ätectioQ . . . fgt differ^e; qu'il paraiasait bien que la reine em- 
ployait tous les moyena . . . pour avancer sa paix de Pologne, mais 
que pour lui il ronlait auaai penser ä ceux qui pouvaient conaerver 
l'empire en repos. . . . 

Mazarin an Blondel. Dat. 4. Jan. 1658. 
(Concept.) 
4. J»n. Zwei Puncte, nämlich unzweifelhaft die Wahlfrage und höchst wahr- 

scheinlich ausserdem ein Ueberfall des Königs von Schweden, sind in Lieh- 
tenbnrg') verhandelt worden. — Blondel soll aber bis znletzt dtssimuliren. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin S.Jan. 1658. 

[Montecuculi uod Liaola, OrosBe Zahl von Oesandteo am Hofe. Der Kurfürst hat 
sich hinaichtlich wiDCT Wahlatimme augeblich nicht gebunden. Jägerndorfsohe An- 
gelegenheit. Verachiedenea.J 

8. Jan. ... Depuia que eea messieurs') aont arrivis, öou Altesae a 6ti 

presque toujoura occupäe aux c^r^moniea de leurs audiences, dont eile 
a'embarrassc asaez. II est rrai qu'il y a pr^sentement dans cette cour 
des ministres de la plupart dea princes de l'Europe qui fönt cbacun 

') Vgl. Drayuen p. 370. — (Den Secrelkr HabbaeuE.) 

') Pufendorf VJ[. 16. 

') Vgl. Dropsen p. 374. I^. lui, d.h. «Isn dem Uenn, tn dem der Satan in 
der Wüiite tritt. 

*} Der WoiiTode tod Poten, welcher Hontecaoali und Lieola begleitet hktt«, 
vgl. Pufendorf a. >. O. Lettre» de Desnoyera p. 3ti9-370. 

') Die KSnigin von Pol«n. 

*) 8. oben p. U7 ff. 

" MantecQCuli nud Liaola. 



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OMttoichlBchs ADerbietDngen. Honlecnculi und Litolft. Aknkii. t5i 

leur intrigue ä-psrt. . . . Der Kurfürst ist entschlosseD sich nicht zn bin- 
den. ... — Lifiola sieht sich entlÄuscht und selbst als Lügner und Schelm 
behandelt. U est veno pour essayer de se remettre en creance, appor- 
taiit effectivement pour 200,000 risdales ■d'obligations que I'^lecteur de- 
vait au comte de SchwartzeDberg'), pour lesquelles il lui avait hy- 
poth6qu6 certaines terres daos la Marche qui se trouveut par ce moyen 
digag^es, et M. l'^lecteur les a re^ues pour payement de semblable 
somme qui lui ^tait (lue par la tnaiBon d'Autriche, pour laquellc la 
ville de Breslau s'^tait oblig^e, contiDuant encore k jurer sur son Dieu, 
qu'il n'a aucun eogagenient pour son voeu'), et j'apprends meme 
qull a donnä sa parole k la reine de Pologne, qu'il a meme depuis 
peu coflfinuie par lettre», de ne se point d^clarer de son suffrage que 
la paix ne fät faite. Was Jägerndorf anlangt, il en presse incessam- 
ment la restitution, et comme les Autricliiens lui diseut que c'est un 
proc^s qu'il faut juger anparavant, ü y consent, pourvu que provisoi- 
rement il soit mis en possession, et cependant il dit toujours que quand 
m€me . . . il ne s'engagera puint. — Schwerin verzögert die Antwort 
für Blondel. — Hoffnungen, welche auf die Unzufriedenheit der Polen mit 
den Oestreiehern zu setzen nind. — Blondel hat mit dem däniüchen Ge- 
sandten') genprochen. 



Akakia an Mazarin. Dat. Berlin 14. Jan. 1058. 
... La proposition que Ion m'a faite ici ensuite de la communi- 14. Jan. 
cation que j'y ai donn^e de ce que j'ai apport^ de la cour de tiu6de 
p«ur celle de Pologne, dont Votre Eminence apprendra le detail par 
M. Blondel, nie presse d'y passer avec plus de bäte. 11 ne nous a 
pas 6td difBeile d'en reconnaitre le motif, et qu'elle ne peut venir que 
de ceux qui tentent . . . d'öloigner la reine de Pologne de cette nögo- 
ciation, dont la prösence 6tait n^cessaire pour Tavancer, esp^rant raieux 
trouver lenr compte auprts de l'ölectenr de Brandebourg qu'aupr^s d'cUe 
. . . Je me suis excus^ d'attendre le r^sultat de leur dälib^ration . . . 
ponr les rajsOBB que les Autrichiens avaient all6gu6es k Posen, que 
Je n'avaJB point de creance ni de caractäre, et qu'ainsi il m« fallait 
aller promptement trouver ... de Lnmbres . . . L'tutention du roi de 
SuÄde n'est point absolunient de laisser k l'ötecteur de Brandebourg 
la directi'on de la n^gociation, non pas meme !a m^diation, et moins 



') Schuarlibourg He. ~ Vgl. hierüber Dropsen p. 373. 

■) DeTCD Hb. 

') Detlef Ablefoldt (*gl. Pnfondorf VII. 15). 



;vGoo»^lc 



152 !"■ Bericbte wo 1657 bU 1658. 

encore de I'en recoaualtre I'arbitre, dont sea minietreB Ic veulent 
flatter ... 

Je ne puis cependant ... rien dire avec certitude; mais le plus 
asBurd avantage que Ton ait riri de mes allßea et venues est qu'ellea 
oiit retardö les r^solutiong de Brandebourg coutre la Öu6de et peut- 
etrc changäes; et je crains que cc ne soit aussi le seul qu'elle s'en 
soit proposä, ayaiit ächappä au rol de iSu^de de dirc en ma pr^seQce 
qu'il vojait bieii qu'il lui fallait gaguer temps. — 



Blonde! an Mazarin. Dat. Berlin 15. Jan. 1658. 

[Gespräch mit Schwerin fib«r die Kaiaerwibl. Der Kurßrst irünBcht eine Oarantie 
Frankreich! gegen den KHnig vod Schweden. Alcakia. Schrecken Ubor die Nachricht, 
de^a die Schncden auf Seeland acien. Blondel's TräaCungea.] 
I. Er hat ttm 0. d. M. eine Oonfcrcnz mit den Ministem des Rnrfiireiteu 

gehabt. ... Schwerin Bogte ihm „que les cnvoyöfl du roi de Hongrie 
avatent däclarä k M. l'ölectcur, que leur maitre ötaut assurß de la plu- 
part des voix . . . , se disposait ä eapprocher . . . de la diöte, et queu 
inenie tempg l'iilecteur de Saxe avait eiivoy^ les originaux des lettre» 
... de Mayence, Treves et Bavißre . . , Gentes en aieme sens pour 1'^- 
lection du rui de Hungrie.^ ... Blüudel wiederholt ^eineu alten Bath, 
der Kurfürst solle sich noch Frankfurt a. M. begebeu. ... Er bat Sc. Durchl. 
am Neujobr^tage (alti'n Stils), im Namen des Köuigs, beglückwünscht. 
Die Reise nach Frankfurt betreffend „eile me dit qu'elle n'y pouvait pas 
aller, niaie qu'elle y euverrait le meme jour un ambassadeur; et apr^s 
un long encbidnement de paroles assez agr^ablee, eile nie dit que, 
»ans B'euguger, eile voulait pourtaut bien m'assurer que bi eile pouvait 
nc neu craindre du roi de SuMe, les choBes sc passer^ctit niieux que 
nous ue pensons. „Mais quelles. aBsurauecH," lui dis-je, „eu voudmit 
Votre AlteBse?" _Je voudrais," dit-elle, „que le lloi votre maitre me 
prouiit de m'asBistcr, au cas que celui-lä nrattaiiuät." Je lui lepondi» 
qu'elle en pouvait attendre tous les bous oHices pussibles. _Nod, 
uou," dit-elle, „il me faut quelque cUose de- plus pröcis." 

Akakia kommt am Abend des 9. an, und am 10. bcgiebl Blonde! 
>ieh mit ihm wiederum zu Sr. Duivhl. , welche sich über die „FaeiHtät" 
des Königs von SeliH-eden freut, „apr6s s'clrc pourtaut enquisc avec beau- 
eoup de ehüleur, st le roi de öuödc voulait traiter conjointenieut les 
iut^relB de la Potogne et du Danemark, paraiäsant appröhender pour 
Ic öund. Elle mius dit qu'elle atteudait un envoyö de Hollande sur 
ee sujet, et eile nous parut fort pensive." . . . 



;vGoo»^lc 



GarsDlie Frankreiahs gcgoii deu Künig von Schireden. 153 

Die Nachricht, dase die Schweden auf Scelaud seien '), „met cette 
cour dans un ätonaement ätraoge. Ils jugent bicn que les Polonais 
ne fai»ant aucuue diversiou, les Danoi» seront k )a tin contraints de 
faire leur traitä sans eiix, auquel catt le fort de la ^lerre retournant 
en Pologne et peut-etre en Silösie, M. l'61ecteur se trouvc dans de grands 
empressenients." ladesseu hat Itlondel hieiüber aucb die KurrUrstiu bei 
»einer Neujahrs vistte getröstet. ^11 nie semble que ces raarques d'affection 
de la part du Rui les rassurent beaucoup." — 

Briefe Mazarin's an Blondel. Dat. 18. u. 28. Jan., 
1. und 22. Febr. 1658. 
(Concept resp, Abschrift.) 
Blondel hat nicht mehr von der Wahl üu sprechen. Wühl aber ist 1 
auf die Freundschaft des Kurfürsten mit Schweden, unt^T Garantie Frank- 
reichs, hinzuwirken. Ferner bleibt die Fassung der Wahlcapitnlation wich- 2 
tig. Drohungen im Fall eines Angriffs auf die Freunde Frankreichs. 



Blondei an Mazarin. Dat. Berlin 5. Febr. 1658. 

ICunlcrens mil Schwerin und äoianitz. Blundel Süssen tviedcrbolt den Wunsch, der 
KutfUist mBge sich in Person nuuh Frankfurt a. M. begeben. Anlwort 'deaselben- 
Verhilten der »ji-bwcdun. Smrker Trust und BefärchCiingen, nelcbt aivb dsrjn knOpfen. 
Achlippenbach übor das Indigeual in Polen, welubes dur Kurfanit für seine Kinder 
nachiuoht. Kalification der RQckgabo der dem Grafen l^chiranenberg verpfBndeteu 
Aemler.] 
Conferenz mit Schwerin und Somnitz. Als mau d^r Treulosigkeit 5. Febr. 
vun Mainz ') und dos Eugngcnients aller andern Kurfür.-iten für den König 
von Ungarn — nach den Berichten Cansteiu's — gedenkt, bezeichnet 
Blundel das als östreichischc Kunst grlBe. Der Kurfürst solle nach Frank- 
furt gehen. In einer Audienz, welche Blondel bei ihm gehabt hat, äusserte 
jener, dass Mainz täusche und entschuldigte sieb wegen der Heise mit sei- 
nen Geschäften hier zu liande. Ja er gestand selbst, dass er mich Frank- 
furt gehen müsste und würde, wenn die polnischen Dinge e.s irgend ge- 
statteten. Die Kurfürstin sogar «agte zu Blondel, dass ihr Ueiuahl die 
Saebeu mit mehr Energie (vigueur) angreifen müsste. — Schlechtes Ver- 
halten der Schweden. Der Graf Schlippenbach hat Schwerin ge- 
.■^chrieben, dass sein König nicht mit den Dänen in i'rcus.-^eu verhandeln 
wolle. ... — Der Seeretär des Grafen Schlippenbach logirt noch bei 
<)em schwedischen Kesidenten. Jener hat Schwerin gemeldet, dass sein 
Uebieter au eiuige Kurfürsten xu Gunsten des Königs von Ungarn ge- 

') Vgl. Droys«n p. 3T4. Die NaL'bricbt ernics aiub als faUcb (s. auch untcD 
die UopcBche vom 5. Februar). 

') Vgl. aber die Verhandlungen Canslein'a dascibet Pufendorf VII. 3b. 



:,LtOO»^Ic 



154 '"■ Berichtn von 1657 bis 1658. 

schrieben habe ond sacht Bloodel doch in gntem Humor zu erhalten. 
Dieser dissimulirt. Les gelÄCB continuent ici fort äpres, et comme on 
sait que le roi de Haide est en marcbe, on est daus une horrible ap- 
präheneion qu'il ne puisse passer sur la glace dans les iles de Danemark. 
. . . En acbevant cette lettre, on vient de me dire que Schlippen- 
bach ayant' su que M. l'ölecteur reeherchait l'indig^nat en Pologne pour 
seB enfants')) avait dit k Schwerin, que nonobBtant qne la Fraace 
pressät . . . eon maltre de favoriser uo prinee fraopais qui pät succeder 
au roi de Pologne en se matiant avee la niÄce de la reine, il se por- 
terait u^annioins plus vülontiers pour lea lils de S. A. qu'avant aucun 
autre, et ce discours fait, comme je crois, un deg principaux articles 
du traitö secret qui se n6goeie en eette ville- Le roi de Hongrie 
envoya avant-hier ratification, tant pour lui que pour le comte de 
Schwartzenberg, de la cession des domainCB que celui-cl tenait de 
M. l'ßlecteur par eogagement pour les 200,000 risdales qui luit ^taient 
dues '). 

de Lumbres an Maaariu. Dat. Berlin 12. Febr. 1658. 

[PropoBition Schlippenbach's so Schwerin.] 

12. Febr. Je viens encore d'apprendre ') que le comte de Schlippenbach 
a fait troig propositions principales au baron de ächwerio dans la 
conförence qu1l a eue avee lui*): la premiöre de partager la Pologne 
entre Ic roi de Suade et le roi de Hongrie et Brandebourg; l'autre de 
bailler la Prusse royale & l'^Iecteur, en c^ant pour*) lui &a part de. 
la Pomäranie ä la Suade et de faire passer cet behänge dans le traitö 
de Pologne; la demi^re de faire ligue offensive et defensive entre les 
trois susdits princes. 

Blondel. Dat. Berlin 12. Febr. 1658. 
12. Febr. Die Abgesandten der lUneburgischen Ftimteu befinden sich iseit zwei 
Tagen hier, um den Kurfürsten dahin zu vermögen, dos« er »eine Trappen 
mit den ihrigen zur Untere tütznng Dänemarks vereinige. 



') Vgl. Fufendorf Vll. 5. 

'> Vgl. oben p, 161. 

') (Durch BoTerbock.) 

') Vgl. (auuh in Betreff der hier folgencIeD VoracbIBge SchlippeDbacb'a) Fu- 
fendorf F. W. VU. 16. C. a V. 63. Droyaen p.'<n2. — Die ZusanineDkunft fand 
in Neu .Branden bürg (Ilwiogth. tiirelilE) statt, lieber die damalige Corregpondent twi- 
Bchen Schwerin und Sohlippenbacb «. v. Orlich I. p. 192 ff. 

*) par Ui. 



>vGoo»^lc 



Propositlonen Schlippenbacb's. Aluchluss mit Oealrelch. 155 

Blondel. Dat. Berlin 26. Febr. 1658. 
Die Abgesandten Oestreiclis, Polens, Dänemarks haben diesen Hör ver- 26- Febr 
lassen, und erst am Tage vor ihrer Abreise ist der Alliancevertrag zwischen 
dem Kurfürsten und dem Könige von Ungarn abgeschlossen worden'). — 
Der dänische Gesandte ist schleunig heimgereist, um seinen König abzu- 
halten ein Accommodement mit Schweden einzogeheu: nach den Nachrich- 
ten von Gottorp, vielleicht zn spät. 

Blondel an Mazarin. Dat Berlin 5. März 1658. 

(OesprBcb mit dem Kurrünten über die Wahl in FraDbfiut, sowie Sber aeioon 
Allinncovortrag mit dem Könige von Ungarn und iteBeeD Folgen.) 
Bericht über ein Gespräch, welches Blondel mit Sr. kurfUrstl. Durchl. 5.HHr». 
gehabt hat . . . ^Meme," dit-elle, „si ce qu'on dit est viintable, que le prince 
li'EBpagne seit mort, et que le roi de SuMe veuille sinc^rement 
la paix de Pologne et de Dänemark, il faudra bieii parier d'une autre 
nianiäre ä Francfort" . . . _n est vrai," dit eile, „que nous') avons fait 
eDBemble une alHance pour dix ans, et que je lui ai promis de ne me 
point opposer k son ^levation; maig comme ce u'cBt que pour notre 
difeuBe commune, et qu'elle est conclue en termea fort g^n^rau}(, eile 
ne m'empScbera nullement de ce que je croirai etre , avantageux pour 
Hionneur et le bien de l'empire." „Maie cependaat," dis-je, „Votre 
Altesse en exäcution du trait^ leur donne pasBage et subsistance dans 
ees itatg, pour aller chercher, comme ils discnt, le roi de tiu^de en 
Danemark." „Ab!" dit eile, „je ne saurais Vempecher.-' „Aussi," 
diB-je, „cette excuse de Votre AltesBe ne sera-telle point rejet^e, ne 
doutant paa qu'elle ne s en Berre, au caB que le roi de 8u^de voulfit re- 
tourner en Pologne ou aJlleure, pour y chercber ses ennemis." Elle 
Tongit ä ce diBcours, et comme eile yit que je robaervais, eile se com- 
posa et me dit encore qu'elle ue pourrait point l'empecher. „Mais 
pensez-vouB" dit-elle, ,.qu'il veuille faire la paix de Pologne?" . . , „Dieu 
venille," dit-elle, „que cette paix bc puisBC faire ou qu'au moios la 
France me veuille aider k empecbcr l'^tabliBsement de la maiuon d'Au- 
triche en Pologne, qui ne pourrait arriver que pour ma ruine, les 
AutrichieDB, qui out pris leur quartier dliiver dauB I'6v^ch6 de Varmie 
et qui'ravagent tout dans ma Prusse, ne pouvant pas seulemeut disei- 
muler le droit que l'archiduc Leopold y prötend avoir comme grand- 
maltre de Vordre teutunique." . . . 

') Dieser Abacblas» witr am 9. Febr. erfolgt. Fufendorf Vll. I7ff. Rudairski 
p.393ff. Wagner Hiat. Loopoldi M. [. p.63. Steaicl Gesch. dea prcus». »ttMla 
U. 141. Droyaen p. 375. 

') D. h, er und der Künig von Ungani (a. oben). 



D,qit,zeabvG00»^lc 



]56 ^"- Bericht« von 16&T bis 16^. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 12. März 1658. 

[Jena abgereist, laalniction des Kurfürsten für Frankfurt. Der KurfUrst und die 
üeetrciclier. Ein schwedisches Pulverschiff bei Piltau angehtiltcti. Vurbandlungpii 
darüber. Ankiinll uincs holländischen Geaandlen.] 
l2.Mftri. Jena ist abgereist). Instruction des Kurfürsten für Frankfurt: Rück- 

berufung der Truppen aus Itaüeti, Abrogktiou des Herzogs von Mantua, 
weil seiue Eiusetzuug zum Vicar ohne Wissen der Kurfiirsteu und gegen 
die Coustitutioneu des Reichs erfolgt ist. . . . Was die Capitulation anbe- 
trifft, so soll der Kaiser keine fremde Krone annehmeu dürfen, es sei denn, 
dass angenblicklicb eine Neuwahl stattfinde; derselbe soll ferner über kei- 
nen Stand ohne Zustimmung der Kurfürsten und anderer Fürsten die Aeht 
verhängen können, noch sich in einen auswärtigen Krieg misclien; der R*ichs- 
hofrath soll aus Peraoneu zusammengesetzt werden, welche die Kurfürsten 
erkennen — und jährliche Versammlungen der letzteren oder ihrer Gesandten 
stattfinden. 

Die Oe.streieher lassen durch einen Gesandteu, welcher geistern eintraf, 
melden, sie seien bereit zu marschiren, sobald sie die Dii^positiouen Sr. 
Kurf. Durehl. kennten, ßeide Theile wissen recht wohl, dass sie einander 
• täuschen. 

_Uiie barqiie gu^doise purt^nt dea poudres ä Elbiug fiit arr^töe, 
il y a pröB de troia mois, ä') PiHaii*), et Bur lee premieres demandes 
que le resident de SuMe en fit en cotte txiur, diBnnt que la barque 
en ötait partie avaut que l'öleeteur eüt i'ait uotifier le traiti qu'il a fait 
avec la Pologne, ee print« d^isavoua celui qui avait fait l'arret et pro- 
mit de faire t«ut restitiier. La chose est demeuräe en ces termes jusqu'ä 
la semaine pass^e que trois conseillere de l'fileetcur all^rent trouver 
le resident pour lui d6clarer de la part de leur maitrc, que la cour de 
Pologiie ayant öt6 imbue de cette affaire, il n'^tait plus doriiiiavant en 
son pouvoir de tcntr la parolc qu'il avait donn^e." Blondel hat deu 
Residenten gebeten, über diese flache mit Mässigung an seineu Herrn zu 
berichten ; et je Tai uteme fait condescendre A sc satisfaire de la re'&ti- 
lution de la barque, sans qu'il lui mit perniis de passer a Klbing;, ce 
qtie je me suis chargö de nögocier avec l'ölecteur, non paa que j'aie 
cru qu'il vuulüt nie laccorder, niai» pour teiiir toujours les clioses en 
quelque Sorte de Suspension jusqu'ä üc que M. de Lnnibres soit de 
retour en Pologne, et qu'cn traitaiit les pr^liminaires, ccttc affaire soit 
premi^rement rösoluc . . . 

Morgen trifft hier eiu holländischer Abgesandter') ein. 

') (Nach Frankfurt a. U.) 

'1 au Us. 

') Vgl. Pufendarf C. O. V. 6a Droysci. p. 375. 

' Isbrands (vgl. Pufondorf VII. 50. C. G. V. 88!. Mehrere Berichte doa- 



:,LtOO»^IC 



Inttraclion tHr Frankrurt. FraniSsische und schwedische Drobnngcn. 157 

An Blondel. Dat. Paris 19. März 1658. 
(Abschrift.) 
Drohungen im Fall einen Angriffs des Kurfürsten auf die Schweden. 19. Mun, 
_Ce que vous tne mandcz de la conduite du conite de öehlip- 
penbach') . . . ne iiic fait point de pcinc ... II a tenu un discours ■ 
bien dilfi^reDt, iL cc que iiouK ^rit M. de Thou'), aux anibassadeurs 
de MM. lee Etats qui eont k Wismar, et leur a dunn^ [ä| enteudre que 
le roi de Hongrie faisait sollieiter son uialtre ä faire une ligue oflen- 
sive arec lui, et qu'un des principaux poiiits de cette ligue serait d'at- 
taqucr conjointement lesdits Etats. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 19. März 1658. 

[ncbwedische Drohungen, Der KurfUrst wUnschtc seine allen Verbindungen lurrcchC 
erhalten zu können,] 

11 y a . . . plus de deux mois que je n'ai pas re^u aucune de celles 19. März, 
que Votre Emiiience me fait ITionneur de nrecrire. Messieurs les pl^- 
nipotentiaires ') mSmes iii M. le cbevalier de Terlon ne m'ont point 
ßcrit depuis longtenips, et ee n'est pas |)ar lui que j'ai su les parti- 
cularit^ des discoura que quelques^} [Sußdois] ont*tenus de la penaöe 
que leur maltre pourrait avoir d'eiitreprendre en passant sur les 6tats 
de cette alt^sse'). ... Son Altesse meme m'a dit aujourd'hui qu'elle 
vouloit etre son amie, et que ce serait avcc grandc doulcur, si la 
crainte detre o)>prim6 par lui la faisait röaoudre ä se servir du secours 
que les Autrichiens lui olTrent; que Dieu lui 6tait tömoin d'avoir eile 
Benlement empechfi les Insultes que lee Folonais ont voulu plusicurs 
foifl faire en Pom^ranie, k rinstigation des menies Autrichieus, et qu'elle 
ne Boubaitait rien taut au monde que d'€tre d^barrasse de la guerre 
de Pologne, pour pouvoir plu-t aisäment faire counaltre ä ses ami» sa 
perB6v6ranee et sa constanee ä demeurer dans lea aneiennes i 
de sa maisou et dont eile s'est tuujours si bien frouvte , . , 



■elhen ina der zveiten HHlfte des MBrz und dem April IG.'iH liegen unsem Arten (i 
der Uebersetcang) bei, 

') Dei mit Liaola und Schwerin dam&la in lebhaflem Verkehr stand. 

') Franzüs, Gesandter im Haag. 

*) Die französ. Gesandten in Frankfurt. 

*) qnelques de Batde Ms. 

') Wahncbeinlicb Drobnngen, um den schwediacben Propos itinnen Eingang i 
TorachaBen; sie sind denselben Vnrniittag durch den au* Stellin eingetroffenen Hab 



>vGoo»^lc 



158 lU- B«"<:l>t(i ron 16Ö7 hu 165S. 

An Blondel. Dat. 22. März. 

(Abschrift.) 

2Ü-M&re. Scblippenbach hat zu de Lumbres (in Hamburg) gesagt: »que 

toutes ces intrigues ^taient pour ralentir l'ardeur arec laquelle il sem- 

. blait quc lee Autrichieus et Brandebourgeois ') voulussent se ruer sur 

les 6tats de son maltre." — 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 22. März 1658. 
23.Mi>rz. Instruction Brand's. Briefe des Kurfürsten ') and Schwerin's an Be. 
Eminenz, welche dieser mitnimmt. Er soll übrigens dasBUndniss mit est- 
reich rechtfertigen und auf die Zeit nach dem polnischen Frieden verweisen. 
— Conferenz Blondel'B mit Schwerin. Es kommt dabei u. a. zur Sprache: 
„qu'oB avait retenu prisonniers en divers endroits des offlciers de 
Varmee su^doisc qui passaient par les ^tats de Son Altesse ; qu'ä l'ex- 
eniple de ce qui fut fait aux demiöres guerres par feu M. I'^lecteur 
lorsqull ee döclara contre les Suödois, Son Altesse avait priSsentement 
fait publier des eommandemetits avocatoires *) & toua ses sujets qui 
peuvent etre (lang le Service des ötrangers,'" ... Schwerin muss man 
jetzt raenagireu. Blondel rühmt sich, den schwedischen Reeidenteu '), trotz 
der ihm von Schlippenbach anempfohlenen Drohungen, günstiger ge- 
stimmt zu haben. 

Blondel hat Schwerin gesagt, dass „messieurs les pl^nipoteiitiai- 
res du Roi ä Francfori avaient ätä surpris d'un discours que les am- 
bassadeurs de Son Altesse avaieiit tenu ä M. de GraveP), comme 
s'ils se fussent plaints que la France fit des ligues et enträt dans des 
alliaucer saus leur rien comniuniquer, en quoi nous avions iti plus 
modestcs qn'eux, piiiequc nous ne nons ätions point ecandalises des 
longues coofi^ences ni meme des traitäe que les miniBtreB de Sod AI- 
teBse avaient depui» si longteuips coucert^s et enfin conclus avec M. 
Lisola. II m'a r^pondu quc le discours qu'ils avaient teun ue s'a- 
dreBsait poiot & la France, qui les avait elle-nieme coiivies tant de fois 
d'entrer dans les ligues qui se proposent; mais qu'ils s'ätaient plaints 



') Brandebourgiens M*. 

') Dies in Betir Terbindlicfaen allgeraetnen Wendungen gehakcne Schreiben lag 
UDiem Acten originnliter bei. — Tgl. Über diese BScksendnog Braud'a nach Frank- 
reich Pofendorf Vn. 53- 

■) Vgl. Droyten p.375. 

') BartholomKas Wolfnberg. 

") Oravet Ha. 



:,Goo»^lc 



Rackaendung Bruid's. {5<) 

de ceux ') des ducg de Brunswick et Lunebourg qui leur avaient cachö 
quantit^ de cboses qu'il ätaient obligea de leur döclarer . . ." 

Mazarin an Blondel. Dat. Paris 29. März 1658. 
Man kana in Berliu über die Details der Capitulation hinweggehen, — 29. Marx. 
HoffiiuDgen auf den Frieden mit Danemark. — Die Garautie FraDlireichs 
mit Einwilligung des Königs von Scliweden angeboten, der seinen Alliirten ') 
nicbt wird beleidigen wollen, „qui ccrt^nement aurait peine h digörer 
cette ofTenee et & n'en pas recbercber la r^paration. Vous passerez 
adrottemcnt et dälicatement Bur ce point et en laiBBant plus ä deviner 
qne vous n'en exprimerez." . . . Der König ist dem Kurfürsten für seine 
Politik in Frankfurt verpflicbtet. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin S.April 1658. 

Es war eine grosee Conferenz. Blondel hat gesagt, man möge einen 2. Apr. 
Entwurf machen, was man von Frankreich für seine Sicherheit zd haben 
wünsche. Er hat femer geäussert, der Bromberger Vertrag dürfe in Hin- 
sicht anf den Durchzug des Schwedenkonigs durch das brandenbnrgische 
Gebiet nicht streng beobachtet werden; ^et quoique nous ayons ät^ plus 
de troiB heures eDsemble, il ne B'est rien dit de plus ])r^cia que ce 
que je viens d'öcrire, la eoutume de ces pays ßtant qu'on n'y croit pas 
que ies chosea soient bien dites, si elles ne sont röp^tfies plusieurs fois 
et expliqußes en plusieurs mani^res." — 

Der Kurfürst hat zu dem Gesandten des Königs von Ungarn gesagt, 
daes sich die Dinge sehr verändert hätten, was jener denn alsbald durch 
einen Courier nach Frankfurt gemeldet hat. — Die Oestreicher sind lang- 
sam — und Carl Gustav Ist rapid! 

Der Kurfürst und die Rnrfürstin sind heute nach Oranienburg, wo sie 
wohl einen bedeutenden Theil der Woche zubringen werden. 



Mazarin an Blondel. Dat. 5. April 1 6.^)8. 
(Abschrift.) 
Mazarin nimmt die neueste Revolution der Geister nicht Wunder. 5.Apr. 
Blondel soll an der Wieder Versöhnung Schwedens und Brandenburgs — 
in beständigem Einvernehmen mit dem Chevalier Ter Ion — arbeiten, 
Carl Gustav will treilich in seinem Argwohn, dass der Kurfürst seine 
Truppen Frankreich überlasse, was doch aber erst nach dem polnischen 
Frieden möglich sein wird. Das Vergangene muss man dissimuliren , — 
Schwerin „mit gat«n Reichsthalern" regaliren. 



>) (D. h. wohl Ober die 
') Eban Fruikrelch. 



>vGoo»^lc 



ßlondel an Mazarht. Dat. Berlin 9. April 1658. 
9. Apr. Er soll an Terlon schreiben, um von dein Könige von Schweden dessen 

Wort nichts zu untemelimett zu extrahiren. Nach Blondel's Meinuug; 
muss jener aber auch eine bestimmte Versicherung im Nanieu Frankreichs 
und Sr. kurfürstl. Durchl. haben, der Verzicht anf die östreichischc Alliance 
und der freie Durchzug ihm zugestanden werden. 

Uh m'ont dit que Öoii Altesse nous doniiait parole cn foi ölectorale 
qu'elle voulait demeurcr eii paix avec Ics Su^iois; quelle n'avait au- 
cune i)rötention aur ce qu'ilg possödent, et qu'clle ne rechcrchait que 
sa seule assurance. — Blondcl ist mit der Proposition betreffeud die 
Ueberlassung der Truppen (an Frankreich) bereits herausgegangen: damit 
dem Schnedenkönigc jegliche Jaloude benomuren und die Streitkräfte er- 
halten würden, ohne dass man sich durch die sonst damit verbundeiiec Un- 
kosten minire. 

öon Altesse ölectorale, que j'ai ausai Tue cette semaine, m'a pres- 
que dit les memeg choses. Elle a ddpechg uu courrier aux Polonaia 
pour les soUiciter & la paix, et eile eu doit däpeclier un autre au roi 
de Suöde, sur le couseil que je lui en doune, pour faire les »i^nies 
instanees aiiprßa de cette m^estä. ' 

Mazaiin an Blondel. Dat. 12. April 1658. 
(Abschrift.) 
i2. Apr. Tadelt ihn wegen der vorgeschlagenen Theilung der kurfürstliehen Trup- 

pen zwtNchen Schweden und l'olen. 



lilondel an Mazarin. Dat. Herlin 16. ') April 1658. 

16. Apr. Gestern ist der Cavalier der französischen Bcvullulüebtigten in Frank- 

furt ') liier angelangt. — Die Gesandten des Kurfürsten in Frankfurt soUeu 



') 26, Ms. 

■) Johann PrUchtnann {». Abacfanilt IV.). Bio Memoire an Blondel, 
welchsB domselben mitgegeben war, boginnt mit den Worten: ,Los ombasnadenTS ex- 
traordinaires du Roi ayant appria que la maison d'Autrichc a riisolu do faire toua acs 
efforW avipri'S de M. IMlecteur de Brandebourg poiir faire vövoqner ... lea dcTniers 
ordres . . . donn^a h aca pHnipoleoliaires . . . aur le fait de la rapitulalion . . ., et que 
raSme depuia peii de jours le toi de Uongrie a ddpecb^ un e^iprüe fi Berlin pour cell« 
aeula affairo, \U ont jug^ k propoa d'envoyer ausai ce gentilhomme b SadiM Alteasc 
deotorale.* — Denaelbe aoll mit Blondel gcmeingam handeln. — Der KurfTlrst wilj 
die Ratification dea öBtreiehiicfaeD Vortrngoa aufachiebcn und aich mit Scbwcdeo aaa- 
gleicbcn , indem er die Oaranlie des Küniga von Frankreich und das Wort dea Fro- 
lectors Hci'eptirt, Der KurfUrat aoll jene Ratification Terweigern etc. Vgl." tibrigena 
Pnfendorr VII. 40. Cactemm qnia in hoc ncgoli» electoria eententia praecipuam 
I Jalura erat , reliqiiia electoribua in duas aequales parlea diicedontibos, 



;X'00<5lC 



Sendaog d. ItaniSa. Bevollmlcbtigten in Frankfurt a. d. KarfOrsten. \(i\ 

Befehl erholten in die Ligue (d. h. den rheinischen Band) einzutreten. 
„M. Sotenitz et un autre conseiller de Soq Altesae, Bous le pr^tezte 
d'aller recevoir le sermeDt de fid^lit^ de la rille de Magdebourg, s'^taient 
abouchfia avec les miniatrea des duc» de Brunswick pour concerter en- 
semble lee moyens d'empecher que leB affaires de Pologne n'interroiupent 
le bon effet de cette alliance." — Will Schwerin diesen — wegen ihrer 
Connivenz zu der dänischen Invasion des Herzogthums Bremen — Fareht vor 
dem Könige von Schweden machen? Geschieht der Eiutritt in die Ligne aaf 
den Rath der Oestreicher, um die Schweden davon anszuschliessen ? — Bera- 
then der General Sparr und Hoverbeck in Polen') ein gemeinsames 
Einrüclten in Pommern ? — Die Polen drängen die Oestreicher nnd den Kur- 
fiirEten, „croyant par ce moyen Stre asaez puissants pour y arrSter le 
roi de Su^de et faire que la guerre de l'empire se commence par cette 
altesae, ätaot meme en pensäe de se präsenter arm^s h ses frouti^res 
et la contraindre de tenir la parole qu'ellc leur a donn^e en faiaant 
alliance arec lui, ce qui rembarrasse extremement" ... Die Köuigiu 
?ou Polen wird nach Ostern nach Berlin kommen; die Wohnung für sie 
im Palais ist bereits hergerichtet. Ter Ion soll hier rechtzeitig die Dispo- 
sitionen des Königs von Schweden wissen lassen. — Die Ansichten der 
Fran Prinzessin von Oranieu haben sich verändert. 

Der Cavalier der französ. Bevollmächtigten in Frankfurt hat sich Sr. 
Darchl, noch uicht vorgestellt, „parce qu'elle a 6t6 tout ai^ourdliui oc- 
cup^e. Elle est tout le jour ä consid^rer le travail qu'elle fait faire 
pour la fortiticatiou de cette place*) qui ne r^uBsiesant pas toujours k 
son gr£ ä cause des sables et des eaux, lui donne souvent de grauds 
cbagrins.'* 



Blondel an die französischen Gesandten in Frankftirt. 
Dat. 17. April 1658. 

Blondel hat keinen neuen Östreichischen Courier bemerkt. ... — Er IT.Apr. 
glaubt, dasB, trotz der Mission Sparr's u. s. w., die Oestreicher and der 
Knrfürst einander zum besten haben. — Die Oesandteu des Herzogs von 
Mecklenburg-Schwerin ') sind eingetrofien, um den Kurfürsten zu becompli- 
mentiren. Heut« morgen hatte der Cavalier, welchen die Gesandten ab- 



(MU non lolam per Blondellum in aoU electori ablegatum, aed et miBio pecn- 
liaritBr a legatia FraDcofuTtaDii nobili an* poatniat« slectori oommeoda- 
banl etc., beaondeTS aber VII. 48. 

') Ueber baider damalig« Sendnog dsrthin Tgl. PiifeDdoif TU. 46. 

') Vgl. Lettrea de Deanoyera p.419. Dro;BBn p.899. 8). 

*) Cbriatian (apiter ChriatiaD Ludwig), welcher damala Minem Vater 
Adolf Friedriob in der Begieraug gefolgt war. 

Hitsr. lur Gwcb. d, Gr. KurninitD. U. 11 



:vGoo»^lc 



162 lU. Berichte von 16»? bii 1G58. 

geschickt') und dessen Gewandtheit Blonde! sehr lobt, Audienz. Die 
lateutionen des Karfürsten für Frankfurt sindgAt; er will, dase mau ein- 
mal gründlich den Eintritt fremder Trappen in Dentachland hindere und 
hat bei dieser Qelegenheit etwa!! über die Landung der Engländer in-deo 
Niederlanden, also in einem Relchskreise , gesagt. — Gegen den König 
ron Schweden hege er keine Abneigung, aber er will im Stande sein, ihm zu 

wideritteben und kann den Durchzug desselben nicht gestatten 

PoBtscriptuin. J'oubliaia k dire que k reine de Pologne doit 
arriver ici aprfes ces fötee'), et que le courrier que voub lai aviez ci- 
devaut d^p^ch^ en est de retour et part aujourdliui de cette rille pour 
vüus aller rendre compte de aon voyage. 



Mazarin an Blondel. Dat. 19. April 1658. 
(AbschrÜl.) 
lü. Apr. Drohungen tm Fall eines Anschlusses des Kurtürsten an Oestreich ge- 
gen Schweden. In diesem Falle wird ihm Frankreich keine Garantie ge- 
währen, sondern auf der Seil« des Königs von Schweden stehen, Wieder- 
holung der alten RathschUge für den Kurfürsten. Insiatez sur cette g^ 
näralitö, saus vous enfoncer dans les moyens doot la France se ser- 
virait pour appuyer et faire valoir la garantie qu'elle offre audit öleo- 
teur. Elle fera tuujours ce que l'hoDneur l'obligera de faire, et saurs 
86 tirer deB pas ob eile s'engage: que cela vous sufüse. ... 

ßloiidel an Mazarin. Dat. Berlin 23. Äpiil 1658. 

(Unterredung Blondere mit dem KurfUrsten Über den polnischen Frieden.] 
23. Apr. In der Instruction für die brandeuburgische Abgesandten in Frankfurt 

werden diese angewiesen alles zu thun, was beitragen könne „ad salntem 
imperü et conserrandani ejnsdem tranquillitatem, quodque instrumento pacis 
Bit conforme." — In Bezug auf den polnischen Frieden . . . „si la France, 
dit ö. A-, la veut faire, il faut qu'elle oblige le roi de Suöde de se d6- 
darer deB BatisfactionB qu'il präteod pour la reBtitutiou des places de 
Prusse, et si eile n'eBt point excesBive, je m'obligerai moi-m§me i. la 
faire agr^er aux Polonais quand j'en devrais payer une partie, et ainffl 
nouB pourriooB en viugt-quatre beures termiiier -aine afTaire qui autre- 
ment recevra tant de difficult^B qu'il y a peu d'espoir qu'elle r^ussisBe. 
Je lui ai dit que le väritable moyen de porter le roi de SuMe & 
prendre. cette confiance en eile serait qu'elle portät l'es Polouats k b'ab- 
sembler, et qu'elle s'accominodät en mSme tempB arec cette majest^ 

') FriichmaDS •. oben- 
*} D. h, nioh Ostern. 



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Unterband! an gen über den Frieden. 163 

pour les choses qui conceroent Tempire. „Pour le premier," dit-elle, 
^e vous jure que j'ai ^crit et donnä ordre k mes gena qui 8ont ä 
Poznan*) de eolliciter viremeut les Polonais de donner räsolution k 
M. de Lumbrea et de dire aux Autricbiens que a'ils persistent ä com- 
battre la mädiation de la France, je croirai qu'ils ne veulent poiut la 
paix; et pour l'autre, j'ai, ce nie semble, A6jk fait d'assez grandes 
arances pour vous persuader que je n'ai point d'aversiou pour ies 
Suädois — et [que] je ne demande que ma sflret^ .. .'* „II est assez 
extraordinäre," dit^lle, „que tous me pressez d'une cboae pour laquelle 
je vouB fais nioi-m€me des instances; uoub arona d^ä dit taut de fois, 
qu'il n'y avait que la France en qui je puisse me tier entierimeot, 
qu'il est inutile de le redire; mais si la paix de Pologue est une fois 
faite, j'auraia bien des cboses k dire et parier plua Iranchement avec 
eile." „J'ai," ce dit-elle, „d'aesez bonoes troupes et de quoi en main 
pour en pouTolr faire plaisir k mes amis.'' ... 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 30. April 1658. 

Sparr und Hoverbeck sind zurück. Vou polnischer Seite wird SO.Apr. 
Horsztyn') erwartet. Die ungarische und polnische Armee Tersamroelt 
sich an den Orenzeu dieses fjtaate, die des Kurrürsten (4 — öOOO Mann and 
6 — TOOO Pferde) hat Befehl, sich bereit zu halten und soll sich in Cüstrin 
postiren. — Se. Dnrchl. hat nochmals an den Kfinig tou Ungarn — zu 
OuDBten der französischen Termittelung — geschrieben. ... 

Die Prinzessin von Orauieu bat einen Menschen hieher gesandt, „qui 
traraille puissamment pour faire raloir les räsolutions qu'il ne dissimule 
point d'avoir de l'ambaBsadeur de l'Eepagne, et c'est un nomm^ Wei- 
mann*), conseiller de äon Alteese, crtoture de M. Schwerin . . ., 
ei-devant commis par Son Altesse pour ia tuteile du jeune prince 
d'Orange." . . . 

Eine ZusamiseDkunft Schwerin'« mit dem Grafen Schlippeubach 
wird in dieser Woche stattfinden'). ... „L'affaire dePillaa*) s'aigrit tous 
les jonrs de plus en plus, et j'appr^hende qu'elle n'ait de mauTaises 
Buites." — 



■) (Poteo) Sparr ond Harerbeck (vgl. oben p. 161). 

■) Johann Andreai Mariityn. Pufendorf VII. 49, VgL Letlrei de 
DstDofer» p.40S. 

') Wefmen Ui. ~ Diniel Weimann, der detiache Kaniler (a. fiter ibn 
Klaproth und Cosmar BtaaUratb p.S57 nnd oben p.&&). 

*) Bie kamen in Pnntlan inaammen. 

') Daa mit Beacblag belegte achwediicb« Scbtff betreffend Tgl. oben p. ]5fi. 

11* 



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164 '"- Berichte *i>n 1657 bU 1658. 

Frißchmann '). Dat. Frankfurt a. M. 3. Mai 1658. 

Der Courier den Königs ron Uagam Ist nach ihm, am IT. t. M., in 
BerÜD angelaDgt. 

Der Kurfürst hat ihm u. a. erwidert'}, der KöDig von Schweden möge 
nicht beanspruchen, was ihm in Pommern und Prenssen bleibe, und insbe- 
sondere die Seeplätze und Stadt«; so werde er sieb nicht plündern lassen, 
sich vielmehr eher so lange als möglieh vertheidigen ; die Keichsstaude, 
welche eine Alliance zu schliessen wünschten, würden denselben — im Hin- 
blick auf den gegenwärtigen Stand seiner Augelegenheiten — sehr schwer 
zu diesem Bündniss zuzulassen geneigt sein. 

Frischniann's zweite Audienz war am 20. April nm 7 Uhr früh. — 
Schwerin soll Frischmann erklären, der Köuig von Schweden habe 
dem obersächsischeu Kreise, zu dem Pommern gehört, versprochen, da^;» fr 
seiu Gebiet nicht passiren werde, wenn der Kreis dem Könige von Polen 
keinen Durchzug gewähre. 

Am 24. April, zwischen 10 und 11 Uhr, waren er und Blondel zum 
Diner beim Kurfürsten. II me rendit [i'avia du prince d'AuerspergJ 
avec remerciment, disant qu'il älait bien fait, et qu'il n'y parlait guäre 
bieii des Polonais, et qu'il avait re9u encore nue autre pUce aem- 
blable k celle-ci. „Mais," dit-il, „le prince d'Auersperg ii'est plus 
en gräce, on ne regarde pas tant & ee qu'il dit." 

Eventuelle Anerbictungen von Truppen gegen Spanien. 



Blonde] an Mazarin. Dat. Berlin 7. Mai 1658. 
T.Mai. Morsztfu, sowie Sparr und Hoverbeck, und Fernamont*) sind 

wenig befriedigt; ebenso die Kurfurstin-Wittwe, welche, wahrscheinlich auf 
Bitten der Königin von Polen, hierher gekommen ist. Mau will hier die 
Sachen in die Länge ziehen. — Die lüuebui^schen Herzöge und Terlon 
dringen auf die Herstellung eines guten Einvernehmens mit dem Schwedeu- 
könige. Aber der schwedische Resident verlangt, obwohl in höflichen Aus- 
drückeu, eine kategorische Antwort in Bezug auf das mit Beschlag belegte 
Pulver in Pillau und beschwert sich über die Misshandlung der Schweden 
in den Staaten des Kurfürsten, welcher ihm seinerseits wiederum nicht Ge- 
nüge thuu kaun ohne die Polen zu beleidigen. — Schwerin ist zur Zu- 
sammenkunft mit Schlippenbach abgereist'). ... äon Altesse m'a dit 

') Am 10. April von Frankfurt naob Berlio gesandt. 

■) Vgl. Pnfendorf VU. 40. 48. 

') Der Freiherr tod Fernamoat hatte (am 23. Mira] de« KOnigB von Ungan 
SatificatioD dei Vertrage! vom 15. Februar Uberfaracht (s. Droraen p. 382. Vgl. 
Pnfendorf VU. 62). 

•) Vgl. «heu p. 163 uod Pufendorf C. Q. V. 64. Droyten p. 395. Thea- 
trnm Enrop. VIII. 589. 



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Bericht FrieohmaDD'B. Schwerin und Schlippenbich In Prenilan. j gg 

qu'elle aY»t donnö ordre . . . que l'^Iection de Tempereur ne seit pas 
sitöt faite. — 

Postscriptum. Baiem, Trier and Sachsen wollen den Kaiser nicht 
hindern den Spaniern Hülfe zu senden. Gleichwohl glauben die Gesandten 
des KurHirBten „qu'ilB pouimient les faire condescendre k insärer danB 
la capitularion que rinteq)r6tation des terraes du traitt de Munster 
serait reinige ä la diäte qui se tiendrait six mois apr^s l'älection de 
Tempereur, et que juequ'ä ce que la queBtion en fät dteid^e par lee 
^lats de l'einpire, Tempereur ne pourrait envoyer des BecourB sous quel- 
que prätexte que ce pflt ßtre contre nous." — 



Blondel an Mazarin. Dat Berlin 14. Mai 1658. 
Schwerin kam vorgestern zurUck und war den gestrigen ganzen Tag U.Mtü. 
mit dem EurTuraten beschäftigt. Schlippenbach hat sehr gute Versiuhe- 
mngen, Indessen nicht die verlangten Erklärungen gegeben. Der König 
von Schweden will darüber erst vorher mit sciuen Senatoren in Oothenburg 
verhandeln; der Kurfürst soll sich zuvor über seine Absiebten erklären; er 
soll sich den schwedischen Interessen im Reiche anschiiessen. Schlip- 
penbach hat geleugnet, was Schwerin ihm mittheilte von de Lumbres 
gehört zu haben, dass man nämlich zugestanden habe, die schwedischen 
Bevollmächtigten könnten eich unter den Pässen des Kurfürsten an den 
Ort der Versammlung begeben. — Die Pillaner Angelegenheit ist beschwich- 
tigt; der Kurfürst will das Schiff freigeben, das Pulver wird au Ort und 
Stelle verbleiben, bis de Lumbres (nach Scblippenbach's Bitte) vom 
polnischen Hofe die Einwilligung zur Rückgabe desselben erwirkt haben 
wird. — Mau ist hier am Hofe erfreut; der Kurfürst zeigt einen grossen, 
sehr höflicbeD Brief des Königs von Schweden vor'). — Die Abgesandten 
Polens und des Königs von Ungarn sind ohne Antwort. ... Es ist ein sehr 
verständiger and lebhafter Gesandter des Landgrafen von Hessen hier; ein 
College desselben befindet sich beun König von Schweden. — Jepson'), 
ein Engländer, hatte vorgestern seine Audienz. Dieser und Blondel su- 
chen den Kurfürsten zu dem Entscbluss zu bewegen, dass er jemanden au 
den König von Schweden entsende. . . . 



') Vgl Dro/aenp.395. (PufeDdorf VII. 44. Theatrum Europ. VIU. 589.) 
■) Qenfeon Ui. Lord William Jepaon vgl. Pufendorf P. W. V|J. bb. 
C. Q. V. 83. T. Orliah I. 183. 



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fB6 



Btondel an Mazarm. Dat. Berlin 21. Mai 1658. 



[Abreise Scbnerin'B und dea polnischen GesandUD. Die Kfiuigin vod Polen wQoacbt 
eine Zotammenkanft mit Carl Qastav. Furcht des Kurranten «or einem AnaUnach 
■eines AntbeiU von Pommeni. Guprttch Blondel's mit ihm über die Wahloapitula- 
tion, Ober den AiiHchlnsi der Fremden aas Prankrart wJlhrend der Wahl. Bescliwei- 
den des KorfDraten Ober Prankfeicb. Er verlangt eine kategorisobe Erkllrung, ob 
Frankreich ihn gegen den Angriff des KOnig» Ton Schweden acbttUen noUe. Confo- 
reni Blonder« mit Weimann und Horerbeck. Art. Xnl. der Capilulation. Heirolicbe 
UittheiluDgen ans der Hatreiobischen Geiandtaehaft] 
i. Schwerin wird morgea oder bald darauf abreisen'); Blondel und 
der schwedische Resident haben seine R«iBe betriebea. Der polnische Ge- 
sandte ist Tor vier Tagen abgefahren, nachdem er Blondel vertraat bat, 
dass die Starrheit der Polen binsichts einer Declaration über die vom 
Schwedenkömge beanspruchte Entschädigung hauptsächlich dnrch den Kor- 
fUrsten veranlasst nnd genährt worden sei. Die Königin von Polen wünscht« 
eine Zusammenlcnuft mit Carl UuEtav, was Bloudel an Terlon gemel- 
det hat. Der Kurfürst hegt eine tödtliche E'urcht, dass der König von 
Schweden in der Versammlung den Austausch des kurtiir Etlichen Pommern 
gegen die Plätze, welche er in Prcusseu besetzt hält, vorschlagen und die 
Polen sich dazu bereden lassen möchten. 

Blondel hat sich bei Sr. Durchlaucht wiederhol entlich über das Ver- 
halten ihrer Bevollmächtigten in Frankfurt beklagt; zuletzt , nachdem er 
durch die ft"anzös. Gesandten von dort Nachrieht erhalten. Man will die 
Oapitulation nur in den durch den Frieden von Münster stipulirten Aus- 
drücken „et uon aliis verbis" aufsetzen. Elle me dit qu'elle n'avait pas 
cru que dous euseions Ö^sir^ autre choBe, et qu'elle 8'y ätait d'autaot 
plus fortement appliqu^e qu'elle avait rämarqug que les Autrichiens fai- 
Baient de violents eSbrtg pour rerop€cher; mais qu'elle roulait m'eiiToyer 
l'extrait de cette Instruction, atiu que je puese dire ce que j'aurais ä 
y ajouter de plus. Je lui dis que si pour ralliance qu'elle peut avoir 
avec le roi de la Grande-Bretagne, eile avait räpugoance de parier des 
Anglais dang la capitulation ') , eile pourrait les y faire entendre soua 
le nom de nos alliös. „Quoi," dit-elle, ,.TOudriez-vous boub emp€cher 
et la maison d'Autriche de nous d^fendre contrc le Türe ou contre 
lea Sutidois, s'ils nous atlaqueut, parce qu'ils sout vos alli^s?" „Je ne 
pCDse pas," dis-je, ^.que meBsieurs les pläuipotentiaires entendent parier 
d'autres de nos alliäs que de ceux qui peuvent avoir part avec nous 
k la guerre que nous avous contre l'Espagne." „11 en faudra," dit- 
elle, „parier, et je vous enverrai des conseillers pour en conftrer avec 

■) Nach Holstein anm SohwedenkBnige (vgl. Drojten p.3%. — Pnfendorf 
F. W. Tll. 66. C. O. V. 64}. 

*} El handelt sieh hier speciell um den Art. XIH. der Capitnlalion. Vgl Pu- 
fendarf VII. 40. 41. Dropsen p.395— 396. 



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Baaehwardsn d» KnrfSrsten Aber Frankreich. J g^ 

Toas." Eosoite, je lui parlai du deBeein que les Autiichiens avaient 
pris de faire sortir les ambasBadeurs . . . [^trangers] de Francfort '), 
80US prätexte de la bulle d'or. . . . Elle me dit qu'elle voulait qu'on 
s'en tint ä la bulle d'or, et qu'autrement leur') autoritä Etoufirirait de- 
rechef. ... Elle me dit qu'elle avait fait protester ä Augsbourg *) contre 
le säjour de TambasBadeur d'Espagne, et qu'ä cette fois eile ferait tout 
8on possible pour emp€cher qu'une pareille chose ne paasät doränavant 
pour ezeiDple; qu'il ätait vrai que Bes ambassadeurs avaieut ordre d'ap- 
puyer puissamment la proposition de faire Bortir toua lea ätrangers de 
la ville apr^s le Berment pris des bourgeoiB, aupposant DäanmoiDB que 
ce aermeut ne ae dfit prendre qu'apr^s que la capttulatioD serait faite, 
et qu'on fflt pour s'assenibler imm^atement aprös pour procäder ä 
r^lection. Od le vint ä ce temps avertir que madame l'älectrice aa 
m^re l'attendait pour dlner; et comme j'eua rhoDueur de la ramener 
apr^s-dtner dans sa cbambre, ii me renouvela en sa präaence lea dis- 
coura que noua avions tenua euBemble, et commen^a k parier tr^s- 
dtoavantageuaement dea princes de l'empire qui n'avaient autre deseein 
que d'abaisser le pouvoir da coll^e ^lectoral; mais qu'il agrandirait 
plutdt la maison d'Autriche que de aouffrir que ses infärieura lui pre- 
BcriTiBsent des lois. L'Slectrice lui dit qu'il ne fallait pas qu'il crflt 
läg^rement dea choaea de cette nature. „J'en ai," dit-il, „des lamiärea 
si aaauräea que je n'eu puia douter, et je saia mSme que quelqu'au- 
trea travaillent k fomenter eette division et leur promettent leur appui 
pour lea inciter contre nous." „II est vrai," dla-je, „que-la maison 
d'Aatricbe oe devant aon agrandiasement qu'ä la d^fiance qui a iü 
semäe et foment^e par eile parmi lea £tata de l'empire, peut encore 
travailler & l'entretenir pour en tirer aea avantages.'* „Non, non," 
dit-il, „ce n'eat paa eile; ce sont d'autres qui ae diaent €tre de noa 
amia.*' „Au moina," dia-je, „V. A. ne peut-elle point avoir ce senti- 
ment-l& de noua." . . . „Dieu ie veuille," dit-il, „et que je m'en 
puispe mieux trouver que par le pasaä, ne pouvant me aouvenir 
qu'avec douleur de la violence dont la France a us^ en mon endroit 
pour m'obliger & laisaer mon propre bien k des usurpateurs, en me 
mena^^ant par M. de Saiut-Romain*) de faire la paix aana moi et 
de m'exclure de la garantie universelle, si je ne m'accordaia & ieura 
dfoira." „Ce discours de V. A.," dis-je, „me aurprend eztr^mement, 

') Vgl. Pufenaotf VU. 30. 
*) D. h. wohl du An8eh«D der KnrfBrtleii. 
■) Bei Aa Wahl Ferdinknd'i IV. (1653). 
*) Vgl. obon Ab»cliDitt 1. p. 5. 11. 14- 



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jgg ni. Berichte Ton 1657 bii 1658. 

poisque j'arais toujours compriB que c'^tait ä la France qu'elle deviüt 
ce qu'elle posa^de de Is Pomiranie et les ') grandeß satisfactions qu'elle 
avait'euea de ßon droit sur le reste qui avait dti c6d6 aux SuMoie." 
' n hausea la t€te k ce dieeours, et apr^s avoir demeur^ assez de tetnps 
saus parier, il me detnanda brusquement, ei je voulais lui garantir que 
le roi de Su^de n'entreprendrait rien contre lui, „Oui," dis-je, „ie 
Roi V0U8 garantira leg choses" — avant que j'eusse achev6 le reste, 
j'accepte," dit-il, „votre garantie." — „Je die," dis-je, „Its choses 
que le roi de Su^e promettra k V. A. dans le trait^ de räunion qu'U 

pourrait fajre avec eile." „Vous ne garautissez que de cela," 

dit-il, ^e n'ai pae besoin de votre garantie, puisque je ne veux pas 
quitter lea Polonaie ni traiter par cons^queot avec le roi de SuÄde 
durant la guerre de Pologne; mais ei voub voulez que je fasse quel- 
que chose pour toub, faites cela pour raoi et garantieBez-moi que le roi 
de Suade n'entreprendra rien contre moi dauB Vempire." „J'eu ^ri- 
rai," dis-je, „et rendrai compte ä V. A. des ordrea que j'en recenai 
de la part du Roi mou maltre; mais cotnme on presse h Francfort, 
lea affaires y seront r^aolues auparavant qu'on ait pu pourroir k ce 
que V. A. demande de nous." „L'afiÜre ne presse pas moins de 
mon cötö," dit-il, „et je puis bien faire en Borte qu'on retarde la n6- 
gociatiou de Francfort, et je le ferai," dit-il, ,.pour attendre ce que 
voua ne r^poudrez, puisque, si voua ne m'äclaircissez tout-ä-fait sur 
ce potnt, je prendrai mes mesures ailleurs." — 

Vorgeetera hat Blondel eine Confereuz mit WeimaDD and Hover- 
beck gehabt. — Der Artikel tut FraDkfurt ist lediglich in deu Ansdrückeu 
des FriedensvertrageB abgefasst. — W ei mann sagt, das KurcoUegiam köune 
nicht allein die Änsdrücke des Münsterer Vertrages interpretiren , und die 
Sache müsse aUo noch an den Reichstag. Die französiBchen Gesandten 
verlangen in ihrem Schreiben folgende Fassung des Artikels; der Kaiser dürfe 
nicht Hülfe senden, weder gegen Frankreich noch „contra suos foederatos 
sub qnocumque praetextu imaginabili vel aovi belli aut novi hosUs". Was 
den zweiten Punct, die Entfernung der Fremden aus Frankfurt, angebt, so 
lässt sich der Kurfürst entschuldigen, er könne indessen nicht anders han- 
deln, ohne alle andern Fürsten zu desobligireu. ... — Blondel will durch 
die Knrfiirstin eine Zusammenkunft ihres Gemahls mit dem Könige von 
Schweden einzuleiten suchen. 

Postecriptum. . . . Un Franzi», domestique de rambasaadeur 
d'Autriche') qui est ici, m'eat venu aecr^tement trouver, pour me dire 
que jeudi dernier 16« du courant M. Schwerin ^tant aorti de cliez 

■] dei Hl. 

^ Fernamont. 



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Dar Kmf. Terlangl Oaraotie Frftnkr«icha. Abatimu. üb. Art. XIII. i. CapltalatioD. \ gQ 

eux, il avait entendu au travers [de] la porte de Ba chambre qui räpond 
k Celle de Vaumönier, que le Becr^taire disait ces mots k l'autre: „notre 
Itomme ue s'en saurait plus dädire, Scbvrerin uoub vient d'assurer 
qu1l a signä le traiU '), et que nous en aurions Vexp^dition daoB un 
jour ou deux;'* mais que le leudemain' le meme secrätaire avait dit que 
ce Schwerin 6tait un fourbe, et qu'il le remettait encore bien loin 
pour lui donner cee papierg. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 29. Mai 1658. 

Qntes Verhalten der brandenbnrgiBcheo Gegandten am 13""'}. — Der 29.1 
KorfiiTfit wiederholt seiue alt«n VerBieheningen : „noa-seulement mes gens 
ont pers^v^r^ dans leur tenue') doot vous me remerciez; mfüs je tous 
asBure auasi*) qu'on vient de me I'öcrire qu'ils ont sur cet article em- 
pott6 les*) tnajora dans rassembl^e." ... 

Schwerin hat, um den Abgesandten des Königs von Ungarn wegen 
geiner Reise znm Schwedeukönige zu beruhigen, versichert, daeR der Kur- 
fürst die Ratification gezeicbnet habe; man habe davon sogar etwas in der 
Kauzlei gesehen, der Kurfürst indessen die betreffenden Papiere in seine 
Ca£sette eingeschlossen. 

11 y a ici une nouveile qui afSige les gens d'honneur de cette 
cour, c'est la retraite du comle de Waldeck'), lequel ayant honte 
de reeevoir de grands appointetnents de S. A. £l. saus lui rendre 
aucun Service, lui d6p§cba hier un eourrier pour lui demander son* 
cong^, ayant en niSme terapH mandä aux gouvemeurs particuliers 
qui sont sous sa charge qu'ils ue devaient plus attendre see ordres. 
Peut'6tre cela fera-t-il quelque changemeut en cette cour, puisqu'il 
eet vrai que S. A. 61. lui öcrivit derni^rement une lettre fort seeröte 
pour le cQiisulter sur l'^tat des affaires präeentcB. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 4. Juni 1658. 
Der Gesandte des Königs von Ungarn ist am 31. Mai mit der Ratifi- 4. Jnni. 
cation abgereist, welche man auf seine Drohungen hin — jedoch nicht in reiner 
and einfacher Form — gegeben hat"). — Se. Knrfürstl. Durch! . hat Blondel 

') Vgl. aber die Scbnierigkelten , weloho ei mit dieser Ratifioation noch hatte, 
Pnfendorf VII. 52. 

■) Bei der Abstimmung Dber An. XIII. der Wahloapitulation vgl. Droyaen 
p.3»-3%. 

'] t«nv Üb. 

•) ainti Ma 

>) le Ha. 

•) Vgl. o. a. Orlioh I. p. 246. 

^ Vgl. Piirendorf TU. 52. Lettrea de Deanofers p.4tl. 



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]70 I^' Berichte *oo 1657 bi* IföS. 

gefragt, ob man aoch etwas von ihr wUnscbe; denn sie wäre eotschlaBseD, 
deo König nach allen ihren Kräften zu verpflichten. — Blondel bat es da- 
hin zn bringen gewusst, dass die Polen unnmehr ... ganz bereit sind, den 
schwedischen Bevollmächtigten die Pässe in der verlangten Form zn geben 
(wa? auch ein Brief von Ooltz') bestätigt). ... Giinatige Stimmnng des 
KnrfürBten und seiner Gemahlin. — Waldeck ist trotz den Bitten seiner 
Freonde fest geblieben. 



Blonde! an Mazarin. Dat. Berlin 18. Juni I6ö8. 
IS. Juni. Seit der Riichkehr des polnischen Gesandten ans Moskau ') wollen sich 

die Polen anf keinen Vertrag mit Schweden — ohne dessen Deelaration — 
mehr einlassen. . . . Goltz hat sich von den Gründen jener überreden lassen 
und damit, nach seiner Rückkanft, aoch den Kurfürsten gänzlich angesteckt) 
welcher nicht mehr zweifelt, dasä der König von Schweden auf die Expe- 
dition der Geleitsschreiben lediglich deshalb dringe, um seine NegotiatioQ 
in Moskan zu erleichtem'), indem er dieselben im Original dorthin sende. 
So hat derselbe denn seine betreffenden Bemühangen bei den Polen einge- 
Bt«llt und lässt vielmehr den Schwedenkänig dnrch Schwerin nm seine 
Deelaration drängen. 

Was den Wunsch der Königin von Polen nach einer ZuBammenkaoft 
betrifft, Bo hat derKnrfuret gegen Blondel etwas ähnliches geäussert £r 
hat den Escortetmppen bereite Befehl ertheilt, sich nach der Grenze zn be- 
geben, um jene Königin zn empfangen. 

Blondel bittet Se. Eminenz um seinen Abschied; er wäre auch nicht 
im Stande den Knrfursteu und dessen Annee zu begleiten, wozu es ihm 
vielmehr durchaus an Mitteln fehle. 



Blondel an die französischen Gesandten in Frankfurt. 
Dat. Berlin 18. Juni 1658. 
i. Juni. Man erwartet die Königin von Polen in wenigen Tagen. Dieselbe will 

dnrch Blondel und Terlon erfahren, wie der König von Schweden in 
Betreff einer Zusammenkunft denkt, — Blondel hat an den Cardinal um 
die Grlanbniss geschrieben, sich von diesem Hofe nunmehr mriickziehen eu 
dürfen, wo seine fernere Anwesenheit, nach Beendigung der Frankfurter 
Negotiadon, überflüss^ ist. — Gesandte des EDrcolleglnms ') und ein an- 
derer des Czaren*) sind eingetroffen. 

') Pnfendorr VU. 50. Ein Auitug tuit dein Briefe (dat. 17, 27. Hai 1658) bei 
onseni Acteo. 

•) Vgl. Lettre» de DesDoyeri p. 418. 

•) 8. aber diewlbe Pofendorf C. G. V. 91 ff. 

') Tgl. Aber diete Geauidtsohtfl (Ebelbach, Biukenrode, WeingarteD, Wolfrauu- 
doTf) Pafendorf VIT. 61. 

•) Vgl. Pofendorf Vn. 6. 



>vGoo»^lc 



I 



Krteg«riioh« Anislahlan. ^71 

PoEtscriptnm. ... Der Earflirst hofft die Polen zu dem EntBchlaEse 
zn briagen, da§s sie die Pässe tichicken. 



Mazarin an Btondel. Dat. Calais 20. Juni 1658. 
(Concept) 
Brand ist hier mit den Briefen des Kurfürsten und Schwerio's an 20- Juni 
ihn angekommen '}. Se. Mi^. hat dem KnrßlrsteD über das Verhalten der 
seinigen in Frankfurt geschriebeo. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 25. Juni 1658. 

Der Kurfürst ist aaf eine falsche Nachricht hin von Oranienburg nach %. Ja»i 
Berlin gekommen, nm die Königin von Polen zu empfangen. Derselbe ge- 
steht, dass Oeatreich ihn anrege, die Ansdrücke des zu Gunsten Frank- 
reichs gefassten Conclnsums ändern zu lassen, verspricht aber dabei zn ver- 
harren. Derselbe beklagt sich über die fnrchtbare Macht der Schweden: 
so furchtbar, daes man eine andere hinstellen müsse, die fUhig, ihrem Ehr- 
geiz Halt zn gebieten. . . . 

Blondel bat erfahren, dass Radziwill die Truppen, welche an den 
Grenzen Preuesene stehen, mit den polnischen und östretchischen vereini- 
gen soll ; andere sind nach der Neumark vorgerückt. J'ai 8U certainement 
que la ratification de leur trait^ arait etä signäe par l'älecteur le 15« 
du molB paseä, et c'egt juBtement le jour que le docteur Weimann 
me rendit une vieite, pour präparer lea voies k I'incartade que j'ai de- 
puig essay^e et dont messieurs lea plinipotentiaires ont ressentt le 
contre-coup '). — Anf Blondel's Klagen hat der Kurfürst ihm erwidert, 
„qu'U avait cm que pour le trait4 de Munster et par celui que M. de 
Lambres avait fait en particulier avec lui*) nouti fusaions obligäa 
de garantir*) ou de le aecourir contre ses ennemia." — Schwerin ist 
mit Schlippe üb ach noch immer in Holstein und wartet auf den König von 
Schweden. Der schwedische Resident hat hier vom Hof Abschied genom- 
men, nnter dem Vorwande zum Director des niedere ächsisc he n KreiseE zn 
gehen*); er will zurückkehren, wenn die Dinge sich noch zu einer Aus- 
gleichung aulassen. Ainai je voia que tout ae porte k la guerre. — 



') Vgl. ob«» p. 168. 

') Besieht sich auf den ZuMti eu Art. XIII. der CapilulatioD, frelohen die brao- 
deDbnrgiachen BerollmtcbtigieD tDlienen (vgl. Droyaen p. 401. Pafendotf 
VU. 41). 

') B. oben p.60. 

•) Sie. 

') Vgl. Pufendorf F.W.V1I.56. C.O.T.63. Droyaen p.880.402. Wolfi- 
berg ging an dem AdmlDtitfktor von Hagdeburg Benog Anguat 



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J72 ni. Bericht« von 16fi7 bis 1658. 

Der EnrfurHt ist in Folge von zwei Nachrichteil betroffen, die ganz za glei- 
cher Zeit eiDgegangen siud , l'une <|ue les Suädois avaient d^barqu^ huit 
mille hoininee en Prusse qui commeu^aient ä bätir une forteresse eur 
le Nehrung qui säpare le Frische Haff de la mer oh ils ätaient eo r^ 
Solution de faire un canal, afin de pouvoir facilement venir h Elbing 
BSns passer ä') Pillau. Die andere Nachricht, welche ähnlich wirkt, ist der 
Sieg des atlerchriätlichsteu Königs vor Dünkirchen, was auch der Kurfürst 
hierüber sagen möge. — Qestern igt ein Doctor Schütz') als Resident des 
König von Ungarn angelang» — und am nämlichen Tage der alte Markgraf 
von Ansbach (neben dem Karfüri-ten Vormund des jungen Markgrafen seines 
Neffen) sammt Gem^lin. Ferner ist ein polnischer Courier mit dem Ver- 
zeichniss der Personen, welche die Königin begleiten sollen, eingetroffen. 

ßlondel an Mazariu. Dat Berlin 2. JuU 1658. 

[BeBucb der KÜQlgiu vud Polen in Berlin. Unlerrednng Blond«!'« mit ihr, dem Kiir- 
fiirBten und der KurfArstin. Aitkkis.J . 

i. ... La reine de Pologue arriva ici vendredi 28^ du pass^'), et 
eile doit partir aujourd'hui, pour Stre ä temps k Varsovie oü la difet« 
est indiquäe au dixi^me de ce moia. Leurs Altesses l'ont träs-tiiagni- 
flquement traitäe, et il parüt qu'elles ont grande joie de HionneuT 
qu'elles ont re^u par sa visite. L'ambasBadeur de Hollande*) est venu 
avec eile, et M. de Lutnbres aurait aussi H& de la partie, sll ne se 
fflt trouvi travaill^ d'une fi6vre tierce k son dipart. Le prätexte ap- 
parent de son voyage est pour affermir ce prince dans la r^solution 
de demeurer uni avec la Pologne et le porter & exäcuter de sa part 
ce qui a 6te arretö dans le demier conseil de guerre tenu ä Fosuanie, 
ä quoi il a paru que l'älecteur ne voulait pas encore däförer tout-ä- 
fait. II y CD a qui croieut quelle soit venue pour TempScher de s'aban- 
doDuer aux AutrichlenB et tächer de le gagner ä eile. 

Die Königin bat Blondel am Sonnabend Vormittag holen lassen, um 

') au Mb. Vgl. Dioytea p.40O. 

') Vgl. Potendorf VII. 41. 

■) Vgl. Ober diesen Betnch Pufendorf VII. 50. Leltrea de DesDoyeri 
p. 41»— 419. Derselbe erfolgte also nicht im MEte, wie Steaiel nach Bndawiki 
p'415 (den er hier vielleioht sogar mbiveretuid} aonabm. Er wKbrte vielmehr vom 
28. Juni bis 3. Juli. 

*) Von dieaem (Isbrands vgl. oboa p. 156. 4) befindet sich abBchrinlicb (in 
franiSfl. L'ebereetEung) ein Scbreiben ebenfalls dat. Berlin 2. Juli bei nnaern Aotco. 
Es heisst darin, die Kfinigin von Polen werde morgen abreiten; er, der Oesandte, «oUe 
noch einige Tage in Berlin verweilen und dann dem Könige von Sohwedeo entgegen 
gehen, um bei diesem eine letite Anatrengung tu Gtinsteo de* Frieden« mit Polen 
in machen. Zu demselben Behnf erwarte man auch de Iiombrea in Berlin. 



:,1^tOO»^Ic 



Die Königin van Polen in Berlin. J73 

70n ihm die Stimnrnng dieses Hofes zd erfahren. Sie hat ihn gefragt, ob 
man nicht die EorfürEtin gewinnen Ifönne, woraufBloudel erwidert: „cette 
altease a tes plus beaux sentiraents du munde et la meilleure volontä; 
mais outre qu'elle se mele peu dea affaires de aou man, eur l'esprit 
duquel eile a pourtant un puiBsant ascendant, eile a beaucoup de d6- 
f^rence pour sa märe, que Votre Majestii sait bien Stre dans des sen- 
timents contraires aux siens." dci^hwohl „Votre M^estä u'aurait Ja- 
mals 8U choisir une saisou plus propre que celle-ci et pendant l'absence 
des deux principaux fauteurs des int^rets d'Autriche, Schwerin et 
Weimann'"). ^Bofin,' dit-elle, il faut tächer de le') s^parer des 
Autrichiens et se eervir de lui pour porter le roi de SuMe k la paix 
de Pologne." Blondel erinnert dagegen au den Vertrag von Bromberg; 
der Kar^rst geniesse kein Vertrauen mehr bei den Schweden. Die Kö- 
nigin: das bestätige sie denn in ihrem Gedanken, dass nur Frankreich 
Urheber eines so grossen Gutes werden könne. Bloudel: Auch diese» 
ist durch die Angelegenheit mit den I'ässeu discreditirt. Die Königin: 
Aber de Lumbres nnd Gramout') stimmen anch zu, dass der König von 
Schweden sich erklären muss. — Das Gespräch wendet sich dann auf die 
Kaiserwahl in Frankfurt. Die Königin meint, mau mü(!Hte bei dem Kurfür- 
sten darauf hinwirken, das« dieselbe noch verschoben werde, damit man nieh 
leichter der Oestreicher entledigen könne. 

Der Kurfürst erklärt Blondel, zum Kriege entschlossen zu sein, falls 
der König ?on Schweden ihn angriBTe, indem ei sich über das Misstraueu 
desselben beklagt. Blondel rechtfertigt dieses Misstranen aus den Nego- 
tiationcn des Kurfürsten mit Oestreich. „Ce que j'ai fait avec eile"'), 
me dit-il, „ne tient k rien, et faites-nous la paix de Pologne, je rae 
joindrai k vous pour faire la guerre au roi de Hongrie.*" „Nous ne 
lui Toulons pas faire la guerre/ lui dis-je. . . . 

Akakia ist auf den Wunsch der Königin von Polen angekommen, 
welche ihn noch einmal an den König ron Schweden senden will. Sie ver- 
spricht Blondel dem Vice-Kanzler die Siegel zu nehmen') und will suchen 
einen Aufschub des Reichstags durchzusetzen. 

') Dieee beiden waren inm KOnige von Suhweden geeandt. {Pufendorr VII, 56. 
C. a. T. 64. Droysen p.401). 

•) D. b. den KurfQHlen. 

*) Der Herzog Anton v. Qramont, franz. Gee. in Frankfurt, vgl. oben p. 144. 2). 

*) D' h. der Alliancevertrag vom Februar. 

') Vgl. Lettrea de Tteinojet» p. 434 (dat. 21 Jail)«t 16&8). Notre grand- 
cbancelier (Korjcinaki) est tnort le 14 de oe tnoii. 11 avait le« Inclinationa toute« 
franvaisee; le vioe-chancelier (Andrea* Triebieki vgl. Bndawaki p. 391) 
tei B toutea anetriaqnea; maia il faut qu'il quitte lei BCBauz, ajant 
iti fait dvSque de Cracovie. Od doone le petil loean an grand-iecr^taire ap- 
peli Praimowiki, et je croii qn'on donnera le grand an palatin de Posnanie, 
nurdcbal da la reine, appelä Leaojnskl. 



>vGoo»^lc 



174 ^^- Borichrc von 1657 bi» 1668. 

Die Earfarstin hat Blondel gestern vereicbert: „que la reine lui avait 
dit que quoiqu'elle ne jug^eät pas qu'ane aasembl^e pour 1a paiz p&t 
faire autre effet que de donner avantage au roi de Suade, pour ee ju- 
Btifier n^anmoins auprSs de M. l'ölecteur, eile procurerait lea paeee- 
ports, s'il t^moignait empreseement pour les avoir; qu'elle pourrait 
laisaer Ici auprSs de S. A. i\. le palatio de Poananie, qui est cbar^ 
des pleiiift-pouvoirs de Pologoe pour lä paix, afin qu'il pflt la n^goeier 
avec le roi de Su^de aous pr^texte de son aceommodement particulier." 

Gestern Abend hat eich die Königin von Polen bei Blondel über 
Schweden and Frankreich behl^t: eie wolle von einer Versammlang dnrch- 
ans nichts hören, weil die Oestreicher nnd Moscowiter nichts davon vissea 
wollten. Schweden muss Geld fUr Preussen nehmen — oder Polen in dea 
Händen jener beiden sehen, nnd hierauf bin wolle sie nun in allem Kmste 
arbeiten. Hiebei bleibt die Königin hartnäckig. Son inquiätude et sod 
chagrin extreme jotnts k celui que j'ai remarqu^ dajiB les yeux de 
Leurs Aitesses me fönt croire qu'ile ne Bont point satisfaits Tun de 
l'autre, et que la reine n'a point ici rencontr^ ce qu'elle cherchait, seit 
qu'elle Toie cette cour trop abandonn^e aux Autricbiens, aoit qu'elle 
apprähende, ainsi qu'il y a beaucoup d'appareoce, que le voisinage du 
roi de Su^de ue lui fasse prendre de nourelles r^solutions, puisque 
cette majest^ ... est ä Gottorp, ... et que Schwerin a £crit en des 
termes qu( ötent A l'^lecteur tout espoir d'accommodement , s'il ne se 
r^Bout & däfaire de ses tronpea uu ä donner des places de sflretä. 
Er meldet, Scblippenbach habe ihm gesagt, der König von Schweden 
erkläre, künftig (dorönavaut) den Polen eine gewaltige Geldsumme für 
Prenasen geben zn wollen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 16. Juli 1658. 
16. Jnlt. Die Abgesandten des Kurnir8t«ncollegiams ') reisen beute nach Polen 

ab. Blondel beklagt sich gegen den von Mainz über die fHihere Haltung 
der sächeischen, welche den Kurfürsten der Zustimmung znm Kriege und 
des Schutzes des Kurcollegioms versichert. . , . Der Knrfiirst bemüht eich 
jetzt eifrig für die Kaieerwahl nnd wird von Oestreich angetrieben znr Er- 
mässigung des Frankreich betreffenden Artikels beizutragen. Gleichwohl 
hat ihm Blondel noch gestern für sein bezügliches Verhalten gedankt, da 
er ja nnr noch der Aasgleichung wegen ') bei ihm verweilt. Der Kur- 
fürst erwidert, dass er einen Brief des Königs im gleichen Sinne erhal- 
ten habe, und er werde fest bleiben. Indessen sprang er zweimal anf ein 
anderes Gespräch über und schloss: „que comme on travaille präsen- 

■) Tgl. oben Depetche an die GtutidWn Id FrankAirt Tom IB. Jnni p. ITO 
■) D. h. deijenigoD der norditcben Angelegenheltni 



;vGoo»^lc 



Die KSnigln rno Polen in Berlin. Wahl des Kkisen. {75 

temeot k r^lectioD, il n'y avait plus rien & faire ä la capitulation." 
Blonde) ■) hat seine Ereiferung wider deo König vod SchwedeD anhö- 
ren loüeseo. Blondel wiederholt die alten französischen Versprechungen. 
„Out,'^ dit-il, „maiB cependant vous leur*) donnez de l'argent, et tous 
prätendez qu'ilfi soient euteodua dans la Kapitulation aous le nora de 
Toa alli^s." Blondel zeigt ihm ein günstiges Schreiben von Schlippeu- 
bach. „Schlippenbach," dit-il, „est un menteur; car boq maitre 
s'est däclar^ aus ambassadeurs des ilecteurs, qu'il ne Toulait point re- 
stituer la Frusse." Blondel fragt nnn, weshalb die Polen ihre Zustim- 
mung zu einer Versammlong vorenthielteu : der Kurfürst verspricht darauf 
uochmals, wenn Schweden verhandeln wolle, die Pässe von den Polen zu 
beschaffen. „Oui," dit-il, ^e le ferai, et la reine me l'a promis." — 
Ensaite il me dit que nous allions bientöt avoir un empereur. 
„Dieu veuille," dia-je, „que ce soit un empereur pacifique, et que 
ceux qui preasent son älection*) ne s'en repeutent point dans peu de 
jours." „Hat" dit-il, „la pierre en est jetie, et c'est le roi de SuMe 
qui fait l'empereur et non pas nous, puisqu'Ü nous y cootraiDt.'* — 
Die 4000 Mann des Königs von Ungarn sind in Marsch; die Königin von 
Polen hat de Lumbres bewogen, sich an den schwedischen Hof zu be- 
geben*); Blondel weiss nicht, ob derselbe hier Berlin oder Stettin passi- 
ren wird. Schwerin") ist gestern krank hier angelangt. 



Blondel an Mazarin. Dat Berlin 30. Jtili 1658. 

II y a quatre jours qu'on fit ici des feux de joie pour l'tlection ao. Juli. 

de l'empereur*), et peu de temps «uparavant on avait ordonnä des 

jefiues et des priores publiques pour le bon succäs des armea de Son 

Altesse älectorale. A präsent on travaille ä räpondre k un äcrit que 



') Er scbiebt hier die Bemerkang Aber den KnifSraten ein, er habe ant ErTahmng 
,qne Icb Bentiment« qn'il > aprti le repo« ne sont point tonjour« pareib h ceux qu'il 
avait la ntmOnie'. 

') Don Bchweden nimlicb. 

*) Vgl. aaofa Pufendorf VII, 41 eo magia noatris electionem aocelerarl urgen- 
tibaa. De, qol a rege Bneciae in itinere orat, Nioolaue Braheae legatua novam 
remoram injicerel, et qnia per Snecoi fama dedebatar (sie), ab ipaie Havelbergam peti. 

*) Vgl. Lettre« de Ueanorera p. 41» (dat. 7 juilkt l6äB) H. l'ambMudeur 
de Pranoe «'en va renconirer le roi de Bnede k Stettin; celoi de Hollande 7 est äijk 
allj pour tul faire une ddcUralion nette. — M^moires de Terlon L p. 131. 

'} Carl QuBtav hatte ihm und W ei mann in Flensburg die Andient verweigert. 
Pufendorf VII. 57. C. Q. V. 64. Theatrom Europ. VIII. 723. Londorp Acta 
publica Vm. p 33fiff. Droyaen p.402. Lettraa de Deano^er» p.423-424. 
Uim. de Terlou a. a. O. 

■) An 18. Juli war Kalier Leopold etwiblt worden. 



;vGoo»^lc 



176 ^^ BwiclitB Ton 1657 big 1658. 

lea Suidoia oat fait') sur le eiyet de la retraite de M. Schwerin, 
et DU dit qu'aussitöt que les troupCB autrichieDiies seront airivies, on 
marchera droit au roi de Su6de, que l'on sait bien n'avoir pas encore 
toutes ses troupes enseinble. Les bostilit^s ont d^ä commenc^ de 
part et d'autre en Prusse, des partie sufidois y ayant piil^ quelques 
bailliageB de l'^lecteur et lea troupee de celid-ci ayant eu ordre de ae 
joindre aux polonaises et autrichieiinea qui ont aesi^ä Tbom et qui 
le doivent prendre dans peu de joure, si od eo croit ce que Sod Altesse 
älectorale en assure. 

Bloodel hat dem Kurfürsten nadimah für seiu Verhalten in Fraiik- 
furt gedankt,, worauf dieser höflich erwidert. Bloadel führt ihm all das 
Unheil nochmalg vor Augen, welches aus seinen früheren Entschli essungen 
gefolgt ist. Aber der Kurfürst schien ihm durchaus vorbereitet auf jegli- 
ches Ereignis» nnd von der Stärke seiner Verbündeten überzeugt. ... Er 
hat Bloodel glauben machen wollen, dass die Schweden bald die Gene- 
ralstaaten und Dänemark zu Feiaden haben würden; er bat die Macht des 
Kaisers bis zur Uebertreibung hervoi^ehoben u. h. w. Blondel beklag:t 
das Unglück Deutschlands und mischt auch einige Drohungeu in Betreff 
der Freundschaftsverhältnisse bei, welche den Schweden zur Seite stünden. 
La pensie de Neubourg lui est lomböe tout aussitdt dans l'esprit, et 
il n'a pas pu s'eoipccher de ui'en parier avee troublc et d'eo paraltre 
assez interdit; et puis tout-ä-coup il m'a fait reproche que nous avions 
coDseill^ et favoris^ reutreprise que l'^lecteur palatin avait fait sur la 
forteresse d'Ehrenbreitstein. . . . A präsent il m'a asBurß qu'il espörait 
avoir quelque chose dans buit jours, apräs lesquels il irait chercber 
son ennemi*), duquel il dit qu'il a re^u de tels affronts qu'il ne peut 
eu avoir aatisfaction qu'ä coupa d'^p^e*), et qu'il ne voulait plus euten- 
dre k aucune propoaition d'acconunodement qu'en traitant conjointement 
avec ses alliäe. 

Akakia meldet, dass der König von Schweden mit der Königin von 
Polen zusammentreffen will and hat das an die letztere geschrieben: aber 
er setzt wenig Hoffnung darauf, de Lumbres Ist noch nicht am schwe- 
dischen Hofe, Terlou war noch in Kopenhagen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 6. Aug. 1658. 
i.Aag. Das Gerücht ist in der Stadt verbreitet, dass de Lumbres nnd die 
Abgesandten Englands und Hollands wieder mit einer günstigen Antwort 



■) Vgl. Theatrum Garop. VIII. p. 723 0*. Londorp l a. O. Pnfendorf 
F. W. VII. 68-60. C. Q. V. 65. 
•) Carl Qnita*. 
') Vgl. Droyfl«D p.403. 



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Die Terweigerte Audicni. Moccowitisoher Gesandter. Anhalt. ■[^^ 

ma den polaischcu Uor hier diirchkoiiituen nüriit^ii ..., cc qui a peut-^tre 
portö äon Alleflse älcctorale & coiivier la femtiie du resident |huü(IoU] 
de ne pas pr^cipiter son deiiart, quniqu'ellc ait eu ordre de soii mari 
de sc retirer ä Hambourg. Ge que jai iiiSnie dit ici des ollicos que ') 
Volre £iniuencc a fait paa»cr aupres de M. Ic protcctcur puur Tobüger 
ji en faire passer de trös-puiHsaiita eu sou niini A la cour de Su<ide 
poup cet effet y s 6t6 parfaiteiiieiit bien rev"- 

Bloudel glaubt aber trotz ulledcui, ilass <k'r Kurfüi^t l's lieber selicii 
würde, weuii die Schweden den Krieg inil ihiu anfingen, 

Blonde! an Mazarin. Dat. Berlin 13. Aug. 1658. 
Die Nachricht, welche der holländische Gesandte') gebracht bat, dass 13. Ang. 
der König von Schweden de Lnmbres erklart habe, gegen 5 Millionen 
Reichstbaler I'rensseii zurückgehen zu wollen '), hat den Hof überrascht. In- 
dessen der Kurfürst ist verständig und hofft, die Höhe der Summe werde 
erm&ssigt werden köunen. Derselbe hat vorgestern einen Courier abgesandt, 
nm die Polen zu der Verüamnilung zu drängen. Aber diese stehen viel- 
leicht zu i;ehr unter dem Eiuäusse der Oestreicher. Blundel redet dem 
Kurflirsten nicht von einer besoiidern Au^gleichnllg mit Schweden. Aber 
der polnische Reichstag wird, wegen des Mangels an Instruetiuueu. viel- 
leicht allzubalrl geschlossen, und ferner hat uian bereits an die Moscowitcr 
geaandt. — Hier in Berlin befindet sich seit drei Tagen i-iu moscowitiselier 
Gesandter ')i um lu fi'ier festcu Einigung wider die Schweden unfzufordern 
und aaaRerdem Antwort auf <lie Pruposition zu bringen, welche der Kurtiirst 
dem Czaren iui vergangeuen Winter durch eiuen (jesundten') machen Hess. 
Der Fürst von Anhalt'), der die Scbwesrer der Kurfiirstiii ') heirathen 
soll, hat Eich aus dem schwedischen Dienste verabschiedet und ist gestern 
hier eingetroffen. „Lca gönäraux cn ont grande Jalousie, puisque Ton 
parle d^& qu"U doit Commander l'annee eleetoralc." Wenn der Krieg 
in Prensseu fortdanert, so macht Se. Kurfür^tl. Durehl. sich bereit, sich 
durthin tu begeben. 

Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 20. Aug. 1658. 
Die Rüthe haben in die letzten Ansichten des KnrFiirsten eine Veräu- SO. Aug. 
deruDg gebracht. Derselbe sagte Blondel, dass in Warschau uichts zu 

•) da Hl. 

') Bin Bcfar«iben doiselben vom 17. Aug., detgl. ein »nderei rom I.Scpt. ab' 
MhiiftUcb bei den Acten. 

'■j Vgl. Lettre! de DeBnorer* p. 430— 431. 

•) B. Pnfendorf TU. 75. 

^ Filedrieh Joachim Borntio vgl. Pufendorf VII, 6. 

*) Vgl. Theatrum Eutopaenin VIII. 7C3. Orlich I. 401. 

") FriBHHin Henriette Kathaiine von Oranien. 

■Mar. tor Cuck. d. Gr. Kurninlen. U. 12 



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j 73 111. Beruhte von 1557 bi> Iffiid. 

tliiiu sei, <liisN der K(iiu<r von t^ehwpdeii ilon F'riodeu nicht wolle, vicluiclir 
nur dnruiif «lispeln', ilic l'iik'n luii ihren Allnrtt'n zu eiitiwciun und ilvn 
Vortraic mit dctn Musuimitir zu vcrliindoni , mit wcUtiom er xelliiir ein tn- 
ui|C<>ri BiiniliiisK zn si-li]ii>sM'n im Iti-grilT si'i. Als Itlonüvl liicrülH-r spöt- 
telt. i>U'ilit ih'r Kiirriir>t iU<imii(-ii liii si'iniT Bt'liaii|)tnnf:, itttss {;erui]e <1it 
KiiniR viin Schweden den Friciit-n nii-lit vt>]]f. V\td wer, sagt«.' er fi-rm-r, 
wird dem Kaiser unil mir S[Utsl'ii<-li>Hi für den ^iehtm|if (alFront) |i:el>en. dfti 
er uns lui^elhun hat' ') t'iid wenn nian nicht für die Kin^ft2ung eines Kin- 
«ers gesurgt hätte, fuhr er fort, so würde jet/.l <ler KOnip; Tun Sehweden 
mit seinen WniTen im Iteiehe siejieti. — Hloudel emuihnt ihn, den Kriege 
uieht zu i>egiiinen. ,.II taut |ninrtnnt bieii," ectiit-ü, „quc iiouB nlliitiM 
chorclicr le roi de SiuHlc oft il ent, et i]iiimd let> ((iiiiize luille homiiie:* 
quo Laniboi') eoiuimiude iJcront arrivös. il sora Uieii fort s'il iioiis 
riiBiste." „Maid, moiisieur," lui dis-je, „rcmiiercur <\vc Votre Altosm; 
a fait HO sent {!;u(>re i»acili(|iic, mÜ e«t vrai ee (ni'elle ilit." _C'e8t 
parec," (lit-il, _que Ic roi de ÖuOde a oomnionc^ lui-m^inc la puerre 
(lans reiiipire, |iroiiaiit de« qiiartiors siir los t.Hat8 dti duc de Laiien- 
boiirg, ^)ar laftront qii'il m'a fait et parcc quil n otfeneä renipcroiir 
daiis luorit qu'il a [mblie." ... 

Lc leudeiiiain il ciit iiouvello de rcmbarqucuicat du roi de WuC'do. 
et coaiiiie Ic piiiiee de Kad/.i»'ill est pour sen ulfaire» particuliöre« 
k Yaraovie, (|iie la iiieilleure partie de hos troupes do Fnii^se e«t de- 
vant T!ii>rii, ot quo la ville de Kiviiigsbcrg peut etrc forcöe en quutrv 
heurcs, la eoiiHternatioii na pas dte mediocrc en cette oour. . . . Los 
»rdrcM oiit ete au»Miti'>t diHtribnös aiix tnnipe« de s'aesomliler et niar- 
clier vors la l'nw«o. ... .'-^i-hwcrin ist in Verlegetdieit , d'autant plus 
que le priiite d'Aiilialt ... parle t\>rt haut de» mauvniä cuuseils du 
leiecteiir et de la I'aiiHsete de« rapportü dont un rcutrotiont; il a'eat uifiue 
dit que le n« de Suede vnulait faire voir Ä lelcetour uiie lettre qui 
reud eonqile do l'argeiit qui a öti> dJittribne par LUola. AI« Tag 
der Ahrt-isc ist diT niirhsti- MonluK in Aussicht getiiminien. Die Üestrei- 
i'her haben den Kurliirsten iii-reits wisM-n lassen, dus« siu en gern scheu 
wurden, wenn itlimdi'l iim nielit hegleilc ), Dn a VU en eette COUr dem 



') Boxiuht »irli «iif ilii' VcrwoigiTUiig der Amlicni JD Klenaburg; anch die Oc. 
■andiachafi dea Ku reell egiu in h liaiti; t'nrt (iiialav in rerUixender WciM behandvll 
(»gl. Droy.en p.40J). 

'} KaUei'lloliur Uviu'rul. Vjjl. „ben [i, 83. 

■) Vgl. l'urc'iidurf VII. >JT. Aal vUctor montrtn Uallurum cxploraue coDlentui^, 
inutili ■niiciliw (inllicnv ■ü'lvntatiuui.' aoi'ÜH Fuipicandi ■niam pravberc uollbat. t'nde 
tmm inidlexisavt Uluiidcllii injunctuni, ut ipaum in cipcditioncin UolMtiean tequc- 
retur, per auoa id inodcxie diaauadcbm, velul Casiarsia peaullarium 
tractatnum auapicionum praebilurum; qiiod et ilüa ipaoiii comltari enpien- 



:,L_tOO<^IC 



Abreise des Eurfarsten. 179 

lettres Gentes de Hollande qui raarquent que messieure leg Etats vou- 
draieot bien que inonBißur Ic Prioce travaUlait ä se readre niaitre 
lies Pays-baa. — 

Bloiidel iiii Mazarlii. Dat. Berlin 27. Aug. 1658. 
Die braiidenburgischeu Miüist*r, so erfährt er, „onj fait ferire en Po- 27. Aug. 
lo^ne puur detruire toute la cr^auce que lea Pulonaia auraient pu don- 
ner aus propositions de M. de l>umbrea." Der Kurfürst, „part saBS 
faute apr^s-dcmain, pour aller k Crosseu prendre cong6 de madame 
r^lectrice sa in^re et joiodre euauite BOQ.arm^e qui l'atteud aur la fron- 
tiöre." Der Fürst vou Anhalt folgt später, üraf Dohiia') bleibt als 
der I'roviuz zurück. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 3. Sept. 1658. 
Die dänischen Angelegenheiten erregen hier viele TJürnhe, ohne dass 3- Sept. 
man gewisse Nachrichten hatte. Man beginnt selbst an der Reise nach 
PreusBen ku zweifeln.' Der Kurfürst und seine Gemahlin sind noch in Cros- 
sen. Blondel schreibt an d« Lnmbres mit Rücksicht auf die Versiche- 
rungen, welche der Kurfürst noch vor seiner Abreise dem holländischen 
Gesandten gegeben hat. Indess hat er erfahren, dass der brande uburgische 
Minister dort auf dem (polnischen) Reichstage bereits eine andere Sprache 
fuhrt. — Moritz von Nassau ist vorgestern angekommen. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 10. Sept. 1653. 
Veränderte Entschliessung des Kurfürsten seit seiner Rückkehr von 10. Sept. 
Crossen, welche ihre eigenen Urheber zittern macht. Montecuculi (zu- 
sammen mitCzarnecki) bat Befehl erhalten, hierher zu kommen'). Kach- 
Bten Donnerstag wird mau, wie es heisst, die Oder auf einer Schiffbrücke 
zwischen Küstriii und Frankfurt passiren. Die — Dänemark günstigen — 
Nachrichten aus Holland und die Ankunft- eines holländischen Gesandten 
fördern jene Entsehliessnng. Der Kurfürst hat vor seiner Abreise die Stellen 
vertheilt: Sparr wird Feldmarechall , Derflinger (an Sparr's Stelle) 
Qenerat der Artillerie, der Fürst vou Anhalt (anstatt Derflinger'a) 
•General der Cavallerie und Gouverneur der Mark'), der Graf Dohna') 



tibiu mgatam aiL Quodsi tamea quid habeal alictiiai raomenti, Htwiliurguiti m 
coDferret, ac de eo per lilerai sibi cotnmuniciret. DToytea p. 432— 433. 

') Gr«f ChrUliao Albreoht von Dohn« (b. Orlich L p.496). 

■) Vgl. Lettrea de DesDoyera p. 438. 441. 

') 8. du Bettallungipateiit Priedricli Wilbelm's für den Fürsten (dal. CCln 
■D der Spree 30. Aog. 1658) bei Orlich 111. 350-351; vgl. 1. 412. 

') Vg), oben. 

12« 



;vGoo»^lc 



^gO "^ Beneble vod 1657 bis 1658. 

Generallientenant des letztereD, Schwerin (trelchem der Titel eines Kanz- 
lers des Kurfürstpu nicht mehr genug ist) Präsident seines ConseiU und 

seiner Staaten (ötats) '). Der moscowitische Gesandte') reist heute ab. 
Postscriptum. Montecuculi wird heute in Berlin sein. 



Der Kurfiirst an Ludwig XIV. Dat. Coln a. d. Sp. 7. Sept. 1658. 

(Abschrirt.) 

[QrQnde, ans nelclien der KurfQrat zum Kriege gegen den KSnig von Schweden 

Serenissime et potentissinie Res, 
Doniine cognate et aflinis colendissirae ! 
t. Quantum pro reducenda inter serenissimos Sueciae et Daniae reges 

pace et amicitia Danicisque etiam in Bacro Romano imperio sitia pro- 
vincÜB amiBsa qnietc iterum rcddenda laboris atque curae Impensum 
fuerit, id Majestät! Vestrae tanqiiam mediatomm primo non poteat non 
esse quam notissimum. Arbitrabantur cum Majeslate Vcstra et iis 
qui praeterea ntediatorum partes tuiie Bubibant alii oranes, facta hac 
pace abundc aatia provisum screuissimo rogi regnoque Sueciae et ma- 
gnam non modo potentiae eins factam acccBsionem, sed et ita nunc 
coarctatam et in ordinem redactam Daniaui esse, ut nemo facjle, iie- 
dum Hucci estimeseeie debcant iaceri et a se ipsia perpetuo obseasi 
regni iram; praccipue cum Serenissimus rex Daniae utut sibi regnis- 
que et succcssorihus suis admodum noxia ad amussim tarnen adim- 
plevit conclusa pacta et praeterea niulta et magna alia ad lubitum Sue- 
eonim et ad praeseriptam ab iis forraulam coactus cesserit, ea spe 
fretus, fore non minus a Sueois publice datam et tantis sponsoribus 
vallatam fidem servatum sancteque' promissa regie et Christiane adiui- 
pletum iri. Verum, ut plures alü. ita et optimus rex populusque sub 
(ide et pace öuecica passi sunt. ... Id vero persuaderi non potuisset 
futurum, ad quod tarnen delapsa Suecorum impietas et ad quud sine 
dubio Vestra Majestas et omnes christianac potest&tes nobiscum ob- 
stupuere, postquam nempe a Danicis ministris reiatum est, in sere- 
nissimum regem Daniae eiusque liberos, regna et provincias etiam in 
Imperio sitas, in libertatem, ritam atque fortuuam innoceutissimorum, 
non audito hactenus inter cbristianos exemplo, clancularie, coutra pu- 



') Schwerin wurde im October 165ä »um ersten Min ia (er und ObetprasideotMi 

des Geh. Ralha und von allen Etata-, Justiz- und Lehenasachen ernannt, s. Elap- 
toth u. Coeraar p.850. 

■) Vgl. oben p, 177. 



>vGoo»^lc 



OrQnde des KiirTürBlen zum Kriege gegen Bchveden. ]g{ 

blicam fidem, contra modo concluBam et & Danica parte impletam pa- 
cem, contra decus et gloriam potentisBimorum mediatorum, contra omuia 
denique divina humanaque iura, certa et con&tituta die coniuratum, ut 
securi et nihil tale metuentes 8ub specie amicitiae et fraternitatis ad 
unum omnes aut raactarentiir aut tanien, rege regiaquG prole regnis 
provinciisque etiam in Imperio Romano sitiB penitus exutis, rex cum 
prole in captivitatem , populus vero in perpetuau servitutem detrude- 
retur, et quod quoque coniuratio baec destinata die ex occulto eru- 
perit, et non Seelandiam modo et in rc^a Bede Hafnia serenisBimum 
regem Daniae ipsc serenissimua rex Sueciac liostititer aggrcssuE, sed 
et Hacri Komani Imperii provincias et feuda Westphalica pace compre- 
hensa, contra hanc et Sueco-Danicam paccm, vi publica et armala manu 
per BUGS invaserit oppngnaveritque eaque et alia oninia plus quam ho- 
stilia uequedum continuet et paces pubiicas publice temeret. Quam per- 
v^rsam rerum faciem dum penitius aspicicbamus simulque cum cura ra- 
tionem inibamuB, quomodo intanta fidei publicae lubricitate communi 
et noBtri securitati consuli poseit, tanta nobiB obser^'abanfur ') momenta 
et pondera rerum, ut[?]') praesentissima perpetuaque pericula omnibus 
vicinis et nobis inprimis Imniinere deprehenderemus, um eadem in 
tempore iustiB consiliia bono cum Dco averti, ambitioni, qnae hactenus 
libere et absque nlla fere oppositione vicinoriim capitibus ac tortunie 
pro aninii libidine insultavit, termini -poni, ante omnift vero regnum 
Daniae ab iniustiasima hac oppresBione vindieari eique et vicinis tan- 
dem pax et quies restitui possit. Cumqne hactenus tantiim abfuerit, 
ut apud BcreuiBBimum regem iiJueciac pacis consilia, licet omnibuB modis 
et vÜB tentata. locum invenerint, ut potius semper . . . eadem elusa 
sint, praeterea nos indignc admodum et hostiliter praeter meritum tra- 
ctaverit') et nunc pacem quoque Danicam tarn sancte tamque sollen- 
niter modo factam ruperit, adeoque nulla compoHitionis et Bincerae paciB 
ordinaria äupersit spes, non potuimus itiutius decBHe causae communi 
et nuBtrae et quasi noB ipBOB in culpa constituere, nt, superatis sub- 
iugatiBque ricinis, deuique et nos gratis dcvoremur, ideoque ad alias 
noQ minuB praeclara» et iustas actioncs Dei omniumqne gentium iure 
nos accingere coacti fuimus. Et quoniam Vestrae quoque Majestatis 
gloriae et regiae dignitatis masimopere interest sancte et inviolabiliter 



') obTeraabanlur? 
■) et Ms. 

*) Beiliht sich Wiederum aaf die den branden bürg iscliea Oesacdten 1 
Terweigerte AadienE, vgl. p. 176, 178 und weiter unten, 



:vGoo»^lc 



\Q2 Kl- ll<)r'<;hto roa 1637 bia ll}5tf. 

Eiervari quae quasi se fideiiiBsiirc ]>Hblice acta et concInsA Bunt, inter- 
quc VcBtmiii »Rjcstatciu et hob iiifiiciita }inctenuB amicilia culta eit et 
fue<lerc intiupor inutiio iuucti udliuc touenuiur, iiostniratn partium exi- 
Htiriiaviinus Vcstrac Mi\)östati {laucis et in Hiuniiia tautum, (luatenus epi- 
titiilae lex i)ennittit, cxponorc outiinB quac expresaerint nobis sniiceptani 
<)efeiiHi<iniH expetlitioneni. - - DeitertoD et ilcrelictos ums in Prusfria et 
l'oloiiia a »crciiisniuio rege Hnociae contra pacta, fucdcra et promiwa 
re^a hi>Htiunu|Ho tiiuc teiiiporin arbitrio expomtos, iiti urbis, ita et 
Vectra Majetttii» novit. Novit pmetcrea, n<m nihilomiuuH amicitiae et 
pacin alutlia «»luinse, Iiostilitiites stitinsc, i)acis negotium cum Polonia 
ursisRe, conditionc» aequa» (»btuüssc'), dcnique lc{;Ht4>8 noetros pro 
pace promoveuda miüixse, eed oninia fruBtra; legaton nostros re^o qat- 
dem nomine cxceptos, «ed in noBtri opprobrium morc novo et insolito 
cum ÜB actum, audientiam denegatam, uosque luiBtes abiique nlla ex- 
ceptione adeoque indetiuite declarato» et procIamuloB. 

Cum Bereiiissinio rege Daiiiae BereniHsimuR rcx Sneciae pacem 
fceit. satiBfactioneni convent»m accepit, acc)uiBitarum provincianim titu- 
loB ascivit, iisdemtpic usus publicnnupic se cius amicum et foederatum 
profeRsus. eandem Batistactionem retiniiit, pacta nnn iniplevit et, facta 
priuB coniuratione , paoeni rupit t'rcgitquc; praeter Hitem vero maxime. 
Bub Hpeoie aniicitiae, nihil talc cogitantcs trucidari captivosque duci 
fccit! Qucmadniodam itii(|uc coiiimuiie HocietatiB et chriBtianitatiB vin- 
culum ad iiiiuBtc opprcBBorum vindirandarii et dctendendam italutem 
nmnes et KinguloB incitat coptqne. ner dubitamus'), quin hoc tarn bo]- 
lenniter coninratuni iiacitVagium excitaturum wit optimo» quoHque reges 
et princtpCH et iiqtrimiH Vcstram qiiotjue MajcKtatciii, ita no» plures tnaio- 
reijquc ad praesens negotium citaut urgeiitque cauxap. I*nieterquam enim 
quod couBtans et Bincera ainicitia intcr BureniB»inioB reges Uaniae et 
nostram domum eU'cIi>ralem continua »erie intorcesBcrit et utraque do- 
muR aretiuri eonBanguinilatis et coniunctioniH iure cohaereat, eerenis- 
mmuB res Daniac ut et statu» pro%incialcB terrae IIolBaticac insuper 
per «mnia iura et sacra detetiBioiiis auxilia in tiiBc-e suis auguBtiis et 
ininstisBima i>ppreB8iuue a nubis pelierunt et flagituvcnint. I>einde, 
<[uvd Holsatiani spectat, etiain non rogatos et uiouito» jniratfts inbet 
esse Westphalica HacrJ Konmni Imperii pax et aliae Gcnnnniae eon- 
Btitutiones, contra qua» Holsiitia, Imperii provincia, turbatur, prcmitur, 
vastatur et coniurnta iniustisBimaquc vi oppugnatur. Uenique niagnae 



'} obtuditM Hl. 
'} dabitemu« Ma. 



>vGoo»^lc 



Oründe lam Krieg« gegon ScbwcdoD. 183 

harum terramm partis euccessio uti maioribus ita nobis posterisque 
nostri» destinata et ciuaesita, quam bi, <]uaDtum in nobis est, vel nobis 
ipsis vel etiam Sacro Romauo Imperio, cuius nun postremum niembnim 
Bunius, iutenerti et ab eo abscindi pateremur iioc oniiics oostras vires 
contra inteudercmus, in nos et posteros uostros cssemus ineurii, a Sacro 
Romano Imperio vero negloeti ') ofßcii a<^cußareiRnr iiec faceiemus quod 
electorem et principeni Germanum pro patria sua deceret. Itaque cum 
nulla ni«i in armis Bpes, dcfeusiunem adornavinius contra cum, qui se 
sponto sua hoetem Dobi» dcclaraverit , nobisque et provinciie nostris 
oblata occa«ioiie iahiat; qui foedera et pacta sancle iniit, eed foede- 
ratos et socios contra omue fas deaeruit hostibugque expoauit; qui 
paces Bolenuiter fecit et maximum ex iis lucrum cepit, sed, retento 
lacru, easdeni temcre fregit; qui fidem publice dedit, sed et public« 
(emeravit; qui oraniuni turbarum et belloruni inter cbristianos fax et 
tuba, omnium chriatianorum ideo indignatioitem proraeruit. Haec arma 
itaque uti a Dobia ex iusta et oecessaria causa, nee io eum tinem, ut 
pedem maoumque promovere et alietia apprehendere velimus, suscepta 
eint, sed eo directa, ut tantum iniuste 0))pressi liberentur, turbata vero 
amiesaquc pax et tranquillitas priatino buo nitori reddatur et restitua- 
tur, adeoque serenisBimus rex Öueciae ad eauilem promovendara et ac- 
celerandammagiB magisque disponatur; ita pietati, amori, fidei et iu- 
stitiae huic favcntem Deum . . ., faveutes omnes et singulos cbristianos 
reges, principe» et respubUcas, faventem dcnicpie quoque Vestram in- 
primis Majestäten), quae hereditario et pro))rio iure christianissima non 
loinuEi quam iusta audit, speramus et corto serioquc credimus, immo 
coofidimus, VcBtram Majestäten! co simul laboraturam, ne totus nego- 
tiantium orbie. oecupato Baltici maris absoluto dominio, Sueconim veeti- 
galis et tributanuB perpetuo omnium regaorum damno et periculo effi- 
ciatur. Bisce Vestram Majei^latem divinae protection! commendantes, 
eidem proBperrimos rerum successuB apprccamur. 

Dedimus in arce noutra Coloniae ad Spream die 7 SeptembriB 
anno salutis bumanae 1658. — Regiae Majestatis Vestrae — . . . cogna- 
tU8 et afifinis ofiScioBissirnua — Fridericus Wilhelmus Elector. 



Blondel an Mazarin. Dat. Berlin 17. Sept. 1658. 
Er hat versucht, dem Kurfürsten ue«e Hoffnungen auf die Mission A ka- 17. Sopt. 
kia' B einzuflösBen, der sich jetzt mit gemässigtereu Bedingungen nach Polen 



>vGoo»^lc 



jg4 '"■ Berichte ron 1657 bis 1658. 

begebe'), indem er äasserte, dass nichtK mehr die Polen verhindern dürft« 
,fiich ZD rersammeln". Der KurfürBt erwidert, dass jene allerdings lediglich 
das Misstrauen davon abhielte, und sagt Blondel, dang er Akakia gern 
auf seiner Durehreise sehen würde. Er sagt ihm ferner, die geheimen Ver- 
handlungen zwischen Schweden und dem Hause Oestreieh betreffend, der 
Kaiser habe ihm alle iu dieser Hinsieht ihm gemachten Tori^chläge mitge- 
theilt. Er wollte auch Blondel seinen Brief schon zeigen, aber er anter- 
liess dies dann doch. .,Je sais bien," die-je, ..qu'il aura donii^ part k 
Votre Altesse des ehoges quelle aura pu appreodre d'ailleurs. Mais 
croit-elle qu'ou lui ait tout dit?" .„J'eii doute fort," dit-elle, _et la 
däclaration que M. de Montecuculi fit hier me confirme dans cette 
apprähenBion qu'il ne veut paa s'appliquer k l'exÄcution du dessein que 
je lui ai communiqu^, et le pr^texte qu'il prend d'avoir besoin de dou- 
veaux ordre» de son maitre cominBnce & me le rendre suspect." ^Maig," 
me dit-elle, „quel sentimetit croyez-vous qu'ou alt en France snr la 
demiöre action du roi de Suöde? Ne croyez-vous pas qu'elle soit 
oblig^e de se rCBseiitir du tort qu'on fait h sa r^putation par la rup- 
ture d'un traitö') dont eile est garante?" Blonde) entschuldigt sich 
wegen einer Antwort mit seinem Mangel an Weisungen vom Hofe. ... 

Man nimmt viel GeschiitK mit. Gilt es Wismar oder Stettin? — 
Schwerin tadelt gegen Blondel das Verhalten P'rankrciehs , TerJon 
bitte besser gethan, sich, gleich ihm, zurückzuziehen. „Pourtant," dit-il," 
„ia conduite que nous avuus teiiue jusqu'ici a 6tÄ louee de Son Emi- 
nence, et M. Servien')." dit-il, ,.ä ce qu'ou rae maude'), en a parlö 
dane des temiee d'admiration, ce qui est bien ^luign^ dos discours que 
TouB avez tenus & madame l'^Iectrice.'* . , . 

Quoique, Cüinrae j'ai d^jä dit, leg Hu^dois aient fait leur paix avec 
le MoBcovite, et que öon Altesse 61ecforale se plai^e hautement que 
ceux-lä aient falsifi^ sa signature et son cachet, pour faclliler leur 
dessein'), eile ne pcrd pas l'espörance de faire changer la rßsolution 
du grand-duc par le moycn de son ambassadeur qui partit d'ici l'autre 
semaine, aprös avoir iti bien rögalö k cette tin'). — 



') Vgl. Lattrea do Desnoyers p.453. 

*) Des Roeskilder Frieden i, 
, ') Brand ichrieb voa SerTiea (26. JuliJ «durch dessen Kopf das gante deut- 
sche nad polnische Wesen gehet nnd daneben nicht allzufest auf schwedisobec 8eite 
steht*. Danach offenbar Pafendorf: Abel Sorvientns, penea quem Ocrmanico- 
mm et Poloaicarum oegotiomm tnno cura erat, Suecis non admodam addictus (VII. 
bi). Tgl. Droyaen p. 432. Forsch, p.38. 

') Beiiebl sich auf die Berichte Christoph v. Btand'e. 

') Vgl. Dtoysen p. 420. FurendorfC. Q. V. 92. 122. 

") Vgl oben p. 180. 



>vGoo»^lc 



Abberufung Blundel'! Der Kurfiinl in IIolBlciii. |g5 

Jena an den Kaiser gesiindt'), Wcimuuii iiiu-li Eiifrlttiid. Der letz- 
tere ist deijenigc _4 l'arrivtc (luqiiel la r^sulutioii finale <ic l'unioii ä la 
roaisoa d'Autriche a et6 priße"'). — 



Maziiriii mi Blondcl. Dat. riT.Scjit. 1658. 
(AbHchrill.) 
Blondcl winl zarückhenileii , indem er zupKiili das Lob des t'ardi- 2(,»fcpt. 
nals niid Sr. Maj. erhält. 



Mazariii an Blondel. Dat. Paris 4. Üet. lt)58. 
^ Abschrift.) 
Die am kuriiirstlkhen Hofr verbreiteten schlechten Xaeliriehteu aus 4.0«. 
Polen waren falsch. Mail hat dun die Vorsehhige dt's Ilerni de Lum- 
bres nicht TenvorTeii, die Veniiittehiiig; FraiilcreiehK ist zugelasseu, die Coui- 
mifEuien and die \'ersammlun(;sone l>i'stiniiiii. Je votis dccourrirai cn- 
8uite an secrel qui conccruc Ic Menice de M, l'^lcctcur; c'est qu'övi- 
demment les AutrichienH nc travailleiit ([u'ä »ttahlir danx In l'rututc . . . ; 
i]ae c'CBt lä causf pour la([uol[c ils y oiit gruttsi Icitr nmi^e jusi^u'A 
vingt millc honimes (obwohl ihr ^'ert^ut^ mit den I'oJen sie nur ver|>fliehtet 
12,000 ED geben). Die Polen sind in VerzweiHnnft über diese Üästo, ~- 
Da§ war anch der Grund, ans weleheni Mi>nteeueu]i sieh weigerte <lein 
Korflirsteu zu folgen. Der letztere wird ilhrigens trotz alledem die Thiir 
TOD Seiten dpK Könige niemals verseliloi^sen Rnden -- und soll sieh mit 
dem Könige von Schweden wieder versr^hneii. 



Blonclel an Mazariii. Dat. Merlin 23. Oct. 1658. 

Der KnrTurst ist in Tlolstein. Illondel hnt ihm >eine Abreis<- schrift- 22.0et 
lieh angezeigt. Kr hat die Knrl'iirsiin gesiii-oeheii ..ijui pnniit »eruuver 
de l'itat des affaires i»r<Si*entcB de win marj-. Er tadelt derselben ge- 
genüher das Verhalten der Uet^andten ^r. Uurehl. in Tuleii und spricht ihr 
»on der NicderloKKung (iJtablissenient) der üestreieher in Preussen. — 

Nun begiebt er sich — über Wien — zum Orotshemi ). 



') Friedrieb Ton Jeni (Tgl. rureodäit VII. 63. 
■) Vgl. oben. 

Ö Vgl. Drori«ii OcMbkbM der pr«u»iKhen Politik III. '2. p. 433. Oben 
p. 117—116. -222. 



>vGoo»^lc 



jgg 11[- Berichte tod 1657 bU 1658. 

Mazarin an den Kurfürsten. Dat. Dijon 14. Nov. 1658. 
(Abschrift.) 
14. Nov. BeglanbigungsBchreibcQ für den tirafeo vod VagDöe '), ^personne de 

naiseance et de m^rite et mou ami tr^B-particulier". 



') Derielbe wiirds dann krank uud durch KTiachmanii erneut (vgl. i 
füllenden Ahschnill]. 



>vGoo»^lc 



IV. 

Berichte von 1659. 

(Frischmann.) 



DiqiOMwGoOl^lC 



„Gooi^lc 



Einleitung. 



In das Jahr 1659 fällt Frtschmann's Seudnng an den Kurfürsten: 
sie wurde ihm an Stelle des — inzwischen erkrankten — Grafen de la 
Vagnöe übertragen. 

Johann Frischmann') vat ein ftechtsgelehrter , welcher zu Strass- 
boi|5 Doctor geworden war. Erst Ratli des Herzogs von Würtemberg zu 
Mömpelgard, warde er dann Iran zöfis eher Re^^ident in Straüsburg. Er ver- 
blieb in diesem Posten bis zum Jahr lti78, wo er sieh nni-h Paris begab 
und fungirte später bei der französisehen Gesandti^chaft in Kegeni'barg. 
Ebenfalls Publici^t, zeigte er in diesem lieml' .mehr Stirn als Geist-, sodass 
man besonders seine ^protcrvia- hervorgihoben hat. lieber seine Schrill 
Aniinonim in Europa et viciua Asia motu» de Snecici belli motu in Polonia, 
welche eine sehr entschieden schwedische Auschauung Tcrtritt und aller 
Wahrscheinlichkeit nach mit schwedischem Geldc bezahlt wurde, handelt 
Drojsen in seinem schon* mehrfach citirten Aufsatze in den „Forächuugon 
ZOT deutschen Geschichte"' ausführlich. Durch ihre eigene Stilweise, ihre cpi- 
gnunmatisch überraschenden Wendungen machte jenes Buch den lebhaftesten, 
nftchhaltigsten Eindruck. Ein ferneres erschien 16ö7 und führte den Titel.- 
Causa regum heri et hodie tntcr se belligerantiuiu, der Verfasser bezeichnet 
aich auf demselben eben schon als Residenten. Den Wahlverhandlungen 
in Frankfurt (165T — 1658) hat er dann eine Reihe von Brochüren gewidmet, 
in welchen die deutschen Höfe mit grosser Insolenz behandelt wurden. 
Attch sondt noch wirkte er literarisch, so ist z. B. im J. 1635 zn Strassburg 
«ine Ausgabe von des jüugeren Plinius Pancgyricus auf Trajau durch 
ihn erachieneu. 

Ton Friachmaun'a Berichten aa^t Droyscu'), dass sie „mehr das 



') VfL Ober ihn und Mino SinduDg Pnfeadorf Till. 4). Droysen, For- 
• ehnnfcn a.a.O. p.36ff., Oaaob. der pranii. Politik 111. 3. p.448. 

'J Foriehongan p. 38. — Uaber eine Schrift Fiiiebmanu*! die polnitcbe 
KDoigfwahl t. J. 1669 betreS^nd Tgl. DrojBcn'« Beitrftge int Kritik Pufendorri 
!■ d*B BeriahUn der k. siebe. OeecUiebafi der WiMenichafleB. Pbil.-hiM. CI. 1864. 
Lp. $7. 



>vGoo»^lc 



190 IV- Berichte tod 1659. 

lebhafte Colorit anschaulicher Skizzen alfl die ruhige und eindringende Schärfe 
des Geschäft SN tils haben". Namentlich die persönliche Bedeutung dieses 
Kurfürsten, mit dem er verhandelte, blieb auch ihm gänzlich rerborgen. 
^Hr selbst erscheint da natürlich als der bei Weitem superiore Geist, der 
Kurfürst wie ein Herr, der sich weder zu beuehmen noch zu beherrschen 
weiss, der Dinge sagt und thut, welche seine Itathe und Oavaliere in äusser- 
ste Verlegenheit setzen, so dass sie es nöthig halten, ihn vor dem Herrn Ge- 
sandten förmlich zu entschuldigen." — Wir sind in der Lage, neben Excerp- 
ten aus einzelnen seiner Depeschen wenigstens grössere Bruchstücke seines 
— freilich schon an sich nicht vollsläudig erhaltenen — Gesammtberichts 
über seine damalige Sendung ver^CTent liehen zu könneu. Die ausführlichen 
I'rotocolle der mit ihm gehaltenen Conferenzen und die gleichzeitigen Be- 
richte Christoph von Brand's aus PariM'), auf welche auch Droysen 
verweist, werden das hier fehlende ergänzen. 

Die Frischmann mitgegebenen Briefe datiren vom 28. Februar, die 
letzte Fassung seiner Instruction, wie es scheint, erst vom 4. März 1669. 
Er sollte den Kurfürsten, welchen er im jütischen Feldlager gegen Schwe- 
den aufsuchte, danach vor allem aiiffordern, sich den Hülfssen düngen des 
Kaisers für Spanien nach B'landeru und Italien zu widersetzen, ihnen keinen 
Durchzug durch sein Gebiet zu gestatten, ja eventuell zuzugeben, dass die 
Truppen des Königs es übernähmen, ihnen diesen zu verwehren. Man be- 
rief sich dabei auf den Artikel: ^Et ut eo sincerior" des westphäli scheu 
Fried eDsinstrnmeuts und auf die letzte Wahlcapitulation, ausserdem auf ein 
besonderes Versprechen, welches Brand im Nameu des Kurfürsten in dieser 
Richtnug gegeben haben sollte. 

Am 17. April 1659 kam Frischmanu in Wiborg an. Kach resultat- 
losen Verhandlongen zum Theil mit dem Kurfürsten selber, zum Theil in 
Conferenzen mit Schwerin und Friedrich von Jena*), verliesg er, der 
Abberufung seines Hofes folgend, jenen im Lager gegenüber Fünen. 

Dem nämlichen Jahr gehären mehrere Briefe des Kurfürsten an Ma- 
zarin an, worin er sich über die Unterstützung Schwedens durch Frank- 
reich beklagt, sein Anftret«n 'gegen diese Macht rechtfertigt nnd damit den 
Vorwurf Mazarin's, dass er sich von den alten Maximen seines Hauses 
entfernt habe, zurückweist; in denen er ferner seine Stellung zum Ha^er 
Concert bezeichnet, seinen Augriff auf Pommern begründet, über die fran- 
zösischen lutriguen in Orange Aufklärung verlangt und sich endlich Tiir 
seinen Residenten Wicquefort verwendet. — 

Der Letztere befand sich damals in Folge seiner Veröffentlichung bus- 
hafter Libelle'), seiner Berichte an verschiedene Höfe, seiner zweideutigea 
Haltung in der Zeit der Fronde u. s. w. in sehr unangenehmen Venricke- 



') WoTon einiges bei r. OiHob L 216ff. 

*) Vgl. pDfendorf VIU. 41. Otoyaen Preusi. Politik IIL 2. p. 448 ff. 
Poraohnngen a. a. O. p.aCff. 

') Lee Historietiei de U Cour, lu Amoun dn Koi & le« äobapp4e* de« Nibcea 
de Hoa EmiDCDce >. Baenrnge Anaalea des Ptovincea-Uniea I. p. V. 



:,LtOO»^Ic 



EinleitDDg. 191 

langen. Nach Pnfendorf (VTI. 54] hätte er i^ich noch mehr den Hass 
de« Stoati^ficcretärB le Tellier als den des Cardinal s Mazarin zugezogen 
nnd Bo ward er denn, nach der förmlicbeu Accreditining Brand's als seines 
Nachfolgers, aus Frankreich' verwiesen and jia er diesem Befehl Folge zu 
leisten Terxäurate, in die Bastillc geworfen*). Hier im Gefängniss scbrieh 
er jeneti unten auszugsweise mitgetheilte Metuolre, worin er seine Gesanimt^ 
thätigbeit als braudenburgiscber Itesldent in Frankreich sowie den Zusam- 
menhang seiner Entzweiung mit dem Cardinal darlegt und fich voa den 
Beschuldigungen, welche auf ihm lasten, zn befreien sucht. 

Auf Brand's Betreibcu in Freiheit gesetzt, warde er anter militärischer 
Bedecknug nach Calais und weiter nach Holland geschafft, söhnte sich 
jedoch mit Frankreich bald genug aus, sodass Mazarin ihm Rückkehr nnd 
eine Pension anbot") nnd der französiche Qe^andt« d'Fstrades ihn in 
Geschäften verwandte. Uebrigens trat Wicquefort in Holland in die 
engste Verbindung mit Jobann de Witt, mit dem er schon ron Frank* 
reich ans eine geheime Correspondenz unterhalten hatte"). Auf die Veran- 
lassung des berühmten Rathspensionärs unternahm er es, jene gleichzeitige 
Geschichte Hollands zu schreiben, deren wir schon früher gedachten') nnd 
efhielt ans den Händen desselben alles Material dazu. Dann ward auch er 



*} Vgl. aach Wlrquefort's R^äexioaa «ur l«8 m^mairoi pour Ici ambuiadeitrs 
et r^ponae aa miniatre priaoiinier, Anhang lu T. 11. «eines .Ambasaadeur* COlo t7l5 
p. 40. — Han beklagte sein Schickaal, wie begreiflich, beiondera aach am polniachen 
Hofe. Deinoyert achreibl ('27. Sept. 1659 p.54ä); Je anii Ochri de )a diegrAue 
de M. de Wicquefort, et li lea canaes qua vous m'en ^ciivei soDt väritablea, je 
ne croi) pas qu'on aouffro aon rätabliaaeiiieiil. — Vg). oben p. 36. 137. 1} und ferner 
p. 4. 2Ö. 30. 100. 130. 

') So in einem aebr gOtigen Briefe vom 17. Jnoi 1660 («.unten;; Wicquefort 
•ollte die PenaiOD, wenn er das vorzöge, auch auiwftrta genieteen dfUfen. Vgl. 
auaaerdem R^flexiona sur lea mdmoires etc. a. ■. 0., sowie Aber aeioen Antbeil au 
* der Sendung de Leaaeine' an den KuHllraleD i. J. L£C2 unten Abschnitt V. 

*) 5 bis 6 Volumina von Briefen balle er an ihn gerichtet, worin er ihm alle 
Pariser GerQohte u. ■. w. mitiheilte, Tgl. bieröber wie Ober das Folgende Basnage 
a. a. 0. und das Avertisaement du libraire vor seiner Hiatoire des Provincei-Unies. 

*] Vgl. oben p. 3. Der erste Band erschien apHter im Raag: L'hiatoire des 
Prorincee-Uniet des PaEa-Bas depuis le parfait dtshlissement de cet ^lat par la paix 
de Munster par M. de Wicquefort, conseiller et rdsident Je L. A. S. lea princes 
de Branawic- Lunebourg et bistoriografe de N. B. lea dtata da Hollaude etc. Tome 
Premier. A la Haye chei T. Johnson. MDCCXIX. Wicquefort begann diea Werk 
■ehr bald nach dem Frieden von Breda und daehle es EunHcbat nur bis eu dieaeu 
oder hllchatena bia tum Aachener Frieden fortiarobren (Hiat. des Provincea-Unie« p. 1). 
Baanage dagegen, dem wir oben (p. 3) folgten, sagt: il avait entrepria l'hittoire 
d«t Provincei-Uniea depnia la paiz de Unnater jnsqu'k cell« de Nimbgne. — Ueber 
die Schicksale dea Buchs acheint die alleia snthentiscbB Kunde das bereit« er- 
wlhnto AvertisBement du libraire tu enthalten. Die betreffende Ansein andertetiung 
daselbst acblieast mit den Worten; Voilk eomment la pnblication de cet onvrage a 
r«etd suspendne depuis 1675, aana qu'il 7 ait jamsis eu aucun ordre de l'dtat pour 
le anpprimer on pour le d^fendre, comme le pnblio a fauasement cm. 



:vGoo»^lc 



192 IV. Berichte von 1659. 

ein Opfer der oranischcn Partei. Der Druck jenes Werks hatte bereita 
begonnen, als sein Verfasser, geheimer CorreapoDdenzen mit den Feinden 
der Republik beschuidigt, im Haag gefangen gesetzt ward (1675); man ver- 
urtheiltc ibii zu ewigem Ueränguisg und confiscirt« sein Bigentham und seioe 
Papiere "). IndesHen eutkam er bereits nach Icaum vier Jahren (1679), als 
man ihn eben nach Louwe.^tein transportiren wollte und flüchtet« an den 
Hof des Herzogs Georg Wilhelm von Celle, dem er sein Buch über 
den Botschafter widmete ' '). Doch auch von hier zog er sich, unwillig über 
den geringen Eifer, mit dem sich der genannt« Fürst für die Revocation 
seiner Venirtheilung verwandte, im Jahr 1681 wieder zurück. 

Wicquefort gehört unfraglich zn den bedeutendsten Publicisten seiner 
Zeit. Ein bewunderungswürdiges Oedachtniss unterstützte ihn in diesem 
Beruf, wie er denn mehrere Sprachen vollkommen beherrschte. Er war einer 
der gründlichsten Kenner der damaligen Verhältnisse europäischer Höfe 
und Staaten"). 



") Uebrigena nach WicqueTort's eigeDem OeilHDdiiisi mit vollem Recht a. 
BäfleiioDB p.41. 

") Aach auf dem Titel des .AmbssiiadeuT' beiBst er «onseiller aui conseiU 
d'älal et privd du duo de Brunavic et Luneboiirg - Zell. Die Hiitoire dea ProTiDcea- 
Uaiei widmete der Verleger dem Könige Oeorg l. von England. 

") Vgl. du Avertiaaemenl du libraire. Eincelnc andere von Wicqueforfs 
literarischen Leiatungen — ea kommt hier nicht darauf an aie aUmmtlich anrzutflhien 
— werden una noch, unten bei Gelegenheit Jener in der Bastille von ihm aufgeaetatcn 
Detikachrift begegnen. 



„Gooi^lc 



IV. Berichte von 1659. 

(Frischmann.) 



Der Kurfürst an Mazarin. Dat. ßipen 19. Jan. 1659'). 

(BekUgt sich Ober die CnteritülinDg; Schwedens durch Frankreich und bittet um 
solche für sich selber ] 

Monsieur, Votre ^miiieuce ae souvieudra, s'il lui pUit, des assu- 1659- 
rances qu'elie m'a fait donner, il y a quelque temps, par mon cou- 29.J»n. 
seiller d'^tat, le sieur de Brand, ä savoir, puisque j'avais m forcä 
de faire cette exp^dition de guerre dana laquelle je me trouve ä prä- 
sent, que Sa Majestä träs-chr^tienne approuverait nia rösolution et ne 
ferait aucune assistance au roi de Suade, ains plutöt qu'elie y em- 
ploierait tout le poBsible pour moyenner une paix ginßrale entre toua 
G«ux qui sont eugag^s en cette guerre präsente. K^anmoins je viens 
d'apprendre que le roi de SuSde par ses instances a obtenu nun-seu- 
lement de Sa Majeetä tröe-chr^tienne quelques grandes somines d'ar- 
gent qui lui ont ^H pay^es k Hambourg, mais aussi de si puissantea 
intercessiona que Son Ältesse le protecteur d'Angleterre en a it& per- 
Buadä d'envoyer en aa faveur et pour son aecours par deux fois une 
notable flotte. Votre Emiuence en peut bien juger saus mon avertia- 
sement, que tout cela ne aert qu'ä entretenir les inclinationa du roi 
de SuÄde de continuer la guerre qui, au jugement de tout fe moude, 
ne sont d^ä que trop grandee. C'est pourquoi Je prie Votre Eminence 
d'avoir souveuance de aes promeases d'empecher que ledit roi de 
Suide ne soit plus secoum par la France ou [l'J Angleterre ni d'hotu- 



■) Vgl. Pnfendorf VIU. 39. 
Haler, lur Guch. d. Gr. Kurninlen. U. 



;vGoo»^lc 



\ 94 tV. Boriulitc tun Iß&U. 

nicB iii d'argent, et de ne peniiettrc pas qu'il se fasse quelque chose 
au priijudicc de lalliance faitc ontre Sü Majeatö träs-chrätieane et iiioi. 
inaiH |)liit<^t, ))iiisquG le roi de äiii^de, iionobetiint rallianec susdite. a 
6tö assistii de Öa Majestii, (|u'il mc Hoit faite la mSiiie faveur. Je nie 
tieim taut aiiflure de votre ainitiü (|ue vuu» ui'avez ])lusieura fuis t^ 
iiiüigiit}c par den iiroleätatioiis ') ai HJneöres, que je ue doute iioiiit que 
Volre Kiniiicnce y coiitribuera |de| tt>ut eon pouvoir puur nie faire 
ri^ussir eii iiia deinatidc, )>our la »ollicitHtion de laquelle je 8U|i|ilit; 
Votre Eiiiiueuce de doimer libre aecea audit sieur de Brand, et coinme 
Votre Kiniiience meu obligera iiitiniinenl, ainsi je ue uianquerai patt 
de iui faire voir en toutOH^ ofcaBiou» que je awB — Mousieur — 
de Votre Emiiieiice — le trös-liunible et tr^s-atfevtionne aerviteur — 
|gez.| Friderie-fiuillauHu- Electeur — de Kii)eu oe llijanvier Uiit'X 
- A Hi>u Emiuoiioe mousieur le ciirdiual Mazarini. 

Mazaiiii iui Scliwerin. i»iit. 28. Febr. 16:'.y. 
^All8eUrill.) 
I. Febr. Maclit fivclivi'crin viol«' Klogrii und iiiiplit'lill iliiii du Hitfriclitigos Vcr- 

[raui'ti zu F ri^^oliuiHiiii. Voiji Kurtürntiii liris^t vn: coiuiuc CC u'est que 
par quelque rioicuce (|ue ta fortuue Iui a faite qu'il s'oHt un peu niia 
k l'iifart du dieuiiu que ses pöres out touu et de liiirariable liaidon 
qu'ils out eue avec la France, j'eBtinie »|ue aes luinietreA fidiile» et 6clai- 
re», eoniiue vuus etea, le porteront toiyours & y rentrer quaud il le 
pourra faire avee liouueur et avec sflrctö'). 

Mazan.i an den Kin-fiir«teii. Dat. 28. Febr. 1659. 
(Couee]»t.) 
I. F«Iir. ltp|;lBuhigungssclircilicii für Friseliuiauu. Iiu ii&iuliclieu Sinue'). 



') conieilAliona Mi. 

■) Dr..y.en p.MH. 1). 

') Druyaeii (FonehuDgvn i. d. Oeachidii« IV. p.3T. 38). ,lii einem Schrei- 
beii an den Kurmratcn i^. Fibruar ]6f)!l), in dum vr die Ankunft vinei fr*niü)i*chcn 
UeiiaDdIcn in der Peruin du* Juhann Friaehmann aukQndigle, ipracb der Car- 
dinal die wuhlwullenda Znvcraicht an*, da» der KurfdrKl dieap von der KSoigl. UaJ. 
bcrohlene t^>ndung eomniu iinu niarqap Tori mpreuB de ton aniitiä anfehen werde; 
il a euDiidilrt! qo'encure qua V. A. ue fuat un feit iIri>it>uriiJe de ic* verilablea in- 
IvrestB et dci ■nciciiiici niaxiniea de au maiiun, co n'a emij quo |iuur iin i'uup inopin^ 
et per dd vcnt uoDtraire qui l'j a pouaau'e; er leb« dar Uuffauag, daaa der KurfQrtt 
gern die ihm geboleoe Oelegenbeit ergreifen werde, auf den rcohleo Weg ta desto 
Innlgerw TeibinüuDg mit Frankreloh aurOckiukelirui.* 



;vGoo»^lc 



Absenilung und luBtructlon Fritchmnnn'B. \9h 

Mazarin an den Kurflirsten. Dat. 28. Febr. 1659. 
(Abschrift.) 
Autwort auf tlcu Uriof des Kurrürstcri vom 19. Januar '). Der t'ardinnl 2*J- Febr. 
bittet ibo, die alten .Maximoii seines Hauses ') nii-ilcraiifzuiR-linii'U uiiil SchiitK 
udU Freuodsi-haft Frankrciobs zu crprobpii. 



Instruction (tlr Fi-ischmann. Dat. Faiis 4. März 1659. 
(Abschrift.) 

Herr FrEschmauu, Itesideiit des Königs in l<tra.<sl)ur)r, soll sich znui 4. Hin. 
Kiirfürtiteu von Brandenburg bepei)en, au weli-beni Orte die.-ier sich auch 
befinde. Man hatte zu ^oleh('^ i^eiidnng bereits vor mehr als vier Monaten 
Hemi von Vagueu auscr.'ichfn '). 

Dsd Engagement des Kll^fiir^to» mit Otstroieh sidl nichLi: an seiner 
Freaodi^cbaft mit Frankreich ändern, indem Se. .Majestät glunbt. dass es 
lediglich die Xnttiwcndigkeil gewesen, welche ihn bewogen hnbe den alten 
Maximen seines Hauses so entgegenstehende Verbindungen eiiiicugehcn. — 
Ea kauu ji-de» Augenblick gesehelien, diiss der Kaiser, auf dii- Auflurderung 
der Spanier — dem Artikel ^Kt ut eo üincerior" de» Friedensinstniments 
und der Ca|iitulation zuwider — Hülfe schickt, nülirend tSe. Majestät fort- 
fährt den Frieden soviel als miiglicli z« eile ich tiTii . indem ilieselbe sogar 
eiagetvilligt hat denselben in Aiigsburg zn Terhandcbi. So erinnert denn 
der König den Kurfürsten nn Rein Verhnhen in Frunkl'uit und an seine Ua- 
rautie de.* Münütcrer Friedenc: auf keincu Füll wenigst^'ns wird derselbe 
geütatteii dürfen, da^^.-' jene Trujigien seine Staaten piissln-n. Quc hj ledit 
electeur ou se» niiiiiBtrcn, doiit lu plupart sont gugnc» |>ar lett Autri- 
chienH. vuulaicnt lA-dossiis fonnvr «{uelqiic» (i)i|H)»itioue, allegant [leut- 
Hre que la capitulation iui)it-riale detViid bieii tle piiuroir cnvover de 
liareils itccoun) aux Kiipa^nnU cii Flaiidrc et en Italie, & t|Utii £>oii 
AKeuse elcrloralc Kerait liieti-aixc de cdiitribuer »v* xDiim et »oh ofticeN 
pom lea cuiiüelicr, maix <iiic ladite ca)>itiilutioii <:<ii)teiiaiit uuiMi qu'il 
ne seraJt pat» pcnnis ü la Franee ni u see allieit de douner aucunü aa- 
BÜtanee contre rempcreiir ni coiitre se» allic». iSon Altesse eleetorale 
ayaut DäaDmoint) enlendu quc. tiunobKtaiit ccttu Obligation r£ciproque. 
M. le duG de NcuUourg*) fait de grande« inHlauce» ä Sa Majeste pour 
en a%-oir contre 8on Alteade inenie pnur r«ftc»8ive, et que Sa M^estö 
envoyail »ouvotit de« amuiMcti iiotabicu d'argeiit et l'Aiigleterre une ar- 
mfe uavale au roi de Sucde. Saditc AltCKse ei!ii)ürnit que Sa Majeitte 



'1 S. d«ni«lbeii oben p. 103. 

') a* ignibu« pantulum in -diTcrBa abieril.* Pnfendorf Vlll. 39. 

') Tgl. eben Uaiarin *d den Kurftlrat«] dnt. Dijun 14. Not. 1658 p.VM. 

*} Vgl. Pm/andorf VUI. 51. 



;vGoo»^lc 



jgg IV, Berichte von 1659. 

apporterait de mStne de 8on cötö ce qui sera n^ceaeaire pour y remfidier : 
dann wird l'^riKcbmauii so und so darauf antworten. — Indesseü wird 
diese Besoi^niss deti Kurfürsten wegfii der iieubui^iscben Verhandlung 
besi^ere Dienste leisten als irgend etwas anderes. — Sebweden ist nur wegen 
der Rückstände alter Snbsidien befriedigt worden, welche Frankreich ihm 
schuldete. — England will lediglich einen dauerhaften Frieden zwischen 
Schweden uud Däuemark herstellen und den Sund paeificireu, ebenso Praiik- 
reich. Mau darf keinen Unterschied zwischen Truppen, welche den Spa- 
niern imperatorio numiue gesandt und solchen, die ihnen um Geld überlassen 
werden, machen. Das wäre gegen das Fundament des Vertrags von Mün- 
ster, indem die Constitutioneu des Reichs selbst solche Truppe ndnrchzüge 
verbieten, wie sie bisher zu Gnnsten der Spanier durch das Reich geschehen 
sind. — Den lleschwcrdcu über die Schweden gegenüber soll sich Frisch- 
maun der Gründe bedienen, welche die durch jene veröD'entlichteu Mani- 
feste enthalten. Er wird sogar, d. h. in sehr zarter Weise, den Nutzeu 
eines FarticularTriedeus mit den Schweden darlegen, welchen der König 
garantiren würde: so dass dann der Kurfürst von dieser Seite nichts mehr 
zu furchten hätte, besonders wenn er bi die Alliance uud Defensivligue der 
anderen Kurfürsten und Reiehsstandc ') eintreten wollte. Cependant, si 
sur ce dernier chef Son Altessc ou see ininietreB faisaient quelques re- 
proehes audit FriBchniann, [ilj pourra rtipliquer qu'eucore qu'il nc 
eoit pas trop pr^eisänicnt iufonnii du fait de ladite alliance, il en sait 
Bssez pour dire quo «es ministrcs ä Franefort out assistÄ dans toutes 
les conförences qui »e sont tcuucs iiour la conclure. ... Braud hat 
vor einigen Tagen, auf be.sondern Kefehl des Kurfürsten, bereits seine Ver- 
siclierungen wegen jener Hülfsleistungen bestätigt, dass er sich denselben 
am Hofe des Kaisers widersetzen wüi-de ').... 



Frischinaiin au Mazariii. Dat. Strasabiirg 25. März 1659. 
). Uarz. Er dankt dem Cardinal, ihn aus seiner Unthätigkeit gezogen zu haben, 

„c'est-ä-dire du travail s^deutaire que j'ai pris ä faire voir au monde 
les diverses inclinations que les deux courounes oiit pour la paix." — 
Er hofft sich seiner neuen Aufgaltc gut zu entledigen, „bieil qu'elle soit 
assez delieate et difticile, et que l'absence du sieur Gravel y ait ajn 
portii le premier obstacle.'" — 



') D. h. In den Rhoinliund. 

') Der Schluas von der Areliivtiehürde zurilcVbehklten. 



„Gooi^lc 



Instructiun Friscbmann's. Der Kurfürst widerlegt Hazarin's BPnchuldigungen. IQ? 

Der Kurfürst an Mazarin. [o. D.] 7. AprH '). 

[Aolwort aaf die Anschnlüigang des Cardinili, daaa er eich ron den Maximen seioeH 
Haaae* entfenit habe. Beachnerde, dass ihm Frankteich twar «icderbolendicb Sub- 
iidieo veraprocben, aber keine babe lakoniiiieD laseeo. Er bat aeine Freundschaft 
(Sr Frankreich bewahrt, welche die Schweden aber nicht begünatigen. Der Cardinal 
»oll deshalb eine fernere Unteratüliung der letztern Terhindem. Einziger Zweck der 
Alliitlen ist die Rettung des Königs von Dänemark.) 

MoDeieur, apr^ les reiuerclineiits que les ambassadeure du Roi (7. Apr.) 
tr^B-chr^tien m'oDt faits ä FraDcfort d'avoir eu uq soId particulier de 
tout ce qtii concernait l'intär^t de la France, et apr^H les tinxf>igaa,ge» 
publies que la Sußde par aes menaces et vjotences eonnues m'a forc6 
de chercher rassistance ..,, j'ai cru que, saiiB me flatter,,je me pou- 
vaie promettre une favorable rgponse de Votre Cminence, d'autant 
plus que juequ'ici eile a jugi fort sagemeot de mcB actions, en avouant 
que la Suide m'avait contraiDt dentrer [dans] la carriöre dans laquelle 
je me trouve h präsent. Mais au Heu de quelque consolation ') et 
du support que jattendais, ayant ätä accus^ de m'etre d^tournä des 
ancienneg masimeB de ma maison*) et d'avoir quittä ramitiä de la France, 
je laisse juger ä Votre Eminence, combien sa lettre m'ait surprie. Si 
mes aocetree ont eu ces maximeB que de pröförer l'int^ret des autres 
priuces ä la conservalioo de leurs propres ötats, j'avoue') que je m'ea 
^loigue, me trouvant obligä en ma conscience ä döfendre les pajs que 
par la gräce de Dieu je possäde, et en faisant cela, je ne vois pas, 
par quelle raison je pourrais 6tre bläm^ de qui que ce soit, Votre 
Eminence est träs-bien inform^e, de quelle fafon le roi de Suöde m'a 
trait^; l'assistance que je lui ai faite quand il ätait aux abois, ne l'a 
pu d^toumer de l'app^tit qu'il a de mes pays situ^s aux bords de la 
mer Baltique, voire il les a 086 prßtendre en öchange des autres pajs 
lesquels il me promettait de les (sie) vouloir conqu^rir. Enfin ayant 
^t^ contraint de me rcuiettre avec la Pologne , ä cause qu'il m'avnit 
abandonne de son assistance, il m'a däclarä son enuemi et a rejetä 
toutes les propositions de la paix, jusqu'ä ce qu'il n'a pas touIu voir 
seulement mes ambassadeurs ') , ayant pourtant consenti ä leur venue. 
En cousid^ration de tout ceci, je m'assure que Votre Eminence, en 

') Pnfendorf VIII. 39. — Nach Dtojaen (p.449) datitt dies Schreiben vom 
7. April, nach Pufendorf vom 28. Mftra a. 8t. Eine Notiz auf dem Original selbst 
schreibt es iraig erst dem Jnni 1G39 zn. 

<) conaolidation Ms. 

') Vgl. oboD daa Schreiben Maialin's vom 28. Febr. 

•) S. Diofsen p.419. 1). 

*) Vgl. oben p. 176 ff. 



>vGoo»^lc 



^gg IV. Bericht« von 1659. 

füsant r£flexion aur la justice de 1a cause, m'absoudra elle-mSme de 
TaccuBation qu'elle m'a faite dan» ea lettre. J'euBse pu me plaindre, 
il y a long-temps, d'avoir 6t* fort n^glig^ de la France, et meme que 
quatre de ees ministres. Tun apr^s l'autre '), au nom du Roi m'ont pro- 
mis un Bubeide, sans que j'en aie Jamals vu le moindre eCTet. Müs 
j'ai*) toujours trop coueidärä la France pour lui vouloir rendre des 
reproches, moinB encore de l'accuser qu'elle ait oubli* Tamiti* ancienne 
de ma maiaoD. J'ajmc micux de prendre I'offre desdits ministres pour 
leurs propres courtoisieB que de dire que Ton ne m'füt pas tenu ies 
promessee, et j'alBsure Votre fiminence que si Ton ne m^priae pas mon 
amitiä, que je la conserve toujours encore inviolable pour la France 
et la conseiTcrai peut-6trc mieux & cette heure qu'ötant alliö avec lea 
Su^doia, leaquela ou m'enviant ce bonheur-lä ou n'ayant pas eux-memes 
de raraiti^ pour la France, ne m'ont Jamals pari* d'une autre fa^on 
que pour m'en dötoumer. Votre Eminence verra que je lui dis la 
v^rit*, auasitöt qu'elle d^sisera que la Suade s'accommode aux int*r€t« 
de tä France, et bieo pluB encore quand eile aura beaciu de boq aBsi- 
stance. Je prie donc Votre Eminence d'empßcher que l'on ne donne 
plus des subaides & la Su*de, ni que l'on aollicite dor^navant l'aaBi- 
atance anglaiae contre cet opprim* roi de Danemark, et de croire que 
ce ne sont que dea inventiooa et aoupksscs sugdoiaes, quand ils di- 
- sent que l'on cherche de ce cöt*-ci de se rendre maltre du iSund et 
des ports de la mer Baltique. Tout ce que l'on fait ne tend ä autre 
but que de remettre ledlt roi et de le aauvet pour n'Stre pas d^trön* 
par ceux qui par aa ruine ambitionnent de ae rendre maitres absoluB 
de toua, pour se moquer apräs ausai bien de la France que de nous 
autreB. 

J'ai commis le reate k mou conseiller, le aieiir de Brand, et 
surtout d'assurcr Votre Eminence, que je suis toujours et v*ritable-' 
ment etc. 

Frischmann an Mazarin. Dat. Quartier von Wiborg 

30. April 1659. 

)-Apr. ... Je m'itonne que ledit ölecteur et M, Schwerin se plaignent 

taut maintenant de ce que le Roi n'ait point Batisfait k son maitre de 

la somme') ä lui accordäe par M. de Lumbres, et le docteur Jana 

') Vgl, Pnfendotf VIII. 41. 
■) ß. DtojBen p.450. 1). 
•) Vgl. Pnfendotf VUL 41. 



>vGoo»^lc 



Verhanil langen in Wihorg, 199 

m'a dit en secret iin quart d'heure devant cette conförence, que M. 
Gravcl lui a voulii payer tadite eomme par force k Francfort; (mais 
qa']il ne l'a pas voulu accepter, faute d'ordre de M. l'ilecteur et puis- 
que 8on maltre n'en avait afiaire. Or tjuand M. Schwerin dans la 
Conference touchait ce point, je le (!) demandais en pr^sence dudit 
docteur Jona, si le Roj depnis n'avait paa voulu payer ladite eomtne 
k son maitre; il me dit que uenni. — 

Postscriptnm, Der Kurfürst hat Briefe aus dem Haag und das 
Friedensproject des Herrn de Thou ') empraiigen, worauf deruelbe mit der 
heutigen PoKt aatwort«n rnnss. 



Frischmann an Mazarin. Dat. Wiborg 3. Mai 1659. 

Er fragt au, ob er ein schriftticheü Memoire aufsetzen soll, um den 3. Mai. 
Kurfürsten zn nöthigen ebenfalls schriftlicli darauf zu antworten, und event. 
wie dasselbe gefasst sein soll. Das Geschenk für die Kurfurstin, welche 
einen grossen Einflubs auf ihren Oemabl besitzt, möge man beschleunigen; 
Schwerin ist ein enger Vertrauter derselben. Jena macht sehr den gat«n 
Franzosen. 

Postscriptum. Wrangel war bei der. Einnahme von Atsen ') in 
einen Brunnen im Schlossgarten gefallen, ist aber gerettet worden. Mao 
bat von hier 4 Regimenter commandirt, nm sie in Aalborg einzuschiffen und 
gegen die Schweden nach Fünen überzusetzen. 

Ferner beigefügt geheime Avis für den Cardinal: Schwerin hat vom 
Kaiser 50,000 Thaler erhalten, wenngleich er freilich ihm, Friscbmann, 
get^agt hat, niemals etwa» von jenem empfangen zu haben. — Man kann 
hier alles mit Geld — d. h. mit baarem — gewinnen. — Man conferirt hier 
täglich mit dem General Montecuculi. — Man beschloss gestern im Con- 
seil bei demselben nicht zu entwaffnen, bevor der König von Schweden dies 
uicbt thue: — Man äussert ganz laut, dass das Wort jenes Königs nicht 
genüge, um sieh in Verhandlungen einzulassen. — Man will als Sicherheit 
für den Frieden von demselben die Städte Stettin und Stralsund (and zwar 
ist das eine Erfindung des Kaisers zu dem Zwecke den Krieg hier zu näh- 
ren, da er wohl weiss, dass der König von S(;bweden hierein niemals wil- 
ligen wird.) — Man wird den Kurfiireten nicht losmachen, bevor man nicht 
den Frieden mit> den Königen vuu Dänemark und Polen zu Stande ge- 
bracht hat. ■ 



': t'tuiEdaiacheT OeBandter im Haag. — Es ist die Rede von dem Entwurf des 
Haag«r Concerta (vgl. Pufandort VIII. 3ff. Droyian p.444. 450;. 

1 Am 16. Dec. 1658. Pufendorf VII. 70. (Vgl. Droyaen p.422.) 



>vGoo»^lc 



200 IV- Berichte von 1659. 

Frischmann an Mazarin. Dat. Wiborg 7. Mai 1669. 

[Au^gende NachrichteD sqb dem Haag, woselbst der eogliscbe Gesandte die Un- 

terceichnung des CoDcerts himteht. Qeipr&ob mit Ciaraecki. Verlegenheit, welche 

dem KnrfOrsten Friechtnaon'e Anwesenheit beieitel. Verbältniss Brandenburgs und 

Frankreichs EU Schweden and Nenbnrg.] 

i. ... Les esprits ici sout fort alt^r^g, ayant appriB que le r^ident 

(l'Angleterre'), apr^B que le projet de paix fut dressä par rambaesa- 
deur de Sa Mf^eBte du eommun coQBentement dcB*) trois arbitres, ne 
la paB voulu st^er et encore attendre un autre ordre; üb dieent ici 
que ('a iti fait par rUBe, afin de faire mieux avancer la flotte anglaise 
et retarder la hollandaise et ainsi donner du tempB ä celle-lä pour bc 
fenner au Sund et au roi de Su6de de s'en servlr k son avautage') — 
La gön^ralitä d'ici dälib^re que faire plus long-tenips ici. Le g^ 
näral Czarnecki me dit: „doub perdoaB notre tenips, dob genB et 
ruinons notre ami ici*), qui par une imprudence dou8 a fait ce bien-lä 
d'avoir attirß notre ennemi et les malheurs de guerre chez aoi en son 
royaume, et nouB ne lui (sie!) pouvons point aider. H me dit ausBi 
qu'il ne trouve pas bon qu'ou traite la paix de Pologne ä-part en Po- 
logne; qu'il fallait traiter une paix universelle k Copenhague. Je lui 
repartis qu'ä cauee dcB int^rSt« trop diffärents cela ne se pourrait 
pas faire. 

Au rcBte, on me dit que l'^lecteur voudrait bien que je ne tusse 
pas venu ici; ma pr^sence le rend suBpect aupr^B des imp^riaux, qui 
en sont träB-jaloux, et de peur que je ne le dätache paB, ils le veu- 
lent') assermenter de nouveau, et ils me voudrajent bien faire Bortir 
d'ici. Mais pour d^tacher M. l'^eeteur de Brandebourg de leur parti, 
il me semble bon que Sa MajeBtä dispoBe auparavant le roi de Snäde 
ä quelque doueeur envers Icdit electeur. ... De plus, il me Bemble 
que coDime l'appr^hension que M. l'^lecteur a au regard de M. le duc 
de Neubourg le peut induire ä faire ce que le Roi d^sire, ainsi une 
autre raison lui puurra öter toute cette appräbension et le dtitourner 
de faire ce qu'on veut, savoir que le Roi pourra avoir la mgme apprö- 
hension qu'en assietant le due de Neubourg contre l'älecteur de Bran- 
debourg, de präsent alliä de l'empereur, il pourra attirer toutes ces 



') George Downing. 

■) de Us. 

') Vgl.' aber diese Verhftltnisse Diofsen p. 443. 

*) Den Känig von Dfinemftrk. 

') Teoillent He. 



>vGoo»^lc 



EntcB Haager Conoert. 301 

tronpee alli^es aux Pays-bas notamment ^tant forcloe de la pa» des 
rois du nord. 



Mazaiiii an FrischmaDn. Dat. Vincennes 30. Mai 1669. 
(Abschrift.) 
Prankreich wird sich aus allen Kräften bemühen, den Kurfürf^ten von 30. Mni 
Seiten des Königs von Schweden zu eichern. Der letztere wird sich auch 
gerade im gegenwärtigen Angenblick durch Frankreich dazu bewegen lassen. 
— Der König von Schweden beklagt sich über die geringe UnterstützDng, 
welche er bei Frankreich finde. Dasselbe wird nichts versäumen um den 
Frieden mit Dänemark und mit Polen herbeizuführen und sehr erfreut ii;ein 
den Kurfürsten in diesen miteintreten zu lassen. 



Der Kuritirst an Ludwig XIV.') Dat. Fanö 22. Juni 1659. 

(Abschrift.) 
[Dsph für die Mittbeilung dea Haager CoDcettH, aber inan hat bei der VureinbaruDg 
dcaielben auf leioe MiniBter keinerlei Rücksicht geDommen. Ebenso bciflcksicbtigt 
man lediglich äu schwedische Interesse bei den Verhandluagen io Polen und arbeitet 
daseihat auf einen Separatfrieden hin, nährend der Kurf. nur eioen allgemeinen Frieden 
will. Sein TerbSttniss au dem Könige von Schweden. Seine Antwort an FriaahmaDn.] 

Monseigneur et träs-honorä couein, je nie tieos infiniment Obligo 23. Juni. 
h Votre Mtüesl^ cju'il lui a plu me dooner avis du projet fait "k la 
Haye par son ambassadeur, du concert avec les d^put^s de la r^pu- 
bljque d'Angleterre et des Provinces-Unies des') Pays-baa, pour la pa- 
eification de la guerre de Dänemark, et qu'elle a ordonni & sod am- 
bassadeur de n'oublier pas aucun oflice qui puisse servir k mon aju- 
stement et & la sflret^ de mon repoB. Mais eile me permettra aussi, 
s'il lui plait, que je lui dise que taut s'eu faut que lesdits däput^s du- 
rant cette ndgociation aient communiqu^ la moindre chose &') mes 
ministres ou qu'ils leur aient seulement demandg quel int^rfitj'y avais 
it prätendre, qu'au contraire, nonobstant toutea les protcstations et re- 
moDtrances que lesdits mes ministreB leur en out faitee, ils ont traitä 
et GOnclu tout eo secret. 



') 8. Pufendorf VlII. 41. 

') dn Hg. Vgl. (tbrigens daa Sobreibou Frischinann'B an Maiarin voni 
30.AprU oben p. 199 nnd Pufendorf ». a. 0. (16. Juni) Tradebat posC Frisch- 
mauDUB UteTM a rege, quibas de pacta Hagensi «igniBcabal, oui et elector incliuns 
■il; qua via e praesentibua molestiia commode emergere posiit. lunuebatnr qnoqus 
libi reaponsam Fiisohmaiiiio datnm haut gatisfecisM: quo ipso et bio avooahattur. 



>vGoo»^lc 



202 '^- Be"c'>'e '■<"' IßSS- 

C'est') ta Bigme mani^re que je remarque dans la n^g^ociation en 
Pologue od Ion travaille seulement de faire une paix particiiliöre avec 
toutes r^flcsions sur le seul int^ret de la Su^de, au graod pr6judice 
du mien et de celui de mes alliös et A rempecheinent dune paix ge- 
nerale. Car j'asBure Vofre Majest^, comme raon int^ret et celui de 
toute ma maison consiste uniquement dans une paix aesur^e et gänä- 
rale, aiDsi je ne me saurais laisser pereuader ä une particuliere. C'est 
pourquoi je Bupplie Votre Majest^ que si eile a tant de bootä pour 
moi que de vouloir avaneer mou int^rSt, comme eile le t^moigne dans 
sa lettre et comme je me promets fermement de sa faveur, qu'il lui 
plaise d'ordonner partout h ses minietres que dor^navant ile n'üent 
autre but de leurs n^gociations que la paix g^u^rale, et que leur af- 
fectioo (laqtfelle jusqu'ä präsent a prevalu pour la seule iSuäde) soit 
tellemeat halancöe et partag^e entre tous les partis, afin que chaeuu 
puiese mettre sa confiance en eux comme eu m^diateurB. 

Touchant le roi de Siiöde, il ne se peut pas plaindre de moi avec 
raison que j'aie säpar6 ma cause et retir^ mes arm^es d'avec lee sien- 
nes; car outre ce que c'est bien lui-meme qui a fait ce dont il me 
chai^e et qui le premier s'est s^parä m'ayant abandonnä aux ennemis, 
il m'a encore os^ d^clarer son ennemi, me menacer publiquement et 
renvuyer mes ambassadeurs honteusement eans leur doiiner audience, 
et tout ceci s'eet passä avaot que l'oppreBsion du roi de Danemark et 
les si^es de'] diverses places m'out contraint de prendre les armes 
et de secourir un roi duquel je m'assure que Votre Majestä ne dösire 
pas la ruiiie. Quant h la r^pouse donn^e au resident de Votre Ma- 
jest^, le sieur Friscbmann, je m'ötonne quelle n'en a pas pris la 
satisfaction et le contentement d^sir^s, ce que pourtant je m'^tais tout- 
ä-f^t persuadä, vu que je n'ai pas encore enteadu que de tous les älec- 
teurs, mßme de ceux qui pour ce sujet sont entres en une alliance 
particuliäre avec Votre Majestö '), il y en ait qut se soit mieux d^clarä 
que moi, et j'assure Votre Majestä, comme ce n'est point une affaire 
qoi dopend de ma scule r^solution, ainsi je ne manqucrai pas de me 
confonner aux autres princes-^lecteurs ').... Et puisqu'il a plu ä Votre 
Migestä rappeler de ma cour son resident, j'esp^rc qu'il rapportera plus 
amplement, avec combien de passiou je d^sire de me maintenir en 

') Vgl. hierzu nnd zum Islzten Abnati Dropsen p. 4&9. 'i), 
') et Hl. 

') Die geiBtlichen KurrUrBten von Mainti und CSId. 

*) Pnfendorf >. a. O. Caetcrnm non le minDi qu«m collegu nrvuidaa Germ*- 
nik« [ranquillitati invigilatnrain. 



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FriKbmann'i Abbenifang. Terwendnng ätn KurfBrBtcn für Wicqiiefort. 303 

Votre biegveillaDce et d'eiitretenir toujoiire 1a bimne intplligcnce qui a 
*tt de tout temps entre Votre courimnc et nia niaianri, et qiic je rte- 
nenrerai — MouBeigneur et tr^s-lionorö cousiii — de Votre MajeM^ --- 
le tr^B-homblc et tr^ß-ob^issaut seniteur — Fricferic-Giiillauine 
Eteetenr de Branilebourg. — Camp vis-ä-vis de I'ile de Faiioe ee 

An Frischmanu. [o. D.] Juli ') 1 659. 
. (Concept.) 
Der König bat io üeHiem Conscil in seiner Gegi-riwnrt die Antwon vct- ; 
IfMQ luGCD, welche der KurfurE^t FriscbmaiiD ertbiilt hnt. Hs mikI liHriD 
Titl CaTJIIatioDeii. Man hat aber auib zu gleicher Zeit Abschiift viiii einem 
Briefe des Kurfürsten an deojeiiigen viiii L'öln erhalten, der giiiiz eiitgegen- 
gcieiite Gesinnungen uui-spricht und voll Aurnürfc gegen Kraukreioli i>t. 
Friscbinanu i>oll 'zurückkehren. Indessen nimmt der König das Wort de^ 
Kortünten an. 



Der KorfUrst an Jlazarin. Dat. :.'6. Juli 1059. 

[VenroDdaDg HIt »einen ReHideulen Wicqu^fort, ik-r llefclil erlmlti'n hitl dns K<>ntgmi'h 

Le sieur de Wicquefort. mon con^eiller et reBident, luayant l'ait 2ß.Juli. 
eoteiidre qu'on liii a donnä ordre de &e retircr avec toiitc »a faniille 
bon du royaume') iDContinent et eans delai, vous pouvez ai&^ment 
JDger, combien cela rae touche, \n qu'on ne m'aif pas voulu daigner 
d'»Tertir de cctte ititendon di d'öerire seulemeul le eujet de ce proeöd^. 
Car biCD que je m'aie ci-paravaiit d^olard de dc vuuloir point prendre 
en protectioD ni avoiier ledit Wicquefort, cn eae (ju'il fftt trouvi 
ooupable, et qiie Ton ait preiiiiörenieiit apportö les aceiisations cimlre 
lui, toutefois ätant A Dion >ler^ice et ]turtaut la qiialitä de la i)erHuime 
pnblique, je n'eßp^re poiut que Ton vouille proc^er aiitrenieiit avec 
lai que la coutumc et le droit le retjuiOreut cn de seniblables occa- 
nons. Et comme ledit Wicquefort ^rit que cela est arrive eii 
l'abBeoce de Votre Eniinence, je veux croire quelle n'avouera poiut 
cette actioD, ains quelle la niodcrera de i«»rte que cela ne puii<»c ten<lre 
k mon pr^jndice ni k »on deaavaiitage , et qu'oii Ic traitera tcllcuienl 
qu1l n'aura point sujet de e'eii ptaiudre, niais de louer plutöl la cU- 



*) So naoh einer Notii mal dem Blatt. E* würde dies mit den Daten bei F 
f*a4oTf •Uerdlngi nicht •timinen. 

*; Vgl. Pnfendorf Vit. 54 and unton die Denkaehrift Wioqneforl'e. 



L_tOO»^Ic 



mence de Votre Eminence. C'est ce que je la prie aussi, l'aBBurant 
qu'elle en accroitra les Obligation^ qu'elle a acqulgee eur moi etc. 



Mazarin an le Tellier'). Dat. 11. Aug. 1659'). 
(Auszug.) 
II. Aug. Mazarin billig, daee man Wicquefort in die Bastille werfen lässt, 

„comme vous me mandez que le Roi avait trouv^ bon que vous en 
donnaseiez l'ordre." — Unterschlagungen Wicqnefort's. Berichte, die er 
nach allen Seiten hin gesandt hat, ■ Seine entsprechenden Reden in alleo 
Gesellschaften, welche er in Taris besnchte. Man musK ihn ohne Com- 
munication mit irgend jemandem in der Baetille 'lassen, bis der Kurfürst 
darauf dringt, daes man ihn frei gebe : dann aber wird er mindestens das 
Königreich verlassen müaiien. — Man. muBS veröffentlichen und sogar in die 
Zeitung setzen, dass der König den Kurfürsten hievun unterrichtet und 
dieser erklärt habe, er betrachte Wicquefort nicht mehr^ls seinen Minister. 
Brand (der seit 3 Jahren am Hofe ist,) hat für Wicquefort nur eine Frist 
von 14 Tagen haben wollen, welche Se. M^estät anf 3 Monate verlüngert 
hat: nach diesen sandte sie Wicquefort Befehl sich zurilciizuziehen , was 
derselbe aber zu thun verweigert. Mazarin glaubt sogar, dass man alles 
dies Brand mittheilen muss, der darüber an seinen Herrn schreiben soll, 
sowie Herr von Brienne an den Minister Sr. Majestät, welcher sich bei 
seiner Iturfürstlicben Durchlaucht befindet, eventuell an irgend eine andere 
Person an jenem Hofe oder den Kurfürsten selbst durch Brand. Man 
musB dort die Handlung rechtfertigen, welche die Affcction ,des Königs 
für den Kurfürsten in nichts berührt. 

Denkschrift Wicquefort's '). [o. D.] Aug. 1659. 

[Kurze DaratelluDg nnd Hechlferligung seiner gesamiDten '1' hat ig keil als brondenbar- 
gischer Resideol «m franEÜaischen Hufe. Seine bLuCisweiniig mit Maiarin.] 

(.4ug.) Wicquefort beginnt mit der Erzählung einer Unterredung, welche er 

mit Herrn von Lioune und dem üardiual Mazarin gehabt habe. 

U*) mc t^Dioigna qu'il n'y avait point d'affaire qui lui tint plus 
au Coeur que le desseiu que Von avait fermä en AUemagne, et parti- 
culiärement en la cour de iSon Altesse älectorale, d'un tiers parti oft 
Ion prötendait faire entrer les ^lecteurs de öaxe et de Branctebourg et 
les princes de la maison de Brunswick et de Lunebourg, parce que 
ce parti, CD mettant sur pied vingt-ciuq mille homtues de pied et dix 



') Vgl. aber den StMUsectetAr Michel le Tellier i. 
Louvois T. 1. im Eingänge. 
') Vgl. outen die DoDkgchrift Wicquefoct's. 
') Anfgesetit in der Butilla, von Wtcquefoit'B Htuid. 
*) NSmlich der CardiDol. 



;vGoo»^lc 



Wicqaefort in der Baitillc. Seine DcDkBclrlft. 205 

mille cheraux, Berait toujours luaitre des affaires et fcrait faire la paix 
i|Uand il roudrait, saus aucuiic considvratioii des iiitöretH dus dcux cou- 
moues; quil fallait em[i€cber ce parti, et que pimr oet eßet Von ferait 
dnoner k Son AltesBC ^lectorale toiitc la HatiHfactimi (|ii'eI1e iiouirait 
J^rer. , . . 

Wicquefort gieht also liieriibor eiiio Deiiksi-lirtfc uii Herrn v. lirieniii-, 
welche Alles enthält, wn« der Kurfürst für Krankreit-li zu tliuii itu IStandi' 
lei and um^kchrt, was er dagegen vom Könige wünstihe. Kr ilringl mit 
dif den Torschi ägeii aueh durch— und Brienne jungte mir, s<i führt er fort, 
«que Son Emiuence lui avait conimande de in'exp^dier uiie ordonnance 
de mille öcub ]iour les frais de nion voyage et im brcvet pour la jjen- 
non de dcux mille H^tcs, ä. qiioi l'oii ajouterait iiiie gratiücation cx- 
traordiiiaire. Je le priai de nie dispenscr d'accei>ter le brcvet, et en- 
voyai qn^rir nion ordonnance au liout de deux jour;*. M. d'Enieri'). 
qni ^it lors suriutciidant des financcR, tit ditüculte tic paycr inou or- 
doDnancc, et quoique M. de Liotmc lui dit de la part de M. le car- 
lünal, qu'il iniportatt au servicc du Itoi de uie faire partir et, pour cet 
eflet, de ine faire toueher mon arf^ciit, il nie fit dirc quc la moitie 
HifliBail iM)ur les frais da voyage, et que l'autre moitie etaiit gratilica- 
lion. Ton nie douuerait un billct d'^par^no, quc mou lioniuie tut cnn- 
traint de prendre de M. Cliahu, eomniis de M. de la Itaziniere." 

Wicquefort thoilt nun noch dem Curdinal mit, diiss man Herrn vuii 
BurgHdorf niehl weniger als zwauKigtausend und jedem der nmleni di'nl- 
Mhen MinisU-r, fünf un der Zahl, zwciianseml Thaler werde gebe» müssen. 
— Darauf tritt er seine Heise Donnerstag den 15. Xovendier an") und 1&. Nur 
ipricht iü Holland den Herni de la Thnillerie, in Unna den KurlÜrsten. 1647. 
Der letztere billigt sein Verhalten und heisst ilin Hurgsdorf ri)lgen, der 
eben auf der Sendung ku den t'ürsten der dritten E'artei begrifTen ist. 
Tags darauf, au einem Sonntag, uincJit sieh der Kui-fürst naeh (.'leve und 
Wicqaefort nach Münster auf. Die dortigen Iranzösisehen IJevollmächtig- 
teu besitze» bereit)^ AbMirift des von ihm eniuorfeneu Vertrage.* nml ior- 
deni i)iu auf, Burgsdorf so sehuell als inögliih nnehzneilen, bevor die.^er 
»eiue Verliandlung mit den braunsehneigtsehen Her/.ögen n)isrhlie.-se und 
weiter nach Sachsen gehe. Del seiner Ankunft in Osnabrück, sieht er den 
frauzöaii>chen Residenten de la l'ourt') und theilt. <ler Weisung des Kur- 
rürsU'U gcmüss, eine Copje seines Vertragsentwurfn an Witgenstein mit. 
Von hier gebt er dann nach Hannover und nach Woirenliütlel, wo er zwar 
eiae verbal tnisfniK.ssig sehr nugünstige Stimnmng, aher anehUiirgsdorf lin- 



'} Vgl. Gb«r ihD Banko FraiiiU«. Ueiicb. I. Autl. IM. 5T i>. AuB. p.lH'). 
'} Vgl. Wlcqnsfort'a Berichte vuii damals oben im Abachnitt 1. 
■} d. I. CoDT Ua. Tgt. Flaasan 111. 182 ,<iiat de« miaiatrca de France auprüa 
dia e9un ^tnuigüro cu lii48 . 



>vGoo»^lc 



206 '^' Berichte Ton 1659. 

det, der zwei. oder drei Tage iiachibm dort eintrifft. Er verspricht Burgs- 
dorf das erHähnte Geschenk und erhält von ihm das Yersprecben, dasä er 
nur noch den dresdeorr Hof besuchen wolle nm dort die Schwierigkeiten 
der Bildung einer dritten Partei vorzuBtellen und auch hei dem Herzog 
August selbst nichts anderes thiin werde. Endlich kehrt Wicquefort 
nach Münster zurück. 

Etant fi Munster, Ton me doune avis de la part de Son AltesBe 
eleetorale (et MM. les pl^nipotentiaires l'eurent ausBi d'ailleurs), que 
ICB Espagnola avaient mis de l'argent Bur raa tete, et qu'ila en avaient 
proinis k ceux qui nie mettraient eotre leurs mains vif ou mort, parce 
qu'^tant au serrice d'un prince neutre, je m'^tais chargä des commis- 
sions du Roi et avais trait^ ävec des officiers pour les engager au 
eervice de la France. 

Dennoch gelangt er, gehörig geschützt, «ach Cleye zum Kurfürsten. 
S. A. älectorale nie fit donner les d^peches n^cessairea pour inon re- 
tour, et entr'autres une [irocuration pour reeevoir l'argent qu'il pourait 
prötendre avec justice de la conclusiou du trait^ dont j'avais ') apport^ 
le projet et dont les pleuipoteutiaires de France avaient donne des 
copies k ceus de i^on Altesse eleetorale k Munster. Je ne pouvais 
point partir de Cltives sans ni'exposer au hasard de toniber entre les 
mains des Espagnola, qui continuaient de nie nienacer, parce que j'a- 
vais arrbö quelques officiers pour le- ser^iee du Roi, de sorte que öon 
Altesse eleetorale \oulut (jue je ine misse k la suite de M. le land- 
grave qui se trouvait alors ä C16ves et lequel Sou Altesse eleetorale 
tit escorter par une bonne troupe de cavalerie jusqu'au fort de Schenk '), 
d'oü j'allai avec lui par eau jusqu'A Arnbeim. 

Nach seiner Itiickkehr nach Paris muss Wicquefort drei Wochen 
warten, ehe er eine Audienz bei dem Cardinal erhält, darauf noch ehie, und 
uiusa sich auch dann mit allgemeinen Phrasen abspeisen lassen. ,,Je perdis 
patience quaud M. le cardinal vojant que je le pressais d'achever le 
traite dont j'avais portä le projet en AUcniagne, nie dit que M. de 
Brienue y avait fait couler deux articles sur lesquels U n'avait point fait 
räflexion et qui ne pouvaient pas etre es^cutes, parce que les äuädois 
ne voulaient point permettre que S. A. 6l. mit une arni^e sur pied et 
ne le voulaient point mettre en possession des ivecb^s de Halberstadt 
et de Minden qu'apr^s la concinsion de la paix. 

Wicquefort beklagt sich also über dies Verfahre« gegen seinen Purs- 
ten in einem Schreiben an Herrn Servien. Jedoch dieser giebt ihm darauf 



') doDt avais Hb 

*) Schenken seh BD 



»Gooi^lc 



Deokschrin Wicqueforfs aus der Bastlllr. 207 

fiav sehr unrreundJichc Antwort (2C. April) und schreibt zugleich au Herrn 
Fromholdt, einen der BeTollmächtigten des Knrf. in Osuabriick, ja wird 
sogar fein unversöhnlicher Feind bis zu seinem Tode '). — >'aehdem Wic- 
quefort weiter die Aasgabeii nacligcwiesen hat, welche er gemacht habe, 
fährt er fort: 

Je nie suis un peu ätendu sur cet article, parce qu'il a plu ä M. 
le Cardinal de dire deputs pcu ä M. Brand, qu'il m'avnit ilonnä de 
largent pour M. de Burgsdorf et que j'en avais dispos^, . . . 

Le juste sujet que Son Altesse 6lectoraIe avait de n'etre point sa- 
tisfüte du proc^d^ de M. le cardinal, fut cause que je ne vis poiut 
Bon £inineuc pendant tout le reBte de l'annee I64K; Je u'eusse pns 
laissä nianmoiDB de suivre la cour lorsqu'elle sortit de Paris la veille 
des Rois 1649, si Ton efit fait ITionneur ä Son Altesse ^lectorale d'a- 5- J»n. 
vertir son minJutre de la retraite du Roi. , , , [Corame] nionseigncur 
l'ölecteur . , , m'ordonna de l'entreteiiir soigneusement de I'ttat des af- 
faires, je puis dire en homnic dTionoeur, que j'en ai itii eomnie je 
devais, et que j'ai fait tuut ce que j'aj pu pour pr^veuir les niauvaises 
irapressions que l'ou eöt pu prendre des ni^chants libelles que l'on 
publiait tous les jours; et näanmoins la paix de Paris ne fut pas sitöt 
faite que l'on manda k la cour de mouseigneur l'^leeteur niou niattre 
que l'on ue me pouvait plus aoulfrir ä la cour; que j'avais intelligeiiee . 
avec les enneniis de la couronne. et que le Roi däsirait que öou AUessc 
electorale nie rivoquät, — Ce fut M, 8ervieu qui ine preta cette 
chante: M. le cardinal et M. de Lionne le savent uiieux que nioi 
qui eu ai des preuves tofaillibles. 

Indessen lasst ihm Se. Kurf. Dtirchl. die Versicherung zukommen, ihn 
nicht ungehört abzuberufen. Elle m'6cri\-it par ses lettres du 10 &vn], 
qu'^tant sur le point de partir de Clives pour aller £i Berlin et peut- 
etre de-lä A Königsberg, eile me comuianda de l'aller trouver, pour 
etre Jnstruit par sa bouche de ses intentions et de ce que j'aurais k 
faire k la cour pendant qu'il serait en Frusse ou en la Marehe-Brau- 
debonrg. — Etant arriv6 & Clöves, l'on me fit voir uiie lettre de M. le 
cointe de Brienne par laquelle il mandait, noa ä Son Altesse decto- 
rale, mais k feu M. de Burgsdorf, que 8. A. 61. obligerait Sa Ma- 
jest^ en noe revuquant, parce que l'on ne pouvait plus souffrir lua con- 
duite. Je la justitiai si bien ni^anmoins, que Sou Altesae electorale 
jugba qu'il 6tait besoin pour le bien de son Service de me reuvoyer 
et de me Commander de continuer mon eniploi. 

Gonime je fia et arrivai k Paris au mois de novembre 1649. IlNov.]649. 

') SerTlsu starb um 17. Februu ltJ5'J (a. FUisan III. -222). 

L:qitzcc::vG00»^lc 



20g IV. Berichte von 1659. 

n'y a pereonne qui ne sache quel ätait l'ätat des affaires eo ce temp8-l&; 
c'est pourquoi je me dispeiiBerü d'en parier, et men contenterai d'ap- 
peler son ßminence ä t^moin de ma eonduite pendant tout le temps 
des troubles . . . ; quoique je fusse Obligo de voir toutes les semaineB 
des personnea qui en avaient toute la dtrection et d'aller dans une 
maison oü Von s'asseniblait pour prendre les eonseils dont toute l'Eu- 
rope a vu les suites et dout M. le cardinal a senti les effets. II sait 
qu'il n'a pas tenu i moi que je ne l'aie servi, et que Teu M. de Bougy 
a fait passer plusieurs lettres dans mon paquet que j'adressüs au feu 
sieur de Billerbeck'). Je ne parle point non plus des bona oflicea 
que son Eniinenec a re^us de Son Altesse ölectorale pendant Ic söjour 
qu'elle fit k Brühl, ni des Services que je tächais de lui rendre auprSs 
de no8 miuistres; mais je dirai seulemeut que mouseigneur l'ölecteur 
1652. ne sut pas sitöt que M. le cardinal 6tait revenu en France, en Tan löb2, 
qu'il nie commanda de lui aller t^moigner la pari que S. A. 6\. pre- 
nait k tout ce qui lui arrivait, arec offres de contribuer pour le Ser- 
vice du Roi et pour celui de son Eminence en particulier. . . . 

Je demeurai k la cour, jusqu'ä ce qu'elle partit de Saumur, et je 
ne la suivis point, parce que je re^us en nigme temps ordre d'aller 
regier les affaires du gouvernemcnt d'ürange'). Je nie mis . . . en 
Ajir. chemin pour le voyage de Provence le 26 avril, j'j demeurai jusqu'A 
la üct. ]g jjjj j'j^QJit et ne revins k Paris que vers la fin de septembre. . . . 
Le. Roi revint & Paris au commencement du mois d'gctobre, et incon- 
tineiit aprös j'eus l'honncur de faire la riiv^rence k Leurs Majest^s pour 
leur faire compliment de la part de ü. A. ^1. sur leur retour en cette 
ville. ' J'eus aussi l'honneur de voir M. le cardinal, qui me re^ut par- 
faitement bien, je l'avoue; mais il ne put pas s'empScher de me dire 
qu'il avait su que j'avais ^crit au däsavantage des affaires du Koi. . . . 
Je n'eus pas assez de force sur moi pour pouvoir dissimulcr . . . I'in- 
diguation que j'eus de ce que M. le cardinal 6tait capable de m'ac- 
cuser d'avoir öcrit de Paris, pendant que j'en ßtais ^loign^ de prÄ» de 
Cent cinquante Heues — et nie souviens que je lui all^gai ensuite ces 
vers de ti^näquc: 

„Qui jus dicit, parte non audita altera, 

Etiamsi aequum ') dixerit, haud aequus fuit." . . . 



') Bilderbeck Ms. 

') Vgl. Pufendorf fX, 21. 

') aequam Ma. S. Medea Act. II. v. 199-200; - 

Qui atstnit aliqnid parte loandita altera, 
Aeqvom licet statnerit, band aeqiias fuil. 



iGooi^lc 



Denkschrift Wicqueforfa aus der BastJllc. 209 

lu der Folge, seit dem Juni d. J. 1053, Ixjriimt iIit bolliiuUbcln- Op- 16r>3. 
i>aotlte, welcher den Iiiteutioucii Mazurhrs iiud Sorvic-ri;: l'ülgt. WiL(|iii'- 
fort eioe abermalige Keir^e iinc-ii Deutr'chliitul nuzuratlien , iiiii ein iiciiis 
Bündm^d der protestnii tischen Fiir.-'Uni mit Kinn kr«.' ich (iiizulfiicn. 

J'ficrivia au coinmencemeiit d'octi>I)rc ä lunnscifciieiir leletti'ur, i't 
apräs lui avuir fait coiinuitre Icd l>i)iiiics iiitcutioiis de In our, Ji* lui 
demandai penuiHBion de fuirc le voyajrc, poiir lui oii doniicr de plii» 
grandes assurances de liouche. Le coiutc de Waldcck, qui tcuait en 
ce teuipB-lä une des proiniereü place» dnnn Ic coiHcil de Soii Alti-sMe 
tiectorale et qui a toutca Ich inclinatioiis t'raii^'niscH '), tie iiiainiiiti puiiit 
de me reprtseuter Ic iiiauvai» micciiB du viniijte do lii47, <rt M. le 
baron de Schwerin ni'exhurta de preiulre si Ipieii iiies uiesuro» que 
Son Altesae ^Icctoralc ii'eüt pa» suJet do blAiiier um oniiduitc et de . 
condamner ma crcdiilitiJ. Tout ce «lUC jo pimviiis inire, cetait ilc preii- 
dre lambasHmleur de Hollande piuir garaut de timt ce t|u'il in'nvait 
promis de la pari do la cour |)iiur ce iiui ötait des iiitereto de S. A. 
eh, de voir suuvciit M. yervioii et de peiietrcr iiieme daiis les seu- 
timents de M. le cardiiial qu'il äoniblait quo le Koi et nmiisei^iu'ur 
r^lecteur ne dvvaieiit plu» av^iir que des intöret!« cmiiniuns touchaut 
le« afffürea de lenipire. . . , 

MuiiBetgiieur I't^lectcur nie periuit de faire Ic viiysi^ro, et Je rev'ia 
cette penuinainn le preniier jour de Tan ICi'vl'), niais liiiiitce de eette I(!5l. 
condiliun que je ne verrai!) )ioiut do ]iriiict> cii ])aKMint qiic Sini AllesNc 
äectorale ne fftt infuniioe de tout cc quo J'avais ä faire, Lo dc^seiii 
de äon Emineiice ^tait doldijrer los ])rineeH protciitants et memo los 
catholique» de faire iiuo iilliniice p<iiir rexöi'iitiou des traite:« de Miin- 
rter et d'tJsnabruck »pii brideiait si hieu la trop >;rando piiisHanci- do 
l'empereur; quo Von ne pourrait (toint appi-öliender quil tHsiatät le 
roi d'Eepagne dlninniies et d'arjrcnl. . . . 

Je pris In liberte de dire A t>i)n Eniinem-c . . . que j'avais eiitre 
les mains uu billet tutgiic de la uiain de Sou Kminenco pur lequcl olle 
»'ubli^ait en «on i)rope et privö nom de tnire paver le IVet des na- 
vircH Öt.-Eticnnc et l'Aifrle Noir que l'ou avait jirrctc« ii Toulon p"«r lo 
serricc du Koi, M. ie cardinal le prit ... et nie dit qu'ü nie ferait dmi- 
ner Batinfactiun. . . . Co tut ^erx lu ini-niars. et la parole de M. lo cur- mki^ 
dinal mobligca ä mo mcttre on un ei|uipat:e qui pfit faire bmineur au "''**■ 
Kui aupres den jirinim au\quelc j avais a parier. — Et de l'ait l\>n 



') broy.«.. 1.. IM. ; 

'> Vgl. ubcD ALouboi 

Ibwr. nr GmIi. iI. Gr. Ku 



D,qit,zeabvG00»^lc 



810 



IV. BeTichte tod 1 



me donna des lettrCB pour le due de Holstein-Gottorp, pour lea deux 
ducs de Mecklenibourg:, pour iea trois ducs de Brunswick et Lune- 
" bourg, pour l'ßlecteur de Saxe et pour le prince son file ef pour les 
duca de Saxe-AIteiibourg et Weimar; niais quand il fut question de 
partir, on ne me donna m ordonnance ni argent. J'avais fait des ha- 
bits et j'avais achet6 pour- plus de inille »ieus de gants peau de seo- 
teur, essences eau de fleurs d'orange, rubans et autres galanteries, pour 
faire des pr^Bcnts aux lieux oö il fallalt donner quelque bonne odeur 
de la France. . , . Je ne laissai pas de partir, et reussis cncorc si bien 
en ce voyage-li, que noii-seulement nionaeigncur I'^leeteur me cliargea 
d'instructions tr^s - avantageuses pour la France (doni je nietfrai les 
copies k la fin de ce discours aussi Irien que de toutes les öutres piö- 
ces ') et si agr^ables ä Son Emineuce que ce fut sur mon rapport que 
Von d^p€cha raunte 10r>ri M. de Luinbres A R, A, el. de la favon 
que je dirai ci-apr6s. Je partis de Paris le dernicr jour de mars, et 
y reviiis au inuis d'aoöt. . . . 

de Lumbres verlässt Paris am Tage nach 0^tcrll. ... 

M. le eardinal ne me doit point vouloir du mal, si ce n'est qu'il 
Sache ou qu'il puisse- soupvonner seulcmeut que J'aie agi contre Iea 
int^rets du Roi. Mais tant s'eu faut que Ion m'en puisse aceuser, que 
de ce c5tö-Iä j'ai uu tämoignage irriSprochable en ma conscicme que 
je n'ai eu aucune iDtelligence avec les enneniis de l'etat ni meme avec 
les ennemis particuliers de Son Emineuce de bouche ou par ßcrit. , . . 
Car pour ce qui est du prociid^ du feu Chevalier de Loiidy, il est 
certain que j'iitais en Hollande quand il prit parti pour M. le Prince'), 
et qu'il ne m'en a jamais rien communique que par une lettre qu'il 
m'^crivit lorsqu'il ^tait sur sod d^part. ... Et u^anmoins M. le eardi- 
nal ... a regu uue si forte avcrsion contre moi, qu'il a fait enteudre i 
S. A. 61., qu'il ne voulait plus traiter avec moi. 
Ocl.l65^ Lursque M. de Lumbres partit de cette ville. Son Emineuce 
Toulut que je l'instruisissc — , et quand le roi de Suöde enlra en 
Prusse, eile voulut que je lui diase mcm sentiuient toucbant les affaires 
du nord'). Je Iea lui dis ... Apr^s cela M. le eardinal ne pouvait 
plus douter que je n'eutrcraia jamais dans Iea intörfils du roi de Suöde, 
parce que je Iea jugeaie incompatibles avec ceux de Son Altease ilec- 
torale. Je ne sais, si c'cst-lä la raison qui a obligt Son Eminence & 



') Diese Pi^cen waren UDler den Acten nicht rorbandeo. 

■) Condd. 

') Vgl. ob«» AbscbDilt U. 



;vGoo»^lc 



Deiikecbrift WicqucforCa aus der Bastille. 211 

pnsser mon rfivocatiou depuis un au ... pluti'it par le iniiiisterc de 
celni qui fait tont ce qu'il peut pour succcder ä ma place ') quo par 
aoruDe anire instancc qu'il ait ^)u faire paur cela. . . . KöaniiioiiiB tktii 
Altesse ^lectorale a bieii vuulu aroir cctte cuniplaiHaiice poiir M. le ciir- 
dmal que de lui faire dire par M. Brand qui u4gneic ici depuit) deux 
nu, quoique saus antre quaüte que ccIle de coniieiltcr d etat de S. A. el.. 
qn'clle n'eutendait puint entrclenir ici uu niinistre ()ui ttit diSsagr^able 
i la cour, et (lu'elle vouluit bieii me revoquer, puunii quW lui doo- 
nit le loisir de lu'envdyer cc i)ui m'cst dfi, qui iiioiite ä uuc souiuie 
fürt coDBiddrable, et ä moi cclui de nie pouvdir retirer d'ici avec quel- 
qae räpntatiun pour Ics affaires de Son Alleswe electurale et pour Ica 
miennes. M. Braud ma rapporte que Son Kmiuence lui dit cn la 
demi^re audience qu'il eut d'elle devaiit »on depnrt, iiu'elle ... nie 
ferait parier pnr quclqu'un. Elle in'a fait i)arlcr en effct, puisqiie le 
12 juillet deniier le clievalier du ^uet nie vint dire que le Itui nie 12. Juli 
conimandait de Bcirtir iuoeH»aninieiit et sans dfelai du mjaume et des ^''^'^^ 
terrea de sou obäiHsauce avec itia faniille, ä peine de d^sobiiidsanee. Six 
joura apn^s, »ivoir le IS du ineuie innig, le nieuie elicvalier du guet lä.Jnli 
m'envoja par uu de aen exeuipts un pas«e-p<irt du Koi pour «n mois, '^'^^ 
»'esl-A-dire juäqu'au Ul aoüt prneliaiu et, nonobstant cela, Ain le »aiuedi 
2 aoflt, le cbeTalicr du giiet iiivextit iiia niaison, et le lendeiiiain il nie 3-3. Aug. 
riut arr^ter daiis ma niaiäoii et ine cnnduisit A la bastillc'). ... Uiie ^''^".■ 
persunnc de treM-gniiide qualite qui nie fait la gniva d'avuir queltiue 
eatimc pour moi etaut alle voir M. de Itricnne, puur savoir de lui 
ce qui pourrait «bliger la emir ii eii user de la mirte. il lui dit en 
gros que M. le eardiual etait fort nial-xatisfait de nm; que la eonduite 
de mon gendre avait iti tri^s-inauvaiBC, et que je n'avais plus la qua- 
lite de r^sideut. )>arce que je lui araii« dit que jetain il I» reine de 
Pologne'). ... M. de Brienne a bien vnnlu que je lui aie moveune 
un präsent de dtmze cents louis d'or daiis uu teiiipts ob il en avait be- 
soid; c'CHt pourquiii je crovais lui ]n»uvuir fnnfier que la reine de Fo- 
liigne nie faisait recberelier. et que javai» |deinaude]') eimgi i mikh- 
Bcigiieur lelccteur ninn iiiaitre') taut pour plu»ieurM autres connidera- 

') D.h. dwli w.ihl Itraiiil. 

'} Vgl. I'ufciiduTt Vll. M s.iwiu iiLi'ii p. im uiiil licsondcra Krtlvxiuna anr le« 
MemoiTM fic. f. 40 f. 

') Vgl. vbi'ii |i, I^T. 1), Ti-niLT iinlen du« SuWibvn Maisriii'« Alt den Kurfür- 
Htm ruBi |. 8rpt. und die Einlcilung tu dii:«eni Abteboitt. 

•) Febll im M>. 

■) Vgl. oben p. 100. 



;vGoo»^lc 



2J2 '^- BerichtG toq 1659. 

tions . . . que parce que je voyais Son Altease ölectorale trop avant 
daDB lea iut^rets de Suade pour lesquolH il me serait impossible de 
parier. ... Maia taot s'eu faut que je'l'aie obteuu, que S. A. 61. n'a 
point (Igsir^ que je quittaese mon service, et au contriüre m'a conviß 
par de träs-graiida avaulageH k y contiuuer. . . . 

M. le Cardinal m€me, en faisant faire inataace pour me faire r6- 
voquer, m'a reconnu pour resident, et j'en ai pris la qualitä, saDS qu'oo 
nie l'ait disputäe, k la tete du trait6 que j'ai public de l'^lectiun de 
l'empereur '), cn publiant l'apologie de S. A. 61. coutre le roi de Suade 
et mettant cn lumiäre la relatiou du Toyage d'OIöarius') que j'ai fait 
imprimer immßdiatemeiit devant ees dösordvcs. ... Je supplie M. d e 
Brieiine de trouver bon que j'eii prenne la qualitä, et que j'implore 
la protection dout S. A. 61. a eu la bont6 de nie donner dea preuves 
tröa-particuliöres par aes lettrea du IH juin dernier. 



') Vgl. Droysen Forichungen zur demsclien Qeschichle a.a.O. 
p 34— *25: .Aus der Ii^ingabe, die Wicquefort gleich nach seiner Verhanung aus 
der Baslille «n den Cardinal richtete , obige Uenkschrift igt indcaiien nichl an Mn- 
larin gerichtet) ... ergiebC sich, daas er bereits llibd flbcr die damalige Wabl, 
die Ferdinand'« IV., eine Schrift veifassl bat; ea ist mir nicht geglUckc nie auf- 
zutreiben oder sonst eine Notiz Ober siu zu ündeii. Dans Wicquefort sich auch 
|ii.'>8 über die Kaiacrwahl hat vernehmen lassen, eab ich zuerai aus Uesnoyers, 
der 8. Oct. 1668 schreibt: . . ce que M. Wicquefort a dWuit dans son lirre sur 
l'dlection de l'empereur, wo es sich um eine Frage handelt, von der 1E>53 noch nicht 
die Rede hatte (ein künnen. Weiteres ergab das Weimauu'gche Journal, das itn 
Düsseldorfer Archiv aiifbewabrl wird, eine Reihe von FuliobKnden, in denen der de- 
vischc Kanzler in den Jahren 1655 — 1660, die er fast immer im Haag war, alle 
Uriefe, die er empfing ojiä achrieb , besonders wichtige Nachrichten, Berichte Ober 
nichtige Conferenzen im Haag, in Münster u, 1. w. niederschreiben liess; so findet 
sieb ein Brief des brandenburgiachen Ministers Schwerin anWeimann dat. 6. Nov. 
IC58. in dem es hi-iaet: .der Kurfürat von Heidelberg bat Herrn Wicquefort scharf 
angeklagt, daaa er in seinem 'i'raclat de EleeC. Imper. seiner und leines llansca sehr 
achinipflicb gedacht hat.* Nach manchen vergeblichen Bemühungen gelang es mir, 
die Schriß gelbst zu erhalten; sie fQhrt den Titel: DiHCOurs historique de l'EIectioil 
de l'Empereur et des Etecicurs de l'Empire par le Resident de Brandebourg, Taris 
lf)58, 6". (Mir liegt sie vor als Anhang zum zweiten Tbeil dea „AmbaasadeDr*. 
Cüln 1715.1 Es ist eine eingehende und sehr geschickte Darlegung aller bei der 
Wahl in Betracht kommenden reich arechtlichen Verhältnisse mit eingestreuten Be- 
merkungen fiber die augenblickliche Lage der Dinge, aiis denen man sieht, daas di« 
Arbeit etwa im Januar 1658 gemacht ist.* — Es ist hier «uhl Ilberaeben, dasi un- 
sere Denkachrift erat dem Jahr 1659 angehürl, also die betreffende Notiz in ihr 
auch auf eben jenen bekannten Traclat Wicquefott'a Aber die Kaiserwahl von I6&8 
geben wird. Auch auf den Titel derselben passt vollständig, was er oben davon sagt 

') Rolfition da voyoge de Moseovie, Tarlaiie et du Perso, Iraduite de l'allemand 
du sieur UlcariDs i,des Adam Olearius vgl. Jöcher's Oel.-Lejiioon}. 



:,LtOO»^Ic 



DeDkecbrift Witqiwfori'ii hus der Biintill«. 213 

Wicqüefort prowstirt nun gegen das Verfuhren widor ibn. ... Jp ne 
wie, 81 M. le cardiual approuvera ce qui sest fait en son abscncc; mais 
je sais bien ijue M. Ic TelHcr est all^ im peu vitc cii cette affidrp, rl 
Jen dimi davantage quand Je repaKtierai eur oc brouillon pour Ip luirp 
imprimer, aprds y avoir joiut les pi^ccs (|ui doiveiit scnir de jiistili- 
cation k ce qiic je vtens de diro. . . . 

On m'est venu dire depuis que je »uie ioi et pcndant que je fa- 
gotte ceci pour vous »crvir eii memoire avcc ce que vous avez, que 
la Keine ') e»t lächle cuutre moi, parce que j'ai pr^te mniu-ftirte k uii 
certain cordelier qui cluingea de religion, il y a dctix niuts; niair: je 
ne saia ce que c'eitt, et je ii'ai jamaia ru ce cordelier. L'on mnccucic 
auasi d'avoir fait couler dans ie premior voluine du voyage d'Olcarius 
"histoire d'un miniBfro et de plusieurR ordres qui arriv^reut ä .Mucctiii eu 
Iti4t<. Mais comme je n'ai fait que tmiiuire, il faut vi>ir, ni cette histoire 
jest de ma fa^on ou si eile se trouve dans Talleniand qui est iniprinie. 
Je ni'en vaia publier une partte de nion liititiiire d'Ällenia^ne, oü l'tm 
terra que je suifl incapable d'icrire des fauti^^etes et de di^giiiser la 

Je voudraie vous pouvoir envojer ce papier (]ui vous senira rl'in- 
gtniction quaud ou parlera de me» affitireif, eu attendaut <|ue je fansc 
imprimer mon apologie; inais ayaiit doun^ nia parole de u'envojer 
point de leltres. je faia dillicultä de faire partir ceci, quoique ce ne 
loit pas une lettre. Quand vous l'aurez lui ici, vous en dispoeerez, 
pouiTU que l'on ne me puisBe poini reprocher d'avoir manqu6 ä ma 
parole. — Daus la bastille. 

Mazarin an Paiü von Rammingen '). Dat. Saiut-Jean-de-Luz 
l.Sept. 1659. 
(Abacliritt.) 
Brand bat ein ^clircibeu des Ktirfün-Ien au dt'ii L'ardiiial Herrn 1 
IlADimiugeu zuge^tt-llt. Dui^sclbe Wt durcb WicqueTorl au jenen 
ulresdirt worden, und Alnzuriii schickt dit- Aniwuil (hiruul', »ie Itrund 
wüai'cht. Zugleicb bittet er llainiuingen, Wicquelort au^zu^uL■bt■n, nni 
deniHFlben tein lliigelühl «nszndnk-kt-n. Freilich ^eheiul■ dieser selb>t ans 
der buche eiuen Kclat macheu /.u wolle», [udesseii rrotzdeui bejft Muxa- 
rin kein Uebelwiilleii gt-gen ihn, und Wicquefurt wird das erluhn-n, wenn 
er Kuseerhalb de» Königreichs ^eiu wird. Ituuiuiingeu soll uii eiueu sei- 
ner Freunde am brandenburgischen Hofe oder in Hollnnd schreiben. 



') Vielleicht die EOtiigtn vod Polen. 

^ Wohl echon ilkmali in pfUtiecbcn Dientteti, Tgl. Aber ihn Pnfendorf XI.64. 



>vGoo»^lc 



Mazarin a. d. Kurfürsten. Dat. Saint-Jean-de-Luz l.Sept. 1659. 
(Absclirift.) 
l.Sept. Er ist über den Brief des Kurfürsten erstaunt gewesen, woriu dieser 

Wicqpefort die Eigenschaft seines Residenten') giebt. Se. Durchl. hat 
Blondcl gesagt, dass Wicquefort dies nicht mehr wäre nnd da« dann 
auch durch Brand bestätigen lassen. Ferner hat seither Wicquefort 
selber ßrienne gesagt, dass er nicht mehr im Dienst des Kurfürsten stünde 
und bald polnischer Resident') in Frankreich sein würde. — Es ist schon 
beinahe vier Jahre her, dass der König den Kurfürsten auffordern Hess, 
Wicquefort abzurufen, und vor sechs Monaten hat Brand Sr. Durchl. 
den Brief gesandt, welchen Silhon auf Befehl des Cardinals über das 
schlechte Verhalten desselben geschrieben. — Man hat Wicquefort von 
den betreiTenden Intentionen unterrichtet und Mazarin Braud vor seiner 
Abreise von Paris davon in Reiintniss gesetzt, worauf dieser ihm von neuem 
erklärte, dass Se. Durchl. an der Sache kein Interesse nehme. — So wird 
denn alles nur ein Ausfluss des guten Uerzens des Kurfürsten gewesen sein. 



Mazarin an Brand. Dat. Saint-Jean-de Luz 8. Sept. 1659. 
(Abschrift.) 
8. Bepi. Der Brief B ran d's vom 27. Aug. hat Mazarin überrascht. Wicque- 

fort betreffend, Je erois n^anmoinH que le Roi aura eu la bont6 de le 
faire sortirde prisoD, le faisant coiiduire cu ni^mc tcmps jusques bore du 
royaume." ... Diese Angelegenheit und die RUckberufung Frischmann's 
haben nichts mit einander gemein; der König gedenkt allernächstens eine 
andere Person als seinen Residenten an Se. Durchl. zu schicken. 



Mazarin an Blondel. Dat. Saint-Jean-de-Luz 10. Sept. 1659. 

(AbBchrift.) 
10. Bept. Patheugeschenk für die Fran Kurfürstia, welches durch Blondel über- 

schickt werden soll , „qui ') een va en ces quartierB-lä par ordre <Ie Sa 
Majesti", 



'1 Vgl. oben p, 203 den Brief de« Earfarslen vom 26, Juli (5. Aug.?). 

') Vgl oben Ana Memoire Wicqueforfe aus der Bastille p. 211. 

') Vgl. hierüber Droyeen GcBch. den prcusa. Politik 111.2. p. 400, For. 
Bcbungen p.53— 54 (nach den Bericbten v. Brand'B\ LeCtres de Desnoyers 
p.5öä~55ä «25. Not, 1659). Voua me diles que M. Blondel revient en U Cour 
de M, r^leoteur de Brandebourg; dous en aviona d^jit l'avis. Od l'aviut äcrii k U. 
de Lambre» de la facon que j'en al ou'i parier aux deux ambassadeura que ce 
priace tient en eette cour. II n'y räuaaira paa; il ii'7 est paa aimt! des minigtres 
etc. Vgl. oben p. 120. IG), ferner v, Orlioh I. 222-223 (wegen dea Pathenge- 
acbMik« ancli 211. 220). 



:,LtOO»^IC 



Wicquefort. Der Knrnirst r'.cli' fertigt dcD Angrifl* iiuf Pommern. 215 

Der KurfUrst an Mazarin. Dat. Grimmen') 20. Seilt. 1659. 

iBccblhrligt l^tien Angriff aiif Pommern. Das nähere wird Brnnil uaaoinaDdvrselKen.J 

Monsieur, parce qiie l'aversion du roi de Siiedc poiir. la paix est 30. Sept. 

Weo cunoue ä Votrc Einiticncc , mirtout quil u'en vciit poiiit d'aiitre 

quane particulidre, et quo sen meiinccs et uutragCH BOiit alle» au der- 

nier point, Votre Emiiience nc jiigera pas n^cessaire de jushfier la 

gnerre prtsente en Pomiraiiie, J'assiirc Votre Eminence, ([ue comme 

je n'y agis point de moii clief, iiiait« en vcrhi des alliaiiccs dt^fensives 

irec lea couronnes de Pologiie et de Dänemark, ladilc gnerre se lait 

nunement contre rinütniment de la paix et »c finira aussitöt qne ledit 

roi de ßncde aiira conitoiiti il nne paix efire et univentelle. Et puie- 

que je ue doute point que Ton nie chargera aiipri-ö de ^a MiyestiJ de') 

rhusre auxqueDee je ii'ai jamni» Honge et desriuelleti il ny a ricn ä 

ciaindre, j'ai voulii prior Votre Eniiuenco par celle-ei d'assiirer Sa Ma- 

jest* de ma sinc^re Intention, et qne je nie gouvernerai d'une teile 

«orte que Sa Majeiit^ aura raiKon d'appronver ani^si bien nie» aetions 

et nia vieöe comiiie eile a jnaqniei, avee tont le resto du inonde, Ais- 

approuv^ les Stranges proetides de In Suüde. .I'ai doiiiii^ ordre k nion 

conaeiller, le flieur de Brand'), de parier de cc n^gocc ä Votre Emi- 

nence plus elaireinenl, et principalement de la eoiiütante allectiuu que 

je porterai iiiriolablemeut eiivera la Franee. Je la prie doiic de lui 

donoer toujours libre aec^s et de se t^rooigner aussi favorablenienl [?] 

en cetle affaire eomme je d^sire de tout inon coeur de reneoutrer des 

oGcasions par lesquelles Votre Emiuenoe pourra voir en effet, combien 

je BBiB etc. — A Grim ce 20 de sopt. lau liJöP. 

Generalbericht Friachmanirs*). [o. D.] 
Relation de la ne'goeiattiiii faite par ordre de Sa Majeate en 
Nord-Jutland auprts de IV'lecteur de Uraiidebourg duraiit 
(luatre mois, l'avril, niai, juin et juillet, oiitre le cinquifeme 
en y allant et en revonaiit Ji Sti-asbourg, de l'an niil six cent 
ciiiquante-nenf. 
I. Er hat Grnvi-1 iit Frnukfiiil uitht (ritnift'fn. Den 4. April ist er 
in Hililcslu-iin fceuesen (hu ilit- Pfiiutirieu ilcr V erb ii mir teil v^'^^aIllmelt 
sind), — darauf ist t-r iiai'U Hiimlmrg grguiigen. ... 

') In Pommern, Keg.-llei. BtraUuud. 
') d«a Hs. 

■) Vgl. Pnfcndorf VIII. 42. 

•) Vgl Pufaudorf VIII. 41. Droy^on Treu»». Politik Hl. 2 p. 448 ff- 
458 f. ForaohungeD >. a. O. p.Sfiff. 



;vGoo»^lc 



216 I^- Boriohte »on IßfiS. 

Je suis parti dudit Hambourg le 9 d'avril avec une CBCorte et 
trompette et passö les troupes et garnisons danoiaes au fort de Stein- 
bourg, ä Itzehoe, ä Rendsbourg, Gottorp et Flensbourg, oü j'arrivais 
le U d'avrii, d'oü il me faillait renvoyer l'escorte et tächer d'avoir 
queliju'aiitre, On me perstcutait un peu en ladite ville, faute du passe- 
port, et qiielques-uiiB me voulaient dissuader de passer plus outre, k 
cause du grand dauger des impäriaux et des Braudebourgeois ') qui 
avaient leurs quai-tiers le long du cöt£ de l'ocäan et tuaient tous les 
passagers..., dont ils euterraicnt quelques-uns ä Flensbourg lesqueU 
avaieut 6tö vol^s et maesacr^s entre Flensbourg et Ripen. ... Je m'a- 
visaifi donc de laisser ce cöt6-lä vers l'ocöati et preodre celui-ci de la 
mer Baltique et passer plutöt par les quartiere des Polonais, niel^s de 
Tartares, Cosaques et de Turcs, esp^rant d'eux plus d'liumaDitä euvers 
moi, en cas qu'ils eussent fouill6 les lettres de ma eommission, que 
de ceux de la maison d'Autriche. Er nimmt also seinen Weg über Ha- 
dersleheo, Kolding, A'eile, Horsenü, Aarhuu^, und die l'olen behandeln ihn 
mit vieler Höflichkeit. — In Randors verweigern ihm die Kai^jerlichen ein 
Logis, et me laissi^rent dans la rue Jusqu'ä minuit oft un pauvre bour- 
geois me re^ut daus sa maisonnette, dont ils se formalisaient grande- 
mcnt, ce qui me fit appröhender grandemeut quelqu'autre chose et me 
fit häter nion depart le 17« du grand matin avec meme convoi du gfe- 
n^ralissime Czarneckl Jusqu'ä Wiborg. 

II. . . II y avait alors h Wiburg toute la g^n^ralitä de la milice, 
et le conseil de guerre se tenait ordinairement au logis de Mon- 
tecuculi; il n'y avait point d'Ambassadeur hollandais, ains un seul 
secrötaire desdits ambassadeurs et un resident du roi de Pologne 
qui allait et venait de Wiborg Ä Aarhuus chez le gön^ralissime 
Czarnceki. Quant aux troupes militaires qui dtaient alors en Hol- 
stein et en Jutlande et y_ sont eneore en partie, elles ^taient ou 
autrichiennes ou brandebourgeoisea ou polonaises. Les Danois, en 
nombre environ de 300. ötaient en gamison des villes de Dithmarse 
et Holstein juaqu'i Flensbourg, exceptö au cbäteau de Gottorp il y 
avail un commandant autrichien, et le duc de Holstein s'^tait retiri k 
Tiinningen. A Hadersleben il y avait environ 300 tant Polonais qiie 
Tartares, k KoMing presqu'antant ou davantage, ä Vcile environ 200O 
sous la couduite du colonel Piascaczinski, k Horsens autant sous 
la couduite du palatin Opalineki, ä Aarhuus le g^nöralissime Czar- 
nceki avec le gros de sou amigc compos^e alors de 6000 hommes, 
tous braves gens et la plus grande partie gentils-hommes polonais, bien 

') Bandenbourgiena Ms. 

DiqitizeabvG00»^IC 



Generalberiobt Frisahmaon's tlber seine Sendung, 317 

moDWs et ^quipös de fl^cbee et de pietolets. Tons leaditB Polonaie 
^taieDt auxdites vilies maritimes, opposäs directement aux KuMois, qui 
alore ^taient encore & Frederiksodde , qui depuiB fut brfil6, rasö et 
abandonne d'eux, jusqu'au petit fort pr6s de la mer. Lesdits Poloüaie 
ätaient alors fort malcontents des Autrichrieiis, ä cause qu'ils pillaient 
tont et ötaient Ic moyen de subeister ä ceux ci qui supportaient Icb 
fatiguee pour Bouteoir tous les jours les sorties dcsditB Öuedoie, Le 
palatin Opalinski me dieait alors que les eolonels autrichiens 
avaient pillö et vendu d Hambourg et ä Lübeck plus de 40üO boeufs 
et autant de vaches, et qu'ils tuent les Polonais lä oü ils les rencon- 
trent, pour les d^pouiller, de sorfe qu'ä peine pouvais-je obtenir dudit 
palatin un convoi. Le gön^ralissime Czarnecki fait^ait de meme 
plaintes desdits Autrichiens. Lesdits Polonais d^sireiit fort leur retour 
en Pologue, 6tant ici aiusi oisifs et maltraitis desdits Autricbiens. Les 
troupes antrichieuDes consistaient alors en (iOOO cheraux tr^a-bien 
mont^s et ^quip^s de cnrabins et de pistolets, tous Tieux Reiters qui 
ont servi k Tempereur en Hongrie les uns 26, les autres 27 ans; je 
Ic8 ai vu tous passer par Veile pour se rendre devant Frederiksodde. 
Outre cette belle cavalerie, il y avait eneore environ 5CXX) fantassins, 
touH habill^s de ') drap rouge. Les troupes de l'ölecteur se inontaient 
alors ä BOX) chevaux qui n'ötaient pas si bien uiontös que les Autri- 
chiens et ^quip^s de pistolets seulement, et l'infanterie coueistait alors 
en 3000 homraes, bons soldats, tous habillßs de ') drap bleu. Les uns 
et les autres avaient leurs quartiers p61e-mele entre Flensbourg et Ri- 
pen, Holstebro, Handera, jusqu'ä Wensusel [?]: tous se plaignaient de 
peu de vivres et de fourrage et du mauquement de payement. La 
g^n^ralit^ m@me 6tait hontcuse detre venue audit pays avec une teile 
ami^c Sans avoir auparavant pens^ de ne pouvoir vuler par la mer 
pour eecourir le roi de Dänemark, L'artillerie des Polonais ßtait au- 
dessus de Veile, sur une petlte moiilagne, cousistant en quelques vingt 
et quatre pißces, cellc de Tenipercur et de l'^lecteur 6tait rangt^e aux 
champs devant Wibmg, la({Uelle ^tait fort belle, Celle de l'empereur 
consistait en 10 grandes pieces de canon et 2i^ de nioindres, celle de 
l'electeur environ en 40 piöces de diverse quantite. Toute rartilleric fut 
aprÖB amenee devanl Frederiksodde et devant la petite ile de . . . Fanö, 
... (Am 19. April.) L'electeur me fit dire, par un geutilhommc, 
que, suivant son usage et coutnme, il me fera|itj traiter et servir par 
ses domestiques 3 jours en mon logis. 

') dn Ma. 

DiqitizeabvG00»^IC 



218 IV- BericlitB von 1653. 

(Er citirt sein Schreiben an deu Hof vom 23. April und das gleiche aa 
de Thou vom selben Datum.) 

Ul. (Audienz am 23. April.) I,e joiir d'auilieuce 6tant venu, l'^- 
lecteur ni'envoyait eon carrosse ä 6 chevaux et autant ') de laquais . . ., 
et etaiit desceudu devant soii logis , environ trcnte cavaliers et gen- 
tils-faomiiies de »a cour . . . etaieiit ä la porte pour nie . . . conduire & 
la chacibre de Tilecteur, dans laquelle il y avait encore autant de 
geDtils-hommeg , olliciers, gen^raux et cavaliere, et Mecteur au milieu 
de la chambre, Schwerin ... et le docteur J^na . . . un peu ä cötii 
de lui. A l'entr^e de la elianibre il nie venait recevoir fort courtoi- 
Benient, et mwi ... je liii präeeutaia la lettre de Öa Majest^ et celle 
de ä(in Erainence'j. Lcs ajant retjuea avec beaucoup de respect, il 
B'approehait aupr^s dudit Schwerin, et pendant que touB deux les 
liiiaient ensemble, toute la noblcäse ee retirait de la cliauibre. . . . 

Der Kurfürst sagt u. a. que le Koi avait toujours de quoi avancer 
au roi de Iäu6de, mais ä un autrc qui 6tait aussi bien son alli^, il oe 
lui doiinait rieii et suuventes foiH il laissait ses ambassadeurs ou r^si- 
deuts Bana leur douuer uu 6cu. . . . 

V. ... Der Kurfürst sagt Friscbmano u. a. in Bezug auf die Hülfe, 
welche der Kaiser augeblich den Spaniern seudeu will: „Votre certification 
neu est poiut sufdaaate, i^tant fondee 8ur le bruit des electeurs et 6tat3 
alliös a la France, lesquels voudraient bieu soua ce pr6teste-lä faire 
veiiir le roi de France avec son artn^e en Allemagne." . ■ . 

VI. . . . Die Verbündeten wollen binnen sechs Wochen nicht entwaff- 
nen, weuü der König von Schweden üies nicht vorher thut. Sie beanspru- 
cheu ferner als Sicherheit von Scit«n desselben Königs Stettin und Stral- 
sund, da das Wort desselben nicht .genüge. — Er cilirt wörtlich seio 
Schreiben vom 1, Mai'). Am selben Tage schreibt er an Brienne. Seine 
(Gegenwart ist allen Generalen sehr verhasst, so dass man schon leicht den 
Ausgang seiner Sendung beurtheilen kann. 

VII. ... lutriguen Jena's für Frankreich. Nach diesen sollFriseb- 
manu an den Kurfürsten (welcher darüber au das Conseil berichten wird) 
und nicht mehr an Schwerin schreiben. Der letztere tboilte seine Briefe 
Montecuculi mit. 

Ue plus, IcditJina me dit: ..allez diiier chez lölecteur, et aprös- 
diiiöe voua aurez l'occasion de Iciitretenir sur i'un ou l'autre point; 
iiiaia gardcz-vou» de le vouloir obliger ä l'impOBBible, BOit par le par- 
tage ou Opposition de aes forcea contre lea secours espagnola on par 



') d'autant Mb. 

') Vom 38. Febr., Tgl. oben p 

'} Vgl. duselbe oben p. 200. 



>vGoo»^lc 



Genen Iberirbl Frischmann'g. 219 

Ist penoission d'entrer en ses ^tats oa autrempiit. SuiiiMil, promettez- 11- M«i 

lui (lonner votre demaDde par ecrit; U vmis rendni aiis&i uue resolu- 
tion par ^crit, je le sais, car il la dit au conscil." . . . I-a priucipale 
int«ntion dudit ßlectcur etait de me t^moigner l'aversion r\».'\l avait 
roBtre le roi de Suede et de le mettrc en tnainaig reputatiou aupr^ü de 
SaMajesti, a«surant quc ledit roi de SuMc n"^tait pas si bon Franvais 
comme Ion crojait, dont le sieur d'Avaugour pourrait dire la vtritf, 
s'il ^lait eucore en vie. Pnis il avan^ait la meme chose de MM. lee 
felecteure allißs ä la France; qu'ils avaient circomvenu 51.M, les ambas- 
sadeurs aus artieles de la capitulatiuu, notamment aux 18, 14, Ui, qui 
ölaieDt tous contraire» ^ la France toucbant 1« sccour» et Ic pas»age 
des EspagDols, Protestant tuutcfuis de ne s'en vouloir point sorvir au 
d^savantage de la France ni accorder pour cela auxdits EspagnoU 
aucun paüsage par ees 6tats; _car nuxdits articies," dit-il, „rempereur 
seul s'est oblige de ne donner point de secour» aux Espagnola, maia 
Don pas les autres ^lats de . . . ') »ervir ä qui leur plalt, faire des 
levdes de gens, donner secours et passage, eelon les constitutious de 
l'empire, de sorte que . . . I'article l(i couime postfirieur di^roge au pa- 
ragraphe Et ut eo sincerior et aux articlea 13 et 14, et comme le 
duc Ulric de Wurtcniberg a fait des levcies de gena au ducli6 de 
Wurteraberg [etj les a amenes en Flandrc pour la France saua aucun 
empechement , ainsi l'archidue äigismuud ou quclqu'autre ou le roi 
d'Espagne m€me peut faire autaut contre la France pour les Espagnuls." 
J'en r^pondis que le paragraphe Et ut eo sincerior ^tait le fon- 
demeot auquel les articies 13, 14 de ladite capitulation ötaient relatifs 
et se dusseut enteudre selon la teneur dudit paragraplie qui döfend k 
l'empereur et aux autres ttais de donner secours et passage aux Es- 
pagnols, et que la France par- ledit paragraphe s"^fait parlieuliöremcnt 
pourvue de cette particuliere pröcaution, saus laquelle eile n'eüt janiais 
donn^ la paix ä lempire, pour puis aprßs en recevoir la guerre chez 
eile en cette sorte; et bien que dans lesdits articies 13, 14 les autres 
6taf8 de l'empire ne fussent point expressöment Obligos (parce que la 
capitulation n'^tait pas ^rite ä eux, dout ils ne s'y*) puuvaient ex- 
presB^ment obliger, ains eile est 6crite et prcscrite k l'empereur), c'est 
pourquoi lui sy est cxpress^mcnt et fomiellemcnt obllgä de son clief 
et encore au nom des autres ßtata de les fajre observcr la menic In- 
hibition et s^rieuficment empecher, si un prince de lempire ou un 



robl eMBB fehlen, ' 



„Gooi^lc 



220 '^ Berichte von 1659- 

^tranger oserait amener par Tempire telles troupes, de eorte qu'il n'y 
a point d'omisBiou desdits ötats auxdit» articles et le eoUöge älectoral 
n'a pas vouk circomveuir MM. les ambaesadeura de France. ... De 
pluB, l'article l(j iie döroge rien aus articies 13, 14 ni au paragraphe 
Et ut eo siiicerior, parce qu'ils ne eont contraires les uns aux.au- 
ttes, ains subordonnis et faits par un m€me collöge trÖB-judicieux et 
avec müre d^lib^ration . , .; et quant ä la libertö des 6tat9 . . ., eile ne 
leur ätait point ötäe par ladite inhibition, ains reetreinte seulement eu 
regard de la Franoe, et ce durant cette guerre en Flandre, . . . Pour ce qui 
6tait des levöes du duc Ulric, il les a faites en Alsace, terre de France, 
et les a amen^es par lea terres de France en Flandre, outre qne les 
ler^es sont libres en Allemagne pour la France, nun pae cootre eile 
durant cette guerre par ladite particuliöre provision que l'Espagne ne 
peut point pr^tendre par la generale pemiiseion ni l'archiduc faire ce 
que le duc Ulric . . ., vu que l'Espagne fut forclose de rinetrument de 
la paix, et aiusi eile ne s'y peut aucunement fonder. 

Frischuann citirt uud geiu Schreiben vom 14. Mai an Lionne, sowie 
diejenigeii an die Herren (rravel und Boineburg in Frankfart. Er bat 
noch eine scbriftliclic Versicherung verlangt. Am 12. Mai hat er dem Knr- 
fürsten eiue kleine Denkschrift übergeben. — Er citirt ferner wortlich seine 
Briefe an den Cardinal und an Brienne vom 14"". 

In dem ersten heisst es, man habe seine Angelegenheit einiger zu ex- 
pedireuder Depeschen wegen etwas zurückgelegt, ihm übrigens gesagt, dass 
man ihn „congratulerait bientöt de la paix faite entre les deux couronoes." 

— Ferner vom Kurfürsten; Au reate de son diecours, il t^moignait une 
grande aversion ä l'encontre du roi de Hu^de, l'accuBant d'iogrfttitude 
et de d^loyaut^ commise en son endroit et envers le duc de Courlande 
Bon bean-fr^re, et que la duretö qu'il a us^e contre ses d^put^s 6tait 
la seule cauae qu'il avait pris ce parti,* et quand je lui voulws dter 
ees impresaions-lä, il m'a dit: „vous ne connaisgcz point le roi de Suöde." 

— FriHchmanu wiederholt hienach Beine Ratht^chläge vom V" ') in Be- 
treff des Schwcdenkönigs und Pfalz-Neuburgs. 

In dem Briefe an Brienne sieht: je uai rien Ä mander que ces 
nouvelles qu'un secritaire du roi de tiu6de m'a 6crit de Kronenborg, 
que depuiB la dorni^re action devant Copenhague, oä bOO hommes sont 
demeuröB, le roi fait appreter (iO vaisseaux pour leB mettre en mer 
contre les HoUandaie, b'üb BOBent ici präsenter encore une fois. Ce- 
pendant le camp dudit roi devant Copenhague subsiete tonjours, et il 
n'y manque rien. L'amiral Wraugel bc tient toujours en Fionie, pour 

') Vgl. oben. 



>vGoo»^lc 



Oeii^ralberitlil Frisch mann'». 22 1 

prendre garde aux desseine") des allitSa, le(|uel a cxtr?inoment fortifie 

le bord de Middelfart et le» autrcB niissi. I.ck üiitWa hollaDdaises et 

. . . danoises dciueuretit cncore devunt ('opciiliiiii^uc . od Iriir gnm i>t 

■natelols bodI grandetnent iiiorts diirant eet liiver. de mrte qu'ils iie 

pourraient \>a» foiirnir 2r»jl5'?| binin vaisMoaux. ToiitP Icur emiOraiK-e 

cousiste au iiouveau sccnurs de» ilullaiidnis, oaiin lr()uol üs iic sorau'iit 

pnint capabIcB de paraitre »ur la iiior ni Ich alli^s d'ici y {»niiTaient 

aller, et {lArttüidiereiueiit roie<'teur de Bramieliuiirfr na i>a« ciivii' de 

parta^r ses l'orcos pour eii eiivoyer iine partie ä la iiier et s'eii aft'ai- 

blir de cette aorte, voyant (pril eii a aftairc daiis la Priisse anssi bieii 

qu'ici. Un ervoyö (noiiiiiie Kaiiteiisteiii) de la part du due de Neu- 

Iwurg est auprt^s du nii de Suede, le(|uel ai'a ecrit d'EUeueur, saiia 

me piiurlaiit maudcr aucun iiiut de sa cdiiuiiissioii; niain le<iit sfere- 

taire Di'^eril qu'il y ii^ode lalliauec dndil due de Neulmui'f; aveo lo 

roi de Suade cuntre l'ölücteur. Je neu Icur ai fait pmnt de ri^pnuKe 

ui eil parlö aueun niot audit eleeteui-, alin de neu <)iiiiiier poiiit de 

jalnusie ni k l'un ni ä lautre prinee. . . . Tuute larniee des allie» de- 

logera d'ici lundi pmchaiti, et il u'y a (pie 4 refriuieiits i{iii denieure- 

nml ici alentour. I.e quartier de lelerteur werä ii Tmideru nu a llu- 

sum eu Snder-Jutland. Celte arniee est fort diniinuee, laute de tuiir- 

rage, les chevaux niorts de sorte que la plus f^rande partie de« eavaliers 

Bont d^niuntes et niarehant i\ pied, outrc qnils u'oiit giierc revu d'ar- 

gent depuis IH niois, doiit le eonimun soldat !<e plaint extn'^uiemeut, 

a'MaDt rutii£ iei sana neu faire ui gagiier quel<iue cli<>i;e. 

Am 16. euiprängt er die Deiik^sdiriri di's Kurfiirftcn 0- Am Ui, Mai 
findet die fünfte Couferfiiz j-tatt ). Die Di'jiuiirten lU-» Kurfür^^ti'U >ii(;eii 
n. o. „que cetait la coutuine de cette eour d'expedier tout eu aJleniaud, 
mSme quand eile öerivait au grand-cxar de MoBeovie." Friseliniaun 
bemerkt u. a., das» Se. Maj. solcbe VersiditTUiigcn viui <lcii aiidirn Kar- 
fiinten habe, welche RliciuJilii'rgaiit;e iuiifliüUeii. Die l><'pu({rti-it llit-ilcu 
mit, der Kurfürst werde nia iiactisleii Minitu^ro ia's Kctil iiueb Hu-iini gilxii 
ttud da>'elb^t vierzehn Titge verweilin: Frisirhiuuini winle sii-li aUn so 
lange gedulden uiükümi, zdiiiuI tie. Durohl. vurher nueb i-iiie T<>ur in ilii' 
Ktiätengegeiid uiiteruchmeii wulle, Frisehninuii: AIiit der Kinii^ will, 
daxH ich hei Sr. Durehl. rt-sidirc Die Depuiirteu: [>i<-s i>t unuio^rlieh; 
Schwerin i^agt ihm >ogar; _uu sait bien que vous eteri boii Suedois. 
et que la France n'euverra pas un autre.- -- 

') au doMciD Mb. 

*} DlM«lb« (dat. WiboTK 5. Mai Ifiii», vgl. furendorf Vlll. 41; bcAndul nkh 
■baebriAlich ebaofall* bei uDavrn Acten. 
■} Vfl. l'ureDdurfa. ■. U. 



>vGoo»^lc 



222 I^- Beriohle von 1659. 

Den 16. ülierreicbt er auch seine lateinische Deukschrift '), welche also 
lautet: 

Screnissinie Elector, 

Placiiit Vestrae Sereiiitati Electorali ad nieum memoriale Oallico 
exhibitiiiii idiomate Oernmuico redderc respoiisum, qui>d ut debit« cum 
hoiiore accepi, ita de illo unum atquo attenim iiiunerc |)ror8us debui. 

I. Primuni est, (|ma idioma Gcrmanieuui in Regia Doniini mei 
curia iiiusitatuin ac pauois forte cognituin est, iiiter Keges vero ac 
PrincipCB Imperii pleraque expediuntur lingiia latina. Ideo Kerenitatem 
Vcstram Electoralcni obiiixe rogo, iit ipsi placeat responso Germanico 
addcre Latinum, &ed niaiori cudi nioderamine illiquidae adlmc (lucrclae 
de Kege ineo, tani bcnevolo erga Sercnitateni Vcstram Electoralem, 
eins honorem, Donius Elcctoralis Brandeburgieae iucolumitateni et ditio- 
num suarum salutem. 

IL Altcnuu P8t, (luia Oernianieum nimis est generale ac vagnm. 
Idco velini Latinum expediatur verln« specialioribus , prius magis de- 
clarantibus et maioreni promissi tidem Itegi Domino ineo facientibus, 
quod tit, si verba proniissi dirigantur ad singula verba luci jtostiilati 
aut nieniorialiä. 

!IL Tertium est, quanqiiam in nupera capitulatione et intttrunieuto 
paciö (ad quae diio fundamoutn corunique observationem SereiiitatiB 
Vesti-ae Electoralie') rcsponsum, ut et electcrale sunui munus ac eius- 
licni muncris obligatio i-elertur) uingnia illa in si>ecie expressa sint de 
nun indiilgcndo eupÜs IliKpaniei» a finoeumiue ducc contigerit transitu. 
receptu, )>lati\'is, ut et de arniis sumeiidiH ad repcllcndam aut inipe- 
dicndam ilLim iniuriani, nunc vero instet, ut illud, quod publicis illis 
tabulis jironiissuni fuit, scilicet de non indulgendo transitu, suuni sur- 
tiatur effeetum; ideo placeat Serenitati \'e»trae Electorali \erbis ae 
Bpet-ialiiiribus super ea declarare, ne Majestas Sua ampüus po»sit hae- 
rcre aut diibitare ilo Serenitatis Vcstrac Electoraliii intcntlone et rcso- 

'-*■ — ?r dietis iain ab initio huius vernal^s expeditionis ad Hixpa- 

>ntias mittendi« in Flnndriam auxitiis pro i-irili sua [parte] 

I tit, «i öerenitiis Vestra Klcetoraüs breve obligationis in- 
in optima forma eonfcctum Hegi Domino meo extradere 
dicto Domino meo Oalliaruni Hegi pleuam de reaü seeuri- 

Irt einen Brief an den Cardinal vom ITi'". Vgl. auch PufendoTf 
M Vestra Ei. Mo. 



>vGoo»^lc 



GcDcralbcricbl Frischunnn's. 223 

täte fidem faciat. promittatque . se suam in aula liii[veratori& iutorposi- 
turam aucloritatem . qoae ibi hodie est uiaxiuia, ue i))^e atit alius iu 
FtaDdriani aut Italiani ullas mittat oopia» aiisiliares, vel <1i)iii:«.<as \A 
de novo conscriptas neque dirccto Deijiit imlirerte siil» iiiillo praetoxtii 
ac iie foedenitap Angliae ubtcnlu, et, üi hac ^^a iiitiil fuerit pn)f('rtuni, 
se eoiijuiiotunini liui suaiii eum reliquis Priiicipibus Elerti'ntlihus et 
Statibus Imperii, qui oqidos hodie in prooiiietii t'uiit se liiiie malo, iiuml 
plura eecum alia traliit. opponere et furtiter impedire. iie id liat iu 
Hispani gratiam Iiuperiit|ue calainitateiii. 

V. Ad miDimum ne Äereuitas Vestra Eloctoralis dioris ci'püs tniii- 
silum pemiittat per ditiones suas, illas maxinie. in qiiibus amumiui 
alioninive iurium dominium eum aliis dinsum liabet. 

VI. Xeque vero haee nova sunt postulata. sed Iiaec cuneta iaui >la- 

jestati Buae ab eo'), qui Serenitatis Vcstrae Elceturalia maudattim V 

assererautins eiMifinnata. sieuti in Gallieo memoriali exposni, eiiius pro- 
missi ßdem et lidei realem securitateu) recepturus buc veni, maudato 
Kegis Domini niei legitinio munitus. 

VII. Verum enim ver« yerenita« Vestra Electoralis mdit putare. 
se inde obligari cogive ad imposäibilia secpie )iuc iam oeeupatam bello 
non posse suaa di^idere eopias nee potuisse eas uui>or dividere in pr*i- 
pria causa et dictas auxiliares eupias forte uiaiores furo. i|iiani ut poNsit 
eas ini|)edire, licet seripto se ad id «bligavcrit. 

VIII. Hie velini yerenitaa Vestra Efettoralis plane seeura sit ae 
credat, Hegern Dominum niemti niulto iustiorem esse, quam ut quid- 
quam a quoqiiam principe velit postulare, quod ultra ii)siu8 esse \twsnt 
vires ae facultates. Nullo prorsus modo: sed hoe casu id salteni l!ex 
Dominus meus puslulat. ne Herenitas Vestra Electoralis ae|rrius ferat 
aus sequiuH interpreletur, si (quud iure licet {reutiuni et fas est hosti 
Tel in suo ipsius solo occurrere et ubique iter ipsi iuipedire) Rex Ciiri- 
stiauisBimus, amicns ac foederatud Vostrae Serenilati» Electoralis. in- 
grediatur in illas yereiiitatis Vcstrae Electoralis ditiones iliiquc iuiietas 
suas cum foederatoruui snorum viribus vires suasque vcl cum Screni- 
tatis Vestrae Electoralis ibidem residuis eohortibus coborlos knie cou- 
traventioni opponat, ad inq)cdieuduui commuui ope et auxilio illuni 
ipsum Hispauici auxiüi illiciti transituui, quem Serenitas Vestra EIo- 
ctoralis sola nequit inipedire nee tantuni a suis ditionibus nmlum avcrterc. 

IX. Quibus rite cousidoratis et expensis (quippc quae eominunem 
Imperii paceiu, tierenitatis Vestrae Electoralis proprium eomniodum ac 

') Brand (vgl. nnien die ipftlere Denkschrift vom 13. Joni I.}. 

L:qitzcc::vG00»^lc 



224 '^'- Berichte von 1669. 

particulare ioteresse, Regie Domini niei unicuni desiderium et realem 
in hoc puncto securitateiu coiicernunt , quae ipBi ex parte ^erenitatis 
Vestrae Elcctoralis sola deest ad animi sui traiiquillitatera) Vestra £le- 
ctoralis Serenitas velit quam primuni, quia in mora periculum et inalum 
irreparabile, Suae Majestati in hoc plane satisfacere et per scriptam iu 
optima foniiii obligatiouem , veluti fidei suae iiiterpositum depositum, 
cavere de illa reali securitate aut, hac noii obtenta, noH aegre ferre. 
si Rex Dominus mcus illani securilatcm ipai sibi vel suis vel suoruin 
viribus in Serenitatis Vestrae Electoralis ditiunibus procuret, inoffenso 
S. V. E. animo; denique reciproce cnncta illa, quae a 8ua Majestate 
pro S. V. E. honore suarumque ditiouum salute, tranquillitatc iucnlumi- 
tate ac denique pro sincera cum rege Sueciae pace, proficisci queaut,. 
firmitcf expectare, idque pro eerto habere, Regem S. V. E. justis 
desideriis nunquam defuturuni. Datum Vyburgi IG Maji 1659- 

Krischmaiiu folgt dem Kurfür^tcu nach Veile am 19. (uaehdera die 
Truppen am 18. und 19. weiter marschirt sind). Man verweilt dort vom 
22. bis 24. Mai. Frischmauu's Seeretär ist in Gefahr, als Spion gehängt 
zu werden, wird aber durch Montecuculi freigelasäeii. Am 25. geht man 
vor Friedriehsödde '). Frischmanu lässt nicht ab auf die Resolution zu 
dringen, aber man ver^uhiebt dieselbe bis auf eine Antwort des Uofeü anf 
die erste Denkschrift oder auf die Nachricht von dem zwi-^chen den beiden 
Kronen ge^^chlosseneu Frieden. B'rischiuanu citirt seine Briefe au den 
Hof vom 21., 24., 28. und 31. Mai und 1. Juai. Am letzteren Tage bezieht 
mau ein Lager zwischen Holding und Iladcrsleben ; am 9. empfängt er neue 
Briefe von Seiten des Uofes und von Gravel und wird dahin in^truirt, 
den Kurfürsten zur Erneuerung der Freundschaft und zum Einverständnias 
mit dem Könige von Schweden zu bewegen. Jedoch will er vorher noch 
eine bessere Kesolutiou auf seine erste Aufforderung haben. — 

Folgt seine lateinische Denkschrift vom 13. Juui'): 

Serenissime Elector. 
I. Libeat S. V. E-, pendeute adhiic diibiae pacis Galliani inter et 
Hispaniam eonclusione, quoddam ad meuui ante mensem Vyburgi ex- 
iiemuriale Latinum reddere rcspouBum, speeialius, certius, fa- 
. ac praecisiuB, prorsus eonfoniie promissie Brandii, verbis 
lorialis »ngulis, ne uon Rcx Dominus meu» iu illa benignia- 
rprelatione eorum, quae V. Ö. E. de ipso praeter aequum cou- 
it, Bubsistere nee aversnm a se animura Vestrae Serenitatis 
B conjeetare possit. 

Pufendorf F. W. Vlir. 10. C. O. Tl. 9. Droyaen p.452. 
um 13. Junii 1659 in Veatne SereDitatii Electoralis cutris td iiiiuUm 
ia ereptan. 



„Gooi^lc 



Ocneralbcrirlit Friaclimanirii. 225 

n. Siqaidera nciäsini Rex Düiuinus nicu» S. V. E. )>ncem et iu- 
oiluiuitateui omni Dieliori modo prucurare nuuquuiii iioii aollicilUit, 
UudeiD inde potuis <[uam «luerclain nieretur. 

in. Sane Gallia Vcetrae Sercnitatis Electoralis rebu« liactenur* 
rede, bcne ac siuccrc coiixuluit ac porro \-uU roiisulcrc, ))mecii)uc in 
iis, quae ad Serenitatis Vcstrac Electoralis trauquillitatein lacere viden- 
hir. unde ipsa sola Vcstrac Eleetorali Sereuitati rcHon'aWt locuni in 
hoc paciu negotio reges inter geptentrioimles, uiediantibus Gallia. An- 
glia, HoUandia, habendo ac quam priinum concludeiidu , itu ut pene» 
S. V. Electoralcni solani nit, illuiii oceupare, ex lioc sDii suittciue exi- 
tiali bello exire uiasiuin euin aiio honorc ac iitilitatc et inirc ijtsain 
illaui cnni dictis regibuH paccm, quam ipsi Kes Uuniinuij meuM coiidi- 
tiuuibuB utriuque iusti» et aequis tutaui, aiiiecrain, Hocuraiu ac utiloui 
praestituruB ac contra turbatorctt »artHiii tccfaniquc ciinMcr\'aluruH csU 
sicuti eani S. V. £. es aniiuo (>])lat, alii vero perictiloHi» ac l'alsi» per- 
suaBionibua eani iuipcdirc et ex auiuio iS. V. K. eliuiiuarc »ataguiit, auuui 
quidetn in coiuuioduiu, quipi>c <[uibus bellum hoc ((uaestum praebet, 
V. vero a. E. detrimentuiit. 

IV. Modo Serenitati Vestrae Electorali per fuedu» Au^itriacum id 
liceat, ut Baue optima pacis ratiouc id licituiii ac pluriuiii ipxoniuique 
AoatriBconim exei)ii)lis paeiie paribuB ui:>ur])atuui , flae)>iuB iam dixi ac 
ümni mala ex prulatalo ittto bello Hociali Vestrae Serenitati p^lectorali 
ac ipsi Imperio eerto eventura verbotenus muuBtravi. Et ipsa \'. E. t*., 
quanquani ex alteriua orc, coufcätia est, Be istiiin demuui belli daiiiua 
laturau et satisfactioiiCB a suis ulitiuando soluturam ditioiiibuB, ut autea, 
Austria illibata. Quae Kida sutticientiflsiiua linicudi cum Suecia belli 
et cum Auatriacis bellici focdcriB cauu»a esse poBuit. 

V. Serenitaa itaque Vestra Elcctoralid velit totum haue rem citra 
afTectum et ex Itegi» üouiiui mei beuevolo erga illam affectu et cou- 
ailio expendere ac tale mihi rei»pouttuni , quule lu prinio deacripBi pa- 
ragrapho, breW aiguatmii »cripto redderc et haue amici »ui erga Ke- 
gem Dominum meum auimi declaratiouem exliiberc de duobua illiu 
ablegstioniB meac capitibua, 

quonuu primuiii e^t, ut velit inteqiouere Buani apud ini)ieratoreui 
audoritatem , nc )ir<> iliapanis cnntra Gallos in Flandriuui ac ItaliaAi 
pace TetittiBi mittat auxiliuni. aut, »i mittat, eideni »e uppouere ea qua 
putest vi et qua cctcri clecturen ac »tatus l'ucdcrati, aut ad niiiiimuni 
oullum eidcm anaa per ditioue>« utriuisquc natura« indulgere transitnm. 
et quem ü ipxe non poaail impcdire uoIub, nun aegre ferre. ut Kex 
Dominufl meus ibi suib illum impediat viribus; 

■not. Mr G*Mk. d. Cr. 



:vGoo»^lc 



236 '^- Bei'o'"e Ton 1659. 

alteniin est, quod propriam Veetrae Serenitatis Electoraüs ealutem 
spectat, ut velit cum Regibus septentrionalibus inire, iam iam pacifi- 
caturiB, paccm et amicitiatn et hac ratione ntultis se ac Imperium malU 
et hac ipsa sibi euisque fatali socictate Austriaca eximere. 

Am lö. Jnni empfängt Frischmanii Briefe vom Hofe — und hat darauf 
am 17. Sr. Eniiiieuz und Brienne geantwortet. Er citirt diese seine Schreiben 
wörtlich; er will selbst eine Antwort seines Hofes auf die erste Denkuchrift 
des Kurfürsten. In seinem Briefe an Brienne heisst es: „— noUB Bom- 
mee encore iei en degi et au-delä du caual de iner et dans l'ile de 
Fanö ') . ■ . ; eile est semäe du hU, mais il n'y a que quatre mitairies. 
Oq peuse maintcnant d'en entrer en Fune, mais lee Suödois s'y sont 
d^ä bicD fortifiös," 

IX. Audienz vom 19. Juni') im Zelte des Kurfürsten (woselbst nich 
vorher der junge Prinz von Weimar und die Generale der Armee befun- 
den). ... Der Kurfiirst will Frischmann's Vorschläge schriftlich babea, 
waE dieser jedoch verweigert. Mau kommt Ubercin, dass er darüber mit 
Schwerin conferiren wolle, „et pour le präsent je vous dis"' — bemerkt 
der Kurfürst weiter — „pour röpoose de Totre diacoura, que de nie re- 
tirer du parti ob je suis, c'eet de meme que de aäparer les brebis 
d'avec les chicns'), et en ce mot il s'en retirait sans attendre ma r6- 
plique, disant „il me fant signer la lettre que voili que le secrÄ- 
taire m'apporte." Bei'm Diner sind der Prinz von Weimar sowie alle Ge- 
uerale und obersten Officiere auwesend. Der Kurfiirst triukt öfifentlieh auf 
die Gesundheit des allerehriKtlichsten Königs, indessen nach dem Dessert 
erhitzt er sich über die Verträge des Schwedenkönigs bis zu den Worten, 
„que les traitäs du rot de Suöde ^taient des traitg de poltron*), et que 
la France nc laissait pas de les assister, ce qu'il disait tont hautement 
devaut tous les laquais et antres y 6tant venua en grandc foule," — 
Frischmann, obgleich betroffen, antwortet trotzdem darauf nur: „Quant 
k moi, n'ajant aucune connaissance desdits trait^s du roi de Suöde ni 
de la coneurrence pr^tendne de la France, je u'en saurais prösente- 
ment que dire, ni oui ni nenni." Quand il vit ma modäration parmi 
le d^plaisir que je montrais au visage, il se leva de table, et ^tant 
tous deux long-temps debout ensetnble, sans parier un mot l'on k 
t'un regardait l'autre, comme les m^ontents ont.la cou- 
;), 11 me dit enfin: „allez tous en confärer arec Schwe- 
retira d'abord de la tente, pour aller k une autre. 



Fendorf F. W. VUl. 11. C. G. VJ. 10. 

eatram Europaaum VUl. tl60ff. 

»r.«np.469. 

D^aaii p.459 (hier: traitds da poltroa). 



;vGoo»^lc 



OanBralberieht FriKhmann'i. Wirreo in Orange. 827 

LJt-deBSDS, ses gen^raux, savoir le gin^ral Goltz, ua bon Fran- 
fUB, et le g^nöral DOrfÜDg s'accostaient de moi, disant: „inoiiBieur, 
pirdonnez ce discoure i. Sun Alleese ^lectorale et donnez-le & U juste 
douleur et aux justeß ressentiinents qu'elle a de l'injustice et de Tio- 
gratitude du roi de Suade." — Dur Kurfürst schickt ihm tjcbweriii. 
Br&iid hat geschrieben'). ... 

Der Kurfllrat an Mazario. Dat. Barth') 22.0ct. 1659. 

[Unrahen in OrkDge betreffend. BeigcITigt eine auf dicBelbe bczDglicbe Denkscbrifl.] 

Monsieur, j'ai ci-devant 6crit k Votre Emincnce sur le siyet des 22. Oot. 
d^rdres de la princiiiautä d'Orangc, et Ini ni fait repräaenter par mon 
envoyä, le sieur Brand, l'intär^t particulier que j'avais au repog de 
eet itaX, comme tuteur du prince mon neveu et comme son h^ritier 
präsomptif. J'apprends h nion grand rcgret, que ces troubles et con- 
fnäona croissent au Heu de diniinuer, et nieme que les auteurs s'as- 
surent et sc rantent de la protection de Sa Majeetä le Roi, eomme 
Votre fimlnence pourra voir, s'il lui platt, pnr uu memoire que j'en ai 
re^, dout j'ai cru lui dcvoir envojer copie') avec cette lettre que ce 
geutilhomme rendra de ina part k Vutre Entinence, et de plus lui fera 



') Ende dieaes niiTollitSndig crbtltenen GcncralbeTichts. Am Scbluiec dei dem- 
wlbea b«gefQgteii Regitteri, der .Table des cbosci plus remarquablci contenaei dins 
eeUe relatioD,* heisit ea noch ; 

IX. ... La iixitme conr^ri^nca tenue avec Ic sieiir Scbwcrin ce Jour-Iä tont 
•prbe-^nde. Lei aasarincca doonäei h madame l'^lectrice et audit Schwerin de 
la bicnTeillaace de Ba Uajest^ en leur* endroiu, cn cas qu'ils diapoaent l'^Iecleur 
andit BcGomino dement, La eeptirme Conference dadit Schwerin tenue avec moi le 
84 jain, contenant neuf nouvelles plaiDtea contro la France. Mes r^ponaea. Me* rea- 
acDtimeDti dudit diacoun de r^lectcui (». oben) exbibä dana un pelit €cril latio 
■adit Aectenr le 20 juin. La riiiiiirde et quaii plua asanr^e r^aolution de IVlecteur 
donn^ par la bouchc dudit Scbirerin aur mca demandci. 

X. Ua qaatri^me et dernij.-re haraognc failc k l'^lectenr an camp devant Faue 
I« S Juillel, contenant 1. des räponaes plua amplea et plua formellea anr lei nenf 
pbüniM de r^lectear, 2. lea aolidea raiaons auaquellrt meadilea raiaona aont Tond^, 
3. le« bona aria donnda de la part du Koi audit iflectcur pour le bien de aea dtata 
et pour la aüretä dudit accommodemenl , 4. Ic uong^ pria dudit iflerienr', la rjponae 
et la demiere r^aolnlion donn^e L ma baiangne devant. dinde. Mon cong^ donn4 et 
ana lettre pour le Boi avec uiie copie pour moi. Lea, ciTÜit^a el lea tits-bona dia- 
e«Dra qne l'dlectenr fit alora k dind dea Roia de France et de 6uMe et de Son £nii- 
nmce, cumme par foime de palinodie de Tanire y tena aupararanl. Sa MenTeillaDce 
anTera moi ; ma retraite de . . . Tdlecieur el da camp dana le carroaae de l'dcctear. . . . 
(B. himn Fufendorf TIIL 41. Droysen p.46».) 

*) Unweit Straltand. 
*} 8. duMlbe ontM. 

16* 



;v Google 



228 IV. BeiicLtu voll IG59. 

eiitendre nies seutimeiits siir ces affaires et le» raisoiis que j'ai de lo'y 
intiiresser avet' tant de eliäleur, ä qiini nie rcinettant, je suis etc. — 
De iiotre ([tiarlier ä ßartlien cii l'iniieraiiie ce 22 oct. lliW. 

Denkschrift das Fürstentliuiii Orange betrelt'entl. |o. D.j 

(Abschriit.) 

Memoire ]»our Soii Altesse eloctorale cle Brandebourg 

toucliant les affaires (rOnuige. 
tion Altcsüe ölectorale a itd ci-devant aiiqdement et pimctuellement 
infoniiee de tout cc qiii sost passe dans la principaule d'Orangc cicpuis 
Uli au eil fi')' t'i"' "i' sujot du rofus de eertaius nieiiibree läctieux 
du parlciiient li'eni-egistrer IV^dit de creatimi tlo deux miuveaus <m»ii- 
seilkTB audif psirleiueiit qui rt^sidemient daiis la villc et travailleraieut 
ä riustriictioii des pniees, et ce pour le bon ordre et pour I'avaii- 
eemeiit de la justice, niciiie pailicuHeivuieiit cu faveur des eatho- 
liques, qua cclui de la (IMaralittu de la preteiidue rigeuce de ladite 
priiicipauti; faite eu iaveur de la priiicct^se i'oyale ') scule, ä l'exclusion 
de Öon Alte.ssc electwrale et de madanic la princesse-douairierc d'O- 
range, uumiiie aussi dos exc^a, tk'sordrcs 61 uiSiiie des eoiispiratioiis 
qui se sunt eiisuite l'aites et d^couvertes coiitre l'ötat, contre la legi- 
time regeiice et contre la persomie du coiiite de Dohiia'), ^ouverneur 
de la priiieipaute. Depuis, cen affaires en soiit venues jueque-lk que 
lesditM factieux et rebellea se fartifiant du crMit qu'ils pul)Iient avoic 
cu France, et meme de la proteetiim du Koi dout üs se vantent, ont 
uagutVe presentii des lettres de cacliet de Ka Majestß adressees aux 
lieuteuants-gent^raux, pr^sidentä et iuteudaiits de la justice aux pro- 
viuces voiBines, interdieaiit nou-seulenient tuute couimunication, intelli- 
gence et coiumcrcc avec ledit conite de Doliiia, mais encore ordon- 
nant que le peage de Öou Altosc d'Oraiigc, qui se doit lever au lieu 
de ßaltliasard, qui est de la |)nucipaut6, sera lev6 au l'ont Saint-Esprit 
et & Roquemaurc hora de letendue d'icelle, et que les deiiiera eu pro- 
venants serout pajes k qui par la prineessc royale, conime prßtendue 

Jie-ie OrstiisL'heii AiigeleB«"Wirfii l'ul'endorf IX. l'l- 
on England, di« Willwc Wilhelm'» II. von Onnien. 
edricli von Uohiia, ein abgesagter Feind des franzUB. Horca, der 

den Cikbali-n diT franzOsinclien l'nrtei in Orange und den Intriguen 
I GooreincnienlH, von (einer dortigen Stellung weichen tnnsale. Vgl. 
cb I. p.2-i3. 495. Pufondorf a. « O. Wicquofort Hisl. dea 
I. p. 213 ff. 



>vGoo»^lc 



Wirren in Or.Bge. 229 

e«ale r^gente dudit iiat, sera ordounä, permettaDt aussi que le prä- 
tendu parlement coiuposä de ces rebelles et factieus, se tieune k Mon- 
t^Iimart en Dauphin^, directement contre toutee lois, coutumes, 6dits et 
ordonnaDces des princes pr^däcesseurs de celui daiyourdliui. En 
outre, ledit eieur comte, sur l'avis qu'il avaJt donnä d'avoir d^couvert 
la conspiration contre l'^tat d'Orange et les auteure, ayant re^u des 
lettre« patentes du prince, donnäes de l'avis de äon Altesse madame 
la priDcesBe-douairiäre , taut au nom de Son Altesee ^lectorale que le 
Bien propre, pour faire faire te proc^a aus coupables, en coust^quence 
desquelles le parlemeDt d'Orange, augmentä, en vertu desdites lettres 
patentes et de la coutume du pays, d'un certain nombre d'assesseurs, 
ayant ausei d^r^tä prise de eorps contre eux et ordonn^ que leura 
biens Beraient saisies, comme il a H6 fitit, le nonim^ Beauregard'), 
ci-devant tr^gorier du prioce, l'un des principaux auteurs de ladite con- 
Bpiration, a fait publier et imprimer deux lettres qu'il dit etre de Sa 
Majestä, par lesquelles ledit sieur comte est menacä que le Roi em- 
ploiera contre lui son autorit^, s'il fait quelque chose contre ledit 
Beauregard, toutes lesquetteB choses et proc^dures, ei tant est qu'ellea 
soient telles que lesdits factieux et coupables les publient, pour afler- 
mir leur conspiration et leurs complicee et pour intimider les bieu in- 
tentionnäs, ne pouvaat tendre qu'ä fomeuter et accrottre les däsordres 
et les confusions et ä troubler le repos de l'^tat sous la legitime i6- 
gence d'icelui, öon Altesse 61ectorale est träs-hnmblement suppliie d'en 
vouloir faire ses plaintes en cour de France, et d'employer son inter- 
cession k ce que lesdits lettres et ordres, s'ils ont öt6 donn^s, soient 
revoqufis, lee coupables reovoyös & la juBtice de leur prince, et par 
ce moyeD son autoritä raffermie en son 6tat, ausei bien que la legi- 
time r^ence d'icelui en laquelle Son Altesse älectorale a une si par- 
ticuliere part et int6r§t. ... 



Extract Schreibens Eines Freyen Cavaliers bey der Churfllrstl. 

Brandeburgischeii Arme vom 16/26. Octobr. 1659 vor Grips- 

walden, an seinen guten Freund bey den Frantzösischen 

trouppen jenseit desz Rheins. 

(Gedruckt.) 

Bezieht sich Damentlieb auf einige nachtheilige Libelle') über das Ver- 26. Oot. 

') ». Pufendorf ». s. O. 

■ Vgl. DrofBcn Foncbangen a. a. O. |i. 3$ ff., no bicrdber aasmhrlich ge- 
hiodelt ist. 



;vGoo»^lc 



230 '^- Berichla tob 1659. 

hUtniBB des EorfÜrsten and FrUcbmann'B nährend der Sendung des 
letzteren, welche hier widerlegt werden. 



6.Dec. Mazarin an den Kurfürsten. Dat. Toulouse 5. Dec 1659'). 
(Abschrift.) 



') 8. Pafendorf VIU. 42 .liWrae valde imperioMe*, unter der Hend aueh im 
Haag verbreitet, vgl. DrojacD Forechnngen p, 53. Piensa. Polit UI. 2. p.4T&. 
Loodorp Acta pablica VUI. p. 663— 664. 



>vGoo»^lc 



Berichte von 1660 bis 1664. 

(de LeBseins.) 



DiqitizeabvG00»^lc 



„Gooi^lc 



Einleitung. 



Lxx der beabEicbtigten abennaligeü Sendung Blondel'B an deo Hof 
des KarfUrsten kam es nicht. Vielmehr rief der Aagriff desselben auf Pom- 
mern einen eehr gereizten Tod zwischen ihm und Frankreich hervor'), in 
Folge dessen denn auch unsere Correepondenz von Januar bis zum März 1660 
nur wenige und übrigens zum Tbeil anch sonst bekannte Stücke enthält. 
Indessen nach dem Frieden von Oliva trat wieder eine versöhnliche Wen- 
dnng ein: Brand ward jetzt zwar abberufen"), indessen bald begab sich 
nun Christoph Caspar von Blumentbai an den französischen Hof. 

Wichtig und auch von Pnfendorf) ausführlich behandelt ist sodann 
die Sendnng de Lesseins' nach Berlin, der daselbst im Januar 1662 ein- 
traf. — Persönlich lässt sich von ihm feststellen, dass er ein YetterLion- 
ne's*) und in der Dauphin^ angesessen war'). 

. Der ostensible Zweck seiner Sendung war*), dem Kurfürsten Anzeige 
von der Geburt des Dauphin zu machen. Indessen sollte er daran dann 



') Post irruptioaem io Pomeraniam amicitia OalUca magi« frigcl. Fufimdorr 
VI 11. 42. 

') Vgl. unten im Schreiben de* Kurf. anMaiarin vom ii. Jnli (3. Aug.; 16130. 

') IX, 34-36. Vgl. duza die Kritik Pufendorf'a durch Droj'sen in den 
Abb. der iKchtischen QetelUchaft der WiBseDBchftften. l'hil. bist. Cl. 
1864 1. p.97ff. und p. 108. 

*) In dem Em pfeblangBecb reiben an Schwerin, welches ibm Lionne mitgab, 
beceicboM er ihn als QescbwiBterkind mit ibm i,couain germiin'. S. auch Pufcn- 
dotf IX. 58. Quamqnam in Iota hac negottalione (mit Blumenthal; multum acer- 
bitMia Lionnaeus exseruerat. ... Cuius causam Turonniai dicebat, quad ipeius 
cognato Lessano re infecta Berolino diBCcdeodom (ueril. 

') Vgl. unten seinen Brief an Lionne vom 28. MAra 1662; am 23. Uai 1663 
Bohreibt er demselben ans Bomans. 

') Er hatte nnr den Charakter eines Euvojä. 



>vGoo»^lc 



234 ^- Bwichie von 1060 bi« IG64. 

Verhandlungen eioiual über die polnische Eönigawahl, sodann auch über 
Reich s angelegen hei h>n, den Eintritt des Kurfürsten in den Rheinbund, die 
Erneuerung des eben ablaufenden brandeaburgisch-französischen Vertrags 
vom Jahr 1656 anknüpfen. Der erste Fnnct war indessen der haoptEäch- 
liebe, wie denn die Königin von Polen selbst nach deLnmbres' Erklä- 
rungen einen bedeutenden Antheil au der Mission de Lesseins' gehabt 
zu haben scheint'). 

Die Verhandlungen wurden, abgesehen vou den Audienzen beim Kur- 
fürsten selber, von deLesseius mit dem Fürsten Johann Georg von 
Anhalt und dem Qeheimen Rath t. Somnitz gepflogen: Schwerin war 
abwesend in Preussen. 

Gerade aber auf die Absiebten der Franzosen und der Königin von 
Polen, einen französischen Prinzen zum Nachfolger ihres Gemahls Johann 
Casimir zu machen, glaubte der Kurfürst nicht eingehen zu können; 
deLesseina hielt sogar für gewiss, dass er selber nach der polnischen 
Krone trachte. So sah sich der französische Hof endlich geuöthigt "), seinem 
Gesandten zu erlauben, was man anfangs durchaus nicht hatte tbon wollen, 
nämlich dass er die beiden Puncte seiner If^egotiation von einander trenne. 
Schon für den Eintritt de.^ Kurfürsten in deu Rheinbund, seine Einwilligung 
zum Einschluss Pfalz-Kenburgs in den Frieden von Oliva u. s. w. war der 
König von Frankreich jetzt bereit eine jährliche Gratification zn zahlen. 
Indessen auch hiermit gedieh man nicht zum Ziele : der Brandenburger war 
zunächst lediglich zur Verlängerung der Königsberger Alliance von 1656 bereit. 

Nachdem de Lesseins sich lange hatte hinziehen lassen, drang er 
endlich auf schleunige Erledigung der betreffenden Fragen und erkannte non, 
um mit ihm zu reden, den bösen Willen, mit dem er es zn thun hatte. Er 
nahm deshalb — denn er wollte wenigstens der Theil aem, welcher abbrach 
— seinen Abschied; seine letzte Audienz fand am 26. April 1662 statt *). 

Die theils an den König, theils au Lionne gerichteteu Briefe dieses 
Gesandten sind sachgemäss und unterrichtend, von besonderem Interesse 
sein Schreiben vom 21. März, worin er von verschiedenen groBsen Plänen 
des Kurfürsten handelt. — Ihm selbst hat es in Berlin übel gefallen; er 
durfte in seinem Hause keine Messe halten — und litt ausserdem unter dem 
schlechten Getränk. 

Uebrigens spielt bei dieser Sendnng auch Wicquefort wieder eine 
Rolle; ja, eine Versicherung von seiner Seite, dass der Kurfürst die fran- 
ztisiscbe Alliance wünsche, scheint sie veranlasst zu haben. Gera hätte er 
gesehen, die Verhandlung wäre durch seine Hände gegangen, doch war 



') e. Pnfendorf IX. 36 nDd otmentltcb 44. 4Ö. 

■) S. UDUiD Ludwig XIV. an de Leasoini dat. 30. Mttn 1662. 

*) S. Dep. dat. Berlin 25. April und Hamburg 13. Mai 1662. Er sah den Knr- 
(flnteD and den Fürsten von Anbalt dann noch in Leipzig. — Spfttet i. J 1665 hat 
de Le*«eiDs (nach rurendorf X. 9) als franiOBisober GsMndter CMo und Pfalt- 
Nenburg voo dem BQndniss des weBipbAliBchen Kreieei, welohea die Dorttencr Ver- 
abredungen in Auasicht nahmen, abgeratbeo. 



>vGoo»^lc 



Einloitung. 235 

er KnrfürRt, welchem der franztiaische Hof in diesem Betracht die Wahl 
BSB,'") allem AaecbeiD nach dem nicht geneigt. — 

Die wenigen Schriftstücke aa§ den Jahren 1663 nod 1664 beziehen sich 
röestentheilB auf die wiederholte Sendung Blumeathal'B an den franzö- 
scben Hof"). Dieselbe führte znni AbEcblnss eines neuen Vertrags 
i. H&rz 1664), and der Kurfürst versprach nun auch dem Bheinboode 
eizatreteD. — 

Hehreren Schreiben des Letzteren ans dieser Zeit eutnehmen wir end- 
ch, wie er, auf dies neue AlliaDceverhältaisB gestützt, die Intervention des 
.Önigs in seinen Differenzen mit Holland nnd Polen in Anspruch nimmt 
ad anaserdem weitere Handelsbeziehungen mit Frankreich anzuknüpfen sncht. 
och fallen dieselben zum Theil schon in onsera nächsten Abschnitt. 



") Tgl. Kucb Pufendorf IX. 34. 
") 8. pDfendorf IX. 56fr. 



>vGoo»^lc 



V. Berichte von 1660 bis 1664. 

(de Lesseins.) 



Schwerin an Brand'). Dat. Berlin 10/20.Jan. 1660. 
(Abschrift.) 

[Ueber den Brief Miizarin'B an den KurfUrsten vom 5. Dec. Der KurfUmt will ilurrh- 
aiiB nnr einen allgemeinen Frieden, den anrh 8e. Eminenz wird befcirdem müsaen.) 
1660. Der Kurfiirst hat auf den Brief des Cardinal Mazarin »om 5. De- 

ÜO. Jan. cember v. J. ') (der , um Se. Durchlaucht nur ja zu reizen oder zur Verzweif- 
lung zu bringen, doppelt gescbickt war) ') nicht antworten wollen. Gleich- 
wohl derogirt das Unternehmen auf Pommern in keiner Weise dem Vertrage 
von Münster, und Frankreich sollte viel eher den Kurfürj^ten als den König 
von Schweden unterstützen. — Aber jener Brief ist den Inspirationen des 
Herrn von Björnclou') beizumessen, welcher mit Erfolg im Interesse 
seines königlichen Herrn gewirkt hat. So will denn der Kurfürst alles 
Oott anheimstellen, der so eben Danemark und Curland gerettet hat, indem 
er den Stand Schwedens einem sichtbaren Verfall entgegen führte. Der 
Kurfürst verlangt nichts als den Frieden, wie es die Minister Sr. allerchrist- 
lichsten Majestät selbst zugeben und wie die öffentlichen Acte es in der 
That nnwiderle glich beweisen. I] ^clatera bientöt ä Dantzick, sur quel 
parti redondera la faute du retard«ment d'une bonne et sQre paix. 

') Vgl. V. Orlich 1. 22:if. da» deutechs Original. 

" "' ' " I oben p. ■JJÜ, 

jeoclt. der pruUBn. I'oliiik 111. 2. 475. „Und damit dies herrische 
ciBur wirke, Ikbs man ks . . . bufort im Druck erscheinen und ver- 

dorf Vlll. 04. Mazariniim qooquo BiorncilüTio diiiase: re- 
a, ui Poinerania et Bremenaia provinciae SuocIb Balvae sint, prae- 
DulantibUB auxilium BabtractuTum. 



.Gooi^lc 



Oereiütbeii zwisclien Frankreich und ßrandenbiM-g. 337 

IndtKscn wird sich der Kurfürst uiclit dufcb Drohungen zu einem Sepsrat- 
frieiien und zur Treuiiung ?ou seinen Yerblindeten zwingen laf^sen; wonst 
wiird«- aiich Seine Emineiiü selbst seiner spotteu. Dieselbe wird aiwo nir 
ihren I^influss für das Zustandekonimea eine» allgemeinen Friedens zu 
verwenden gnt thun. Sonst wird das Hans Brandenburg anderer Stützen 
iiklit entbehren, wenn man fortfährt, Drohungen wider daiiselbe anzuwen- 
den'). — In dieser Richtung wird Brand seine LEemühungen fortzusetzen 
haben, in Gemässheit der Instruetioneu, welche ihm vor Kurzem seitens 
Sr. kurfürstlichen Durchlaucht zugegangen. 



Lud%Ylg XIV. an den Kurfürsten. Dat. 12. Febr. 1660. 

(Concept.) 
Beglaubigungsschreiben für Colbert, der auch nach Wien geht ), um 12. Febi 
sich Ton den Intenlioiieii beider Utife in BetreFT der l'ueiticalion des iteiehs 
zu unterrichten. 

Mazarin an Brand. Dat. Aix 12. März l(j60. 
(Concept.) 

[Antwort auf Hcbwerin'a Schreiben Tom 20. Januar.) 
Sucht die Vorwürfe, welche Schwerin's Schreiben an Brand vom l2.MSrz. 
10 20. Januar d. J. ') enthält, in einem scharfen und ironischen Tone abzu- 
weisen. 

Der König hat erklären müssen, Schweden um jeden Preis seine poni- 
merschen Besitzungen, welche demselben durch den Vertrag von Münster 

'abgetreten worden, garantireu zu wollen, im Falle sich durch seine Ver- 
luittelung und diejenige des katholischen Königs die — durch die Invasion 
Pommerns so erheblich gestörte — Ruhe im Keieh nicht wiederher.-tellen 
lasse. Man hätte wenig>tens den Ministern nicht die Ordre geben niitsscn, 
am letzten Januar eine Denkschrift im Haag zu präsentiren, wodurch man 
erklärte, kein Abkommen mit Schweden eingehen zu wollen, als indem man 
es dieser Provinz beraube. Dies und die neuen Hebel, welche Se. Kur- 
fürstliche Durchlaucht in Wien ansetzt nm wieder einen gemeinschaftlichen 
AngrifT auf Stettin im nächsten Frülgahr zu Stande zu bringen'), bekun- 
den gerade keine leldeusebaftliehe Friedensliebe. — Uebrigens ist keines- 

. wegs auf BJörnclon's Antrieb das Schreiben des Königs an die Beichs- 
deputation") noch das des Cardinais selbst au den Kurfürsten erla.-.sen 

' Pufendorf V[1I. 4S xett Brandio iniunclum causm silentÜ exponetf. ('uin- 
Diuncni .'C pncem cnperc, Brd ad pcoiiliarcm üogi nollo, et hi Qnllin minari pHrgnl, 
alibi praenidinni aibi quari endnm. 

', Vßl. Pufandorf Vlll. 4'2. 04. - Charlca Colbert Marquis t. Croiasi, 
t. Ober ihn untcu Abschnitt VI, , 

') S. oben. 

*) Vgl. Droyaen p. 487. 

', Vgl. Pufendorf Vm. 63. Londorp Vlll. p.66lff. 



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238 V- Berichte von 16^0 bis 1664. 

wordeu. Xazarin hat vielmehr so bereits zq Don Loya de Haro') ge- 
Eprochen, der dies daDD seinerseits durch deu Marquis vonFueutes den 
Kaiser hat wissea lassen: iiäulich, dass Frankreich in diesem Falle mit 
allen Kräften zq Gunsten der Schweden eintreten werde. „11 est vrai qtie 
M. r^lecteur n'a pas grand sujet d'api)röhcnder lesdites forces, puisque 
nous savous qu'aprös aroir tu ma lettre, il dit tout haut, cn präsence 
de.ses officiers de guerre, qu'il donnerait mille ducats de r^al k celui 
qui lui apporterait I'avis que lee armeB de France allaient attaquer 
868 6tat8 de ClÄves'" '). In scherzend bcissendeiu Tone ') geht es weiter. 
Der König hat sich unter diesen Umständen genöthigt gesehen, seiueu frü- 
heren EntschlussBlondeP) au deu Kurfürsten zu senden aufzugeben. Doch 
wird sich Se. Majestät augelegen sein lassen, den Frieden auf Grundlage 
guter und vernünftiger Bedingungen herzustellen. 

(O. D.] 

[Plan^;, mU Kepresaalie gegen den Kurfüraten das Henogthum CUre und die Oraf- 
schafl Mark lu nehiaeo.) 

Öi l'ölecteur de Brandebourg est le promoteur de 1a guerre contre 
la üa&de et celui qui ouvre les prätextee*) & )a mai80D d'Autriche, 
quand meme l'ou n'aura paa dcasein de lui eu faire rien resseatir sitöt, 
81 est') qu'il y restera toujours assez de temps pour lui enlever, k la 
fio de la catnpague, le duchä de Cläves, dont la partie qui est en- 
deQä du Rhiu ne cofltera que huit Jours et l'autre encore moins de 
delÄ, oü il y a la ville de Duisbourg, que je coneeillerais de reteoir 
sous bonne garoison, pour ce qu'aus passages et repassages eile eat 
tr^s-impürtante, et de tant plus qu'elle fait une sflret^ particuliöre aux 
troupeB du Roi durant leur säjour en ce pays-lä. Tout pr^s de cette 
ville, au bout de nia terre de M. *), il y a sur le Rhin, ä l'emboucbure 
de la Ruhr'), uu petit bourg nommä Ruhrort '") träB-importaut pour 
na Situation, car aux d^pens du pays tuSoie I'uu y jettera facilement 



') Der erste ipanischa Minister, mit welobEm Maiarin den pyrenlli sehen Frie- 
den T erhandelt hatte. 

■) Drojsen p.4T5 (nach Brand's Beriebt vom SO. Febr. 1660). 

') Pufendorf VIII. 43. Addebator non parum aculeatorum verborun el e qai- 
ba» indignatio iuxta ac coniemtoi in electorem elucebat. 

■} Vgl. oben p.S14. 

') Der Autor scheint der FOrst von Salm. 

*) pretenie« Ma. 

^ es lee Mt. 

*) Meidrigue M». 

*) Rore H(. 

") Borordt Ua. 



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AnschUg Buf (Icvr und Mark. T.id Küriig furl «»«lav's. 239 

nne fortificatioii qui assurerait uii pausa^o sur cc flcuvc, et si le Roi 
oe voulait pas Ic teiiir e.u soii clief. j'y imurrais . . . domicr Ic iioiii 
cnmnie m'y fortifiaiit imur tirer pjiyement des •„'il iiiillc pislnletJ quc me 
doit lelecteur'), Eii aiilrc» liuit jnurs I'mi iiicoqxirora le conitö de lu 
Mark, i la r^scr\e de Lip|)stadt, laquclle il fmidra prciidre :ivoc plus 
de cÄrtmoiiie. Ndaninoiiis l'oii eii viendra facilemeiit h Ixiut, etant 
couvert de terres de ralliauco et de ralliaiice meine. Aiiisi ') ce priuee 
äoigai, on lui portera la piierre daiis le Hein, et') en äquivalent eontrc 
ce qu'il occupera cn Ponieranie, Ton ue tieiidra pan iei moiiiu du aien, 
outre qu'on biveruera et s'aiignientera daiia ses terres, qui lui fuurnis- 
sent consid6rahlemeut de l'argent et dea lionuiies, quoique ä regret; et 
si l'Autriche agit iudireetcnicnt pour ec iirince,-ou lui rendra la pa- 
reille, pendant quelle se eonsole faeileuieut de» pertcs qui ue tuuelicnt 
pas ses paj8 liörßditaircs. Cependaut. au roisinage de Munster, cela 
ferait un notable effct ä l'tigard dos Hollaiidais, leaquels meiiagiSs du- 
rant cetle brOve expödition, se verraient & peu de-lä cd uue teile 
craiute de ce voisiuage, qu'as^iuriimeut l'auibassadeur de tia Majestö 
agirut avec tout succÄs aupres d'eux. yi j'avais') l'liouueur de quel- 
que part eo la conduite de cctte ciitreprise, j'esperei-ais d'v donner 
beaucoup de aatisfaction ä Ü. E. ') 

Brand iin Mazariii. Drtt. Paris 7. April 1600. 

(Stellnng dei KiirtHraten in der Coi>junclur nach dem Todu dea KQnigi von Schweden. | 

Der Tod des Königs vuu Scliwodcn ') wird für dessen Küiiigrcich liöeb^t 7 Apr. 
nachtheilig sein, und seine Feinde werden hoffen daraus Nutzen zu ziehen. 
Der Karftirst meinerseits wünseht jedoch nneh wie vor lediglieh den Frieden 
nnd hat Brand befohlen He, Kuiineiiz de^^.-^en zu versichern. Kr halt die 
Coqjunctnr für vollkouiuien geeignet, die Sehweden zu uüthigen, dass sie 
die Bemhignog des Nordens und des Reichs erleiehteni. Brand fügt hinzu, 
duB sie anch für die Wiedervereinigung des Kurfürsten mit Schweden gün- 
stig int, nnd der Oardinal solle deshalb auf Anerlnetuugc-n an den ersteren 
denken, welche fähig «aren diejenigen seiner Alliirten bei ihm auszustechen 
•~ sowie Brand erlauben, ihm seine bezüglichen Gedanken offen mitzu- 
tbeilen. Für diesen Fall wird er Sr. Eminenz, bei Zusicherung des Ge- 

') Eben hiernach iit der Autor des Scbriftstflcks woht der-FarsI von Salm 
{Tgl. onlen da* Sebreiben Haiarln'« an den KarfQrsteii vom 26. Not. 1660). 
'J k c« priDM M«. ^ 

') tu qni alcr Hi. ^ 

•} J'anral U«. 
*) SoB Eminuica. 
*j Carl OaitaT war am 2a Fibruar IfiTiO gMlorben. 



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240 V- Berichte von 1G60 bis 16M. 

heimnisseii , alles raittheilen. — Der Herr Präsident Björnclou gelbst wird 
sein Zeugni.'s nicbt in Abrede stellen, welches er Brand die Ebre erwieBen 
hat zu geben, dasK er nämli<;h — wie man erfahren — durchaus mit Mas- 
sig» n^ auftrete. 

Mazarin an Brand. Dat. 27. Api-il 1660. 

(Concept.) 

(Antwort auf Hrand's Schreiben vom T. d. U. Der Cardinal lat benjit »eine Vor- 
schläge aninhUren ; nur darf der Kurfflrst keine EnUcbndigung auf Kosten Schwedens 
beanspruchen.) 
"■ Der t'ardinal kann sich nicht daTou überzeugen , dass die Lage Schwe- 
dens derart sei wie Brand annimmt, da der dänische und polnische Friede 
als bereits so gut wie abgeschlossen bezeichnet werden können. Gleich- 
wohl geht er auf desselben Vorschlag, seine Mittheilungen nntpr Zusiche- 
rung des Geheimnisses entgegenzunehmen ein und niemand anders als Ihre 
Majestäten und er selbst wird davon Kunde erhalten. Nur luuss er ihm 
im Voraus bemerken, dass der Kurfürst nicht beanspruchen darf auf 
Kosten Schwedens entschädigt zu werden — an Stelle jeuer an- 
deren Kntschädigungeu, die er für Angriffe, welche er so vielfach, und auch 
im Reiche selbst, dem Vertrag von Münster zuwider erlitten, fordern dürfte '). 
Schweden würde nämlich dazu — bei der günstigen Lage, in der es sich 
beßndet, und da es Frankreich selbst zur Oarantin seiner Besitzungen im 
Reich kraft des Vertrages von Münster besitzt — niemals seine Zustim- 
mung geben. Ausserdem hält der Cardinal Se. Kurfiirstliche Durchlaucht 
aber auch für zu grossmüthig, als dass dieselbe, selbst wenn sie es könnte, 
auf Kosten eines minderjährigen Königs') ihren Nutzen sollte fördern wol- 
len. Und so würde denn der Vertrag von Münster die eigentliche Bat^is 
jedes Arrangements bleiben müssen. 

Indessen trotzdem ist der Cardinal, wit gesagt, sehr bereit die Ge- 
danken Brand's anzuhören. 

Mazarin an den Kurfiiraten. Dat. 23. Mai 166ü. 
(Coaeept.) 
[Antwort anf den durch Blumenthal erhaltenen Brief in sehr versöbnii ehern Sinne, 
in der BoSnang, dasa sich der KurrarHt nun von seinen bisherigen Engagementa 
IDxen und Prankreich und dessen AUürten anschliessen werde-I 
'- Blumenthal') hat ihm den Brief des Kurfürsten zugestellt. Der Kur- 

fürst hat Recht, seiner Wohlgeneigtheit zu vertrauen. Er hat davon Pro- 
ben gegeben durch seine Bündnisse mit den Fürsten nud Ständen des 
Reichs — und hofft nun auch, dass Se. Kurfürstliche Durchlaucht von den 

') Natürlicb von Oestreich Tordem dilrfle. 
') Carl XI. von Schweden, 1655 geboren. 

') Christoph Caspar r. Blumenthal. Vgl. über «eine damalige Sendung 
PufeDdotf IX. 2. 3. 21. 



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Blomentbal in Frankreich. Abbernfhog Bruid'«. 241 

alten Maximeo ibres Hauses niclit abgeben werde, besonders, sobald sie 
sich — Dach Abschluttü des Friedens ') in Preussen — von ihrem gegen- 
wärtigen, unzweifelhaft unfreiwilligen, Engagement gelöst. — Hr. Durch- 
laucht Gagagements werden mit dem Tode desjenigen') aufgehört haben, 
¥on dem sie Vergeltuug Tür Vergangenes habe fürchCeu können, und die- 
selbe wird sich nun mit Sr. Majestät und deren Alliirten rereinigen wollen, 
um aller Welt Ruhe und Frieden zu verschaffen. 

Mazarin an Wicquefoi-t. Dat. 17. Juni 1660. 
(Concept.) 
Wicquefurt kann nach Frankreich zurückkehren und eine Pension IT.Jani. 
des Königs gemessen '). Er kann dieselbe auch beziehen, wenn er es ?or- 
zieht anderwärts zu verweileu. 



Der Kurftirst an Mazarin. Dat. Cöln a. d. Spr. 24. Juli 1660. 

(Abberufung Brand'a, desaeii fernere ThBligkeit bid rraniüsiachen Hofe der darch du 
Verdienst Maxarln'a herbeigeführie Friede nnndlhig in rnjichen scheint. Er em* 
pfiehlt nocli besonders seine Interesaen hinaicfatlich der Regeloog der pommersoheD 

Angetegenbeiten.] 

Monsieur , la dieposition des affaires et troubles passes m'avait 3. Aug. 
Obligo d'euvoyer le sieur Brand, mon coDseillcr d'^tat, pour se tenir 
auBpräs de Ha Majestä trfes-chrätienne tant qu'elles dureraieiit dans la 
conjoucture oü elles ätaient alors. 11 m'importait de donner dane lea 
occasioDS dea aBsurances k Sa Majestä et ä Votre EmiDence de la ein- 
cdrit^ de mea iateDtions et de la part que je prends aux int^rcts de 
la Fraoce. Mais aujourd'faui que les armes et rentremise de Sa Ma- 
jest^ et la prudente et beureuse couduite de Votre ^^minence ont, mal- 
gri ceux qui ne l'ont pas däeir^e, produit cette glorieuse paix qui fait 
Ic bonbeur et le repos de toutc l'Europe; que tous les priaces dcmeu- 
rerout en assurance par la garautic') de cette pais que Sa Majeatö a 
biet! roulu preiidrc sur eile, et que Tun a droit d'esp^rer que ce repos 
sera de dur^e, ayaut pour garant uu si puissaut lioi assistö de cwn- 
seiU si solides et si prudents, j'at cni, dans cette couiiauce, que la 
D^essit^ des eorrespondances n'etait plus si grande, et que je pouvais 
einployer le sieur Brand, mon envoyä, eu d'autres lieux. Je lui ai 
doDC donn* cbarge de prendre congö de Sa Majestö et de lui faire 

') Der Friede Ton Olira am 3. Hai 1660 nnteneicbnet. 
') Carl Gnstar't. 

') Wicquefort hatte gebeten, auf sehr demfllhige Bedingnng«!! hin in den 
Dienst des Königs cnrdckkebren in dOrfen. Vgl. auch oben p. 19t. 
•) Vgl. Pnfondorf VIU. 71. 
Nauir. lur <ic»li. ,\. Gr. Uurrürilen. U, 16 



:vGoo»^lc 



242 ^' Berichte von 1660 bis 1664. 

auparavant lea protestations de la fiirte passion que j'ai de m'entre- 
tenir daDs une boune et perpituelle intelligciice avec la France et de 
dnniier des marquea k Sa Majest^ de l'ardente atTection que j'ai pour 
Bon Service. Je lui ai aussi particuliörement recommandä de prendre 
cong^ de Votre fiminence et de lassurer de ma pari, combien je faia 
d'estime de son afTection. II Timportunera de la pri^re que je lui fais 
d'induire Öa Majeetä & vouloir fortifier nies int^rets de son appui et de 
son entremise pour le r^glement de ce que l'on tient en Pomöraiiic 
outre ce qui') a f:t& c6d4 dans l'instrument de paix k Munster ä la 
couronne de Su^de et de places qui pourront toujoura troubler une 
bonu6 aniitiä, ce qu'il espliquera plus auiplement de boucbe & Votre 
Emineuce. 

Je veux croire qu'il s'est eonduit aupräs d'elle de teile mani^re 
qu'il n'aura poiut donnä Heu de reproche ni de bläme. Votre Emi- 
nence me fera, s'il lui plait, la faveur de me tenir pour eelui qui est 
d'une aflfection träs-sinc^re — Monsieur — de Votre Eminence — 
[gez.] le träs-huRible et träs-affectionnä serviteur — Frideric-Guü- 
laume Electeurde Brandebourg. — De Cologne-sur-la-Öpröe Ie24 juillet 
ItiGO. — A Monsieur Monsieur le cardiaal Mazarini. 



Mazarin an den KurfUrsten. Dat. Paria 26. Sept. 1660. 
(Concept.) 
36. Sept. Antwort auf dits Schreiben des Kurfürsten vom 24. Juli '). Der Cardinal 

lobt das Verhalten Brand's. Die pommerscbeu Interessen betreffend, von 
wekben ihn dieser unterhalten, so hat Brand nicht gewollt, dass Mazarin 
dem scbwedischen Minister in Parjs, ohne weitere Ordre des Kurfürsten, 
etwas davon sage. 

In einem Postscriptnm empfiehlt ibm der Cardinal darauf die Sacbe 
des Fürsten von Salm-). 



Mazarin an den Kurfilrsten. Dat. 26. Nov. 1660. 
(Coneept.) 
Empfehlung für den Fürsten von Salm, der sich zum Kurfürsten nach 
Cleve begeben will, um von demselben die Zahlung eines Landgebiets (terre) 
zu erhalten, welches Se. Kwrfiirstl. Durchlaucht von ihm erworben hat Die 
Otficiere (ofEciers) des Kurfürsten haben dem FürEt«n bisher die Erstattung 
derselben verweigert, aber Mazarin findet seinen Anspruch durchaus ge- 



') qn'il Ml. 
^ S. oben. 

■] Vgl. oben p.99 n. 238-239 nnd du folgende SehTeiben Uaii 
KarfBnten. 



:,Goo»^lc 



Sendung de LEsseina' und dessen Anknoft in Berlin. 243 

recht and glaabt, dass der Kurfürst selbst mit dem Beneboien seiner Of- 
ficiere nud Minister unzufrieden sein wird. 



Lionne an Schwerin. Dat. Foiitainebleaii 28. Nov. 1661. 
(Concept.) 
In aebr scbnieicbelhafter Purm. Er erapfieblt ihm Herrn de Lesseins, 1661. 
seinen rechten Vetter, dessen Betrugen er selbst wird li-iteu mästen, damit 28. Nor. 
derselbe nicbt^ thue, was dem Kurfürsten nicbt vullkanimen genebm sei. 

de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 24, Jan. 1662. 

{de LeasHns' Anknnn. i^ein lCni|>fang durch den KuTföralen. Hie KurfDrilin nnd 
der FQnt tod Anhalt. Zweite Andient. Conferenien mit Anhalt und Somniti. Ant- 
wort des Kurfürsten.] 
De Lesaeins ist vor vierzehn') Tagen angelang^t. Der Freiherr 1661!. 
von Schwerin ist seit mehreren Monaten in Königsberg') uu4 ^^ Les- 24.Jan. 
seins hatte schon die Absiebt, ihm zu folgen. Aber Goltz') (frtiher 
Commandant des polnischen Regiments in Frankreich unter dem Namen 
des »petit colonel polonais" und jetzt Generalmajor und Qouvemeur von 
Berlin) bat ihm gesagt, dass er erwartet und dem Kurfürsten bereits von 
Paris aus avisirt sei, welcher sich darüber sehr glücklich bezeigt, da Se. 
Majestät bereits eine Anzahl anderer deutscher Fürsten beschickt habe, um 
ihnen die Gebart des Dauphin') anzuzeigen. — Uebrigens ist jetzt der 
Fürst von Anhalt die leitende Person in allen Angelegenheiten. — Der 
Kurfürst war mit Herrn von Pöllnitz anf der Jagd; darauf war de Les - 
seine zu Mittag bei ihm nnd sagte ihm, dass er noch einen andern Brief 
Sr. M^estät für ihn mithabe, hervorgerufen durch die Mittheilung Wicqne- 
fort's, dass Se. K. D. ein gross Verlangen trage, in die volle Gunst und 
Freundschaft Sr. MfyeKtät zurückzukehren nnd sich den Interessen dersel- 
ben anzuschliessen'). Friedrich Wilhelm empfängt den Gesandten sehr 
gütig und giebt zu, Wiequefort gesagt zu haben, „qu'il ferait Votre 
Majeetä tneme juge de sos actious, et qu'il n'avait rien fait qu'il crflt 
devoir döplaire ä Votrc Majestö," Weiteres jener beziichneteii Art Wicque- 
Tort gesagt und zur Mittheiluug an den König aufgetragen zu haben täng- 
net er allerdings durchaus, verspricht jedoch de Lcsseius eine Audienz. — 
Uebrigens hat ihn der Kurfürst bei dem Diner wie einen Botschafter be- 
handelt, obwohl er doch nichts als ein einfacher Abgesandter Sr. Ma- 
jestät (aimplement envoyä par 8a Majestö) ist. Autrefoia M. I'^lec- 
teur logeait daijs son chäteau tous les ambassadeurs des Kois et rn^me 

') In meinem Auszüge steht 13 joura: wob) vertcbriebso statt I& jonr«, 

') Vgl. Drojsen BeitrBga inr Kritik PnfeDdorf's a. a. 0. p. lÜQ. 

■) Liolti Ma. 

*] Oeb. am I.Not. 1G61, vgl. PnfeDdorf DC. S4. Omyta a.a.O. p.97. 

•) Vgl. Droysen a. a. O. Pnrendorr a. «. O. 

16* 



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244 ^'- Bcriclilc lon 1G60 bis Ißtij. 

des grands princee. II a changä cctte coutume depuis quelques ann^eB, 
et ae coiitente de les faire loger en la ville et les traiter troiB jours 
par 8es ofTiciers. Trotzdem hat man seine- Bcwirthung (traitement) auf 
acht Tage ausgedehut und es ist ihm mJtgctheilt, wie mau eine ganz gleiche 
Behandlung dem kaiserlichen Botsehafter, Grafen Strozza), habe ange- 
deihen lassen, welcher gleichwohl nur ilie Kigeiisehaft eines Gesandten ati- 
nehmeu wollen, weil der Kurfürst, seitdem er Souverain in Preusseu sei, 
den Botschaftern nielit mehr den Vorrang (main) lassen wolle. Bei Titiche 
hat der Kurfürst stciieud die Gesundheit des Königs, der Königinnfn ■) 
und des Dauphin getrunken ,,avec toute la solcnnit^ et tout le respect 
doDt Oll a accoutumO de les boire eu Allemagne; et tout le canon, qui 
est dana cette place eu assez grand nouibre, tira toutes les fois qu'il 
but ehaeuue de cos sant^s.'* Der Kurfürst will ausserdem noch ein Freuden- 
feuerwerk veranstalten, welches de Lesseins sehen soll'). 

Die Kurfürstin hat de Lessciu» Klagen in Betreff des Prinzen [von 
Oranien, ihres Neffen, geführt; da ftl)er der Gesandte mit gleichen von 
Seiten Sr. Majestät über ihre Mutter, die Prinzessin von Oranien, geant- 
wortet, so ist man schliesslich übereingekommen, diese gegenseitigen Be- 
schwerden zu lassen. Sonst ist die Kurfürstin sogar glücklich über diese 
französische Seuduug, da sie t^ich mehr den Interessen des Königs als den- 
jenigen des Kaisers zuneigt. — Der Fürst von Anhalt hat ihm in seineui 
eigenen Namen und dem des Kurfürsten viel Schmeichelhaftes für den Kö- 
nig gesagt, jedoch scheint er jene Worte Wicquefort's zu desavouiren '). 
de Lesseins sucht ihm zu ^chmeicheln und hält ihn den Zielen seiner 
Verhandlung für wohl geneigt; _m"n opinion est qu'il rend compte de 
tout ä madame l'^lcctrice, et que, coniuie eile se sert de lui, il ae 
sert aueai d'elle pour mener cette affairc k une bouue tin." Gleichwohl 
haben beide Mühe, die fortwährende Unentschlos^enbcit des Kurfürsten zn 
überwinden. — Zu den Freunden Schwerin'» scheint der Fürst von An- 
halt nicht zu gehören , „paree qu'on dit qu'il a travaillä ä le faire re- 
venir de la Prasse, et qu'il n'a pas pu eu venir A bouf Somnitz 
und Jena, zu welchen der Kurfürst mehr Vertrauen zu fassen scheint, 
hängen von Anhalt nb und folgen beinahe immer seinen oiler der Kur- 
fiirstin Befehlen. 

In der zweiten Audienz, bei welcher de Lesseins dem Eurfürste» 
jenes Schreiben überreichte, hat ihn dieser anf eine Conferenz mit Anhalt 
und Somnitz verwiesen"), indem er jedoch hinzufügte, „qu1l a'ätait fort 
expUqu^ et s'expliquerait toujours sur le dessein qu'il avait de') a'op- 

■) Qraf Peter StroiiB, kiiierl. ObriBt (Tg). Pufendorf Vin. 63 a. VIII. t1). 

<} Anna von Oeatreicb und Mtri« Therotia. 

') Eben inr Faier der Oebarl des Dauphin. 

•} Droysen a. a. 0. 

')DTOTl«n a.a.O. 

■) el Ms- 



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Erata VerbMidloDgeD m!t dem Kurrüriten, Anh»1i und Somnitz. 245 

Powr . . & ce qu'aucun (mncc de la maison d' Antriebe ue fAt roi de 
«^ologne." Er thnt dieselbe Erklanmg in Jiczug auf den Plalzgrufeii von 
^fuburg. Indessen liat er dn? Bcuehinen der Königin von l'uleu nud die 
Winkel Züge derselben so fehr gctndelt, dasi^ de Lesseins glaubt, er hege 
*'«lber Absichtea auf dies Königreich und gebe sich den IlotTnungeii hin, 
»■eiche neiue Freunde in jeneui Laude ihui darauf iiiaclien. 

de LcsKcins itzählt ilauu von den C'unferenzen mit Anhalt und 
fcJuiunitE'). Diese beiden seheinen vou der Nützlichkeit seiner Auftrüge 
überzeugt. Aber der Kurfürst iet es nieht, und der OesandM' bittet des- 
halb den Füllten von Anhalt, demselben seine Meinung tiusnihrlich aus- 
einander! nsetzeu , weil sonst ein längerer Aufenthalt von seiner Seite über- 
flüssig, ja sogar naehtheilig für die Angelegenheiten des Königs sein würde. 
I>«r Fürst erftidert, dass der Kurfürst eine sulehe Absieht vorheigerehen 
habe und ganz bereit sei, in die Krneuerung des ablaufenden de Lumbres- 
icheu Vertrages') zu willigen. deLesseins: dies war auch die Ab!>ieht 
des König», indess wünscht Öe. Majestät ein engeres Büudniss, und für 
jenen Zweck allein habe ich keine Anweisuug mich in Ounferenzen einzu- 
lassen. Se. Mi^estät will vielmehr ganz intime Allian<>en (des alliauees lout- 
i-foit particnliäres) und eine enge Ligue (uue gründe liaison) ndc den ihm 
befreundeten nnd verbündeten Fürsten. — Dri'i Tage darauf bringt man 
deLesaeins endlich die Antwort des Kurfürsten, welche darauf hinaus- 
linft, dass er bei dem de liumbres'schen Vertrage (vorbehaltlich der zeit- 
gemiüsen Modifieatinnen) verharren wolle, dass er geneigt t^ei in das rhei- 
nische Bündnigs zu treten, falls man seine immmei-sehen fi^taatfu mit darin 
«nbegriffe, sowie auch gern die Verndtt<-hing des Königs behnl's einer gu- 
ten Alliance mit iSeliweden anznnehmen. Was Polen angeht, so wünscht 
tr vor allem die Intentionen des Königs zu erfahren, gedenkt aber auch 
nicht mit der Gegenpartei zu brechen, damit man ihn in der Welt 
nicht wegen zu grossen Wankelmuths tadele '). ... 

Die Hoffnung auf die Alliance niii Schweden dürfte das wirksamste 
Mittel sein, um den Aiischliiss des Kurfürsten au Frankreich zu befördern. 



de Ijesscins an Lioiiiic. Dtit. Bei-lin 24. •lau. lt)62. 

[Eleglcilct den KurtQraten naih S|>Bnilau uikI Kfistrin. äcliwpriii wird niK-li iiii^ln ?i> 
bald lurjickkebrcii Achiill.] 
Der Kurfürst hat ihn nach Spandau geführt und wird ihn morgen mich 24. Jan. 
weiter nach Kfistrin führen, woselbst sieh Se. K. D. acht bis zehn Tage 

■} Tgl. Droyaen a.a.O. p.'MfL .Die MHleiialien, dit- l'afendurf I\. 31— 37 
bannlMU konnle und bennlil hat, *ind einmal rin .Diarium und Ikriclit* tou di-a bin- 
tCTponrnwaebeD Kanilen r, Somniii Ilanil, «iiiIiiiid mehrere äcbtcibeo vom FQr- 
■tan TOD AnbaU, die beide mii dienen Verlitndluugen Lvtrant waren, CRdlicb 
BrieÜB TOD nod an Scbwerin.' 

•) Vgl. oben p. 80 ff. Pofendorf IX. 34. 

'} Bier ein P«a< ZeileB dea Auainga dureb die Arefaivb«bOrde geichwBni. 



:,LnOO»^lc 



246 ^' Berichte vgii 16tiO bis 1664. 

aufzubalt«!) gedenkt; der Fürtet von Anhalt, Souinttz und Jena werden 
die Reise mitraacheti. Schwerin aber wird ougen^cheialich noch nicht 
so bald znriickkehren. II y a gnmde appareiice qu'ou travaille ici k le 
perdre, quoique te prince d'Anhalt fasse toujoura aeinblant d'Stre de 
see amis. Die Kurfiirstin Ut (iurchaiis für Anhalt eiugenoinmen , während 
der Kurfürst ein t^peciclleres Zutrauen zu Jena hegt, de Iiesseinx 
lobt den Fürsten ron Anhalt als gut und verständig. La leateur natu- 
relle du pays et les incertitiides de M. l'ölectcur sout cause que je n'ai 
encore guire avancö. — Er hat iu schmeichelhafter Form an Schwerin 
geschrieben. 



de Lesseiiis an Ludwig XIV. Dat. Berlin 7. Febr. 1662, 

[üninfrivdviilieit mit seiner Lagt'. Spanilau. KiUliiii. Kurfürslltcbe Jagd, t 
Bchlilssigkeii des Kurfiirsreii, auf nelchen iiirmaud einen vnischeidenden Binfliua be- 
siut. Nameiillich in Betreff der |io1iiischen AngcUgunlieiten wird man deoBelbeii nicht 
in das franxSsiicbe InlereMO ziehen können; er hegl vielmehr selber AbsichIeD 
jene Krone. Boverbeck. Beaierea in Beiug auf die Reichaan gelegen hei ten lu hoffen. 
Moritz Ton NsBsau und Wuldeck anweiend.] 
7. Febr. de LessctOK ist fortwährend mit seiner gaazeu Lage unzuMedcn. — 

Er beschreibt Spandau als in einem Sumpf (luarais) belegen; der Kurfürst 
habe daselbst sein Arsenal und einen Artilleriepark, der im Stande sei je- 
den Augenblick in's Feld geführt werden zu können. Am Abend des 
24. Januar hat es in der That ein sehr schönes Feuerwerk gegeben. Tags 
darauf ist der Kurfürst dann nach Küstria abgereist. Comme cette place- 
Ijt est bonne pour cc qu'ellc confieut, et que c'cst uu poste fort consi- 
d^rable en Allemagne dout eile iiourrait ctre uiic clef ä cause du roi- 
sinage de la Pologne, et que M. l'^Iectcur y a eueure de fort belle 
artillerie et de grands magasiiis d'armeB, de niuMitions et de grains, 
il voulut tne mener avec lui pour me la faire voir, outre que son 
voyage deTant Stre, coDime il a &t&, de quatorze jours, il ätait bien 
nätiessaire que je le fisee avec lui. •* De Custria il fiit ä une de ses 
maisons au-delä de la riviöre d'Oder, et fut encore ä quelques petites 
maisons de chaese qu'il a dans le niilieu des grandes forets qui sont 
assez procbes de la fronti^re de Pologne. Je dirai en passant k Vo- 
tre Majest^, qu'il y a une si grande quautite de cerfs, de biciies, de 
chevreuils et d'autres betes dans ces bois-U (|u'on n'cn saurait voir 
wUeure un si grand nombre. M. I'^lecteur, qui a une fort grande pas- 
sion pour la chasse, s'y eat oceupä pendaut tout son voyage et aux 
Jourg de sa marebe et aux jours du sejour qu'il a fait aux lieux ob 
il a m, et de teile sorte qu'il y a eniploy^ continuelloment les jour- 
n^es toutes entiörea. M. le prince d'Anhalt n'y a pas it^ moins que 
loi, et leur chasse s'est faite k tuer avec l'arquebuse uue tr^s-grande 



:,L_tOO»^IC 



BeÜG Dach Spaadau n. EOstrin. Der Knrf. u. dk polD. Dinge. Hoverbeck. 247 

qoaDtitä de biches et de sanglicrs. IIb r^servent les cerfs pour l'^tä, 
parce qu'ÜB ne soiit pas eii venaison pr^scutement 

Trotz dieser fortwährenden ZcrstreuungcQ und Abhaltungen') hut Les- 
fc i n s iu dcu Kurfüri^teii auf das angelegentlichste wegen einer Erklärung ge- 
drongcn, aber vergeblich. Et pcrsonnc de ceux en qu'il se confie n'a assez 
de crMit et d'autoritä pour le faire r^Houdre abBolument; ils «'accommo- 
dent ä ses iiiMinatione et ä la port^e de son esprit, paree qu'ils pr^ 
lendent tous sa faveur. .■.. Le priDce d'Anhalt ... n'ose paa parier 
d'afTaircs qu'avec Bomnitz ni Somnitz qu'avec le prince d'Anhalt 
Vian Jena betrifft, so sagt ihm Anhalt, da.ss deri^elbe den Interessen 
Frank reich 8 geneigt, aber schon verdachtigt worden sei, in Frankfurt ') Geld 
empfangen zu haben, „conime ils sont fort Boup^onaeux et ddfiants, ainsi 
que sont presque tous les Ailemands." — Sie haben, durch die bevor- 
stehende Reise Sr. Maj. nach den betreffenden Grenzen besorgt gemocht, 
ihn auch mehrmals gefragt, ob dieselbe keine Absichten in Bezug auf Flan- 
dern oder Deutschland damit verbinde. Er hat sie dann hierüber beruhigt, 
*) de Lesaeins fürchtet jetzt am meisten für die polnischen An- 
gelegenheiten und hält es fast für unmöglich den Kurfürsten in dieser Hin- 
sicht auf den Standpunkt zu führen, wo der König ihn wünschte. — An- 
halt und Somnitz sprechen aus, da-ss ihr Herr nicht nur ein Verbündeter 
des Königs von l'olen, «ondem auch der Republik Polen Bei. Wie der 
Kurf. vormals ein Mitglied der letzteren gewesen sei, so habe er auch seitdem 
verheissen uud bekräftigt, immer ihren Gesetzen gemäss zu verfahren, d.h. 
bei Lebzeiten eines Königs nicht an die Wahl seines Nachfolgers zu den- 
ken. Sunst riskire er sogar die Rache der llepublil: gegen seine derselben 
benachbarten Staaten, und es liege in seinem Interesse, dass es keinen all- 
zumächtigen, folglich weder einen östreichi sehen noch einen französischen 
König in Polen gebe. 

de LesseiuE schliesat aus allem die>era fortwährend, dass der Kur- 
fürst selber Absichten .anf diese Krone hegt, und namentlich seitdem Herr 
T. Hoverbeck — vor vier oder fünf Tagen — von Polen zurückgekehrt*) 
iMt, «scheinen sich die betreffenden Schwierigkeiteu zu mehren. Man hat 
Lcsseius auch gesagt, dass dieser Hoverbeck durchaus ein Parteigänger 
der i>olnischen Republik und geheimer Feind der Königin von Polen sei, 
weiche ihn gelegentlich schlecht behandelt haben solle („laquelle l'a, dit-on, 
maltraitä en qnelque occaeion'*). Seinem FinUnss und seinen Berichten 
schreibt man denn auch den Hass des Kurfürsten gegen diese Königin zu. 



') Mit Bezug «uf dieselben angt mftn dann gpHter Biumenth«] in Pacia (Pufoa- 

jrf iX. 58) Lesianum quoquu pur quiiique menaea Berolini moratum sc cleolorem 

Tciialiuneiu et neido qua sequi neci-siiiiii liabuie^e, anti;quain rcBpeDsum naolus eit. 

') Auf dem Wahltage von 16.'>l—V>bä, wo er unter den Gesandten des KurtQr- 

') Eine Zeile geschwBrzL 
') Vgl. V. Orlich II. % 



>vGoo»^lc 



248 ^- Berichte von ]660 bia 1664. 

Man hält ihn für deu ö e trc ich i sehen Intercstjen ergeben, „et a dit depuis 
Bon arriv^e, que la reiae !ui avait une fois demacdä par raillerie, b'Ü 
avan^t bien les alTaires de Bon mattre touohant la pr^tention ä la 
succeesion du roi boh mari.'* — Nach dem, was Auhalt dem Gesandten 
gesagt hat, wäre der Earfürst hierüber üehr piquin. Doch unterhält ihn 
der letztere nur 7on gleichgültigen Dingen; er hat Hoverbeek, wie es 
beiEKt, kommen lasKen, uro sich dnrch ihn über den Stand der polnischen 
Dinge unterrichten zu lassen nnd ihn mit den gehörigen Weisungen zum 
Warschauer Reichstage zurüekzut;chicken, eobald dieser eröffnet wird. 

Viel besseres hofft de Lesseins von den Reich sangclegeuheiten. Der 
Kurfürst will in den Rheinbund eintreten, obwohl er ihm seither hat sa- 
gen lassen, dass die Opposition Neuburgs biegegen in ihm den Wunsch 
errege, eine besondere, jenem Vertrage ganz entsprechende AllJance mit 
8r. Maj. und den Fürst«n des Rheinbunds zu schliessen, worin Neuburg 
nicht begriffen wäre. Lesseins weist die Unmöglichkeit für den König 
nach, hierin zu willigen. Indessen will der Kurfürst auch sein Anskunfts- 
mitt«l nicht acceptiren, nämlich sein Widerstreben wider die Anfnahme 
Pfalz- Neuburgs in den Vertrag voiiOIiva') aufzugeben, wogegen dies dann 
von der Opposition gegen seinen Eintritt in den Rheinbund ablassen wurde. 
— So weit geht die Abneigung des Kurfürsten gegen jenen andern Für- 
sten. — 

Im äussersten Fall will sich de Lesseins auf eine gewisse Zeit in 
irgend eine Stadt Deutschlands zurückziehen, um dort die Befehle Sr. Maj. 
zu erwarten. 

■ Der Fürst Moritz vonNassau') weilt seit einigen Tage if hier in der 
Nähe des Kurfürsten, aber er hat wenig Antheil an den Geschäften. Wal- 
deck ist auch hier, um die Rückgabe einer Maltheser Comthnrei sowie einer 
Probstei des Capitels von Halberstadt') zu erbitten, welche ihm der Kur- 
fürst nahm, als er sich in deu Dienst des Königs von Schweden begab. 
Er begründet diesen Anspruch auf die Wiederherstellung des Friedens und 
möchte darin durch den König als Vermittler desselben unterstützt sein. 
Er bringt zu diesem Behuf seine Ergebenheit gegen Frankreich und die 
grosse Menge von Briefen, die der selige Cardinal Mazarin ihm geschrie- 
ben, in Erinnerung; er möchte in den Dienst Sr. Maj. genommen werden. 
„C'est un bomme fort agisBant et qui a du talent pour les afTairee de 
ces pays-ei." 



') Vgl. Pufendorf IX, 3fi. 

') Vgl. V. Orlich I. 24^. Der Fünt schlug sich damals in Sanneubnrg — er 
wsr Hecrmeisler des Johanaiterordena — u, a. .an dreizehn RitUTO müde*. 

') DerCoa|thurei4.Hgow und der DomprobBlei Balberstadt (vgl. v. Orlicb 1,245 
246}. Waldeck war dieser Eiokflnfte durch Capitelechluaa mrmlich Terlnstig er- 
hlftrt nnd dieaelben an den Froiherm von LOben übertragen worden. Er drang 
auch damala mit seinen Forderungen nicht durch. I^. Aber den weitem Vorlanr der 
AngGlegenbeit Purendorf IX. 32. 



:,Goo»^lc 



Waldeok. Wkquefort. 249 

de Tjeaseins an Liomie[?]. Dat. Berlin 7. Febr. 1662. 

do LessetDS ist unzufriedeu mit dleseia Laude und mit den Fort- 7. Febr. 
»chricten seiner Negotiation. Schwerin hat ihm geantwortet und wird 
LioDue ebenfalls antworten. Doeh hat er keinen Brief von de Lumbrcs 
erhalten, obgleich der diesem geschrieben hat und ebensowenig von Herrn 
Tronson|?J. Mit Wicqnefort ist man an diesem II ofe wenig zufrieden, 
_8ur ce qu'en dernier lieu il leur en öcrit touchant mon voyage d'une 
maniäre et en a parl6 tout diflföremment k madame la princesse d'O- 
range et k d'autres peraounes ä la Haye." 

de Lesseins an Ludwig XIV. Dat. 11. Febr. 1662. 

[üibaru hiebt einun BHof de Lumbrea' Ober die Lige in PoUd. Anhalt ilber Wie- 
qaefart. de LcBaeJns weigert sieb vorUufig Aussiebten >uf OeldunterBtlllzung zu er- 
öffnen. Oaldoiangel hier tu Lande. Die PtlnieHsin-Witlvre Ton Oranien hat den 
KarfUrsteD angebiicb zum Anschlusg rd Frankreich eruiKhat. Bedenkliche Nacliricb- 
icn von Frankreichs Ansinnen an gcbweden. Nachrichl, dase der Künig von Sehne- 
den krank sei. Die Königin von Polen soll 1658 in Berlin dem KurfBrsttn vergeb- 
lich forgcacfalagen haben, einen seiner SBhne zum Nachfolger ihres Oetnahts zu 
mncbeD. Aufmerkaamkeit dieses Hofes auf die iiolniachen VorgHnge. Hoverbeck 
nicht für Lesseina' Absichten in geninneD.] 

Er schickt Lionne abschriftlich einen Brief de Lumbres', welcher U.Fcbr. 
die Schwierigkeiten der Negotialion mit Brandenburg hiusichtlich der pol- 
nischen Angelegenheiten dsrthun wird. 

Anhalt hat sich ihm gegenüber, in Gegenwart des Kurfürsten, über 
Wicqnefort und dessen Ueberstürzung beklagt: „qu'il SufflBait pour re- 
nouer lancienne bonne correspondance entre Votre Majoet^ et M. 1'^- 
lecteur que M, de Turenne') s'en fut entremis par le ministere du 
gieur de PodewilB, auquel il prcnait confiauce et qui pourrait ti- 
moigner ä Votre Majeetä la bonne diapoaition dans laquelle s'ötait 
trouv6 M. I'electeur d6s la |)remi6re Ouvertüre qu'en avait fait le sieur 
PodewilH"'), — 

■ Wicquftfort hat ihnen auch geschrieben, dass sie sich seinen bedie- 
nen möchten, um die Sachen zum Abscbluss «i bringen — und hat der 
PrinzesBin-Wittwe von Oranien im Haag gesagt, dass. Lesseins Weisung 
habe so grosse Summen anzubieten, daas der Kurfürst dieselben annehmen 
sollte. — So der Fürst von Anhalt, de Lesseins erwidert darauf, dass 

') Vgl. über dif Verbindungen iwiecben dem KarfUraCen und Turenne, d<-r 
bekanntlich CalvinUt und degsen Mutter eine Vateradiweiter der KurfOralin war, 
Droyeen IH, 2. p 488. 1). 

■) Vgl. üiier die v. Podowila t. Keaael tagebncb t. Buch's I. 75. 335. - 
Dieter branden bnrgi sehe Officier, der sich unter Turenne gebildet halte, nahm, 
beim Beginn dea Devolutionakriegea , am 2. Juni 1667 Cbarloroi in Besitz , vgl. 
Bänke FranzOs Oeacb. HI. p.308 ('2. Aufl. p. 319). 



D,qit,zeabvG00»^lc 



250 ^' Burichto »on ICöO bU l&H. 

er durchfiiiM nicht Willens sei, in ilicscr Beziehung irgend wcluhe Eröffnun- 
gen zu inaeheu, bevor er eine vollkuiumene Neigung des Kurfürsten wahr- 
Mi'hintr, suk'hc Zeichen der Aft'ection en^egenznuehmen. L'argcnt est fort 
rare on ce ]iajs, et les especes y eont ai manvaiscs qu'on pcrd vingt- 
cinq |Kiur-eent eii voulaiit les dehanger contre tc bon argcnt qui est 
eelui (lu'ils appellent de banqiie daus le» graiidcs viUes. Les peuples 
de M. I'cloctcur »onl aiis»! träg-pativres, cl son palais me paraitleplus 
niine (nie j'aie vu en Allcniagiic. Cependant M, Tdlecteur a voulu me 
persuader qu'eii moiiis de trois mois . . . il ferait (500(1 bons chevaux 
dans les seulc» Marchos. 

Der Fürst von Anhalt hat ihm auch gesagt, dass die Prinzessin von 
Uranien den Kurfiirsteu zu Cleve') oft überreden wollen, die Partei des 
Kaisers zu verlassen und diejenige Frankreichs zu ergreifen. Lesseins 
weiss in der That nicht, was er hiervon glauben soll. — Ea ist wahr, dass 
Oestreich dem Kurlürsten durch Nichtvollziehung der Vorträge und Weige- 
rung versprochener Summen, insbesondere der 100,000 Rth. (nach der Wahl 
des Kaisers) schlimm mitgespielt hat. . . . ') Was das Benehmen der Prin- 
zessin von Onanien betrifft, ^'aura 6t^ pour faire plaisir k madaine l'ß- 
lectricc sa fille, laquelle ue fut pas bien-aise qu'on e&t obligä son man 
k se joiiidre avee la maison d'Äutriche. La baroii de Schwerin jcta 
alors M. l^lectcur dans la iiöceesitä de Ic faire, pour »e rendre maitre 
des affaires et ruiner Ic conite de Waldeck. II ne m'a paB 6t6 parl^ 
d'Orangc cii auciine maniöre; mais Ic prince d'Anhalt me dit une 
avit're fois, eii presence de M. l'ölecteur, qu'on leur äerivait de Öuöde, 
quo Ic conitc de la Gardic avait dit publiquemcut chcz lui, ätant ä ta- 
ble, qu'il Hvait re^n des lettres de Fraucc du comte Tott ') qui lui niar- 
quaieut (|ue Vutre Majestä d^sirait que la Su^de ue lieenciät point ees 
troupes, et que Votre Majest^ avait otfert pour leur entretÄnement la 
summe de trois ccnt mille öcus par an, et que le comte Tott n'arait pas 
VKulu conclure ä ce prix avee Votre Majestä, paree qu'il voulait avoir 
ciuq ceut millc ^cus et qu'il esptSr^t de les avoir. . . . M. l'ßleeteur me 
dit aussi qu'on avait nuuvelle (]ue le roi de Buede ätait malade, et que 





■) Im Jat 


r 1661 vgl Droysei. p 


515. 


Pufe 


Ddorf I 


X. 37 u. 


9. W, 




') Ueschwftrit. 
















') Pufen 


dorf IX. 36 


Cum igiti 


r Les 


snnn 


faaeui 


>i(, Oalli 


m cum rege et 




Bin, l'oloni« 


pactum iniv 


ose 311 per d 


ce K 


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no ad L- 


ronam prumovendo, quo 


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e et isto p« 


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Tollum c 


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nvenerit 


IX 4-J 


Et quamqiia<i< 




plla toederia 


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non essen t, du- 


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um tarnen n 


00 habebatur 


quia Suec 


ad ea desti 




■Bse obatrlDXis- 




nli quod et 


c LeB«tni 


«crmonibu« 


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poler 


«. Vgl 


auch V, 


Orlich II. 10 


u 


d Über To 


t im «llg«m= 


nen M^m. de Po 


mpon 


ne ed. 


Marida 


11. 71. 72. 



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Fnwkrekh und Schwcdiin. Die Nachfolgo in l'olon. 25\ 

s'il arrivait qu'il vlnt ä mourir, il y auräit bicn de ht division parmi 
les Su^duis pour le choix d'un roi. Je lui dis, pour le aonder, qu'en 
ce cas les Sutklois pourraicnt bieii Bonger k lui. ... 11 nie repartJt 
bnisquement qu'il nc voudrait point, et ijuil iie quitterait pas scs ctats 
pour aller demeurer en Suöde. 1! cliaugea de couleur, et me parut 
embarraBs6 de ce quc je Tavais soudö si avant. Une autre fois le 
prinee d'Anlialt me dit eiicore en pröseiicc de M. l'^Iecteur, en par- 
lant de la reine de l'ologuc et du voyage qu'ellc fit il y a dcux ou 
troie ans k Bcrlia ') oü eile (it quelque sijour, qu'en ce temps-li eile 
avait demand^ ä M. l'^lccteur Tun de ses fils pour le faire roi de Po- 
logne apr^s le roi son mari; mais que M. l'ßlecteur et moine encore 
madame l'ilectrice j- avaient') oonsenti . . ., ä cause qu'il eftt iü n6- 
cessaire que ce petit prinee eöt cliaug^ de religion, madame l'ßlectrice 
ätaut trop z^l^e daus la aieune pour donner jamais ud pareil consen- 
tenieut. Je peuse que cela fut dit ä dessein de me döpayaer. . . . J'ai 
reconuu par des diseours de Hoverbeck, qu'[y] ayant quantit^ de 
calvinistcs dans l'arm^e des eonftdöröfl, il y a apparence qu'ils fondent 
leur esp^rance mir ec que pourra faire eette arm^e, e'imaginant qu'ellc 
diangera I 'ordre du gouvernenient ou du moins la religion. — 
JedrnrallK verfolgen der Kurtürst und i^oiiio Minister dir pulDi^L-heii' Ange- 
legenheiten mit einem gcspaimttn freudigfu Kifer. Daus l'une de» lettres 
qu'on ferivait de Pologue AM. l'ölecteur et laqnellc 6tant icrite en 
fran^ais il fit lire en ma presence, parce qu'il y avait plusieurs nou- 
velles, ou lui marquait que le bruit avait ^16 fort grand en plusieurs 
endroits de l'ologne qu'il etait mort, et celui qui ecrivait marquait que 
SOD seutiment ^tait que les pretres ätaient auteurs de cc faux bruit. — 
Anhalt hat de Lcstieins überreden wollen, der König würde mit 
dem Kurfürsten aaeh zufrieden sein mutigen, wenn dJe^^er sich in den pol- 
nischen Dingen seinen Wünschen nicht fügte, sagte aber, das-s derselbe die 
Wahl eines französischen Prijizcn zum Könige ganz gern sehen würde. — 
de Lesscins bat bei Hoverbeck mit keinerlei Anerbietungen reüssirt, 
wahrscheinlich, weil dieser seinen Herrn einmal zu dem Anspruch auf die 
Nachfolge in Polen engagirt hat, Hoverbeck hat ihm erwidert, dass 
Frankreich diese Anerbietuugen und Eröifnuugen ein Jahr zu spät mache, dass 
die Angelegenheiten in Polen' seitdem einen schlechten Weg geführt seien 
und der Kurfürst »ich gegenwärtig für keinen der Prätendenten erklären 
könne, „d'autant plus que ce serait se joindre ä la reine, laquelle en 
toutes rencontres a maltrait^ M. l'^lecteur en empechant Teffet des pre- 
tentiouB qu'il a en vertu de ses traitös. Je me suis offert d'aller avec 

•) Im Sommer 1656 Tgl. oben p. 17^ ff. 



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252 ^- Berlohta vod 1660 bU 1664. 

lui CD Pologne pour m^nager les intörSts de M. l'filecteur avec M. 
de Lumbres au nom de Votre Majeetä auprös de la reine." — 
Aber auch dips vergebens. Indesseo laEst man de Lessein» Tag um Tag 
aul' div positive Antwort harrcu. Hoverbeck behauptet, dass es nicht zu 
bcsoriruii sei, dass der Kurfürst seine Absicht auf Pulen erreiche, wenn die 
Wahl bei Lebzeiten des Köuigü stattfinde, aber er glaubt, dass die Polen 
auch keinen französiischen Prinzen wünschen, nm ihr Land nicht zum Kriegs- 
thentcr zu machen. ... Und doch ist er angeblich für die Vornahme der 
Wahl noch bei Lebzeiten des Königs von X'olen. 



de Lessein8 an Lionne. Dat. 14. Febr. 1662. 

[Fortwährende UnacblOsaigkeit des KarfOrstED. SendoDg Truchsci' nach Frankreich. 
Argwiihni da»! der Mflrquiii Toti CiraMDB in Bruiaet de Lesseins' Brierc aulTangen 
lasse. Uiinilie des Kurfürsten über die pokiachen Dinge. Sofalecbte Currespundenieii, 
auf i'ie derselbe Mich verlttsst. ÄbentEuerliche Zeitungen aus Frankreich.] 
14. Febr. Der Kurfürst kommt uicht zum Etitschlus», ob er sich in die beVeffen- 

den Verhandlungen einlassen soll oder nicht. Anhalt theilt de Lesseinx 
mit, dass Se. Karf. Durch!, den Baron Truchses ') nach Frankreich sende, 
um dem Könige für seine- Güte zn danken und denselben wegen der Ge- 
burt des Dauphins zu beglückwünschen. Jedoch wird man diesem Ge- 
tiandten nichts von Geschäften auftragen. — Truchses ist Kämmerer, 
■Soiin von Schwerin'» Gemahlin '), aus einem sehr guten deutschen Hause, 
aber in Preufwen angesessen, wo er all' seine Güter hat. Er ist einer der 
reichsten und besteingcricht.ten (des plus accommodfis) dieses Hufes und 
Frankreich sehr zugethau: aus diesen Gründen und weil er immer ein Freund 
Schwerin's scheinen will, hat der Fürst von Anhalt Truchses gewählt. 
Der Letztere wird in zwei bis drei Tagen abreisen und Les s eins ihm, 
i^eiiiem \Yunschc gemä.ss, einen Brief au Lionne und einen andern au Tu- 
reuue mitgeben. — Anhalt sagt Lesseins auch, dass der Marquis von 
CaraceuB durchaus von seiner (Lesseins') Sendung hätte wissen wollen 
und den branüenburgi sehen Kesidcntt'n in Brüssel deshalb habe holen lassen, 
der nichts davon gewusst habe. Cependant, comme je ne re^ois aucuoe 
lettre de France, j'appr6hemie bieii que Ic marqulH de Carac6ne ne 
fasse arreter lee mienncs, et i. cause de ccia j'^cris ä moii corrcspon- 
dant k Hambourg de von» envoyer cette döpeche par )a Hollande. 
Der Kurfürst befindet sich in einer schrecklichen Unruhe. On m'a rapportÄ 
quayant regu une lettre oü on lui marqumt que l'empereur euvoyait 
12,IX>0 hommes am conf^d^r^s, et que 1a reine en avait sept mille de 
Su^de qu'elle faisait veoir, il s'emporta k dire tout haut dans aa cham- 

') WoUgang Christoph Trncbsea v. Waldbnrg. 

' .Vgl, T. Orlich 1. 2211. V, Ketael I. !»8. 90.) — Helene Dorotho» 
T. Kreyti, Winwe des Frbrn. v, Wmldburg. 



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UDiohlfiaiigkeit d^Kiiif. Scblschte Correspondsnzcn. Trncbses nacb Frankreicb. 253 

bre: „Le biea voWk, la guerre tout de boii en Allemagne. O'est la 
reine qui en est cause par sa mauvaise conduite et par sa m^thode 
de r^ner d'Italie. Ea voulant faire empoisonner et tuer les gens, on 
les niet au d^sespuir, et tea couföd^r^s ue se seraient jauiais purtäs k 
faire alliance avec l'enipereur, si la reine ue le« avait jet^a dans cetlc 
extriinitß." So glaubt der KurrUrst alle Thorbeiteii, wtlcliü die Foiiide 
jt-ncr Kfiaigin über dieselbe verbreiten, ^et v^ritablemcnt il est si mal 
averti et de lä et d'ailleurs, (|u'il ne sait janiais guöre de nouvelles v6- 
ritableB. Cette lettre qui lui aunouce cette pr^tendue guerre de Po- 
logne ne venait point de Varaovie. ... lls n'ont de nouvelles de France 
que Celles qu'ils savent par ces m^chantes gazettes manuscrites, qu'il 
serait ansuräment fort bon d'abolir, si la cliose ötait possible. Sur la 
foi de eea gazettes ils croient que . . . Ketz va entrer dans les affaires 
et qu'il en sera le maitre; que M. Fouquet rentre dang les bonne» 
gräcea du Roi et dans sa charge, et qu'il s'est raccommodä avee tia 
Majest^ par le moyen d'une lettre qui a perdu M. le Tellier et vous 
dans l'esprit de Sa Majestä; que le Roi va itvoir la guerre avec le roi 
d'Angleterre, Sa Majestä ayant fait armer ringt vaisseaux que com- 
mande M. de Beaufort, pour faire baisser le pavillon k quelques 
vaisseaux que ee soit qu'il reucontre sur la mer; que M. de Beau- 
fort avant son d^part a dit k la reine d'Angleterre qu'il avait cet 
ordre~-lä, et que de plus le Roi a fait dire par M. d'Estrades') au 
roi d'Angleterre, qu'il voulait qu'il quittät les armes et le nom de roi 
de France. . . . C'est €tre h^r^tique, selon leur seus, de ne pas ajouter 
foi k toutes ces nouvelles. 



de Lesseins an Jjioniie. Dat. Berlin 20. Febr. 1662. 

Der Oetianilte schickt I.ionne dies Billet durch Truchses. — Man 20. Febr. 
ist übereiugekominen , dass TruchscM dem Könige durch Lioiinc oder 
Tnrenne zugeführt wird, nicht in einer rege Imät^i« igen Audienz durch den 
Einfübrer (introducteur) der Oesandten. Lesseins' Gedanke dabei ist, dass 
auf diesem Wege die ijendung geheimer bleiben könne, wenn es der Wille 
des Königs so erbeiEcbt. Ausserdem wird diese Weise des Empfanges für 
den Gesandten und seinen Herrn verbindlicher sein. 



) Dimals ftkntJSs. Oesindter in England. 



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254 ^- Bericht« von ISTri) bis 1664. 

de Lcaseins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 21 Febv. IGü:,'. 

[Urr KiirfilrHt erkUIrt, Türlaiilig iliu Abfii.-hti-n Frankreichs, insoweit .tie.ielbcn Polen 
betrUren, nicht iintersirilcen zu künncn. de Lchbcmis will h'icIi nach riamhiirg be- 
geben.] 

2l.Fi.br. Der Kurfürst hat ihm gestern als letzte und poüitive Antwort sagen 
iHst^en, (laus vr durchaus erst bestimmte Nachrithten aus I'olen abwarten 
nilisr^e, ehe er seinen Testen ßntschtiiKs zu fassen vermöge. Man habe ihm 
die geringen Aussichten voi^estellt, welche die Absichten des Königs' da- 
selbst hätten; er bedauere dieselben von Herzen, wie auch 8r. Maj. in 
dieser Angelegeuheit nicht dienen zu können. Indess sich dazu zu ver- 
pHichten, würde ihm eben nnehtheilig sein; der Königin von Polen, seiner 
Feindin, könne er nicht helfen. Sollte ihn Hoverbeek gleichwohl wissen 
lasnen, dass dort die Sachen nicht so verzweifelt stünden, als man glaube, 
^qu'en ce cas il se joindra aussi bien k Votre Majestß pour les afftürea 
de Polügne conime il ra'a fait d^clarer qu'il vuulait s'y joindre pour 
Celles de rempire," de Lessciiis hebt Tcrgeblich die Gunst der Con- 
junctnr hervor; dann giebt er Anhalt und S.omnitz seine Absiebt kund, 
sicli nach Uamlurg zu begeben, da er nicht wisse, ob es Sr. Maj. genehm 
sei, wenn er lediglich um der Ke i eh s angele gen he iteu willen sich anf einen 
Vertrag einlasse. 

de Lesscins an Lionne. Dat. Berlin 21. Febr. 1662. 

[Dil! Alaniigerilcbte ans Polen berichtigt. Verliandlungon der Confttderirten mit Wien. 
Rr flheriiendet eine UcDkachrifl sowie Gopten des do I.uinbTes'schen Vertrages und 
eine» t^eparntarlikels xa demjenigen von Olivi. S<.'llwedi^cbe^ Üexandler. de Lcuein» 
geht nach Hamburg, wo er wenigstens die Messe wird küren können.] 
21. Febr. Der Ueberbringer auch dieses Briefes ist Truchses. — Die falschen 

Gerüchte von einem polnischen Kriege, in welchen einerseits der Kaiser, 
andrerseits die Schweden eintreten sollten, sind bereits nach einem oder 
zwei Tagen aufgeklärt worden. 150') in Schweden cntlaÄsene (liceuci^s) 
Soldaten waren gekommen um dem Könige von Polen zu dienen und unter 
die Garnison von Marienbnrg aufgenommen worden, „de quoi v^ritable- 
ineut les conföd^rcB avaient eu quelque atarnie. IIb ont bu ici que ces 
confäd^r^s avaient deiis envoy^B k Viennc, oü ils ätaient bien trait^s, 
que l'empereur avait rctirö sod aitn^c höre de la Hongrie, Ile dieent meme 
que la reine de Pologne a des n^gociationa avec l'empereur; cependant 
ils ne se risolvent & rien.'" Er fügt eine Denkschrift bei, „et touchant la 
ratification qu'il') prötend d'un article du traitä d'Olive, je vous eovoie 
des copies et du traiti de M. de Lumbres et de cet artiele particu- 



*) 190? M«. 
*) Der KnrfSrat. 



;vGoo»^lc 



Die Antrüge Frankreichs in Betreff Polens nbgewieaen. 255 

lier on plutöt d^claration faite ensuite du traitä d'Olive '). Kr liittL-t 
DiD Anweisung in allen diesen Puncten, rätli aber, die Gmantie lür jenen 
Elbinger Artikel zu geben. Se, Maj. kann durch dieseHje zu nichts ver- 
pflichtet werden, und auch für den König von P-oleu wird sie unschädlich 
sein. Eh hundelt sich hier nai „priSc^eiits trnitäB auxquel» le Hol n'est 
point intervenu et ilcaquel» par conB^quent Ha Majeste iic doit pas etrc 
garante; Ha Majestä aussi nc sera point obüg^e d'gtre de garaiitic {kic) 
d'un fait <|ui se pcut dire etranger, ii'^tant poiut almotunicnt unc cliose 
traitäc ii Olive cutiinc il parait fürt clatreniciil dca tcrniCH auxquels 
lout cc fait-lÄ PSt couclie. Kr will nach Hamburg gehen, um durt die 
Befehle des König!« abzuwarten. Man fände ck sonst ain lirandenburgii^chen 
Hofe wohl vortheilhaft, in fortwährender Yerhaniilung mit Sr. Maj. zu blei- 
ben und malt zeigt sich eben nicht fchwierig, Verträge zu vereinbaren. — 
Sein langer Aufenthalt hat seine Anwesenheit überall bekannt gemacht. 
Bidal') m'a 6crit avec des reproches de la reine Clirisline de SuMe 
de ce que j'avaia passä sane la voir, un de MM. les landgraves de 
Hombourg. qui m'avait') vu, lui ayant dit que j'y ötais. II y a dcpuis 
3 ou 4 joure un envoyö de Öu6de qui y est, k ce qu'on m'a dit, pour 
des diff^rends touehant des tiefs de Pom^ranie. 11 m'cst venu voir 
aujourd'hui et a t^moignä une grande curiusitö de savoir les affaires 
que je pouvais y avoir, ce qu'tl n'sura pas beaucoup de peine ä \ti- 
n^er, fli peu il y a de secret dans cette cour, M. l'^Icctcur parlant 
k beaucoup de monde de ses afTaires. ... Je ne prätends pas avoir 
plus de divertissement & Hambourg que j'en ai k Berlin; mais toujours 
y pourrai-je entendre la messe, cc que je ne puis pas ici, dont tes 
catholiques qui y sont et qui s'attcndaient d'avoir la messe chcz moi 
et qui l'y viennent cliereher tous les dimauclieg et autres jours de iete 
sont fort scandalis^s. Its ne comprennent pas, comme quoi j'ni si peu 
de monde k ma suite, nie eroyant ambassadeur ; ear ils ne fönt poiiit 
de difF^rence d'uo courrier, d'un envoyö ou d'un ambassadeur. — 



', Und mar ed Art. II. dctsolbcn. rafcndorr VIII. T<!. (Die rrniiiOi-, i 
calinn dvnselben erfolgte erst am 21)- Mni t(ili4, ebend. IX. 61. I>2.t 

V Franzü«. Agent in Hamburg. — Die Künigin ClirUlino vcrweille danu 
dieser Stadt, n. Arckonhiiltz Mrirnoires pour soiTlr jl l'histulro du ChriHliiie 
de Sui'de II. tiSff. 

■) AT«it Ms. 



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256 ^- Berichte ron 1660 bii I6G4. 

Ludwig XIV. an de Lesseim. Dat. 23. Febr. 1662. 
(Concept.) 
[Schwcrin'a EinQiiss gesunken. Man mtlüxte di<i zwiachen dem Kurfürsten und dem 
Kaiser bestehenden VertragaVerbindliehkeiten keantn, um zu aehi^n , ob nisii keiner 
besonderen Sicherbeit von Seiten dea entern bcitilrfe.! 
23- Febr. de Lessei Du hat wohl daran gethaii Schwerin nicht zd fulgeu '). 
Man wu^iHte üchon in Paris aus guter Quelle von dem Sinbeu seines Cre- 
dit«, und der Fürst von Anhalt behauptet ihm gegenüber durchaus das 
Uebcrgewicht ...') — Der König spricht seinen besoniiern Dank fiir die 
Höflichkeit der Kurfürsten und des Fürsten von Anhalt aus. 

Man mÜGste alle zwischen dem Kurförsten und dem Kaiser abgescblus- 
senen Verträge mitgetheilt erhalten, um zu sehen, ob dieselben nichts gegen 
das Interesse des Königs eutbalteu. In diesem Falle würde man von jeneiti 
kein anderes Verhalten verlangen, als die andern Allürten des Königs beob- 
achten, welcher seinerseits nichts anderes will als die Aufrechterhaltnng des 
Friedens von Münster, der Oonstitutioneii des Reichs, der Privilegien und 
Prärogative des Kurcollegiunis nnd der andern Stände. — Die grösste 
Schwierigkeit werden die polnischen Angelegenheiten machen, wenn der 
Kuri'ürst sich dem Kaiser nicht sollte widersetzen wollen '), falls dieser jene 
Krone für sich selber oder für seinen Bruder begehren oder mit bewaff- 
neter Hand in Polen eindringen wollte, um daselbst die Freiheit der Wahl 
zu stören. 

Lionne an de Lesseins. Dat. 2^. Febr. 1(162. 
(Concept.) 

[Wicquefort-l 
23. Febr. Wlcquefort beschwert sich bei Lionne darüber, dass, wie der Fürst 

von Anhalt ihm geschrieben, de Lesseins in Berlin nicht handle, wie 
er dorthin berichtet habe, da er behaupte keinen Auftrag zu wirklicher Ne- 
gutiation zu besitzen, ... Wicquefort versichert, dass der genannte F'ürst 
ihn gegenwärtig von Neuem lebhaft zur Reise dränge, da seine. Person dein 
Kurfürsten sehr nützlich sein würde. — Lionne fragt de Lesseins, ob 
er sich gegen den Kurfürsten oder einen seiner Minister bereits erklärt 
habe, dass man Wicquerort von dieser Verhandlung nur ausgeschlossen 
habe*) in der Meinung, Sr. Kurfürstl. Durchl. damit einen Uefallen zu er- 



■) Vgl. oben p.243. 

') Oeichwtrct. 

') Vgl. Pnfendorf IX. 44. Lesiannm pogtuUss«, nt elector oon vwbis «i- 
iDm, «ed et irmiH cxclutioneni AustrUcorum > coran& Poloniae . . . promovere Teilet. 

') Vgl. Pufandotf IX. 34, wo de LeiBeins Mgt: Penei e1acl«rem optionem 
uie, beic an in Qallia tractare velit per Viqttefortinm; qui tamin apnd ipsot 
■ilentii capax baut babeatut et circa hoc negoliam ambigue locatui fuerit. Si tarnen 
elector islius fidei isibaec con&dat, regem pariler facturani. 



-,Goo<^lc 



Qerflcbte «na Polen. 257 

de Lessems. [o. D.]') 28. Febr. 1662. 

[ZweldeatigM Terhaltan der Eanigin :roa Polen in Betreff der Ueberliefening Elbingt. 

Oerfloht rom Tode des KOnigt von Polen und LofUchlOHGi, welche dar KartQrst 

dkranf bant. Differenten deaielben mit Scbneden. ScbwediBchei Geaandler. Fom- 

merBche InTestttnr.l 

. . . Dem KnrfiirBteD ist ein Brief io die H&nde gefalleo, worin die Kö- (38. Feb.) 
nigin von PoIcd einem der zur Verhanälung mit ibm über die Ueberliefe- 
roDg Elbings') bestellten Commissarien schreibt, er würde sich ein grosses 
Verdienst erwerben, wenn er diesen Platz retten könnte. Gleichzeitig, sagt 
der KorfUrst, habe die Königin an ihn geschrieben, sie habe alles zur 
TTeberlieferang Elbings an ihn verfugt. — de Leseeins glaubt, dass er 
ihn als einen Mitschuldigen au diesem Verfahren der Königin angesehen 
hat. Aber auch noch aus mehreren andern Gründen will er bleiben, um 
diesen Hof zn beobachten. Es ist das Gerücht Terbreitet, der König von 
Polen sei todt, obgleich dasselbe nur aus den prenssischen und Danziger 
Zeitungen (gazettes) stammt. Aber der Kurfürst ist ganz geneigt es zu 
glauben und baut angeblich schon tausend Luftschlösser darauf, ja, denkt 
selbst Truppen in das herzogliche Preussen zu senden. Sana avoir anpa- 
ravant une pleine certitude de cette mort, on m'a dit qu'il a'^tait ex- 
pliqu^ qu'il croyait, en ce cas-lä, que le grandnluchö de Lithuanie ae 
fiäparerait de la Pologne, et 11 n'a pas trop rejet^ la Batterie que lui 
oDt faite daoB ce tempa-lä quelquea-una de sa cour qui lui ODt dit 
que les Lithuaniena l'^liraient pour leur duc. 

Im nächsten Juni wird ein allgemeiner deutscher Reichstag stattfinden. 
Er wäre möglich, dass sich der Kurfürst, aus Hass gegen Schweden, zu 
blindem Anschlusg an den Kaiser hiureissen Hesse, am diesen bei den Diffe- > 
renzen in Betreff der Grenzen nnd der Theilung Pommerns auf seiner Seite. 
zn haben ...; d^s le commeDcemeQt que Je fua ici, dana un diacours 
indifferent M. l'älecteur me dit que dana nae diäte ^n^rale de Tetn- 
pire il ae plaindrait de la maniöre dont il avait &t& traitä par lea 
Su^doia au plantement de cea limitea de la rivi^re d'Oder. — Indessen 
ist hier ein schwedischer Gesandter'}, welcher den Kurfürsten auffordert, 
mit seinem Könige gemeinschaftlich beim Kaiser die Investitur mit Pom- 
mern nachzusuchen, nach den rertrags massigen Bedingungen wegen der 
Grenzen und andern Anwartschaftsrechte, welche die Schweden in Bezug 
auf die Xeumark beanspruchen. Der Kurfürst hat seine besondere pom- 
mersche Investitur') vom Kaiser erhalten'), indessen in Ausdrücken, welche 
ihn, wie der sobwedische Gesandte sagt, berechtigen Icönnten, auch den an- 

') Anfang dea EzOeipta fehlt 
i Vgl PufendoTf n. 17ff. 
■) Tgl. oben p. 25&. 

') Tgl. Über diete Angelegenheit pDfendoif IX. 2»ff. 
*} DieMlbe war am 14. October 1661 erfolgt (Pufendorf IZ. 81). 
KiMr. nu- Cock. d. Gr. KurntrMw. IL 17 



:vGoo»^lc 



258 '''■ B«ncJ>te ">n 1G60 bis 1664- 

dem, der Krone Schweden gehörigen Theil des Landes seinerseits zn prä- 
tendireu. — Derselbe schwediRche Gesandte hat de Lesseins übrigens mit- 
getbeilt, man würde ihn wohl eben so lange hier lassen, als er bliebe, und 
er denke in vollkommenem Einverständnisse mit ihm zu wirken. So glanbt 
de Lesseins, dass man jenen geradezu nnr auf die Kunde von seiner 
Anwesenheit geschickt habe. 



Ludwig XIV. an de Lesseins. Dat. 2. März 1662. 
(CoDcept.) 

[Der König «liooert an das ihm durch Wicquerort flberbiachte Ver8[irecben des Kur- 
farstea. Für einen Anechliisa des Kurfitraten, <ter gich auf die Reicbaangelegenbeiteti 
beschrankt, kann er nichts wesentüchea versprechen. Misstraaen gegen Hoverbeck. 
Aach de Lumbres argnöbnt, Aaa» der KurfQrst für sich oder seinen Sohn den pol- 
nischen Thron prHtendire. Falls ein rraniesischcr Prins denselben beeteigt, wird der 
KGnig dem EarfQrsten seine SouverBoeUt in Preuaaen garentiran. Deputation der 
ConfSderirten nach Wien. Die Vorwände dei KnrfOrsten sind hinfällig. Waldeck id 
Dnterslützen.] 
2.Märi, Der König hat de Lesscins' Depesche 'vom T. v. M. erhalten'). Er 

billigt und lobt seinen Entschluss, eventuell nach Hamburg zu gehen. Aber 
er macht ihu vor allem mit zwei Dingen bekannt: 

1) Wicquefort hat ihm das Wort des Kurfürsten überbracht, wenn 
derselbe sich seinen Interessen verbände, würde dies ohne irgend welchen 
Rückhalt (saus aucuue räserve) geschehen'). 

2) Da der König an den Reichsangelegenheitou vollkommen unbethei- 
ligt ist, kann er auch für einen Anschluss des Kurfürsten, welcher sich nur 
auf diese erstreckte, so gut wie nichts versprechen. Ja, in diesem Falle 
wird de Lesseins sogar bis auf neue Ordres nichts verheisseu dürfen. 
Willfahrt der Kurfürst dagegen den Absiebten des Königs in Polen, so 
wird dieser keine der Gegcubewilligungen widerrufen, zu denen er den Ge- 
sandten durch seine Instruction ermächtigt bat. 

Man muss Hoverbeck misstraaen, der seinen Herrn offenbar durch 
die Uebertreibnng geringfügiger Umstände gegen die Königin von Polen auf- 
gereizt hat. — de Lumbres äussert denselben Argwohn, dass sich der Kur- 
füret mit Hoffnungen auf die polnische Krone für sich selbst oder für seinen 
Sohn schmeichle. Vielleicht fürchtet er auch für die Nachbarschaft eines 
französischen Prinzen wegen seiner Souverainetät in Preussen. Indessen 
würde der König nicht anstehen diese letztere zu garantiren'), und weit 
schlimmer für den Kurfürsten würde es sein, wenn die Wahl auf einen Ost- 
reich! scheu Prinzen fiele. — 



') S. dieselbe eben p. 246 ff. 

■) Vgl. oben p.243. 

') Fofendorf IX. 45. Eqnidem Lessanam electori 
Polonos stque ipsnm snccessorem Galticnm. Sed qnantiiD) 
dum ait, nemjni obacurnm esse. (Vgl. Dropsen p. 604.} 



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Dar Enifflrat, die poIniBch«D CouITlderirteD und der polnische Thron. 259 

Die Conföderirteo haben eine feierliche Deputation von 60 bis 80 Rei- 
tern nach Wien gesandt; ihr Effeclivbe stand beliinft sich auf 30,000 M. 

HinfUIigere und schlechtere Vorwäude als der Hinweis auf die Gesetze 
Pt^lens') nud die Gefahr einer Bache der Republik, der er sich aussetze, 
lAtte der Kurfürst nicht vorbringen können. Der König will ihn wahrhaftig 
™ keinem der Republik missliebigen Verfahren uöthigen, rielmehr zu einem 
wichen, um welches der König tod Polen und der anEehnlichate Tbeil des 
Senats eiencben und wolijr diese ihm Dank wissen werden. 

Waldeck') wird der Gesandte, in Anbetracht der Verdienste dessel- 
bcD um Frankreich und Schweden, kräftig unterstützen. Aber ohne Schwe- 
rin EU desobliglren, fall» dieser seineu Eiufluss noch bewahrt; denn im Ue- 
brigeo wäre es allerdings noch Tortheü hafte r, Schwerin durch Waldeck 
IQ ersettes. 



de Lesseins au Ludwig XIV. Dat. Berlin 7. März 1662. 

[Bit dem KnrfQnlen Anieig^ gemacht, data die SoDTCittnetKI in LothtiDgen und Btur 
*nf deo König übergegangen. Aufnahme dieser Miltheilang von Seiten dea KarfUr- 
«len und AeaaBernngeii desselhen daräbcr, Leiden des Karfdrsten an der Qicht. Au- 
diena de Lesseini' bei iboi, worin er verschicdenca übet den Künig tod Polen nnd 
die ConfDderirten miltheilt. Bevorstehender deuigcher Reichstag. Prenssischet Edel- 
mann, welchen der Knrrilrst an die Conföderirten gesandt hat.] 
Am 2S. Februar hat de Lesseins durch Lionnc die Gewissheit er- T.Mbs. 
halten, dass Se. Maj. gegenwartig im Besitz der SouveraJnetät über die 
Herzogthümcr Lothingen uud Bar ist'). Er beglückwünscht den König 
deswegen nnd bat das Gebeii^s desselben, dem Kurfürsten in seinem Kamen 
daroQ Hittheilnng zu machen, rolhogeu. Der Kurfürst bat diese Beuuch- 
richtigung mit vieler Höflichkeit entgegengenommen, ohne besondere Freude 
oder Traner darüber zu bezeige», et conime par toutes ses autres actioua 
il fait coDDaltre qu'il est d'inclinatiou aescz purtä ä 6tre dans lea iu- 
Kr£t8 de Votre Majestä ..., j'ai lieu dt- croire, Buivaiit son sentimeut 
natarel, qu'il n'est pas facliä que Votre Majestö ait eii cet avantage. 
D me dit quU croyait que M. de Lorraine recomniencerait la guerre 
quabd il le pourrait, et qu'il semblait que Bon g^nie le portät k la 
mieDX faire quand il o'avait poiiit d'ötats que lorsqu'il en avait en sa 
poasesBioD. Seither bat der Kurfürst fast uunnterbrochen au der Gicbt ge- 
littea. Vorgestern hat de Lesseiu!; indessen eine mehr als zweistündige 
AudieoE bei ihm gehabt, bei welcher ihm der Kurfürst mitgetheilt hat, einen 



■) Vgl. oben das Schreiben rem T. Febr. und femer Pufendorf IX. 35, Droy- 
len rar Kritik Pnfendorf* a. a. 0. p. 101. 

•) Vgl. Dep. Tom 7. Febr. 

') Vgl. über diese Verhiltnissc Kankc rraniBs. Gesch. 1. AuB. III. p. 287 If. 
PUiian lU. 286 ff. Maitin Bist de France III. 385. Dei betietfeode, nachher 
wMer rflakglngig gemachte Vertrag mit dem Uenoge Carl IV. Ton Lolhriogen da- 
tirU Ton 6. Fabr. 166S. 

17» 



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260 V' Beric^tB Ton 1660 bii 1664. 

Brief des Kaisere empfaDgea zn haben, welcher die Absicht bekunde — 
iDdessen lediglich, um Hülfe vom Reich gegen den Türken ') zu erhalten — 
im Mai einen allgemeincD Reichstag') zn Tersammeln. Da der Kaiser je- 
doch ia der Capitulation Tersprochen habe, einen Reichstag zur Befriedi- 
gung aller Stände zu halten, desEcn Berufung er bisher vermieden, werde 
derselbe nicht verhindern können, dass dort auch die Angelegenheiten eot 
Sprache kämen, welche eben jedem Einzelnen am Herzen lägen. — Ferner 
hat ihm der Kurfürst bei derselben Gelegenheit gesagt, dass (nach den 
neneeteu Berichten Hoverbeck's von der Grenze, welchem er wieder einen" 
Courier sende, der bald zurückkehren werde) dag Gerücht von dem Tode 
des Königs von Polen zwar falsch gewesen sei, indessen viele Lente ver- 
sicherten, dass derselbe den Verstand verloren habe. Die polniacheo Con- 
fbderirten hätten in allgemeiner Berathung beschlossen, die Wahl eines 
Nachfolgers bei Lebzeiten des Königs nicht zuzulassen und verlangten 
ausserdem Herstellung der Gewissensfreiheit in ganz Polen und ungesäumte 
Anstalten, um die Mittel zu ihrer Bezahlung zu beschaffen. Alle Häupter 
der lithauischen Armee hätten sich den Conföderirteu verbunden, und man 
glaube, dass auch Czarnecki mit der conföderirten Armee der dritten 
Partei zu diesem Zweck heranrücke; auch der Erzbischof von Gneaen sei 
anf ihrer Seite. — 

Diese Nachrichten haben bisher die Erfüllung von Anhalt's Verspre- 
chen ') vereitelt, vielleicht auch die Krankheit des Kurfürsten. . . . 

Od ne parle gu^re plus en Allemag^ue de tous cdt^ que de la diite 
qui se doit tenir. . . . (Die lothringischen Angelegenheiten betreffend) il est 
certaiu qu'il y a eu dans cette cour dea leltrea venues de France qui 
portent que ces deus princea*) en Bont sortia, pour aller demander 
du secours & l'empereur. 

Post-Sctiptum. J'ai bu qu'au lieu du courrier que U. l'älecteur 
m'avait dit qu'il enverrait en Pologne c'est un gentjlltomme prusaien 
qui parle fort bieu la langue polooaise lequel il envoie aux coof^diräa 
de l'une et de l'autre armäe et qui s'en va aur aes cheraux faire com- 
pliment ä toua cea coofädäris de la part de bod maltre, lequel fait ua 
grand fondemetit eur la r^volte de toua cee geus-lä*). 



') Vgl. PnfBndorf IX. 77. 

') Ein Reichstag ward im Febra«T 16C2 auf d«D 1. Ootober de» nKmlichsn Jahm 
naob Regengbaig BU8g«8chrieben, dertelbe thattüchlich aber erst Im Januar 1663 er- 

SffDCt 

'] Tgl. UDleii I>«p. vom 14. Hin und 4. April. 

') (Der Henog Carl IT. von Lotbringen und sein gleichnamiger Neffe und Nach- 
folger, der Stammvater des bsnügen Hanaes Oestreich.) 

■) Droysen a. i. 0. p.601— 603. Im FiOlijalir 1662 Liesa ei, der Kurfttrst habe 
den ConfQderirten nater der Hand mittheilen laaaen, daaa er, wenn man ihn wthle, 
katboliidi werden wolle. 



:vGoo»^lc 



Der Karnnt, die ConfBdcrirlen und der polnische Thron. 261 

Ludwig XIV. an de Lesseins. Dat. 9. März 1662. 
(Concept.) 

[Er darf io der That niohta tnbieten, ehe mau der polniacheu Politik d«8 braodeD- 
bargiichen Hofei licheT ist. Der KSoig tadelt die Unvorsichligkeit dea schwedigoheD 
Kaotler*. de Leuein» tbut nohl dann, die Braodenburger über daa schwedisch- 
rrvniösische BQndniaa io UDgewisier Besorgnia* lu erhallen. Die FrStensionen des 
KurfSnteD auf den polnischen Thron encbeinen aniweifelbaft. Der König hat die 
Urbebar der falaoben Qazetten beatrafen laaaen.] 

de Lesseine' ZnrüclchaltuDg hinsichtlich der AnerbictuDgen, von denen 9 
Wicqnefort so UDzeitig gesprochen hat'), findet Billi gong. Die Nach- 
folge in Polen bleibt der Hauptgegenstand seiner Sendung nnd er darf 
nichts anbieten, ohne über diesen Punct sicher zn sein- 

Der König tadelt die Unvorsichlägkeit de la Qardie's'); de Les- 
FieioB bat auch in Betreff dieses Oegenstandes wohl geaotirortet „en n'a- 
Touant ni ne niant la chose, afio que la crainte qu'elle leur doone 
Berve ä faciliter le succis de votre nigociafion." 

Ans allem, was de Lesseins berichtet, geben die FrätenBionen des 
Kurfürsten auf Polen klar hervor, wenn der — für den 20. des nächsten 
Monats znsaaunenbemfeue — Warechaner Reichstag den Brandenbni^em 
nicht noch diese Hoffnungen nimmt. — Der König hat die gehörigen Be- 
fehle ertheilt, nm den Missbraach der Zeitungen (gazettes)*) mittelst der 
Züchtigung der Urheber so vieler Lügen abzustellen. 



de LesseiuB an Ludwig XIV. Dat. Berlin 14. März 1662. 



Da die Gicht des Kurf^irsten fortgedauert hat und Anhalt nicht ganz U-HRra. 
den EinflusB bei demselben besitzt als er behauptet, so ist das Yersprechen 
des letzteren bisher nnansgefiibrt geblieben. Man will durchaus erst die 
Kachrichten aus Polen abwarten. 

de Lesseins hat den Kurfürsten gestern besucht, nm ihm den Dank 
des Königs für seine Höflichkeit and die Zeichen seiner Zuneigung auszu- 
sprechen, et je puls dire avec vöritÄ qu'aucun prince ne peut recevoir 
OD pareil compliment avec plus de civjlitä et de respect pour Votre 
Majest^ ni donner dans une occasion semblable plus de marques de 
sa satisfaction. Der Kurfürt sagt de Lesseins, man schreibe ihm ans 
Wien, dass man daselbst grosse Furcht vor den Türken hege und zn die- 
sem Behnf an den Befestigungen arbeiten lasse, de Lesaeins vermuthet 
darin mehr Politik als Furcht, da es nur an dem Kaiser läge, sich mit dem 



') Vgl. oben p. S 
•) Vgl. oben p. S 
>) Tgl. oben p. S 



>vGoo»^lc 



GroEsherra zu vergleichen: aber man deobt bedeutende HQtfe vod Dentsch- 
land auf dem nächsten Reichstage zu erlangen. Der Kurfürst glaubt in- 
dessen, dasB jene Furcht in Wahrheit vorhanden und keine List dahinter sei. 

de Lesseins an Lionne[?]. Dat. Berlin 14. März 1662. 

[Wicquefort. Die PriDzeMiD-WiUwe von Ortmien. Tronson.) 
14. Mftra. Er dankt Tür das Schreiben vom 23. Februar ■)- Er preist Gott dafür, 
daas nnr einer seiner Briefe, der aus Hamburg vom 4"" ') datirte, verloren 
gegangen ist. Je pense vous avoir äcrit ce que tous me demanttez k 
Yigtud de Wicquefort. J'avais fait aavoir Ä M. l'^Iecteur et ä ses 
ministres la raison pour laquelle le Roi n'avait pas jugö devoir I'em- 
ployer pour n^ocier. Cette raison fut goätäe, et je ne crois pas qu'on 
la lui ait öcrite. Wicquefort hat auf den diesseitigen Vorwurf über 
seine Berichte erwidert, de Lesseius hätte nichts zu verhandeln, viel- 
mehr roiisste man sich wegen des Abschlusses aller dieser Dinge an ihn 
wenden, und er habe das nnr auf die Reden des Herrn Lionue bin ge- 
than. Er glaube nicht, dass dieser ihn znm Narren hatten wolle; habe 
man mit ihm aber sein Spiel treiben wollen, so wäre der Grund davon seiue 
alte und fortdauernde Parteinahoie für die Interessen der Prinzessin-Wittwe 
von Oranien. II a cru par Ik se faire valoir dans cette cour; maJs la 
princesse d'Orange n'y est point consider^ par M. l'^lecteur ni par 
le prince d'Anbalt. Ainai tout son artitice ne lui servira de guire. 
J'avais parlä de lui le plus honn^temcnt du monde dans les commen- 
cemCDts; mais ayant connu son hunieur et vu son proc^ä, je cnis 
^tre Obligo de changer de batterie, ainsi que je Tai marquä dans l'une 
des lettres que j'ai öcrites k Sa Majestö. Pour ce qui est de M, Tron- . 
son'), je vous avais inarqu^ dans la lettre que je vous äcrivais de 
Hambourg, qu'il n'y 4tait point arrivö et qu'il y 6tait attendu. Depuis, 
je n'ai su de lui aucune uouvelle. ■ . . 

de Lesseins an Ludwig XIV. Dat Berlin 21. März 1662. 

[do LeiMins hkt noch immer Uasse und darT «uf kein GellDgen der Polen becreflen- 
d«D VerhtndluDgen rechnen. Der Kurfürst hofft vicimebr feit auf den polniscbea 
Thron. Verbindungen deaaelbcD mit den ConfSderirlen. Er hat erklart, seine Con- 
fesFion Andern «u wollen , worOber »eine Qemahlin krank geworden. Huinigr>higo 
groBSe PIBne dea Kurfüraten. Sein Mangel an Geld.] 
31.Mtn. Seit ileni Schreibeu Sr. Maj. vom '23. Februar') hat er keine weiteren 
Briefe von derselben erhalten; eben so wenig sind solche von de Lumbres 

'; S. üben p.2fi6. 
') (D. h. wohl Januar.) 
') Vgl. oben p. 249. 
*) 8. p. 2&6. 



>vGoo»^lc 



Wlciacfort. Die UonfdJprirtfn und der polnlsclie Tbrün 263 

An ihn oder von Horerbeck an den Earfüretco dngPt;angen. de Lesseins 
benutzt unter dieeen Utnst&uden seine Müsse, um Intere.=seu und Stimmung 
der einzeliieu Persönlichkeiten dieses Hofs genau kennen zu lenieu. Doch 
darf er keine HoShnng auf ein Gelingen seiner Verhaudluug iu Betreff der 
polnischen Angelegenheiten hegen, da der Kurfürst siub einmal zu der <-iteln 
Hoffnung hat verlocken (piper) lassen, dies Königreich erliaseheii zu kön- 
nen. Derselbe gründet eine solche HoR'uung auf cietu Einverstäudni^s mit 
den Conföderirten, welches zu unterhalten er sich sehr angelegen sein lässt. 
de LeRseins hat in Erfahrung gebracht, dass jener preussische Edelmann 
(den er in seinem Schreiben vom T" erwähnte) ') Geschenke für die Häupter 
der Conföderirten, für Lubomirski sogar eine goldene Trinkschale (coupe) 
Ton 2000 Ducaten Gewicht mitgehabt hat. Freilich soll er ihm dieselbe 
erst geben, wenn Hoverbcck dies, nach seinem Einfluss und dem Betra- 
gen, welches er auf dem Rcichtage beobachtet, für angemessen bclinden 
wird. (In dieser Richtung geht Friedrich Wilhelm bereits sehr weit) 
^asque-lä qu'on m'a rapportä qu'eDtendaut lire, il y a quelques jours. 
nne lettre oft il itait marquä que dans la pliipart des petites Aiitcn de 
Pologne OD arait cbargä lee d^putös ... de iie poiut consentir au d^ 
cret de l'^lection d'un successeur au rui de Pologne pendaot sa ^-ie. 
M. l'Älecteur a'^tait 6eri6 avee joie: _..]e dtic d'Enghien ne isera 
donc paa roi, et la reine ne riendra ))ae ä bout de ecs i)r^teiition8l — 
Schon vor der Ankunft de Lesseins' hatte der Kurfürst mit grossem Eifer 
diese Correspondeuzen mit den Conföderirten und selbst mit einigen polni- 
teheu Senatoren unterhalten. Er hat ihnen Goltz, den Gouverneur von 
Berlin, gesandt uud soll, da er seine Confessiou als einziges Hinderniss 
seiner Absichten ansehn zu dürfen glanbtc, wie man de Leeseins versi- 
chert, erklärt haben, er würde Katholik werden'), worüber die Kurfürstiu 
damals bittere Thränen vergossen. Danach hat er dann einige Zeit von 
der Sache geschwiegen, aber jetzt _on m'a assur^ qii'il a encore parl^ 
de changer de religion, et que l'ayant dit k ea femme, eile a tant 
pleuT^ que cela l'a falte malade et lui a donn^ de ce» fäclieiix acc-i- 
dents qui sont cauees aux fenimes par les maux de mere loraqii'elles 
ont qoelque grande afdiction; eile eist en e£fet encore pr^sentenient au 
lit" — Der Kurfürst ist von seiner Gicht genesen uud de I.esseius hat 
ihn gestern besucht. Derselbe theilt ihn) mit, wie ihm Itadziwiir). der 
uftch Warschau gegangen, geschrieben habe, die Königin habe T.a ihm ge- 
sagt, sie erwarte Hoverbeck mit Ungeduld. — Alles, was de I>esseins 
ihm zn Gunsten dieser Königin nnd von dem genügen VerlH>s uuf die Con- 
föderirten sagt, macht wenig Eindnick auf den Kuriürsten. Die Frage des 
Gesandten, ob er nach Kegensbnrg zu gehen gedenke, verneint er, du er 



•) Vgl. «bw p. 260. 

<] Dio;i«D p. 601-602. Vgl. oIhd p. S 

^ Vgl. ». Orlich II. llff. 



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264 ^' Berichts von 1660 tiU 1«64. 

die Absicht habe ( — vermntfalich nm der polniechea Aogelegenheiteo wil- 
len — ) Dach PreuBEen ') so reiaen. H voudrait bien avoir de l'argeDt 
pour ffüre des troupea et pour s'en servir k gagner les personnes dont 
il aura beeoin en ce royaume-lä; mais il ea a si peu qu'on peut dire 
qull n'en a point du tout. H y a quelques joars qu'il dit dans sa 
cbambre en Boupirant que s'il avait de l'argent, il ferait de graDdes 
choees; soa Imagination est preeque toujours pleine de nouveaut^s et 
de deeseins qu'il ne peut ex^cuter ou qu'il ne eaurait de lui-mgme con- 
duire k nae bonoe fin'). Si lee affaires de Pologoe ne lui teiment 
fort au Coeur präsentement, il oe laisserait äcbapper l'occasion d'aller 
k la diäte de l'enipire '). H a un autre grand dessein et duquel il ne 
g'est pas cachi k moi, qui est de faire que toute l'autoritä de Tempire 
r6side en la peraonne de l'empereur [et] en Celles*) des Älecteurs, pri- 
Tativement k tous autres, et qu'il y ait toujours deux des älecteurs 
avec l'empereur pour 6tre ses conseillerB n^essaires et gouvemeurs avee 
lui [de] toutes les affaires de l'empire. II dit qu'il irait volonüers ee 
tenir proche de l'empereur k son tour une annie enti^re, pour y fitre 
avec l'un des autres älecteurs. Es ist dies ein Gedanke, der ihm schon seit 
lange durch die Kostgänger (pensionnaires) Oestreicbs eingeflösst worden; 
l'ilecteur de Brandebourg, qui est bautain et glorieux, qui se tieot fort 
au-deBBus des autres princes et a de la Jalousie que l'autorit^ soit ai par- 
tag^e en Allemagtie, ne jugeant pas de quelle consäquence est une peas6e 
de cette nature, y donnerait aveugUment," — Friedrich Wilhelm 
hat de Lesseins auch gesagt, der Kurfürst von Sachsen habe durch einen 
Abgesandten bei ihm anfragen lassen, wie er über die Reise nach Regens- 
bürg denke, und da er erfahren, daas er nicht dorthin gehen werde, be- 
schlossen ebenfall» zu Hause zu bleiben. Er theilt ihm femer mit, dass 
die Nachrichten aus Wien den Frieden ankündigten, und werde demnach, 
da sich auch der Kaiser nicht nach Regeusburg begebe, dieser Reichstag 
weder wichtig noch von langer Dauer sein. 

J'ai cru que je ne devais pas n^liger de faire savoir k Votre 
Majeetä qu'un autre des desseins de M. I'älecteur dans lequel les mini- 
stres de l'empereur agissent avec lui de coocert, est de tacher de di- 
baacher les gouvemeurs que les Suidois ont en Allemagne*) dans les 
ätats qu'ile y possödeot, qui sont la Pom^ranie et le pays de Br6me, 

') Der Knrßrst kam nach PreaiEen, woselbBt sieh die ataDdisohon Angelegen- 
heiten in dleaeni Jihr immer mehr TGTwickeltan, erat im October. 
') Vgl. Droyaeo p. 186. 1). 

') NKmlioh, um »eine BeBottwerden wider die BchwedsD ToranbritigaD. 
*) celle Hb. 
*) PniMe Üb. 



>vGoo»^lc 



Verachledene Plane de« Enrnraleo. Lothringfache Angelegeoheiton. 265 

pour faire qu'ile veuiUent secouer le joug, chasBer les Saödoiß et bc 
rendre maitreB dea pays arec l'aide qae l'empereur et M. l'^lecteur 
leur donneraient. 

Indessen dieser Plan scheiot de Lesseins chimärisch. Der Rath 
(coneeil) ') von Schweden wficttt mit grosEcr Sorgfalt über der Erhaltung 
dieser Landschaften, und jene Statthalter sind nicht bedeutend genug, um 
sich zu Herren derselben zu machen. — Vielleicht will man auf dieBcm 
Wege auch nur den Argwohn der Schweden gegen diese Qouvernenre, 
Wrangel (in Pommern) und Königsmark (in Bremen) erwecken. En 
effet M. raecteur a depuis long-t«mp8, bous prätexte d'amiti^, entre- 
tenu une grande correspondance avec M. Wrangel, en lui faisant 
faire des präsente de temps en tempe et en le conviant k le venir 
Toir, ce que Wrangel lui avait promiB, M. l'älecteur e'y') ätant m§me 
atlendu d'avoir une visite de lui, depuis que je biüb dans cette cour. 
Gleichwohl istWrangel nicht gekommen; entweder aus Politik, oder weil 
er nach Schweden gehen mnss, wo man ihn zum Kronfeldherrn machen 
will, unter der Bedingung, dass er für immer dbrt seinen Wohnsitz nehme. 
Allein das, sagt man hier, sei nicht sein Wunsch nnd bedauert iiher- 
hanpt in hohem Qrade, dass man ihm Pommern nehmen wolle, de Les- 
seins hält freilich diese Hoffnungen auf Wrangel für wenig fest begrün- 
det. ... Königsmark, sagt man, wäre eher im Stande das Joch abzu- 
schütteln, wenn er anders der Mann dazu wäre, da er sich durch Kauf znm 
Eigenthumer des grössten Theile der bremischen Landgüter gemacht. 

de Lesseins an Ludwig XTV. Dat. Berlin 28.Mar2 1662. 

[Vertng Ladwig'i XIV. mit dem Hertoge von Lotbringeo. AeuaBenuigeD dei Kur- 
fOnlao Ober den letiter«n. Noch keine nBhereo Nichrichlen -von HoT«rbeok. Bericht 
de Lnmbrei' Obei die Lage der Dinge in Poleo.] 
Er hat die Depeschen des Königs vom 2. und 8. ') dieses Monats er- 28. MKn. 
halten. In der ersteren befahl ihm Se. Maj., in deren Namen dem Kurfür- 
sten den beigeschlossenen Bericht über äie Voi^änge betreffend den Ver- 
trag des Königs mit dem Herzoge von Lothringen mitzutheileu. Er hat 
demzufolge den Kurfürsten dieserhalb aufgesucht und ihm den Bericht jor- 
gelesen. Der KuifUrst spricht seinen Dank dafür ans, dass der König ihn 
über eine Angelegenheit informiren lisst „oft iL paraisBMt un proc^dä ei 
noble et Bi franc de 1a pari de [Sa]*) Majestä et bi double et bi arti- 
fieux de Celle de M. de Lorraine." Er behauptet seit der ersten Kunde 
(Information) von jenem Vertrage etwas der Art geglanbt zn haben — nnd in 



•) D. h. wohl der Senat 
■■)y M.. 
*) Tgl. oben die Scbreiben dea Königs an de Latseina Tom 2. nnd 9. Mir«. 
*) Fefalt im Mb. 



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266 ^- Borichte Ton 16G0 bis 1G64. 

der That hatte er damals gegen de Lesseins geäussert, da müsse irgend ein 
seltsamer Plan dabioter steckea. Der Gesaadte hatte dies derzeit wenig beach- 
tet. MaiB je ne dois pas oublier de dire priseDtement k Votre Majesti, qae 
moneieur l'^lecteur m'a dit que ce proc^d^ double de M. de Lorraine 
oe le Burprenait point, puisqu'il aviut eu desBeiu de le troniper lui- 
meme preeque de 1a ni@tDe maniöre dane le temps oü 11 dlt qu'U fiit 
sur le point d'avoir la guerre contre M. le due de Meubourg, M. de 
Lorraine, en ce temps-lä, lui ayant envoyö un eecrätaire Italien qull 
avatt alora, pour lui ofirir ses troupes et les mettre dans aon service, 
ce 8ecr6taire pressant extraordinairement de la pari de M. de Lor- 
raine pour avoir l'argent de M, l'^lecteur qu'il dit qu'il fut presque 
Bur le point de lui donner et qu'il lui allait donuer effectivement, s'i) 
n'efit 8u heureusement et assez ä tempB que M. de Lorraine ayait 
d^ä traitö et s'^tait engag^ avec M. de Neubourg aon eunemi et n'a- 
vait envoyö k liy que pour le duper '), — Der Knrfürst gesteht zagleich 
erstaunt zu sein, dass der König den Herzog nicht — wie einst mit Fug 
nnd Hecht die Spanier getbau ') — als Qefangeaeu habe verhaften lassen. 
M. l'61ecteur nie dit ensuite qn'il ne pouvait que louer la prudence de 
Votre M^est^ de sc präcautionner contre les surprises de ce duc. 

Der Kurfürst weiss noch immer nichts weiter, als dass HoTerbeck 
am 9. März in Watschau eingetroffen ist. Der letztere wird ausfübrlicb in 
acht Tagen schreiben, de Lumbres bat, ebenfalls am 9. d. M., berichtet, 
alles, was man thun könne, werde sich daranf beschränken, die Erneuerung 
der Constitution zu verhindern, welche die Wahl eines Nachfolgers bei Leb- 
zeiten des Königs verbietet; dies hoffe er zu bewirken. 



de Lesseins an Lionne [?j. Dat. Berlin 28. März 1 662. 

[PrivaiangelegenbeileD de Lcueioi'. Er eeliDt sich nach seiner Abreise, welche sieb 
&ucb vom poUiiachen Siaudpiiukle zu empfeblen acheint.] 
J.HKiT. de Lesseins' Mutter ist g^torben; in Folge dieses Ereignisses wird 
er (Jescbäfte in der Dauphin^ haben. J'ai suivi votre eonseil, et n'ai fait - 
connaltre mon affliction k qui que ce soit . . ., ahn qu'oo ne croie point 
ici que j'aie int^ret de m'en retoumer bieutöt en France. Er fürchtet 
sehr, dass seine Mühen vei^eblieh sind. Er ist verstimmt und leidend, wel- 
ches letztere er besonders dem schlecbt«n Uetränk zuschreibt, da es gar 
nicht möglich ist, irgend welches gute zu bekommen. Wenn er nicht bald 
die Aussicht auf einen gul«n Ausgang der Dinge erblickt, wird er nicht die 
Geduld behalten auszuharren, besonders wenn er dem Kurfürsten nach 



>) Im Jahr 1661 (vgl. Pafendorf IV. 31. Droyai 
^ Vgl. Baoke FniifOi. Oeiob. lU. 180. 



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Lothringisobe AngelBgenbeiten. CoDCessionen FriDkrcich* an den Eurf9raten. 267 

Preassea folgen müsste, wie dies nach dem was er erfahren io der Ab- 
sicht deseelben zu liegen Bcheiot. — Er steckt ausserdem in Schulden und 
mächte die Erlanbniss des Käuigs zur Kückkehr haben , sobald jener es 
angemessen fände. Selbst politisch könnte dies rtelleicht nicht ohne Yor- 
äieil sein, da die Leute hier prahlten ihn beliebig lauge zurückhalten zu 
können and sogar vorgaben, der König lasse gie darum ersuchen. 



Ladwig XIV. an de Lesseins. Dat. 30. März 1G62. 
(Concept.) 

[de LesBeiDB darf die beiden Puncle Mioer Inslruation von einander trcDDen and «Hein 
Aber die Reichssngelegeahailen verhandeln, ohne jedoch von den polniachen vCllig 
lu abstrabiren. Event. Versprechen einer jtthrticben Gratillcatioii an den KurrOrsten. 
Die Eroeuernog des de Lumbrea'Bcheii l'ractats, falls der KuifOrst darauf besieht, 
•ugestanden- Einwilligang des leliteren lu dem Einschiusa Pfali - Nenburgs in den 
Vertrag You Oliv» gefordert. Vetsi ehern ngen, die de Leesein« dein eohwedischen Ge- 
landlen in Berlin geben soll. Ucbcrsendet den BericbC einer Erklärung des Marquis 
de I« Fnentes Ober das Attentat Batlevilte'a tnr Mitlbeilung an den KurfQrslen.] 

Man erlaubt dem Gesandten, die beiden Puncte »meiner In- SO.MiLrz 
etrnction von einander zu trennen. 

Durch die Acquisition der Stimme des Kurfürsten von Brandenburg 
wird der König stets die Mehrheit der Stimmen im Kurcollegium für »ich 
haben können und so gleichsam mittelbar der Herr über alle Ent*chHessun- 
gen des Reichs werden. 

Der König weiss ansserdem, dass die Sendung de Le^iseins' in ganz 
Dentschland in der Leute Mnnd ist und in Wien grosse Besorgnisse ein- 
flöBSt. Dies musB als ein neuer Beweggrund gelten, sie nicht fehlschlagen 
zu lassen. Und wenn das Misstranen einmal beginnt, sich zwischen dem 
Kaiser und dem Knriursten festzusetzen, so wird dies auch das Engage- 
ment des letzteren in Bezug auf die polnischen Angelegenheiten erleichtern. 

Indessen die Sache drängt, und wenn der Kurfürst sie hinschleppen 
wollte, wird der Gesandte erklären, dass seine Zeit durch Befehl des Kö- 
nigs auf eine bestimmte Frist (die er dann angeben wird) beschränkt ist. 

Ja, de Lesseins' Bemühungen werden sogar von den polnischen Din- 
gen nie abstrabiren dürfen. Der Korfurot wird sich, nach dem was er selbst 
oft gesf^t und was auch in der That durch sein Interesse dringend ge- 
boten ist, wenigstens verpHichteu , den betreffenden Absichten Oestreichs 
Widerstand zu leisten. Su v/\rä er denn keine Schwierigkeiten macheu, 
sich Frankreich und der guten Partei anzuschlie.'^sen , wenn der Kai.ier mit 
bewaffneter Hand in Polen eindringen wollte, um dort die Wahl zu istöreu. 
- _0n pourrait meme peut-€tre Ic faire pasucr outre et l'engager k 
döclarer . . , que si la concurrence pour cette couronne-U se röduit 
eutre un prince fraofaiB et un autricbien seulement, il faroriaera et 
s^puiera le francuB de bod credit et de ses forces" '). 



') Vgl. Pnfendorf IX. 44. 

DiqitizeabvG00»^IC 



26g V. Bedcble vod 1660 bfs 1664. 

Indeseen wird de LeEseins alle diese Yersuche nur dano anetellen, 
wenn dieselben einige Möglichkeit des Gelingens haben. — Und da der 
Kurfürst auf jene Weise noch lange nicht einmal der Hälfte von den Wün- 
schen des Königs nachkommt und durch den Rheinbund zugleich roDständig 
vor Ahndungen der Schweden gedeckt wird, wäre es unbillig zu beanspru- 
chen, das» ihm 8e. Maj. dafür dieselben Vortheile ond Qratificationen be- 
willige, als nenn er sich für alle ihre Interessen erklart hätte. Gleichwohl 
soll er den Nutzen der königlichen Frenndsehaft fühlen: wenn er eich also 
für die Angelegenheiten des Reichs verbindet und tu Betreff der polnischcD 
die oben bedeuteten Versprechungen macht, wird ihm de Leseeins eine 
jährliche Gratification von 50,000 und allenfalls 60,000 Francs . . . ') bewil- 
ligen dürfen. 

Die Erneuerung des de Lumbres'schen Traetats erscheint nicht eben 
nothwendig, da der Rheinbnod dem Kurfürsten die gleiche und sogar eine 
noch grössere Sicherheit gewKhrt, indem er zugleich andere machtige Fürsten 
einschliesst. Besteht jedoch der Kurfürst auf dieser Emenerang, so wird 
de Lessein« auch diese, mit den Zusätzen und Yerändemngen, welche er 
in einer besonderen, vom Könige gezeichneten Denkschrift findet (^qne vons 
tronverez dans nn memoire ä part signä de moi") '), zugestehen können. 

II ne sera plus näcessaire de lui demander, comme il ätait porti 
dans Totre instruction, qu'il . . . ') ä r^voqner soa d^putä de Ratiabonne, 
pour l'enyoyer ä Francfort'), puisque la räassomption de la diäte a 
fait changer de face ä l'aifaire. 

Indessen muss man auf die Zustimmung des Karfürsten znm EinschlnsE 
Neuburgs in den Frieden von Oliva dringen, welches dafiir seinerseits 
die Hand zur Zulassung des Kurfürsten in den Rheinbund wird bieten 
müssen*). 

Wenn der schwedische Abgesandte sich noch in Berlin befindet, so 
wird de I^esseins ihm sagen, dass er Befehl erhalten hat, ihm von allem 
was vorgeht vertrauliche Mittheilung zu machen. Er wird denselben sogar 
davon nnterrichten, dass die gegenwärtigen Bemühungen des Königs bei dem 
Kurfürsten ihr erstes Motiv in schwedischen Anmabnungen dazu haben. Ja, 
er wird hinzufügen, dass, wenn es Sr. Majestät gelingt, diesen Fürsten 
zu gewinnen, dieselbe allen ihren Einfluss anwenden wird, um die zwi- 
schen ihm nnd der Krone Schweden noch schwebenden Differenzen — und 



'; Bier mehrere Zeilen gcschnBrit. 

') Vgl. unteE. 

') Dan DSchBte Wort im Ms. TencbriebGD. 

') Vgl, Dtojaea p.602. 

'J Pafendorf IX. 36. Com itaque LeasknUE peripiCGret, electorem a h ia- 
dncl Dan poBia, ut vincnlo se indaeret in propiium dunDom ceisnro (dmcb An- 
■cbloBB an die ßrutSe. Plina in Polen), id argete mstitiut, ut eloctor Bhenuio fo«- 
deri nomeo daret, tum at Neoburgjcna pAce OHvenai inclnderaiar, qai aliai interciB- 
eoras lit, ne «lector in iatad foedna redpiatnr. 



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ConoeMiooen Fr«nkmcha. Der Vertrig vod 1656 und der Rheinbund. 369 

zwar, BO weit es ia ihrer Macht, zum Vortbeit der letzteren — zo erle- 
digen '). 

Der KöDig ist erfreut darüber, dass der Kurftirst die lothringischen 
Nachrichten so wohl aufgenomnien bat. Je tous adresse maintenant une 
autre piäce que je d^sire que vous lui communiquiez, qui est la copie 
de ce que TambaBBadeur d'Espagne'), ä sa premiäre audience, ni'a dit 
de la part de son mattre, en pr^Beace de tous les amhassadeurs et 
ministreB ätrangers, panni leequels j'avais pris Boiu d'y faire appeler 
le comte Truchses, et je m'aBsure qu'il trouvera que je ne suis pas 
Borti d^saTaBtageusement de l'attentat de Batteville'). 

Der erste Zablungstermiu an den Kurfürsten wird sein, wenn dieser 
den Rheinbunds vertrag gezeichnet haben nird. Aber „roua pourrez pro- 
mettre qu'& la dälivrance des ratifications du traiW que vous Bignerez, 
pourm qu'il y ait promiB d'eutrer daus l'alliance du Rhin dans le tempH 
dont TOUS aerez convenn, je lui ferai payer une ann^e de ladite gra- 
tification . . . *) 



Ueber Veränderungeu, welche der Kurftirst zu dem de Lum- 

bres'schenTractate beantragen lässt. Dat. Paria 30. März') 1662. 

(Concept.) 

[BeigefOgt Do«h eiDige DcBiderata de« KarfDrileD io Bciug aaf den RheinbundB ver- 
trag niid den Elbing betreffenilen Separat artikel auu Vertrage von Ollva.) 

Sur le Premier article; 30. Utn. 

que ralliance du Rhin ne lui präjudicie en rien. 

Le sieur de Lesseins a la copie en main du traitä d'alliance du 
Rhin, par lequel M. l'älecteur pourra voir que non-seulement il ne lui 
est en rien pr^udiciable, maia qu'il lui sera träs-avantageux d'y en- 

') Vgl. fiber Jenen Bchwed. Oesandten in Berlin oben die Dep. vom 21. nod 
28 Febr. 

■) Marqnia de U Fnenlei. 

>I Vgl. Pnfendorf IX. 25. Ranke III. 277—278. Beim Eiatag eines neuen 
•ehwadiscfaen Botacbaftera in London war es in einem Rangstreit iwiichen dem dor- 
tigen franiOsiichen und apaniscben Botschafter, dem Qrafen d'Eilrades and dem 
Baron Batteville, gekommen, in welchem es dem letaleren gelungen war, nicht ohne 
blntigee Handgemenge, den Fiats in behaupten, im 24. Uftra 1662 liesi Philipp IV. 
dem KSuig Ludwig eine friedliche £rkUrting hierOber machen. Vgl. femer Martin 
Xm. 283 (der den Namen Ohrigeas Tatteville achreibt). — Der KSnig sendet 
de Leaseins dann Jenes Prolocoll (Procia Terhal contenaot la ddclaration que le 
marquis de la Puento • &il« h Sa Majestd bei Dnmont Corps diplomatiqne VI. 2 
partie p. 403 f.). 

*) Geachwirit. 

>) Haj Ms. 



>vGoo»^lc 



270 ^' Berichte vod 1660 bU 1664. 

trer; «t pour cet efTet il faudra ^outer nomm^ment uu article exprös 
par lequel il eera dit que ledit älecteur y entrera dans le temps dont 
on coQviendra. 

Sur le seeond; 

que le nombre sp^cifiä pour le secours Boit augment^. 

Sa MajeBtä croit que ledit sieur älecteur D'insiBtera plua sur cette 
augmentatioh, puiaqu'entrant daas l'alliance du Rhin, au lieu du nom- 
bre portä par le traitä, il en aura le triple daua tous leg besoins, tous 
les autres princeB ^tant Obligos de fourair leurs troupes aussi liien que 
Sa Majest^. 

Sur le ciDquiäme; 

que les secours ne pulesent pas €tre augisent^s que conformäment 
k la demande qui en sera faite par celui qui en aura besoin. 

Sa Majest^ en demeure d'accord. 
Sur le ODzi^me; 

que la Prolongation du trait6 soit faite pour six ans, et qu'il n'y 
alt point d'interruptiou entre le trait^ fait et celui qui se fera. 

Sa Majestä n'a paB bien compris, par quelle raiaon ledit sieur 
^lecteur fait cette iuBtance, puisque les ratifications du trait^ fait par 
ledit sieur de Lumbres, k ee qu'elle croit, n'ont jamaia 6t6 ^chan- 
gäes'). Ledit sieur de Lesseins tächera d'en p^u^trer les niotifs, et 
s'il n'y trouTe rien de pr^judiciable pour Sa Majestfi, eile lui pennet 
de Taccorder, 

Sur le douziäme; 

qu'ou Qiette une clause g^n^rale au Heu de la particuliäre qui 
porte que le trait^ ne pr^judiciera en rien aux trait^s faits arec la 
Siiäde et les Provinces-unieB des Pays-bas, et qu1l soit dit seulement 
eu gän^ral que ce trait^ ne pr^judiciera point k tous les trait^s fwts 
avec les alli^s. 

Sa M^eBtä en demeure d'accord, et le sieur de LeBseins se ser- 
vira de cet article aupräs du resident de Su6de, pour lui faire voir 
que Sadite MajeBtä n'est pas capable de prendre janiais aucuo enga- 
gement contraire aux int^rets de la Su^de et au demier traitä de re- 
nouvellenient d'alliance fait avec le comte [de Tott]. 
Touchant l'alliance du BIud') 

M. I'^lecteur souhaite que tous Bes ätats d'AUemagne y soient com- 
pris saus exception. 

') Vgl. dagegeo Pufendorf VI. 12. 

') HheinbnndB vertrag am 4/ 14. Aug. 165S lu Frankfurt a. M. iwiachea den geitt- 
lichen KarfflrMen, Mflniter, Pfnlt - Neubnrg , Schweden -Bremen, den brannichweig. 



:,L_tOO»^IC 



TerluDdluiigeti Ober Enieneraiig den Vertrags toq 1656 und den Rheinbund. 271 

II n'y aura paa difliculte h Francfort sur cet article, on n'avait en 
autrefois point d'y compreadre eee 6tat8 de Pom^ranie qu'ä cause qu'il 
ätait d^jä dans une guerre pour les afTaires de Polo^e oü les alli^s 
ne Toulaient s'embarrasser; mais aujourdliui que ledit sieur älecteur 
est en paix avec un chacun, cette .difficult^ a ceasö, et on lui garantira 
la Pomäranie conime ses autres ätats. 

M. l'älecteur demande \&l garantie du Roi de l'article s^parä qui 
coDceme Elbiug'). 

Le Roi ne fera nulle difßcult^ de canfirmer la d^claration qu'a 
donn^e le sieur de Lumbres'), aon plenipotentiaire au traiti d'Oliva, 
sur cette affaire, et on ne peut pae raisonnablement lui en demander 
davantage, d'autant plus que M. l'älecteur ne reut s'eogager k rien avec 
Sa Hajest^ touchant les affaires de Pologne. 

Fait k Paris le 30 mars') 1662. 



de Lesaeins an Ludwig XIV. Dat. Berlin 4. April 1662. 

[Man zieht ibo unter slletlei VorwHnden hin. de Lumbres Aber Hoverheck, Er rHtb 
ab, sich in Verh&ndlungen bloss Qher die Reichsangelegenh eilen einiulusen und fügt 
ein betreffendes Memoire bei.) 
Die PropositioD des Fürsten von Anhalt ist nnr eine Yorapiegeluug 4. Apr. 
(amasement) und eine arge Hinterlist gewesen nin ihn znrückzuhalten, her- 
Toi^egangeu auB der Besorgniss, er möchte, einmal abgereist, nicht wieder- 
kehren, um lediglich über die deutschen Angelegenheiten zu Terhaudela. 
Die fünf Wochen, welche man von Ihm verlangt hatte, um die Berichte 
Hoverbeck's abzuwarteu, sind gestern vor acht Tagen verstrichen. Man 
hat nun Briefe von dietiem Gesandten erhalten, behauptet aber ihm gegen- 
über, dass die Depeschen nicht dechiffrirt seien. — - de Lumbres schreibt, 
dasB Hoverbeck*) bei ihrer Oonferenz und der Audienz, welche er beider 
Königin gehabt hat, fast lediglich das eine gesagt habe, „qu'uD bon moyen 
pour disposer son maitre k se joindre ä Votre M^estö 6tait que le 



UeizligcD und dem Landgrafen von Hessen - Caaael gescblosaen ; Beitrill Franlireiclis 
am 1&. Aug. Dieselbe Allianco, dvr indessen nocb melirerc Bundetgenoisen beigetre- 
ten waren, am 31. Aug. lüGO zu Frankfurt mit Erweiterung des ächntaca aufSuhwe- 
diach-Pommem auf drei Jahre verlttngert. 

') Vgl. oben de Leaaeina' Schreiben an Lionne vom 21. Febr. 

•) 8. Pufendorf VIII. 76 (vgl. IX. 42. Gl). — Wir bemerken hier noch nach- 
träglich, daaa de Luntbres im FriedeDainstrument von Oliv« bezeichnet wird aia 
dominna de Herbingen, Laos et la Cloye, Cornea ooniistorianns regiiqna ordinia equea 
(s. Budawski p.46ö). 

•; May Ms. 

') Vgl. bieraber Pafendorf IX. 42 ff. 



>vGoo»^lc 



272 ^- Beriobte ron 1660 bU 1664. 

roi de Pologne ttt qu'il (ät Batisfait snr lea pr^otioLs qall a en Po- 
logne." 

de Lesseina hat mit der letzten Post kein Schrefben 8r. Maj. er- 
halten. Er hätte eine genane AnweisQog gewünscht, um sich danich id 
richteo, falls man ihm zn wigecn thue, dasB der KurfUrst mit dem K&nige 
Dar in Betreff der Reichsangelegenheiten eiDeD Vertrag eiogehen walle; 
„moD opinion est que Votre Majest* ne devrait paa y eotrer pour 
ces scules affan-eii-lä, et j'envoie ä Votre Majestä un memoire qai con« 
tient les raisons que j'ai d'avoir ce sentiment'- '). Iq dieser Richtimg 
wird er also anch bis anf weitere Befehle verfahren. 

Denk3chmft de Lesaeins. [o, 1).]'). 

die Ab»cblieaiung einea auf di« Belchungelegenbaiten ileb be- 
Vermgei mit dem Kurfaraten nicht ratbinm ertcbeiat.] 

Ein Vertrag des Königs mit dem Kurfürsten, welcher eich auf die An- 
gelegeuheitca des Reichs beschränkte, würde dem ersteren geradezD Dach- 
tbeilig t^eia, indem er seine Absiebten in Polen aufhielte. 

Der Kurfürät hegt selber Absiebten auf die polnische Krone. 

Und nicbts wird ibn von diesem Gedanken abbringen kfiDoeu, ausser 
der Besorgnis» sich einem Kriege auszusetzen, in welchem er ketoe HotT- 
uung hätte sich auf die schützende AUiaucc irgend eines mächtigen Filrsten 
stützen können. 

0er Kurfürst erfreut sieh der Allianee des Kaisers, aber der Krieg, 
welchen er befürchten muss, würde eben vom Kaiser an»gehen. 

Er steht sebr schlecht mit der Krouc Schweden. 

Bleibt ihm also nur noch die Hoffnung anf die Protection des Königs 
mittelst einer Erneuerung des de Lumbres'Hcbon Vertrags, welcher sonst 
demnächst abläuft'). 

Es wird nun gut sein, dass der Kurfürst in beständiger Besorgnis» 
bleibe, Sr. M^j. zu missfallen nnd die Kräfte domelbeu und ihrer Alliiiten 
auf sich zu ziehen. 

Glaubt er sich dagegen, kraft eines solchen Allianee Vertrages, vor dem 
Zorn Sr. M^. gesichert, so wird er seine Absichten in Polen keck betrei- 
ben und es augenscheinlich nicht an dem Bestreben fehlen lassen, die An- 
gelegenheiten dort immer mehr zu verwirren. 

Er wird sich vielleicht gar zu Gunsten der Confttderirten zu Dingen 
hinreissen lassen, welche dm König, in Rücksicht auf den König und die 
Königin von Polen, deren Antoritut diese Revolten angreifen, nöthlgen wer- 
den sich gegen ihn zu erklären. 

Der Kurfürst sowohl wie seine Minister bezeigen zu viel Veriangen 

*) 8. die vorherg«baiid« Dapeicb«. 

*) Der Vertrag von 1656 war ■nnlohat auf Moba Jabre (McbtoMan (vgl. Pn- 
(audort VI. Vi. IX.. 34. .oi^'m tamiiai Jani ftra aUyaam aU*). 



:vGoo»^lc 



de Lmhidb gegsD (unen aaf dis ßaichsan^Iegenfaeilen beschrSobteD Vertrag. 273 

Dach der Enieuerang der Alliance mit dem Könige in Bezug auf die deut- 
schen Angelegeuheiteu , um nicht dem Glauben Raum zu geben, dasa sie 
darin lediglich ein Deckongämittel erharren, nm duin nach Belieben ihre 
Wege verfolgen zn können, ohne sich riet um die Satisfaction Sr. Maj. in 
Polen zu kümmern. 

Der Kurfürst wird sogar daraus schttessen, dass der König den Plan 
in Polen nicht mit derjenigen Wärme ergreift, welche nöthig ist, denselben 
einem Gelingen entgegen zuführen. 

Und andrerseits bat de Leaseina keineswegs alle Hoffnung aufgege- 
ben, dasa sich der Kurfürst demselben doch noch Tielleicht anschli^sse. 
Man darf also nicht zn sehr ejlen, mit ihm, abgesehen von dieser-Be- 
dingnng, zn verhandeln. Vielleicht wird er auf jene Absiebten eingehen, 
wenn seine eigenen Interessen in Polen dabei zn seiner BeMedigung geordnet 
werden können. 

In derThat hat de Lnmbres geschrieben, Hoverbeck habe der Kö- ' 
nigin von Polen gesagt, dass der Knrfiirst „iie s'^tait däfendu d'entrer en 
traitä avec le Roi qu'ä cause qull avait cm que c'^tait das cette diäte 
qne Sa M^yestä voulait l'obliger & concourir arec eile pour faire räussir 
ce deesein de la Buecession du roi de Pologne, et qu'il avait vu ai peu 
d'apparence k faire räussir ane si grande afF^re en a\ peu de tempa, 
qu'il n'avait obä s'y engager." 

Was für einen Vertrag man mit dem Kurfürsten auch schliessen möge 
derselbe wird ihn nicht enger binden als er durch den des Hrn. de Lora- 
bres gebunden war und trotz dessen er sich doch an das Haus Oestreicb 
anschloss. 

„n paralt aesez clairement qu'il cherche ses avantagee dans lea 
trait^a, mais qu'il consid^re peu ceux de ses alH^." 

Die gegenwärtige Conjunctur verleiht dem Bünduiss mit diesem Kur- 
Itirsteu keinen eigentlichen Werth, da der Kaiser sich in einem Alter be- 
findet, welches Maasvnahmen behufs einer künftigen Wahl weit hinausschiebt. 
AoBserdcm wüide man sich des ersteren bei einer solchen Gelegenheit auch 
nur durch grosse Summen versichern können. 

Der König besitzt dnrch seine anderweiten Alliancen hinreichenden Ein- 
SusB in Dentachland. 

Ebensowenig können andere Angelegenheiten beträchtlich genug sein, 
den König um ihretwillen zu einem Abkommen mit dem Kurfürsten zn ver- 
mögen, auf die Gefahr hin, denselben als Gegner in der polnischen Sache 
ZQ behalten. ...'). 



') Biei metuerei geichwän 



■■ur. lur GMcb. d. Qr. lurflinitB. I 



qmzcdbvG00»^lc 



274 ^- Berichts Tan 16C0 bis 1604. 

de Lesseina an Ludwig XIV. Dat. Berlin lI.April 1G62. 

[CoofereDi mit Anlialt aoä Somaili am b. April. Es 'M dem Kurfünteo anroOgliofa 
sich mit den Absichten Sr. Maj. in Polen lu Tereinigen. Schweden will den Eintritt 
desBClbeti id den Rheinbund nicht dulden. Antwort den Knrnirsten an den schwedi- 
schen Oesoiidten, vor dessen Abr^se, in puncto der pommerechen Invesliiur.| 
r. Er bat darch die letzte Post kdQ Schreiben Sr. Maj,, sondern nur 

eines Lionne's Toni 22. März erhalten', worin ihm dieser ankündigt, Se. 
M^. werde ihn binnen acht Tagen deren Entschlie^eungen wksen lassen. 
— Am Mittwoch de» ö'™ haben ihn Anhalt und Somnitz aufgesucht und 
ihm mitgetheilt, es seien nun alle Briefe aus Polen decbiffrirt, indeesen Etün- 
deu die Dinge dort für die Absichten Sr. M^j. so augünstig, dass der Ent- 
schlusK sich mit derselben zu vereinigen, eine Unmöglichkeit für den Kur- 
fürsten sei. Und zwar geben sie noch speciell zwei Gründe dafür au, 
nämlich ') 

1) dasE mau anf dem Warschauer Reichstage festgesetzt habe, dass in 
Polen bei Lebzeiten des Ktinig.i von der Wahl eines Nachfolgers nicht die 
Rede sein aolle, 

2) dass man die Besorgnis» hege, Sr. Miy. sei an der DurchRlbrnng 
der betreffenden Absiebten nicht eben viel gelegen; dieselbe scheine sich 
vielmehr nur dem Könige von Polen zu gefallen darauf eingelassen zu ha- 
ben, da de Lumbres in Warscban mit ziemlicher Saumseligkeit (n6gll- 
gence) handele. — 

de Lesseina hat seitdem einen Brief de Lnmbres' gehabt, welcher 
ihm diese angebliche ,, Saumseligkeit' erklärt. Da jener nämlich sah, dass 
im Augenblick auf diesem Reichstage nichts zu hoffen sei, i^t er, gleichwie 
auch die Königin u. s.w., zu der Fictiou genöthigt gewesen, als habe er 
alle Gedanken iu Betreff der Wahl gänzlich aufgegeben — um nun eben 
eine günstigere Gelegenheit, sei es noch bei Lebzeiten des Königs voq 
Polen, sei es nach dem Tode desselben, abzuwarten. — Da de Lesseins 
aber hiervon derzeit noch nichts wnsste, hat er den genannten beiden bran- 
denbnrgischen Commissaren anf jene Gründe geantwortet, dass der Kur- 
fürst zwar sein vollkommen freier Herr, ihre Argnmente jedoch nicht stich- 
haltig seien. Denn man habe auf dem Reichstage allerdings von dem Er- 
lass jener Constitution gesprochen, dieselbe jedoch noch nicht wirklich er* 
lassen '). Aussserdem sei Sc. Maj. zu consequent, um ihre Pläne nicht 
kräftig anf^echtzaerhalten '). — de Lesseins ist nachher durchaus auf die 



') Vgl. Eum folgenden Droyson Zur Kritik Pufendorfs ». a. 0. p. 101 — 102 
sowie Pufendorf IX, 35. Com porro uostri ostenderent, mazlmam negolio difficul- 
lAtem oriri e Polonorum conitiintione nuperis comitiis conditi, ne tito rege de luo- 
ceHOt« kgatni, LetiKnaa id inäciari. Eqnidem non Tiium reginte et legklo Qal- 
lioo in prMseDS MnpUus qnid moverel 

*) led conititntionem nondnm in vim legb eTaluius Pufendorf (vgl. Dioy ■«!! 
«. «. 0. p. 102). 

') Droften ebend. au« Somnitt'Dikrium ,S4. Mfin): sein König wDrde nicht 
davon abstehen, er wire gar m aehr engagirt and wire Cslach, daaa ihm du Werk 



:,L_nOO<^IC 



Weitere Veihatidliuigen Aber die poln. Naubfolge. Ovr Kuif. u. Scliwedeii. 275 

Vennnthong geführt worden, dass jene mit solchen Aeosseniageu die In- 
tentionen der Königin and dps Hrn. de Lnmlires üondircn wollen. Ucltri- 
geos haben sie bei dieitor Gelegenheit die It eich i^angc lege nh ei ten garnicht 
berührt, sei es nan um de Lessein^ zu veraulasi^eii davon anzufangen, iiei 
ee, weil ihr Gebieter nicht mehr dieselbe günstige Gei^innung in diesem Be- 
tracht bewahrt. — So war er denn bei Somnitz, um durch diesen den 
Koifiirfiten in jener frühereu bezüglichen Stimmung zu erhalten. Falls, es 
8t. M^. genügt über diese Dinge zu verhandeln, hatte er ihm einen Aus- 
ing ans den Briefen Hoverbeck's gesandt, woran» zn entnehmen, dasn 
ea mit dem Puncte der Constitution seine Richtigkeit habe. Somnitz ver- 
lichert ihn, dass der Kurfürst über die Reich sangelegenheiteu noeh ganz 
so günstig wie bisher denke. 

Indessen bleibt de Lesseins bei seiner Meinung, das» dies vou ge- 
ringem Werthe sei 

Der schwedische Gesandte, welcher seit vier Tageu fort ist, hat Wal- 
deck gesagt, Schweden würde niemals zugeben, dass der Kurfürst in den 
Rheinbund trete. Man werde sogar dringende Vorstellungen dagegen bei 
Sr. Mq'. erheben, da der Kurfürst den Yerbündeten durch seine beständige 
UnentBChloHsenheit in allen Dingen sonst wehr schaden als nützen würde. 

Derselbe Gesandte hat vor seiner Abreise schriftlich vom Kurfürsten 
die Antwort in puncto der pommeischen Investitur erhalten. Dieselbe ist 
ziemlich stolz nnd besagt im Wesentlichen ^que l'älecteur iie ae croit 
point Obligo ä se Joindre au roi de üaiic pour faire dcmander k Veta- 
pereiir par ges ministreB coigointement avec eeux de ce roi VinveBti- 
ture de la Pomäranie, et que l'^lecleur ])rie le roi de Su^de de ne lui 
plilB fiiire de pareille deniaiide." — Gleichwohl hat der Kuriiirst jenem 
(vle de Lesseins von diesem selber weiss) bei der AbscbieUsaudieuz ge- 
sagt, er werde sich beim Kaiser dem nicht widersetzen, da»s der König 
von Schweden seine Investitur in der Art wie er wünsche erhalte, de Les- 
■ e]D8 dankt dem Karfürsteu für diese Erfüllung des Friedens von Uüuster 
ba Namen des Königs. . . . 



Ludwig XIV. all de Lesseins. Dat. 13. April 1662. 

(Concept.) 

{de IiMMiai (Dr »eine Sorgfalt belobt. Dio PlHoe Lubominki'i. Der Qedank« dee 

KvAnten «Ine TerAnderung de« Reichsrigimentt darcbiuiietzcD eine Cbimlre. de Lea- 

amni aoU Anhalt daa lud igen et in Polen Ternprechcn.l 

de Lesseins' Schreiben vom 21. März ') ist eingegangen. Die Sorg- |3. Api. 

hlt, mit «elcher er den König von allem unterrichtet, was er erkunden kann 



dabt seht angelegen. Pnfendorf: nee Oalliae regem id negotinm depoaitnrum, aed 
aOB mlniu aste quam pott moTtem regia id peraeeutDrnm , velot in quod altina jam 
Ittendarit, quam nt «alva dignitate id daponere qae«t. 

■} B. ob« p. aus ff. 

X8* 



:vGoo»^lc 



2'^6 V. Berichte von 1660 bia 1664. 

uud was den Dienst desselben oder dei^enigen Schwedens betrifft, er- 
hält liOb. 

Hoverbeck wird keine Oele^enheit haben, seine goldene Trinkschale mit 
Nützen anzubringen'), da de Lumbres geschrieben hat, man habe endlich 
die wahren Absichten des Gross marscb all s ') entdeckt, welche nänilicb dahin 
gingen, die polnische Krone den Söhnen Rakoczys") zuzuwenden, im 
Fall er nicht selbst darauf hoffen könnte. Er bat von Rakoczy's Mutter 
10,000 Ducaten und noch andere Sachen von hohem Werth empfougeu. Bin 
von ihm abhängiger Castellan hat auf dem Reichstage den Aasi^chluss Frank- 
reichs, Oestreichs, des Moscowiters nnd aller deutschen Fürsten durchsetzen 
wollen, um nur noch die An.'tprüche des Marschalls oder Rakoczy's gel- 
ten zu lassen. 

Der Gedanke des Kurfürsten in Bezug auf die Reichsangelegenheiten *) 
ist eine Chimäre. Der Wiener Hof würde sieh noch weniger dazu verste- 
hen als die Reichsfürsten und Stände desselben, und diese zusammen sind 
mächtiger als das Kurcollegium. 

Es giebt noch ein Mittet den Kurfürsten in den polnischen Angelegen- 
heiten zu engagiren, und de Lcsseins soll es anwenden, wenn es nicht 
schon zu spät ist, nämlich dem Fürsten von Anhalt zu versprechen „qu'oo 
lui procur^rait rindig^nat de la Pologne, lequel le readrait capable de 
tenir des bieus de la r^publique, et que le roi de Pologne lui en don- 
nerait conform^ment ä sa condition." 



de Lesseina an Lioniie. Dat. Berlin 25. April 1662. 

{Verlftut dieien Hof, no er nur noch Cfaicanen, Hoobmotb und böiem Willen be- 
gegnet. Der KurfOiat gebt lar Meeaa nach Leipiig. Ankuolt eine« kaiHflicben 
Couriers.] 

'25. Apr. ■ ■ ■ J'^ eu tant d'embarras aujourdliui et des cbicanes bi ridi- 

culea k soutenir, que je o'ai pas eu le tempe d'icrire au Roi. . . . J'ai 
trouv^ une gloire si hors de propos dana l'esprit de M. de Brande- 
bourg ou dauB celui de ses conseillers et d'aitleura tant de mau- 
vaise volonte et si peu d'alfeetion pour Sa Mtycstä, que je me touve 
Obligo de prendre demain congä de M. l'älecteur *). ... M. l'ölecteur 
partant demain pour aller ä la foire de Leipeic, son royage devant 
Stre de quinze jours, il a fallu que j'aie presse, et c'est ee qui m'a 
doun^ lieu de connaitre la mauvaise voloutä de H. l'älecteur. 



■} Vgl- p-263. 

') LnbomiTBki. 

*) Der frabere POitt von Siebenbürgen Georg Rakoeij; vgl. Pufandorf 
Dt. 44. 

•) Tgl. oben p. 264. 

>} Vgl. Fafendoif IX. 36. . . abrnpU t 
tlone diwedebat 



:,LnOO<^IC 



de Lesieln» rerlftist Berlin. 277 

de Lesseins will Dnn nach Dresden, jedoch zuvor noch nach Leipzig 
gehen. 

Mau hat ihm eben mitgeüieilt, das» die Veranlasenng des Uochmathr; 
^dieser Leate'' („de ces gens-ci") die Ankunft eines kaiserlichen Coariers 
sei, «reicher diesen Morgen mit sehr höriichen Briefen hier eingetroffen. 



de Lesseins an Ludwig XIV. ') Dat. Hamburg 13. Mai 1662. 

[Abtchiedmdleni va 26- April. Der Kurfürst will tod einem Vergleich mit Pfals- 
Nenborg durchsua nichts wisaen. Die Cälner CoDfereDi ebeDfalls abgebrocbea. Hat 
den KurfDrali'D aacb \a Leiptig geaehen , wo derselbe mit dentJeDigen von Sachsen 
suasinroenlraf. Mkd wollte Ton ihm nur eine VerlKngeriuig deg de Lnmbres'iicheD 
Vertrag«.] 
Er hat seither auf schleunige Erledigung seiner NegotJation gedrungen 13- Hai. 
und dabei die Qewissbeit gewonneu, dass er nicht länger Eun Hofe des Enr- 
fiirsten verweilen konnte, ohne der Würde des Könige zu n^e zu thun. 
So snchte er denn seine Abuchiedsaudienz nach, welche am 26, April statt- 
fand. Dabei liess sich zuerst allcrdlngi« alles zur Ausgleichung an und der 
Kurfürst zeigte sich ebenso bereitwillig einen Vertrag abzuschliesseu tils 
seine Minister schwierig, hochmüthig, schwankend nnd krittlich (^difGciles, 
orgueilleu:!, incertains et pointilleux") gewesen waren. Er wollte zwar, dass 
auch Preus Ben in den Kheiubnuds vertrag mitaufgenommen würde: aber hie- 
für hätte sich immerhin eine Vermittelung finden lassen, wenn er nur irgend 
ein Mittel zur Ausgleichung mit Neuburg hätte hören oder vorschlagen 
wollen. Aber über diesen Punct ereiferte er sich im Oegentheil in so selt- 
samer Weise, dass alles, was de Lesseins vorbrachte, ganz vergeblich 
war'). Mais il vaut encore mieux qu'on dise que cette affiure ne Be 
fuBsit point, paree que Sa M^estö ne voulait rien faire qui dfit pr6- 
jndicier ä un de aes alli^B que e'il aviut paru quelle se fQt rompue ' 
par la mauvaise disposition qu'il y efit eu ea M. Välecteur d'entrer 
dana les int^rSts de Votre Majesl^. Je pris congä de lui, sam qu'il 
vouiät changer de seutiment. — Die Minister sagen ihm noch, dass die 
Ctilner Conferenz bereits in gleicher Weise abgebrochen worden sei. Er 
ist von Berlin nach Leipzig gegangen, wo er den Kurfürsten zweimal ge- 
sehen hat, „qui i'y est abouch^ avec l'^lectenr de Saxe et qui y est 
aSi 80U8 le pr^teste de la foire." Indessen hat er auch dort die Stirn- 
mang bei dem Knrfürsten wie bei dem Fürsten von Anhalt in Bezug auf 
Neubnrg unverändert gefunden. Der letztere hat ihm zugleich gesagt 

'} Nicht g«aK deobiOHrt 

'] Vgl. Pafendorf IX. 36. Cum itaque Leiaanm perBplcerat, electorem a te 
indnoi non poaae, nt rinculo ae indueret, in proprinm damnum cetturoj id nrgete 
inatitoit, nt elector Bheoano foederi nomen daret, tarn ot Neobargiciu päd Olivenai 
inelnderetnr , qui allaa interoeaanrua ait, ne elector in iilud foedni lecipiatar. Bci- 
lioet nt praetextam nancitoeretur traotationem abrninpaiidi, relqqe 
inf«otae'oalp«in in electorem conferendi eto. 



>vGoo»^lc 



278 ^- Beneble tod 1660 bii 1664. 

„qu'ils avaient tons crn que Je ne ra'eo iiais point gans faire an traiU 
pour la continuadon de celui qu'ayüt (sät M. de Lumbres, et c'eet 
eealemeut ee qu'ils avaient pr^teodu de moi '), comme je le reconnais- 
sais depuis fort long-tempB." — Seit fünf Tagen ist er non in Hambnrg. 



Schwerin an Lionne. Dat Berlin 25. Jan. 1663. 
1V63- Schwerin bedaaert, im Tei^angenen Jahr nicht deLesselns gesehen 

26.Jkii. zu haben'), den ihm Lionne empfohlen hatte. — Beglaubigt Blnmen- 
thal'}, Beinen Schwiegersohn. 

Dat. Pariß 24. März 1663*). 
24. MKri, Man conferirt hier nnsuEgesetzt mit Blnmenthat. Frankreich ist wohl, 
geneigt den Königsberger Tractat zn erneuern, aber es will auch, das« Nen- 
borg in den Tractat von Oliva eintreten dürfe. Da Blumenthal dagegen 
erwidert hat, seine Instructionen enthielten nichts über diesen Pnnct und 
die zum Auschlu.-K an den Vertrag von Oliva freigelassene Zeit sei ver- 
strichen , Ko hat man es hier für angemessen befunden, diese Angelegenheit 
bei Seite zu lassen, ohne sich darauf zu versteifen, damit den Kurfürsten 
nicht dieser Austoss etwa auf so gutem Wege aufhalte. — Da derselbe 
übrigens auch in den Rheinbund treten will, so fürchtet man wiederum, dass 
Neuburg dem widerstreben, ja für diesen Fall seinerseits wird ansscheiden 
wollen. Oleichwohl wird man hier sein mäglichstes thun am beide zu me- 
nagiren nnd nichts versäumen sich Brandenburg gefallig zn erweisen, damit 
dasselbe nicht Kehrtum mache. 



de Lesseins an Lionne [?]. Dat. Romann'*) 23. Mai 1663. 

[CeremoDiell, irelchei der Karrflnt wHhrsnd leiner ADwesenheit va bTRDdeabnrglaclien 
Hofe ihm gegonitber beobachtet hat. Er rBlb diToa ab, dem oeuen aeundten *d 
deD KurfBralen den Cbaracter eines Botscbaftere in ertheilen. Du Beiapiel Bran- 
denbargB dflrAe auch den Anichlusa KnrsacbBena an Fraakreiob oaeli aich tiehen. 
FTinkreiob geneigte Peraönl ich keilen am brandeuburgi sehen *Hofe. 
i. Pour satisfairc ä I'ordre que voue m'arez fait par M. de Pom- 

miers de vous fwrc savoir, si M. l'ölectear de Brandebourg me faisait 
couvrir aux audiencee que j'ai euee de lui, je voos dirai qn'aox detix 



') Pufendocf a. a. O. CdI elector demonalrabal, albi potitu videri foedas quoD- 
n in BoniBBia conclusam Tenovari etc. 

■) Vgl. oben de LeBiein»' Depeecben v. J. 1663 

') Vgl. aber dessen Benduog nach Frankreich Pufendorf IX. 66 ff. (vgl. &21 
i Obrigeoa Ober Christoph Caapai t. Blamentfaal Im allgemeinen Klap- 
tb u. CoBmarji.361. v. Kessel Tagebacb t. Bacb's U. p.80. 61. 2). 

*) Ohne nähere Beielcbnung. 

'' Ad der hhn in d, Unter-Danphln^. - 



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Blnueolhal wieder naob Frankreich. Ceremoniell am brandeabnrg. Bofe. 279 

prkmiireB et ä la derni^re qui fut celle de congi il ne rae üt point 
couvrir; mais qa'ttussi il ne se couvrit point et me traita d'ailleurs trSs- 
eivilenient, e'^taut ävanc4 chaque fois jusqu'ä la porte de sa chambre 
poor me recevoir et m'ayant menö diner avec lui apröB chacune de 
eee audiences-lä. Aux autres audienceB ou visites que je lui ai fütes 
il m'a fait courrir assez soavent. Lorsqu'en me promeuant avec lai 
dans son cabinet, il se trouvait avoir son chapeau, et qu'il ae cou- 
vrait, 11 me faisait couvrir en meme tempa; je Tai vu auBsi deux foia 
lorsqu'il ätait au lit incommodä de la goutte, et chaque fois U me fit 
donner un fauteuil, et me fit couvrir loTBqu'il mettait eon bonnet Ea 
qoantit^ d'autree oceasions marchaot avec lui dana sa maiBon ou ail- 
lears, il m'a fait couvrir. 11 eat preaque toi^ours cependant sanB cha- 
peau, et m§me quand il paBse dans ses antichambres, il le tient tou- 
jours k la main et va saluant fort civilement tous ceux qui s'y ren- 
contrent. En se mettant k table, il quitlait son chapeau, et je donnais 
le mien k Tun de ses pages; il me faisait asseoir k table avaot les 
princes qui se trouraieut dans sa cour, et je m'y saie vu avant le 
duc de Hanorre de la muson de BniOBwick, un landgrave de Hom- 
bourg, le prince d'Änhalt, un duc de Mecklembourg et Ic fils aln^ 
du doc de Conriande, neveu de l'älecteur; un gentilhomme de l'^lecteur 
me donnait k boire, et tous ces princeB n'^taient servis que par lenrs 
pages & eux. Avant que me mettre k table, troia gentÜB-hommes me 
prösentaieDt k laver, Tun tcmint un bassin, l'autre l'aiguiSre et l'autre 
la Serviette. Apräs le repas, je donnais la main k madame l'^lectrice 
poar la ramener k son appartement, et M. I'^lectenr le plus aonvent 
ta donnait k la princeBse d'Arnhalt, l'usage ätant qu'au lieu dea offi- 
ciers de cette princeBBe-l& personne qui tient plus de rang lui donne 
la main ordinaiiement; je la lui ai donnä encore de cette maniöre en 
UDC promenade dans le jardin de Berlin. Dans son oarrosBe M. I'ö- 
lecteur me faiaut toigours asBCoir aupräs de lui et m'y foisait monter 
avant M. le prince d'Änhalt, et quand il allait dana uue caläcbe oA 
il n'y avMt place que pour deux peraounes, il m'y faisait monter pr6- 
firablement k toutea les perBonnea de aa cour. J'ai jou^ souvent avec 
lui anx dös, et sa coutume k ce jeu-l& est d'§tre debout et dfecouvert; 
mais dto quil se couvrait ou qu'il sc faisait donner an siäge, il me 
faisait couvrir et me f^sait aaaeoir en m€rae tempa. 

Enfin, pour lea honneurs et la civilitö, j'en al re^u tout autant 
que j'en ponvais recevoir de ce prince , n'ayant que le caract^re d'en- 
vofä. J'aurüs Boubait^ qu'il efit ätä auasi portö k conclure les choses 
que le Roi pouvtüt d^rer de lui comme il itait to^jours diapoaä k 



:,L_nOO»^lc 



280 ^' Bsricbte Ton 1660 bU 1664. 

me bien traiter dane lea c^r^monies. MaiB ce qui n'^tait pas mfir en 
ce tempB-lä pourra l'^tre präsentemeDt, et je eouhaite qne le voyage 
de celui que je juge qae le Roi doit y envoyer aoit aus» heureuz 
que la disposition y semble bonne. Je crois cependant toub deroir dire 
que mon Bentiment n'est pas que le Roi donne le caractere d'ambas- 
sadeur iL celui que Ha MajeBtä enrerra dans cette cour-lä,- ä cause que 
r^ecteur ne Youdrait pas lul doimer la main, et qu'il pritend et user 
autrement que les autres älecteurs, depuis qu'il a la souverainetä de 
Prusse '). Je crois auBsi qa'il est n^cesBaire de toub faire Bavoir que 
Texemple de l'älecteur de Brandebourg pourra contribuer k donner 
quelque disposition k celui de Saxe de se*) joiodre dans lea mSmes 
intärets, s'il voit que l'älecteur de Brandeboürg s'attacbe sincöremeDt 
k ceus du Roi, le comte de Kinski*), qui est ud gentilbomme de 
la cour de Saxe, tn'ayant fait dire k Leipsic, apr^s la conföreoce que 
j'y eu8 avec les miniBtres de l'ölecteur de Saxe*), que l'ölecteur de Bran- 
debourg donnerait un grand bratile k celui, de Saxe, s'il prenait le 
parti de France, et qu'il n'y avait que cet exemple qui pftt d^tacber 
cet ^lecteur des intgrets de l'empereur. Celui que le Koi enrerra k 
Berlin trourera de raflection pour les int^rete du Roi aupris du eieur 
de PilUnitz, grand-ecuyer et colonel du r^ment de« gardes de 
r^lecfeur. II trouvera aussi les sieurB Goltz et Webseo') fort bien 
intentionnäs pour les avantages de Sa Majestä, le premier desquels est 
gouvemeur de Berlin et lautre est un geDtilhomme du pays de Gueldre, 
grand-4cuyer de madame l'älectrice et chambellan et capitaine des gar- 
des de M. l'ölecteur. üi madame la princesse-douainäre d'Orange est 
participante de la n^gociation qui se doit tiaire; on pourra aussi pren- 
dre confiauce au comte de Dohna*), qui est du conseil de l'ölecteur 
de Brandebourg: autrement, il s'en faudra datier, parce qu'il est enti^ 
rement ä eile. 



Blumenthal an Lionne. Dat. Paris 26. Jan. 1664'). 
1664. Blumenthal schickt die seine Negotiation betreffenden Entwürfe. £r 

2G.Jan. bittet Ivionoe zu ermöglichen, dg^a diei>e1be baldigst zum glücklichen Ziel 

') Vgl. UDten Abschnitt VI. 
■) k Mb. 
') quiDiki Mi. 
•1 Vgl. oben p. 277. 

') V^ Ma. Bei v. Orlich I. 550 ein ObrUt Webaeu bei dem Laioheobegftng- 
□iaa der KaifürBÜn Luise aufgefObrt. 

•) Graf Ftiedrich iq Dohna. Vg]. oben p 48. 70. 228. 
'■■ Vgl. Pufendorf IX. 66. 



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282 ^- Borichte von 1660 bii »664. 

qu'elle eet obligäe de fourair celle des articles que none stodb c« jonr 
d1iui si^^s, lesdits articlee demeurerueot nulg et eomme non arenus, 
et que dous nouB reDdiions de part et d'autre sinc^rement et de bonne 
foi tous et an chacim ') les actea et papierg que nous avons s\ga6a et 
nou8 BommeB remie Tun h l'autre, lesquels n'ont iti d&ivriB qu'avec 
cette conditioD expresse que S. A. ii. de Brandebourg approuvenüt et 
ratifierait daoB le tenne suBdit ladite reveraale ').... Fait ä Paris le . .') 
jour de ftvrier 1664. 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. Paris 8. Mäiz 1664*). 
(Abschrift.) 
J.MKrc. Der König bezeigt, bei Oetegenheit der Rückkehr Blumenthftl'B*), 
seine Wohlgeneigtheit und i^eine Zufriedeolieit mit dem Verhalten diesee 
Gesandten, anf welchen er ungleich in Betreff alles dessen, was sich wäh- 
rend der Negotiation deeaelben in Parts zugetragen, rerweist. Diese würe 
glücklich zum Zweck gekommeo, wenn Blameutbal hinsichtlich einiger 
Schwierigkeiten, die anfgetaucht, tou den Intentioneu des Kurfürsten nn- 
lerrichtet gewesen wire. Indess glaubt der König, dass diese bei Bln- 
menthal's Ankunft leicht überwunden werden werden. 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. Sp. 15. Mai 1664. 
3Ö. Mai. In lateinischer Sprache. Schickt Blamenthal znrück, um die schwe- 
benden Verhandlungen znm Abschlags zu führen*). 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. Sp. 15. Mai 1664. 
25. Hd. Desgleichen. In französischer Sprache. 



Der Kurfürst an Lionne. Dat. Cöln a. d. Sp. 15. Mai 1664. 
3b. Hai. Desgleichen. In lateinischer Sprache. 



') UDS chioane Ha. 

') Uod KWar nnbeaohadet deijeDigen Rechte, welche die Berollmlchtigbin ibren 
Herren Torbehalten baben, im Fall gegenwärtiger Traotat noTollaogen bleibt. 

') Die Zahl offen gelasaen. 

*) Vgl. Pnfendorf IX. &6. 

') iCoaeeilleT en Totre conaeil d'ritat et piiT^, *otte obambellan, cfaeTaller de 
l'ordre de St.'Jean, commandeur de Snpplingenbourg et Totra iifnti extrawdlDaire.* 

•) Vgl. Pufendorf IX. 59. 



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Neaer AlItanoeTertrag mit Frankreich. Nocbmalige Sendung Blamentbal's. 283 

Ooraotje Lndwig's XIT. Rir den Separatartikel des Friedens too S6.M«i. 
OÜYA. Dat. Fontaineblean 25. Mai 1664. — In rransösischer Sprache, qd- 
terzeScboet von Lndwig XIV. und Lionne'). 



Der Kurfürst &a Ludwig XIV. ") Dat. Berlin 6. Juni 1664. 

[Beieigt seine 'Befriodigong Bber defi ibgeachloneDen Vertrag, bat Blumentbal an- 
gewiesen, noch einige andere Pancte, welche «ein InlecMae angeben, anturegen.] 

Monseigneur mon trSs-honor^ cousin, Talliance quil a pla k Votre 16- Jani. 
Majeete de füre avec moi *) ayant m sigaie et ratifite, j'u bien voulu 
timoigner k Votre M ajestd la satisfaction qui m'ea reste et raseorer en 
mCme t«mp8, que j'aurai beaucoup de soin de faire parattre ma coh- 
duite conforme h tout ce qui y a ät^ stipul^ de mn part Et conune je 
ine fonde k cette beure d'autant plus Bur la bienTeillaoce dont Votre Ha- 
jesti m'a toi^ourH honor^, je me promets avec justice I'effet de tant de 
promesses que Votre Miyeatä m'a fait faire par aes ministrea qu'elle a 
euvoy^g rers moi. J'ai cbargä donc le baron de Blumenthal de faire 
dea inatances auprös de Votre Majestd et lui proposer eacore quelques 
autres pointa qui touchent mon inWret'), suppliant Votre Mf^eat^ de 
me r^ouir d'une favorable r^ponae et de a'asaurer que je recevrü cette 
royale faveur arec la reconnfdsaance que Votre Majest^ pourra d^sirer, 
qui je aerai to^jour8 et T^ritablement — Monaeigneur mon ti4a-hoDorä 
couain — de Votre Majest^ — le trds-humble et tröe-ob^iasant aervi- 
teur — Frideric-Guillaume Electeur de Brandebourg. — De Berlin 
ce 6 du jnin 1664. 

Brandenburgische Denkschrift an Ludwig XIV.*) [o. D.]') 
(Abschrift.) 

[Weitere Bitten de* Knrfllriten an den Kbnig nach dem Abacblasi dee Vertrage*.) 

Sire, les lumiäres que Votre Majesti a'eet acquise par l'application 
oontinuelle aox choaes qui la regardent lui out pu faire counaltre l'ar- 
deut d^ir que monaeigneur l'älecteur a toujoara eu de a'unir avec eile 



') Lateinjaohe Uabenetinng bei PnTendorf IX. 61. 

') ElgenhKndig. 

') Vgl. Pnfendorr l:£.59-60, ancbMignet N^gociations relatirea h la ' 
■ncceaaion d'Eepagne eona Louia XIV. 11.20. — Der Vertrag dalirla von 
6.Uin 1664. 

>) Durch Blumenthat aberreicht. 

*; 8. nnten den Brief Lndwig'a XIV. an den KariBratm von Anfang Septam- 



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284 ^ Bericht« Toc 1660 bis 16R4. 

d'une ^troite amitiä: t^moin l'eiiToi vers Votre M^estä de fion däpat^ 
extraordinaire, le sieur baron de Blumentbal, par deux voyoge« 
cons^catifs '). Et comme S. A. 61. est heureuBement venue k bout de 
see soubaitB par le trait£ qui vient d'6tre conclu, et se fondant avec 
cela sur les asBurancee de la bieuveillance royale de Votre Hajeet^ 
eile e'en ose promettre qu'elle lui accorjera saus aucune difficultö les 
pointB BuivantB, savoir 

1) UD prompt psyemeut des cent mille ^us qui lui ont iti promiB 
ä diverses fois par les ministres de Votre Majest^, et nomm^meDt par 
les aieurs de Lumbres et Terlon; 

2) MoDseigueuT l'^lecteur souffrant beaucoup de tort de MM. les 
Etats des Provinces-UDies au si^et d'une prätention dont le neur baron 
de Blumentbal a infonnä MM. les ministres, il plaise k V. M., comme 
ami et aliiä commun, d'ordonner k M. le comte d'Estrades*) de leur 
ftüre agrier la liquidation que S. A. *1. leur a Offerte et que toutes 
les provinces ä la r^serre de celle de Hollande') ont dijk accept^e; 

3) de däf6rer aux instances que i5. A. 61. a fait faire k Votre Majestä 
par 8on d6put6 extraordinaire au suJet de la reBtitutioo absolne d'O- 
rauge, tant pour les m^rites de eette illustre maison que pour les espö- 
rances que le priuce d'aujourd'hui donne de rendre un jour k Votre 
Majestä les memes services que ses pr^d^ceeseurs RoiB ont re^us des 
däfiints princes d'Orange ses devanciers. 

4) Votre Majesti ayant agrö* d'€tre arbitre des diffifirends d'entre 
monseigneur le duc de SSavoie et les habitants de la reltgion röformöe 
des ralläes de Pigment '), il lui plaise de faire remettre k cee pauvres 
gens le payement des 1 13,000 livres que Son Altesee S^r^nissime leur 
demande. — Au Koi. 



Vollmacht fttr Gravel, dem Vertrage zwischen Kurbranden- 

btirg und Pfalz -Neuburg zu assistiren. Dat. Fontainebleau 

4. Juli 1664. 

(Concept) 

4. Jnli. Der König hegt den lebhaften Wunsch, eiue f ollkommene Einigoug der 

Gesinnung nnd der IntereKeen zwischen Brandenburg and Nenbnrg herbei- 



') S. obeo. 

1 Dantla fru>(&*. Qea. in Hug. 

') Vgl Pafeadorf X. 1. — Die ». g. HorfyHr'wshe Bohold. 

*) Vgl Baanagfl AonaleB de« Frovineea-Uniec I. 731. t. Orltoh II. 5U. 



:,LtOO»^IC 



Weitara Vatdtmogea d. Knrf. au Frankreich. AoaglticliDBg mii PMa-Neabnrf. 3d& 

^flibrt EU sehea'). Zu diesnu BehoT bat Se. Maj. Herrn Gravel. Mit- 
gliede ihres Stsat.'iratbs und ihrem Deputirteu uad BevoU)nftchti)cten bei dem 
Reichstage zo Regeusbni^, Enoächtignog nad besonderu Auftrag gegeben, 
dea CoofereDEeir beizuwobDea, welche dort') zwi.^cben den rommi^sarien 
jener beiden Fürsten «regen endgültiger Schlichtung ihrer DifTerenten und 
Ansprüche in Aussicht steben '). Er vird dabei, im Namen Sr. Mt^., als 
Tennittler auftreten, um einen Ausgleich der Parteien auf billige Bedin- 
gQQgen hin zu bewirken und sogar den KCnig zur Garantie dieses VerUragH 
engagiren sowie denselben oder doch gewisse Artikel desselben zeichnen. 
S«. Maj. wird ihre Ratification dann in der Weise und binnen deijenigcu 
Frist geben, über welche man übereinkommen wird. 



Bourdois*) an Lionne.[?] Dat. ßerliti 9. Juli 1664. 
Bittschrift. — Bourdois war, wegen einer Denkschrill über die pol- 9. Juli, 
tuschen Angelegenheiten, in der Bastille gewesen. — ... ApräB le traitä 
de paix d'Olive, la reine m'envoya en Sudde, aveo le comte de Sohlip- 
penbacb, qui fit naufrage et duquel je me [suis] sauvö. -— PoBt- 
Scriptum. Si Votre Excellence däsire m'houorer de bcs commande- 
ments, elte pourra adreeser ses lettres ä M. le baron de Verpref?], 
genttlbomniie präs S. A. 61. de Brandebonrg, k Berlin. 



Ludwig XIV. a.d. KurfUrsten. Dat. Fontainebleau 25. Juli 1664. 
(Abachrift.) 

[Zeigt ihm an, diM er dem KuTfOrBten tod Maini, auf desiea QeiQcli, ein Truppen* 
Corps IUI UnterwerfuDg Brrurt« ichickt.] 

MoQ fröre, l'älecteur de Mayence m'ayant requia, eu vertu du traitö 'if>- Juti. 
de notre alliance, de l'assister d'un corps de cavaierie et d'infanteric, pour 
lui donner moyen de räduire ses Bujeta de la ville d'Crfort qui out 
it6 tnis au bau de l'empire lequel leur a d^ji iti aignifiä par un des 
b^rauts d'anoes de Tempereur, j'ai volontiere embrassä oette uccasion 



') Ueber da« ZaBtandekoinnieD denelbeu *g1. Pufeodorf IX. 71 ff. 

') Id Regeoiburg. 

') VoD ■olohen Conferenaen aagl FufeDdorf oichta. Wohl aber heiiit e» dort 
%. J. 1663 (TX. 71) .Quanquam et ejus (Neobnrgiei) legatni Joannea Ernestn« 
Banteuateinina Satieponae apad electorale* de ea eompoiitlone moveret, ao prln- 
eipi BDO propoeitnm Oalli ao HonatterieDiia praetnlif offloituu adfalbere, quod Caesar 
Istnd aegre in «e «nsceplnnu «it.* Doch lehnt der Knrfllrst dies ab, qnia Jadica- 
bat, adhibitis proseneti* negoiio non panun diffleullaUa aooMsnnim etc. <Tgl v. Or- 
lieh n. 108.) 

*> Vgl. PafeDdoTf IX 82. — Er nennt ihn Bordegalenais und Obersaut 
die* am Bande mit Bonrdeanx. 



:,LtOO»^Ic 



2gg V. Berichte von 1660 bi« 1664. 

de t^moigner k un prince mon allii, combien les tct^rSts de mes con- 
födärea me Bout toajours k coeur, et avec quelle foi et ponctualiti 
j'obflerve toujours toutes les conditionB auxquelleB je me trouve en- 
gagä par mes traitös. J'ai donc commandä un eorpa de troupes que 
j'envoie audit älecteur de MayeDce ') pour le servir et agir sous ses 
ordres ä la r^duction de ladite ville döclar^e rebelle et mise au bau 
de l'empire, et j'ai voulu eu m£me temps vous donner avie de m» rö> 
Solution comme k mon bon ami et alliö et m£me pour la part que 
V0U8 devez avoir, comme ^lecteur et prince de l'empire si conaidörable, 
de tout ee qui ae passe dans l'gtendue dudit empire, afin que vous 
soyez infonnä de mon intention, et que, bleu loin que cette marche 
de troupes doive donner k personne aucan ombrage ou jalouaie, je 
n'y ai autre but que de prot^er une cause si juste et de satisfaire auz 
obligations de mea traitäs, h quoi je ne doute nuUement que vous [ne] 
donniez votre approbation et vos louaoges, considärant d'ailleurs que 
je fer^B bien volontiers pour vous la mSme cbose, si jamais vous en 
aviez le mSme besoin etc. 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. l.{?)')Sept. 1664. 
(Concept) 
t.(?)B«pt. Schreiben, 13lumeDthal, bei des.aen Heimkehr'), mi^egebeu. DaB 
Betragen dieses GesaadteD sowohl als der glückliche Erfolg seiner Ter- 
handlnng haben Sr. Maj. zu grosser Befriedigung gereicht. II m'a remis 
en partant une nonvelle lettre de rous, avec un memoire*) toucbant 
quelques-uns de tos int^rSts, sur quoi lui ayant aussitöt fait savoir 
mes sentiments et mea intentions, je crois me pouvoir entiärement re- 
mettre au compte que ledit baron lui-mSme voua en rendra. . . . 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. Paria 22. Nov. 1664. 
(Concept) 

[Die StTaitigkeiten im ineckImbiiTgiacben Hanae balreffcnd.] 

2. Nor. Hehrere Oründe lassen es dem Könige sehr wünschenswerth erschei- 

sen, ein gntes EioTerständaise zwischen den sämmtlichen Mitgliedern des 

mecklenbai^scheD PürstenhaaBes hergestellt zn sehen. Za diesem Zwecke 

entsendet er Herrn du Fresne, Mitglied seines Staatsraths. Und da er 



■) Vgl. ■. B. Bontfot Hut. da LootoU I. p. 69f. 

*} Die Zab) Dodsnaiab. 

■) Vgl. Fnfetidorf IX. 64- 

•) S. ob«n p. 2B8-284. 



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FruH. Trnppencorp* gegeo Erfurt. Btreitigkeiteo im loecklenbuTg. Hanse. 28T 

erfahren hat, Anea der Kaiser den Knrfürsten von Brandenburg zum Com- 
missar für die Wiedereinsetzung der Herzogin Christine') in ihre Oüter 
gemacht hat, so hat er den Herrn du Fresne auch beauftragt Se. Kurf. 
Dnrchl. anfzusnchen, und zwar n. a. um dieselbe darauf hin£nwei.''en, [qu'Jil 
ue sera paa besoin d'ea venir ä aucune voie de fait pour cette ex^ 
cution, mon cnusin, le due Christian de Mecklembourg;, y donnant 
volontiers les mainB et m'ayant engai:^ sa parole de rendr« h ladite 
princesee tout ce qui lui appartieot; tnais je soubaiterais comme un 
effet trös-agTÖable de l'amitiä que voob m'avez promise en renouvelant 
le traitö de uotre ancienne alHance, que vous voulussiez bien voua prä- 
valoir d'une occasion ai favorable pour moyenaer par votre adresse et 
par votre cr^it un accommodement entre les parties de leur autre 
plus grand diffiferend." — Ea würde dies dem Kurfürsten ohne Zweifel 
gelingen, und genannter du Fresne, welchem er vollen Ol aaben schenken 
darf, wird ihm die Oedanlien des Königs über diesen Gegenstand ausführ- 
licher auseinandersetzen. 



Der Kurflfrt au Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. Sp. 6. Dec. 1664. 

lEntMcdst den Hbttd Uattbiu, nm den Salibandel mil Prankreiofa tn erleichtem and 
darcb einen Vertrag an nrdDcn.) 

Honseigneur mon tris-honorä cousin, llionneur que Votre Majeatä lö. Uec. 
lu'a fait de m'accorder aon amitii et allJance me fait aonger inceasam- 
ment aux uioyena de raffermir tous les jours par de nouveaux enga- 
gements, et particuliärement par quelque Etablissement de commerce 
eutre les provinces que je posa^de en Allemagne et le royaume de 
Votre Majeatä, lequel se trouvaut pourvu par la uature de plusieurs 
avantages et, entre autres, de celui de fort excellent sei en teile quan- 
titi qu'il en peut foumir aux paya roisins qui en ont besoin, j'envoie 
moD secr^taire d'ätat, le aieur Matthias'}, en France pour faciliter lea 
moyens de ce trafic et pour en ^riger rnSme un tr^lE avec ceux qui 



') Heraog Cbriatian ron Meoklenbnrg-Bobwerin ÜMa eicb tod Hin«r 
OemahliQ Cbriitins Margaralha, Toobter de« Benoge Johann Albreebt von 
Uecktenburg-Oüi tro«, scbeiden, iriewobi dieH«rtogin dagogen ein kaiserlicbea 
CommiisioDsraacript an Kurbrandeaburg nnd die Henöge Ton Brannich weig - Lflne- 
barg ausbAchte (1661). Dar Henog ging darauf tnr katbolitebcn Religion Qbv 
(1668), vanntblle eich mit lioBr Hontmoranc7 und hielt alcb aaltdom muat in 
FnnkrMoh auf. 

') Uiobael Hatthia», 1654 «un Po*tdireotor eraatint (vgl. Btsnael U. 229> 
V. OrÜeb U. 416). — Erman a. Beclam (U. 170) ipenden ibm groitea Lob, na- 
mentlich wegen leiner Vardienite nm den Ban dea UBUroier CiaaU. Noch einmal 
kommen tie auf ihn anrilck T. IT, p. 879. 



>vGoo»^lc 



288 ^- Berichte *on I6li0 bit 1664. 

y pourront Stre inter^eBsto, et je supptte Votre Majestä de favoriser 
ce deBsaiu pur les ordres qui. lui seraient D^ceesaires pour cela aux 
fenniers et autree ofGciers de Votre Majeatä, et m€me par la ratifica- 
tion du trait^, eu cas qu'il vlot k y räussir. Gomme en tout ceci je 
ne me suis propos^ autre but que celui d'6tendre encore plus loin 
la correspondance avee Votre M^yest^, et que je n'y cherche qa'uD 
avaatage commun et riciproque, roire que j'y pr^före les int^rgts de 
la France aux avaatages et commoditäs qui m'eu out &t6 offerts de 
plusieurs endroits et dont U ne tient qu'ä moi que je ne pusee jouir 
de tris-grands, je me promets que Votre M^est£ ne trouvera point de 
difScult^ k y coodescendi-e , et qu'elle agr^ra m€me la s'mc^rit^ de 
mou Intention et la passion que j'ai de me qualifier de plus en plus 
eomme, — [gez.] Monseigneur mon tr^s-bonorä oouain, — de Votre 
Majesti — le tröa-humble et oböissant serviteur — Frideric-Guil- 
laume Electeur de Brandebourg. — De^Cologne-eur-la-Spr6e — ee 
&I»« de döcembre l'an 1664. 



Der Kurfürst an Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. Sp. 7. Dec. 1664. 

[Db d'BBtradea' BemOhaDgen wegen Erledigung der Horffter'scben Schuld noch nicht 
EUm Ziele geffibrt h*ben , empfiehlt der Kurfflnt dem Könige diese Angelegenheit 

Ton neuem.] 

17. Deo. Monseigneur mon trts-honorö couein, j'ai diffgrä juBqu'ici de re- 
mercier Votre Majest^ de Vordre qu'elle a eu la bont^ d'adresser ä 
soD ambasBadeur & laHaye') en faveur d'un cert^n diSgrend que j'y 
^i k dömeler avec les Etats-Gön^raux des Provinoes-Unies '} pour rai- 
son d'une pr^teudue ancienne dette de cent mille risdales, sur l'espä- 
rance que j'ai eue que l'appui de Votre Majestä produisant l'effet que 
je m'en devais raisonnablement promettre, je rencontrerais tout en- 
aemble le moyen de lui en timoigner ma reconaiesance toute en- 
ti£re. Mais comme la cbose n'a pas voulu räuBsir de la sorte par 
l'opposition de la prorince de Hollande, et qu'au rebours de la bonne 
iutentiOD de Votre Majestä et des ofßces que sondit ambassadeur y a 
rendus ensuite, je me vois diffärä par de nouveaux d^lais saus en oser 
espärer une issue raisouuable et conforme au däsir de Votre Majest^, 
je prends la tibert^ de lui recommander de nouveau cette affaire, per- 
Boadä que je BUiB qu'elle sera dispoB^e de m'y continuer son assistance, 
et qu'elle m€me se voudra pr^raloir de la conjoncture pr^ote de 



^ Vgl. obu ^ 28«. 

DiqitizeabvG00»^IC 



Weiter« B«*iehoD^«a sich dw erneaten Alliuice. 289 

l'enToi qae MM. les Etats eont prgU ä tui faire'), pour t^moiguer k 
c«s däpat^s la part que Votre Majesti a la boatä de prenäre dans mes 
intörSts et particnli^rement en celui-ei. 

Je me promets que ce qu'il') plaira k Vetre Majestä de leur eu 
dire me vandra tous les oiBces que je puisBe attendre de quelque part 
que ce seit, et que ne me voyant plus en Hai de lui demander bou 
Bssistance en cette rencontre, je me tronve disormais aux tennes de 
m'appliquer aux remerctmente que je lui ea dois faire et de lui t4- 
moiguer, avec cembien de respect et de paseion je suis — [gez.] Mon- 
aeigneur mon trös-honort Cousin etc. — Frideric-Guillaume Electeur 
de Brandebourg. — De Cologne-sur-la-Spräe ce lam d^cembre de Tau 
1664. 

Blumenthal an Lionne [?]. Dat Berlin 7. Dec. 1664. 

[Fragt ■)>, ob C&Id, PfalE-Nenbutg und UBoBter wirklicb bei dem droliendeD Kriegs 

■wiachen England und Bolluid ihre Interessen sur Spraobe bringen wollen, und wie 

sieb der KSnig von Frankreich biena stellt-! 

Die Beweise von Oeoeigtheit für die InteresBPn des Knrfiirsten, welche 17. Dec. 
Se. Escellenz an deo Tag gelegt Iiat, habeo sich Blumenthars Anden- 
ken so eingeprügt, dass er eich an Diemanden mit metir Vertrauen in Toi- 
getider Sache wenden zn dürfen glanbt. Es Unft nSmIich seit einiger 
Zeit das Gerücht, und der Kurfürst ist von mehreren Seiten unterrichtet 
worden, dass Cdlu, Neubnrg nnd Münster von dem Kriege Nutzen zn ziehen 
gedenken, der sich offenbar zwischen England nnd den Vereinigten Nie- 
derländischen Provinzen zu entzünden im Begriffe ist; dass sie deshalb 
die Absiebt haben, ihre Intereseen dabei zur Sprache zn bringen (^ont des- 
sein d'j faire entrer sea int^rfits"), und zwar besonders jenes, dass sie seit 
80 langer Zeit einige ihrer Plätze in den Händen der Staaten sehen: auf 
dass der Krieg nicht beendigt vi-erden dürfte, ohne dass diese Plätze ihnen 
zugleich wiedergegeben würden. Und da der Kurfürst glaubt, dass die ge- 
nannten Fürsten sich hiezu nicht verbinden werden, ohne das vorher dem 
KOnige angezeigt, ja sogar sich seiner Unterstützung versichert zu haben, 
wünschte er sehr zn wissen, was an der Sache ist und in welcher Art Se. 
M^. sich bewogen findet jene Ansprüche zu begünstigen. Er darf sich dabei 
wohl versprechen, dass dieselbe geruhen wird auf ihn hier mindestens eben- 
soviel Rücksicht zn nehmen, da er der am meisten interessirte dabei ist. 

Hierüber möchte man also einige AufklStrmg durch Se. Excellenz er- 
halten, nm danach seine Maassnahmen treffen zn können. 



') van Beuningen war eben damali nacb Franknich geaandt worden (vgl. 
■ nage I. 719). 

■) q«i Um. 
law. m 6«sch. d. Sr. KsrnirMM. U. 19 



>vGoo»^lc 



290 ^- »«richte TOD 1660 bla 1664. 

Monita des Kurfilrsten seinen Beitritt zum Kheinbunde 

betreffend ')- [o. D.] 

(Abschrift.) 

Monita') Domini Electoris Reaponaum Conailii Foederis 



Brandenburgensia Recesauiii 

Rhenani Foederis concer- 

nentia. 

1) In iniüo prooemii 

ea quae tum hie tum in primo 
articulo dicuntur de damnis prae- 
teritis rectiuB ad teinpus futurum 
dirigi posse, et quidem ita: quod 
boc foedus ad probibendas omnea 
violentias, bospitationes, transitus, 
bellicas exactiones, impoaitioues 
tributonim aliaque damna et acer- 
bitates quae ex bello oriri solent 
et in futurum accidere possent 
factum sit. 

2) Ad verba 

ubi dicitur, quod Regia Majeatas 
Sueeiae, finito bello Polouico, tau- 
quam Dux Pomeraniae huic foe- 
deri aecedere possit , notauduui 
esse: quod, cum hie casus iani 
adimpletus sit, paragraphus huius 
introitue qui iucipit „Rescirato 
quod si" in recessu manere non 
possit, tum quod per se iuutilis 
est, tum etiam quod vergit in prae- 
iudicium Herenitatis Suae Electo- 
ralis et aequalitati Foederatorum 
aperte contrarius esse videtur. 

3) In fine prooemii 

uhi tit mentio de obligatione he- 



ad haec monita. 



In articuÜB huius receasus non 
tantum de praesenti, sed etiam de 
futuro facta est mentio. Ceterum 
Doinini Confoederati graviasimis 
de causis praeambulum ipsis verbis 
quibus coutinetur concipiendum 
esse, unanimi coDsenau statuerunt 



Visum est legatis Foederato- 
rum postulatum Domini Electori» 
Brande nburgici ad hunc locum ae- 
quum et bene fundatum esse. Sed 
cum originale tractatus foederis, 
de quo copiae authenticae asscr- 
vantur in omnium Foederatorum 
Principum arcMvis, immutari oon 
possit, idcirco in receasu qui de 
accessione Serenitatis Suae Elect»- 
ralis ad hoc foedus concipietur 
postulati huius ratio liabenda erit*). 



Eadem quaestio die dednui 
Novembria AudI 165? Fraucofurti 



') Vgl Pufendorf IX. 6f>. 

') DietB MoniU auob in tTBUiOsiacber Sprache 

') Pafendorf •. ■. O. 



>vGoo»^lc 



BraDdenbargisohe Honiu den Rheinbond betreffend. 



291 



redmn et posteronim,aeqaum esse, 
nt Electores et Prindpes Eccle- 
Biastici eodem vinculo capitata sna 
aatringant, ne, sede vacante, coq- 
tra hoc foedua quid läciatit idque 
HOB taDtum non infitieDtiir, aed 
etiam QOTnm electum obligent, ut 
in eo permaneat et pacta serret 

4) In art. primo baec verba 
„Qnamprimum ipai significatum 
luerit,** cum obscuriora sint, mu- 
tanda esse, et quidem ita ponen- 
dum: quod illi qui in eodem cir- 
culo sunt intra tres septimanaB, 
remotioiea vero ad minimum intra 
sex auxilia soa mittere debeant, 
et quod computatio temporis fa- 
cienda sit ab eo die quo ipsis tioc 
significatum fuerit. 

5) In artic. secuTido, in fine, 
ioco verborum „cum omnium con- 
sensu" ponendum esse: „ad ap- 
probationem illius qui auxilium 
iraploravit" 

6) Paulo infra 

haec verba „in communi consilio 
bellico eius instructio" ita immu- 
tanda esse: „iuxta instructionem 
in communi Confoederatomm eon- 
dlio faciendam et approbandam.^ 

7) Id articulo quarto, 

in fine, ubi dicitur quod illi qui 
praeter hoc foedua adbuc aliud 
inter se habent huiue tantum foe- 
deris qaantum aibi inricem prae* 
Btare teneotur*), Serenitatia Snae 
Eleetoralis mens est, ut qoaa- 



agitata fuit, aed Electores et Pria- 
cipes Ecciesiastici diversaa ratio- 
nee adduxerunt, propter quaa huic 
sententiae aubscribere dod pos- 
aent, inter ceteras autem hanc quo- 
qne, quod in omnibua actihus et 
recesaibuB hncusqoe aliter obaer- 
vatum fuerit 

Visum est, nihil hie inunotau- 
dum esse, nam, praeterquam quod 
difßcUe eat, ot, qui inter ae re- 
motiorea sunt, sex hebdomadanun 
apatio aibi invicem auxilia mittant, 
tum creditur, unumquemque bac 
in re bona fide actnnim et copiaa 
suaa, ai üs opua fuerit, quampri- 
mum fieri potest, misaurum. 



Intentio Confoederatomm con- 
venit cum ipsorum ') monito. 



lam aatisfactum est huic po- 
atulato; idem cnim obaerratum üiit 
in instructionibus [in?] novisaima 
hac expeditione officialibua a Foe- 
deratonun conailüs extraditis. 

placuit, nt ex capite huiua foe- 
deris Bubminiatretur auxUium eius- 
que conditionibuB etiam ratione 
quanti satisfiat. Quodsi qui com- 
munia buiua foederis couBortes 
particularia inter se foedera ha- 
bereut aut in postemm inire Tel- 



') D. h. wob] d«i BeTollmllchtigleii dea KorfBraten •. anten p. 293. 
*] Im FrutQiiiolieD i u» qoilte d'enrof »r le leooan d6 pM l'iu 



:,LtOO»^Ic 



292 ^- Berichte von 

tum ex hoc generali et ex illo 
particulari debitum praestetur. 



8) In artic. sexto 

ubi habetur, quid quisque ad hoc 
foedus conferre debeat, aequum 
eeae, ut Regia Majestas Sueciae, 
tanquam Dux Poineraniae, quanto 
suo ratione huius prorinciae nu- 
per iD tutelam Foederis receptae 
aliquid adiiciat. 

9) Seniasimum quidem Electo- 
rem Brandenburgicura ratione om- 
niuin et singulanini suarum ditio- 
nuni quiugentos equites in quatuor 
centurias distributoa et mille pe- 
ditee in quinque centuriiB promit- 
tere '). 

10) Et paulo infra, 

ubi dicitur, ut quisque quantuni 
Buum quum pritnum de eo inter- 
pellatua fuerit mittat, rectius fieri, 
si certum tempus mittendi auxt- 
lium, et quidem id quod gupra 
expreseum fuit, determtnetur. 

11) In articulo decimo, 

in principio, ubi dicitur „Ne Cou- 
foederati ullam praeeminenti&m aibi 
arrogent,'' id hoc modo restrin- 
gendum esse: scilicet in rebus hoc 
foedus concernentibus. 



12) Paulo post 
haec verba „Ne Coofoederati tam 



') Pufaodorf «. a. O. 
*) VgL die TOtig« Seite. 



lent, licebit illis meliori quo po- 
terit modo in tractatu sibi pro- 
Bpicere , dummodo nullum inde 
praeiudicium generali huic foederi 
accedat. 

Cum deputato Bremens! a rege 
suo iniunctuui sit, ut moderatio- 
nem quanti aui urgeat, inutile 
fore videtur ab eo petere, ut ei 
aliquid addat. 



Quod attinet quautum Domini 
Electoris Brandenburgici , Foede- 
rati id acceptant, tametsi ampli»- 
simas et ditissimas didones pos- 
flidet. 



Ut supra ad monitum quar- 
tum'). 



Praeeminentia de qua agitur 
in boo recessu aliter intelligi non 
potest quam ^n casum belli cui tD- 
tervenient copiae Confoederato- 
mm. Quo in casu penes illum 
Principem cuius in ditionibas bel- 
lum erit suprema potestas et tus 
imperandi in omnea copiae coD' 
foederatas esse debet. 

Circa hoc monitum nuUa oo* 
currit difßcnltas: quam enim hoc 



>vGoo»^lc 



Brandeabargiacbe Monita den Rheinbund betreffend. 



foeduB esse deBinet, desineot etiam 
esse Confoederati. 



Ut supra ad monitum quin- 
tum'). 



Quando Domini Brandenbur- 
gici Cultnbacensis et Onolsbacen- 
Bis se Offerent, audientur et spe- 
ratur, aullam fore difGcultatem. 



nunc quam in futorum ullam prae- 
eminentiain praelendant" ita mo- 
deranda esse: seilicet durante hoc 
foedere. 

13) In artic. decimo sexto 
loco verboram „communi eousilio" 
ponendum: ad voluntatem illius 
cui auxilia Bubmimstraotur. 

14)*) Ultimo loco 
SereDiSBimum Electorem Branden- 
burg:icuiD BuiB legatis clementis- 
sime iniaDxiBse, hoc agant, ut Cel- 
sissimi Principes Brandenburgici 
Culmbacensis et OnolBbacensis, qui 
etiam ad hoc foeduB admitti pe- 
taot et quorum legati prinio quo- 
que tempore Consilium Confoe- 
deratoram hac de causa interpel- 
tabunt, una cum altisBime memo- 
rata Sua Serenitate Electorali re- 
dpiantur'). 

Legati Brandenburgici *) , cum haec monita exhibuiBsent, dixerunt; 
si quid praeterea a Serenitate Sua Electorali hac de causa sibi prae- 
ceptum fuerit, id proponendi liberam facultatem sibi reeervare, quam 
tarnen reBervationem se oreteous exprimere quam bis moniÜB subiun- 
gere maluiBse. 



') Vgl oben p.291. 
') Fahlt im PniDEtlaiBt^en. 
') Pafendorrm. &.O. 
*) Diese BevollniftcbtigteD w 
betreffenden Terbuidlnngen wurd 



V. Mabrenbolti u. QottFric 
I Regensburg gepflogen. 



„Gooi^lc 



„Gooi^lc 



VI. 

Berichte von 1665 bis 1666. 

(du Moulin und Colbert-Croissi.) 



DigitizeabyGoOt^lc 



„Gooi^lc 



Einleitung. 



Als im Jahr 1665 der Krieg zwiechen England and deo Oeneralstaaten 
aoEgebrochen war und der kriegerlBche Biechof von Münster, Bernhard 
von Qaleu, als Verbündeter England:« in die holl&ndlEcbeii Provinzen ein- 
fiel, war ee für Holland und seine Verbündeten, za denen dareh Vertrag 
von 1662 in erster Reihe Ludwig XIV. gehörte, höchst wichtig, den Kur- 
fürsten anf ihre Seite zu ziehen. Niemand schien so geeignet als er den 
Bischof im Zaum zu halten, nnd weun er sich für die Qeneral Staaten er- 
klärte, verhinderte er damit unfehlbar auch Kaiser und Reich, gegen die- 
selben Partei zn ergreifen'). — 

In dieser Angelegenheit entsandte also Ludwig XIV. gegen Ende 
des Jahres 1666, nachdem er den Staaten bereits ein Hülfscorps unter dem 
Uarqnis von Pradel gegen den Bischof geschickt hatte, einen Herrn 
da UouUd an den Kurfürsten, wacher damals nach Cleve gekommen war. 
du Monlin's Instmction vom 20, Not. erläutert nnd motivirt ansführlich die 
Haltnug des Königs während dieser Ootgunctur nnd schliefst mit dem An- 
erbieten einer engen Alliance, sie zeigt den hohen Werth, welchen der König 
damals anf ein Zusammengehen mit dem Kurfürsten legte. 

Namentlich wünschte man den Abschlnss zwischen Brandenburg nnd 
den Oeneralstaaten zu beschleunigen, der auf manche Schwierigkeiten stiens ') 
nnd legte die hierauf bezüglichen Denkschriften, welche am brandenbnrgi- 
sehen Hofe dn Moniin übergeben wnrden, in die Hände d'Estrades', 
des firanzösischen Botschafters im Haag, welcher dort diese letzten Diffe- 
renzen ebenen sollte. Zu Anfang des December reiste da Moniin von 



') Batnage Annmles dot ProTincea-Unies 1. 759. II a'y Krtit poInt d« 
piine« pIn« propre quo l'deetear k mortifiei r^TBqno, et iod •eoonn ilsil d'aatant plaa 
D<c«iMire qae i'il sa driolaiait en (aveni dw Zitats, i) eiDpAcberait rempereoi et Tein- 
pire de prendre parti coatre eox. 

■) Tgl. awih Pnfendorf X. lOff. 



>vGoo»^lc 



298 ^- B="clite von 1665 bis 1666. 

Cleve ab, kehrte Jedoch im Laafe des nämlichen Moaats noch einmal dahin 
zurück, am dann Treilich Aussehen nnd Sprache des Hofes in Folge der 
inzwischen erfolgten Ankunft eines eDgli.schen Gesandten auffallend ungün- 
Etjg verändert zu finden. — 

Die Memoiren des Grafen d'Estrades geben Über seine Sendung 
neben nnsern Acten den besten AufBchluss; einige unserer Docnmente finden 
sich dort schon gedruckt. In einem Briefe an d'Estrades bezeichnet 
Ludwig XIV. Herrn du Moulin als einen „höchst einsichtigen und be- 
Eounenen" Mann („fort intelligent et fort sage"); im ITebrigeu finde ich 
nichts über diese Persönlichkeit'), wie denn auch Pufendorf seiner nnd 
seiner Sendung garnicbt gedenkt, — 

Kach ihm sollte anfangs d'Estrades selbst sich nach Cleve begeben, 
nm jenen erwünschten Abschluss zwischen dem Kurfürsten nnd den Gene- 
ralstaaten endlich zu Stande zu bringen, doch unterblieb dies, weil der Knr- 
fürst, wie man erfuhr, gewissen Ansprüchen des Üeremouiells dem Bot- 
schafter gegenüber nicht mehr genügen wollte. Statt seiner wurde deshalb 
Charles Colbert Marquis von Croissi, der jüngere Bruder des be- 
rühmten Finanzministers J ean-Baptiste Colbert nnd selbst später aus- 
wärtiger Minister Ludwig's XIV., dahin gesandt. Sein CreditiT vom 
12. Januar 1666 bezeichnet ihn al» Mitglied in des Königs Privat- und 
Staatsconseil nnd als maltre des requetes. Einen kurzen Abriss seiner Car- 
riere giebt der Geschichtschreiber der französischen Diplomatie'), wo er 
Colbert's Beniflmg an die Spitze der auswärtigen Angelegenheiten an 
Stelle des Marqnis von Pompünne berichtet. Colbert-Oroissi war dem- 



*] Mit dem P«itor du Moalin >d der reformirtflu Kirche in Charenton, d«c ia 
dem Werk« von Erman und Beclsm wiaderholt erwähnt wird und der wohl anoh 
in dem Brie/ der Kurfüretio Luise an Bohnerin ane dem H*ag vnm Ende d, J. 1666 
(v. Orlich 111. 472) gemeint ist, htt dieeer Gesandte doch wohl nichts la thnn. 

') FlaiBin 111. p. 475. — WicqneTort sagt von ihm im Bchluiacapitel «eines 
■AmbaMsdear* (L. II. Sect. 17- ■ De qnelqnea ambassadears illustres de notre temps 
p. 243— 243) M. Colbert doit besueoap t aon tthte oind, qa! l'a mis dans leg affai- 
res et dam le gtand monde; mai« il doit quelque choae de plus k sa vertu et k lon 
m^iitc, pnisqn'il s'jr est maintenu et a'y maiolient encore par ses aerTioes et par sa 
propre Süffisance. Les diTers«« n^ociations qn'il a oi-devant faites en Allemagne, 
particali^rement k Clt)*es et k Aix-la-Cbapelle, comm« miniatre du 
second ordre, lui ont donnä de la r^putation et entrde aus ambaasades. Ea celle 
d'Angleterre il «'est anrpassd Ini-nSme, et a 6l4 radmiralion de celt« cour-lä qui 
n'en • paa beauconp pour les ätraDgers. Ceuz qui saTent an qui s'est nägociä entre 
les deuz OOUTB depuis la triple alliance, et particulierement depnia la niptnre de l'an 
1672 et le traild de Londres de 1674, oe peuvent paa ignorer qa'il a en des affaires 
de la dornifere imporlance ä ndgocier. II s'y est condait en sorta qua le roi sou 
maitre a Jagd qn'H ne pouvait pas faire un meillenr cboix que de ce mioistre pour 
le füre ttaTaiUer avec le mar^cbal d'Estrades et le oomte d'Avanz k la paiz g^ 
nrfrala, et il 7 a apparence qn'il ne partira poiut de Nimfegoe qull o'ait mi4 k 
donnei la 'dernibre perfection k un ouvraga qui doit faire le repos de la cbrdUentA. 
— VgL Aber Colbert-Croisei aosserdem Nouvella biographie giuir^it XI. 
p. 112. 



>vGoo»^lc 



Einleitung. 299 

zufolge DftcheiD&Dder Präsident im obersten Rath des Elsase and im Par- 
lament von Metz und Intendant von Paris. Im Jahr 1660 befand er gicb 
in besonderer HiEBion beim Kaiser '), 1661 in einer gleichen bei dem Papst. 
— Nach seiner ans hier interes sirenden Sendung an den Korfiirsten hat er 
1668 den Frieden zu Aachen abgescbloasen nnd dann die Verhandlungen 
zwischen Ludwig XIV. nnd Carl II. von England geführt. Bekannt ist 
Bein Antheil an den Conferenzen von Nymwegeu. Im Augenblick seiner 
Emennnng znm Minister der aaswärtigen Angelegenheiten war er als ausser- 
ordeutlicher Botschafter in München. Unmittelbar nachdem er hier am 
30. December 161B den Ehepact des Daupbii» mit der Prinzessin von Baiem 
gezeichnet hatte'), begab er sich dann anf seinen nenen Posten, welchen 
er bis za seinem Tode am 28. Jnli 1696 verwaltete ^). Er hatte ein Alter 
■von 67 Jahren erreicht. 

Ein Mann, nicht entfernt von den Talenten seines berühmten Bruders 
und Ton verletzenden Manieren, die der überhebenden Anmassung seines 
Wesens entsprangen, trügt er einen grossen Theil der Schuld au der FUlle 
brutaler QewalttbKtigkeiten, welche die Politik Ludwig's XIV. zwar überall, 
insbesondere aber während der Periode seiner Verwaltung kennzeichnen. 
Ranke') schildert ihn als Minister folgendermassen : 

„Croissi and Louvois gehÖrt«n schon einer zweiten Qeneratlon von 
Staatsmännern an, die vor allem von der Macht und Grösse ihres Fürsten 
darchdmngen, weitere Erfolge mehr von einem trotzigen Geltendmachen 
derselben als von Unterhandlung mit andern und geschicktem Eingeben auf 
deren Interessen nnd Bedürfnisse erwarteten. Croissi war ein Mann von 
allgemeiner Bildung, einigem historischem Wissen, reicher in mancherlei 
Hissionen erworbener Erfahrung, von pünctlicher Arbeitsamkeit Was ihn 
empfahl, war die Sicherheit, mit der er die Beschlüsse des Conseils auf- 
fasste und in seinen Depeschen niederlegte, in einer den Personen nnd Din- 
gen angemessenen Form, einem allezeit gewählten und Gemeines fernhal- 
tenden Ansdrnck. In der mündlichen Unterhandlung dagegen, für welche 
die Gesandten fast ausscbliessend auf ihn angewiesen waren, that er ihnen 
nicht Genüge. Seine natürliche I<ebbaftigkeit schlug in das Linkische um, 
wenn er sie massigen wollte: in der Regel aber Hess er ihr ihren Lauf. 
Man bedurfte vieler Rnhe und Vorsicht, um durch i^eine Aufwallungen nicht 
gereizt zu werden. Er hatte nicht die Geduld, die Gründe, die man ihm 
vorbrachte, zu würdigen; zuweilen bemerkte man, Aass er selber nicht ein- 
mal vollständig nnterricbtet sein möge: sein vornehmstes Argument war zu- 



') Vgl. «nob Pufsndoif Vm. 42. 64 rawie Min im voihergaheDden Abschnitt 
(p.33T) mitgethoill«« Creditiv «n den KnrfOntoa vom 12. Febr. 1660. Dmb oi im- 
mall dutn wirklich den bruidenburgitcben Hof berBbrte, findeD wir indeiian nicht 
weilei erwUint Nach Colbert's Brief ad Lionne vom 1^. Febr. 1666 mna« ei 
1657—1658 auf dem Wahltage in Frankfurt geweaen lein. 

*) Platsan a. a. 0. Mdmoiies de Pomponne I. p.2&t;. Martin Hiit. de 
France XUI. p. 569— &T0. 

^ Flaaaan IV. p. 136 ff. 

*) FraniDsitohe Geaohiohte lU. p.&33f. (2.Aue. p.546J. 



:vGöO»^lc 



300 V>- Berichte Ton 1665 bii 166«. 

letzt immer das auwiderlegliche : die Macht and der Wille Beines Für- 
sten*")- — 

Im UebrigeD gebührt diesem Hinister an dieser Stelle wohl ein Wort 
des Danks, da er an der QrUndong des Archivs im französischen Departement 
der aoEwärtigen Angelegenheiten den wesentlichsten Antheil hat").. — 

Unter Colbert's Mitwirkimg kam nnn damals zn Clere znerst der 
Vertrag des Enrfüraten mit den Qeneralstaalen gegen den Bischof von 
Münster (16. Febr.) und in Folge dessen der Friede des letzteren nüt Hol- 
land (18. April 1666) zn Stande. 

Colbert's Correspondenz mit dem Könige, mit Lionne, zom Theil 
anch mit seinem Bmder nnd d'Estrades giebt Über die betreffenden Ver- 
haudlnugen mannigfache Anfschlüsse. Und es ist nm so erwünschter, we- 
nigstens diesen Theil der betreffenden französischen Acten in ziemlicher 
Vollständigkeit vorlegen zn können, als der Scbwerpnnct der eoropttischeD 
Politik in jenen Tagen des Jahrs 1666 für den Aogenblick an seinen Hof 
verlegt war"). Der französische Oesaudte selber bemerkt einmal, dass be- 
bafs der Ansgleichnng zwischen Munster und den Staaten mehr Vermittlor 
hierhin nach Cleve zusammenströmten als erforderlich gewesen wären nm 
ganz Europa den Frieden zu geben"). 

Besonderes Intcresüe dürfte ausserdem haben, was wir in den unten 
folgenden Berichten von der Sendung des Grafen Wilhelm von 1 
stenberg lesen, welcher gleich den andern rheinischen Fürsten d. 
auch den grossen Kurfürsten zu einer engen Union mit Frankreich, in Rück- 
sicht auf dessen Pläne auf die Niederiande, heranziehen sollte. Nächst 
Herbeiführung des Friedens zwischen Holland und Münster sollte das „En- 
gagement des mächtigsten Kurfürsten des Reichs in alle Interessen des Kö- 
nigs' der zweite Theil von Colbert's Aufgabe sein"). Auch wies dei 
Knrfürst solche Gedanken, wie es scheint, nicht völUg zurück. Wie merk- 
würdig sind seine AeuEscrungen "), in denen er dos Hecht der Königin rou 



*) Bänke führt bei dieaer DaniMiluDg die Worte «ui der Relation eine« Vene- 
tianers bd: L'ardere ch« prende f* che non wcolt» gli argoineDti de misiati'i olie 
tratlMio aeco et che li aoordi. — Oani fthnlich nrtheill nan eheu aoch Flaaaan 
«. •. O. über Croiaai und ebenao sagt Siamondi von ihm (in einer in der Noa- 
velle biographie giaittil« ütirten Stell«) : 11 Joignit U rudeaae ao pea giDaaibi« de 
*0D c«r*ctbre fa Tarrogaoce ai aouven^ blesianle du maEtre dont il ^t«it chargä de 
tranemettre lea •eutimeDt» am puiaaanvea dtnuigärBa. 

") 8. Flaasan IV. p. 138. H. Bordier Lei archivea de U Franoe 
p.80»-309. 

") Vgl. Bleniel U. 276. v. Orlich II.SBff. - Der Korfiint ichloaa in Aieatt 
Zeit auch eine Beihe wichUger Vertrkge ab. - Vgl. auiaerdem Ober Colbert'a 
Swidang Pnfendorf X. 16—17. M^m. du Pompoune II. 112. 

") Dep. an Lionne vom 7. April 1666; noa* auroni ici plna de m^diatean qn'll 
n'en Üandrait ponr pacifier toule l'Bnrope. 

") Lionne u Colbsrt 26. Hin: et le aeoond, i'il pU!t kOieu, reogagenient 
du plua paiaaant dleoteur de l'empire dana tona lea int^rSta de notre maitre. 

'*) Colbett theilt aie dem Könige am 16. Ulm in deaien gnwMi Qeaog- 



>vGoo»^lc 



Einleitung. 301 

Frankreich auf Brabant dem seüUgen auf die Jülich-Clefisclie Erbschaft ver- 
gleicht und als seinen Geniun bei dem Uuteruehmeu Geldern in's Auge zu 
fassen scheint. — Auch' der Incidenzfall mit Schweden . welches erklKrle 
eine Betbetligung Dänemarks am Kriege gegen England nicht dulden zu 
bfinuen, schien der hier angestrebten Union günstig. Indessen noch ehe 
sieh der französixche Hof zn directen Eröffnungen in dieser Richtung ent- 
schloss, wurde Oolbert, dessen Anwesenheit in der Picardie gerade uu- 
entbehrlich war, abberufen. 

Am 8. Mai 1666 machte er seine Abschiedsbesuche, nud wie er der 
Earfiirstiu die wertbTollsteu Geschenke von Seiten des Königs übergeben 
hatte, so ward auch er nun, abgesehen von sonstigen ansserordentlichen 
Freundlichkeiten nud Ehren, die mau ihm erwies, mit einem diamautenver- 
zierten Portrait des Kurfürsten bedacht'*). — Auch später noch hat sich 
der Kurfürst dieses Gesandten gern erinnert"). — 

Unter den Briefen des Tietzteren aber an den König, dem er In diesem 
für ihn so wichtigen Jahre n. a. die Unterwerfung ' der Stadt Magdeburg 
und seine endliche Ausgleichung mit Pfalz -Nenbui^ anzeigen konnte, for- 
dern uns namentlich diejenigen zn lebhafter Anerkennung auf, welche er zu 
Gunsten der französischen Reformirten an Lndwig XIV. richtete, schon 
jener Zeit ganz erfültt von dem heissen, gesegneten Eifer für diese Sache, 
welcher ihn nie verliess und später die Thore des brande uburgiscben Staat;^ 
den Räfngiäs weit und gastlich öffneu »ollte, um damit zugleich eine treff- 
liche uene Bevölkerung in denselben aufzunehmen. 

"} Vgl Mine Dep, an den KOnig dat. Amiani 13. Uai 1666. 

") 8. du SchnilHti «n Colbert vom 11/21. Dec. 1679, wotid er dsmielben 
Mine Frende fiber Mine Emennuag inm answftrtigeo UiniEtei auMpricht. Auch als 
In Herbat 1686 Colbert'a Sohn Torci den brudenbnrgitohen Hof beiacht«, lai- 
■ertan ilcb der KoifBrat lowie der Fflrat von Anhalt Aber lelnen Tater sehr frennd- 
lioh •. Bd. XZT. der brandenborglachaii Coireapondena im Pariier aoswirtigen Ar- 
chiv (Brief Toroi'a an Colbert vom 8. Nov. 1685). 



>vGoo»^lc 



VI. Berichte von 1665 bis 1666. 

(du Moulin und Colbert-Croissi.) 



Dar Kurfllrst an du Fresne'). Dat. Berlin 28. Dec. 1664. 
(Abschrift.) 
1665. Frödgric-Guillaume (t. t.). IVös-noble et*) bien-aimä, salutl 
7. Jan. [jou9 avoas apprie avec beaucoup de d^pl^sir que Votre Seigneurie 
avtüt m attaqu^e de maladie dans Erfort, en sorte qu'elle n'a pas pu 
ae rendre ici en personne ni exäcuter la coinmiBeion qui lui a 6ti dou- 
n^e par Sa Majest^ Koyale des Gaules concernaot les diffärends.qui 
soDt entre nos cousins les ducs de Meeklembourg. Nous avons re^u 
avec TOS lettre»') la eopie de celleB que le Koi nous 6crit*), et nous 
avons 6t6 bien aise de voir par icelies que S. M. R. mt si fort ä coeur 
l'int^ret de nusdits cousins les ducs de Mecklemboarg. Nous avons 
aussi enteudu le noble M. Jean-Cbristopbe Jodoci, eouseiller de 
l'öleoteur de Mayence, et nous lui avons donn6 de telles r^poDses que 
nous ne dontons poiut que Sa Koyale Majest^ n'en puisee etre satia- 
faite, et noua lui faisous aussi savoir de notre part que uous avons 
suggirä avec cbäleur et afTection singuliäre toutes les cboses que nous 
avons estiniö faire ä la pais et & la eoncorde^). 

') Vgl. oben p.286f. — Ueberaetxnng? 

•) oeM«, 

') T08 lettre! que 1& Hi. 

*) Vgl. oben das Schreiben dea Kdoiga vom 22. Not. 

') (In dec Erftitt«r Bache, Tgl. den' Brief de« Königs an den Karfflnten vom 
25. Jnli. Abachriftlicb bei unsem Acten ein Schreiben Priedticb Wilhelm'e an 
Kntinains Tom 27. Aag. nnd die Ueberaetiung eines andern an die Stadt Bifiul Tom 
31. Aug. 16640 



:vGoo»^lc 



Weitere Beiiebnngen nach der 

Et parce que nous ToyouB le soin que S. R. M. t^moigne de cette 
affiüre, et qu'elle soubaite qu'elle soit cooduite ä une heureuse fin, 
nous ae ceaseronB poiut de 8U|:g^rer et de persuader les cboeea qui 
pourront coutribuer ä un si louable d^Bir, ainsi que nnuB VaTona plus 
au long fait eutendre audit aieur doeteur Jodoci, et iious demeure- 
roiia pr§t3 k donner de» preuves h Votre Seigneurie de aotre hojine 
volonte et alfection envere eile. — Donni ä Berlin le 2S""' däcembre 
1664. ... 

Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. 9. Jan. 1665. 
(Concept) 

Der Eöuig bat sich über das Scbreibeu des Kurfürsten vom 1. D«c. 9. Jmi. 
1664') gefreut. Sein Gesandter im Haag') hat ibm von dem Eifer berich- 
tet, womit er seinen Befehl in der betreffenden Angelegenheit ') auszuführen 
pucha. Da aber der Kurfürst jetzt von Verzögerungen schreibt, welche 
diese Sache erfahre, so hat der König, abgesehen von dem erneuten, den 
Wünschen des Kurfürsten ganz entsprechenden Auftrage, welchen er des- 
wegen an d'Estrades gesandt, auch hier dem Herrn vau Benningen") 
so dringliche Vorstellungeu darilber machen lassen, dass an den baldigen 
gehörigen Wirkungen woM nicht zu zweifeln ist. 



Lionne[?J an Blumenthal. Dat. 9. Jan, 1665. 
(Concept.) 

Er hat Blumenthal's Brief vom 7. Dec. 1664') empfangen und den 9-Jui. 
Inhalt desselben dem Könige mitgcthcilt. Dieser hat ibm befohlen zu be- 
richten, dass er — abgesehen von den nämlichen OerUchten, welche auch 
nach Berlin gedrungen — keine Kenntniss von der betreffenden Absicht 
besitze, dass bisjetzt keiner jeuer Fürateu') ihm eine solche oder ähnliche 
auf schriftlichem oder mUndtichem Wege habe kund thun lassen. 

Hiezn will der Briefsteller in seinem eigenen Namen noch hinzufügen, 
dass die Voraussetzung Jener Absicht selbst, d. h. die Voraussetzung eines 
so gut wie unfehlbar drohenden Krieges, nicht mehr zu existiren scheint, 
„le roi de la Graode-Bretagne s'ätaßt, depuis peu de jours, diclari, 
comme il a fait, qu'il ätait satisfait dea Etats, et ue voulait point leur 



') 8. oben p. 288— 289. 
■) d'Eetrades. 

') Erledigung der Horfyaet'scbeD Scbulduche. 
*) Ein aaegeieichDetcB Lob tpendet Wici^uefort Bowobl Tan Be 
d'BBtradoa im letaten Capitel dei .Ambauadenr* p.245. 247—248. 
') Vgl. deneelben oben p.289. 
') Der Biichöfe voa Citln nnd HftDiter und de« PfaUgrafen von 



>vGoo»^lc 



304 VI. Bwicht» von f665 bb 1666. 

faire la guerre, mais avoir eeulement accordä des repr^ailles k sea 
sujetB pour leur dMomma^ement des pr^judicea qu'il pritend qu'ib 
out recus par 1^ compagnies bollandaises des') deux Indes." 



Der Kurfilrst an Ludwig XIV. Dat. Cöln a. d. Sp. 25. Jan. 1 665. 

[Die Polen liehen die Ernillung ihrer Verpfl ich langen gegen ihn hin. Er bittet 
deafailb den KünEg am Beine betreffende Verwendung.) 

r. MoaBeigneur mon träs-boDorä couBin, c'est avec beaucoup de re- 
gret que je me vois obligß • d'importuner si souvent Votre Miyest* pour 
Dies affaires particuüöres. Maie eonune j'ai sujet d'espärer qu'elle ue 
coQBid^rera plus eomme teile celle qtii coucerne mea iutir€ts en Po- 
logne, depujs qu'il a plu ä Votre Majestä de les embrasser et me pro- 
mettre ses bons offices aux cboses qu'elle a except^es de la garantie 
de l'article du trait^ d'Olive, ainsi me suiB-je proniis que la maui^re 
dont l'ambassadeur de Votre Majestö eu Pologne*) s'y prendrait serait 
accompagnäe d'une teile efficace et produirait des effets si avantageux 
pour ma satisfactioD, que je oe Berais plus ä en redoubler les inatan- 
cea pour la räit^ratiou des m€uies offices. Mais quelle que soit la 
cause qui m'a fait jusqu'ici faillir dans une esp^rance Bi juBte et si 
bien fondäe, tout cela n'a eu autre succös que les direrses ambassa- 
des et particuliärement la derniäre que j'avais destin^s pour la mSme 
ßn '), c'est-i-dire que, pour eouTrir et däguiser, s'il se peut, le peu de 
volonte qu'on a de me satisfaire, on täche de remettre k une nouvelle 
d^liberation avec les ätats l'cxdcution d'une affaire dont le Roi peut 
disposer sans la räpublique, apräg qu'elle a m stipuläe par un trait^ 
si Bolennel et conlirmäe par des serments räciproques. Cela n'emp^che 
pas que je ne sois eutiärement pereuadä que .l'autoritä et l'entremise 
de Votre Majest^ Bcra capable de remädier k tous ces däsordres et de 
dispoeer la Pologne k la voie de l'^quitä et de justice, si eile com- 
mande k sondit ambassadeur de faire de nouvelles iuBtances aur 
cette affaire et de n'en d^sister que je ne les Toie Buivies par une 
prompte satisfaction que je pr^tenda. Gomme la parole royale de 

■) de Hb. Tgl. bierOber Uänoiret dn marqnit d» Pomponne II. (Ni- 
dation de Bnide) p, 2ff. 

■) Der Bbohof y. Bdiiere. 

■) Horerbeck'B nnd Oeotg t. Bonin'i (Tgl. Pnfendorf IX. 86). .. . Ad 
qDM noatri: id ipinm grariter electori dolen, qnod nbi de Ipain« emoIamenüB aga- 
tar, rex sna poteitate uti uolit ac iata a sc r^ioiat, noto Polcmiae more. Dt oonanltationi 
danno labiicIatDr, cnin* anbTento quaeritor. Es handelte uob fortwährend nament- 
lioh nu die Aiulieferung Elbingi. 



„Gooi^lc 



Weitere Beitefanngen noch der erneuten Alliance. 305 

Votre MajeeW qu'elle a daigni d'y employer me aert de foiidement 
pour en attendre de bone Buccäs, je la puie asBurer que le fruit qui 
m'en revjendra augmentera de beaucoup les obligations que J'en ai k 
Votre Majestö jointeB') au zÄle et ä la passion avec laqaelle je suis 
[gez.] Monseigncur etc. — Frideric-Guillaume Electeur de Bran- 
debourg. — De Cologne-aur-la-Sprte le 25n'o de janvier IGlJii- 

Ludwig XIV. an den Kurfilrsten. Dat. G. März 1C65. 
(Concept) 

Der König bat das Scbreibcn des EurfürsteD vom 2ö. Janasr einpfau- 6. Ulra. 
geD *) QDd sogleich daranf ao den Bischüf vou B6ziers, seiueD Gesandtea 
in Polen, Ordre abgeben lassen, sieb in seinem Namen wirlcsam bei dem 
Eönige von Polen and der Republik zu verwenden, gemäss seinen Ver- 
gprechnngeu vom Vertrage von Oliva sowie dem „qui s'est depuiB passö 
ici au renouvellement de notre trait^ toachant la place d'Blbnig~ '). 
Der Gesandte aber wird diesen Befebl sicherlich mit allem Eifer ansfübren. 

Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. 30. Mai 1665. 
Der König hat vor zwei Tagen durch Herrn Matthias das Schreiben 3o. Hai. 
des Karfürsten vom 5. December 1664 ') erhalten. Der darin ausgesprochene 
Gedanke ist ihm sehr angenehm gewesen und er ist erfreut, daas sein Kö- 
nigreich Dinge erzeugt, von denen die ünterthanen des Kurfürsten Nutzen 
nnd Bequemlichkeit haben können. Er wird die betreffende Absicht in 
allem was von ihm abhangt auf jede Weise erleichtern; inzwischen hat er 
alle Weisungen erlassen, die besagter Matthias gewünscht bat, um die- 
sem die zn seinen Verhandlungen nöthigeu Aufklärnngen zu verschaffen 
nnd ihn in den Stand zu setzen, die Angelegenheit zur Befriedigung seines 
Qebieters zo erledigen'). 

Der Kurflirst [au d'Estrades]. Dat. Cöln a.d. Spr. 20. Sept. 1 665. 

[Paokt ihm fOr »eine BemQhungeD in Iletreff der Anitieferung tibing» udiI der Erle- 

digQDg der Horfjner'ichen Schuld. Will aus ErkeDDlücIikeit die Uaratener Vcrcioba- 

rangen nicht latiGciien.) 

Monsieur, c'est aveo beaucoup de satiefaction que je viens d'en- 80. Sept. 
tendre, combien vous prenez de soin pour mes int^r^ta, et que non- 
fleolement rous arez pris la peine de recommaDder au Roi votre maltre 

') ioinl Ib. 
■) B. oben. 

■) Vgl. PafeDdorf IX. 60. Sl- 
*) 8. ebea p. 387-288. 

^ VgL vnlau dal SehrailMn dea KSniga rom 6. Oetobar. 
Haur. rar CaKli. d. Gr. II 



:vGoo»^lc 



306 "■ Berichte von 1665 bi« 1666. 

en termes fort favorables que la ville d'Elbing me Boit doan^e cd rertu 
des trait^s qae j'ai faita avec le roi de Pologne, de Sorte que lä-des- 
sus Sa Majest^ a donnä Aijk ordre par un courrier expr^s k sod am- 
bassadeur, monsieur l'^vgque de Bäziera'), de faire en son nom tous 
les ofticee poBsibles pour me faire donuer satiBfaetioD touehant laditc 
Tille, Boit par sa remisc ou par le d^dommagement en argent qui a 
6,t& Btipulä; mais que vous avez, outre cela, repräsent^ eacore ä mes- 
sieufB le» Etats des Provinces - Unies la raison et le bon fondement 
que j'ai de demaader restitutio!) des villea qu'ils tiennent daus mon 
duchä de Clßves'). J'en reconnais [la sineöre intention de haut-dite 
Sa Majest6 et la bcnme afTection qu'elle me porte, et esp^re que dans 
Tun et l'autre point je verrai bientöt les bons effets que votre entre- 
mise me promet, et ui'assure que pour cette fin vous ue laisserez pas 
de poursuivre jusques au bout ce qu'avez si bien coninaene^. 

J'en aurai une Obligation träs - particuli^re non-seulement k vous, 
comme je le tömoignerai en toutes occurrences, mais principalement 
au Koi votre maitre, auquel je vous prie de vouloir assurer que je 
tächerai en toute fa^on de reconnaltre ce singulier t^moignage de sa 
bienveillance, et que je ne manquerai de lui en donuer des marques 
meme dans ce qu'il d6sire touehant la ligue particuliöre faite 4 Dor- 
sten'), ätant r^solu de ne ratifier point ee trait^-U, s'il n'est le bon 
gr6 de Sa Majeatö, et qu'elle soit bien assur^e qu'il n'est point pr6ju- 
diciable k l'alliance du Rhin et k scs int^rets. J'ai iijk donn^ pour 
cette fin ordre n^cessairc, comme vous entcudrez plus amplement de 
mon ministre, le sieur Blaspiel'), qui en a toute Tinformation et 
lequel vous dira eneore de bouche l'estinie que j'ai pour vous et eom- 
bien je suis — Monsieur — votre träs-affectionne — [gez-] Frideric- 
Guillaume Electeur de Braudebourg. — De Cologne-Bur-la-Sprie le 
20'no de septembre l'an 1665. 



') Vgl. oben äen Brief des Königs vom 6. MRrx. 

') Vgl. Pufendorf X. 10. Hier heisat es freilich: LegatvB qaoqae Gallieaa 

at, «K oppida melius in Beiganun quam eUctoris mann eaie etc. 

en»el p. 270. Pufendorf X, 9 und unten die iDstraclion (fir 

fendorf X. SS. Werner Wilhelm Frhr. r. Blaapisl, damals 
r de« Knrrarslen im Haag (Ober aeine Person i. KUproth n. Coa- 
. Kessel Tagebuch t. Bncb's I. 136. 140)). 



>vGoo»^lc 



Dm Donlener Vertrag nicht raTiflcirt. Invpiiou <Iea Bitchoft ron UOmtar. 307 

Ludwig XIV. an den Km-fiiraten. Dat. Paris 5. Oct. IC65. 
(Abechrift oder Concept) 

[Die Sendnag de« Herrn Matthiii belreff^iid, demselben bei seiner Backkehr 
mitgegeben ] 

... Le sieur Matthias') ... m'ayant fait connaltre le däsir que 5. Oct. 
T0U8 avez de Icver des salines de Broaage') la fuumiture du sei qui 
se consomme dans tos £tats et d'eo faire un traitä avec moi, j'ai or- 
donn^ au sieur du Terroii [?], intciidaDt de la justice, police et finau- 
ces andit paj-s, d'apporter toutes lee facilitäs possibles audit trnitä et, 
pour cet effet, de donoer audit sieur Matthias, qui s'itait transportö 
exprds sur les lieux, toutes lea lunii^res dont il aurait beBoiu taut pour 
convenir du prix dudit sei que pour trouver le moyen de le faire voi- 
turer par mer depuis Brouage jusqu'ä Hambourg. Mais comme i) n'a 
pas jug6 qu'U fait de votre avantage de faire aucun trait^ pour cette 
uui6e, & cause de la chertä dudit sei, il a r^solu de s'en retourner 
vers T0U8, pour tous rendre compte de sa n^ociation, et j'ai voulu 
le charger de cette lettre pour vous t^nioigner que si dans un autre 
tempB TOUB pourez y rencontrer votre satisfactiou, je serai bien aiae 
de contribuer tout ce qui sera eu mou pouvoir. . . . 



Schwerin an Lionne. Oat. Lippstadt ^' ";;!;, 1665. 

[Bat bereiu tot iwei Mocaten angefragt, vie der KQnig Ober die RQsinngen d<-a 
Biiohob Ton UQnster denke. Aber divser Brief Terloren, vielleicht lUfgefangec. 
WfisKbt non aber die EntacIilQsae Sr. Migestit in niaaen, damit sich der Kurfürst 
danach ricble.] 
Eb ist Unger als zwei Monate her, dass er Sr. Excellcaz schrieb, wie B, Not. 
der RtwfUrst, von den grossen KriegsriistungeD hörend, welche der BiGchof 
von Münster damals uatemahtn, gar sehr wünschte die Beüchlüsse Sr. Maj. 
in Betreff dieeeB Pnncts zu kennen. Er hat die Antwort darauf mit um so 
grösserer Ungeduld erwartet, als der Kurfürst sich gedrungen sah, seine 
MaassregelD in dieser Sache za ergn-ifen, in der er doch, in Rücki^icht auf 
seine Alliance mit 8r. Maj., nichts hat entscheiden wollen, ohne vorher der 
Oesiunnug des Königs kundig zu f^ein. Cependant me voyant frustr^ 
dans mon atteute, j'ai räit£r£ l'ordre au sieur Beck'), auquel ma lettre 



') Tgl. oben den Brief des KurrOrsten an den Kftnig Tom 5. Dec 1064 und die 
Antwort des leUtet«n Tom 80. Hai 16Uä. 

*) in Aanii. 

") BrudwburfUeber Bc^dent in Fraukreieh (Tgl. Paf andcrf IX. 36). BrmaD 
B. R««U» bwiehtn Ober Johann t. Beck 111. p. 37 folgende*: L'<gli«« fraacaiie 



:,L_tOO»^IC 



308 VT. Beriehle vi.n Iß&'i bis 1666. 

Bua-mentioiinäe ötait adresB^e, d'en solliciter la röponße de Votre Ex- 
celleDce. Mais j'ai 6ti infiniment surpris et aftligä en m€me tetnps 
d'apprendre que ma lettre lui avait nianqu^, donl je crains qu'elle ait 
6t6 iutercept^e '). — Und obwohl der Kurfürst seither einem allgemein ver- 
breiteten Gerücht entnommen hat, das:« der König den General Staaten ciue 
beträchtliche Hülfe gegen den Bischer ron Münster zu senden gedenke, bat 
er doch weine Entsehliessuiig noch immer suspendirt, in der unveränderli- 
chen Absicht, sich in dieser Sacbe den Bnthschlagen Sr. May anzuscbliesE^en, 
^ayant cctte fermc eapirance qu'elle u'aura autre deBseiu que de tou- 
loir rötablir la paix troublöe." — Se. Maj. hat immer geurtheilt, dass die 
Ruhe der Christenheit hauptKächlich von derjenigen des Reichs abhänge, 
nnd da es Rehr »schwer halten wird, den Ausbruch dieses nencn Kriegs zu 
verhindern, weim andere Fürf^ten ihre Waffen mit denen des Bischofs ver- 
einigen'), so bittet Schwerin Se. Excelleuz, ihn brieflich oder durch den 
Grafen d'Estrades von den Intentionen des Königs za unterrichten und 
ihn wissen -zu la.-^sen, „quelles tnesurea Sa Majeetä disire que S. A. 
ölectorale preone en la conjoncture presente pour aeconder riotentioa 
du Roi, e'est-ä-dire d'avancer lea mcyena pour obtenir une prompte 
paix." 



k Berlin k compU pftnni 8Ba membrcs Im plus distingu4s Hr. Jean de Beeh, 
nominä dang nos regiiitres couseilicr de Sa Sdränitd dlectorale et aon re- 
sident Ik Paria avanl la gnerre. Qaoiqii'il ne (Üt paa Pranfftia d'origine, il 
i'duit Bsna douto Joint k r^gliae francaise lorsqa'en 16tiO et lea ma4«» luivantei il 
faiBuit k I'iiris U» TonctioDB do resident de Brtuidcbourg. Ce v^n^rable vieiilard 
mourut i, BeiUn le 2 fdvrier lfi!)5 tgi ds qiiatre-vingts ana. I] ^tait oatif de Clfevea 
et pbre de road. Catherine Emilie de Beck, dpouse de Mr. Jacques Barbat 
de U Porte, ayeule de measieurs Laspeyre«. — lieber seine Bericht« «. Ranke 
FraniQaiscbe CieBChichte V. p. 207—268. 

') Der Brief war, wie Lionne in seiner Antwort ^Tom 27. Nov.} veimuthet, 
gleich vielen andern, durch die Truppen des Biachofa von UQnater aafgefaDgen, .qni 
n'est pa« fort aoigneui de lee faito venir k lenr» adresses.* — Im UebrigeD wird 
Schwerin in joner Antwort gan» auf den franiöaisohen Gesandten «ra brandenbnr- 
gisoben Hofe, Herrn du Moiilin (vgl. unten), verwieacn. 

') Der Bischof von Münster, Bernhard *. Qalon, war iniwischen in da* Oc- 
biet der hollfindiachen Republik eingebrochen. 



>vGoo»^lc 



InTuion dea BiaehofB tod HOdeIct. Sendung and luitruclion du Monlin'a. 309 

Ludwig's XIV. Instruction für du Moulin '). Dat Paris 

20. Nov. 1665. 

(Concept) 

[du HddIId luin KuKBriiteD oath Cleve gesandt, um dcHBcii gegenwärtige Disposition 
■u erkunden aud, wo möglich, einen noch engeren Ansi^Lluss deaselbt-n an Prankroicb 
herbei lalUh reu. Ueber die Dorslener VerlrKge. Die Sehritte des Bifchofs tod Hüu- 
■ler diesem tom Wiener Hofe eingegeK-n. Die Prolcslanlen tnÜBaen vor den Ab- 
sichten desselben auf ihror Hut sein. E>er Künig erfreut, daaa der Kurfürst eine su 
betrAehlliobo Truppen calil auxge hoben hat. Au»führtiche ErlRiiterung dur Haltung 
dea Kaniga bei ErSffnung dea englisch- holländischen Kriegi und bei dem Incideui- 
fall mit dem Bischof von MÜnater. Kr hofft, duss der Kiirfilist ihm seine Inlentioneo 
eben so offen niitlheilen werde. Fordert denselben luin Ab-ichluss des Vertrages iin 
Haag und lu guter FrenndüUl.afL mit äehwedi'n und I'fsli- Neuburg auf. EuipB.htt 
ihm eine gute Behandlung der Katholihen. Wie ihm Oenlreich seine Ansprüche h>>- 
(i'iedigt und die gegebenen Verhiiasungen gehalten hat? Der Künig im xutn Ab' 
achluH eines noch rugercn BUndnissi'e luit di'm Kurfüraten bereit.] 

Der König, in der Erwägung, von welcher Wichtigkeit es bei gegen- 20. Nov. 
wSrtiger Conjnnctur ist, Ucn Kurfiir.=ten von Brandetiburg, dneü der mäch- 
tigsten Fürst«D des Reich.«, der ihia aucb schon durch die rheinische Al- 
liance verbanden ist und iler seit einigen Tagen seine niederdeutschen Staaten 
verlassen bat, um mit einem beträebtiicben Truppcncorp,* in seine diessei- 
tigen Betitztbiimer aus der J ii lieh .'^ eben Erbsehart zu kommen — röllig an 
seine Interessen zu fesseln, 

hat beschlossen, den Herrn du Moulin an denselben zu entsenden, 
damit dieser ihn bei seiuer Ankunft in Cteve oder wenigstens alsobald darauf 
anireCfe. Dieser Oes&udte soll in seinen Verhandlungen mit dem Kurfürsten 
nicht nur zu erkunden suchen, welche Verpflichtungen dieser vielleicht schon 
eingeguigen ist und welches seine Stimmung hinsichtlich des gegenwärtigen 
Krieges*) sowie der andern Ereignisi^e sei, die noch zwischen andern Po- 
tentaten eintreten könnten; sondern er soll sich auch bemühen, denselben 
in einem Doch engeren Anschluss an Se. Maj. zu bewegen. 

Demnach wird du Moulin ungesäumt nach Cleve abreisen und dem 
Korfürsten dort, nach üeberreichung seines Beglaubigungsschreibens, das- 
selbe in folgender Weise erläutern. 

Se. Maj. hat, um dem Kurfürsten und zugleich ganz Europa ein öffent- 
liches Zeichen seiner Achtung, Hochschätzuug und Neigung für denselben 
zu geben, diese Gelegenheit emählt, um ihm die Versicherungen derselben 
erneuern za lassen. 

Se. Miy. hat des Kurfürsten Ent^chluss in diese Gegenden zu kommen 
sehr erf^ut, weil dies die Communication zwischen ihnen und ein durch- 
gehendes Ein Verständnis s iu dieser ernsten Conjunctur erleichtern wird. 

Herr Btaspiel wird nicht verfehlt haben ihm von der Wärme >'ach- 

■) VfL U4moirei et adgooJBtiona de U. le oomte d'Eilradee IU. 589. 
IT. 17-18 ■. 38 Obei dicM Seodoiig dn Uonlln'a. 
") (SirlMkn England ud Hollud.) 



;vGoo»^lc 



310 Tl. BeriolitB Ton 1665 bis 1666. 

riebt za geben, womit Bicb Se. Maj. ') im Haag durch den OraTea d'Estra- 
des in Sachen meiner Liquidation coit den Generalstaateo za seineD Gun- 
sten verwandt hat, und dass er demgemass auch bei jeder andern Gelegen- 
heit verfahren wird. 

Se. Maj. andrer:ieit:4 weiss dem Kurfürsten TJelen Dank dafür, dass er 
die EwischeD ihm, Neuburg und Münster zu Dorsten vereinbarten Verträge 
nicht ratificirt hat, da er erfahren, wie der König an einem dcrRelben, näm- 
lich dem der Alüance des wcstpbälischen Kreises, An>tosg genommen '). 

In Betreff der beiden andern Verträge (das Condirectorinm jenes Kreises 
und den Funct der Religion angebend) ii^t Se. Maj. die erste, den Kurfür- 
sten zur Vollziehung derselben zu ermahnen. Namentlich jenen, wo der 
Kurfürst eiii besonderes Interesse hat sich jener Condirection mit den an- 
dern Fürsten zu versichern. 

Jenen ersten Vertrag hingegen hat Se. Maj. in der That für ihren In- 
teressen in hohem Grade zuwiderlaufend gehalten und hält ihn noch dafür; 
sowohl, weil man damit, wie ihm schien, doch gleichsam alien andern Für- 
sten kondthat, dass diejenigen, welche ihn gezeichnet, d. h. drei Mitglieder 
des Rheinbunds, in diesem letzteren nicht ihre völlige Sicherheit zn finden 
glaubten, sodann, weil der König wohl unterrichtet war, dass das Absehen 
Münsters bei der Proposition dieses Traetats dahin ging, jenen gemeinsa- 
men Sund zwischen einer Anzahl von Reichsfürsten mit Frankreich und 
Schweden nach und nach anfznlösen. 

Se. M^. ist gegenwärtig sehr zufrieden, einer weiteren Betheiligung 
des Kurfürsten in dieser Richtung seine Wünsche entgegengesetzt zu ha- 
ben. Denn die Folge hat gezeigt, dass der Kurfürst sonst nicht so wie 
jetzt Herr seiner Eutschlicssungen sein würde, im Fall der Bischof von 
Münster in seine Staaten zurückgetrieben werden uud genöthigt sein sollte 
auf die Unterstützung des Kurfürsten zu reeurriren. Der Kurfürst wäre 
dann verpflichtet gewesen, kraft jenes Vertrages demselben diese Hülfe zu 
leisten, da er doch keinen Theil an der Absicht des Bischofs gehabt hat, 
einen Krieg gegen einen übermächtigen Feind zu unternehmen. 

Se. Maj. ist ausserdem von sehr glaubwürdiger Seite unterrichtet, dass 
den ersten Anstoss zu all' diesen Schritten des Bisehofs der Wiener Hof 
gegeben hat. Auf seiner Reise nach Ungarn sind all' diese Projecte ge- 
reift, nud sie zielen eigentlich anf ganz andere (dem Kurfürsten gewiss 
auch klare) Endzwecke als sie scheinbar verfolgen. 

du Moniin wird dem Kurfürsten vorstellen, wie sehr die ganze pro- 



') Vgl. H^m. an comta d'Estrade« IV. 27 und oben die Oocameale Tom 
6. JDoi, 7. Dec. 1664 und 9. J>n. 1665. 

schon oben orirfthateD VcrtrSge bezogen lieh er«(ens auf das MitdirectoriniD 
Uischea Kraites, welches Br&ndeuburg erhalten sollte, sweitens auf di« 
inaQbnng der Katholiken neben den beiden andern christlichen Glanbena- 
Clevischen, drittens und bauptsSchlicb auf ein Bündnisi aur Erbalt^ing 
taung dee westph&liscben Kreises. Ueber die NiohtratiScalion vgl, Pa- 
. 9. Steniel p. 272. TQcking Geacbirhic des Stifts MOnster nnlcr 
lard V. Galen, Uflnstei 1665 p. 127 f. 



>vGoo»^lc 



iDttmotiui da Moalin'«. 311 

testantische Partei Tor den Abgicht^o dieees Bischof:; auf ihrer Hut sein 
masB, obwohl denselben gegeoiränig eiu besonderes Interesee mit dem Kö- 
nige von OrosEbritanuien eq verbinden scheint. Dies kann sich bei einem 
Bo onmhigeD und ehrgeizigen Geiste jeden Augenblick andern. 

Se. Maj. bat in bubem Grade die Weisheit des Kurfürsten gelobt, ein 
so beträchtliches Truppencorps ausgehoben cu haben. Auf diese Weii^e 
hat er sich vorlrefflicb in Stand gesetzt, die Sicherheit seiner eigenen aus- 
gedehnten Be^tzunges hiiten, seinen, F renn den beistehen, nach allen Seiten 
hin, während dieser ernsten und unruhigen Lage der Dingo, eine achtung- 
gebietende Stellang einnehmen ed können. 

Se. Maj. hat dn MouHn nnu beauftragt, den Kurfürsten von den be- 
sondem Umständen und von den Motiren der Haltung zu unterrichten, 
welche dieselbe bei der Eröffnung des gegenwärtigen Krieges (zwischen den 
beiden Nationen) und bei dem lucidenzfall des Angriffs des Bischofs von 
Münster auf die Staaten beobachtet bat, sowie ihm auch die Entschliessun- 
gen mitzutheilen, welche Se. Maj. in Zukunft fassen dürne, indem dieselbe 
sich verspricht, dass der Kurfürst seinerseits sich ebenso vertraulich eröff- 
nen wird, damit man, in völligem Einverständniss handelnd, schneller zu 
einem schleunigen Friedcnsschlnss (dem einzigen Ziel und Zweck des Kö- 
nigs) gel «Igen könne. 

dn Moulin wird dem Kurfürsten also sagen, wie Se. Maj., als sie die 
grossen Rüstungen zum Kriege zwischen England und Holland gewahrte, 
zuerst — ans Friedensliebe überhaupt und auch weil sie emsab, dass es 
schwer zu vermeiden sein würde, dass die andern benachbarten Fürsten, 
und namentlich die, gleich ihr, im Besitze ausgedehnter Küsten behndüchcn, 
während der Daner dieses Krieges von demselben nicht ebenfalls stark be- 
rührt würden — all sein Bestreben darauf richtete, eiu billiges Abkommen 
zwischen den Parteien zu Staude zu bringen. Ja auf eine solche Haltung 
wiesen ihn noch zwei andere mächtige Beweggründe hin. Einmal uämlich 
war der König darcb Vertrag ') und seine Ehre verbunden, Holland zu ver- 
tbeidigen, and diese Verpflichtung lag Sr. Maj. nun unglücklicherweise dem 
König von Grossbritannien gegenüber ob, welchen dieselbe mit einer den 
engen Banden des Bluts zwischen ihnen') durchaus entsprechendeu Zärt> 
lichkeit liebt. 

Aber, auch abgesehen bievon, konnte, da die Kräfte der Staaten gegen 
diejenigen Englands notbwendig sehr im Nachtheil erschienen, kein ^'er- 
nanftgrund Sr. Maj. anrathen, die Staaten unterliegen zu lassen und zuzu- 
geben, dass die Obmacht über das Meer vollständig in die Ifände einer 
Nation übergehe, welche sich jetzt schon die souveräne Herrschaft über das- 
selbe anmasst. 

Von diesen Gesichtspuucten aus fasste Se. Maj. den Beschluss, eine 



') Pamer Alliance- und Handeli vertrag zwischen Frankreich und den Oeneral- 
staatBD T«m 27. April 1662. 

■) Cail II. war dDrch leiae Uutter Henriette Oeachwlaterkind mit Lud- 
wig XIV. 



>vGoo»^lc 



312 ^1- Berichte *ou 1665 bii 1666. 

feierlicbe QesandtNCbaft, mit einem PriazeD an der Spitze '), sbzuseadea, 
um den König von- OrossbritannieQ zum Frieden zu ermahnen, demselben 
seine Vermittelung anzubieten und, falls er diese annehme, au dem Ab- 
Rchlnss des Friedens zu arbeiten. 

Der Konig von Grossbritanuiea nahm diese Fröffunngen anf wie es ihm 
anstand. Er acceptirCe die Termtttclung Sr. Maj.; die Gesandten begannen 
alsbald das Verhandlungsgeschäft anzugreifen, indem sie die. Vorschläge 
anf's Tapet brachten, mit welchen sie beaurtragt waren. Indettsen ist nicht 
nur die ganze Campagne vergangen, ohne dasR man die letzte Hand an 
das Friedenswerk hätte legen können, sondern ans der letzten Antwort, 
welche der König von Grossbritannien am V" dieses Monats ertheilt hat, 
erbellt deutlich, dass anf ein Gelingen desselben gegenwärtig überhanpt 
nicht zu hoffen ist. Denn dieser König hat sich nicht begnügt die letzten 
Vorschläge genannter Gesandter zn verwerfen (obwohl dieselben bedeutende 
Concessionen in verschiedenen Puncten zu Gunsten Englands enthielten, zn 
deren Gewährung Se. Maj. sich anheischig machte die Staaten zu bewegen): 
sondern er hat auch eine Erklärung hinzugefügt, wie i-ie ihm in den bis- 
herigen 6 oder 7 Monaten der Verhandlung noch nicht beigekommeu war, 
die Erklärung nämlich, dass er nicht über den Frieden verhandeln könne 
ohne die Minister Schwedens, Münsters und seiner andern Alliirten, welche 
er nicht einmal nennt. 

Da überdera Se. Maj. mit Sicherheit weiss, dass die Aan'ührung von 
Schweden in dieser Iteihe unbegründet war, da das kürzlich zwischen Eng- 
land und dieser Krone vereinbarte DefenHvbündniss nur dann in Wirksam- 
keit treten soll, wenn der König von Dänemark sich demselben ebenfalls 
anschliesst — was dieser, wie er Sr. Maj. das Wort gegeben hat, nicht 
thun will noch wird — : so muss man den Schlass ziehen, dass diese Auf- 
führung Schwedens von Seiten des Königs von England nur geschehen ist, 
um damit seiner Partei ein stärkeres Ansehen zu geben — oder um damit 
der Friedensbandlung ein neues Hinderniss in den Weg zu legen. TJud man 
darf folglich auf den Frieden nicht eher rechnen, als bis die Erfolge der 
Waffen mächtiger auf Geister gewirkt haben, welche von demselben so ent- 
fernt sind. 

Während der Verhandlung haben die Geueralstoaten Sr. Maj. fortwäh- 
rend angelegen, um dieselbe zum Bruch mit England zu nöthigen '), wie der 
Inhalt des Vertrages von 1662 sie dazu verpflichtet. Und Se. Maj. hat 
lediglich aus Rücksicht auf die Person des Königs von England, welche 
sie zärtlich liebt, sich dessen bisjetzt erwehrt, obschon gleichzeitig sämmt- 
lichc engii.'iche Kaper alle französischen Kauffahrer in einer Art behandelt 
haben, wie sie ihre entschiedensten Feinde nicht anders hätten bebandeln 
können. Schon ans diesem einen Gesichtspuncte des Schutzes seiner Un- 
terthaoen und seiner Ehre also konnte der König, abgesehen von aller Ver- 



■) Dem Henog von Verncuil, einem nttOrlicbeD Sohn UeinriDh'i IV. Tgl. 
im. de Pomponne 11. 5. 6. 
•) Tgl. bierOber Basnage. 



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InalruclioD (]u Monlio'B. 313 

tragsverbiudlichkeit, mit vollem Recht den Eot-^chlDstt fasseo, um welchen 
ihn die Holländer so dringend beBtiirmt haben, ja dessen Aufschub diesen 
eo anertrüglich war, dass sie ihre Gedanken oft allem zuwandten, was sei- 
nen Interessen nur am meisten zuwider sein kann. 

Als der Bischof von Münster mitten in der Campagne seine Invasion 
Duternahm, zögerte Se. Maj. — bei einem so klaren Fall offenbarer Aggres- 
sion und einer Person gegenüber, der er keinerlei Rücksichten scbnldcte, da 
ihre geheimen Abi-icbten seinen Interessen noch viel mehr zuwider sind als 
die OfTeatlicben — nicht den Staaten den Schutz (garantie) zu gewähren, 
SU dem sie ihn kraft des erwabnt«n Vertrages aufTurderten, nnd schickte 
ihnen ein Corps von 6000 Mann der besten Truppen des Königreichs '). 
Jedoch auch dies nicht, ohne den Bischof, vorher, in der Zeit da er zu 
nisten begann, auf verschiedenen Wegen wissen zu lassen, dass sich Se. 
Maj. gern bei den Staaten verwenden würde, um ihm jedwede gerechte Qe- 
angtbuaug zu ver'^cbaffen: nur, wenn er die Staaten angriffe, wollte Se. Maj. 
ihm im Voraus erklären, wäre sie verpflichtet diese mit allen Kräften, wonim 
sie von ihnen ersucht würde, zu unterstützen. 

Seitdem Se. Maj. jene Antwort des Königs von England gesehen hat, 
welche das Zustandekommen des Friedens auf Conferenzeu zwischen Mini- 
stem verweist, welche erst binnen 3 oder 4 Monaten in London sein könn- 
ten i— selbst vorausgesetzt (was doch sehr zweifelhaft ist), dass alle übri- 
gen Interessirten ihn dort am Sitze jenes Königs wollten verhandeln kom- 
men: hat sie es fiirder weder ihrer Würde entsprechend noch von Nutzen 
halten können, ihre Gesandten müssig in England zu belassen. Se. Maj. 
hat deshalb vor drei Tagen einen Expressen an dieselben geschickt, mit 
dem Gebelas, heimzukehren*), nachdem sie dem Könige von Bngland ihr 
empfindliches Missvergnügen über einen solchen Ausgang bezeugt, in Folge 
dessen der König nun lediglich darauf bedacht sein wird, jenen Vertrag 
von 1662 pünctlich za erfüllen. 

Se. M&j. verspricht sich nun vom Knrfürsten, dase er sich ebenso ihr 
gegenüber Über alle seine Gedanken and Iut«ntionen eröffnen wird. 

Se. Maj. hat iudessen eine grosse Frende gehabt, aus den letzten De- 
peschen von d'Estrades zu ersehen, dass der neue Vertrag, welchen der 
Kurfürst im Haag verhandeln lässt'), aof dem Punct war zu seiner Befrie- 
dignng abgeschlossen zu werden, wozu sie d'Estrades Befehl gegeben 
hatte seinerseits nach allen Kräften beizutragen. Besonders befriedigt haben 
sie. zwei der Vertragsbedingungen, uämlich 1) dass die Staaten dem Kur- 
fürsten den Platz Orsoy*) überliefern und 2) dass er dieselben gegenwärtig 
mit einem Corps seiner Truppen nnterstützen wolle. 

Wenn besagter Vertrag noch nicht vollendet sein sollte, so wird der 



■) Vgl. Htm. de Ponponne 11. 14. Bamage 1. 762. 
LonToU L p. 86- 

') Vgl. Baanaga I. 77a 

•) T|l. hiwflbar Bteniel p.3T6. Fafondorf X. lOff. 

*> PBtea4orf X. 13. 



qmzcdbvG00»^lc 



314 VI- Bwichte *oD 1665 bis 1666. 

Kurftirat den König ganz besonders dnrch jede WillfShrigkeit rerpflicbtea, 
womit er den AbschlusB desEclben erleichtert, sowie der König eeinerseil« 
d'Estrndeg zn gleicher Nachgiebigkeit stirainen lassen wird. 

Se. Maj. ermahnt den Kurfürsten ferner zu guter Freundschaft mit dem 
schwedischen Hofe; sie wird gern, soviel in ihren Kräften, bei der Regent- 
Echaft') mit dahin wirken, dase der KurfUrbt auch hier seine Satisfaotion 
und eine volle Sicherheit finde. 

Se. Maj. hat mit grossem Vergnügen vernommen, datis seit einiger Zeit 
ein innigeres Verbältniss zwischen dem Kurfürsten und dem Ffalzgrafen von 
Neuburg') besteht; sie ermahnt beide Fürsten, in ihrem eigenen Interesse, 
sich mehr und mehr mit einander zn verbinden. 

Sie kann es sich ebensowenig versagen, dem Kurfürsten mit Wärme 
den Schutz und die gute Behandlung der Katholiken in seinen Staaten und 
u. a. der Kapuziner in Cleve zn empfehlen. 

Se. Maj. wäre gar begierig zu wissen (wenn diese tfachfrage sieb mit 
der Schicklichkeit vertrüge), welcherlei Gcnugthuung das Haus Oestreich dem 
Kurfürsten in der Jägerndorfer Angelegenheit hat zn Theil werden lassen, wo 
seine Rechte so klar, seine Ansprüche so unbestreitbar sind — welche Ge- 
nugthnung ausserdem in Betreff so vieler anderer Verheissungen, die es ihm 
in Regensbnrg und Frankfurt, welche besonders Don Luys de Haro zur 
Zeit des Pyreuäischen Friedens dem Frbm von Blumenthal gegeben"). 

Endlich gereicht Sr. Maj. die Erneuerung der Alliance zwischen ihr 
und dem Kurfürsten und der Gintritt des letzteren in den Rheinbund*) zn 
ausserordeutiicher Genugthuung. Es wird nicht an Sr. Maj. liegen, wenn 
sie nicht ein noch engeres Bunduiss schliessen, worin Se. Maj. dem Kur- 
fürsten dann seinen Vortheil verschaffen könnte, wie er in dem bisherigen 
sich seine Sicherheit verschafft hat. 



Denkschrift ') des Kurftirsten an du Moulin. (Dec. 1665.) 
(Abachrift.) 

[Worflbar er mit den OeneraliUalen nocb nicht einig i>l.] 

Ce qui a accrochä la Prorogation de l'alliaiice d'entre Sa S6r£nit^ 
älectorale de Brandebourg et MM. les Etats des Provioces-unies est 
premigrenient le poiot d'^vacuation. 

Car encore que MM. les Etats aient plueieurs gamisons dans les 
villes et autres places qui appartiennent k Sa S^r^oitä älectorale, sanB 



') Carl XI. von Schweden wer nocb ninderjKbrig. 

') Vgl. aber dia Verb indinn gen twlscben beiden Pnfendarf IX. 71 ff. Der 
endlicbe Erb veibrSdernngB vertrag kam dann un 19. Sept. 1666 tu Sunde. S. aacb 
V. Orlich U. 108—109. Steniel p.2Ö0. 

') Im Jahr 1660 in FnenUr*bia. Vg). Pafendorf IX. 4 

') Derselbe erfolgte eben damals (Pufendorf IX. 65). 

*) Bereit! gedruckt in Uim. d'EBtradea lU. 597 f. Vgl. ebend. 689ff. IT. 26ff. 



:,L_tOO<^IC 



BrKDdenbnrgitche Denkiohriften für dn Honliii. 315 

qne lesdits seigneors £tats [y] puissent pr^tendre aucun droit soit ex 
iure belli ou par quelque autre titre, — si est que Sa ääränit^ decto- 
rale n'a demaudä que la seule ville d'Orsoy ') pour le prtseot et, aprÖB 
la guerre Gnie, Bon chäteau de Guenoep, avec offre de laisser lee ^ar- 
aisoDB des Etats') dans ses autres villes, & Bavoir W^sel, R^es, Em- 
merik et Buderic'), avec l'^vacuation, pour le moins') d^molition du 
fort de Schenk Bitug dana sou territoire, h condition qu'apräs l'alliance 
finie on en conviendra, et que cependant on fera un bon röglement 
seloQ lequel lesditee garniaons serout oblig^es de se gouverner. 

Sa Särinit^ 6Iectorale demande en outre qu'en vigueur des trait^ 
faits d'entre aes ancetres et MM. lee Etats on lui laissera la paieible 
jouisBEDce de la supärioritä et des doniaineB, juridictionB et autres 
droits qui Ini appartienoent, et qn'on redresBe toutes les contraventions 
qni se trouveront Stre faites par lesditeB garnisons ou autrement, et 
que HM. les Etats, eo coueidäration desdites leurs garnisoDB ou") du 
Toisinage, ne s'attribuent aucun pouvoir. autorit^ ou pr^rogatire dans 
les terres de Son AltesBC ilectorale qu'ils ne Youdront souffrir qu'elle 
ose liciproquement dans les ProTinces-unies. 

L'autre point qui a accrochä l'alliance est celui du secours et de 
TassiBtance que MM. les Etats pritendent que S. A. Ü. leur fasse sans 
loi aroir jusqu'ici voulu accorder des subsides convenables, comme 
poortant iU out fait ä d'autres. 

II y a en encore d'autres petits points doot on n'est pas eoti^re- 
meDt*) d'accord; mais, k ce qu'ou a pu remarquer, ceux-lä n'emp€cbe- 
ront pas la coucluBion de ladite alliaoce- 

Denkschrift deB Kurfürsten an du Moulin'). Dat 1. Dec. 1665. 
(Abschrift.) 

[Bedingniigeii , antoi welchen sich der Kuifitrit mit den Oenershtaxen und Frank- 
Teich (Um Kriege gegen HUnaler verbinden will.] 

1) Sa M^estä ayant requis Son Altesse älectorale d'assister les i. D«o. 
fitats-g^D^raux contre l'^vgque de Munster, fera en sorte que ralliauce 

') ^s'- oben die Instruction für du Ifanlin. 
■) de.l'BUt Me. and M^m. d'Eitradea. 
*} Badorich. 

'} et If^n. d'Eatiadea. 
') Fehlt U4m. d'Eitradea. 
*) hiw d'accord Mrim. d'Eatiadet. 

*) Bbenfalb gedraokt in den Mdm. d'Eatiadet IIL b&9. Vgl. ebeod. 589ff. 
iV. 86 ff. 



:,LtOO»^Ic 



316 V'' Bcrichle ron 1605 bis 1666. 

entre S. A. ^1. et les Etats soit condue sans plus de d^lai, tous lee 
pointB en 6tant preeque accordös. 

2) Que les Etats quitteot absolument ■ . ■ ') la vjUe d'Orsoy k 
S. A. *1. et lui donnent auasi de» subsides pour la lev6e et I'entretien 
de see troupes. 

3) Et parce que S. A. il. sera oblig6e k d'autree frais extraor- 
dinaires h l'occasion de la guerre präsente, Ha Majeatä iui payera, outre 
lea flubsides des Etats, «ue certaine notable aomrae durant cette guerre, 
et cela sane aucune faute. 

4) üi S. A. 6[. ou sea 6tata et'} aiyets, sous quelque pritexte que 
ce puisae') etre, venaient k Stre attaquis de qui que ce aoit, Sa Mar 
jestfe promet de l'assister partout avec force et vigueur. [Accordi.]*) 

5) BaMajestÄ ne fera aucun traitfi avec l'ivSque ou sea adhärents, 
ni Beul oi conjointemeDt avec lea Etats, sans le eu et consentement de 
S. A. ^lectorale, et sans qu'elle y trouve entiäreiueDt sa sflretö; ce que 
S. A- 6i. obaervera aussi röeiproquement. [Accord6.] 

ö) Quand S. A. 61. fera agir Bon arniße aux paja ötrangera avec 
Celle de Sa Majest^ ou des Etats, on lui donnera toyjoura les mSmea 
quartiers, vivres et autres avantagea comme aux autrea et ne fera au- 
cuoe difffirence en cette occaeion. [Accordö.] 

7) II sera permia k ä. A. älectorale d'agir ft-part avec son ann^e, 
Bi ce n'eat que la D^ceasitö et la raiaon de guerre demaudät uue con- 
jonction, en quel caa S. A. ^1. ne fera aucune difScultä de joindre 
aon arm6e k celle du Roi ou dea Etats, pourru qu'on laisse la direction 
et la conduite de aon arm^e k aea g^n^raux, comme cette coDJonclion 
ae fera ausai räciproquement avec l'arm^e de S. A. äl. en caa de be- 
Boin. [Accordä-j 

8) Lea ^tats et tcrrea de S. A. 6i. ne aeront cliargäa ni de') Sa 
Majeet^ ni des Etate d'aucuna quartiers ni contributiona ni autres pa- 
reilles incommodit^s. [Accord^.] 

9) On ne fera auasi aucun camp dana lea') paya de S. A. öleclo- 
rale. [M. de Witt dit qu'on mettra: „qu'eu cas qu'on n'y aoit oblig^ 
par une n^ceaaitä indispenaable."] 



') et Bans aucane reierve Hä 

■) oa M. d'E. 

^ püt M. d'E. 

*) In ein«m andern Ezemplii 

*) da la part de M. d'E. 

•) le U. d'E. 



>vGoo»^lc 



RBckkehr und abermalige Sendung dn Houlin's. 317 

10) Ce traiW ne concernera que cette guerre präsente de Muu- 
Bter. [Accord^.] 

Schwerin an hioime. Dat. Cleve 4. Dec. 1665. 

Ida Konlin mitgegeben. Der KorfOral iat ganc geneigt, «ich mit dem KOnigs über 
seine Haltung in der gegen n Artig «n CuDJnnclur in T«r*tandigcn.| 
Schwerin hat Sr. Excellenz zweimal wegen der nämlichen Angele- 4. Dec. 
genheit geschrieben, in welcher Se. Maj. Hrn. du Monlin gesandt bat, 
ohne Antwort erbalt«n zu haben'). Er will deshalb Sr. Excellenz versi- 
chern, d&ne der Kurfürst sich gern mit Sr. M^. in Betreff der „diesseitigen" 
Angelegenheit verständigen wird, „et parce que Son Altesse ilectorale 
s'cBt expliqu^e, seien le döBir du Roi, fort cordialement et saus r6- 
serve, nous soubaiterione bien ausai qu'il plfit ä Sa Majestä de nous 
faire savoir aassi ses senttments, afin que nous nous en paissions taut 
mieux regier. Je me reoiets, au reste, nionsieur, h ce que ledit M. 
du Moulin tous en dira davautage, lequel s'ötant träs-dignement ac- 
jjuittä de sa commission ') , ne laissera pas d'assurer Votre Excellence 
des respeclB que je lui porte etc. 

Denkschrift Ludwig's XIV. fUr du MouJin'). Dat. Paris 

17. Dec. 1665. 

(CoDcept.) 

[du Uoulin abermalB nach Cleve entsendet. Der Künig bat die beiden Denkscbriften 
des KnrfBrsten das Bdndnias mit Holland betreffend in aorgKItige Erwigung geto< 
gen. Er legt die Negotialion darObet in d'Estrades' HRnde, der sich spHter selbst 
nach CleTe hegeben aoll. du Honlip soll sich Dher das Ceremoniell erkundigen, 
welches man am branden burgi sehen HpFe einen fiotachafter dea Känigs gegenQber 
EU beobachten gedenkt.) 

Der Konig ist mit dem Verhalten du Moulin's bei dessen erster 17, Dec. 
Reise zum Kurfürsten von Brandenburg vollkommen zufrieden gewesen — 
and hat deshalb beschlossen, ihn wiedenun zu demselben zu entsenden, am 
ihm im Wesentlichen folgende Eröffnungen zn machen. 

Vor Allem hat Se. M^'. grosse Freude Über die Versicheningeü der 
Znneignug für seine Person and seine Interessen empfunden, womit der 

') Tgl. oben Schwerin'* Brief vom 6. November. 

*) Tgl. M^m. d'Estrades IT. 18. (Ludwig XIT. an d'Estrades S.Jan. 
1666.) Quant ä la ntfceasild dont le sienr de Witt rona a parU que j'ensse en cos 
eonjonolurea-ci noe penonne de ma part anprbs da monsieur l'dleoteur de Brande- 
bonrg, votu anres tu pat l'artivde du aiear da Uoulin k la Haje, que je Tavois 
eoDnnS comme Ini, et y avoia ponrm par l'enToi dudit dn Uanlin, que vona 
iTouTerei, je m'assure, fort intelligent et fort sage. 

') (Welcher wieder lom KnrfBraten EorÖckgeaandt wird.) 



:vGoo»^lc 



31S Tl. Bericlil« von Ifi6& bii t6C6. 

KorfllKt du Moulia beauftragt hatte. Der Küaig erwidert dieselben Ton 
Herxea darch seiue ganz besondere UochKcbätzuDg der persOatlchen Bigen- 
Bcharten des KnrfürKten a. s. w. 

Sc. Maj. bat ferner mit vielem Vergniigen von der Neigung des Kor- 
fjirüteu erfahren, sich mit den Gencralstaaten , BGiaon Verbündetes, sn rer- 
citiigen, um dieselben in dem Kriege zd unter stützen, welchen der Bischof 
vun Münxtcr ihnen erklärt hat ). Sic hat die beiden Denkschriften, welche 
diT Kurfürst du Mouliu zugestellt hatte, in Borgfaltige Erwftgnng geto- 
geti, iusbirsondere die Darlegung der Bedingungen, auf welche hin derselbe 
sieh mit ihr und den Stnatiii wider jenen Uischüf zn verbinden bereit 
ist'). Da indest'cn die Erfüllung der meisten jeuer Bedingungen Yiel- 
mehr von diesen letzteren abhängt als von dem König, der nur dun 
ertnahueu kann (wie er stets getliau und anch durchaus weiter zn tbun ge- 
denkt), so hat üe. Maj. geglaubt, keinen bessern Weg einschlagen zn küa- 
neu als den, dietsc ganze Angelegenheit in die Hände des Hrn. d'Estra- 
des, seines ausserordentlichen Botschafters in Holland, zn legen. Diesem 
befiehlt der König, sich, nach gehöriger Instruction über die letzten Ab- 
siehtcu der Staaten, unverzüglich selber noch Cleve zu begeben, nu alle 
diese Angelegenheiten mit dem Kurfüri^ten zu Ende zu bringen. Eine De- 
pesche St. Maj., welche du Mouliu an d'Estradea überbringt*), macht 
denselben mit allen bctrefTenden Intciitionen des Kbuigs, namentlich auch 
hinsichtlich der Artikel der von du Monlin mitgenommenen Denkschrift 
des Kurfürsten') bekannt. ... Cependaot, il') peut I'assurer*) ea g^D^nit 
commc lui ayant ^t^ dit de la propre boucbe de Sa M^estä, que \ta 
ordres qu'il portc audit sieur d'EBtrades aont de s'employer autant 
qu'il sera en son pouvoir et en sod Industrie pour m^nager en cette 
nägociatioD les avantages et toutes les Batiafactions dudit eieur älecteur. 

VoiU en substance tout ce que ledit du Moulin aura i. dire, k 
son paBsage ä C16ves, pour ce qui rcgardc les affaires; maia avant 
qu'en partir pour aller & la Haye, il devra pressentir ou de l'^lectear 
lui-meme ou par Ic moyen de scs ministres, quelle sorte de röcep- 
tiun et de traitemeot ledit ^leeteur fera k l'ambassadeur du Roi') ..., 
et cela comme de lui seulement, sous prätexte d'eu informer ledit 
sieur d'Estrades ...; et eomme le sieur de Liunne, par ordre du 
Roi, a infomiä ledit du Moulin de tout ce qui peut regarder ce point 



'> Vgl. U^m. d'Eilradea III, 611-6IS. 

') S. oben die Dcnkaebrin vom t. Decamber. 

') S. dimelbe Urim. d'Eitiadvs UI. 589 ff. (vom 1 

*) S. oban. 

•) (du Uoulin.) 

*) (Dan KairSrataD.) 

"] Tgl. H^n. d'Eatiades UL 696. 696. 



>vGoo»^lc 



Abermalige Bendang du Monlin'a. 319 

des*) c^r^monies, Sa Majestä a jug6 superfiu de s'en expliquer plus 
partieuK^retuent dans ce memoire. 



Ludwig XIV. an den Kurfürsten. Dat. 19. Dec. 1665. 
(Concept) 

[Beglnubigangnscbreiben tär da Monlin.] 
Be gl au bignngt schreiben ftir du Moniin; im Siuue der luGtructioo für 19. Dec. 
denselben rom lt. ejusd. '). ... „Comme j'agis en ceci pour la defense 
de tnesdits alli^s, ainsi que j'y suis Obligo, je vons assure aussi que 
je me propose pour un autre objet priucipal le maintien du repos de 
Teinpire, auquel vous savez que j'ai contribuä daus la condusion de 
la paix de Westphalie et depuis par les soins cootinueU que j'ai pris 
de la conserver." 



Lionne an Schwerin. Dat. Paria 20. Dec. 1()G5. 
(Concept.) 

(du Moni in mitgegeben.] 
Lionne benutzt die Rückkehr du Monlin'a, um Schwerin die Be- 30. Dec. 
zengungeu seiner Dienstergebenheit zu erneuern. Er zweifelt nicht, dass 
diese zweite Reise des Abgesandten dem Kurfürsten sehr angenehm sein, 
und Schwerin bereitwillig mitwirken werde, um die Dinge zu einem schnel- 
len Absehlnss zu führen. — Der erste Brief Schwerin's*) will schlechter- 
dings nicht zum Vorschein Icommen nnd Iwonne ist über das Verbleiben 
desselben beunruhigt. 



Der KurfUrBt an Ludwig XIV. Dat. Cleve 30. Dec. 1665. 

[Anlwort auf dea Königs SchreibcD Tom 19. December] 

Monseigneur mou träs-honor^ cousio, les assurances qull a plu i, 30. Dec. 
Votre M^estö de nie donner de la coutinuation de sa bieuveillance 
envers mot par sa r^ponee de Paris du 19<i>e du courant*) et que le 
Bieur du Möulio m'a confirm^es plus amplement de bouche m'ont iti 
si ch^ree, que je ne souhaite rien avec plus de passion que d'avoir 
le moyen d'en t^oigoer & Votre Majeetä la träe-v^ritable recounüa- 
sance qul m'en demeure. Je supplie Votre Majestä d'en Stre enti^re- 
ment persuadto et de croire que j'aurai toujours une passion fort sin- 

■) d«l(i. 

*) B. oben. 

*) Vgl. oben Sofafrerlii'B Briefe an Lioniia vom 8. Not. und 4. Deo. 1666. 

*) B. oben. 



>vGoo»^lc 



320 VI. Berichte von 1665 bia 1666- 

c^re pour tout ce qui concerne ses iatSrets, corame je me suis d^clarä 
plus au long et en detail audit sieur du MouHd, esp^rant qu'il en 
fera uq fid61c rapport k Votre Majestä, k laquelle je souhaite, au reste, 
toutes sortes de prosp^ritÖB imagioables et suis toujours etc. 



Ludwig XIV. an den Kurftirsten. Dat. 12. Jan. 16C6. 
(Concept) 

(BcgIaDbiglingssch reiben rür Colbert-Croiisi, der seinen Weg aber Holland nimmt. 
d'Estradc» bat Beinen Poalen nicht verlassen können.] 
1666. Beglaubigungsschreiben für Colbert-C roii>B i. — d'Estradea, des 

l2.Jan. Köuigä ausserordentlicher Uotscbafter iu Hollaod, hat ihn wissen lasEen, 
ein wie grosKer Nachtheil da^on zu bcBorgeii sein würde, weou er auch nur 
für einen Angenbliclf einen Posten verliesse, wo zu jeder Stunde hochwich- 
tiges eintreteu könne, wobei seine Gegenwart absolut nothwendig wSre '), 
So hat der König denn um so lieber eine besondere Person seines Hofs 
•gewählt, die er noch besser von seinen Gesinnungen unterrichten konnte. 
Dieselbe wird ihren Weg über Holland nehmen, um genauer über die In- 
tentionen der General Staaten belehrt bei dem Kurfürsten anzulangen. — Es 
ist Herr Colbert, Mi^lied in seinem Staats- und Privatconseil und maitre 
de requ^tes ordinaires de son hAtel, ein höchst ausgezeichneter Mann. 

Instruction Lndwig's XIV. fiir Colbert-Croissi. 

Dat. 12. Jan. 1666. 

(Concept.) 

[ Sendung, das BUndniaa dea KurrOrSten mit Holland herbei lUfOhrcD. 
IrklUrung wird nebenbei auch die Hahung der braunachweigiscben Her- 
:n. AiisfQbrliche Darlegung der vorangegangenen Verhandlungen du Mou- 
Sattades'. Der engliiche Oeaandte in Cleve. Oeld, welehea deraelhe 
Weshalb mau nicht d'Estradea dorthin geaandt hat. ETent. darf Ci>]- 
a in Aiusicht itclIeD, wenn der Knrfilrat nftmlich lu einem engeren 
dniaa in Betreff der eigenen Inlereasen des Küniga bereit iai.] 
rt wird die Wichtigkeit der ihm übertrageuen Verhandlung leicht 
innen. Von ihr hängt es ab, ob es gelingen wird den Kurfilr- 
randenburg sammt einem ansehnlichen Tmppencorps für die 
lolländer gegen den Bischof von Münster zu gewinnen, welcher 
Invasion nicht mehr lange aufrecht erhalten könnte, oder ob 
Kurfürsten gerade im Gegentheil die Partei des Bischofs neh- 
i Staaten angreifen sehen soll, wozu er durch einen engliechen 



iben des RSniga Denkachrifl tHx dn Uonlin vom 17. Dec. 1665 and 
ren Qrllnde, aua denen nan Ton d'Eatradei' Sendung abaab, nuten 
D Colberl'i. 



>vGoo»^lc 



Sendang nnd Inatructioo Colbert'a. 331 

Abgeeandten ') , dnrch sein« Scbwiegermatter und insgeheim vielleicht aach 
durch das Haas OoBtreich lebhaft angestachelt wird. 

Die ErkläruDg des Kurfürsten zu Oaastea der Staaten ist, abgegehen 
- TOD dem Gewicht gomer KrKft« und dem Ausebea seiner Person, welches 
den Kaiser in Bezng auf eine bewaffnete Cnterstütsung des Bischofs vor- 
sichtiger machen wird'), anch höchst Dotbweodig, um dem Schwanken der 
beiden brannscbweigischen Herzöge, Oeorg Wilhelra's von Celle und 
seines Bmders, des Bischofs von Osnabrück '), ein Ende zu machen, welche 
12,000 Hanu anf den Beinen und mit den Staaten über ihre Unterstützung 
in diesem Kriege verhandelt haben. Doch haben diese bisjetzt gezaudert 
irgend einen Act der Feindseligkeit gegen den Bischof zu begehen, indem 
sie das gewissermassea von dem Vertrage abh&ngig machen, welchen die 
Staaten mit dem Kurfürsten vou Brandenbui^ schliessen würden; sei es 
nun um ihrer grösseren Sicherheit willen, sei es aus Freundschaft für den 
Kurfürsten nnd in der Absicht ihn zu begünstigen, indem sie die Staaten 
zur Bewilligung seiner Forderungen uöthigen. — . 

Colbert soll uun zunächst eine vollständige Kenntniss der Sachlage 
und der bisher vou Sr. MaJ. iu dieser Richtung getbauen Schritt« erhalten, 
auch ehe ihn d'Estrades miindlich weiter unterrichten wird. 

Folgt die Erzählang der ersten Sendung du Moulin's. Die beiden 
betreffenden Denkschriften*) findet Colbert abschriftlich beigeschlossen. 
— Der König bat die ganze Angelegenheit an d'Estrades verwiesen und 
an diesen die Depesche gerichtet, von der ebenfalls eine Copie hier beige- 
legt wird'). Colbert wird daraus ersehen, daH» der König du Moulin 
noch ein zweites Mal nach Cleve zurücksandte, mit dem Auftrage, dem 
Kurfürsten nur zu sagen, dass er sich nach dem Haag begebe, um d'Estra- 
des den Befehl zu überbringen, vou Herrn de Witt die definitiven Ab- 
sichten der Staaten hinsichtlich des Vertrages zu erkunden, alsbald darauf 
indessen selber nach Cleve zu kommen, um hier die Sache wo möglich zum 
Abschlnsa zu bringen. 

In der Zwischenzeit zwischen diesen beiden Reiseu du Moulin's ist 
beim Kurfiirsten ein englischer Abgesandter, Namens [Vane]*), eingetroffen, 
welcher an diesem Hofe die Summe von . . . ') mal hunderttausend Franken 
«erthetlt haben soll'). Und in der That ist das sehr wahrscheinlich, nicht 
allein, weil Se. Maj, auch Nachricht von England Jiei der Abreise dieses 
Uesandten hatte, wonach man demselben 10,000 Pfund Sterling (also eine 

') Vgl. Ober deniolbeD iWaltsi Vbdc) Pufendorf X. 15 u. sonst, t. Oilioh 
IL 38, Uiia. d'EstiadaB 111. 608. 61». 627. IV. 8. 14. 98. — Er toblug dem Kor- 
ffliuea vor, die Vetmitlelung EwiuilieD deo streitenden t'arieien lu übernehmen. 

>) Mäm. d'Estradee 111. 612. 

*) Urnst August, apltisr erater Kurfdrit von Hannover. 

') Vgl. p. 8U ff. 

■) (SchnJben des KODiga «n d'Estrades vom 18. Dec. 166&.) 

*) Name im Ua, unlcaerlicb. 

'} Die Zahl gani nndentlicb. 

") Vgl. Slenael p. ^6 (nacb einem Brief van Benningen't an de Witt). 
Maler, iw G«Mb. d. Gr. KurtBnira. U. 21 



:,L_tOO»^Ic 



323 ^[- ^«ricbte tod 16fi6 bis 1666. 

entspreche Dde Summe) in die Hand gegebeo, sondern auch wegen der of- 
fenbaren Wirkung dieser QeldvertheÜDDg; denn du Moulin hat das zweite 
Mal die Sprache des Kurfürsten und seiner Minister sehr ver&ndert ge- 
fanden. 

Se. Maj. hatte du Moniin auch beauftragt, sich „sane affectation" 
nach der Behandlung zu erkundigen, welche der EnrfUrst einem franiösi- 
schen Botschafter (ambassadeur) würde zu Theil werden lassen, um dies 
dann d'Estradea niitzutheiten '). Es handelte sieb dabei namentlich um die 
rechte Eaud, welche das Kurhaas Brandenburg nnd der gegenwärtige Knr- 
furst selber den Botschaftern gekrönter Häupter stets ohne Schwierigkeit 
und Streit gelassen hat. Indessen, erstaunlich genug, man hat darauf ge-. 
antwortet, da» sei zwar wahr und sogar noch der letzte Botschafter, wel- 
chen man am Hofe gesehen, der Marquis von Gonzaga'), habe diese Ehre 
genossen; iodessen, seitdem habe der Kurfürst ein anderes Reglement ge- 
troffen nnd gewähre dieselbe nun keinem mehr'). 

Da du Moulin d'Estrad«s diese Antwort brachte, wünschte jener, 
wie ea iu der Ordnung war, erst neue Ordre vom Könige zu erbalten und 
schlug seinerseits vor, was auch in der That angemessen war, dass er den 
Kurfürsten uun nur in der Eigenschaft eines ausserordentlichen Gesandten 
(envojg extraurdinaire), mit Beieeitesetzung seines Characters als Botschaf- 
ter, sehen könnte. 

Gleichwohl hat der König aus mehreren Gründen diesem Auskunftsmit- 
tel seine Zustimmung nicht ertheilen können') und, ohne diesem Incidenzfall 
irgend weitere Beachtung zu bezeigen, den Entschlnss gefasst, diese näm- 
liche Sendung vielmehr Herrn Colbert zu übertragen: unter den Yorwän- 
den für diesen Wechsel, die Colbert aus seinem Beglaubigungsschreiben 
au den Kurfürsten — dasselbe ist a cachet volant — ersehen wird'), — 

Um aber hiernach znm Kern der Sache zu kommen: so wird Colbert 
1) aus dem Briefe des Königs an d'Bstrades vom 18. Dece raber sehen, 
was Sc. Maj. für angemessen fand, auf die Denkschrift des Kurfürsten zu 
erwidern, weiche der letztere du Moulin bei dessen erster Beise mitgege- 
ben hatte"). 

Man sendet Colbert auch die Antwort abschriftlich, welche d 'Estra- 
des am 4. Januar auf dieae Depesche 8r. Maj. gegeben), nachdem er 

■) Tgl. ob«D. — Mim. d'E«trad«t llt. 595. 596. 

■) Im JkLr 1660 (Tg). Pufendorf VIEL 64). 

■) Vgl. auch Mim. d'Bstrade« IV. 3<l ddiI PufeDdorf X. 12. Bed com biee 
quM hiDC inde concipiebsntar fonnuUe dod coDgroerent, Strada regia soi inita op«- 
ram ei foederi conoilUndo offerebat. Quem elcctor Cllvoi aceedeia optabat. 8ed cum 
ia digniorem locum in elcctoris aedibua vetere Caenarcorum et regiornm legatonim 
more aibi depoacuret, id qaod eIector«a de compacto detncepi band petmitlere decre- 
verant, id iter amiMum est. 

•) Mdm. d'Estradea IV, 43 ff. 

') Vg). oben p. 320. 

*) 8. oben. 

') Vom 10. Jan.? «vgl. Mim. d'Eatindea IV. SSf.}. 



:vGoo»^lc 



InitraotioD Colbert'i. 323 

Herrn de Witt die Deokscbrift des KarfurBten and die Enrideningea Sr. 
M^. mitgetheilt hatte. Ebeoso werdea ausserdem di»ADtworteD de Witt's ') 
ia einer DeDkschrift beigeBchlossen. 

Femer desgleichen ein SchreibeQ dee Königs rom hentigea Datum au 
d'Estrades, welehea Colbert diesem selber überreichen wird und woraus 
sie beide die Willeusmeiaangen Sr. Msj. hinsichtlich einiger Puncte der 
Antwort de Witt's ersehEn werden. Colbert wird bei seiner Ankunft 
im Ha^ tod d'Estrades den letzten Staud der Angelegenheiten erfah- 
ren, und eie werden mit de Witt conferiren müssen, damit Colbert voll- 
stSndig unterrichtet znm Kurfürsten abreist. 

Colbert wird aus den Piöcen, die man ihm zustellt, eDtnehmen, dass 
in Betreff des 3"" Artikels von des Kurfürsten Denkschrift') Se. M(ü- 
d'Estrades geheissen hatte dies Ansuchen schlechterdings zurückzuweisen 
nud sich darüber gegen de Witt zu erklaren, damit dieser sich keine Er- 
wartungen darauf mache. d'Estrades hat dies auch bereits ausgeführt 
und de Witt seinerseits seine Anerkennung der Gründe (Ur ein solches 
Yerfahren des Königs ausgesprochen. 

Dem Kurfürsten selbst gegenüber hatte d'Estrades Befehl ein wenig 
anders aufzutreten. Nftmlich so, das» er ihm zwar jede Hoffnung nehme, 
dies besondere Subsidjnm Sr. Maj. für den Münsterschen Krieg zu erlan- 
gen, auf den der Kurfürst seineu Vertrag, dem letzten Artikel seiner Denk- 
schrift*) zufolge, ausschliesslich beschränken will, — ihm jedoch gleichwohl 
zu erkennen gebe, Se. Maj. würde ihm gern ein solches Subsidium bewilli- 
gen, wenn er sich in andere, grössere Engagements mit ihr für ihre eige- 
nen Interessen einlassen und ihr, nach Beendigung des Münsterschen Krie- 
ges, seine Truppen geben oder doch in ihrem Dienste verwenden wollte. 

Einige Tage nach Abgang dieser Depesche vom 18. December (welche 
du Moulin bei seiner zweiten Reise mitgegeben wurde) veruahm Se. Maj. 
von allen Seiten her von Tergiversationen des Kurfürsten, von der Ankunft 
jenes englischen Abgesandten bei ihm, von seinen fortwährenden Verhand- 
Inngen mit Ministem des Hauses Oestreich nnd Gesandten Münsters — und 
war also in Sorge darüber, d'Estrades eine solche Eröffnung an den 
Kurfürsten befohlen zu haben. Denn sie befürchtete nun, derselbe möchte 
vielleicht einen gar Übeln Gebrauch davon machen, „soit par sa l^göretö 
naturelle, eoit parce quc toue ses miniBtres sont ou malintentiouDäs 
eu gagn^a par lea Autricbieos ou par les Anglais." Und so würden 



■) 8. oben p. 816—317. Dort iit luob ta enebea, du« Art- 4—8 jinH Denkiahrift 
>Dt keinen Widenprach itiueeD. Bei AtL$ (.On ae ten muasi ancuo omp dane 
let pay« de B. A. fl.') wollte de Witt dioaeb lugeMUI haben: qn'an ca> qu'on 7 loit 
Obligo pit ans aiettüti indiipenublB, 

') «Et p«Tce qne 8. A. il. «era oblig^e k d'auirea tni» extroordinairea k Tocoa- 
■ion de la gueire pr^enta, Sa Majeai^ lai p*7^>i outre lei ■ubsldea d«i £tata, uno 
certaiDc notible Bonine duraot cetto gucrre, et cela «in« ancane faule,* vgl. oben 
p. 816. 

') 10. Co ttmHi ne coucernera qna cell» gtierre pr^aente de Uuniter. 

21* 



qmzcdbvG00»^lc 



324 ^^- Beriobto Ton 1G65 bl« 1666- 

denn die eifiea und die aadero eifabreu, dtuB der Kurfürst rou 8r. Maj. 
anfgefordeit w.ord«i, ünn, nach Volleadnog des Münsteracheo Krieges, ihre 
Tinppea zD überUseen — aud diese KeantJUSE nur dazu dieaeo, die Bil- 
dang entgegeogcsetst^r Ligueu nad Usioneu zu befördern uad zu erleichteru. 

Diese Einsicht (liuniöre), welche Se. Maj. Colbert eröffnet, soll dazu 
dienen, desselben Verhalten hinsichtlich dieses Punctes zu regeln und ihn 
abzuhalten, irgead einen Sehritt in dieser Richtung zn thnn, weicher Sr. 
U^. zum Nacbtheil gereicheu könnte. Se. Maj. glaubt nur, dass es nichts 
schaden kann, wenn der Kurfürst (irie nicht zu zweifeln) die nfccnlicbe Sub- 
sidienfordemng gegen ihn erneut, nach Auseinandersetzung der (des Königs 
Depesche vom 18. December zu eatnehmeaden) gerechten Gründe, welche - 
Se. Maj. rerhindern dieselbe für den gegenwartigen Münsterseben Krieg za 
bewilligen, hinzuzufügen, dasx dien überhaupt auf alle Fälle nur dann ge- 
schehen könnte, wenn der Kurfürst andere Verbindungen mit üir zu Gun- 
sten ihrer eigenen Interessen eingehen wollte — ohne sich näher hierüber 
zu erklären. 

Es wird gut sein, wenn Colbert nicht vergibst sich von d'Estrades 
darüber unterrichten zu lassen, was zwischen ihm und de Witt hinsichtlich 
eines Qedankens vorgegangen ist, welchen der König gehabt hat, um den 
Bischof von Münster eher zur Vernunft zu brmgen und den Colbert aus 
einem beigefügten Auszüge der Depesche Sr. Mty. au d'Estrades vom 
I. Januar') entnehmen wird. — Denn, sei es nun, dass die Staaten das 
ihnen in so verbindlicher Weise gemachte reelle Anerbieten Sr. Maj., ihnen 
eine gauze Armee gegen den Bischof zu senden, angenommen, oder dass 
sie vorgezogen haben, den letzteren das uur fürchten zn las.sen und sich 
mit der Fiction zu begnügen: so wird dieser neue Incideuzfall Colbert 
für seine Verhandlung vielleicht sehr nützlich sein können. Und zwar, um 
dem Schwanken des Kurfürsten ein Ende zu machen, indem mau ihm ent- 
weder kundthut, dass die Staaten, indem sie jetzt die Macht Sr. M^. weit 
mehr als bisher gebrauchen können, auf seine Truppen leicht verzichten 
könnten — oder, indem man ihm — indirect und ohne Drohung — die Be- 
sorgniss nahe legt, er möchte sich durch Ergreifen der Gegenpartei iu eiue 
gar büse Affaire verwickeln und das nämliche Corps, welches gegen den 
Bischof marscbiren solle, sich selber auf den Hals ziehen. . — 

ludessen soll Colbert die höflichsteu GrUsse (les civilit^s empressäes) 
vom Könige bestellen. — 



Der braiidenburg. Agent [Beck] an Lionne*). Dat. 14. Jan. 1666. 
(Abeclirift.) 

[6«icbwerde darGber, daii ilia Truppen des KUnig* im Üeriogihum CIbtb Quartiere 
genommen haben.) 

14. Jan. L'agent de Brandebourg a ordre de monseigoeur l'ilecteur sou 

■) S. liim. d'EelTBdes IV. 9-10. (Lionne an d'Eatradea I.Jan. ICen.) 
■) Vgl. Mdm. d'Eitrftdei IV. 39. Der KOnig tcbreibt an d'Eatrad«s hler-' 



:,LtOO»^IC 



IuBtroction Colbert'a. Die rranidsiichBii Trapp«D Itn Clevlsefaoi. 335 

maHrd de prier monmigDenr deLionne derraloir reprteenter aa Roi 
que comme Sa S^r^nitä älectorale ee sent fort oblig^e des aseuraDces 
qu'il a plu k Sa Majesti de lui donoer de son affection, et qu'elle ne 
permettrait pu que dans la ceajoncture prtoente des affaires et les 
dtoordres de la guerre les pays et Aats de monseigneur l'älecteur aouf- 
rissent aocun dommage, aussi a-t-il (sie) 6ti eztr^mement surpris de roir 
que, contre la capitul^tion falte avec les seigneurs les Etate-g6n^raux 
des Provinees-unies et au refiis de leure propres villee, comme celles de 
Nim^gue, ZUtpben et autres, les troupes da Roi commandäes par le sieur 
de Pradel se sont logäes au duchä de CUves dans les villes, forte- 
resses et places des garnisons de ä. Ä. älectorale, ce qui cause la ruine 
eDÜ6re de ce duch^ et autres terres adjacentes de son oMissance, les 
villes lui ^taot reudues inutiles par la d^sertion des habitants; de sorte 
que Sa S6r6iiiti älectorale souflire des pertes notables dans ses biens et 
revenns, et ne peut £tre maltre ni jouir de ce qui lui appartient, saus 
parier des insolences et pilleries que les gens de guerre commettent 
joumellemeDt dans le plat-pays k la vue ni§me et juequ'aux portes 
de sa räsidence. 

Ce proc^ä ^tant träs-flcbeux et contre ce qui a it^ jusqu'ä prä- 
BCRt si louablement pratiquä par Sa Majest^ trös-chr^tienne dans toot 
l'esipire, ob eile a toiyours fait religieusemeot observer la paiz depuis 
qu'elle a 6tä coDclue h Munster, Sa S^ränit^ äleotorale est enti^rement 
persuad^ que c'eet eontre son inteotioD et ses ordres, et qu'elle ne 
voudrait pas traitei autrement le ducbä de Clöves que les autres pro- 
viDees et itats de l'eDipire dont il (sie) est membre. 

G'est pourquoi le seigneur älecteur de Brandebourg espöre que 
le fi«i De Ini retusera pss d'apporter un prompt remöde k ces däsor- 
dres et commandera au sieur de Pradel de demuider incessammeot 
dautres quartiers aux seigneurs les £tats'6to6raux pom- le logement 
de ses troupes ') ; que meme Sa Majestä n'aura pas däsagr^ble d'en 
torire auxdits seignears les Etats et d'ea donner diarge expresse k 



ober Q. a.: Vodi communiqDerei cel article na tieur Colbart anisildl qn'il ler» 
•rriv^, el vons verrei enaemble «reu le sieur de Witt, ce qu'il poum dire de 
mienx aadil tiecteur de Brandebourg, pour empEuber qae le» cabales contrairei ne 
ri«nn«nt k bont da detsenf qu'ils oot d'aigrir son aiprit et d'enpäober U conoliuioD 
de son trait^. Ebend. p. 42. 

') Vgl. Paf«Ddorf X. 12. Qai (tc. Belgae) M ioterim QiTioa oppida enomi 
praeaidlo oneraTeraDt, inmiMO qooqne Oallico milite proTincialibna admodam mo- 
jMt«: D« qqid fbfta «iMIor in oppida iita t«ntaret. 



>vGoo»^lc 



326 Tl. Bericht« TOD 16^ bii 1666. 

moDBeignenr boq ambaesadeur ä la Haye, de quoi Sa Sär^U £lecto- 
rale la prie inslanimeiit de ce füre. 

Lioiine an Colbert. Dat. 15. Jan. 1666. 
(Cöncept.) 
15. Jan. Der Kurfürst hat ihm gestern durch seinen Agenten eine Denkschrift') 
zastellen lassen, wovon er Colbert Abschrift schickt. Der König schreibt 
desvegeu an d'Estrades. — Se. Maj. schickt der Karfürstin ein Qe- 
Gchenk, welches derselben seit nur zn langer Zeit versprochen gewesen 
•ist. , , . ') 

Lionne an Colbert. Dat. 23. Jan. 1666. 
(Concept) 

[Die TerfflgDog Ober die Oratifioitlonea betreffend. Die Stuten woilen Depotirte 
nacli ClcTe isaden,) 
23. Jan. Was er Colbert die Verfügung über die OratificationeD betreffend an- 
empfohlen hat, war nur seine persönliche Meinong, der allerdings von nie- 
mandem widersprochen worden war, als er davon in Gegenwart Sr. Maj. 
geredet. Indessen hat er noch die genane Willensmeinung Sr. Mi^. dar- 
über wissen wollen, and dieselbe hat ihn beanftragt Colbert mitzntheileo, 
sie wolle ihn in keiner Beziehung binden; er möge das alles an Ort und 
Stelle so gnt wie möglich einzurichten snchen. II ne vou8 sera pas mal- 
ais^ de coDDattre au vrai, de quel pied marchent lee geus et l'^lecteur 
m€ine, et particuliöremeut depuis qu'il aura sigaä le traitö, D'ätant guire 
ä präBumer qu'il vonlait faire ce pas qui d^aobligera l'AQgleterre, sans 
avoir deasein de tenir ce 'qu'il aura promis, leB ratifications mSmes 
pouvant Stre expMi^ee et ^cbang6es de part et d'autre en buit jours 
de temps. . . . M. d'Eetrades me mande par sa demiöre dip£che . . ., 
que MM. lee Etats faisaient partir dea d^put^s pour aller A Clöves; 
TOUB y arrirerez bien & propos pour obliger lea parties ä se joindre ou 
pour renouer la nögociatioD. 



Colbert an Lionne. Dat. Haag') 24. Jan. 1666. 

mit de Witt uod d'EctradM. Die Bobwierigeo Piiiicte der Verband- 
en Staaten nnd Braodenburg: das SnbiidiDm , die Ganuitie der eOl- 
bnrgiacben PllltH o. s. w. Bevemingk in Cleve. Gute Boffbangen 
Q Vorschlag an Frankreich in Betreff der Sabsidien. Beencb Colbert's 

bei der Frinieesin Ton Oranien] 
hat mehrere Conferenzen mit d'Eatrades und de Witt ge- 



koQft daselbst hatte Colbert Lionne schon am 21*t» angaMt^ 
. d'Eetradei IV. 58 ff. 



;vGoo»^lc 



TaAudlitBK«n Colbert's in Hug. 327 

habt Er will sich nicht dabei tuifhaiteo, die Schwter^eit«n aarsaühlcD. 
welche die Stttateo io Betreff der Sati.-'faGiioQ des Kiirfiirst«ii f^owie vefen 
eeiDcr Fordening, d&üe die Qarantie, welche ihm jene durch die (Hiheren 
Vertrüge für seine Plätze an dea Küsten des baltischen Meers Te^:^p^ochen, 
BüT Beine gesammten Besitzungen in Preni^Een und Pommern ausgedehnt 
werde, nnd wegen einiger anderer ähnlicher machen. — Diejenigen Poncte, 
welche die meierte Mühe machen möchten, sind') ]) das SnbBidinm, wel- 
ches die Staaten dem Korfürsten geben sollen. Sie bieten ihm nämlich das- 
selbe, was sie den Herzögen ron Braanschweig gegeben haben, d. h. die 
Anshebang nnd Unterhaltung von 2000 Pferden nnd 4000 Fnüssoldaten, 
unter der Bedii^nng, dass er i-etber die Truppen aushebt and eine gleiche 
Zahl nnterhält. Der Kurfürst dagegen verlangt von jenen Aushebung und 
Erhaltung von 8000 Mann, indem er sich erbietet, die Aushebung zu besor- 
gen und den Unterhalt der übrigen 4000 snf sich zu nehmen, und zwar so- 
wohl in Rücksicht darauf, dass er für den Augenblick von der Restitniion 
Orsojs abgestanden ist*) aU weil die Staaten ihm versprochen haben, ihn 
günstiger zn bebandeln als die Herzöge von Brannschweig. Ton de Witt 
sind mehrere Vermittelnngsforschläge (exp6dients) gemacht worden, welche 
der Kurfürst verworfen hat. d'Estrades seinerseits war mit einem an- 
dern hervorgetreten, nämlich dem Kurfürsten, ausser jenen 6000, noch die 
Unterhaltung von 2000 Mann, jedoch ohne die Aushebung derselben, 
zn bewilligen. Die Agenten des Kurfürsten wären hiermit auch sehr ein- 
verstanden, aber de Witt hat den französischen Diplomaten erklärt (,nons ') 
a däclari"), dass die Staaten darein nicht willigen würden, weil, wenn der 
Krieg andauere, dies nicht nur schon au und für sich eine sehr erhebliche 
Vermehmug der Kosten fiir sie sein, sondern auch den Braun Schweigern 
Veranlassung geben würde, dieselbe Fordemng an sie in stellen. Statt 
derselben, hat er ihnen zu verstehen gegeben, könnten sie ein Aeqnivalent 
an Oeld für diese Unterhaltung auf vier Monate bewilligen, und es ist wahr- 
scheinlich, dass der Kurfürst baares Oeld jener Unterhaltung (von noch 
einer Anzahl Mann) vorziehen wird. 

Die 2)<* Schwierigkeit betrifft Rheinberg nnd die andern Plätze des 
cölnischen Landes nnd Nenburgs'), wegen deren der Knrfürst keine Ga- 
rantie einzugehen sich verpBichten will. Und Colbert hat gefunden, dass 
er bei dieser Einwendung in seinem guten Recht ist, sowohl nach dem In- 
halt der früheren Verträge, als auch weil es ihm als Kurfürsten des Reichs 
Übel ansteht, die genannten Plätze gegen etwaige gerechte Unternehmungen 
von Cöln nnd Nenburg, ihren rechtmässigen Herren, ed garantiren, und zwar 
gegen den Vertrag von Münster und gegen die besonderen Alliance vertrage 
der betreffenden Fürsten. Deshalb ist er denn in de Witt gedrungen, ihm 
ein AuBkunftemittel an die Hand zu geben, nm diese Schwierigkeit auszu- 



•) Uim. d'Eatrade« IT. 45. 46. 

■) Tgl. oben (Denkicbr. vom 1. Dec 1665). U d'E. ni. 612. 

■) d'Ettradea n. Colbeil. 

*} Bav«uteiD n- •■ w. (vgl. PDfendorf X. 11). 



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328 ^'' Bericht« von 1665 U* 1666. 

gleichen, de Witt hat hiegegen viel Widerstreben bezeigt, indem er be- 
hauptet«, daee die Garantie des Enrfurüten fiir sie sonst völlig werthloB 
wäre, weil gerade jene Plätze vorzugsweise ihre Staaten deckten: indessen 
köonten sie wohl in den nämlichen Vorbehalt (räserve) willigen, den Se. 
Mäj. zn Gunsten der genannten Fürsten in seinem AlliaaceTertrage mit den 
Vereinigten Provinzen gemacht habe. Uud dies wird den Kurfürsten wahr- 
scheinlich zurriedens teilen. 

Es bleibt aber noch eine andere Schwierigkeit. In den ereteo Ent- 
würfen des Vertrages hiess es, dase der Kurfürst sich für den Krieg nicht 
engagire, welcher zur See zwischen England und den Staaten geführt wird. 
Nachher hat der Kurfürst die Worte »zur See" streichen lassen. Indess, 
wenn er in gutem Glauben handelt, so steht zn hoffen, dass er diesen Ar- 
tikel lassen wird wie er war, nnd dasa man sogar dazu in Betreff etwaiger 
Absichten der englischen Truppen noch etwas wird hinzuffigen können. 

Colbert wird dort an Ort nnd Stelle Herrn Bererningk')i Groes- 
sehatzmeister von Hotland, finden, welcher Befehl hat, die Erneuerung dieses 
Vertrages nach Kräften zu erleichtem. So hat er denn viel Hoffnung mit 
seiner Sendung zu reussircn, zum mindesten in dem was dae alleinige In- 
teresse der Staaten betrifft. Aber de Witt ist überzeugt, dass der Kur- 
fürst und seine Minister gauz gewonnen sind, et afin de le reodre plus 



') Vgl.Pnfendorf X. 12ff., Bkaoage I. 793, über die Person Mlbit aber OMneDt- 
lioh Wicqnerott AmbiMadeut II. p. 2B0: HierOmeBeveTning Bat «um doDM un 
du Premiers hominea dea ProTinces - Uniss poor 1* ndgocialion. La rille de Qonde 
(QoudaS qui d'aijleurs ne manqo« pa« ile grand« »njeta, I'a üpxui pina d'una foia aai 
aasembi^GB dea ritata de ]a prorinoe de Hollande et aus colUgea de g^D^nliltf, et il a 
to^fonra parFaitemeot bien r^poodu ä oe qu'on pouvüt ae promettre de aon babileiä. 
Co fat lui qiii en Tan 1664 ät avec Oliviet Ctomwel le traiU qni dooua lapaix 
ans Ptorincea-Uoies , maia qni Uillit ä lea jeter dana uiie gnerre cItÜ« k cauie det 
intrir^ta da prince d'Orangi: qui, aeloa l'avia de qnelqaea-uns, n'j avateDt [las iti 
bien m4otg4». La Hollande en aon particulier fot tellement aatiaraiu du aerrice qa'il 
Ini rendil en calte renconlre, qu'elle lui fit donner la obarge du iri»ori<sr • gioirtl; 
o'eat-k-dire de prämier ministre dea Pcorincea-Uniea. II n'; a point d'aflaire ai dif- 
ficilo qa'il ne d^mele loraqu'il a'j vent appliquer. Si on en Teat dea prearea, il 
DO fant qne voit le tralcd qa'il fit coDclara k Clivea btsc l'^rEque de 
Mnnater en Tan 1666, ot il n'a paa moina henrenaeneBt nrigoei^ K Uadrid tou- 
obanl lea importanta int^rSta daa proviocee de Flandrea. 8'i1 n'a pae r^aai k Co- 
logne, il a'en Taut prendro li la mauraiM diapoaition dea eaprita et i la mtebaaU 
coi^onclare des atfuirea plstOt qa'li aa maniite d'agit qai s'eat toujoara aouianne aveo 
U mime foroe. Aaaai lui a-t-oD confi^ toule la D^ooialion qui a'eet leite k Nime- 
gue, et c'eat lui qua lea ^Utü odI cboiai pour Taller aoberer avec le Bai tt^a-cbi^ 
tien auprea de Oand. 11 ae troave rebutd de« emplois, de «orte qu'an lieu qme let 
autrea les eherchent il lea Tuit, aimanl mieux ao poaa^der dana aa aolitude champiire 
que de oourrir le cbagrin que lea aSTairea luE daonent et qui bien aunvent ne lui 
eat paa moina iocommode qn'ii ceua qui oDt k n^gociet aveo lui. Pont faire le ca- 
racltre de Berern ing, il Taudroit une autre plume que la mienne, parce qu'k en bien 
eiaminer tontea lea partiea, il ae trouTera qne, aana une petita in^alitd qni ae ren- 
coDtr« dana aon bunenr, II o'j a rien qui ne aoit «oherA 



>vGoo»^lc 



Colhtrt'i TerhaDdlongen Im Haag nnd Ankauft in Cleve. BsTeraingk. 339 

retena k coDtrerenir au trait^ qn'on pourra faire avec lui, il none avait 
oDvert nn avis qui est qu'encore que Sa Majeet^ ne dotve rien contri- 
baer anz sabsidea qn'ils pr^tendent lui donner pour l'eDtrelien de bcb 
troupes, n^nmoins eile voulfit bien qu'il fdt donnä taut en son noro 
qn'eo celui des Etat«, afin que ledit ^lecteur ait sujet de croire que 
8'il manque audit ttaM, il pourra aroir affaire au Roi. Hierbei finden 
d'Eslrndes and er (Colbert) auch kein Bedenken, nnd es Ecbeint sogar, 
dasfi man den Enrßirsten anf diese Weise zu einem engeren Anechlass &n 
Se. Maj. führen könnte '). 

Da man ihm mitgetheilt hat, dase der Geist der Prinzessin von Oranien 
vollkommen am Hofe des Kurfürsten herrsche'), obwohl dieselbe hier im 
Haag ist, so hat er geglaubt, ihr — wenn auch nichts von ihr zn hoffen 
ist, sogar im Gegentheil — gleichwohl seine Aufwartung machen zn sollen '). 
Molken in erster Frühe reist er ab. 



Colbert an Lionne. Dat. Cleve 28. Jan. 1666. 

[Hittheilung Bevcmingk's. Luge der Sacben und Stinunung der einielnen PertOo- 
liobkeitea dis Hof«.} 
Colbert ist diesen Morgen angekommen und wird morgen um eilf Uhr 38. J«n. 
Andienz haben. — Beverningk hat ihm mitgetheilt, dass der Barun Ton 
O e 8 *) und der englische Gesandte unausgesetzte energische Anstrengungen 
machen, um den Kurfürsten für die Münsterscbe Partei oder wenigstens 
zum Verbleiben in der Neutralität zu gewinnen, indem sie sich ganz richtig 
denken, dass auch im letzteren Falle die Streifereien (les courses) der staa- 
tischen Garnisonen, Truppenpas sagen in sein Gebiet und andere Anlässe 
zum Streit, welche die Fortsetzung des Kriegs dieselben ihm zu bieten 
zwingen wird, ihn zn einem offenen Bruch mit den Staaten drängen wer- 
den. Und Colbert besorgt sehr, dass ihnen dies glücken möchte; denn 
die Prinzessin von Uranien und die KurRirstin sind augenblicklich den Ab- 
sichten Oestreichs und des Königs von England geneigt, indem sie meinen, 
dase der letztere viel znr Wiederherstellung des kleinen Prinzen von Ora- 
nien in die Aemter und Würden seiner Vorfahren beitragen könne. Ausser- 
dem erwägt die Knrfürstin auch noch, dass ihr Gemahl, wenn er sich er- 



') IndMseD lehnt Lionoe dies AniinneD im Namen des Künlgi durch sein Schrei- 
ben an Colbert vom ö. Februar ftb. Er bAlt dasselbe für eine List (adi«ne^ de 
Witt'a, wHlohe Se. Mi^. entweder in die Lage bringen könnte wirklieb die Koslen 
tragen lU mflsien oder Dm des Wartbruche (manquomenl) der andern willen deo Kur- 
taraten la Terlieren. 

') Vgl. Uim. d'Estradea IV. «4. 

') Vgl. ebeod. p. 59. Hadame la prtncease d'Onnge a ii4 trbs-aatisfaite de la 
Tiait« qns monsienr Colberb Ini a lendoe. La princease d'Anhalt, u filte, n'en 
a pai moint titaoignd de joie, st je t$i» qu'elles ont rforit favorablement k Clbvea aar 
loD ai^jet. 

*} Ocsandter de« Kaiaen. 



>vGoo»^lc 



330 ^' Berichte TOD 1665 bis 1666. 

klärt, selbst wird an die Spitze eeioer Armee treten wollen, dasH ihn dann 
Schwerin') (als Goavernenr der kleinen Prinzen) nicht begleiten nnd ein 
anderer degsen Stelle einnehmen könnte; diese Krwfignng wird bei ihr mäch- 
tiger sein eis jede andere, um sie znr Unterstützung der Neatralitüt zd be- 
wegen. Was den Knrfursten selber angeht, so ist Beverningk überzengt, 
dass er ziemlich geneigt ist sich mit den Holländern zn verbinden, aber 
zurückgehalten durch die Furcht vor den Schweden. . . . Beverningk hatte 
Colbert auch gesagt, das» alle andern Schwierigkeiten beseitigt seien nnd 
er hoffe, man würde deu Vertrag binnen drei Tagen geschlossen haben. 
Nichtsdestoweniger hat Colbert aus einigen kleinen Streitigkeiten, welche 
Pöltnitz and Beverningh bei ihm (da sie ihn beide besachten) hatten 
wohl erkannt, dass diese Schwierigkeiten nicht allein nicht beseitigt sind, 
sondern sogar, sobald jener eine Forderung zngest«he, die Minister des 
Karfürsten, welche diesen Vertrag nicht wünschen, ihm neue schwierigere 
in den Weg legen, nnd dass sie diese Angelegenheit in die Länge ziehen 
werden, wenn die Dazwischenkunft des Königs nicht der Unentscblossenheit 
des Fürsten ein Ziel setzt and die Vertheilung der Oratificationen nicht 
seine Minister gewinnt. — Beverningk hat ihm anch gesagt, dass der 
Kurfürst geSuesert habe, man habe die Garantie des Königs für ihn nnd 
seine Staaten gewünscht, im Fall er angegritTen würde, und da Colbert 
sieht, dass der König in der Denkschrift des Kurfürsten für du Monlin 
zu diesem Artikel „Genehmigt'^ gesetzt hat'), so kann dies keine Schwie- 
rigkeit mehr sein. — Beverningk hat ihn, nach einigem Umschweif, halb 
scherzend (plutöt par forme de gracienser qae d'interroger) gefragt, ob er 
nicht Ordre hätte einen besonderen Vertrag mit dem Knrfursten zn scblies- 
sen, worauf ihn Colbert des Qegentheils versichert und ihm versprochen 
hat, dass der König ihm gestatten würde, nach Abschluss jenes andern Ver- 
trages heimzukehren. Macht ihm der KnriTirst Propositionen in dieser 
Kichtong, so wird er sich dieserhalb an die Vorschrift seiner Instmetion 
halten und Beverningk nichts davon mittheilen, es sei denn, dass man 
es ihm anders beföhle. 



Lionne an Colbert Dat 29. Jan. 1666. 
(Concept) 

BD, ob dei KnrfQnt dem pftpttlicheD Nantiu« dsu Voiruig eingerintnt 

babe.) 
n Könige seinen Brief gelesen, worin er ihm Beine Ankunft im 
!f). 

der König weiter nicht mehr darau denkt, dass der Kurfürst 
hat Herrn d'Estrades den Ehrenplatz zn lassen, so wünscht 

ab« VarbiltnUs iwitchen der KarfDrgCin Lni«« aod dem ■Itaren Otto 

1 l>t oameDtliob aoi t. Orlicb's Werk bekanDt 

iben die Denktohrift de« KtuRInteii ui du Moniin vom I. Deo. 1666. 



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„Gooi^lc 



332 '^' Berichte van 1665 bis 1666. 

Colbert an Lionne. Dat. Cleve 2. Febr. 1666. 

[AadisDE bei dem KaifärBten and der KurfBritlo. Ente GesprAe)|e mit Scbwerin 
und Anhalt. BcbneHer Ahschlnsi dei Knrtüntta mit BeTeroingk. TerdOcbtige Mo- 
tire deaaelben. Schwierigkeiten , «eiche die Staaten noch gegen dieM VereinbarnDg 
erheben. BeapreohnDg mit Schwerin Aber franzlBisohe Snhaidien und einen engeren 
Vertrag des EnrfttraleD mit dem Könige. Colbert stellt anheim, oh er Ober einen 
Bolchen in förmliche Unterbandinng treten aoU. BeTerningh'i Verhalten nicht var- 
tranaotroll genag.] 
r. Er hat schon neulich geschrieben, dass er am 29. t. M, am 11 Uhr 
Aadienz haben sollte').- In Anbetracht der Honneurs hat mau nichtfinn- 
terlassen, was die Ehrfurcht vor dem Könige bezeigen konnte. Anch die 
Veraicherangen der Wohtgeneigtheit Sr. Maj. hat der Kurföret in Ans- 
drücken erwidert, welche seine Erkenntlichkeit nnd gote Gesinnung bekun- 
den, insoweit die Schwierigkeit, womit derselbe sich auf französisch aus- 
drückt (er bediente sich dieser Sprache) das gestattete. — Indem Colbert 
nun dem Fürsten von der Erneuerung der Alliance mit den Staaten sprach, 
sagte er demselben u. a., der König sehe wohl, dass es dem Ruhm des Kur- 
ftirsten gelte, seine alten ungerecht angegriffenen Freunde und Bundesge- 
nossen zn unterstützen, dass es aber in seinem Vortheil liege, den Krieg 
von den Grenzen seiner Staaten zu bannen, — was wahrscheinlich ohne 
weiteres eintreten werde, sobald er seine Trappen mit denen des Königs 
vereinigt haben wurde. Der Kurliirst erwiderte ihm, dass er die Erneue- 
rung dieses Bündnisses immer begehrt habe, und dass die Dazwischenknnf^ 
Sr. Maj. ihm dieselbe wünscbenswerther mache, dass indess die Staaten 
sich gar zn schwierig zeigten. Er habe schon, auf die Remonstration der 
Staaten hin, dass dies ihnen ähnliche Forderungen von Seiten Cölns zuzie- 
hen würde, von der Aaslicfcrnng Orsoys abgelassen'); sie stünden aber 
auch an Ausdrücke in den Vertrag aufzunehmen, welche nur im Geringsten 
die Bereitwilligkeit bekunden könnten ihm nach dem Frieden sein recht- 
massiges Eigenthum zurückzugeben. Die Subsidien, welche sie ihm anbö- 
ten, wären nicht einmal so hoch, als die sie den Herzögen von Brann- 
schweig bewilligt hatten. Der Kurfürst sprach ihm darauf von den staatischen 
Truppen höchst verächtlich und meint, sie würden den seinigen und denen Sr. 
Maj. nur schaden, wenn sie mit ihnen vereinigt wären. Er fügte hinzu, dass 
die Schweden sich mit dem Bischof von Münster zu verbinden im Begriff 
seien, sammt den Kurfürsten von Cöln und Münz, dem Pfalzgrafen von Nen- 
bnrg und vielen andern. — Colbert suchte den Kurfürsten zunächst davon 
zu überzeugen, dass er, indem er sich für die Holländer erkläre, den Ruhm 
haben werde diesen Krieg zu beendigen, dass umgekehrt das Gegcntheil 
(wenn er die andere Partei ergriffe oder neutral bleibe) denselben verewi- 
gen (perp^tuer) hiesse. Er sagte dann weiter, dass er seine Minister und 
Beverningk um eine Denkschrift über die Schwierigkeiten, welche diesen 
Vertrag verzögerten, bitten, dann mit dem letzteren darüber conferiren und 



') ^S'' ^hen den Brief vom i 
') Vgl. Pufendorf X. 12. 



>vGoo»^lc 



Stinmang der einitloei) PertODm vn Hola. ColberlfB ente V«rliaDdluDgeii. 333 

sie endlich gemeinschaßlich die Ehre haben würden dem Knrflirsten Bericht 
hierüber zu erstolten. 

Er bat auch die Kurfürstin gesehen and sich bei dieser sogar des Bun- 
des, welchen dieselbe mit dem Könige dnrch die Taafe des Prinzen ihres 
Sohnes ') geschlossen, als eines Grundes bedient, nm sie znr Unters tu tznng 
eines guten Erfolgs seiner Sendung durch ihren Einfluss zu bewegen. Und 
sie hat ihren guten Willen dazu bezeugt. Sie zweifle nicht, sagte sie, dass 
die Yermittelung des Königs die Entscbliessung des Kurfürsten bestimmen 
werde; sie mische sich zwar nicht in Staatsangelegenheiten, werde aber doch 
mit Freuden, so viel in ihren Kräften, dazu beitiagen u. s. w. Kurz, Cot- 
bert hat bei der Kurfürstin ein viel lebhafteres Interesse für die Befriedi- 
gung des Königs als, wie ihm schien, bei dem Kurfürsten selbst gefnndeu. 
Die Folge wird zeigen, ob das Verstellang oder aufrichtig ist. 

Er hat auch Schwerin gesehen, welcher ihm bei der ersten Conferenz 
— abgesehen von seinen Gomplimenten und eifrigen ErgebenheitsTersicherun- 
gen — ungePthr ebenso gesprochen bat als der Kurfürst. Schwerin hat 
ihm gesagt, das» er vom Kurfürsten Befehl habe ihn anfzusucheu, um ihn 
von den Schwierigkeiten dieses Vertragsabschlusses und besonders von den 
Dhigen, die der Kurfürst von Sr. Maj. begehre, zu unterrichten. 

Desgleichen sah er den Fürsten von Anhalt, welcher ihm am wenig- 
sten günstig von dem Vertrage sprach und behauptete, dass die Holländer 
gar zu sehr mit dem Kurfürsten feilschten und die Absicht bekundeten ihn 
zu t&uscheu. Colbert hat dagegen seine Ueberzeugung nicht zurückge- 
halten, dass der Kuriurst zu grossmüthig sei ura von seinen Freunden allzu 
harte (rigoureuses) Bedingungen in einer Zeit zn verlangen, wo sie seiner 
Hülfe bedürften. 

Tags darauf hat er Beverningjc voi^eschlagen ihn zu besuchen, da 
er Schwerin erwarte, damit nicht Separatconferenzen Veranlassung zu 
MlBStrauea g&beu. Beverningk sprach seinen herzlichen Dank für dies 
aufrichtige Verfahren ans, theilte ihm aber zugleich mit, dasx er Btaspiel 
erwarte: nach der Unterhaltung mit diesem werde er zu ihm kommen. Er 
kam auch in der That, wollte aber, so lange Schwerin da war, nicht hin- 
aufkommen (mais il ne voulut poinl monter, tant que ledit eieur de Schwe- 
rin j fut). Nachdem Schwerin weggegangen, wirft Colbert Bever- 
ningk dies leise vor und unterbreitet ihm alle die Functe, von denen ihm 
Schwerin gesprochen und welche er zu Papier gebracht hatte. Sie con- 
feriren darüber in der Kürze, indessen, da die Zeit drängt, legt man die 
Prüfung für ein anderes Mal zurück. 

Nachmittags geht er die jnngen Prinzen sehen und sagt bei'm Abschiede 
zn Schwerin, er suche nun Beverningk auf, um mit diesem zuzusehen, 
inwieweit mau den Kurfürsten hinsichtlich der fraglichen l'uncte befriedigen 
könne. Aber jeuer antwortet ihm, das sei nicht mehr nöthig; da Bever- 
ningk sich in den Conferenzen mit Blaspiel nachgiebiger gezeigt und 



') Des PiiniGD Friedrich (oacbnialigCD KOnigs f 
getauft am 29. Juli Iböl (vgl. oben p. l'J<)). 



:vGoo»^lc 



334 ^I- BBriohte tod 1665 bii 1666. 

dann alles and jedes mit seiner Korf. Dnrcbl. festgestellt habe. Colbert 
bezeugt hierüber grosse Freade, und insbesondere deshalb, dass der Enr- 
fürst so schnell darch Thatsachen seine Achtang vor der Yenuittetung Sr. 
Maj. bekandet habe; er schmeichelt Schwerin persönlich mit der Ans- 
sicht anf die Dankbarkeit des Königs. Und gleich daraaf sacht er Be- 
verningk auf, welchen er damit beschäftigt findet an de Witt nad die 
Staaten zu schreiben und die zwischen ihm und Sr. Kurf. Darchl. festge- 
stellteü Artikel und Bedingungen in's Reine zu bringen. Er bezeigt Be- 
Tcrningk ebenfalls seine Freude, aber dieser scheint ihm ein wenig übeis 
rascht. Doch sagt er ihm, dass die wenige Zeit, die ihm bis znm Abgange 
der Post (ordinaire) übrig sei, ihn abgehalten habe, ihn von seinen Abma- 
chnngen mit dem Kurfürsten in Kenntniss zn setzen. Er habe sogar Grand 
zu besorgen, dass seine Herren seine Nachgiebigkeit in BetreBf einiger Ar- 
tikel nicht völlig billigen würden^ so u. a. in Hinsicht der Subsidieu, vo 
der Kurfürst gefordert habe, dass, auch im Fall seine Erklärung nnd die 
Vereinigung seiner Truppen mit den ihrigen dem Kriege ein Ziel setzte, 
ihm gleichwohl alles für die Aushebung und die Unterhaltung seiner Trap- 
pen anf vier Monate Versprochene bezahlt werde. Er habe dies in der 
Erwägung zugestanden, dass die Aushebung doch auf jeden Fall zu- 
nächst geschehen müsste, dass man aber auch die Zahlnng der vier Monate 
Unterhalt nicht über den Tag verschieben könne, wo der Kurfilrst Revae 
über seine Trappen halte. — Beverningk hat Colbert ferner gebeten 
dem Herrn Botschafter (d'Estrades) zn schreiben, dass er beliehen 
möge die KatiScation bei den Staaten zu unterstützen. Colbert tfaat diea 
sogleich und sagte ihm darauf, er wolle sich nnn zum Kurfürsten begeben, 
um demselben die Befriedigung knndzndtun, die es dem Könige gewähren 
würde zn erfahren, bis zu welchem Qrade er seine Vermittelung geehrt 
habe. Er wolle hinzufügen, wie er die Genehmigung des KnrfUrsten zn 
haben glaube, wenn er Sr. Maj. diese gnte Kunde durch einen besondem 
Courier sende. Beverningk erwiderte, das sei alles schön nnd gut, in- 
dess zn beachten, dass der Fürst ihm Oeheimniss empfohlen habe, bis er 
seine Truppen zusammen haben würde. Freilich, fügte er hinzu, denke er 
nicht, dass der Kurfürst das Oeheimniss auch auf Colbert anszodehnen 
beabsichtige, und auch Colbert selbst kann das nicht glauben, da sie doch 
beide in derselben Angelegenheit gesandt sind. — Der KurfUrst selber wie- 
derholt ihm in Bezug anf das Oeheimniss was ihm Beverningk gesagt 
hatte: gleichwohl werde es ihm sehr angenehm sein, wenn der König von 
der Rücksicht unterrichtet werde, die er auf seine Vermittelung genommen. 
Allein all dies wnrde in einer so ibistigea Manier vorgebracht, dass Col- 
bert einigen Orand zu dem Argwohn schöpfte, es möchte etwas wtder die 
Interessen des Königs im Werke sein, „ne voyant guire d'appafence qae 
ledit älecteur, agitö par leg sollicitations des envoy^s de rempereur 
et de l'Aogleterre et en leur pr^nce, pdt prendre une Bi prompte r^ 
Solution de lui-mgme; que, quand m€me I'interpositioD du Roi, qui 
riritablement doit €tre bien puissante auprös d'un prince ferme et telaird, 
arait pu produire de ei pronapts effels auprös de celui-ci, il n'au- 

Dqitzc.::::,LTOO»^IC 



Eilige VenUiaä'ignag des KarfOnteo mit BaTCraiagk. 335 

rait') pas m'en &it an Beeret*), et, an coatnure, il s'en seriut onrert 
k moi premiörement et m'aurait &it voir par lä le pouroir qn'avait 
aar Ini l'interpoaition du Roi ou, an moins, il m'aurait envoyä quärir 
dans le m^me temps qu'il avait conclu arec ledit Beverning, pour 
me le dire. Et pour ce qui regarde aes ministres, je ne voyais point 
auasi qu'ayaat l'äme ränale et ^tant gagn^s, comnie on m'a fait en- 
tendre, par )a maison d'Autriohe et par rAngleterre, ila fussent capa- 
bles, saus €tre assur^a des gräces du Koi, de donner nn conseil ei 
conforme au desir de Sa Majestä, s'ils ne voyaient en meme temps 
d'autres moyens de satiBfaire l'empereur et le roi d'Angleterre." — 

So hat denn Colbert mit denjenigen, von welchen er am meisten Liebt 
erhalten konnte, soviel als möglich conferirt, und alles, was er TerDommen, 
ihn in seinem Misstraaen bestärkt, dass unter den Kotiven, die den Eur- 
fiirsten bestimmt haben, die Ungednld obenan steht, die französischen Gar- 
nisonen die Platze Terlassen zu sehen, wo sie in noch grösserer Zahl als 
die holländischen sich befinden nnd über die er sieb nnanfhörlich bekl^'), 
obwohl Colbert ihm davon schon gemSss den betreffenden Anweisungen 
in der Depesche Lioune's gesprochen hat. Ihn drängt dabei auch die 
Furcht vor dem Uebel, welches dieselben ihm zufügen könnten, im Fall er 
sich gegen die Staaten erklärte oder selbst nur die Neutralität bewahrte, 
bei welcher es für ihn unmöglich sein würde lange in Cleve zu verweilen 
Das SubsidiuQ], das er durch Zeichnung des Vertrages für seine Truppen 
gewinnt, ist ebenfalls ein dringendes Motiv. Dazu nun die Wahrschein- 
lichkeit, ja nahezu Oewissbeit, bald den Frieden mit dem Bischof von Mün- 
ster zu Bcbliessen. Und da der König von ihm ausdrücklich nichts ver- 
langt als die EmeueruDg der Alliance und die Vereinigung seiner Tim ppen 
lediglich für diesen gegenwärtigen Münsterischen Krieg, so wird der Kur- 
fürst vielleicht beabsichtigen, nachdem er Se. Maj. zufriedengestellt bat, 
nunmehr auch das Haus Oestreich und den König von England zuft'ieden- 
stellen zu dürfen: d. h. so, dass er Jenen zu erkeunen giebt, unmittelbar 
nach Beendigung dieses Krieges habe er freie Hand sich mit ihnen enger 
als jemals zu verbinden — und vielleicht schon jetzt Verbindungen mit dem 
Kaiser anknUpft, um denselben in der Absicht zu unterstützen, welche man 
ihm hier unterlegt, n&mlich von den Niederlanden im Namen der Infantin*) 
Besitz zu ergreifen. Dies entspricht auch den Interessen Englands, das dann 
die Armee des Kaisers künftig augenscheinlich durch die Truppen Münsters 



') o'«*»it Ml. 

*) Der Argwohn und Zoro daa franifia, UofM ( 
■Dcb noch in dem ScIiceibcD Ludwig'» au d'Eit 
(M^m. d'Eatritde* IV. 130). 

■) Vgl. oben p. 824 ff. 

•) e«incr Verlobten Margaretha Tbereiia, jOngeren Tochter König Phi- 
lipp'« IV. Ton SpsRien, welche ihm am 12 Dce. 16fiC vermBlilt ward, vgl. aber da« 
Anbefaen, welchea damala dieaea GerOchl erregte, Ranke Frant. Geioh. Ul. 298. 



:,1^tOO»^Ic 



336 V- BericbUl tob 1666 bü 1666. 

oud, wie g«iagt, vielleicht auch darch diejenigen Bruidenbiirgs veretftrkt 
sieht, welche ZDEammeD sich den Trnppea 8r. Maj. widersetzen kannten. — 
Allerdings, voraufgesetzt dass die Holländer für den m&chtigen Schatz, den 
der König ihnen gewährt bat und noch gewährt, stets recht erkenntlich blei- 
ben nud sich von den Interessen Sr. Maj. nicht trenoen, kann dieser Al- 
liaocevertrag mit dem Kurfürsten, nach Colbert's Meinung, dem Könige 
doch nur vortheilhaft sein; denn er wird offenbar einem Kriege ein Ende 
setzen, nach dem die Holländer auf dieser Seite frei und besser im Stande 
sein werden, die Absiebten des Königs zu unterstützen (»leconder). Col- 
bert glaubt, dass von Seiten de Witt's und des grössten Thetls der 
Herren Staaten nichts zd furchten ist, indem er übrigens hierüber, da es 
ausserhalb seines Bereichs liegt, auf Herrn d'E.strades verweist. 

Im Uebrigen hat ihm Beveruiugk gestern gesagt, dass er Schreiben 
vou den Herrn Staaten empfangen habe, welche ihn anwiesen, anf zwei 
Puncten, welche er nachgegeben, vielmehr mit Nachdruck zu. bestehen. Der 
eine davon betrifft die Restitution des Oenneper Zolls'), welche der Kur- 
fürst, nach Colbert's Ansicht, mit vollem Recht« verlangt; der andere ist, 
dass der Commandant der kurfürstlichen Truppen den Staaten den £id lei- 
sten soll , den ganzen' Inhalt des betreffenden Vertrages nnverbrüchlich in 
beobachten. Der Kurfürst will, dass dieser Commandant nur ihm schwä- 
ren ') und den Staaten lediglich ein van ihm gezeichnetes Schriftstück ge- 
ben soll, wodurch er anerkennt jene Erfüllung des Vertrags in die Hände 
des Kurfürsten eidlich gelobt za haben und verspricht dies zu halten. Auch 
dies erscheint Colbert durchaus billig; er hat an d'Estrades gestern 
geschrieben, wie er nicht zweifle, dass derselbe die Staaten zur Bewilligung 
des einen wie des andern dieser Puncte leicht bewegen werde. 

et d Versprechungen hat er bisjetzt noch keinem der b ran de nburgi scheu 
Minister gemacht. Man wird sich dieser zu bedienen haben, wenn es sich 
darum handeln wird, ihren Einfluss zu gebrauchen, um den Kurfürsten zu 
einem engern Anrchluss an den König zu bewegen. Ausserdem giebt ihm 
seine Instruction keine Vollmacht zn solchen Eröffnungen, sondern er soll 
danach , wenn der Kurfürst vom Könige Subsidien beansprucht, daranf mit 
den in den Depeschen Sr. Maj. angeführten Gründen antworten') und über- 
haupt von dieser Vereinigung des Kurfürsten mit derselben nur unter Vor- 
behalt (par forme d'exception) und in den ihm durch jene Instruction vor- 
geschriebeneu Ausdrücken sprechen. Dies hat er denn auch mehrmals so- 
wohl dem Kurfürsten wie Schwerin gegenüber gethan. Der erstere hat 
ihm kein Wort darauf erwidert, Schwerin aber geantwortet, das heisse 
doch wohl auf die Interessen des Königs eingehen, wenn man sich den 
Bundesgenossen desselben zum Behuf eines Krieges anschliesse, welcher 
nur der Weg (acheniinement) zu einem möglichen andern grösseren zwischen 



') Vgl. Pnfcndorf X. 14. 

'J PafendarT X. 13. Haud qaoqne deconim, duoem qni electoris copiia p 
Bcieodua alt, B«lgis jurejurindo te obstringsre, relul lioic parum Sdalnt. 
') Vgl. oben Colbsrt's losUuctiOD vom 12. Jannar. 



:vGoo»^lc 



BeaprechungcD übur rraniOi. Subaidiea u. etnen eagern Vertrag mit Frankreich. 337 

jenen aad dem Kaiser um Brabauts willen sei — und der Kurfürst wäre 
überdem uit dem Könige schon durch den Rheinbunds vertrag alliirt. 
äcbweriu hat ihm dann auch von 100,000 Thaicrn gesprochen, die dem 
Kurfürsten von Seiten den Königs durch Bloudet, d'Avaugour nnd an- 
dere Minister Sr. Maj. im Norden gemacht seien — und, nachdem er f^ich 
nachdrüclilich über den guten Stand, worin der König seine Finanzen ge- 
bracht, verbreitet, Colbert bereden wollen, dass es sich für die Orösse 
Sr. Maj. ziemte, dem Kurfürsten endlich diese Summe za zahleu, der sich 
derselben nun bireits durch xwci Verträge') — mit Hintansetzung dessen, 
w»n er dem Kui^e^ schulde — verbunden habe. Er hut ihm ferner zu ver- 
stehen gegeben, dass man vou anderer Seite ausehnüchere Anerbietungen 
mache, und dass dieter letzte Verti-ag dem Kurfürsten viele Feinde auf den 
Hatfl Eiehen könne. Und dabei zeigte er ihm deutsche Schreiben von Üölu 
nnd Mainz, worin diese abmahnen ^ieh zu Gunsten der Holländer zu er- 
klären. Darauf lie.^s sich Schwerin in eine weitläufige Rechtfertigung sei- 
ner Person ein, dass man ihn beschuldigt habe östreiebii'ch zu sein und die 
hunderttausend Thaler nicht haben annehmen zu wollen, um seinen Herrn 
nicht zn einem Bündnisse mit Frankreich zu verpflichten. — Colbert 
bat sich begnügt zu erwidern, dass dies Geld, wie er glaube, unter Be- 
dingungen versprochen worden sei, welche der Kurfürst nicht genehmigt 
habe; der rheinische Vertrag und der gegenwärtige beträfen nicht unmit- 
telbar die Interessen des Königs, in Hinsieht des letzteren müsste es ge-' 
nügen, dass der König seinen Alliirten ein Truppencorps von 8000 M. ge- 
liehen habe . . . : auf jeden Fall könne jenes Subsidinni nnr bewilligt werden, 
wenn der Kurfürst noch andere Verbindungen mit dem Könige auf des- 
sen eigene Interessen bezüglich einzugehen sich bereit zeige. — Schwerin 
wiederholt hierauf nnr seine früheren Reden, der Kurfürst verbinde 6ich 
Sr. Maj. hinlänglich durch den gegenwärtigen Vertrag. Colbert fürchtete 
nun, dass, wenn jener keine Aussicht erblicke, nach Beendigung des mün- 
sterschen Krieges eine Unterstützung vom Könige zu erlangen, dies für 
Ihn Veranlassung werden könnte die Allianee mit dem Eai^er und Eng- 
land zu nnteri-tützcn, da der Kurfür.-t vor Allem der Xothwendigkeit 
seine Truppen zu verabschieden entgehen und von irgendwo die Mittel ha- 
ben möchte dieselben zu nnterhalti-n. Kr ging also etwas weiter vor nnd 
fügte hinzu, er habe ihm nur gesprochen und könne ihm nur sprechen im 
Hinblick auf den münsterseheu Krieg, den Gegenstand seiner Sendung: da 
Schwerin ihn aber unterrichte, dass der Kurfürrt riu gTo>* Verlangen 
trage sich dem Könige naeb Beendigung dieses Krieges noch eng^r zu ver- 
binden, so möchte er ihm eine Denkschrift über die Bedingungen und An- 
erbietnngen, welchen man Sr. Maj. für diesen Fall stelle, geben; er würde 
dieselbe dann durch einen Courier an den König senden. Da der König 
zu einem herzlichen Einverständniss mit dem Kurfürsren sehr geneigt sei, 
so wage er zn hoDen, derselbe würde darauf entweder ihm befriedigende 



') Vom 24. Febmu 1656 nod 6. lUn 1664 >. oben). 
Malar. lur GMcb. i. Cr. Kuirunitn. Ü. 



qmzcdbvG00»^lc 



338 ^- Berichte von 1665 bis 1666. 

Weisungen zuschicken oder Blnmenthal des Weitern unterrichten, den 
der Eurflirst, wie man ihm versichere, zu Sr. Maj. sende. — Schwerin 
erwidert, dass der Kurfürst die Gnnstbewcise des Königs dnrcii ihn (Col- 
bert) lieber als durch jeden andern empfange, und das§ jener, indem er 
sie annehme, wenn nicht öffentlich, so doch wenigstens unter der Hand 
sich hinlänglich engagire. 

Schwerin zieht dann eine Ijösartige (mi^chant«) Fsratlele mit dem 
Kurfürsten ron Baiern, der, wie er sagt, wahrend er mit dem Kaiser Terbnu- 
den sei, zugleich fortfahre Verbindungen mit Prankreich zu unterhalten. — 
Colbert antwortet, er wisse nicht, ob jener Kurfürst so gewaltige Ver- 
bindungen mit Frankreich gehabt habe, iudessen könne er wohl nrtheilen, 
dass derselbe niemals Geld -vom Könige erhalten haben köunte, um Sr. Maj. 
nnd deren AUiirten den Krieg zn machen: dass übrigens, wenn dieser Fürst, 
dessen Länder innerhalb derer des Kaisers etugeschlosGen seien, sich ge- 
zwungen gesehen habe sich mit diesem zu verbinden, man dies keineswegs 
für den Kurfürsten von Brandenburg, dessen Gebiete vielmehr beinahe 
flämmtlich (?) an die des Königs grenzen, als Orund würde geltend machen 
können die Waffen wider den letzteren zn ergreifen, selbst wenn (was ihm 
nicht schiene) Se. Maj. den Krieg haben sollte. „Maia cela" — so sagt 
Colbert Schwerin weiter — „eet hora de ma negociation, et sur cela 
je me remets aur toua les articles coiiteDus au memoire que M. de 
Brandebourg donaa k M. du Moulin'"'). — Schwerin fragt ihn nun, 
wie man hierüber beschlos.'ien, und Colbert antwortet, dass, abgesehen 
von den Subsidien, die Intentionen des Königs mit den Wünschen des Kur- 
flirsten übereinstimmten. 

Alles in Allem hat es also durchaus den Anschein, dass die Erneue- 
rung des Bündnisses mit den Staaten abgeschlossen werden wird. Man 
wird davon in zwei Tagen wissen ^, wenn der KnrTüst ulcht seine An- 
sichten ändert, wofür Colbert nicht stehen will. — Beverningk's Ver- 
halten ihm gegenüber ist nicht ganz so vertraulich gewesen, wie es nach 
seiner Handlungsweise gegen ihn oder vielmehr nach derjenigen des Kö- 
nigs hätte sein sollen. Indessen immer bleibt gewiss, dass wenn diese An- 
gelegenheit (wie es den Anschein dazu hat) gelingt, man den guten Erfolg 
nur der Achtung, welche der Kurfürst vor der Vermittelung des Königs 
hat, zuschreiben kann nnd die Staaten Sr. Maj. dafür verpflichtet sein 
werden. Und unter diesen Umständen ist es denn auch, meint Colbert, 
der Klugheit gemäss, weder Beverningk noch dessen Herren irgend eine 
Unzufriedenheit zu bezeugen. Den Geldpunct betreffend, so wird er — er 
wiederholt es — Itir diesen Vertrag keines gebeu, es sei denn, dass neue 
Schwierigkeiten entstünden. 

Man sieht aber andrerseits anch, dass, nach Beendigung des münster- 
schen Krieges, ein Vertrag mit dem Hause Oestreich zu besorgen ist, und, 
wenn Colbert in den engen Schranken seiner InstructJon bleibt, so ist 
zn befürchten, dass der Kurfürst, der seiue Truppen jedenfalls anf TJu- 



*) Tgl. ob«n p. 315 ff. 

DiqitizeabvG00»^IC 



QQnBtigs Slimmang des KarfOnteo. Der englUche Oeaandte. 339 

kosten irgend jemandes unterhalten will, mit den Feinden abschliesse, be- 
sonders wenn er Anssicbt auf eine Entzweiung der Holländer und Frank- 
reichs mittelst der Intrigue des Prinzen von Oranieu erblicki. Es wird 
dem Könige gefallen zu prüfen, ob diese Erwi^ungen und alle diejenigen, 
welche die Weisheit Sr. Maj. dazu hinzufügen wird, die Gründe überwiegen 
müssen, welche dieselbe hatte sich dem KurfürBten nicht hinsichtlich einer 
grösseren Verbindnng zu eröffnen. Eventuell wird ibm der König gefäl- 
ligst die nbthigen Befehle und Weisungen darüber zugehen lassen, was er 
versprechen und bewilligen kann. Indessen glaubt er, dass es noch besser 
wäre darüber mit Blumcnthal zn verhandeln, der sich mit einer Condo- 
lenz wegen des Todes der Königin- Mutter (dessen Anzeige durch den König 
Colbert dem Kurfürsten übergeben hat) nach Paris begiebt'). 



Colbert an Lionne. Dat. 9. Febr. 1666. 

[OQuitige Acaascrung de« Kurfltraten in Bezug anf seine Hinneigung zu Frankreich. 
Der CDgliiche Qeaaudte. Colbert hofft, dwt Bevemingk bei eeiDer BQckkehr ein 
beiierea BetrageD eiDachlagen wird.] 
...') Colbert erneut die Au.<:eiDaudersetzung seiner schon früher an- 9. Febr. 
gegebenen Befürcbtungeu, besonders wenn der Kurfürst von den Staaten 
iü Betreff der Restitution seiner Plätze nichts erlangen kann, wozu diesel- 
ben, wie er glaubt, nicht gar geneigt sind. Gleichwohl muss er Folgendes 
mittheilen. Als er heute den Kurfürsten von den deutschen Fürsten unter- 
hielt und ihm bemerkte, nur einer derselben könne dem Hause Oestreicb 
Misstrauen einflösseu, dann zu verstehen gab, dass — der Absichten 
dieses Hauses zu geschweigen — nach dessen Interessen schon zu 
schliesseu wäre, dass es die Niederdrückung des «einigen nicht ungern 
sehen, ja selbst dazu beitragen würde, währeiM der König im Qegehtheil 
stets aufrichtig seine Vei^össerung wünschte: da bat der Kurfürst dies gut 
geheissen und ihn versichert, auch er sei immer sehr geneigt den guten 
Gesinnungen des Königs zu entsprecbeu. — Der englische Abgesandte di- 
nirte gestern mit dem Kurfürsten, und mau hat Colbert glauben machen 
wollen, derselbe habe seinen Abschied genommen um heimzukehren. Da 
Colbert indessen na«h eiuigen Worten, welche feinem] der Offi eiere, (of- 
Gciers) des Kurfürsten entschlüpft waren , Grund zu dem Argwohn hatte, 
dass jener Gesandte nicht nur die Erneuerung eines Defensiv Vertrages vom 
Jahr 1062') erlangt habe, sondern dabei den Interessen des Königs sogar 
in noch weiterem Umfange eine Benachtheiligung drohe (mais m6me qu'il y 
avait quelque extension encore plus pr^judiciable aux intirSts du Roi), so hat er 
gesucht sieb darüber durch Schwerin Aufklärung zn verschaffen, der ihm 
indessen hoch und thener versichert, dass der betreffeude Gesandte nichts 
von allem was er begehrt habe erlangen können. 



') Vgl. Pnfondorf X. 25. 

*) Von dieser Depaache hat die Archivbehürde mir nnr den SchloM belawen- 

') Vielmehr vom SO. Juli 1661 (vg). Pafendorf IX. 27. Stenzel p.%7). 



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340 VI. Berlcbte Ton IS65 bis 1666. 

Er zweifelt nicht, das.^, dank der Geschicklichkeit der Herren d'Estra- 
des und de Witt, Beverningk bei seiner Rückkehr besser den Bewei- 
sen von Achtung und Vertrauen, womit er ihm entgegengekommen, entspre- 
chen wird. 



Colbert-CroUsi an J.-B. Colbert. Dat. Cleve 9. Febr. 1666. 
(Abschrift.) 

[BeTemingk oacb dem Haag g«gang;«n , um sich pino Vollmacht zum AbicbloBS in 

holen; die AasBicblen Tür denielben von beiden Seilen ronwAhrend gUnslig. Colbert'a 

Uidtriuen gegen Bevemiagk uiid gegen den KurTürgten, dessen letEier Zweck hiebei 

die Hemtclliing des Prinzen von Oranitn ist.] 

9, Febr. . . , M. BeTCrningk, eoroyö des Etats, ayant re^u lettres de M. 

de Witt veudredi dernier npr^s-midi qui lui donnaient avis que lea 
Etats lai avaient d^p^chg un courrier qui lui apportait leur räsolution 
sur touB les articles qu'it avait accordes, et le courrier n'itant arnvi 
ni ce jour-li ni le leiidetnain, prit la r^Bolutiou de s'en aller h la Haye, 
taut parce qu'il eut crainte que ce courrier De fflt pri8 par les troupes 
de Munster que parce quetant averti qu'il y avait quelques articles 
par lui accord^s que les Etats nagr^aieot pns, il crut avoir plutöt 
[bien] fait d'aller lui-meine döduire ses raisong et tächer de rapporter 
un plein-pouvoir pour conclure; et m'ayant communiqu^ son dessein, 
je lui dis que s'il pouvait le faire agröer ä M. l'ölecteur de Brande- 
bourg qu'il n'en con^öt point de d^fiance, je croyais qu'il ne ferait 
point mal de s'en aller k la Haye cn diligence et revenir de meme. 
C'est ce qa'il fait avec le ni^me consenteineut de M, de Brandebourg, 
que j'ai eu rhoniieur de voir depuis et qui ni'a t^moign6 Stre toujours 
dans uoe bonne diepositioD de conclure promptement. Et comme d'ail- 
leurs M. d'Estrades ra'^crit du 7«, que MM. les Etats deraient ce 
jour-lä tuSnie trouver un temp^ranient k l'ägard de la restitution du 
pis&ge d^ Guenuep qui satisferait M. de Brandebourg, je ne fais quasi 
point de doule que ce trait^ ue se conclue bient&t. Mais Je craina 
bien qu'il ne se tranie ici quelque autre chose de präjudiciable anx 
intärSts du Roi. Je vous ai d^ä 6crit le soupQon qui m'^tait venu de 
la conduite du sieur Beverningk; depuis, plus je me suis studio ä 
lui coDipIaire, et plus j'ai de sujet de m'y eonfimier. J'ai reconnu 
qu'il avait d'assez friquentes configrences avec les envoy^s de l'etnpe- 
reur et d'Aogleterre, quoique je lui eusse dit que je n'en voulais point 
aroir avec eux. J'ai aussi remarqu^ en lui une graode dämangeaison 
de se mSler de la paiz de l'Angleterre avec MM. les t.ta.\s, beaucoap 



>vGoo»^lc 



B«teraipgk omeb dem Haag. Colbcn'a HiMtraaen e^en ibn n. dm Knrflinl^. 34 t 

de d^votiün pour la rnaisou d'Oraoge et quelque sorte de Jalousie et 
d'envie contre le dear de Witt. Neanmoins je n'a^-ats pas juge i 
propos den ^rire k JA. d'Estradee, de crainle qu1l ne )»rüt que 
ce füt une esp^ce de ressontinient qae j'avaJs de son mauvais procedä 
en raon eudroit; m^ comme il niavait fait entendre qu'il agirait avec 
plus de coucerl avec moi, s'il en avait ordre des Etats, j w seulement 
informä M. d'Estrades de cette particularite, et Tai priä de remetlre 
par sa prudence et par celle de M. de Witt la bunne correspondance 
enire Icdit envoye et moi. ... II me mande qu'il a communiqu^ ma 
lettre ä M. de Witt, qui a fort lou^ roon procede et blämö celui de 
l'autre, et quil lui a temoign^ en confidence qu'il soup^onnait fort Be- 
verningk d'avoir d'autres inter^ts que les siens, mais qu'il ^tait oblig^ 
de dissimuler '). Toutes ces circonstances me confirment dans me» pre- 
mj6res d^fiances et fönt juger que M. de Brandebuurg, qui souhaite 
fort le r^tablissement du prince d'Oraoge et <iui est pouss^ sans re- 
läche ä le prucurer tant par la douairi^re d'Orange que par röiectrice, 
par le prince d'Aohalt et Schwerin, mettra tout en pratique pour 
en venir k bout. Pour cela on lui fait Toir qu'il n'y a de plus sflr 
moyen pour y parvenir que de sc licr avec k maison d'Autricbe et 
l'ADgleterre ; que par leur moyeu il n'aura pas pliitöt trait^ avec les 
Etats qu'il fera leur paix avec I'^vßque de Munster et aura l'arpent 
des Etats »ans coup f^rir; que meme ce trait^ lui acquerra uii nou- 
veau m^rite envers les Etats et donnera eucore plus de credit et plus 
de moyens d'agir ä sa faction et k celle du prince d'Orange, qui sont 
äijk fort puissantes ; qu'apr^s cette paix faite, la maison d'Autricbe et 
lui propoüeront de la part du roi d'Augleterrc des conditioiis asaez 
avantageuses pour les Etats, lesqnels on disposera facilement de don- 
ner pouvoir k Beveruingk de venir ici ou dans quelque autre, ville 
entcndre et discuter ces propositions , pour en faire son rapport aux 
Etats; et peut-etre pour pallier la pcrfidie que cc sentit commettre 
envers la France, leur feront-ils entcndre que ce qui aura ^t^ propos^ 
aura iti communiquä k M. d'Estrades, quaud cela sera une fois r^ 



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IV. 102. Le aieur 


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1. p. 


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p. U6. 148- 



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342 ^1' Berichte tod 1665 bis 1666. 

Bolu. II ne faut pas douter que rAnglet«rre ne fasse dee conditions 
plus avantageuBes aux Etats que par le passä, pour les dösunir d'avec 
le Eoi, et Tod y ins^rera quelque article qui en appareuce doQDera 
quelque satisfaction au Roi, afio de couvrir par lä l'horreur d'une la- 
chet^, et lorsque ledit BeverDingk aura termin^ toutes les difficult^, 
ce qui lui sera facile, on portera les articles k MM. les Etats. Lä 
toute la faction de Brandebourg et.d'Orauge agira, . . . M. d'Estrades 
et M. de Witt s'y opposeront comme ils le doivenl; ou publiera qu'il 
n'y a qu'eiix qui ne veuleot point la paix; qu'ih ont dessein d'entre- 
teuir une guerre immortelle et ruiner tout le commerce des Etats; 
comme 11 a'y a pas un bourgmestre qui ne sc soumit aux ^triviäres 
pour avoir la libert^ de son trafic, tout le pays Bera contre le sieur 
de Witt ... 



Lionne an Colbert. Dat 12. Febr. 1666. 

(Concept.) 

[VollBtftndige Billigung seines bisbcrigeii Verboltcng und leincr AnBichten. Zusam- 

menkuoft, die er mit Wilbclm ron FQrstenberg irird Jisben mOsseo.] 

r. Lionne hat Colbert's Depeschen vom 28. Januar und 2. Februar') 

empfangeD. Der König billigt sehr seine Haltung und ist über den guteo 

Stand der Hauptangelegeuheit, die zu Keiner Scndnng den Anlass gegeben, 

hocherfreut gewesen. 

Die Antwort, welche er Beveruingk auf dessen Frage, ob man auch 
noch einen beeondern Vertrag mit dem Kurfürsten zu scbliesseu beabsich- 
tigSf gegeben hat'), ist seiner Einsieht würdig gewesen, ^et si dans la 
suite V0U8 entriez dans quelque nägociatian avec ce prince, outre ce 
qui regarde la guerre de Munster ou la paix d'Angleterre, eile devra 
fitre soigneußement cach6e aux ministres des Etats." 

Anhalt scheint zu ihm wie ein Mensch gesprochen zu haben, der sich 
häufen lassen will. 

d'Estrades meldet dem Könige aus dem Haag unter dem 4. d.M.'), 
dass man dem Kurfürsten seine Forderung in Betreff der Zahlung von Ausfae- 
bnng und Unterhalt seiner Tmppen während vier Monate, selbst wenn der 
Friede früher zu Stande kommen sollte, gewährt habe. Bbenso das Begehren 
hinsichtlich des Eides des Generals seiner Truppen. Demnach bliebe nur uoeh 
der Pnnct wegen des Zolles von Gennep zu berichtigen, welcher nicht 6000 
Livres Rente werth ist. 

Man billigt gleicherweise alle Meinungen Colbert's über Be»er- 



■) 8. oben p.829fF. ^2ff. 

*) Vgl. Dep. vom 28. Januar, 

') Vgl. U4m. d'EBtradee IV. 88 f. 



>vGoo»^lc 



Colbert Too Minem Hofe belobt. Misaioii Wilbelm's t. Pflnteubeig. 343 

ningk und die StaateD. Die pereönliche Ansicht Lionne's über jeaeo 
geht dahin, dase er den Rahm diese Angelegenheit vollbracht zq haben für 
sich slleJD begehrt und gedacht habe, Colbert komme ihm denselben zu 
entreiseen. 

Bedenklicher ist die Kälte, womit der Kurfürst von diesem AbscblnsB ge- 
sprochen hat. Sie gtebt zn bedeutendem Nachdenken V^ranlassang und, 
die Wahrheit zu sagen, ist das Motiv die^&er — uabediogt absichtlichen — 
Haltung nicht eben leicht aufzufinden. Man hofft indess, dass Colbert 
tich hierüber vor seiner Abreise vrird Aufklärung verschaffen können. . ..') 

In Betreff der hunderttausend Thalor, von denen Lioune keine Keant- 
nisE hat'), hat Colbert die durchaus passende Antwort gegeben. 

Man darf sich nicht darüber wundern, wenn die Staaten dem Kurfür- 
sten von Cöln hinsichtlich seines Platzes Kheinberg iieine Oenugthunng ge- 
währen, solange derselbe ihnen bei den andern Fürsten Ungelegenheiten zu 
bereiten sucht"). — Wenn der Kurfürst von Mainz zu Ungunsten der 
Staaten an den von Brandenburg geschrieben hat, so geschieht das dem 
Bischof von Münster zu Liebe, dem er sehr zugethan ist — und gemäss 
seiner bcEondern Verpflichtung für die Hülfsleistnngen , welche er von 
demselben behufs der Reduction der Stadt Erfurt empfangen hat. 

Colbert hat wohl daran gethan, Schwerin selbst die Rolle des 
Bittstellers (demandeur) zuzuschieben, indem er ihm anbot, dem Könige 
einen Courier mit seinen etwaigen Vorschlägen wegen einer engeren Ver- 
bindung seines Herrn mit Sr. Maj. zu senden — nach welcher sich Se. Kurf. 
Durchl., Schwcrin's Zeugniss zufolge, so sehr .sehnte'). So werden denn 
diese Herren hiemit keinen Missbrauch zum Nachtheil des Königs treiben 
könneu. 

Seine Besorgniss vor einer Alliance des Kurfürsten mit dem Hanse 
Oestreich, falls er bei dem Inhalt seiner Instruction stehen bliebe, ist durch- 
aus begründet. Und es ist dies eine Sache, über welche Se. Maj. nicht 
allein bereits tief nachgedacht, sondern die zu hindern dieselbe auch alle 
möglichen Mittel aufgesucht hat. Colbert wird davon bei einer Zusam- 
menkunft erfahren, die er nothweudiger Weise allernächstens mit Wilhelm 
von Fürstenberg wird haben müssen'). Derselbe ist seit zwei Monaten 
in Paris und reist diesen Moi^en nach Lüttich zu seinem Fürsten') und 
von dort ohne Anfschub nach Dusseldorf weiter. Mau hat mit ihm fast 
täglich von diesem Gegenstande gesprochen und er nimmt nun eiu Project 
mit, dessen Gelingen, wie Colbert auch finden wird, die im Augenblick 
wichtigste Angelegenheit in der ganzen Christenheit ausmachen würde. Da 
indessen Fürstenberg nur mit seinem Herrn, Mainz und Nenbnrg verhan- 



') Einige Worte geacbwtrit. 

■) Vgl. daa Bobreiber vom 2. Februar. 

>) Vgl. ebenda und das Schreiben dal. Haag 24. Januar. 

*) Dep. vom 2. Februar. 

*) B. nnten Lionue an Colbert dat. 19. Februar. 

*) Dem EurfDnten von Cöln. 



>vGoo»^lc 



344 ^- Betichle von 1665 bis 1666. 

dein kann, so wird, wenn Colbert dafür hält, das£ man auch mit dem 
Karfiirstcn von Brandenbiit^ ein gleiches zu thaii habe, dies seine Auf- 
gabe sein müssen. 

Colbert an Ijionne. Dat. Cleve 12. Febr. 1666. 

[Der eogÜBche GSsandte elc. haben Btverningk's Abwesenheit mit Erfolg bcnnlit, 
um der Erklärung da» Kurfüralen für HulUnii enlgegentmvLrken. So oiiid Anh.lt 
und Scliwerin, wie bipIi in ColbfM'B Confetenzen mit iliri]n geicigl bat, dngfgcn 
Qesprach zwischen BeTcrningk on^ d'KstrarteB über ein Riindnisn den KorHIreten mit 
dem Könige. Gründe Cidberl'» gegrn den Abuchluss eines nolchen.J 

... Pendant ... jriabseuce [de M. de Beverniiigrk] '} les en- 
voy^B d'Espagne') et d'Angleterre n'ont rien laiss6 d'iiitentö pour rui- 
ner notre ii^gociation , et on*) dit k M. l'ölecteur de Urandebourg et 
ä 868 ministres que Beverningk avait 6t^ d^savouö de tout ce qu'il 
avait accordß; que M. de Witt ne roulait point d'alliance avec ledit 
ilecteur, et que, pcndant que son eiivoyfi I'amusait de ces helles pro- 
positions, il allait conclure sous main la paix avec M. I'övßque de 
Munster; qu'ainsi de touteB ces esperances qu'il donnait ä M. I'^lecteur 
de Braiidebourg il naurait que le däplaisir d'avoir iniitilcment d^clarä 
sa mauvaisc volonte contre l'övßque de Munster, tnalgrä toutes les sol- 
licitatioQs des ölecteurs de Cologne et de Mayence') et presque de 
tous les princes de l'empire, L'euvoyö d'Angleteire a aussi offert aiidit 
ileeteur. outie les aesistances qu'il tui promettait de la part de ßon mai- 
tre, avec l'entretien de ses troupes, au cas qu'il demcurät neutre, de 
le rendre arhitre de la paix entrc lAngletorre et la Hollande'), et 
que, si les articlee propos^s par lAngletcri-e' n'^laicnt pas agr^bles, 
on s'en däsisterait entiörement et . . , ne dcnianderait pour toute cou- 
dition') que Ic rötablissemeut du princc d'Orange. Ces avis qui m'a- 
vaient 6t6 donn^s par l'envoyö de Lunebourg'), le resident de Däne- 
mark') et d'autres personnes aflectionn^es k la France, m'ont encore 
m contirm^s par les conftrences que /ai eues, pendant l'abHeuce dudit 
sieur de Beverningk, tant avec le princc d'Anhalt qu'avec M. de 
c._i. :^ Q^ Premier m'a fait entendre qu'il n'y avait rien de plus 

int son absencc Ms, Vgl Dep. vom 9. Febr. an J,.B. L'olberl. 
T. Orlieh II. HS. 

Dfip. vom 2. Februar. 
auch iiim. d'EstrRdes III. 6ia 
I conditions Ma. 

■er die dsmaligen Vertreter von Braunacbireig-WolrenbüUel and HannoTer 
Kurfürsten Pufendorf X. 17. 
hlefeldl. 



>vGoo»^lc 



Widentand g^cn den Abocliluu des KiirfSrelen mit Hotland. 345 

dangereiu qae de se d^larer en cetle conjonclure-ci ; qiiil ne lui en 
poavait rerenir ancun avantag^e; qae les subsides que les Etats lui') 
donnaient ponr l'entretien de ses troupes n'^taient pas süffisante [et[ 
meine moindree qne ceux qu'on liii ofTrait pour denieurer neutre; 
qoe prenant le dernier parti, il contentait la plus grande partie des 
princes de Tempire; que menie le Roi n'arait pas sujet de s'en 
plaindre; que peut-^tre il aurait Thonneur de procurer la paix. non- 
senleraent entre lea Etats et l'öv^que de Munster, mats ni^me eutre le 
roi d'Angleterre et les Etats, et que pour cela du eöte d'Augleterre 
on le laissait assez le mattre des conditions, au lieu qoe prcDant le 
parti des Hollandais, il renoncerait ä tous les arautages qui lui ^taient 
offerts taut de la part de la maison d'Autriche que d'Angleterre. n 
esposait toute cette grande ätendne de pays qu'il a aux attaques de 
ses voiBins qui sont ennemis des Hollaudais; que les Öu^dois, qui 
semblent se vouloir d^elarer pour le parti de l'^v^que de Munster, 
pourraient bien ä lenr tour l'attaquer dans la Pom^ranie; que v^rita- 
bleraent rioterposition du Koi et la puitssante protection que Sa Ma- 
Jest^ donne ä eeux qui eont dans ses inl^r^ta balan^iiit toutes ces forten 
raisons qui le portaient k la neutralitt; roais qu'apris tmit. eile ötait 
trop juste pour trouver mauvais que M, de Brandebourg demeurät 
dans UD repos oü il Irouvait et leutretien de scs troupes et la sflret^ 
de aes ^tats. Je lui dis que tout ce qu'il ine faisait l'honneur de me 
dire fttait convainquant en apparence, mais qu'^tant eclair^ coinme il 
est, je m'assuraia qu'il n'aurait hesoin que de ses propres connaissan- 
ees pour le detmire; qn'il savait qu'il n'y avait point de meilleure 
söretä pour la conser\'ation des ^tats que la r^putation qu'a le prince 
de secourir sea alli^s avcc fermet^ quand ils sont attaques, et qu'ayant 
re^ du secours des Hollandaie dans ses besoins, toute la terre le 
louerait de les assister auasi dana eette conjoncture, et ses ennemis 
menies n'oaeraient pas l'attaquer. ... Hr muhnt dtivon ab, den Vcrspir- 
cbangeo des Hauses Oc^treicli zu trauen und fälirt fort, qu'i I'tgard des 
prupositions des Anglais, ii n'y avait guere d'apparence que ne pou- 
vant, conime il est constant, donner des subsides ä r»;\cque de Mun- 
ster qui par la guerre qu'il fait aux Hollaudais fait uue fort notable 
diversion et fort avantageuse pour eux, its payasaent de grandes som- 
mes d'argent k M. de Brandebourg pour demeurer neutre, k pr(^sent 
qulls out la Trance sur les bras et qu'ils ont bien de la pcine ä trou< 
ver le fonds nicessaire pour leur arm^e navale; que quant k la pro- 

'] D. b. dem Kurfariten. 



>vGoo»^lc 



346 VI' Berxcbte von 1665 bis 16€6- 

Position que je savais qu'ils avaient faite k M. de Brandebourg de le 
rendre arbitre de la paix entre eux et les ^tats et de ne demander 
pour toute condition '} que le r^tabliBeemeiit de M, le prinee d'Orange, 
Je croyais qu'il n'y avait paa un bon sen-iteur de )a maison d'Orange 
qui ne les dflt prier k mains joinfes de ne point parier en faveur dudit 
prinee, parce qu'apparenimeiit cette condition hii serait un ubstacle 
qu'on formeia ä toutes les diarges que scs priSd^cesseurs avaient pos- 
s^d^es'), n'ötant pas a' pr^sumcr que des gens bien senBÖs comme 
MM. les Etats veuillent lecevoir un chef de la maiii de leurs enne- 
mis'). II ne r^pliqua que par des plaintes de la maniörc d'agir des 
Etats [et| de la mauvaise volonte de M. de Witt pour M. de Brande- 
bourg et pour toute sa maison, et quelque soin que je prisse de lui 
öter eeg mauvaises opioions, il ne me ') pnrut paB fort bien dispos^ k 
la conclusion du traitö. M. de Schwerin, de son cßt6, m'exag^rait 
ausei les dangers oA B'allait mettre M. de Brandebourg en se d^cla- 
rant pour lea Etats et les avantages qu'on lui offrait de toutes parts 
pour deoienrer dans la neutralite. II nie pressait aussi d'^crire pour 
obtenir de 8a Mjyestd les eeiit mille 6cus promis k M. de Brande- 
bourg- . . . 

M. d'Estrades m'^crit que le sieur de Beverningk, envoyö de 
Hollande, prenant congä do lui k la Haye, pour veuir ici. Im dit que 
M. de Brandebourg lui avait t6moign6 par deux fois gtre eurpris de 
ce que je ne lui propnsais aiicuue üaison avec le Roi, et que de la 
maniäre dont le sieur du Moulin lui avait parlä il lui avait fait en- 
tendre qu"il apportait k mondit sieur d'Estrades des ordres pour 
cela; que lui-dit M. d'Estrades avait r^pondu audit Bieur de Be- 
verningk qu'il n'en avait re^u aucun, et que je n'en avais pae aussi; 
niais que lui et moi Bavaient bien que le Roi avait grande estime pour 
M. de Brandebourg, et que s'il me proposait quelque liaison avec Sa 
Majestö, je lui en rendrais compte tout auesitöt, et qu'il ne doutait 
point que le Itoi ne flit disposä k entretcnir une bonne correspon- 
dance avec M. de Brandebourg. Je me suis aussi donn^ l'lionneur de 
vous infonuer, monttieur, de ce que M. de Schwerin m'avait dit au 



') tontM oonditions Üb. 

') Vgl. über diCBO Angelegenbeil M^m. de Pomponne 11. 166 ff. 

') Aefanlicb des Kurfargten eigene Antwort an Tniie bei Pufendorf X. 15 = 
Qnod rex causam Aranslonensia suscipere velil, gratam nibi esse: huic tarnen nod- 
luruRi, si de isln nuoc moveatat, Belgis enclamalarin , per exterorum anna sibi ob- 
trodi, penet quem tantae in ina republic» partes Aitnrae sint- 

']. ma Ms, 



;vGoo»^lc 



Colbert gtgeD ein beaonderM Bfindniii it» KOoiga mit dem Kurfürsleo. 347' 

Bujet de cette liaiBon et de ce que je lui avais rtpondu '). Je n'ai 
toqIu outre-paseer ce qui ni'est preBcrit par raon iuBtructioD; b\ Sa 
MajcBtä 6t&it dans le deesein d'engager ce prince dane les int^rets de 
Ba couronne, il y aurait Heu de croire quil eerait plus A propos de 
le faire ä präsent que lee ministres Bont bien dispos^s qu'ä aucun 
autre temps.- . . . Mais je suis oblig^ de vous dire eur cela'deux con- 
eid^rations qui m'ont retenu dans rempreseement que j'aurais eu de 
tficber d'acqu^rir ce prince ä Sa Majeef^, La premiöre fest] que Be- 
verningk n'a neu laisH^ d'intentö pour d^couvrir, si je traitais quel- 
que chose avec ce priuce pour les int^rßts propres de Sa Majest^, ce 
qui m'a fait juger ou qiie les Etats craigQCDt que Sa Majest^ ne prenne 
des mesures avec d'autres qu'eux pour les desseius que vous aavez 
ou que ledit Beverningk, qui est accusä detre d'inclination espag- 
nole'), n'ait täcb6 de savoir ce que je faisais pour le service propre 
de Sa Majestä que pour le traverser et servir le parti auquel il in- 
cline. ... La seconde est que je me ressouviens, moDsieur, qu'il vous 
plut me parier k Francfort') au sujet de M. de firandebourg d'une 
onaniere qui me tit croire que vous l'aviez pu acqu^rir au Roi sans les 
Suädois qui s'y opposärent; de sorte que j'ai cm que dans cette con- 
joncture-ci que Sa Majest^ les presse de se d^clarer'), et qu'iU flont 
d'ailleurs assez sollicit^s par Tempereur et par l'Angleterre, il serait ä 
craindre que venant k döcouvrir que Ion propose k l'^lecteur de Bran- 
debourg une plus grande liaison que celle qui regarde l'affaire de 
Munster, cela ue d^terminät tout-ä-fait leur r^solution en faveur de 
l'empereur et de TAngletcrre, les Su^dois ^tant, comme voub savez, 
toqjoure portis de prendre un parti contraire au Danemark et k M. 
r^lecteur de Brandebourg. Ainsi je crois que quand il n'y aurait que 
cette derni^re conaidäratioD-l& , il faudrait difförer 4 faire aucune pro- 
positiou audit älecteur d'alliance particuligre avec le Roi, jusqu'ä ce 
que les Suödois se .soient däclaris. Ce n'est pas que de la maniöre 
que j'entendB parier des Su^ois ä des personnes qui savent fort bien 
quelles forces ils ont par mer et par terre, je n'aie') sujet de croire 
qu'elles ne sont aucunement consid^rablcB, et que cette levöe de bou- 



') 5. Dep, vom 2. FebraBC. 

*) Ueber BeTeiningk's fr&bere MeinniigsTeTaobiedenheiten mit de Witt, wel- 
cbe ihn ancb bewogen hatten sein Amt DiederxalegcD Tgl. Basoige I. 751. 

'} Anf dem WablUge 1657— 1G58, wo Lionne Ptuikreich Tertrat (vgl. dbiigena 
Pofendorf VII. 37 nnd oben p.299. 5)). 

'} Vgl. Mdm. de Pomponne IL (Nägociation de SaMe.) 

') yi U*. 



>vGoo»^lc 



346 ^I- Iterichte von 1665 bis 1666- 

clier n'est que pour fiüre quelque figure dans le nionde dans cette 
conjoucture-ci que tout Ic monde arme, et pour souteuir en quelqae 
fa^on cette r^putattou que leurs armes ont acquise par le passä et se 
faire recherclier. Ou assiire aiissi que ia plus saine partie du B^nat 
ne veut poiot de gucrre, et qu'il n'y a quo Wrangel et ses parli- 
sanB qui 1h desirent. Mais . . ., quoique ee priuee-ci Boil .coneid^rable, 
n^aiimüiiiä je crois que quaud son alliauce sera iocumpatible avec celle 
des Hu^dois, Sa Majei-tö aimera uiieux reuoncci- k colle-ci, pour con- 
scrrer ces messteurg, dout la Beule r^putation fait plus de figure dane 
toute rAlIemagne que tous les jdus granda elTwriB de Töiecteur de 
Brandebourg, 

Der Km-fHrst an Lionne. Dat. Cleve 13. Febr. 1666. 

Beglaubiguugsschreibeu für Blumeutbal ald ansserüi'deiitlicheu tie- 
sttudten, welcber die L'uiidoknz zum Tode der Köuigin- Mutter abstatteu 
uud aiiE^erdcm über eiuige ütantliche Frageu (queKtiuur' d'ätat) verhandela 
noll '). Der Kurriir^t ersucht ergebeiist um die Hülfe und wichtige Unter- 
ütiitzung, auf welche ihm der Köuig hat Hofl'iiung machea Inssen. 



Der Kui-ftirst an Ludwig XIV. . Dat. Cleve 15. Febr. 1666. 

C'ondoieuz zum Tode der Königin- Mutter von Frankreich, welchen der 
Kurfürrf durch den Brief des Könige vom '22. Januar erfahren hat. Blu- 
meuthal so1i Sr. Maj. dici^elbo ausdrücken und ihm zugleich die Erkenut- 
licbkeit des Kurfürsten für die Versicherungen der Preundi^ehaft und des 
Wohlwollens bezeigen, womit ihn der König jüngst durch die MinUter, 
welche er hieben nach CIcvc gesandt hat ), zu beehren beliebte. 

Colbert an hionne. Dat. Cleve 15. Febr. 1666- 

laeonepcr Znll. Knlificationsrngt. Dlirrlt Bcvemingk's Schuld keine Erwtthnung 
des Küniga in den Veitrsg aulgcnomnien. Der liinubiirgiacbe tiesondic. Varschiedene 
Meinungen fibur diu Art ilvr Veiwuiicliiiig ilci- brimdenbui^im^beD Hillfstruppeu.] 
Bevcrningk hat Culljert gesiigt, diiss er die Angelegenheit wegeu 
des Uenneper Zolls mit dorn Kurfürsten zur Ucfriedigung der Staaten erledigt 
habe, da Jener sich mit einer Summe von 50,000 Livres für 12 Jahre be- 
gnügt hat'), obwohl dieser Zoll mehr als 8000 Livres jährlich einträgt — 
und dass man nach diesen 12 Jahreu beiderseits Conimissarien ernennen 
werde, um die Rechte der Parteien auf den Zoll _zü prüfen und festzustel- 
len. Er habe A'olluiacht gehnlit noch mehr zu bewilligen, uud er fügte 

') S. rofendorf X. 25. (Vgl. Dep. vom 2. FebruM.) 

■) du Moalin und Culbert-Croissi. 

') Vgl. pufondorf X. 14. Steaiel p. 277 <n«cU Dnmont VL 8. p. 101). 



:,LtOO»^IC 



Blnmenthal oach FraDkreicIi. Der KSnig i. d. hrandenb.-holl. Vertr nicht erwHhnl. 349 

hiiiza, dariD die gute Wirkung der Bemübungen des KöDigi^ zu $;ebeii: nni 
^■0 mehr, als der Kurfür^'t an Stelle der zwei Monate, welche er sonst al« 
Kfttificationsrrist forderte, um luzwiechen an dem ZuKlandekommeii deü Frie- 
dens mit Münster arbeiten zu liöimen, sieb in dieser letzten Oonferenz dahin 
erklart habe, dass die KatiGcation noch binnen vierzehn Tagen') nach der 
Unterzeichnung dec Vertrags stattfinden möchte. Seitdem hat man an der 
Redaction sämmtticher Artikel dieses Vertrags gearbeitet. — Doch hat Be- 
verningk keinen, der weder mittelbar noch unmittelbar des Königs er- 
wähnte, darin aufgeuommeii. Schwerin bat Colbert sogar gesagt, dass 
es sehr leicht gewesen wäre, im Eingange etwas von der Achtung des Kur- 
fürsten vor der Vermitleliing des Königs anzubringen und ihm dann zu 
verstehen gegeben, dass Beverningk dagegen einwendete, der Vertrag 
betreffe nur Se. kurf. Üurchl. und die Herren Staaten, worauf Oolbert ge- 
antwortet hat, der König werde zufrieden sein Sr. knrf. Durchl. bei dieser 
Gelegenheit Beweise seiner Hochschätzung und den Herren Staaten gleiche 
Ton dem Schutz gegebeu zu habeu', welchen Se. Maj. ihren Alliirten immer 
angedeihen lasse, und dieselbe zweifle nicht, dass beide das Andenken daran 
bewahren würden, das mehr werth sei als eine Einschaltung im Vertrage. 

Colbert gesteht, dass er hierin einen sehr tadelnswerthen Maugel an 
Erkenntlichkeit von Seiten Beverningk's findet. Jedoch glaubt er kein 
Missvergnügen darüber bezeigen zu müssen, zunächst, weil er sieht, dass 
unter allen den Puncten, welche durch den Kurfürsten Herrn du Moni in 
zugestellt worden sind, kein einziger sich befindet, welcher Sr. Maj. nicht 
eher zur Last als nützlich sein möchte: so u.a. der vierte'). Freilich hätte 
Colbert gewünscht, dass der fünfte') jener Pnncte aufgenommen wäre, 
welcher eine gegenseitige Verpflichtung sowohl für Se. Maj. als für den 
Kurfürsten und die Staaten enthielt, weder zusammen noch besonders mit 
dem BiFchof von Münster nud dessen Anhängern ohne die andern Theile 
zu verhandeln. Und er hatte Beverningk sogar bedeutet, dass, da der 
König seine Truppen mit denjenigen der Staaten und des Kurfürsten ver- 
binde und sie in Gemeinschaft für den Dienst der Staaten verwende, es 
ihm angemessen erschiene, diesen Artikel in den Vertrag zu setzen, 
_et ce qu) me le faisait il'autant plus aouhaiter, c'est qiie je considi- 
raia que . . . le Roi vuudra s'acquärir du niärite envers l'empire ea se 
dounant la gloire de faire la paix et publiaut que c'egt uu effet de 
sea Boios pour la conservatiou du repos de Tempire qui commencait 
i etre troubläe par les ami^ea ^trangäres, au lieu que si cette paix 



') Di« ward dann wirklieb in den Vertrag Burgenomtn«n (a. PufendorT X. 13). 

') Tgl. oben p. 316. Si 9. A. dl. oa aes dtals cl Bujeti, sons qaelqae pr^text« 
qne ce puisie Stra, veniient li £lre allaquäi de qui qoc ce soit, Sa M^Mlä promet 
de raisieCer pariont av«o force et Tigneur. 

'] Sa WtjeiXi ae fera aucnn trtitd avec l'^vSque od sei adhdrentt ni aeul ni con- 
Jointement avec les Etats, Bans le m et cooientement de S. A. fleclorale, et sans qn'elle 
j trooTc entierement aa aftrctd, ce que S. A. 4\. obaervera anui rdoiproqaemeut. 



;, i.,oo<5lc 



350 ^' Berichle toh 1665 bis 1666. 

ne se pouvait faire avec la participation du Rot, Sa M^est^ tendrait ') 
ta niain k ce qu'elle ae f^t ou sane aucune m^diatioii ou par celle de quel- 
que prince ou 6tat ami de la France et sans que Tenipereur en pät tirer 
avantage, Mais je trouve cet envoyö (Beverningk) ei uial-intentioQD^ 
pour la France, que je croie que u'ayant point d'ordre espräs d'insister 
sur toutes ces choses ui le pouvuir de eigner le trait^, il Taut mieux que 
je le laisse en l'^tat qu'il est, et que je ne-t^moigne neu qui puisse 
faire douter que le Roi n'ait pae äatisfaction davoir procura par bou 
iuterpositiou racComplisseuient du renouvellenient de cette alliance. 
M. l'envuyä de Luuebourg, qui me insite et que je vais voir aussi assez 
fiouvent, m'est venu t^moigner la joie qu'il avait du ton Bucc^a de notre 
nägociation; il dit qu'il en allait informer ses maitres, et qu'il eap6rait 
d'eux tirer dans l'alliance le duc de Wolfenbutel et meme le duc de 
Hauovre, et qu'aussitöt M. l'öiecteur le d^airerait, leurs troupes seraient 
prltee ä marclier. L'envoyä de Hollande [a] proposä de bou c6ti de 
de joindre sefl') troupes dös le commencenient du printempe ä Celles 
desdits princes et d'entrer dans le pays de M. de Munster tandis que 
celleB des £tatB jointes [ä] Celles du Rot attaqueront les places que 
M. de Münster a prisee sur eux. Maie M. de Brandebourg uie dit hier 
qu'il [j'J traTailterait au premier jour et ferait un projet lui-meme de 
ce qu'il aurait k d^sirer, et je voie que son inclinatioD le porterait fort 
k faire joindre toutee les [foi-ces], pour les Commander lui-m€me et 
[y] faire servir le petit priuce d'Orange de volontaire, ce qui em- 
barrasserait extrgmemeiit MM, les Etats, et je ne duute point qu'ils 
n'appuient fortement la propositiou du sieur Beveruingk, qui est as- 
sur^uient la plua avantageuse pour eux.** 



Colbert an Lioiiiie. Dat. Cleve 18. Febr. 1666. 

[UnUrzcicfanntig des VerlrBgi:ii. Uer pftpstlichc Nuntius niemals hier gewneo. Col- 
bert 9onie BeTcrningk nacb dem Haag. AbichiedMudient äfa eaglUchen GesuidteD.) 
i. Febr. Colbert hatte geh ofTt, das!« der Vertrag etwa )>choD am letzten Dienatag 
unterzeicboet werdeo würde, indeüsen wird er es erst heute'). . ..') „J'ai 
eu occasion en parlant k quelques-uns des principaux de cette cour-ci, 
(et] Di^me ä M. de Blumenthal, de m'^claircir sans affection au sujet 
de i'ans que Von donne au Roi de !a visite du nonce du pape qui 



') tiendrkit Ui. 

*) (Du Knrf&Ttten.) 

■) Der Vertrag datErt Tom 6/16. Febmu 1666 (ygl. Pnfendorf X- 18). 

*) Uehrera Worte (wie ei toheiDt, «uf Orati6c«tionen betflgüch) getcbwint 



:,LtOO»^IC 



UntcneichDDDg des Verlragts mit Holland. 351 

est k Cologne i M. I'^lectear de Brandebourg*); maia il n'y en a point 
qui ne tnait dit qall oe \'isitait persoone et qull netait point connu 
ici, DJ- itant jamais venu," — Die Zeit bis zur Rückkehr ^eines Couriers 
wird Colbert benutzea nach dem Haag zu eilen, um d'E^irades vOD 
dem Stande der Dinge zd aDtemohten. 

Der englische Gesandte hat feine ^lischiedsandienz genommen ') Dnd 
wird, wie man C'oll>ert gesagt hat, i^ich aut 3 bis 4 Meilen (lieaes) ent- 
fernen, big er Antwort von seinem Oebieter hat. 

Der holländisehe Gesandte geht morgen uaeh dein Hndg, wo, wie 
Schwerin gesagt hat, man wohl binnen 10 oder 12 Tagen die Ausnechse- 
lüng der Ratificationen vornehmen könne. Deshalb bittet Colbert Lionae, 
ihm den Conrier so bald als möglich zurückzasenden und ihn so die Be- 
fehle des Königs wissen zn lassen. 



Colbert-G-oUsi an J.-B. Colbert. Dat Cleve 18. Febr. 1666. 
(Abschrift.) 

[Unterseich nnng dea Vertrages. Der Kurförst wünaclil d«D Friedeo ivischcn den 
Staaten and Uiinaler and iro möglicb auch iwiachen jenen und England an Termit' 
lein. Collwrl iriSt die Geaandlm Englands nnd Hollands ausammen im Cabinel des 
Kortürsien nii. Der engliacbe Gcaandi« doch noch hier. Die Ansprüche des Königs 
auf Brsbant und Hennegau. Acnaserung des kaiserlichen Gesandten über dns BGnd- 
nisa dci Karfürslen mit den Generals tasten.] 
Colbert bat seinen Courier nicht abgehen las.^^en »ollen, bis er die 18. Febr. 
Unterzeichnung des Vertrages durch die Commissarien gesehen: dieselbe 
itit nnu eben vor sich gegangen ') und binnen vierzehn Tagen wird die Aus- 
wechselung der Ratificationen stattlinden. Indessen ist der Zweck Sr. kurf. 
Durchl. darauf gerichtet, den Frieden zwischen den Staaten nnd Münster 
zu vermitteln, damit er ohne Gefahr den von ihm gegebenen Versprechuu- 
gen genügen könne, oder damit die^e Eile ihm dem Kaiser und den Für- 
sten, welche zur Gegenpartei neigen, gegenüber zur Entschuldigung fiir 
seine Erklärung zu Gun.-'ten der Staaten diene. Der Kurrurst .schmeichelt 
sich auch den Frieden zwi.'^ehen England und Holland zn Stande zu brin- 
gen. Vor zwei Tagen begab iich Colbert zn einer Stunde zu ihm, wo er 
sonst dort nicht zn erscheinen pflegte: er fand alle Cavaliere verlegen, sie 
wusEten nicht, ob sie ihn eintreten oder verweilen lassen sollten. Endlich, 
da er drängte und sich bereit zeigte selbst zu öffneu, entschlossen sie sich 



■) Tgl. oben Lionue an Colbert dat. 29. Januar p.33I. 

^ Vgl. Pafendorf X. 15. 

■) Tgl. oben. d'Estradcs schreibt Lionne am selben Tage (H^ro. 11. 129;: 
Je eroU li pr^nt le trait^ de l'^lecteur de Brandeboorg aign^: on n'a rlen onblij 
de diven eodroiu ponr le rompre; mais H. Colbert s'y est conduil avec last de 
pmdenc«, qn'il eo eat renn k bout avec la satisfaction des denx partis, et particn- 
lirbement de H. de Wtt Tgl. da« Sebreiben dea EBnigs an d'Eetradea tob 
19. (p. 136) nnd rom 26. Febr. (p. 163). 



:,L_tOO»^Ic 



352 ^'I- Burichte von 1ÜÜ5 bis 1666. 

ihm zu Ragen, die Oet>andten Eoglauds und Hollands wäreu im Zimmer — 
sie hätten einander zufällig daselbst angeti-offeii — und lieKsen ihn eiutre- 
ten. Nachher (au sortir) kam BeverDiugk zu ihm und bcganu eine übel 
klingende (mechante) Rechtfertigung dieser Zusammenkunft, welche Col- 
bert'R Misstrauen noch steigerte'). Oleichwohl hat er jenem gesagt, von 
einem Kolclien weit entfernt zu sein, weit entfernt zu argwöhnen, dass die 
Staaten, nach dem wai- der König sueben für sie gethan, daran denken 
könnten ohne Theilnahme Sr. ^{aj. Vertrüge mit genielnschartlichen Feinden 
zu schliessen. — Vor vierzehn Tage hiess es schon, der englische Qesaudte 
gehe fort'), und trotzdem bleibt derselbe noch immer ruhig hier. 

Colbert sieht, dass man überall von der Gerechtigkeit der Ansprüche 
des Königs auf Brabant uud den Hennegan wohl überzeugt Ist. Indessen 
trotzdem hat man keinen \achbarn, der es wohl zufrieden wäre, da?s Se. 
Maj. den Besitz dieser Landschaften erwürbe. Uud es unterliegt folglich 
keinem Zweifel, dass sie des Röuigs Absichten nach allen Kräften kreuzen 
werden, wenn Se. Maj. ihnen nicht ein gut Thcil zugesteht (a moins qn'elle 
ne leur fasse tine assez bonne part), das ihoen als Vormauer gegen die kö- 
niglichen Waffen dienen kann. So glaubt denn Colbert, dass man prüfen 
rauss, mit wem sich am sichersten verhandeln lasse und wer sich mit dem 
wenigsten begnügen wird. Wenn man es vermeiden kann, viel an der Küste 
abzugeben, so wird das immer am besten sein: indessen dies Ratsoauement 
fordert eine andere Zeit. — Man ist hier überzeugt, dass Mainz, Cöln und 
Neubnrg mehr Verbindungen mit dein Kaiser als mit dem Könige haben 
und den Durchzug kaiserlicher Truppen nach Flandern nicht hindern wer- 
den. Auch ist wohl walir, dass das Ansehen (r6putation) des Königs, je 
grösser es ist, den Eifer seiner Verbündeten desto mehr erkältet. Darum 
glaubt Colbert, dass es für ihn und alle diejenigen, welche auswärts im 
Dienste des Königs verwandt werden, gerathen ist nicht sowohl die Macht 
des Königs als vielmehr lediglich die Gerechtigkeit seiner Absichten im 
Munde zu fuhren. 

Postscriptum vom 19. Februar. Schweriu hat Colbert gestern 
mitgetheilt, dass er den kaiserliehen Gesandten, Baron von Goes, im Na- 
men Sr. kurf. Durchl. aufgesucht und demselben die Gründe auseinander- 
gesetzt habe, welche jene bewogen sich den Staaten zu verbinden, um Mün- 
ster zum Frieden zu zwingen: jener Gesandte habe darauf bemerkt, das aei 
nicht der rechte Weg"). Da Beverningk morgen nach dem Haag geht 
und man überdem überzeugt ist, dass der König von England seine Ver- 
sprechungen nicht erfüllen kanu, so glaubt Colbert, dass man von den 



') Vgl. M^m. d'Eatradei IV. 151. Der K5tiig schreibt dort aber diu Ereig- 
uiss: II peDl y avoir Ih ilcdans des n^gociitions poar le r^tablissemiTt du prioce 
d'Ormge et que pcnt-Stre Beverning cacbe meme au eieur de Wit. Vous vo^ei, 
comblcn il est importuit de bien ^cUircir la oboee. 

') Vgl. aucb oben dM Schreiben an Lionne Tom 18. Februar. 

■) Qoes aobeint ~ Dach der Dep. Colberl's an Lionne vom SOi"" — «nok 
hiningefügt ed haben , viele Beicbifariten dürften vielleicht fOi MOnatec Partei 



:,LtOO»^IC 



Der franiaBtsofae Hof thoill Colben's Argwohn. 353 

oben bezeichneten Intn'gueu nicht viel zu fürchten braucht. Zumal aber, 
wenn er d'Estrades von atlem unterrichtet haben wird, wird e» ihm leicht 
werden, diese Yerhandlungeii abzuschneiden '). 



Lioime an Colbert. Dat. 19. Febr. 1666. 
(Coucept.) 

[Die Baxorgniaie Colbert's wegeu Inlrigaen iwi^cben <leni Kurfflniteii udiI Bevcrningk 
wohl nur lu begrflndet. Auch de Wiit selber verdAcbtig. AensterongeD des le(t- 
(Eran gegen d'Estrades in Betreff der Wiedereinaeliung des Primen von Orinien. 
Colberl soll deu Künig wo müglich nicht stricc Terpdichten, kOnflig die Ansprache 
des Kurrarsteu *n diu SUkten auf KOekgabe seiner PlKtie in unterstQticn. QrUnde 
hiefQr. Bevorstebende ZuiBDnnenkunft zwischen Culbert und Filrstenberg. Geschenk 
des Königs sn die KurfQrsiin.] 

Lionne hut Colbert's Depesche vom 9. d.M.") empfangen und er- 19. Febr. 
fährt zugleich aus dem Haag, dass Beverniugk nach Cleve vollkommene 
Vollmacht mitnehme, dem Eurfür^teu in allem zu nillfahren'). Denn man 
kanfi doch nicht glauben, dass derselbe sich auf die Geldzahlung sollte ver- 
steifen wollen, in welchem Punct, wenu er sich mit der Ratification beeilen 
will, lediglich eine Differenz von wenigen Tagen stattfinden kann '). 

Das Benehmen Beveroingk's ist in der That unerträglich gewesen, 
und seine Uerren haben dies no wohl erkannt, doss vau Beuningen 
Befehl gehabt hat Se. Maj. zu versichern, derselbe werde sich bei seiner 
Rückkehr vbllig ändern. 

Nämlicher van Beuningen hat Lionne gesagt, !;>e. kurf. Durchl. 
habe Beverniugk einige Propositionen gemacht, in Betreff deren sie na- 
mentlich in Rücksicht auf Colbert das Geheimniss verlangt habe, aber 
Beverniugk nehme trotzdem die Weisung mit ihm dieselben mitzuiheilen. 
Den Gegenstand jener Vorschläge hat van Beuningen nicht nennen kön- 
nen, und Se. Maj. hat vermuthet, es müsse die Ausgleichung mit England 
ID Betreff der Wiedereinsetzung des Prinzen von Oranien in seine Aemter 
sein. Erstaunlich ist uur, dass man darüber an Ort und Stelle dem irerrn 
Botschafter') keine Erklärungen gegeben hat. 

Alle Besorguissc Colbert's sind uur zu wahrschdiiüch und vielleiebt 
noch etWÄB schlimmeres im Hintergründe. Denn Colbert nimmt die Per- 
son de Witt's davon ans und misst demselben eine Unruhe wie dem Bot- 
nchafter des Königs bei '), falls man den Staaten mit Dingen käme, die mit 
dem Knrfürsteo von Brandenburg gegen die Interessen dieser Krone über- 



'; Der Beat geaabwärzt. 
') Vgl. oben. 

>) b. das Schreiben d'Estrades' an Ludwig XIV vom 11. Februar ;M<ini 
d'Eatradea IV. 103). 

*) Vgl. U4m. d'Estradea lY. 130. 
■) d'Eitrades. 

*) Vgl. oben Colbert'a Depescbe an seinen Bruder von 9. Februar. 
HlMr. tu Gncfc. ■!. Gr. KurlünlSD. U. 28 



:,LtOO»^Ic 



354 VI- Berichte von 1665 bis 1666. 

dacht und gleichsam zurechtgemacht wären. Gleichwohl ist es vielleicht an 
dem, dass de Witt an diesem Complot (trame), weuu es begrüDdet ist, 
lacht minder Tbeil hat als Beverniagk. Der König setzt nicht voraus, 
dass dasselbe den Zweck habeu könnte die Staaten zu einem zweiteu Ab- 
fall ') von seiner Krone zu verleiten, welches dieselben der ganzen Welt ver- 
abs che uungs würdig machen würde. Aber weil die Staaten glauben, dass 
Se. Maj., da »^ie sich nur aus Kücksicht aar sie auf den Krieg gegen Eng- 
land eingelassen, selber sehr zufrieden sf in werde aus demselben herauszu- 
kommen, sobald sie sich mit dem Könige von Grossbritannien über einen 
Ausgleich verständigen können, so ist es sehr wahrscheinlich, dase sie die- 
sen Ausgleich zu überstürzen denken, iudem sie jenem Könige den Pnoct, 
welcher ihm nothwendig am meisten am Herzeu liegt, nämlich die Wieder- 
herstelluug des Prinzen von Oranien'), opfern. — Dies erscheint dem Kö- 
nige als das Glaublichste in Betreff der geheimen Dinge, welche, in Gleve 
vor sich gehen. — Herr de Witt hat zur selben Zeit d'Estrades wie 
im tiefsten Vertrauen befragt, was er hinsichtlich dieser Wiederherstelluug 
thun solle, indem er sogar aussprach, dass sich derselben noch weiter ge- 
gen die blinde Leidenschaft der meisten Provinzen und Städte zu wj^ler- 
setzen, eine Last sei, welche er kaum mehr zu ertragen vermöchte'). — - 
Das einzige, was Herr de Witt in dieser Auseinandersetzung gegen d'E- 
strades gethftu hat, um diese für den französischen Hof so bittere Pille 
ein wenig zu überzuckern, war dass er hinzufügte, Se. Maj. könnte, um 
Antheil au dem Dank für diese Wiederherstellung zu haben, sich bei den 
Staaten zu Gunsten jenes Prinzen verwenden, so dasa jene als auf sein An- 
liegen und aus Rücksicht auf ihn erfolgt erschiene. „Voyez, je voiiB prie, 
quel personiiage od voudrait faire jouer au Koi dans une affaire däjä 
ajuBt^e enire \es partits. 11 faut niiaurooins diBsimuler jusqu'ä ce au 
moins que Ton puiHse €tre inieux ^clairci, ce qui apparemment ne tar- 
- dera pas long-temps & etre, tant par les lumi^res que Sa Majeet^ rous 
donne par celte lettre que par ce que Beverningk vous pourra dire 
k 8on retour. Cependaut je vous eavoie une copie de ce que Sa Ma- 
jestä a }ug6 ä propos de r^pondre k M. l'ambaaaadeur sur le diBcours 
du eieur de Witt"*)- 

Colbert musi« möglich?! vermeiden den König zu verbinden, nach 
dem Frieden') mit dem Bischof von Münster die Ansprüche des Kurfür- 
sten gegen die Staaten auf Rückgabe seiner Plätze zu unterstützen, indem 



') Ali den ersten , Abfall* belracbtete man den Separatfrieden mit Spanien, wel- 
ohen die Qeneralstaalea am 30. Januar 1648 mit Spanieo abgeachloiBeo hatten. 

*) Die ExcIu»ion deiielben von den WOrden seiner Votfahren war im Jahr 1654 

'} S. Schreiben d'Eatradea' an den KOiiig vom 11. Febr. und den eibitterteo 
Brief dei Küniga vom IQ"" (a. a. O. p. 103 ff. IS9ff., vgl. ebend. 145). 
*) Eben in dem Schreiben vom 19'«<> an ä'Esttnäea. 
') Bii dabin war der Atutrag dieser Frage verschoben, vgl. Pnfendoif X. 12. 



:,L_nOO»^IC 



Oeioheok Lndirig'i XIV. an die KorfQratiD. 355 

er stets bei den allgeaieiiieu Ausdrücken von Versprechungen guter Dienste 
bleibt: um so mehr, als es sich leicht ereignen könnte, dass diese Differenz 
die eine nnd die andere Partei abhängiger von Sr. Maj. macht und der- 
selben Gelegenheit giebt, ihre eigenen Angelegenheiten in den Niederlanden 
mit Hülfe eines und vielleicht aller beider Tbeile zu fördern, iuilem ein Jeder 
von ihnen, obgleich bewaffnet, doch aus Furcht vor dem Widerstand des 
andern neutral und gleichgültig (indifferent) bliebe. 

Se.Maj. wird Oolbert zurückrufen, weiiir sie es für angemessen halten 
wird. Jedoch wird dies erst nach einer Unterredung erfolgen können, wel- 
che Colbert nothwcndiger Weise mit dem Grafen Wilhelm von Für- 
stenberg haben muss'), der alsbald nach Düsseldorf kommeu wird, um 
daselbst den Ffalzgrafen von Nenburg zu sehen, und Colbert von da aus 
den Ort der Zusammenkunft bezeichnen wird. Es wird dauu vielleicht nö- 
thig sein, dass Colbert, behufs der Ausführung jener grossen Gedanken^ 
welche 8e. Miy. gehabt hat, eine neue Verhandlung mit dem Kurfürsten 
7on Brandenburg anknüpft, deren Gelingen alle Unzutrüglichkeiten (incon- 
vänients) eines beabsichtigten Anschlusses Sr. knrf. Durchl. an das Haus 
Oestreich aufbeben würde. . . . ') — 

Lionne glaubt, dass das Geschenk des Köoigd an die Kurfürstin etwa 
zur nUalicheu Zeit in Clevc ankommen wird als dieser Brief in Colbert's 
Hände gelangt. Dasselbe besteht in einem vollständigen Ameublement 
sammt anderm Geräth von Silber num Schmuck eines Zimmers. Colbert 
soll es Ihrer Durchlaucht mit den Empfehlungen des Königs präFcntiren '). 



Colbert an Lioune. Dat. Cleve 20. Febr. 1666. 

[Ocaprich mit Scbwcrin Ober die Abreise des engliücbcu Gesaudleo, der, gleiob sei- 
nem Hofe, aber de» KurfarBlcn AbsctiluHB toit UuUand buchst UDbcfriedit;! Ul , über 
die BenduDg eines SecretRrs n«cb England, über eine Vermiltelung des Frieden» Kri- 
schen den beiden SeesUalen, über die polnisobe ThronfuljjC. Det Kurfliist keinen- 
Wegs gHnilicb unter dem Einfluss seiner Gemahlin, Scbweria's und AiiliaUV] 
Schwerin ist eben von hier abgegangen und hat ihm noch miigetheilt. -2ü, Febr. 
dass der englische Gesandte sehr unbefriedigt abgereist .'^ei. Er, Scbwe- 

') 8. oben p. 343. 

*) Daa Folgende, auf Qratificalioneu (fBr Schwerin) bezüglich, gegclinUnl. 

■) Vgl. Udmoires de Pomponne 11. 113, wo es von dieser Sendung Col- 
bert'* heisst : 8a Uajestä avoit appuy^ de Sa consid^ralion ta rechercliB qu'ils ^die 
State«) faiaaietit d'une liaisou etroile avec l'^lecteur de Blande bourg, et Colbert, maiir« 
de« requdte«, qu'elle avoit enTOfri k Cleves vcra Iv prince, et qu'ellc avoit cbargä 
de riebe* prdsents pour l'älectrice, avoit agi si heurenaemeDt qu'i) l'avoit 
drflenDinrf k prendre le parti des Etats etc. B. fcnicr Migoet N^goc. rel. k la auc- 
ceiiion d'Bapagoe II. p. 303. r. Orllch II. 38. .Der frantäsische Gesandte Col- 
bert hat eben (den lä. Mtn) des Künigs Ptlsent: ein giQnsammelnes Bett, reich 
vDD Qold geatickt, tnit den dua gebötigen 8tahlen, schitn« Tapeten, einen schönen 
Spiegel nnd ailberaen Tisch mit swei Qneridon* nnd silbsme Kronen mit Lenchters 
prtaeatirt uad aolchea allea In der Knifüntin Kammer anfiohlagen lassen.* (Scbwe- 
iIb'i Tagabnoh) vgl. p. 41 and auch Stenael p.a76. 

28* 



:,LnOO<^IC- 



356 ^'^- Beticbte Ton 1665 bii 1666- 

rill, habe lU'iiisdlioii darlcgi'u wolli>ii, iIhsm der gegenwärtige Vertrag nicht* 
ciitliiiltc, was ili-ii König von England Jcrjinlccn könne, jener ihm aber er- 
widirt, sein Uclwtcr (dies wnren dio Worte) würde diesen Vertrag als die 
grÜÄiiic ^difsiiblifffttion" von Seiten des KurfUrütcn, — vielleicht gar all 
einen Itrueli miselipii. Kr Iia))C ihm zugleich ein Schreiben eines engllscbea 
MiiiisterN iilier die Furelit gezeigt, welche man dort vor dem Abschla» be- 
sagten VertriiKen hege, der die nUmlichcn Worte gebraaehte. Schweria 
hat sieh von sellior erlioton, dieselben Colhert in zeigen nnd hinsagefligt, 
dns!' die Rücksicht liierniif den Kurfiirsten bewogen hnbe, einen Secretir ) 
nueh Knglnnd zu Kcndeii. Oiilbert tint envidert, er liabc deswegen kelKD 
Argwuliu gehabt, und, wenn die.-^e Dinge dem Kurfürsten Feinde znzieben 
sollten, Hürde es ihm an dem Sehulz gntor Freunde nicht fehlen. — Schwe- 
rin hat ihm darauf zu vcrslelicu ti;e};eben, derKurrürst hatte wohl gewüoücbc 
etwas zum Frieden') heizu tragen , beabsichtige über ohne den Willen de* 
KonifTs sieh nicht dünn zu mischen. Schwerin üagtc ihm ferner, da»ü. 
als sich jüngst die Gesandten Knglnuds nnd Hollnnda zufällig beim Kor 
fürsten getroffen'), der erstere einige Eröffnungen gemacht, der andere aber 
darauf ledigüeh geantwortet habe, die InteresBen seines Vaterlandes seien 
mit denen I'ranbreielis verbunden, er kiinne daher auf niclits ohne Einver- 
Ktäudiiiss l'olberfs eingehin. l'olberl hat hierouf einfach erwidert, der 
König habe nichts versäumt nm den Frieden herbeizuführen; wenn der Kur- 
fürst viin liriindeubnrg durch die Vereinigung seiner Truppen den BÜchof 
von Münster gezwungen halten werde um Frieden zu bitten, würden die 
Englander vielleiiht eher Vernunft annehmen, znmal wenn sie erkennten, 
dass e> ihnen unmoglieh sei ilie fecfe Kinigung zn zerreissen, welche zwi- 
r^ehtn Frankreich und IJoJbind be>leht und. wie sich der König nach deai 
wa-i er für die Stiiaten geilmu hat vers]iiechen darf, unercchütterlich be- 
stehen wird. Sil würde auch Se. kurf. Durch), der Ehre thcilhafl, durch 
seine Erkläning den Frieden zwischen süunntlichcn Staaten herbeigeführt 
zu haben , „ot Je me Hauvni de ectte i)roi)iiHiti(in de in6diation par ie» 
uäsurancra ilo restinK- ijue Sn Mujcutc lait de la ))cri!M>nnc de M. de 
Hrandebnurg, ne croynnt \tan ([ue l'intentioii du Koi avit de rendro ce 
[irinco mudiittour de ee diflereml.- 

Schwerin hat gegen ihn (mit Iteziehuiig tiuf die in dem l'ostscriptum 
vom lU. Februar au seinen Itmder ') angegebeneu Aensseningeu des Barun 
Uucs). auf seinen Kopf, geäussert, datts lediglich die Rücksicht auf die 
pulniseheu Angelegenheiten den Kaiser zurückhalten konnte dem Binchuf 
von Münster zu Hülfe zu kommen. I'nd er hat hinzugesetzt, dasK der 
Kaiser in Wahrheit nicht daran denke jene") Krone für sich selber xa er- 
werben, allein verhindern wolle, dass dieselbe einem seinem Hause feindli- 

') r.<irBi Aohrm ■. rufcnilorf \. ]»). 

■) Zwi.rl..'t. KngUiKl ua<1 IIuIUiul. 

■} Vgl. oWn Culben'i Ucpciche an ■■«inen Uruder vuai l». Frbra*r p.SM f- 

*) S. ubeo p. X^. 

') Dia polaltoha. 



>vGoo»^lc 



Vethandlung (wi«ch«n Colbert und SchweTio. 357 

eben Prinzea übertragen werde. Colbert entgegnet, da hierauf einznge- 
hen nicht Beines Äqites sei, so könne er nur „par forme de convereation" 
daron sprechen. Als Se. kurf Durch), mit ihm auf das nämliche Thema 
gekommen, habe er derselbco bemerkt, wie es ia deren Interesse liege, nicht 
zuzugeben, dass das Haas Oestreich diese Kroue erwerbe. Allee was der 
Kurfürst in diesem Betraclit wünschen könne, wäre, dass der Gewählte ein 
Freund seines Hauses sei, da er jene Würde, wie er ihm versichert, für 
sich selbst and die seinigen nicht begehre'). Ueberdem habe man ihm 
(Colbert) an seinem Hofe zu verstehen gegeben, dass, als man den Pfalz- 
grafen von Neuburg voi^eschlagen , er eine grosse Aversion gegen diesen 
Gedanken kundgegeben'}: so möchte er Schwerin denn — zur Befriedi- 
gung seiner Neugier — gern fragen, welche Wahl dem Kurfürsten die ange- 
nehmste sein möchte. Schwerin erwidert: diejenige, welche die Wirreu des 
Königreichs beilegen würde — und geht alsbald auf ein anderes Thema über. 
Je finirai ina lettre par iin röcit succinl de ce que j'ai pu recon- 
naitre de la disposition de cette cour-ci; il est certain que uadame 
l'ölectrice, M. le prince [d'Auhalt] et M. de Schwerin ont beaucoup 
de credit, maiB pas d graad et si absolii qu'ile Toot e'u par le pasBä, 
l'älecteur s'appliquant fort & la eonnaiBsance de ses affaires, en sorte 
qu'il leur est fort diflicile et souvent impossible de lui persuader des ') 
chosee qui sont contre ses veritables int^retB. 



Colbert an Lionne. Dat. Cleve 27. Febr. 1666. 
Colbert ist seit gestern zurück*) und reist diesen Vormittag nach 37. Febr. 
Duisburg zu der Conferenz mit Fürstenberg, indem er hier nichts Neues 
von einiger Wichtigkeit gehört hat. 



') M^m. de Pomponne U. 38. 117. (Die frkDtSa. Geundlen ia Kto«kbolm 
ugaa dem Bchwed. GruMkaiiilot Ton Labamirski: qu'il la [die polniscbe Krone] 
prometUit h l'^ecteur de Bnndebourg pour >on Gla, qui devoil ae faire calboliqne 
et rdanir U Praese dncnle k U Pologoe.) 

•) Vgl. auch oben die Berichte de Leaieine' vom Jahr IG6'2. 

■j lea M>. 

*; Er war iiiKWi»cheii im Haag geneieu vgl. M^m. d'EEtradea IV. 145. 14U, 
Brief d'Eatradea' an den KSnig vom 25. Febr., an Lioone vom 26. Kr halte dort 
mit d' Estradea tuaammen auf die AuigchlieaBang des Prinieii von Oranien tu drin, 
gen, ttber die Bedingungen des Vertrages mit MBnster in verhandeln u. s. w.: Man- 
sienr de Wlt a'est ouverl h monsieur Colbert de tantes les prdlenBioDs deg Elati 
inucbant raccommodement avec l'dvi^que, en cas qu'on en faasc quclqua uuverture, e 
■nr ce qui regarde celai d'Angleterre. Comme ce demier m'a dit qu'il devoit s'abou 
eher avec le eomte Ouillaume de FOratenbcrg, j'ai cm qu'il ^(oit dn servil 
dn Boi qu'il tirftt de monsieur de Wit tone tes dclaircitBemens pouibles sui oel 
matibre, afin d'avancer davanlage l'onvrage dans Ia coDf^rence qu'il auta avec 
comte da Fürstenberg. 



:vGoo»^lc 



Colbert an Lionne. Dat. Wesel 2. März 1666. 
z> Coibert kehrt gegenwärtig voa Duisburg zurück' und hat die Depe. 

Eche Lionne'e vom 25. Februar erhalten'). „L'on ne pouvait pas reoe- 
voir plus k propus jl'ordre que vous me donuez au Bujet de ce que 
j'ai k n^gocier toiichant cette conffirence, ä l'ögard de laquelle j'alla'iB 
dös demain comniencer." 



Colbert an Ludwig XIV. Dat. Cleve 7. März 1666. 

[Seins BesjirechuDg mit FüTüteaberg. Die Dopesche Lionoe'« vom 25. Februar hftt 
ihn bestimmt, vorläufig nur die Slimmong dce KurCürBten in dieser Bichlung in gon- 
dircn. Betrefietidc Unterhaltung zniachen dem letztereo und ihiD. Verhandlung awi- 
Bchen den Staaten und dem iiiachof von MÜDBter durch den kaUerlichen Residenten 
Friqiiel im Haag. Millbeilungcn Anhah'a über des Kaisers Bemühungen, Hollands 
Alliance zu gewinnen. Der wolfenbiltteler Gesandte nach Münster, wo auch Jena 
und Gesandte Cülns und Neuburga den Bischof zum Frieden tu beiregen sncheu.) 
! Sire, je n'ai point eu Thonneur de rendre compte & Votre Majestä 

par l'ordinaire dernier de ce qui s'est pass6 ici, parce que j'ötais pour 
lors en chemin pour mc trouver au lieu") que monsieur !e comte Guil- 
laume de FUrstenberg m'avait assignfi pour m'informer des intentione 
de Votre Majestö, et je n'ai demeurö ici, k mon retour de la Haye, que 
!e temps qu'il fallait pour voir monsieur de Brandebourg, auquel pour 
ne point donner d'ombrage de mon voyage et pour me pröparer aussi 
un mojen de lui pouvoir faire k mon retour saus rien hasarder le» 
propositions qui regarderaient le Service de Voü^ Majestö, je dig que 
j'allais voir M. de Pradel'), et que, comme ledit sieur comte*) est 
de mes amis et dans le voisinage, je serais bien-aise aussi de le voir, 
pour fächer de savoir de lui les sentiments de M. de Cologne et M. 
le duc de Neubourg touchant la paix de Munster, afin d'en venir ren- 
dre compte ä Son Altesse eiectoralc. 

Lcdit sieur comte m'a instruit assez ' exactement du sujct de son 
voyage vers Votre '.Majestß et du projet dont il est chargö tant pour 
faire finir la guerrc que l'öveque de Munster a commenc^e que pour 
porter les princcs vers Icsquels il doit y aller k [ce qui] peut €tre de 
leurs vßritables intörets ou du ser^ice de Votre Majest^. 

Tout ce qu'il m'a dit lA-dessus et du tour qu'il veut donner ä sa , 



il xnrückbeliHllen. 
iburg (vgl. oben). 

schon oben erwähnte Marquis de Pradel, Generallieutenant, Befebls- 
lülfscorps, nelchca Ludwig XIV. den Staaten gesandt. 



>vGoo»^lc 



Conforent Colbert'« mit Wilhelm t. FQrslenberg. 359 

Däfociation et des raisona dont i] veut ee eervir me parut fort adroit 
et capable de produire tout le bon efifet qu'il en attend. Mais comme 
ce qui est perauaaif en 1a bouche d'un AUemand, ministre de M. de 
Cologue, aurait, eelon inon seos, un effet tout eontraire, s'il 6tait dit 
par un eujet de Votre Majest^ hoDorö de ses ordres, nouB avons iti 
asBez embarraBsfis k trouver les moyens dont je me devraiB servir au- 
prä de M. de Brandebourg pour une semblable n^gociation, jugeant 
bien qu'i moiDB que de le faire [entrerj insensiblement dane la n^ces- 
sit^ de ftüre pour see propreB intärets ce que Votre Majestä d^ire et 
de le rendre lui-m^me demandeui' envers Votre Majeutö de quelque 
secours et assistance pour cet efTet, on aurait bcaueoup de peine k 
l'engager daoB ies iut^rets de Votre Majestä, et il sc ferait acheter 
bleu cliäreiuent. Comme par le projet dont ledit comte est eharg^ 
Votre Majeetä ne veut pas qu'on entre dans cette nägociatioD qu'aprÖB 
que la paix de Munster »cra faite, nous ätions senlement tonib^s d'ae- 
cord, qn'ä mon retour ici je rendrais comple & M. de Hrandebourg de 
la r^olution dans laquelle ledit sieur comte m'a assurä que Bont MM. 
de Cologue €t de Neubourg d'obiiger l'ävSque de Munster k la paix 
meme aux conditions ofiTertes par Ies Etats, et cela non-seulement par 
las voies amiables, mais aussi en lui faisant entendre que s'il s'opi- 
ni&tre k continuer la guerre, ils pourraient bien se d^clarer contre lui. 
II avwt aussi iti d'avis qu'aprßs que j'aurais inform^ Hon Altesse 
älectorale de tout ce qu'il m'a dit au sujet de cette piux, je täcbasse 
de lui insinuer en lui faisant rapport de notre eonversation eomnie par 
maniäre d'eotretieD, que j'avais connu que MM. de Cologne et de Neu- 
bourg craignant que cette guerre n'alluroät un fen qu'il serait difBcilc 
d'^teindre, avaient dcBsein de proposer k la premi6re assembl^e des 
d^put^B de l'alliance du Rhin de tripler le nombre de troupe» qu'ÜB 
flOnt obligdB d entre teni r , afin de se mettre en ttst de garantir leurs 
pays de toue passages de troupee et toutes eorte« d'oppression et de 
s'entre-secourir mutuellement, et que si cette propoeition n'ötait pas 
agr^äe de tous Ies princes, au moins ils a'uniraicnt avce cenx qui I'ap- 
prouveraient, afin d'gtre en pouvoir de ee garantir. 11 avait aussi 
trouvö i propos que je nielasse daDB cet cntteticn quelque thoBe qui 
tämoignät de la däfiance de la conduite et des intentions de M. l'^r^- 
que de Strasbourg '}; que j'ajoutasse näanmoins que puisque le pnacipal 
but de cette proposition fflt la conservation du rcpos de l'empire, je 
n'y voyMB rien qui ne dflt ^tre agröable k Votre Majest^. Je ne lui 

■) Fr*ni Egon vod Föratenberg, Wilhelm's Bnider. 

L:qitzcc::vG00»^lc 



360 ^^- B<«i=l»te Ton 1665 bii 1666. 

redirai point touB les adoucieseiaentB que nou8 aVioDB concerW de in€ler 
dans ce rapport, pour faire voir ä ce prioce que je ne lui en faisais 
que pour eontenter Ba curiositÄ et pour satisfaire k la promesse que 
je lui avais faite, avaut mon döpart, de lui rendre coinpte de notre 
conförence. Eofin, ledit sieur conite avait cru que cette ouverture obli- 
gerait Icdit prince ä dive quelque choBe qui pourrait me faire coimai- 
tre, quelle» seraient ses intentione; que Digme, a'ü n'y trouvait i. re-' 
dire que la trop grandc däpcnee que IcBdits prince» seraient oblig^ 
de faire pour ce pr^tendu triplement, je pourrais lui faire connaltre que 
Votre MajcBt^ aime trop !e regoa de l'empire pour ne pae donner quel- 
que asBtstance aux princeB qui coopäraient le plus & sa conserration, 
comme i^un Altesse ^lectorale, et que s'il ne me räpondait rieu qui pät 
donner lieu de croire qu'il fflt bien-intentionnä, pour lors, avant qoe 
de lui faire de plus grandes ouvertures, on prendrait le parti de t&cber 
d'attirer les autres princea voisins dudit ölecteur dans les intörgta de 
Votre Majestö, pour le röduire dans la nöeessit^ de s'y engager aussi, 
et, en tout cas, que ne lui faisant par ik direetement aucune propom- 
tion de la part de Votre Majestö, je ne hasarderais rien qui pfit prfr- 
judicier k son Service. — 

Depuis j'ai re^u k mon pasage k Wesel, par le retour du cour- 
rier') que j'avaia envoyö vers Votre Majestö, la dßpeche de M. de 
Lionne du 25 de ce mois'), par laquelle, eiitr'autres choses, il me fait 
eavoir que Votre Majest6 ne vcut pas que je propoBe k M. de Bran- 
debourg aucune liaison plus ötrolte avec eile qu'apris qu'elle Bera in- 
form6e de ce qu'on aura r^pondu k Stockholm aux propositions de M. 
de Pomponne'), et que Votre Majeste m'aura envoyö lä-dessus ses or- 
dre», ce qui m'a fait prendre la r^solution d'ßtre plus röservö aupr^s 
dudit prince et de ne lui proposer aucune assistancc de la part de 
Votre Majestö, mais seulement de tächer de p^nötrer, quels peurent 
61re ses seutimeiits au sujet de cette liaison des princes voisins avec 
lui, afin de pouvoir informer Votre Majestä par avance et avant que 
de recevoir ses ordres pour faire quelque proposition audit prince de 
ce qu'on en peut espörer ou craindre; et suivant cela, je lui ai sim- 

_i * -"ndu compte k mon retour de ce que j'avais appris du sieur 

Ilaume de Fürstenberg des diligences que MM. de Co- 
e Neubourg pr^tcndaient faire pour obliger M, l'övßque de 

Aim. d'EatradcB IV. 1&3. 
hoUsCQ de l'Bntre mois (vom 25. Febr.) vgl. oben du Schreiben an 
I 2. üürt. 
Ib suaserorden (lieber BolBcbKftei in Schweden. 



:vGoo»^lc 



Q«aprloh Colbert'a mit dem KurfQnteti bierüber. 361 

Munster k faire la paix et du deeseiu qulls'avaient'd'envoj'er une per- 
eonne de confiance vers Son Altesee älecturale et ensuite vers mes- 
Bieure les Etats, pour trouver quelque tempärament sur l'article de 
Borkelo, qui est la principale dilticultä de ce trait^. 

M, r^lecteur m'a t^moignä bien de la joie du desaein de oes prin- 
ce«, et m'a dit qu'i! y aurait v6ritablenient lieu d'eap^rer qoe tant de 
puissaDces concourant k obliger ledit £v€que k faire ta paix, il ne 
s'opinl&trerait pas k contiouer plus lon^empe la guerre; mais D6an- 
moins il ^tait toujourB ausBi tier et lui avait fait dire qu'il le priait 
d'£tre seulemeDt spectateur de ce qui se paeserait et qu'il aurait le 
divertiesemeiit de voir, de quelle mani^re il traiterait les Hollandais. 
Son Altesse ilectorale a ajout^ que Ton disait que l'empereur envoyait 
une arm^e de quinze mille hommes pour Vassisterj et qu'il 6tait ausei 
arertt de bonne part que les Su^ois renaient au secours dudit ävgque. 
Je ne crus pas le devoir d^sabuser de cea opiniona, et je lui dia aeu- 
lement qu'en ee cas-lfi H. A. 6l. jugerait saus doute que le paiü qu'il 
y aurait k prendre pour nous aerait d'alLer avec une bonne arm^e ä 
la rencontre de celle de Temperenr, pour la combattre avant qu'eile 
piÜBse joindre celle de l'^veqt^e de Munster; et anr cela je lui dia par 
maniäre d'entretien, avec tout radoucissem^nt qui me fut possible, ce 
qne j'avaia appris de M. le comte Guillaume de Fttratenberg au 
Bujet de la propoaition du triplement, ajoutant airaplement que, pourvn 
qne cela produisait la paix de Munster, l'effet en serait bien avanta- 
geus k l'empire. II me ripondit aeulement que pour lui il ^tait ami 
de l'empereur, mais qu'il I'^tait encore plus de l'empire et quil en pr4- 
förerait le repoa k tonte antre considöration ; et comme il changea aue- 
aitöt de discoura, je ne crus point le devoir presser davantage lä-dea- 
suB, de crainte d'outre-paaser lee ordrea de Votre Mi^est^. Et comme 
l'envoyö de l'empereur lui avait dit qu'il y avait apparence qne Votre 
Majeat^ et les Etats ^taient bien aiee de ne paa faire aitöt la paix, 
TU que les Etats n'avaient paa encore voulu convenir d'un lieu, de mi- 
diateura ni de d6put<!a pour ia traiter, je lui fis connaitre que ce ae- 
rait le moyen d'en faire une loDgue nigociation, et que lea pr^limi- 
naires dureraient assez pour mettre tout l'empire en guerre; maia qu'an 
contraire, si I'ävgque de Munster voulait la paix, il la pouvüt faire en 
peu d'heures, acquiescant aux offrea raiaonnablea que lui foot lea Etata 
de se contenter que toutes choaes soient remisee au m^me ii&t qu'elles 
ätaient anparavant son irruption, Sana rien prätendre pour lea dom- 
mages par eux aoufferts. S. A. el. est tombä d'accord de ce que je 
lui ai dit sur ce aujet. Pour moi, Sire, je ne aaia paa encore, quelle 



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352 ^- Berichte von 1665 bis 1666. 

est ä cet ägard Vintention des fitate; jusqu'ä präsent cette nigociation 
ne B'est faite que par rentremise du sieur Friquet'), agent de Tem- 
pereur & la Haye. Cest par lui que les propositions deedits Etats oot 
iti envoyäes ä M. de Munster, et Taf-ticle de Borkelo est con^u en 
des termes legquels, quoiqu'ils semblent n'aboutir k rien qu'ä des 16- 
moignages de respect envers [l'empereur], n^nnioine en les expliquant 
favomblement pour tia Majeetä imperiale, il y a lie'u de dire qu'ils 1e 
rendent en quelque fa^on juge des droits que M. de Munster a eur 
Borkelß, mettant au moius ledit 6v#que dauB une plus absoiue n^ces- 
sitä de faire cc que l'empereur voudra qu'il n'^tait ci-devant. J'^cris 
k M. d'Estrades pour savoir de lui, de quelle niani6re se doit faire 
eette nögociation et en quel Heu; et si c'est de ees cöt^s-ci, Votre Ma- 
jestö me fera, s'il lui plait, savoir ce qu'elle jugera & propos que j'y 
fasse pour le Wen de Bon Hervice. J'attendrai aussi des ordres de Votre 
MajeBtä sur les propositions qu'il y aura k- faire k M. de Brandebourg; 
si cependant les prioces ses voisins fant les premi^rea d^marches, j'au- 
FM moins de difficult^s k le porter k suivre leur exeraple, prineipale- 
ment si Ton peut porter tous Ica princes de BrunBwick et Lunebourg 
et m6me le duc de Hauovre ä se joindfe ensemble pour les intärSts 
de Votre M^estä, k quoi leg .protestans Bout äijk port^B d'ioclinatiot), 
k ce que j'ai pu- apprendre ici. 

Je prendrai eucore la iiberti dmformer Votre Majest^ que le prioce 
d'Anbalt me dit hier comroe en grande confidence, qu'il earut de 
bonne part que l'empereur faisiüt tout soo possible poor porter les 
fitatB dee Provinees-unieB k s'allier avee lui pour s'opposer aux entre- 
prises que Votre Msjest^ pourrait fture sur le Brabant et sur le Hai- 
naut; qu'il leur avait dijk fait reprfisenter le daoger qu'il y aurut pour 
leurs 6tatB d'avoir un si puissant prince que Votre Majestä pour leur 
proche voisin et qui leur pourrait redemauder les places dudit duchä 
dont ÜB Bont en posseusion; qu'il leur ofTrait auBsi de leur faire doa- 
ner s^ance et voix döliberative dans les diätes de l'empire. B y 
ajouta') d'autres semblableB faiblesses qui ne märitaient pas, seloo 
mon sens, une räponse sörieuse, et aussi je me suis content^ de lui 
dire que v^ritabiement ce serait un si grand avautage pour les Etats 
d'avoir leur söance dans les diätes et de remettre tous les diffärends 
qu'ÜB ont avec la couronne d'Espagne aux d^cisioos de la cbambre 
atilique de l'empereur, ciue je croyais que cela märitait bieii qu'ils fia- 



') Vgl. Pufendorf X. 15. 



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Der Kaiser, Holland nnd MBoiter 3g3 

seilt' banqueroute ä la reconnaissance qu'ils doivent des secours et de 
la puissante protection qu'ils ont toujoura trouv^s aupr^s de Votre Ma- 
jestö et des rois ees prädäcesseurs contre tous dans leurB plus pres- 
sants beBoins enrers la France, pour s'abaiidoiiner enti^remeut aux bon- 
ues iDtentionB que la maisoo d'Autriche a pour eux. Je croie qu'on 
De peut neu innrer de cette pr^teodue confidence et de beaucoup 
dautres eemblables diecours que les mlDistres et principaux officiere 
de ce prince me fönt souvent sinon une grande eavie de savoir, si 
j'ai quelques propositious k faire ä M. de Braudebourir- — L'envoy* 
du duc de WolfenbUtel est parti ce matin d'ici, pour aller & Munster 
se joindre au sieur J^ua'), qui y est de la part de M. l'^lecteur 
de Brandebourg, et h l'envoyö de MM. l'ölecteur de Cologne et duc 
de Neubourg*), pour obliger ledit sieur 6vSque k consentir k la paix 
aux conditions propos^es, et mgine il m'a aesurä que si on ne IV pou- 
vait pas porter, il lui däclarerait que aon maltre est r^solu d'employer 
aussi BCB forces pour I'y coutmndre. — 

Vüilä, Sire, quaut k präsent, tout ce que j'ai ciu pouvolr munter 
que je prisae la libert^ d'ea £crire k Votre Miyestö, ^tant avec tout le 
zile et toute la sournission que je dois — Sire — de Votre Mtyest^ — 
le tris-humble, triB-ob^issant et tr6B-fid*lc siyet et serviteur [gez.] Col- 
bert — A CUves ce 7" mars 1666. 



Colbert an LioDne. Dat. Cleve 7. März 1666. 

[Verdnui diMCB Holet darüber, dau die Staaten nenlich Dichli au Ounalen des Frin- 

len TOD OraoieD beschlosseD babeo. Verdacht, daas der KurfBnt, ana BQckaichi aDf 

den Vortbeil der oranl*cbea Partei, den Friedenaabschluas mit MDnater hinballeD 

mechle.] 

... Je continue ä prendrc la libcrt^ de rendre compte au Koi de ^■ Mir», 
ce qui se passe jci; mais v^ritablement les affaires que j'y ai ne me 
doonent pas une matiäre bien cunüd^rable, n'ayant, depuis Tordre') 
qu'il vous a' plu me donner par le retour de mun eourrier, qu'ä atten- 
dre patiemment la r^solution que prendra M. l'^v^que de Munster sur 
toutes les instances qui lui sont faites de toutes parts pour lobliger 
& consentir k la paix et la venue des ordres dont il plaira au Koi 
mlionorer. 



<J Friedriefa r. Jena a. PufeDdorf X. Iti. Bte 
') PnfeDdoif «.».O. 

") Vom ij5. Febr. (Tgl. oben di« Uepescbe an LioDi 
das Ktal; vom 7. Hin). 



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364 V'- Beriohte von 166& bis 1666. 

Cette cour-ci a bien de chagrin de ce que les Etats n'ont rien 
r^solu en leur derniöre assembl^e en faveur de M. le prince d'Orange '), 
et ses Partisane croient que si la paix ne se fait dans ce mois-ci avec 
l'äv€que de Munster, lesdits Etats seront Obligos d'apporter un autre 
ordre pour le commandement de leur armäe, et que pour lors leurs') 
brigues, qui se remuent fort k präsent, seroot les plus fortes. Je ne 
sais, si cette considäration-lä ne fera pas que M. de Brandebourg, au 
lieu de procurer la coneJuaion de la paix, la retarde autant qu'il pourra, 
m^nie, comme la bonne foi n'est pas des mieux stabiles iet, il ne fasse 
entendre sous main ä M. de Munster qu'il ne doit pas apprähender 
beauGoup de mal de son arniiSe'). Si je n'avais eu crainte de vons 
ätre eunnyeus, je vous aurais rapportä quelques discoure qui m'ont 
616 faits, qui me scniblent assez bien fonder ce soup^on nonobstant la 
raison de I'int^ret picuniaire qui se trouve plus grand en f^saiit bientöt 
la paix. Je vous en icrirai peut-ßtre avec plus de certitude par le 
Premier ordinaire; pour moi, monsieur, je vous aroue que quand m£me 
ces intörets particuliers retarderaient 1» conclusion de cette paix, je ne 
vois pas, Selon mon petit raisonnement, que nous dous en devions beau- 
coup chagrioer; car si j'osais prendre la libertä de vous d^couvrir mes 
sentiments, je croiraig que plus les Etats auront d'embarras, et plus le 
Roi aura de facilitö i venir ä bout de ses desseins; et comme je me 
puis perdre et ägarer dans les raisonnenients que je ffus sur la con- 
joncture präsente des affaires, je n'oserai plus faire aucune d^marche 
que Celle qull plaira au Boi me preßcrire. 



- XIV. an d. Kurfürsten. Dat. St.-Germain 9. Mftrz 1666. 
(Abschrift oder Concept.) 
jrt auf den Brief des KurfiirsteD vom 15. Februar"), welche Blu- 
.mitnimmt. Derselbe wird ihm alle MeinuDgen des Königs aus- 
auEeinandersetzen , ko auch über die Angelegenheit, von welcher 
Ite ihm gesprochen hat und welche die Interegsen des Knrfüreten 
«trifft. 



Sclireibeii d'EstrftdEB' vom 25. Febt. (p. 144, vgl, p. 161). 
lieb diejenigen der Oranislen (vgl. anlen). 

dagegen unten die Dep. sn den KCnig vom 16. HKrt. 
miclben oben p. 348, vgl. Pufendorf X. Üb. 



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„Gooi^lc 



366 

r^vgque de la recommeneer en l'obligeant de renoncer k cette Präten- 
tion; que uäanmoins ou pourrait accorder ä Hnterposition des princes 
qui se meleront de cet accoininodenient que VßvSque pourrait rester 
dans le m§me ^tat de poursuivre ses droits comme il ätait avant eoo 
irruption, bors n^anmoins les roies de fait et d'armes." , , . 

Colbert hat sich getäuscht, indem er glaubte, der Korrürst wüQsche 
diese Verhandlung über den Ausgleich mit Münster hinzuziehen, um so die 
Staaten zu uöthigen, aus Besorguisa vor einer Fortsetzung dea Krieges, 
den Pnuct wegen des Commandos ihrer Armee nochmale in Ueberlegung zu 
ziehen und um der Cabale des Prinzen von Oranieu Raum zu geben'). Er 
überzeugte sich Tielmehr, dass der Kurfürst den Abschlnss des Friedens 
mit Ungeduld herbeiwünscht. Das trat erstlich in den dringenden Vorstel- 
lungeu deutlich hervor, welche, wie Colbert weiss, Jena') deshalb dem 
Bischof von Münster gemacht hat: derselbe ist dabei bis zu der Drotmog 
gegangen, heimzukehren, w^nn der Bischof sich nicht schleunig entschlösse 
den gerechteu Forderungen ' der Staaten genugzutbuu. Auch hat er jenen 
hiednrch in der T hat veranlasst, ihm neue Artikel zuzustelleu, welche Col- 
bert Sr. Maj. sendet und die, obwohl in ziemlich ragen und zum Theil 
sogar captios erscheinenden Ausdrücken abgofasst, trotzdem unzweifelhaft 
mehr Neignng zum Frieden belcunden als die ersten (die Colbert ihnen 
auch beigefügt hat). Ausserdem dringt der Kurfürst durch Herrn Bla- 
spiel lebhaft in die Staaten sich über diese Artikel zu erklären und 
hat Colbert mehrfach gebeten, dass er d'Estrades veranlasse, seine 
Bemühungen für den Abschluss dieses Vertrages zu verwenden; „me- 
ines il y a deux jours qu'il nie dit avec quelque cfaagriu, que de- 
puia que le sieur de Landsberg*), envoyö de M. de Coiogne, avait 
parl^ ä M. de Munster, ledit sieur ^veque avait paru plus fier et plus 
^loign^ des sentinients de paix qu'auparavant.'* Desgleichen hat ihm 
Schwerin gesagt, dass sein Gebieter Herrn Blaspiel einen Expressen 
zuschicke, sowohl um demselben die letzten Vorschläge des Bischofs von 
Münster zu Uberbriugen, als auch um durch diesen Expressen bei seiner 
Bückkehr Genaueres über die Gesinnungen der Staaten zu erfahren — nud 
dass er ihn (Colbert) bitte, gleichfalls d'Estrades zu schreiben, dass er 
seinen Eiufluss bei jenen aulbieten möchte, um sie zu einem billigen und 
eudgültigen Entschluss wegen dieser Angelegenheit zu bewegen. — „J'en- 
royai ma lettre *) audit sieur de Schwerin, suivaut les pressantes in- 
stances qui m'en avaieut ätä faites taut par lui que par un geDtilbomme 
de M. de Braiidebourg, dans laquelle uianmoius je ne mis rien que 



') Vgl. oben Dep. «n LioDne vom 7. Hin. 

■) Vgl. oben Dep. ao den EQnig vom 7. Mfiri. Pufendorf X. 16. 

') LtndambeTg Us. 

*) Doch wohl du Scfaieiben ui d'Eatrkdea. 



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Der Kiufant wSsadu fca Amjgkick iwüAa dea SuaUn Bnd Ufloiier. 357 

ee qui reouit i la conmiaeiace de N. lelecleur, ne pouratt etre, seloD 
moD sens, qa'ntile i Volre Majesle.' Darauf kam Schwerin ihn ge- 
stern, anmiltelbar a«eb Ankiuifl der Haager Po^t (ordinaire), aDfsDchen, 
mn ihm milzntheQen . da» e« den Korfursien sehr peinlich sei teiueriei 
Nachrichten als Anlwon anf seine Briefe nnd die letzten Ausgleichongs- 
TOrschläge, die ^r übersendet, in haben, und da,'* die Briefe sicherlich 
uuterschUgen sein müinen. _el sur ee que je lui dis tjue Ton n'en pou- 
Tait pas encore avoir reponee, et qoil ne detail poinl avoir cette 
crüute, puisqaTI arait enroye un espres. outre que je n'avais point 
encore ra, depuiä qae je suis id. que eela läl arriv^, 11 ni'y cliercha 
des Sujets de sonp^on si mal fondes et avec taut deiubarras, que cela 
me doona Ueu de croire que ce qot a iti dit ä M. de Brandebourg: 
et ä sea miniatrea par l'envoTe de leiupereur, qull etait de llotärSt 
de Votre Majest^ de faire durer la gueire dans ces pays-cj '), et que 
je ue demeurais ici que potir relarder autaul que je pourrais laccoiD- 
modemenl, n'ait läil impresräon sur leurs esprits, et que pour a'en 
^clürcir U n'üt eo la curiosit^ d'ouvrir ma lettre. J'esp^re d'en saroir 
des Dourelles daus peu par M. d'Estrades.^ Se. Msj. wird ans allen 
diesen Einzelheiten leicht erkennen, dass man hier mit Ungeduld das Zu- 
Btandekommen der Ausgleichung herbeiwünscht: ^ei es. da^s mau keine 
Hoffnung mehr vor sich sieht in diesem Jahre mit den Absichleo zur Wie- 
dereinsetzung des Prinzen von Oranien durchzudringen, :^ei es, da£s der 
Vortbeil, den man bei einem schnellen Abkommen findet, wo man grosse 
GeldEDmmen eincassirt ohne neue Ansfaebungeii vornehmen zu dürren und 
zum Bruch zu kommen, jede andere Erwagnog überwiegt. So dass Se. 
M^j. wohl sieht, daüS, wenn es Colbert selbst wirklich tu ihrem Interesse 
glaubte, wenn nicht den Krieg in diesen Uegenden noch einige Zeit hinzu- 
ziebeu, so doch wenigstens den Abschlnss zu verzögern, bis da^s der Graf 
Wilhelm von Fiirstenberg seine Terhandluug beendet, er gleichwohl 
nicht würde vermeiden können einen gewissen Eifer für den Abschluss dieses 
Vertrages zu bezeigen'). 

Die Fürstenberg'Eche Verhandlung betreffend, so hat Colbert dem 
Korfürstcn über diesen Gegenstand keine Eröfitanug gemacht. Aber da der 
Kanzler Kar-Cölns ') hier durchreiste, um nach dem Haag zu gehen und dort 
von den Staaten die Bückgabe Bheinbergs zu verlangen oder ihnen Tausch- 
vorschläge u. 8. w. zQ machen, hat der Kurfürst Colbert, nach dessen Ab- 
reise, gesagt, „qull tui avait au'sai parl^ d'uue uuion avec M. de Co- 
logne, M. le duc de Neubourg et autrea princes. Et eomme il de- 



■) Vgl. oben. 

*) Hier itebt am Bande von Lionnee' Hand liemerkt: .qu'Il preiee*. 

■) Tgl. Uim. d'Eetrades IV. 192. 



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368 ^' Berichte roa 1665 ha 1666. 

meura quelque temps sans me dtre rien darantage, je lui deroandai, 
s'il me disait cela, afin que j'en informasBe Votre Majeet^, et qu'en oe 
ca«-lä il me semblait qu'il aerait n^ceasaire aussi que j'^crivisse k Vo- 
tre Majestä Eea aentiments, ä quoi il me r^pliqua qu'ü ne m'en arüt 
parl6 que par forme d'entretien et pour ne me rien eiler des choses qui 
venaient ä sa connaiesanee, et pour aes sentiments, comme cette union 
proposi n'avait d'autre objet que la guerre de Munster, il u'y avait 
qu'ä faire raccommodement, apräs quoi eile serait inutile." Colbert 
bat, im Hinblick auf seiue Ordres, geglaubt, dem Kurfürsteu über dieseo 
OegeDEtaud weiter nichts si^u zu diiifen. Doch köuute er, oacb geiuer 
MelnuDg, wenn Se.Maj. beschliesst, dem Kurfürsten Eröffnung'wegen einer 
weite t^ehenden Verbindung maclien zn lassen, diese Gelegenheit benutzen 
und demselben sagen, er habe Sr. Maj. geschrieben was er ihm von dem 
Vorschlage des cölnischeu Kauzlers mitgetheilt n. s. w. >) 

Je saia qu'il avait &ti k dieirer que j'euese pu pindtrer . . ., quel 
en sera le suceäs. Mfüs j'avoue qu'il ne m'a pas 6tä poseible de le 
bieo däcouvrir, et que j'ai tcujours trouvä M. de ßrandebourg et aea 
ministres extrdmemeut eur leurs gardes touchaut ce point; m€me par 
ce que je viens [de] dire k Votre Majesti, on peut juger que tontes 
les soUicitations de M. de Cologne et de M. le duc de Neubourg et 
autres prioces de l'empire qui agräeront cette alliance ue feront rien 
auprös de lui, taut qu'on ue lui parlera pas de la part de Votre Ma- 
jeat^, et, au contrairc, qu'ayant de la Jalousie de leur armemeut qui 
diminucrait en quelque eorte la cousid^ration que lui donnent ^es for- 
ces dana l'empire, taut qu'il n'y aura qu'eux qui parlerout, il rejettera 
toujours ces propositions [d'union] et tächera mSme d'empecher qu'entre 
eux ils ne l'effectueut; uiais quand, apriis Ics ouvertures qui tui out öW 
faites par'cea princca, il se verra eucore pressö de la part de Votre 
Majesli, mdme avec les offres de quelques asaietauces, quil sait elre 
beaucoup plua effeetives que celles de la maisou d'Autrielie, je crois 
que la crainte qu'il aura du mal que cea prinees unis avec Votre Ma- 
jestä lui pourraient faire et la considiration de» avaiitages qu1l pourra 
recevoir de Votre Majeatc s'uuissant fortenicnt avec eile, combattront 
puissamment la räpugnancc qu'il aurait saus cela ä. entrer dans une 
Union qui l'obligerait non-seulement k refuser le pasaage aur aes terres 
auz troupes de l'empereur, maia m^me ä emp€cher qu'elles ue pasaent 
le Rbin en aucun autre endroit pour aller en Flandre. J'avoue que 
toutea les meaures que j'ai reconuu que l'ou a gardiea ici enrers 

% Aid Kande von Lioone's Huid: .qD'il ue diie mot, jiuqu'ii ce qne 1« c«inte 
QnilUume et M. de PomponDe*. 



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370 ^''- Berichte von 1665 bis 1686. 

avait fait räponee que ledit sieur BeverDingk leur 6tait trop ntos- 
saire k la Haye, et que les Etats en araient ddput^ deus autrea ') qu'il 
me nonima et me dit que c'ätaient des genB san» expärieuce auxquels 
asBuräment les Etats ne confieraient aiicun pouvoir. II me dit auBsi 
qu'ä r^ard de la demande qu'il avait faite auxdits Etats par 1e sieur 
Blaspiel, ä ce qu'il leur ptflt dtolarer leur Intention sur les derniöres 
propositions qui ont ^te faites par M. l'^vSque de Muuster, ils avaieol 
dit qu'il u'y avait rien qui pressät, et qull fallait preniiärement que 
r^veque s'approchät plus de ce qui est de la raison et expliquät plus 
clairement ses inteutions. II leur avait anssi fait demander, s'ils ju- 
geaint k propos qu'il fit reveuir de Munster le sieur Jena, et ils l'ont 
pri^ de l'y laiseer. Je n'ai rien, monsieur, & vone dire sur tout cela, 
si ce n'est que, selon mon eens, les Etats agissent prudemmeut de ue 
pae donner de pouvoir ä ceux qu'ils envoient ici qu'ad refereDdum. 
Od ne parla enauite dans la chanibre de M. de Brandebourg que des 
moyens de bieu faire la guerre ä M. l'^vequc de Munster et des ordres 
que Son Altesse älectorale a dunu^s taut pour faire marclier son Equi- 
page S'artillerie que ])our faire avaneer les troupes qu'il a dans la Pu- 
Diäranie et dans la PrusBe et les faire deuicurer jusqu'au teuips de se 
mettre eu campagne, partie dans la Marche de Brandebourg et dans 
les pays de Minden et d'Halberstadt et partie daoB le duchä de Clä- 
ves. Les otificiere g^n^raux qui coinnianderont cette armäe